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Subject: Malaysia : Wirtschaftsboom und Kommunalismus. - Bonn, 1994. - (FES-Analyse).
Date: Tue, 29 Apr 2025 17:30:52 +0200
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Malaysia : Wirtschaftsboom und Kommunalismus. - Bonn, 1994. - (FES-Analyse)=
.
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 policy ; Malaysia">
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Malaysia : Wirtschaftsboom und Kommunalismus. - [Electronic ed.]. - Bonn, 1=
994. - 15 S. =3D 51 Kb, Text
. - (FES-Analyse)
<br>Electronic ed.: Bonn: EDV-Stelle der FES, 1997
<br><br><font size=3D"-1"><i>=A9 Friedrich-Ebert-Stiftung</i></font>
<!-- START BEGIN2 -->
</font>
<br><br><br>
<!-- END BEGIN2 -->
<b>Die kulturelle und ethnische Heterogenit=E4t der Bev=F6lkerung
pr=E4gt die sozio=F6konomische und politische Situation Malaysias:
Chinesen (ca. 30%) und Inder (etwa 8%) stehen unter dem Druck der muslimisc=
hen
malaiischen Mehrheit, ohne da=DF es jedoch bisher zu
staatsgef=E4hrdenden Konflikten gekommen w=E4re.</b><p>
<b></b></p><p>
<b>Die Boom=F6konomie der letzten 20 Jahre mit Wachstumsraten z.B. 1987-199=
4
von durchschnittlich 8,7% hat die Einkommensunterschiede zwischen reicheren
Nichtmalaien und der malaiischen Bev=F6lkerung verringert und die Strukture=
n
der Wirtschaft, des Arbeitsmarktes, der gesellschaftlichen Schichtung und d=
er
politischen Eliten nachhaltig ver=E4ndert.</b></p><p>
<b></b></p><p>
<b>Malaysia ist kein Billiglohn-Land mehr, Arbeitskr=E4ftemangel und
Defizite im Ausbildungswesen bilden zuk=FCnftig jedoch riskante
Engp=E4sse f=FCr eine weitere dynamische Entwicklung.</b></p><p>
<b></b></p><p>
<b>Parallel zur forcierten Malaiisierungspolitik - auf zentralstaatlicher E=
bene
abgesichert durch ein von der Partei UMNO dominiertes Parteienb=FCndnis -
entwickelt sich ein islamisches Staatswesen eigener Pr=E4gung. Taktische un=
d
kontrolllierte Islamisierung von Regierungsseite, Druck fundamentalistische=
r
Kr=E4fte, die Zw=E4nge =F6konomischer und gesellschaftlicher
Modernisierung sowie die ethnisch, kulturell, sprachlich und religi=F6s
uneinheitliche Bev=F6lkerung ergeben ein Spannungsverh=E4ltnis, das
bisher ausbalanciert werden konnte.</b></p><p>
<b></b></p><p>
<b>Unter F=FChrung des Finanzministers Anwar steht ein gem=E4=DFigt
malaiisches und nicht fundamentalistisch, aber islamisch orientiertes Team
junger Technokraten bereit, demn=E4chst die Macht des fast 70-j=E4hrigen
Premierministers Mahathir zu =FCbernehmen. Eine grunds=E4tzlich neue
Politik ist dabei jedoch nicht zu erwarten.</b></p><p>
<b></b></p><p>
<b></b></p><p>
<b></b></p><p>
<b></b></p><p>
<b></b></p><p>
<b>Das Wichtigste auf einen Blick</b></p><p>
</p><p>
</p><p>
Malaysia gilt zu Recht als ethnisch heterogenes und multikulturelles Land, =
dem
es gelang (mit Ausnahme 1969), die kommunalistischen Spannungen nicht
eskalieren zu lassen, vertretbar zu mediatisieren und =FCber Jahrzehnte ein
breitenwirksames Wachstum durchzusetzen. Die kommunalistische Politik, die
immer und in erster Linie Macht- und Verteilungspolitik ist, erscheint dabe=
i
als Gratwanderung zwischen Befriedung und doch m=F6glicher Eskalation.
<i>Raison d'etre</i> des Staates ist der Anspruch der Malaien (vermutlich 5=
1%
der Bev=F6lkerung), als eingesessene <i>Bumiputeras</i> ("S=F6hne der
Erde"), gegen=FCber den eingewanderten Chinesen (30,7%) und den Indern
(8,3%) die politische Hegemonie auszu=FCben und diese - seit 1970 - auch zu=
r
=F6konomischen Gleichstellung zu nutzen. </p><p>
</p><p>
Der eigentlichen Urbev=F6lkerung, den Proto-Malaien, in Ost-Malaysia (Sabah
und Sarawak) etwa 55% der dortigen Bev=F6lkerung (9% der
Gesamtbev=F6lkerung), k=F6nnen diese besonderen Rechte gleichfalls kaum
vorenthalten werden. Numerisch bauen sie den Anteil der Bumiputeras an der
Gesamtbev=F6lkerung sogar noch weiter aus. Die Proto-Malaien unterscheiden
sich jedoch in vielfacher Weise von den Malaien (Sprache, Kultur, Religion)=
 und
auch untereinander. Sie haben meist kein eigenes Identit=E4tsgef=FChl
innerhalb der gr=F6=DFeren ethnischen Verb=E4nde entwickelt, in die
sie gruppiert werden. Dies entwickelten nur die meist christlichen Kadazan =
in
Sabah gegen die dominierenden Malaien. Diese friedliche Rebellion und
Identit=E4tsfindung an den Wahlurnen und durch die Bildung einer
kadazan-gef=FChrten oppositionellen Regierung in Sabah wurde 1994 beendet.
</p><p>
</p><p>
Die Definition des Malaientums ist ohne R=FCckgriff auf Kultur und Traditio=
n
nicht m=F6glich. Wichtige Komponente sind der islamische Glaube, die
malaiische Sprache und die traditionale Ordnung der Sultansherrschaft, die =
die
malaiische Identit=E4t pr=E4gen. <b>Der Islam wurde zur Staatsreligion
erkl=E4rt, die malaiische Sprache wurde, auf Kosten des Englischen bzw.
Chinesischen, im Erziehungswesen und im =F6ffentlichen Leben verbindlich
durchgesetzt. Die Rechte der Sultansfamilien in neun der dreizehn
Bundesl=E4nder wurden respektiert, ihre Stellung verfassungm=E4=DFig
gesch=FCtzt und der Staat wurde als f=F6derative konstitutionelle
Wahlmonarchie organisiert. Der politische Proze=DF findet durch
kommunalistisch organisierte und institutionalisierte Massenparteien statt.=
</b>
Ein B=FCndnis dieser Parteien regiert, dem jeweils kommunalistische
Oppositionsparteien gegen=FCberstehen. Letztere m=FCssen notwendigerweise
die Interessen ihrer "Community" sch=E4rfer artikulieren als die jeweiligen
Regierungsparteien und begr=FCnden damit ihre strukturelle
Regierungsunf=E4higkeit, da sie nicht oder sehr schwer untereinander
koalitions- bzw. kooperationsf=E4hig sind.</p><p>
<b>Entschieden =FCber die Aus=FCbung der Macht wird in pluralistischen,
freien, geheimen, aber unfair gestalteten Wahlen, in denen die
Regierungsparteien sich immer durchzusetzen wu=DFten.</b> Wichtig ist,
da=DF die Oppositionsparteien aufgrund des Mehrheitswahlrechts zwar
parlamentarisch meist nur schwach repr=E4sentiert sind, ihr Stimmenanteil
gleichwohl immer beachtlich ist und sie von dieser Seite ihren
kommunalistischen Opponenten in der Regierung immer dicht auf den Fersen si=
nd.
Das zwingt die malaiische UMNO-Partei, immer an die Breitenwirkung ihrer
(Entwicklungs-)Politik zu denken.</p><p>
</p><p>
In den 70er und 80er Jahren vollzog sich in der UMNO ein schleichender
Strukturwandel. Die Partei- und damit Regierungspolitik wurden bis dahin
bestimmt von westlich gebildeten (Jura, Cambridge, Golf und Polo) Mitgliede=
rn
des Adels und der alten Eliten, die sich auf die d=F6rflichen Eliten
(Dorfschullehrer) st=FCtzten. Diese wurden zwar ab 1970 gezwungen, die
Malaiisierungspolitik zu forcieren, betrieben aber doch eine alles in allem
konziliante Politik gegen=FCber den Eliten der anderen Ethnien. <b>Der
enorme Wirtschaftsboom mit Industrialisierung und Urbanisierung, der forcie=
rte
Ausbau und die Ausweitung des Bildungswesen sowie die Ausweitung des
Staatssektors f=FChrte zum Aufstieg nicht-adeliger und bisher
nicht-beg=FCterter im Lande oder der Region ausgebildeter Akademiker, die
die politischen Kommandoh=F6hen in der Partei zu besetzen begannen und auf
Versch=E4rfung der malaiischen Vorrechte zu ihrer und ihrer Volksgruppe
Nutzen dr=E4ngten. Diese Gruppe wird personifiziert durch Premierminister
(seit 1981) Dr. Mahathir Mohamad</b>, einem in Singapur ausgebildeten Arzt,=
 der
noch eine Dekade vor seinem Amtsantritt als malaiischer Radikaler aus der
Partei zeitweise ausgeschlossen war. In den 80er Jahren =FCberstand Mahathi=
r
einen innenpolitischen Machtkampf knapp gegen einen Vertreter der alten Gar=
de,
den Onkel des Sultans von Kelantan. Es kam damals zur Spaltung der Partei, =
und
erstmals schien ein Oppositionsb=FCndnis, unter F=FChrung der
Dissidenten, die Regierungskoalition abl=F6sen zu k=F6nnen. In den Wahlen
von 1992 fiel die Entscheidung jedoch erneut zugunsten der Regierungskoalit=
ion.
Die UMNO konnte sich inzwischen wieder konsolidieren. Viele Dissidenten keh=
rten
in den Scho=DF des Siegers zur=FCck.</p><p>
</p><p>
<b>Unter Mahathir erlebte das regierende Parteienb=FCndnis einen
entscheidenden Wandel. War es zuvor im Kern eine Koalition, in der die
kleineren mit der dominanten Partei verhandelten, wurde der hegemoniale
Charakter des B=FCndnisses immer deutlicher: Die Entscheidungen fielen in
der UMNO und wurden den anderen Parteien mitgeteilt.</b> Diese sind zwar fr=
ei,
das B=FCndnis zu verlassen, haben in der Opposition aber kaum
=DCberlebenschancen, da ihre Funktion dort schon ausgef=FCllt ist.</p><p>
</p><p>
<b>Mahathir ist zwar Exponent der Malaien, zugleich jedoch Technokrat, der
wei=DF, da=DF Sonderrechte nicht viel n=FCtzen, wenn der
Wirtschaftsboom den Verteilungsspielraum nicht erh=F6ht und ein
wirtschaftlicher Strukturwandel diesen nicht langfristig absichert. Hierbei
er=F6ffnen sich immer wieder Spannungen und Konfliktzonen, die die
kulturelle Identit=E4t der Malaien und der anderen Volksgruppen, das
Wirtschaftswachstum und damit die Stabilit=E4t der politischen Ordnung
ber=FChren. Daran wird auch der Generationswechsel nichts =E4ndern, der
durch den Aufstieg Anwar Ibrahims zum zweiten Mann in der Partei und der
Regierung und damit zum voraussichtlichen Nachfolger Mahathirs 1993 vollzog=
en
wurde.</b></p><p>
</p><p>
</p><p>
</p><p>
<b>Boom=F6konomie und soziale Integration der Ethnien</b></p><p>
</p><p>
Der Human Development Report von 1994 stellt Malaysia als eine der relativ
wenigen multi-ethnischen Gesellschaften heraus, denen ein hohes Wachstum un=
d
eine deutliche Verbesserung der =F6konomischen und sozialen Position der
bisher armen Ethnien gelungen ist. </p><p>
</p><p>
Das <b>Wachstum der =D6konomie</b> Malaysias ist in der Tat beeindruckend.
Es betrug in den 70er Jahren 7,9% p.a., 1980 - 1992 lag es im Durchschnitt
wegen der Rezession 1985/86 mit 5,9% zwar deutlich niedriger, ist im
internationalen Vergleich aber immer noch recht passabel. Es lag damit auch
deutlich =FCber dem f=FCr asiatische Verh=E4ltnisse immer noch hohen
Bev=F6lkerungswachstum von 2,4 - 2,5% p.a., das in den vergangenen
Jahrzehnten, anders als in den Nachbarl=E4ndern, nicht abgesenkt werden
konnte und dessen R=FCckgang auf 2% erst im laufenden Jahrzehnt erwartet
wird. Wachstumspromotoren waren zun=E4chst der sich diversifizierende
Erd=F6l-, Rohstoff- und Agrarexportsektor, dann zunehmend die
Exportindustrien. Die Ausfuhren (11,3% p.a.) und das verarbeitende Gewerbe
(10%) erlebten 1980 - 1992 zweistellige Zuwachsraten. </p><p>
</p><p>
=D6konomie und Gesellschaft unterlagen einem erheblichen
<b>Strukturwandel</b>: der Anteil der Industrie (verarbeitendes Gewerbe) am=
 BIP
nahm von 13% (1970) auf 20% (1980), 27% (1990) und 30% (1993) zu. Der Antei=
l
des Agrarsektors nahm entsprechend von 31% (1970) auf 23% (1980) und 19% (1=
990)
ab. Aufgrund der unterschiedlichen Produktivit=E4ten stieg der Anteil der
Besch=E4ftigung im verarbeitenden Gewerbe nur auf 15,8% (1980) und 17,8%
(1990) und hielt sich im Agrarsektor bei 38,7% (1980) und 30,3% (1990), der
damit allerdings auch von der Einkommensseite seine einstige Dominanz deutl=
ich
einb=FC=DFte. Die Internationalisierung und Durchkapitalisierung der
=D6konomie, die, aufgrund des schon in der Kolonialzeit wichtigen Plantagen=
-
und Bergbausektors, traditionell bedeutender war als in den anderen
L=E4ndern der Region, wurde noch weiter vertieft: Der Anteil des Exports vo=
n
Waren und Dienstleistungen am BSP nahm von 45% (1970) auf 71% (1987) und fa=
st
89% (1992) zu. Der Anteil der Lohnempf=E4nger an der
Gesamtbesch=E4ftigung stieg in den 70er Jahren noch einmal deutlich an
(1970: 48%, 1980: 60%), stagniert seither allerdings auf diesem hohen Nivea=
u
(1989: 61,9%, Unternehmer: 4% (1970, 1980) bzw. 3,3% (1989)). </p><p>
</p><p>
Viele Investitionen in die Schwer- und Grundstoffindustrie durch
Staatsunternehmen wurden in der ersten H=E4lfte der 80er Jahre durch
Kreditaufnahme und <b>Verschuldung</b> im Ausland finanziert. Die
Auslandsschulden stiegen in dieser Zeit von 6,6 Mrd. US$ (1980, 28% des BSP=
)
auf 22,8 Mrd. $ (1987, 77% des BSP). Nach der Rezession (1985 - 1986) began=
n
man mit einer z. T. vorzeitigen R=FCckzahlung der Auslandsverbindlichkeiten
(auf 17,8 Mrd. $&nbsp;oder 40% des BSP, 1991). 1992 und 1993 wurde die
Verschuldung nominal wieder etwas ausgeweitet. Der Gesamtverschuldung =FCbe=
r
19,8 Mrd. $ (1992) stehen allerdings Devisenreserven =FCber 18 Mrd. $ (1991=
:
11,7 Mrd.) gegen=FCber, die seither weiter kr=E4ftig aufgestockt wurden
(Dez. 1993: 27,4 Mrd. $ 1994: 34,9 Mrd.). <b>Der Schuldendienst</b> (Anteil=
 am
Export von Waren und Dienstleistungen) hatte 1987 mit 21,2% knapp die kriti=
sche
Grenze =FCberschritten, <b>ist inzwischen jedoch relativ unbedeutend (1991:
7,6%, 1992: 6,6%). Das bedeutet: Obwohl manche Kredite nicht wirtschaftlich
verwendet wurden, viele in riskante, auch zun=E4chst defizit=E4re und
vielfach nur mittel- und langfristig rentable Projekte geflossen sind, gela=
ng
ihre R=FCckzahlung aus der Gesamtdynamik des Wirtschaftsbooms, zu dem diese
gewi=DF auch beigetragen haben.</b> </p><p>
</p><p>
Nach der Krise Mitte der 80er Jahre wurden die Malaiisierungsziele des
Korporativverm=F6gens stillschweigend au=DFer Kraft gesetzt und 1987 die
Anlagebedingungen f=FCr ausl=E4ndische Direktinvestitionen liberalisiert
und allgemein erheblich verbessert. Das Ergebnis war <b>ein privater
Investitionsboom sowohl inl=E4ndischer wie ausl=E4ndischer Unternehmer,
der das wirtschaftliche Wachstum zwischen 1987 und 1994 auf durchschnittlic=
h
8,7% p.a. anhob.</b></p><p>
</p><p>
W=E4hrend die Neuverschuldung 1985 - 1988 noch zusammen 9,2 Mrd. $ betrug
und 1989 - 1992 auf 7,8 Mrd. $ abgesenkt wurde (bei einem Abflu=DF an
Kapital- und Zinsdienst von zusammen 19,4 bzw. 14 Mrd. $), stiegen die
eingehenden Direktinvestitionen von zusammen 2,3 Mrd. $ (85/88) auf 13 Mrd.=
 $
(89/92), denen Gewinnabfl=FCsse von 4,5 Mrd. bzw. 8 Mrd. $
gegen=FCberstanden.</p><p>
</p><p>
Der H=F6hepunkt des ausl=E4ndischen Investitionsinteresses wurde 1990
markiert, als Investitionen von 10,5 Mrd. $ genehmigt und 2,3 Mrd. realisie=
rt
wurden. Seither flachten sich die genehmigten Investitionen auf (1992) 6,9 =
Mrd.
$ (aktueller Zuflu=DF: 4,1 Mrd.) ab und erlebte 1993 mit 2,3 Mrd. $ einen
f=FCr malaysische Verh=E4ltnisse besorgniserregenden Einbruch.</p><p>
</p><p>
Das mag weltwirtschaftliche (Konkurrenz anderer Anlagel=E4nder,
R=FCckgang aller Auslandsinvestitionen) und hausgemachte Ursachen haben
(1992 Diskussion =FCber eine erneute Forcierung des Bumiputera-Anteils,
Engp=E4sse in der Infrastruktur durch =DCberhitzungserscheinungen). Die
Regierung reagierte prompt. Der Haushalt 1993/94 ber=FCcksichtigte
steuerliche Verbesserungen f=FCr Unternehmensgewinne und Reinvestitionen,
Steuerbefreiungen f=FCr Forschungs- und Entwicklungsunternehmen,
Technologieprojekte sowie f=FCr Touristikunternehmen und
Auslandsinvestitionen malaysischer Unternehmer. Die Ausgaben f=FCr die
Infrastruktur im Transport-, Energie- und Kommunikationsbereich wurden um 2=
8%
ausgeweitet. In den ersten sieben Monaten 1994 =FCbertrafen die genehmigten
Neuinvestitionen mit 2,8 Mrd. $ schon die des gesamten Vorjahres (2,3 Mrd. =
$).
In den 90er Jahren stammten etwa 55% der genehmigten Investitionen im
korporativen Sektor aus dem Ausland, 45% erbrachte das einheimische
Privatkapital.</p><p>
</p><p>
Wichtig ist die Breitenwirkung all dieses wirtschaftlichen Schaffens: <b>Di=
e
Erwerbst=E4tigkeit ist in den 70er Jahren um 3,7%, 1980 - 1992 um 2,8% p.a.
gestiegen. Die Einkommen der Besch=E4ftigten sollen j=E4hrlich im
Durchschnitt um 2% bzw. 2,4% angehoben worden sein. Die amtlich wohl eher z=
u
hoch angesetzte Arbeitslosigkeit sank von 8,5% (1986) auf 6% (1990) und 3%
(1993). Damit herrscht Vollbesch=E4ftigung und akuter
Arbeitskr=E4ftemangel in niedrig-entlohnten und unwirtlichen
Besch=E4ftigungen, wie auf den Plantagen und im Bausektor, aber auch im
Facharbeiter-, Ingenieur- und Managementbereich.</b> In den Niedriglohnjobs
arbeiten heute legal 430.000 ausl=E4ndische Arbeiter, vor allem aus
Indonesien, Bangladesh, den Philippinen, sowie, trotz Amnestie- und
Registrierungsangebot, mehrere Hundertausend illegal (in West-Malaysia
angeblich 200.000, in Sabah vermutlich deutlich mehr). Im September 1994 wu=
rde
vereinbart, da=DF j=E4hrlich weitere 50.000 Arbeiter, =C4rzte und
Krankenschwestern in Bangladesh rekrutiert werden sollen. <b>Der Bedarf an
Akademikern wird z. T. durch die Zuwanderung in der Heimat arbeitsloser Bri=
ten
abgedeckt, die bereit sind, in Malaysia zu den orts=FCblichen Geh=E4ltern
(und ohne Auslandszuschlag) zu arbeiten. Diese befinden sich mittlerweile i=
m
qualifizierten Akademikerbereich in der N=E4he derjenigen, die in
Gro=DFbritannien gezahlt werden.</b></p><p>
</p><p>
Trotz erheblicher Investitionen in das <b>Erziehungs- und Ausbildungswesen<=
/b>
gibt es noch zahlreiche Analphabeten (1990: 22%, unter den Frauen 30%), hab=
en
immer noch relativ wenig Besch=E4ftigte eine terti=E4re Ausbildung,
werden von diesen =FCberwiegend die nicht-wirtschaftsrelevanten Kultur-,
Rechts- und Sozialwissenschaften und zu wenig Ingenieur- und
Naturwissenschaften und Betriebswirtschaft studiert. Gro=DFz=FCgige
Stipendienprogramme und Quoten f=FCr Bumiputeras wurden bis 1983
ausschlie=DFlich nach Bed=FCrftigkeit und Ethnizit=E4t, nicht nach
Qualifikation vergeben, und den oft m=E4=DFig qualfizierten Absolventen
wurden in der extrem aufgebl=E4hten Verwaltung und im =F6ffentlichen
Sektor Arbeitspl=E4tze reserviert.</p><p>
</p><p>
<b>Diese Defizite im Ausbildungswesen bilden f=FCr die Zukunft wesentliche
Hindernisse f=FCr das weitere Wachstum und die notwendige Entwicklung
zunehmend kapitalintensiverer, produktiverer und technologieintensiverer
Produktionen, die gebraucht werden, da Malaysia schon l=E4ngst sich nicht
mehr auf der Ebene eines reinen Billiglohnlandes bewegt und die
Arbeitskr=E4fteknappheit die L=F6hne und damit die Lohnst=FCckkosten
in die H=F6he treiben wird.</b> Eine notwendige erhebliche Steigerung der
noch niedrigen Masseneinkommen ist nur durch eine gleichzeitige Steigerung =
der
Arbeitsproduktivit=E4t m=F6glich, da sie =FCber den Weltmarkt
realisiert werden mu=DF.</p><p>
</p><p>
<b>Die amtliche Statistik weist eine deutliche Abnahme der Einkommensbezieh=
er
unter der Armutsgrenze von 46% (1976) auf 17 % (1990) aller Haushalte, der
absoluten Armut auf etwa 2%, aus.</b> Die arme Bev=F6lkerung verteilt sich
regional unterschiedlich. Ihr Anteil an der Gesamtbev=F6lkerung ist in Saba=
h
mit 34% am h=F6chsten und liegt in den =FCberwiegenden l=E4ndlichen
und malaiisch besiedelten Bundesstaaten Trenganu, Kelantan und Kedah noch u=
m
die 30%. Diese Daten deuten an, da=DF die relativ Armen vor allem unter den
kleinb=E4uerlichen Bumiputeras zu finden sind. </p><p>
</p><p>
<b>Dar=FCber soll jedoch nicht =FCbersehen werden, da=DF die 1970
eingeleitete und 1990 offiziell beendete New Economic Policy vielen Bumiput=
eras
durch Stipendien- und Lizenzvergabe, Bevorzugung mit Krediten und
Auftr=E4gen und durch Quotenschutz half, vom Land in die Stadt in moderne
Besch=E4ftigungen als Selbst=E4ndige, Unternehmer, Akademiker usw. zu
wechseln. Auf diese Weise werden akademische, Management- und
Unternehmerpositionen allerdings sehr h=E4ufig mit sub-optimal
qualifizierten und motivierten malaiischen Aufsteigern besetzt, die durch
Protektion, Quoten und Renten vielfach nicht einem leistungsf=F6rdernden
Wettbewerb ausgesetzt werden, was letztlich von den Nicht-Bumiputeras bezah=
lt
und m=F6glicherweise mit Wachstumsverlusten erkauft werden mu=DF.
Dennoch: Die Einkommen der beg=FCnstigten Bumiputeras wuchsen schneller als
die der anderen ethnischen Gruppen. In einer engen Spitze wurden gro=DFe
Verm=F6gen erworben, aber auch die Breite der mittleren Einkommensbezieher
wurde ausgeweitet und die Einkommen der unteren Einkommensbezieher wurde z.=
 T.
angehoben. Alle Daten deuten jedoch darauf hin, da=DF die Einkommen der
Bumiputeras die der Chinesen, die auch vom Wachstum profitierten, noch nich=
t
erreicht haben, wenn auch der Unterschied geringer wurde. Der soziale Fried=
en
zwischen den Ethnien konnte bewahrt werden. Spannungen treten jedoch immer
wieder auf und werden meist zugunsten der Bumiputeras entschieden.</b>
Gleichwohl geht die Gefahr f=FCr den ethnischen und sozialen Frieden nicht
von den anderen Ethnien, sondern eher von den Bumiputeras aus, die selbst u=
m
ihre eigene Identit=E4t ringen. Am Beispiel einiger j=FCngerer
Entwicklungen soll das aufgezeigt werden.</p><p>
</p><p>
</p><p>
<b>Bumiputera-Vorrechte und wirtschaftliche Optimierung</b></p><p>
</p><p>
<b>Das hohe wirtschaftliche Wachstum erm=F6glicht
Verteilungsspielr=E4ume, an denen, in unterschiedlichem Ma=DFe, fast
alle partizipieren k=F6nnen. Eine deutliche Abflachung oder gar ein
l=E4ngerer Einbruch des Wachstums w=FCrde die kommunalistischen
Beziehungen gewi=DF deutlich schwieriger gestalten, da irgendeine Form
gemeinsamer "nationaler" Identit=E4t eigentlich nicht entwickelt wurde. Ein
hohes wirtschaftliches Wachstum wird in Zukunft allerdings immer weniger au=
f
den nat=FCrlichen komparativen Vorteilen des Landes aufbauen k=F6nnen,
sondern wird zunehmend auf technologische Kompetenz und wirtschaftliche
Effizienz setzen m=FCssen</b>, um sich gegen=FCber den nachr=FCckenden
Billiglohnl=E4ndern abzugrenzen und um mit den Schwellenl=E4ndern der
ersten Generation gleichzuziehen bzw. deren inzwischen verlassenen Platz
erobern zu k=F6nnen. Bumiputera-Vorrechte, die die Fehlallokation und
ineffiziente Verwendung von Ressourcen begr=FCnden, die nicht durch die
Verbreiterung der Chancengleichheit ein gr=F6=DFeres Leistungspotential
zu schaffen suchen, sind mit diesen Anforderungen immer weniger vereinbar.
<b>Im Grunde sucht die Bumiputera-F=F6rderung bisher eine <i>Gleichheit der
Ethnien im Ergebnis, nicht eine Gleichheit der Chancen</i> zu erzielen. Das
Ergebnis waren viele allein auf die Aneignung von staatlichen Renten fixier=
te
Unternehmer und nicht eben leistungsorientierte Akademiker, die die W=E4rme
der staatlichen Verwaltung suchen.</b> </p><p>
</p><p>
<b>Mahathir und Anwar Ibrahim, die als radikale Exponenten der malaiischen
Vorrechte angetreten sind und sich auch heute durchaus zu recht noch so
verstehen, haben die Gefahr erkannt, wobei die Krise von 1985/86 dieser
Erkenntnis besondere Schubkraft verliehen hat. Die Politik der Liberalisier=
ung,
Privatisierung, der zuk=FCnftigen Begrenzung des quantitativen Wachstums de=
r
Verwaltung, der Umstellung der F=F6rderung von Bumiputera-Unternehmen und
von Studenten auch auf Leistungskriterien, die Aufgabe des Ziels, den
Bumiputera-Anteil am modernen Produktivverm=F6gen drastisch anzuheben (1970
- 1990 wurde eine Steigerung von 2% auf 30% angestrebt, tats=E4chlich wurde=
n
amtlich 20% erreicht, die inzwischen (1992) auf 18,2% wieder abgebr=F6ckelt
sein sollen) gehen alle in diese richtige Richtung</b> und finden
verst=E4ndlicherweise nicht nur Unterst=FCtzung unter den Bumiputeras. </p>=
<p>
</p><p>
Ein wichtiges Problem ist die <b>Sprachenfrage</b>: Die Sprache ist bekannt=
lich
ein wichtiger Schl=FCssel zur Definition der Identit=E4t einer
Volksgruppe. In einer multikulturellen Gesellschaft er=F6ffnen sich zudem
erhebliche Wettbewerbsvorteile, wenn die eigene Muttersprache als Medium de=
r
Kommunikation durchgesetzt werden kann. Die Malaien vermochten ihre
Muttersprache als verbindliche Staatssprache durchzusetzen. Seit den 70er
Jahren darf in den =F6ffentlichen Schulen und Universit=E4ten nur in
Malaiisch gelehrt werden. Der Eintritt in den =F6ffentlichen Dienst ist an
den Nachweis von entsprechenden Sprachkenntnissen gekoppelt. 1990 wurde am
Obersten Gericht das Malaiische verbindlich eingef=FChrt. Diese Politik
richtet sich gegen die Chinesen und Inder, die gezwungen wurden, im
=F6ffentlichen Leben sich dieser f=FCr sie fremden Sprache zu bedienen.
Der Anteil der Bev=F6lkerung, der in Malaiisch kommunizieren kann, soll von
71% (1970) auf 89% (1980, neue Daten liegen nicht vor) gestiegen sein. </p>=
<p>
</p><p>
Diese Politik ging auch auf Kosten des Englischen, dessen Verbreitung
quantitativ zwar weiter ausgeweitet wurde (1970: 14%, 1980: 23%), dessen
Qualit=E4t aber doch vielfach - insbesondere unter den akademisch gebildete=
n
Malaien - nachgelassen haben soll. Damit er=F6ffnet sich der Konflikt
zwischen der staatsnationalen Gesellschaft - in der eine der lokalen Sprach=
en
gegen andere lokale Sprachen durchgesetzt werden kann - und der transnation=
alen
Gesellschaft, in die Malaysia durch die extrem internationalisierte
=D6konomie eben auch eingebunden ist. Internationale
(Gesch=E4fts-)Sprache ist Englisch. Gute und umfassend verbreitete
Englischkenntnisse sind ein Wettbewerbsvorteil gegen=FCber den L=E4ndern,
in denen Eliten und Mittelschichten vor allem Lokalsprachen sprechen. </p><=
p>
</p><p>
Dieses Spannungsverh=E4ltnis zwischen staatsnationaler und transnationaler
Gesellschaft hat zur Konsequenz, da=DF die beg=FCterten und gebildeten
Nicht-Bumiputeras, die durch diese Sprach- und Bildungspolitik zugunsten de=
r
Malaien aktiv diskriminiert werden, doch wieder einen Weg gefunden haben, i=
hre
Benachteiligung in einen Vorteil umzum=FCnzen. Da das Quotensystem nur
relativ wenigen von ihnen erlaubt, an den sieben Landesuniversit=E4ten (mit
zusammen 60.000 Studenten) zu studieren, gehen viele an ausl=E4ndische
Hochschulen in meist englischsprachigen L=E4ndern (USA,
Gro=DFbritannien, Australien - deutlich vor =C4gypten, in denen etwa
40.000 Studenten aller Ethnien studieren). Die Kosten sind jedoch
betr=E4chtlich und m=FCssen von den Nicht-Bumiputeras =FCberwiegend
privat aufgebracht werden. Viele Kinder aus den nicht so beg=FCterten
Mittelschichten besuchen daher private Colleges in Malaysia. In diesen kann=
 in
Englisch unterrichtet werden, ihre Examina werden von der Regierung jedoch
nicht anerkannt. Diese privaten Hochschulen haben daher
Kooperationsvertr=E4ge mit ausl=E4ndischen Universit=E4ten
abgeschlossen, die es ihnen erlauben, ausl=E4ndische Diplome auszustellen
oder es den Studenten erm=F6glichen, ihr Grundstudium kostensparend in
Malaysia und das Hauptstudium an der ausl=E4ndischen Partneruniversit=E4t
zu absolvieren.</p><p>
</p><p>
Die besseren englischen Sprachkenntnisse geben den Nicht-Malaien einen
Wettbewerbsvorteil im privaten Sektor, wo sie bevorzugt eingestellt werden =
und
leichter aufsteigen k=F6nnen als die Malaien mit nur gebrochenem Englisch.
Mahathir hat diese Probleme erkannt und sucht - durchaus nicht ohne Widerst=
and
malaiischer Ultras - gegenzusteuern. Der Unterricht in Englisch wurde 1993 =
an
den Staatsuniversit=E4ten stillschweigend wieder erlaubt. Es wird versucht,
deren Internationalisierung durch die Aufnahme von ausl=E4ndischen Studente=
n
zu erreichen. Schlie=DFlich m=FCssen ihre Aufnahmekapazit=E4ten
erheblich erweitert und ihr Standard angehoben werden. 1994/95 wurden alle
Bildungsausgaben auf 24% des Staatshaushalts angehoben (1991: 20%, 1980: 13=
%).
</p><p>
</p><p>
</p><p>
</p><p>
<b>Multikulturelle und/oder politische Konflikte</b></p><p>
</p><p>
Was ist eigentlich ein Bumiputera ("Sohn der Erde") ? Die ortsans=E4ssige
malaiische Bev=F6lkerung versteht sich als Bumiputera und begr=FCndet
damit ihre Vorrechte gegen=FCber der eingewanderten Bev=F6lkerung aus
China und Indien. Muslimische Einwanderer aus Indonesien, 1957 immerhin 4,5=
%
der Einwohner Malaysias (44,6% waren Malaien, 0,7% "Ureinwohner"), gelten a=
uch
als Bumiputeras und werden zensusm=E4=DFig inzwischen nicht mehr
getrennt erfa=DFt. Die Indonesier wanderten mehrheitlich sp=E4ter ein
als die malaiisierten Chinesen ("Baba-Chinesen") und die kleine portugiesis=
che
Gemeinschaft, die vor einem halben Jahrtausend ins Land kam, die beide nich=
t
den Bumiputera-Status besitzen (die Portugiesen bem=FChen sich um ihn!). </=
p><p>
=C4ltere Rechte als die Malaien haben die eigentlichen Ureinwohner, die
Proto-Malaien, worunter sehr unterschiedliche kulturelle, sprachliche und
ethnische Gruppen zusammengefa=DFt werden. In West-Malaysia ("Orang Asli")
sind sie mit 50.000 Angeh=F6rigen nahezu unbedeutend und marginalisiert. In
Sarawak und Sabah stellen sie vermutlich noch die Mehrheit, werden in Sabah
aber durch die Einwanderung muslimischer Filipinos und Indonesier wohl bald=
 in
die Minderheit geraten. Diesem Bev=F6lkerungsteil gesteht man den
Bumiputera-Status zu. Mit dem Beitritt zur F=F6deration vermochten die
Bewohner Sabahs und Sarawaks zudem einige weitere Sonderrechte auszuhandeln=
.
Ein irgendwie geartetes =FCber=F6rtliches Identit=E4tsgef=FChl mit
Tradition, was sich auf einen Stamm, Ethnie, "Nation" bezog, gab es in dies=
er
Bev=F6lkerung bis vor kurzem eigentlich nicht. In Sabah wurde dieses erst
durch christianisierte Akademiker in den 50er und 60er Jahren aktiv
gef=F6rdert, die unter den Dusun den lokalen Kadazan-Dialekt, aus einer
Gegend in der N=E4he der Landeshauptstadt Kota Kinabalu, zu verbreiten und
eine gemeinsame Kadazan-Identit=E4t durchzusetzen versuchten. Die Kadazan
hatten die =F6rtliche Macht beim Eintritt in den Bundesstaat (1963) in der
Hand, verloren sie jedoch bald. </p><p>
In Sabah bildeten sich - anders als in West-Malaysia - multiethnische Parte=
ien,
in denen zwar christliche Kadazan vertreten waren, die aber durch Muslime u=
nd
Malaien dominiert wurden, die als Regierungsparteien der bundesstaatlichen
Koalition ("Nationale Front") in Kuala Lumpur beitraten und die
F=F6deralisierung der Landesb=FCrokratie betrieben: In den 80er Jahren
wurden nur noch 19 Departments von der Regierung in Kota Kinabalu und 51 du=
rch
die Bundesregierung in Kuala Lumpur (1963: 13) kontrolliert. Auch eine akti=
ve
muslimische Missionspolitik mit deutlicher Benachteiligung der Christen, ei=
ne
aktive Sprachpolitik zur Durchsetzung des Maliischen auf Kosten des Kadazan=
 und
der anderen Sprachen, aber auch eine Bildungs- und Entwicklungspolitik, die=
 die
Zahl der modern ausgebildeten nicht-malaiischen Bumiputeras deutlich anstei=
gen
lie=DF, geh=F6rten dazu.</p><p>
</p><p>
<b>Die Nicht-Malaien sahen sich an den Rand gedr=E4ngt und bedroht, durch
die amtlich tolerierte Einwanderung von Filipinos und Indonesier auch
zahlenm=E4=DFig marginalisiert zu werden. Der Zensus erfa=DFt ihre
St=E4rke inzwischen nicht mehr. Zusammen mit den Malaien und den genannten
Einwanderern werden sie in der Kategorie "pribumi"(=3DBumiputera) eingeschm=
olzen.
Die unzufriedenen Elemente sammelten sich in der 1963 gegr=FCndeten Kadazan
Cultural Association, die seit Beginn der 80er Jahre einen gro=DFen Zulauf
erhielt.</b> Wichtig f=FCr die kulturelle und schlie=DFlich politische
Identit=E4tsbildung wurde das j=E4hrliche Erntedankfest, das fr=FCher
nur im lokalen Rahmen begangen wurde, nun aber mit landesweiter Beteiligung
zentral veranstaltet wurde. Der erste und der vorletzte Chefminister (Donal=
d
Stephens, Pairin Kitigan) wurden von den H=E4uptlingen der Kadazan zum
Oberh=E4uptling gew=E4hlt, eine Position, die es vorher auch nicht
gegeben hat und die eigentlich keine Tradition besitzt.</p><p>
</p><p>
Die Rezession, die in Sabah ab 1982 einsetzte und bis heute nicht ganz
=FCberwunden ist, (das Wirtschaftswachstum liegt deutlich unter dem des
Gesamtstaates) und die die Besch=E4ftigungschancen der ausgebildeten
Bewohner Sabahs immer d=FCnner werden lie=DF, gab deren
ethnisch-kulturelle Identit=E4tsbildung und Ressentiments gegen=FCber der
von Kuala Lumpur gesteuerten Entwicklung, die vielfach als koloniale Bezieh=
ung
(Rohstoffe: Erd=F6l, Holz gegen Industriewaren, Nettoabflu=DF aus dem
Staat) charakterisiert wurde, zus=E4tzliche Impulse.</p><p>
</p><p>
Ressentiments gegen Kuala Lumpur und die Hegemonie der malaiischen Muslime =
war
nicht auf die Kadazan beschr=E4nkt, sondern wurden auch von anderen
Volksgruppen getragen. Unter der F=FChrung des in Australien ausgebildeten
Juristen und fr=FCheren Ministers, des katholischen Kadazan Joseph Pairin
Kitigan, wurde mit der United Sabah Party (PBS) eine multi-ethnische Partei
gegr=FCndet, die 1985 mit 36% der Stimmen 53% der Sitze im Landesparlament
erringen konnte. </p><p>
</p><p>
<b>Der seither offene Konflikt zwischen der Zentralregierung in Kuala Lumpu=
r,
d.h. der die "Nationale Front" beherrschenden Regierungspartei UMNO, und de=
r
PBS pr=E4gt nunmehr seit fast zehn Jahren das politische Klima zwischen
Zentrale und dem oppositionellen Sabah. Die von den christlichen Kadazan
gef=FChrte Partei und Regierung wurde in Wahlen 1986 und 1990 eindrucksvoll
best=E4tigt und unterlag erst 1994 den massiven Interventionen,
Manipulationen und Intrigen der UMNO: Seit M=E4rz 1994 regiert nunmehr die
UMNO mit einem ethnisch gegliederten sieben-Parteien-B=FCndnis in Kota
Kinabalu, die finanzielle und administrative Macht der Zentralregierung,
rassistische Argumentationen, r=FCcksichtsloser Medieneinsatz sowie der Kau=
f
von Abgeordneten haben zu einem fragw=FCrdigen Machtwechsel
gef=FChrt.</b></p><p>
</p><p>
</p><p>
<b>Identit=E4tsbildung durch den Islam und Re-Islamisierung</b></p><p>
</p><p>
Die Identit=E4t der Malaien wird durch den Islam bestimmt und gepr=E4gt.
Man kann als Malaie praktisch keiner anderen Religion angeh=F6ren bzw. dem
Islam abschw=F6ren. Obwohl die anderen Religionen toleriert werden, ist der
Islam Staatsreligion. <b>Obwohl die Malaien praktizierende Muslime sind, st=
and
der Islam durchaus nicht im Mittelpunkt des =F6ffentlichen und privaten
Lebens. Erst die strukturellen Verwerfungen und Umschichtungen des
Wirtschaftsbooms, die viele malaiische Bauerns=F6hne und -t=F6chter in
die Stadt und an die Universit=E4ten brachte, die
Ungleichm=E4=DFigkeit des Booms, f=FChrte ab Ende der 60er und den
70er Jahren zu einer Re-Islamisierungsbewegung an der gesellschaftlichen Ba=
sis,
insbesondere unter den malaiischen Studenten. Diese Dakwah-Bewegung ist
ausgesprochen vielgestaltig. Sie umfa=DFt eher unpolitische
selbst-zentrierte Gemeinschaften, die ein gottgef=E4lliges Leben zu
praktizieren versuchen, Jugend- und Studentenbewegungen, die Unterdr=FCckun=
g
und Ausbeutung durch die herrschende laizistische Klasse thematisieren,
Radikale, die die Einf=FChrung einer Islamischen Republik, eines Islamische=
n
Staates fordern. Diese Bewegungen wurden radikalisiert durch das Studium vi=
eler
malaiischer Studenten im Ausland, u.a. an den englischen Universit=E4ten, w=
o
sie in Kontakt mit fundamentalistischen Bewegungen aus anderen L=E4ndern
kamen.</b> Der politischen Elite wurde das Problem erstmals plastisch vor A=
ugen
gef=FChrt, als Premierminister Hussein Onn, Mitte der 70er Jahre, seine
Tochter von einem Studienaufenthalt in England vom Flughafen abholte und di=
ese
ihm traditionell-islamisch bekleidet mit Hijab entgegentrat. Hijab-bekleide=
te
Mailaiinnen sollten hinfort zunehmend das Stadtbild, die Universit=E4ten un=
d
die Beh=F6rden pr=E4gen.</p><p>
</p><p>
<b>Die sich radikalisierende Dakwah-Bewegung stellte einen Kernpunkt der
Ideologie der UMNO und der von dieser gef=FChrten Regierung in Frage, die
nun als "un-islamisch" denunziert wurde. Mahathir (als stellvertretender
Premier ab 1976 und Premier ab 1981) sucht die Angriffsfl=E4chen f=FCr
die Islamisten und die malaiische Opposition - die PAS, die sich auch
re-islamisierte und die Einf=FChrung eines islamischen Staates und der
Scharia forderte - zu vermindern, und sich selbst an die Spitze der
Re-Islamisierung zu stellen, um diese zu kontrollieren. Dazu bedient er sic=
h
teilweise einer eher symbolischen Politik, etwa Umbenennung des Roten Kreuz=
es
in Roten Halbmond, des verst=E4rkten Baus von Moscheen, Gr=FCndung einer
Islamischen Bank, islamischer Pfandh=E4user, einer islamischen Versicherung=
,
eines islamischen Krankenhauses sowie der Aufwertung der islamischen Richte=
r
und Gerichte. Man unternahm ferner konkrete Schritte, um die Hegemonie im
ideologischen Bereich zu erzwingen. Es wurde ein islamisches Trainingszentr=
um
sowie eine islamische Universit=E4t gegr=FCndet. Das religi=F6se
Programmangebot in Rundfunk und Fernsehen wurde erheblich ausgeweitet. An a=
llen
Oberschulen und Universit=E4ten wurden Zwangskurse =FCber den Islam und
die islamische Kultur eingef=FChrt. Regierungsangestellte aller Konfessione=
n
m=FCssen obligatorisch Kurse =FCber islamisches Recht besuchen und
schlie=DFlich wurde 1992 eine islamische Denkfabrik, das Malaysian
Institute for Islamic Understanding (nach dem malaiischen Akronym: IKIM),
gegr=FCndet, die durch Veranstaltung von Seminaren, TV-Diskussionen und
Ver=F6ffentlichungen eine "islamische Arbeitsethik" zu definieren und die
Regierungspolitik im islamischen Sinne zu interpretieren und zu verbreiten =
hat.
Auch die Au=DFenpolitik betont das Islamische: Fr=FChe Aufwertung der
PLO-Repr=E4sentanz zu einer Botschaft, Unterst=FCtzung der
Pal=E4stinenser durch Konferenzen, in den internationalen Gremien und der
internationalen Politik und auch argumentativ in den Medien. Im Fernsehen w=
ird
der Staatsnahme "Israel" zugunsten von "Zionisten" oder "Tel Aviv-Regime"
vermieden. Spielfilme, die durch Thematisierung des Holocaust Sympathien
f=FCr die Juden wecken k=F6nnten, werden von der Zensur nicht
freiggegeben, wie j=FCngst "Schindler's Liste"; auf Betreiben von Anwar
Ibrahim's wurde das Verbot allerdings dann doch aufgehoben. W=E4hrend der
israelische Premierminister Rabin schon im Oktober 1993 im benachbarten
Djakarta war, um =FCber eine Verbesserung der Beziehungen mit diesem
islamischen Staat zu verhandeln, wird von Malaysia die Normalisierung des
Verh=E4ltnisses zu Israel gegenw=E4rtig noch herausgez=F6gert, bis der
Friedensproze=DF im Nahen Osten abgeschlossen ist. In den Konflikten im
ehemaligen Jugoslawien wurde eindeutig Partei f=FCr Bosnien ergriffen, und
es wurden auch muslimische Fl=FCchtlinge aufgenommen.</b></p><p>
</p><p>
<b>Alles in allem ist das durchaus mehr als nur eine symbolische Politik,
allerdings hat man bedacht, da=DF die wirtschaftliche Wachstumschancen
nicht negativ ber=FChrt werden:</b> Die Wett- und Spielleidenschaft der
malaiischen und nicht-malaiischen Malaysier, kaum ein Anliegen gl=E4ubiger
Muslime, versucht man z.B. nur etwas zu behindern, nicht aber wirklich zu
verhindern. Seit langem werden keine neuen Lizenzen f=FCr Wett- und
Spielunternehmen oder neue Wettb=FCros vergeben. Seit 1983 verk=FCndet
eine Plakette am Eingang des Spielkasinos von Gentine, da=DF der Sultan von
Pahang den malaysischen Muslimen den Zutritt verbietet: f=FCr
ausl=E4ndische Muslime gilt das Verbot offenbar nicht. Genting steht dennoc=
h
an der B=F6rse in Kuala Lumpur an sechster Stelle aller malaysischen
Unternehmen (1994 Wert der Aktien: 5,9 Mrd. $) und befindet sich in
Gesellschaft von vier weiteren Wett- und Spielunternehmen, deren gesamter
Marktwert auf 10% der an der B=F6rse gehandelten Unternehmen beziffert wird=
.
Der Wett- und Gl=FCcksspielbereich ist eine der lukrativsten und mit 20% pr=
o
Jahr am schnellsten wachsenden Branchen (Umsatz von 2,3 Mrd. $, 1993). Der
Staat verdient nat=FCrlich kr=E4ftig mit, 1993 wurden seine Einnahmen auf
390 Mill. $ gesch=E4tzt. Er versucht dar=FCberhinaus, die Unternehmen zu
veranlassen, Spenden an gemeinn=FCtzige und karitative Organisationen
abzuf=FChren. Dennoch: Die Wett- und Gl=FCcksspielunternehmen h=E4ufen
ein enormes Geldkapital an, das angeblich zusammen 1 Mrd. $ betr=E4gt und
das sie, da eine Erweiterung der Branche im Lande nicht m=F6glich ist, im
Wett- und Gl=FCcksspiel im Ausland oder in branchenfremden Bereichen in
Malaysia zu investieren versuchen.</p><p>
</p><p>
F=FCr radikale Muslime gibt es gen=FCgend Ansatzpunkte der Kritik und
m=F6glicherweise auch f=FCr fanatische Aktionen. Die Regierung versuchte,
durch Gr=FCndung eines Islamischen Zentrums (Pusat Islam), mit einem
National Council for Islamic Affairs, einem National Islamic Research Centr=
e,
dem sp=E4ter noch ein Dakwah Institute und ein Koraninstitut
hinzugef=FCgt wurden, die Entwicklung zu beobachten und, wenn m=F6glich,
zu regulieren (Prediger in den Moscheen sollen durch das Zentrum genehmigt
werden) und auch durch repressive Ma=DFnahmen einzuschr=E4nken (durch
Verhaftungen ohne Gerichtsurteil unter dem Internal Security Act (ISA).</p>=
<p>
</p><p>
Gelegentlich kommt es zu militanten Auseinandersetzungen der Polizei mit
kleineren fundamentalistischen Gruppen, die Tote und Verletzte kosten, jedo=
ch
bisher begrenzt blieben.</p><p>
</p><p>
Unter den fundamentalistischen Bewegungen hat die 1968 gegr=FCndete <b>Sekt=
e
Dural Arqam</b> (etwa: Wohnsitz des Arqam, ein Begleiter Mohammeds) die
bemerkenswerteste Entwicklung genommen. Ihr Gr=FCnder und F=FChrer ist
ein ehemaliger Religionslehrer in einer staatlichen Schule, Ashaari Muhamad
(heute 57 Jahre), der durch Gr=FCndung m=F6glichst autozentrierter
islamischer Gemeinschaften, in denen nach den Regeln des Koran gelebt werde=
n
soll, einen islamischen Staat vorbereiten will. Die Sektenmitglieder kleide=
n
sich in schwarze arabische Roben, Turban, Sandalen bzw. Purdah bei den Frau=
en.
1977 setzte Ashaari die Bef=FCrwortung der Polygamie durch (er selbst hat
heute vier Frauen und fast 40 Kinder), was damals allerdings zu einer
erheblichen Abwanderungswelle f=FChrte. Bis heute soll die Sekte 48
Gemeinschaften in Malaysia mit etwa 10.000 Mitgliedern aufgebaut haben, die=
 257
Schulen und zahlreiche Kliniken unterhalten und mit 417 Unternehmen in Mala=
ysia
und weiteren sechzehn L=E4ndern (von Usbekistan =FCber England bis China)
t=E4tig sind. Diese befinden sich im Bereich der Nahrungsmittelherstellung
und -verarbeitung, Restaurants, Taxi- und Transportunternehmen, Immobilien-=
 und
Dienstleistungsunternehmen usw.. Das Anlageverm=F6gen der Unternehmen in
Malaysia soll sich auf etwa 116 Mill. $ belaufen. </p><p>
</p><p>
Dorul Arqam sucht sich von der Oppositionspartei PAS und der Jugendbewegung
ABIM, mit der man um die gleiche Klientel, vor allem Studenten vom Lande mi=
t
anti-establishment Orientierung, konkurriert, abzugrenzen. Die Sekte wurde
daher von der UMNO-Regierung zeitweise mit Wohlwollen begleitet. Mahathier
lobte sie noch 1981 als eine "genuin islamische Bewegung". Erst mit dem
Eintritt Anwar Ibrahim in die Regierung (1982) setzten Vorw=FCrfe der
Ketzerei ein. Ab Ende der 80er Jahre wurden mehr und mehr ihrer Schriften
indexiert, Ashaari ging 1988 ins freiwillige Exil ins Ausland und hielt sic=
h
meist in einem Luxushotel in Chiang Mai, Thailand, auf. Die Sekte wurde
zunehmend als Bedrohung empfunden und im August 1994 schlie=DFlich
verboten, ihre Schulen geschlossen, untersagt, da=DF die von ihren
Unternehmen hergestellten Produkte ihren Logo tragen d=FCrften. Im Septembe=
r
1994 wurde Ashaari von Thailand nach Malaysia abgeschoben, wo er in Haft
genommen wurde. Das von der Regierung gegr=FCndete Islamische Zentrum soll
dar=FCber befinden, was mit der Sekte endg=FCltig geschehen soll.</p><p>
</p><p>
Moderater als Darul Arqam war und ist die 1971 gegr=FCndete <b>Malaysian
Islamic Youth Movement</b> (malaiisches Akronym: ABIM), die die rituellen
Aspekte des Islam, auch Kleidung (die Frauen tragen zwar den hijab, die
M=E4nner jedoch westliche Kleidung), als sekund=E4r ansieht, und auf eine
Islamisierung des Wirtschafts-, Rechts- und Erziehungswesens in Hinblick au=
f
mehr sozio-=F6konomische Gerechtigkeit, Einschr=E4nkung von staatlicher
Willk=FCr und Korruption, Durchsetzung der B=FCrgerrechte eintritt.
Mitbegr=FCnder, f=FChrender Exponent und Pr=E4sident 1974-1982 war
Anwar Ibrahim (geb. 1947). Anwar, dessen Vater schon Parlamentsabgeordneter=
 der
UMNO und Parlamentarischer Staatssekret=E4r gewesen war, studierte Malaiisc=
h
in Kuala Lumpur und war eigentlich auch ein Produkt der weltweiten
Studentenbewegung der '68er Jahre, nur studierte man in Malaysia nicht Marx=
 und
Mao, sondern den Koran. 1974 landete Anwar Ibrahim f=FCr seine Agitation
unter den armen Bauern in Kedah unter dem ISA, ohne Gerichtsverfahren, f=FC=
r
22 Monate im Gef=E4ngnis. ABIM stand der Oppositonspartei PAS nahe, mit der
immer wieder kooperiert wurde. Der Schachzug Mahathirs, Anwar eine
Parlamentskandidatur f=FCr die allgemeinen Wahlen im M=E4rz 1982
anzutragen, und ihn danach in seine Regierung aufzunehmen, wirkte damals wi=
e
ein Paukenschlag und hatte den Zweck, einen gem=E4=DFigten Exponenten
der islamischen Bewegung zu kooptieren und mit diesem die schon eingeleitet=
e
kontrollierte Islamisierung voranzutreiben.</p><p>
</p><p>
</p><p>
<b>Die Nachfolgefrage: Anwar ante portas</b></p><p>
</p><p>
Nach Anwars Seitenwechsel verlor ABIM zunehmend an Bedeutung. In den
Studentenparlamenten wurde der Verband durch die Gruppe "Islamische Republi=
k"
verdr=E4ngt. Anwar stieg in der UMNO und in der Regierung auf, zun=E4chst
unter F=F6rderung Mahathirs, zuletzt auch aus eigener Kraft, und steht
inzwischen bereit, die wichtigsten =C4mter selbst zu =FCbernehemn.</p><p>
</p><p>
Er begann 1982 als stellvertretender Minister im Amt des Premierministers u=
nd
wurde im gleichen Jahr zum Vorsitzenden der Parteijugend gew=E4hlt, bisher
eine einflu=DFreiche Lobby f=FCr die Aufsteiger und f=FCr die
radikale Durchsetzung malaiischer Vorrechte und Karrierechancen. Bald konnt=
e er
zum Minister f=FCr Kultur, Jugend und Sport aufsteigen, es folgte die
Leitung des Landwirtschaftsministeriums und 1986 die =DCbernahme des ersten
wichtigen Ministeriums (Erziehung). 1991 wurde er Finanzminister. Das sind
Stationen und Lehrjahre auf dem Weg in das h=F6chste Amt, auf das ihn
Mahathir offenbar vorbereiten wollte. Auf dem Krisenparteitag 1987 stieg er=
 als
dessen Gefolgsmann zu einem von vier Vizepr=E4sidenten der Partei auf.</p><=
p>
</p><p>
Als eigentlicher Nachfolgekandidat des Parteivorsitzenden und Premierminist=
ers
galt allerdings der stellvertretende Parteivorsitzende, der in Personalunio=
n
auch stellvertretender Premierminister ist. In diese Position r=FCckte 1987
Ghafar Baba auf, w=E4hrend der Parteikrise gleichfalls ein Gefolgsmann
Mahathirs. Ghafar, ein ehemaliger Lehrer und eher Repr=E4sentant der alten
Mitgliederbasis, ist etwa so alt wie Mahathir (beide sind 1994 69 Jahre alt=
)
und - wie dieser - auch herzkrank (beide mu=DFten sich einer
By-Pa=DFoperation unterziehen). Ghafar f=FChlte sich wohl in der
Position des zweiten Mannes in Partei und Regierung und hatte keinen Ehrgei=
z
mehr, einmal an die erste Stelle zu treten. Mahathir, der noch keine
Amtsm=FCdigkeit erkennen l=E4=DFt und vorl=E4ufig nicht, wie sein
Vorg=E4nger Hussein Onn, aus Gesundheitsgr=FCnden zur=FCckzutreten
gedenkt, wei=DF dieses Arrangement mit Ghafar zu sch=E4tzen, h=E4lt
es ihm doch weitgehend den R=FCcken frei, selbst zu entscheiden, wann er
gegebenenfalls zur=FCcktreten will.</p><p>
</p><p>
Anwar wollte offenbar nicht so lange warten, zumindest aber die Nachfolgefr=
age
zweifelsfrei kl=E4ren, zumal die beiden anderen Vizepr=E4sidenten der
UMNO, Verteidigungsminister Badawi und Landwirtschaftsminister Junid, sich
gleichfalls noch Hoffnungen auf das h=F6chste Amt machten. Machtbewu=DFt
und mit Unterst=FCtzung der Presse seiner Gefolgsleute begann er seine
informelle Kampagne, sicherte sich die Unterst=FCtzung fast aller 153
Parteidivisionen und zwang Ghafar Baba mangels Erfolgsaussichten zum Verzic=
ht.
Durchaus gegen den Willen des Parteif=FChrers Mahathir konnte Anwar im
Herbst 1993 auf dem Parteitag mit seinem sogenannten "Vision Team" unterhal=
b
der Parteipr=E4sidentschaft alle wichtigen Positionen besetzen, eine
Mehrheit im 25-k=F6pfigen Parteivorstand auf sich verpflichten und seine
eventuellen Konkurrenten komplett ausbooten.</p><p>
</p><p>
<b>Damit steht dieses B=FCndnis der Vierzigj=E4hrigen bereit, unter
Anwars F=FChrung die Macht in der UMNO und damit der Regierung und dem Staa=
t
voll zu =FCbernehmen. Man kann gespannt sein, ob das "Team" den Zeitpunkt
Mahathir =FCberl=E4=DFt oder doch dessen Abtritt zu forcieren bzw. zu
erzwingen sucht. Vor den allgemeinen Parlamentswahlen, die 1995 anstehen, w=
ird
sich allerdings kaum etwas entscheiden. Ein Kurswechsel unter Anwar ist nic=
ht
zu erwarten. Zwar versucht er sich in letzter Zeit in Nuancen gegen=FCber
Mahathir durch gr=F6=DFere Konzilianz und Verbindlichkeit im Auftreten,
gerade auch gegen=FCber westlichen Staaten, zu profilieren, damit ist aber
allenfalls ein etwas anderer Politikstil, nicht aber eine neue Politik zu
erwarten.</b>   </p><p>
<!-- START END -->
</p><hr>
<font size=3D"-2">
=A9 <a href=3D"mailto:wwwadm@www.fes.de">Friedrich Ebert Stiftung</a>
| <a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/support.html">t=
echnical support</a> | net edition=20
<a href=3D"mailto:walter.wimmer@fes.de">fes-library</a> | M=E4rz 1998 =20
</font></td></tr></tbody></table>
<!-- END END -->
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