From: <Saved by Blink>
Snapshot-Content-Location: https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/00029.html
Subject: China 1994 : am Kreuzweg der Entwicklung / von Carsten Herrmann-Pillath. - Bonn, 1994
Date: Wed, 30 Apr 2025 15:38:47 +0200
MIME-Version: 1.0
Content-Type: multipart/related;
	type="text/html";
	boundary="----MultipartBoundary--qU8CN40ngajiDHEThVUejHDkxhUZPMTDdc1ye7CSgL----"


------MultipartBoundary--qU8CN40ngajiDHEThVUejHDkxhUZPMTDdc1ye7CSgL----
Content-Type: text/html
Content-ID: <frame-25B8E0CDFDC2DC978853453E6CA0A38B@mhtml.blink>
Content-Transfer-Encoding: quoted-printable
Content-Location: https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/00029.html

<html><head><meta http-equiv=3D"Content-Type" content=3D"text/html; charset=
=3Dwindows-1252">
<title>
China 1994 : am Kreuzweg der Entwicklung
 / von Carsten Herrmann-Pillath. - Bonn, 1994
</title>
<meta name=3D"keywords" content=3D"politische Entwicklung ; politisches Sys=
tem ; China ; political development ; political system ; China ; Politische=
 Situation ; Wirtschaftsentwicklung ; Au=DFenwirtschaft ; ; Internationale =
Beziehungen ; International relations ; China">
<meta name=3D"DC.Creator.PersonalName" content=3D"Herrmann-Pillath, Carsten=
"><link rel=3D"SCHEMA.dc" href=3D"http://purl.org/metadata/dublin_core_elem=
ents#creator">
<meta name=3D"DC.Title" content=3D"China 1994 : am Kreuzweg der Entwicklung=
"><link rel=3D"SCHEMA.dc" href=3D"http://purl.org/metadata/dublin_core_elem=
ents#title">
<meta name=3D"DC.Publisher" content=3D"Friedrich-Ebert-Stiftung"><link rel=
=3D"SCHEMA.dc" href=3D"http://purl.org/metadata/dublin_core_elements#publis=
her">
<meta name=3D"DC.Type" content=3D"Text"><link rel=3D"SCHEMA.dc" href=3D"htt=
p://purl.org/metadata/dublin_core_elements#type">
<meta name=3D"DC.Date" content=3D" (SCHEME=3DANSI.X3.30-1985) 19980403"><li=
nk rel=3D"SCHEMA.dc" href=3D"http://purl.org/metadata/dublin_core_elements#=
date">
<meta name=3D"DC.Format" content=3D" (SCHEME=3DIMT) text/html"><link rel=3D=
"SCHEMA.dc" href=3D"http://purl.org/metadata/dublin_core_elements#format">
<meta name=3D"DC.Language" content=3D" (SCHEME=3DISO639-1) de"><link rel=3D=
"SCHEMA.dc" href=3D"http://purl.org/metadata/dublin_core_elements#language"=
>
<meta name=3D"DC.Identifier" content=3D"http://www.fes.de/cgi-bin/gbv.cgi?i=
d=3D29"><link rel=3D"SCHEMA.dc" href=3D"http://purl.org/metadata/dublin_cor=
e_elements#identifier">
</head>
<body bgcolor=3D"#ffffff">
<!-- START BEGIN1 -->
<table width=3D"100%" noborder=3D"">
<tbody><tr>
<td width=3D"15%" bgcolor=3D"#ff0000"><font color=3D"#ff0000">FES</font></t=
d>
<td width=3D"80%" bgcolor=3D"#ffffff" colspan=3D"2" align=3D"right">
<img src=3D"https://library.fes.de/images/digbib/lone2.gif" usemap=3D"#head=
" border=3D"0">
<map name=3D"head">
<area shape=3D"rect" alt=3D"HOME" coords=3D"128,1 208,24" href=3D"https://l=
ibrary.fes.de/">
<area shape=3D"rect" alt=3D"MAIL" coords=3D"226,0 265,22" href=3D"https://l=
ibrary.fes.de/admin/comment_en.html">
<area shape=3D"rect" alt=3D"SEARCH" coords=3D"278,1 334,22" href=3D"https:/=
/library.fes.de/quick_en.html">
<area shape=3D"rect" alt=3D"HELP" coords=3D"349,2 392,21" href=3D"https://l=
ibrary.fes.de/help/index_en.html">
<area shape=3D"rect" alt=3D"NEW" coords=3D"403,1 445,22" href=3D"https://li=
brary.fes.de/news/index_gr.html">
<area shape=3D"default" nohref=3D"">
</map>
</td>
</tr>
<tr><td height=3D"10"></td><td></td><td></td></tr>
<tr>
<td width=3D"15%" align=3D"left" valign=3D"top">
<center><img src=3D"https://library.fes.de/images/digbib/fes-log1.gif"></ce=
nter>
</td>
<td width=3D"5%" bgcolor=3D"#0066ff" rowspan=3D"3" valign=3D"top">
<center>
<img src=3D"https://library.fes.de/images/digbib/d_digbib.gif" alt=3D"[DIGI=
TALE BIBLIOTHEK DER FES]">
</center>
</td>
<td width=3D"80%">
<center><img src=3D"https://library.fes.de/images/digbib/d_titel.gif" alt=
=3D"TITELINFO"></center><br><br>
<font size=3D"+1">
<!-- END BEGIN1 -->
<!-- Hierher Inhalt von title kopieren -->
China 1994 : am Kreuzweg der Entwicklung
 / von Carsten Herrmann-Pillath. - [Electronic ed.]. - Bonn, 1994. - 16 S. =
=3D 53 Kb, Text
. - (FES-Analyse)
<br>Electronic ed.: Bonn: EDV-Stelle der FES, 1997
<br><br><font size=3D"-1"><i>=A9 Friedrich-Ebert-Stiftung</i></font>
<!-- START BEGIN2 -->
</font>
<br><br>
Seit dem Massaker am Tiananmen haben China ebenso wie das China-Bild in der
Welt starke Ver=E4nderungen erfahren. Nach dem Boom 1992-94 treten die
l=E4ngerfristigen, strukturellen Entwicklungsdeterminanten in den
Vordergrund.<p>
<b></b></p><p>
Charakteristika sind sind die wirtschaftliche und gesellschaftliche
Regionalisierung des Landes, die Internationalisierung seiner Wirtschaft, d=
ie
weitergehende Institutionalisierung politischer und gesellschaftlicher Proz=
esse
bei gleichzeitig schwindender F=E4higkeit der Zentralregierung, die
Gesellschaft zu steuern, und der Ausbau einer eigenst=E4ndigen Machtpositio=
n
Chinas im politischen Weltsystem.</p><p>
<b></b></p><p>
Trotz weiterer Institutionalisierung der Marktwirtschaft bleiben  Inflation=
,
Arbeitslosigkeit und die Agrarproblematik Schl=FCsselprobleme der
Entwicklung. Der Boom der neunziger Jahre hat jedoch weitreichende
Aufl=F6sungserscheinungen in Politik und Gesellschaft zur Folge
(allgegenw=E4rtige Kommerzialisierung).</p><p>
<b></b></p><p>
In dieser labilen Verfassung kann das Nachfolgeproblem gro=DFe Bedeutung
erlangen, allerdings sind die Machtverh=E4ltnisse komplex und in
verh=E4ltnism=E4=DFig stabile Rahmenbedingungen eingebettet, wie etwa
die selbst=E4ndige Interessenpolitik staatlicher Organisationen.</p><p>
<b></b></p><p>
Aus langfristiger Perspektive kommt China auf politische und
gesellschaftliche Strukturen, vergleichbar denen des sp=E4ten Kaiserreiches=
,
zur=FCck, wie etwa zu hoher gesellschaftlicher Mobilit=E4t, schwacher
b=FCrokratischer Durchdringung der Gesellschaft und Privatisierung
staatlicher Ordnungsfunktionen.</p><p>
<b></b></p><p>
Entscheidende Herausforderung an diese Strukturen werden die regional stark
divergierenden Entwicklungspotentiale sein, bei gleichzeitig zunehmend
schw=E4cherer Integration des Binnenmarktes. Ein GATT-Beitritt Chinas
k=F6nnte dieses Problem versch=E4rfen und innenpolitische
Interessengegens=E4tze ansto=DFen.</p><p>
<b></b></p><p>
Chinas innerer Wandel wird es als einen weltpolitischen Akteur besonderer
Art konstituieren, die knapp mit dem Begriff der "Denationalisierung"
charakterisiert werden k=F6nnte. </p><p>
<b></b></p><p>
<b></b></p><p>
<b>China und die Welt: Vom "clash of civilizations" zur multipolaren
Koexistenz?</b></p><p>
<b></b></p><p>
Das Jahr 1994 mag f=FCr viele Betrachter keine herausragenden Ereignisse
f=FCr die chinesische Entwicklung aufgewiesen haben. Dennoch kann man es al=
s
eine Schl=FCsselperiode f=FCr die weitere Entwicklung des Landes
begreifen: <b>1994 ist das Jahr, in dem sich bestimmte strukturelle
Determinanten von Chinas k=FCnftiger Stellung in der Welt irreversibel zu
verfestigen und zu verstetigen beginnen.</b> Sicher ist diese These zugespi=
tzt,
und auch das kommende Jahr wird von einem solchen Proze=DF der Festlegung
langfristiger Trends gepr=E4gt sein. Doch lassen sich substantielle
Argumente f=FCr diese Sicht der Dinge finden.</p><p>
</p><p>
Nach der Dekade immer weiterreichender Reformen und Ver=E4nderungen hat
China seit 1989 ein halbes Jahrzehnt der Ungewi=DFheit und krassen
Ver=E4nderungen in Politik und Wirtschaft erfahren. Das Fanal des Massakers
am Tiananmen schien China weit hinter die Dynamik der Ver=E4nderungen
zur=FCckzuwerfen, die sich kurz darauf mit der Demontage des Sozialismus in
Ost- und Ostmittel-Europa vollzogen. Dies betraf die politische Liberalisie=
rung
ebenso wie den weiteren Weg zur Marktwirtschaft. Politische Repression und
Austerit=E4tspolitik drohten den Wandel einzufrieren. Doch zu Beginn des
Jahres 1992 =E4nderten sich die Vorzeichen erneut und in radikaler Weise:
<b>Mit Deng Xiaoping's "Reise nach S=FCden" wurde ein Kurs eingeschlagen,
der weitere entschiedene Schritte in Richtung Marktwirtschaft mit einer
expansiven Wirtschaftspolitik verband. China trat in eine Phase raschen
Wachstums ein, die gleichzeitig mit weitreichenden Aufl=F6sungserscheinunge=
n
herk=F6mmlicher institutioneller Strukturen in Politik, Gesellschaft und
Wirtschaft einherging. Vor diesem Hintergrund vollzog sich auch ein erneute=
r
Wechsel der Perspektiven des Auslandes: 1989 fast aus der internationalen
Gemeinschaft ausgesto=DFen, kehrte China als "Wirtschaftsmacht des 21.
Jahrhunderts" auf die Weltb=FChne zur=FCck und begann, auch die
Au=DFenpolitik in das Schlepptau seiner wirtschaftlichen Entwicklung zu
nehmen.</b> </p><p>
</p><p>
Viele Erscheinungen der letzten f=FCnf Jahre sind ohne Zweifel kurzfristige=
r
Natur und stehen auf schwankendem Boden. Auf der anderen Seite hat es
w=E4hrend dieser Zeit auch eine beachtliche Kontinuit=E4t bestimmter
Trends gegeben, die eigentlich durch die Z=E4sur des Jahres 1989 nur
gebrochen, aber nicht umgekehrt worden waren. Stichwortartig lassen sie sic=
h
zusammenfassen als:</p><p>
<b>- Weitergehende Regionalisierung der wirtschaftlichen, politischen und
gesellschaftlichen Entwicklung des Landes ohne Gef=E4hrdung des nationalen
Zusammenhaltes,</b></p><p>
<b>- Wachsende Internationalisierung der Wirtschaft im Zuge einer
weiterreichenden =D6ffnung des gesamten festl=E4ndischen
Wirtschaftsraumes,</b></p><p>
<b>- Fortsetzung der Institutionalisierung gesellschaftlicher Prozesse und
Ver=E4nderungen,</b></p><p>
<b>- zunehmende Autonomie gesellschaftlicher Ver=E4nderungen von politische=
r
Steuerung,</b></p><p>
<b>- Ausbau der unabh=E4ngigen und eigenst=E4ndigen Machtposition im
politischen Weltsystem.</b></p><p>
</p><p>
<b>Diese Trends erscheinen in der abstrakten Kennzeichnung durchaus im Sinn=
e
des westlichen Verst=E4ndnisses von Modernisierung, Marktwirtschaft und
Pluralismus, soda=DF die offene Priorit=E4t f=FCr wirtschaftliche
Kooperation mit China, die nun die Au=DFenpolitik aller westlicher Staaten
pr=E4gt, gerne mit entsprechenden Verweisen auf die Bedeutung der Wirtschaf=
t
f=FCr Liberalisierung und Demokratisierung autorit=E4rer Regimes
rechtfertigt wird. Der Blick auf die konkreten Verh=E4ltnisse wirft jedoch
Fragen auf, die nicht mit einfachen Schlagw=F6rtern von der "civil society"=
,
dem "clash of civilizations" oder der "interdependence" beantwortet werden
k=F6nnen.</b> <b>Es zeigt sich, da=DF die Wahrnehmung Chinas durch den
Westen eine Schl=FCsselrolle f=FCr Chinas Entwicklung erhalten hat, und
da=DF die chinesische F=FChrung schon seit langem diesen Tatbestand
f=FCr die Erreichung eigener Ziele instrumentalisiert. Dies ist einer der
Perspektiven einer Verortung Chinas im Jahre 1994, die auf die aktuelle
Situation als Wendepunkt hinweisen.</b></p><p>
</p><p>
Langfristig ist die Entscheidung des amerikanischen Pr=E4sidenten, Chinas
MFN-Status von der Menschenrechtsproblematik zu entkoppeln, sicherlich eine=
r
der Meilensteine von 1994, und zwar weniger aus =F6konomischer, sondern aus
weltpolitischer Sicht. Wirtschaftlich wird diese Unterscheidung ohnehin dur=
ch
einen GATT-Beitritt Chinas fr=FCher oder sp=E4ter gegenstandslos. Wenn
auch unterschiedliche Interpretationen dieser Entscheidung m=F6glich sind
(wie etwa als Tauschgesch=E4ft gegen eine kooperative Haltung Chinas beim
Nordkorea-Problem), so sind zwei Deutungen weltpolitisch richtungsweisend:<=
/p><p>
</p><p>
<b>Erstens haben die USA die gro=DFe Bedeutung des asiatisch-pazifischen
Raumes f=FCr die eigene Wirtschaftsentwicklung nun definitiv anerkannt.</b>
Menschenrechtsfragen sind nicht nur hinsichtlich Chinas stets ein potentiel=
ler
St=F6rfaktor der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den
USA und asiatischen L=E4ndern gewesen. China hatte sich in den letzten
Jahren gerade in Menschenrechtsfragen als eine der f=FChrenden Stimmen des
asiatisch-pazifischen Raumes etabliert. Daher mu=DFte eine
Grundsatzentscheidung zur Beziehung zwischen Menschenrechtsfragen und
wirtschaftlicher Zusammenarbeit getroffen werden.</p><p>
</p><p>
<b>Zweitens wird die Demarkationslinie zwischen dem anscheinenden "clash of
civilizations" offenbar von einer Konflikt- zu einer Waffenstillstandslinie=
.
Mit der MFN-Entscheidung ist prinzipiell eine gewisse Berechtigung des
gesamtasiatischen Anspruches anerkannt worden, da=DF die Menschenrechte in
der US-amerikanischen Interpretation zumindestens teilweise relativiert wer=
den
sollten.</b> Hier spielt sicherlich auch ein langsamer Wandel
gesellschaftlicher Stimmungslagen in den USA eine Rolle, die zunehmend
ablehnend auf soziale Desintegration und gesellschaftliche Verwerfungen in =
den
USA reagieren.</p><p>
</p><p>
Insofern die Vereinigten Staaten weiterhin eine f=FChrende Rolle im
weltanschaulich-weltpolitischen Selbstverst=E4ndnis der westlichen Welt
spielen, hat also die MFN-Entscheidung Zeichen auch f=FCr andere
Industrienationen gesetzt. Angemerkt sei vor allem, da=DF damit die
Grundlage f=FCr eine gemeinsame China-Politik der USA und Japans verbessert
wurde, die gerade nach 1989 Br=FCche erfahren hatte, da Japan die scharfe
Reaktion der USA und der europ=E4ischen Staaten auf das Massaker nur
teilweise und dann auch offensichtlich unwillig mitgetragen hatte. Allerdin=
gs
bleiben signifikante Unterschiede im China-Bild erhalten, die sich zum Teil
durch unterschiedliche Interessenlagen (die USA als Welt-, Japan als
potentielle asiatische Macht), wesentlich aber auch durch systematische
Unterschiede bei der Einsch=E4tzung der chinesischen Verh=E4ltnisse
erkl=E4ren.</p><p>
</p><p>
Politische Spannungen zwischen China und dem Rest der Welt hatten sich nach
1989 als eine entscheidende Barriere f=FCr den Marktzutritt erwiesen.
Zwischen 1989 und 1991 hatten vor allem ostasiatische Investoren die
Gelegenheit genutzt, die von der Zur=FCckhaltung westlicher Investoren
geboten wurde. Als dann mit dem Boom von 1992-1994 der chinesische Raum
weltweit als dynamischste Wirtschaftsregion Anerkennung fand, wuchs der Dru=
ck
in den entwickelten Industrienationen, den Anschlu=DF nicht zu verpassen.
Seitdem nutzt China diese westliche Haltung als einen seiner wichtigsten He=
bel,
den eigenen Status im politischen Weltsystem zu erh=F6hen. Die chinesische
Regierung verh=E4ngt gleichsam wirtschaftliche Sanktionen gegen jene, die
chinesische Interessen in anderen Zusammenh=E4ngen (wie etwa bei der
Taiwan-Frage) empfindlich verletzen.</p><p>
</p><p>
1994 d=FCrfte jedoch diese Konstellation allm=E4hlich auf den Boden der
Realit=E4t zur=FCckgef=FChrt werden. Es fragt sich aber, ob diese
Gelegenheit genutzt wird, die wirtschaftlichen Beziehungen zu China
tats=E4chlich auf eine langfristig berechenbare Grundlage zu stellen.
Konflikte =FCber grunds=E4tzliche Fragen gesellschaftlicher Ordnung
scheinen gegenw=E4rtig im Eigeninteresse des Westens entsch=E4rft, und
Asien wird zunehmend als eigenst=E4ndige Zivilisation in einer nicht nur
politisch, sondern auch kulturell multipolaren Welt anerkannt. Die Frage is=
t
aber, ob damit die bisherigen Konflikte und Spannungen hinsichtlich einer
Stabilisierung von Chinas Position in der Welt ein Ende gefunden haben.</p>=
<p>
</p><p>
</p><p>
<b>Der Primat inneren Wandels</b></p><p>
<b></b></p><p>
Auch die Position Chinas in der Welt h=E4ngt im wesentlichen von seiner
inneren Entwicklung ab. Genau deshalb besitzt auch das westliche Bild des
inneren Wandels eine so entscheidende Rolle f=FCr die Weltpolitik. Dies
betrifft zur Zeit vor allem die Wechselwirkung zwischen =F6konomischen und
politischen Faktoren.</p><p>
</p><p>
<b>Prinzipiell hat die chinesische F=FChrung die Marktwirtschaft
irreversibel als Bestandteil der Gesellschaftsordnung anerkannt. Gerade 199=
4
hat in dieser Hinsicht wesentliche Fortschritte bei der Institutionalisieru=
ng
gebracht, wie:</b></p><p>
<b></b></p><p>
<b>- Der Beginn einer weitergehenden Bankreform in Gestalt der
organisatorischen Trennung zwischen Gesch=E4fts- und politischen Funktionen
der Staatsbanken,</b></p><p>
<b>- die Einf=FChrung eines einheitlichen Steuersystems unter anderem mit
der weitgehenden Abschaffung der planwirtschaftlichen Bruttoumsatzsteuer un=
d
der Neuordnung der Beziehungen zwischen Zentrale und Provinzen im wesentlic=
hen
nach dem Muster eines fiskalischen Trennsystems,</b></p><p>
<b>- die Vereinheitlichung des Wechselkurssystems, allerdings noch ohne
Konvertibilit=E4t,</b></p><p>
<b>- die Verabschiedung bzw. das Inkrafttreten wichtiger neuer Gesetze wie =
das
Gesellschaftsrecht (weitgehend nach westlichem Vorbild), das Arbeitsrecht o=
der
das Gesetz gegen Mi=DFbrauch der Staatsgewalt (insbesondere in
wirtschaftlicher Hinsicht).</b></p><p>
</p><p>
Diese Fortschritte sind keinesfalls Teil eines erneuten wirtschaftspolitisc=
hen
Richtungswechsels, sondern kn=FCpfen nahtlos an Vorarbeiten und Vorstufen
der achtziger Jahre an. Dennoch ist 1994 gerade deshalb ein Kreuzweg auch i=
n
wirtschaftspolitischer Hinsicht, weil entweder schon im Rahmen der
erw=E4hnten Ma=DFnahmen oder im Bereich anderer wirtschaftspolitischer
Ma=DFnahmen <b>keine ordnungspolitische Grundsatzentscheidung gegen einen
weitreichenden Interventionismus politischer Instanzen</b> getroffen wurde.
Genau dieser Mangel erschwert nicht zuletzt auch den Beitritt Chinas zum GA=
TT.
Er h=E4ngt vor allem damit zusammen, da=DF gesellschaftlich und
politisch konstitutive Merkmale des chinesischen Systems letztlich in
prinzipiellem Widerspruch mit einer vollst=E4ndig ausgebildeten
marktwirtschaftlichen Ordnung stehen. Erw=E4hnt werden sollten folgende
Punkte.</p><p>
</p><p>
1994 ist der Tatbestand hoher, wenn auch zum Teil versteckter
<b>Arbeitslosigkeit</b> als zentrales Problem k=FCnftiger
wirtschaftspolitischer Ma=DFnahmen endg=FCltig offen anerkannt worden,
bis hin zum Wechsel der offiziellen Terminologie. Die Furcht vor der
destabilisierenden Wirkung der Arbeitslosigkeit begleitete die in der
Geschichte der VR China gr=F6=DFte Bewegung von Wanderarbeitern im
Fr=FChjahr ebenso wie die weiterhin scheinbar un=FCberwindbaren
Hindernisse bei der Reform der Staatsunternehmen, die nun schon seit zehn
Jahren zu den programmatischen Schwerpunkten der Wirtschaftspolitik
geh=F6rt.</p><p>
</p><p>
<b>Die Zentralregierung ist nach wie vor nur unzureichend in der Lage, den
Investitionsproze=DF und die Kreditsch=F6pfung makro=F6konomisch zu
steuern</b>, es sei denn, sie greift auf administrative Instrumente
zur=FCck, wie in der ersten H=E4lfte dieses Jahres. Seine zweite
H=E4lfte ist jedoch durch das Ph=E4nomen gepr=E4gt, da=DF auch
diese Instrumente nicht geeignet sind, den weiteren Anstieg der
<b>Inflation</b> zu begrenzen, der durch die Naturkatastrophen des Jahres n=
och
einen einmaligen Schub erfuhr. Die Gebietsk=F6rperschaften reagieren mit
weiteren Interventionen, bis hin zur erneuten Rationierung von
Grundg=FCtern. Von der Seite der kreditpolitischen Steuerung sind diese
Lenkungsprobleme wesentlich auf die "weichen Budgetbeschr=E4nkungen" der
Staatsunternehmen zur=FCckzuf=FChren, die 1994 wieder neue Rekorde bei
der gegenseitigen Direktverschuldung (sog. "Dreiecksschulden") erzielten, g=
egen
die der "=F6konomische Zar" und "Gorbatschow Chinas", Zhu Rongji, bereits
1992 angetreten war. </p><p>
</p><p>
<b>1994 hat auch gezeigt, da=DF die Agrarpolitik der KP nicht zur
grundlegenden Erneuerung f=E4hig ist. </b>Die Angebotsbedingungen der Bauer=
n
mu=DFten erneut durch administrative Preisanpassungen und Interventionen
stabilisiert werden, ein weiterer Zyklus der nachholenden Anpassung der
Preisrelationen an eine Inflation, die selektiv die Realeinkommen der Bauer=
n
diskriminiert. Zwar ist die Landwirtschaft Schritt f=FCr Schritt weiter
dereguliert worden, doch ist bislang nur der Zustand des typischen "urban b=
ias"
"normaler", nicht-sozialistischer Entwicklungsl=E4nder erreicht worden. Die
Agrarproblematik bleibt ein entscheidender Migrationsfaktor.</p><p>
</p><p>
<b>Schlie=DFlich wurde 1994 auf der Ebene der wirtschaftspolitischen
Institutionen der Trend zur administrativen Fragmentierung selbst auf
h=F6chster Ebene fortgeschrieben, ohne gleichzeitig dem Interventionismus
Z=FCgel anzulegen.</b> Nachdem vor zwei Jahren die neugegr=FCndete
"Kommission f=FCr Wirtschaft und Handel" den Niedergang der
Planungskommission einzul=E4uten schien, wird sie inzwischen wieder von der
Planungskommission ausbalanciert, wenn nicht =FCberschattet.
"Makro=F6konomische" oder "industriepolitische" Kompetenzen dieser
Kommission sind h=E4ufig Instrumente der zentralen Eingriffsverwaltung.</p>=
<p>
</p><p>
<b>Insofern scheint der Boom seit 1992 noch nicht ausreichend Schwungkraft
besessen zu haben, um tats=E4chlich den endg=FCltigen Systemsprung zu
bew=E4ltigen. Zu stark war er an die Bewahrung herk=F6mmlicher
administrativer und staatlicher Machtstrukturen gebunden, die insbesondere
wesentlich zur Fehlallokation von investiven Ressourcen beitrugen</b> (etwa=
 in
Gestalt zahlloser "Industrieparks" und "Entwicklungszonen" lokaler
Beh=F6rden). Auf der anderen Seite ist der "Boden der Wirklichkeit" nicht
notwendig unfruchtbar. Unrealistisch hohen ausl=E4ndischen
Investitionszusagen des Jahres 1993 folgte 1994 ein starker R=FCckgang der
Zusagen bei gleichzeitig stetig wachsendem Volumen realisierter Investition=
en.
Die Struktur der Auslandsinvestitionen zeigt auch einen wachsenden Anteil
gro=DFer multinationaler Unternehmen, die einzig (anders als etwa die
taiwanesischen und Hong Konger Kleinbetriebe) in der Lage sein d=FCrften,
den k=FCnftig extrem hohen Kapitalbedarf Chinas zu befriedigen. Realismus
ist ohne Zweifel auch bei den weiterhin =E4u=DFerst wichtigen
taiwanesischen Festlandinvestitionen eingekehrt, die nach dem "Festlandfieb=
er"
nun wieder zum Trend der weltweiten Risikodiversifikation zur=FCckgekehrt
sind. Auch dies ist eher positiv denn negativ einzusch=E4tzen. <b>Die
ingesamt stabilisierte und weiter wachsende Bedeutung ausl=E4ndischer
Direktinvestitionen f=FCr die chinesische Wirtschaftsentwicklung ist
eigentlicher Ma=DFstab f=FCr die z=FCgig weitergehende
Internationalisierung der chinesischen Wirtschaft, ungeachtet aller
administrativen und wirtschaftspolitischen Barrieren gegen die
realwirtschaftliche Integration. Dieser Trend ist unumkehrbar, da sich die
chinesische F=FChrung schon seit l=E4ngerem dar=FCber im Klaren ist,
da=DF die gewaltigen finanziellen Erfordernisse des Aufbaus der
Infrastruktur in den kommenden Jahren unm=F6glich durch die VR China selbst
gedeckt werden k=F6nnen.</b></p><p>
</p><p>
Wenn der Boom seit 1992 also keine Trendwende, sondern nur eine Beschleunig=
ung
des wirtschaftlichen Wandels gebracht hat, so kann seine Bedeutung f=FCr
gesellschaftliche Ver=E4nderungen doch nicht hoch genug eingesch=E4tzt
werden. Prognosen sind hier notorisch unzuverl=E4ssig, doch hat, lax
gesprochen, "K=F6nig Mammon" die Kommunistische Partei und ihre
Weltanschauung vom Thron verdr=E4ngt. Auch dies ist eine Entwicklung, die
eigentlich bruchlos =FCber die Z=E4sur von 1989 hinweggeht. Die
demokratische Bewegung h=E4tte diesen Trend eventuell im Sinne des
beschleunigten =DCbergangs zur vielbeschworenen "civil society" verschieben
k=F6nnen. Gerade ihre politische Unterdr=FCckung hat jedoch den absoluten
Stellenwert pekuni=E4rer Handlungsmotive in der Gesellschaft endg=FCltig
zementiert und wirft inzwischen weitreichende Identit=E4ts- und Wertfragen
auf. Besonders Chinas j=FCngere Generation scheint inzwischen ohne Ideale
und Prinzipien ausschlie=DFlich am Ziel des schnellen Geldes orientiert, -
so zumindest das Ergebnis aller ernstzunehmenden Umfragen und
sozialwissenschaftlichen Analysen. </p><p>
</p><p>
Wer die Entstehung der "civil society" bereits diagnostiziert, mu=DF in
Rechnung stellen, da=DF die ohne Zweifel vielf=E4ltigen Formen der
gesellschaftlichen Selbstorganisation bislang im wesentlichen an
wirtschaftlichen Interessen orientiert und zumeist fest in ein Muster
korporatistischer Vormacht der Partei eingebunden sind, die in der Regel am
gleichen pekuni=E4ren Strang zieht. Insbesondere im l=E4ndlichen Raum ist
die Lage diffus, werden doch durchaus partizipatorische und transparente Fo=
rmen
der d=F6rflichen Selbstverwaltung unter Parteif=FChrung (teilweise zu
Recht) von Alt-Maoisten als "Massenlinie" beansprucht, stehen aber neben de=
r
wachsenden Bedeutung traditioneller, teilweise religi=F6ser, teilweise
geheimgesellschaftlicher Organisation einerseits und dem staatlichen Verbot=
 der
Gr=FCndung von unabh=E4ngigen Bauernverb=E4nden als echten
Interessenvertretungen andererseits.</p><p>
</p><p>
<b>Pekuni=E4re Interessen sind zur eigentlich pr=E4genden Kraft des
gesellschaftlichen Wandels geworden und sind in dieser Hinsicht Tr=E4ger
seiner wachsenden Autonomie.</b> Ob daraus tats=E4chlich die "civil society=
"
entsteht, wie viele gegenw=E4rtig glauben, l=E4=DFt sich kaum
sinnvoll f=FCr China als Gesamtheit beantworten. Die Regionalisierung ebens=
o
wie die soziale Kluft zwischen Stadt und Land verbieten Verallgemeinerungen
auch in diesem Bereich. Eines steht aber fest: In der gegenw=E4rtigen
dynamischen, aber gleichzeitig labilen und teilweise konturlosen Verfassung
Chinas besitzt das Nachfolgeproblem m=F6glicherweise die Rolle eines
richtungweisenden Ereignisses.</p><p>
</p><p>
</p><p>
<b>Nach Deng? - die pekingologische Sicht der kurzen Frist</b></p><p>
<b></b></p><p>
Es w=E4re leicht, in wenigen Stunden hunderte von Seiten von
Experten-Vermutungen zur kurz- und mittelfristigen Entwicklung "nach Deng"
zusammenzustellen. Hier sollen einige weitere, dezidierte Seiten
hinzugef=FCgt werden. </p><p>
</p><p>
<b>Die zentralen Rahmenbedingungen der L=F6sung des Nachfolgeproblems sind
folgende:</b></p><p>
<b>- Die Volksbefreiungsarmee bietet die entscheidende Machtgrundlage jegli=
cher
zentraler Herrschaft in China, ohne damit notwendig selbst zentrale Herrsch=
aft
zu usurpieren ("Milit=E4rdikatur"). Dies betrifft im Zuge ihrer
Modernisierung und Professionalisierung weniger die Rolle als innere
Ordnungsmacht, wohl aber ihre Bedeutung f=FCr die Position Chinas in der
Welt. Der Konsens zwischen milit=E4rischer und ziviler F=FChrung ist
konstitutives Element des nationalen Modernisierungsanspruchs und seiner
legitimen Repr=E4sentation durch eine chinesische Zentralregierung.</b></p>=
<p>
<b>- Der chinesische Staat in seiner Gesamtheit ist hinreichend fest
institutionalisiert, um Eigengewicht im Verh=E4ltnis zu den aktuell
m=E4chtigen Personen und Gruppen zu besitzen. F=FCr die chinesische
Politik besitzen Interessen staatlicher Organisationen (zentrale Ministerie=
n,
Gebietsk=F6rperschaften, Staatsunternehmen etc.) einen autonomen
Stellenwert, soda=DF der tats=E4chliche Wandel der politischen Praxis
gegen=FCber dem Nachfolgeproblem teilweise abgeschirmt ist.</b></p><p>
<b>- Die Machtk=E4mpfe vor und nach Deng sind komplex und lassen sich nur
sehr schwer nach bestimmten Loyalit=E4tsgruppierungen und Programmen
strukturieren. Es gibt, abgesehen von den Positionen einzelner Personen, ke=
ine
klaren Frontlinien zwischen Gruppen, so da=DF die tats=E4chlichen
Machtverh=E4ltnisse durch eine F=FClle schwankender Koalitionen und
politischer Tauschgesch=E4fte bestimmt werden. Im Interesse aller
Beteiligten liegt es aber, das Parteimonopol politischer Macht zu sch=FCtze=
n
und dessen Einheit "nach au=DFen" (gegen=FCber der chinesischen
Gesellschaft ebenso wie der Welt) zu demonstrieren. Es gibt keine fundament=
al
antagonistische Machtkonkurrenz innerhalb der Partei, wie noch in den sechz=
iger
Jahren.</b></p><p>
<b>- Unter den jetzigen F=FChrern der Partei, aber auch au=DFerhalb der
Partei und vor allem auch im Exil gibt es keine charismatischen
Pers=F6nlichkeiten. Zudem hat der oben skizzierte Wandel der chinesischen
Gesellschaft zumindestens kurzfristig das Charisma als politischen Faktor
wirkungslos werden lassen.</b></p><p>
<b></b></p><p>
<b>In diesem Kontext erscheint die These vorschnell, da=DF eine
=DCbergangszeit kollegialer Machtaus=FCbung "nach Deng" =FCber kurz
oder lang zu der Krise eines Machtkampfes f=FChren m=FCsse.</b> Wenn die
Annahme richtig ist, da=DF die soeben skizzierten Rahmenbedingungen einer
L=F6sung des Nachfolgeproblems der jetzigen F=FChrung durchaus
bewu=DFt sind, dann wissen ihre Mitglieder ebenso wie m=F6glicherweise
nachr=FCckende Kr=E4fte auch, da=DF ein Machtkampf h=F6chstens ein
Nullsummen-, vermutlich aber ein Negativsummenspiel in dem Sinne ist, als e=
r
mit hoher Wahrscheinlichkeit zur endg=FCltigen Zerst=F6rung des
Konfliktgegenstandes, n=E4mlich der Herrschaft der Partei als solcher
f=FChren k=F6nnte. </p><p>
</p><p>
Nat=FCrlich ist jede Analyse des Nachfolgeproblems der Versuchung erlegen,
auch Namen vorzutragen. Folgende Mitglieder des heutigen Politb=FCros werde=
n
in der F=FChrung "nach Deng" eine entscheidende Rolle spielen.</p><p>
</p><p>
Die bereits heute politisch einflu=DFreichste und m=E4chtigste Person
Chinas ist <b>Qiao Shi</b> (Vorsitzender des Volkskongresses), denn seine
Machtbasis ist im Sicherheitsapparat ebenso fest verankert wie im Nationale=
n
Volkskongre=DF, der etwa =FCber die st=E4ndigen Kontakte zu
Vertretern der Regionen und auch als verdeckt meinungs- und
entscheidungsf=E4hige Institution durchaus eine Machtstellung eigener
Qualit=E4t geworden ist. "Nach Deng" wird die potentielle Legitimation als
Repr=E4sentant der Volksvertretung ohne Zweifel Qiao Shi's
Attraktivit=E4t als F=FChrer der Partei ebenso wachsen lassen wie seine
weitgehende Makellosigkeit im Kontext des Tiananmen-Massakers.</p><p>
</p><p>
<b>Zhu Rongji</b> (Erster stellvertretender Ministerpr=E4sident und
Zentralbankgouverneur) zeichnet sich ebenso wie Qiao Shi dadurch aus, an de=
r
Schnittstelle verschiedener programmatischer Positionen in der Partei zu st=
ehen
und auch verschiedene Koalitionen miteinander verkn=FCpfen zu k=F6nnen.
Er besitzt aber keine Machtbasis im Gewaltmonopol selbst, und seine Potenti=
ale
als wirtschaftspolitische F=FChrungspers=F6nlichkeit sind inzwischen im
mehr oder weniger vergeblichen Kampf gegen die Inflation abgestumpft. Zhu k=
ann
daher nur im Verbund mit Personen wie Qiao Shi zu engsten F=FChrungsgruppe
nach Deng geh=F6ren.</p><p>
</p><p>
<b>Jiang Zemin</b> (Generalsekret=E4r der Partei und Vorsitzender der
Zentralen Milit=E4rkommission) wird seit langem von vielen nur als
=DCbergangspers=F6nlichkeit betrachtet. Tats=E4chlich d=FCrfte
Jiang aber inzwischen seine seit langem angestrebte Rolle als Scharnier
zwischen zivilem und milit=E4rischem Machtapparat etabliert haben. Der
Anteil f=FChrender Gener=E4le, die unter seiner =C4gide aufgestiegen
ist, w=E4chst j=E4hrlich, und Jiang investiert einen erheblichen Teil
seiner Zeit in die Pflege der Beziehungen zur VBA. Selbstverst=E4ndlich kan=
n
er nicht auf das Charisma Deng Xiaopings setzen, wohl aber auf den
Generationswechsel in der Milit=E4rf=FChrung. Jiangs Position wird von
den Repr=E4sentanten der =E4lteren Generation von
Milit=E4rf=FChrern, die im Politb=FCro durch Liu Huaqing vertreten
ist, kaum angefochten werden. </p><p>
</p><p>
<b>Li Peng</b>, der von vielen ungeliebte Ministerpr=E4sident, kann sich nu=
r
auf die erodierende Machtbasis des Status-quo und der guten Beziehung mit d=
en
=E4ltesten F=FChrern der Partei st=FCtzen. Er d=FCrfte daher
au=DFerhalb des engsten F=FChrungskreises "nach Deng" anzusiedeln
sein.</p><p>
</p><p>
Unberechenbar bleibt die Rolle der <b>Familie Yang Shangkun's</b>, die
weiterhin im Politb=FCro durch <b>Yang Baibing</b> vertreten ist. Yang
Baibing ist wegen seines Versuches, eine dominante Machtposition in der VBA=
 zu
erlangen, aus deren F=FChrungsriege durch Intervention Deng Xiaoping's
ausgeschlossen worden. Von vielen Beobachtern wird aber =FCbersehen,
da=DF die Yang-Familie tats=E4chlich stets gute Beziehungen zum
gest=FCrzten Parteisekret=E4r <b>Zhao Ziyang</b> unterhalten hat. Zhao's
pers=F6nliches Netzwerk im Politb=FCro ist weiterhin dicht und
d=FCrfte Personen wie Tian Jiyun, Xie Fei (beide wegen enger biographischer
Beziehungen Zhao's zu Sichuan und Guangdong), Li Ruihuan, Ding Guang'en (be=
ide
=FCber fr=FCher gemeinsame, aber indirekte Beziehungen zu Wan Li und Hu
Qili, die auch zu den politischen Opfern des Tiananmen-Massakers
geh=F6rten), und deren jeweilige Loyalit=E4tsgruppen erfassen, also ein
beachtlicher Teil der gesamten F=FChrung. Diese verdeckte Machtzelle Zhao
Ziyangs war ohne Zweifel eine Grundlage f=FCr die - in chinesischen Worten =
-
"Fortf=FChrung Politik Zhao's ohne Zhao" nach 1989 und k=F6nnte
insbesondere =FCber die VBA-Loyalit=E4tsgruppe der Yang-Familie zum
eigentlichen Kern eines m=F6glichen Nachfolgekonfliktes "nach Deng" werden.
Voraussetzung ist allerdings, da=DF der greise, aber kerngesunde Patriarch
der Yang-Familie, Yang Shangkun, Deng Xiaoping =FCberlebt.</p><p>
</p><p>
Auf den Punkt gebracht, wird Chinas F=FChrung "nach Deng" aus heutiger Sich=
t
entweder von der Achse Qiao Shi-Jiang Zemin oder durch eine R=FCckkehr Zhao
Ziyangs in die offizielle F=FChrung gepr=E4gt sein, wobei die erste
Option deutlich h=F6here Wahrscheinlichkeit besitzt, da die zweite zu
gro=DFe Gefahren einer Destabilisierung der zentralen Herrschaft in sich
birgt, allerdings die faktische programmatische Kontinuit=E4t der
chinesischen Politik zwischen den achtziger und den neunziger Jahren am bes=
ten
widerspiegeln w=FCrde. Freilich w=FCrde dann eine offizielle Neubewertung
des Massakers am Tiananmen erforderlich, die erst k=FCrzlich von Jiang Zemi=
n
in deutlichen Worten ausgeschlossen wurde und vor allem auch von der
VBA-F=FChrung nicht gewollt wird. Zentrale Programmpunkte der Politik Zhao
Ziyangs werden jedoch weiterhin in praxi fortgef=FChrt, wie die
durchgreifende Internationalisierung der Wirtschaft (j=FCngst von Guangdong
im Rahmen einer neuen Entwicklungsstrategie f=FCr die Provinz gefordert),
die schrittweise Demokratisierung (unter anderem von Li Ruihuan hinsichtlic=
h
einer st=E4rkeren Rolle der Volksvertretungen erneut vorgetragen) oder die
Anwendung des Instrumentes der Aktiengesellschaften bei der Transformation =
von
Staatsunternehmen. Vor allem mu=DF immer beachtet werden, da=DF Zhao
stets gute Beziehungen zu den "Modernisierern" der VBA unterhalten hatte, d=
ie
auch heute eindeutig die dominante Position im milit=E4rischen Machtapparat
einnehmen.</p><p>
</p><p>
Die hier diskutierten Namen lassen schon erkennen, da=DF auf der einen
Seite die Politik "nach Deng" komplizierte Figuren zeigen wird, andererseit=
s
aber keine Richtungswechsel der chinesischen Politik. Letztere wird vor all=
em
auch vom beschleunigten Generationswechsel in der zivilen und der
milit=E4rischen F=FChrungsspitze getragen. In beiden Hierarchien spielen
zunehmend pers=F6nliche Netzwerke zwischen "Akademikern", also Absolventen
der gleichen Hochschulen und Angeh=F6rige gleicher Studentengenerationen
eine wichtigere Rolle als etwa milit=E4rische Kameradschaften. Inzwischen
r=FCckt nicht nur die sogenannte "dritte", sondern bereits die "vierte" (di=
e
"F=FCnfziger") Generation in h=F6chste F=FChrungspositionen auf, deren
Erfahrungshorizont durch die Herausforderungen des "Managements" der
chinesischen Gesellschaft in konkreten Organisationen und
Gebietsk=F6rperschaften der sechziger und siebziger Jahre umrissen ist.
Pers=F6nliche Konfliktlinien k=F6nnen hier unter anderem zur Gruppe der
"Kronprinzen", also der Kinder heute h=F6chster Machthaber, verlaufen, die
im Falle eines nachhaltigen Revirements an der Spitze an Einflu=DF
einb=FC=DFen k=F6nnten.</p><p>
</p><p>
<b>Alles in allem l=E4=DFt die gegenw=E4rtige Machtkonstellation an
der Parteispitze keine Ansatzpunkte f=FCr eine nachhaltige Destabilisierung
der Parteiherrschaft durch f=FChrungsinterne Faktoren erkennen. In diesem
Zusammenhang wird zumeist auch =FCbersehen, da=DF Deng Xiaoping zwar das
Charisma des "F=FChrers" aufgebaut und gepflegt hat, tats=E4chlich aber
eine kollegiale F=FChrung realisiert wurde</b> (siehe nur das Tandem der
"=C4ltesten" Deng und Chen Yun). Der ohne Zweifel wesentlich
gef=E4hrlichere =DCbergang zur "nach-Mao"-=C4ra war erstaunlich
reibungsfrei vollzogen worden. Insofern stellt weder ein kollegiales
F=FChrungsprinzip "nach Deng" eine wesentliche Ver=E4nderung der
parteiinternen Machtstrukturen dar, noch zeichnet sich die Gegenwart einer
destabilisierenden Pers=F6nlichkeit wie des machtbesessenen sp=E4ten Mao
ab.</p><p>
</p><p>
Damit wird zur entscheidenden Frage, ob eine Destabilisierung der
Parteiherrschaft durch =E4u=DFere Faktoren angesto=DFen werden
k=F6nnte. Extreme Herausforderungen an das bestehende Herrschaftssystem
k=F6nnten dieses handlungsunf=E4hig werden lassen und zu seinem
Niedergang f=FChren. Dies l=E4=DFt sich aber nur beurteilen, wenn zum
einen die Natur m=F6glicher Herausforderungen hinreichend genau antizipiert
werden k=F6nnte, und wenn zweitens, die Qualit=E4t der politischen
Herrschaft in China =FCber die Verh=E4ltnisse an der Spitze treffsicher
bestimmbar w=E4re. Dies ist aber sehr schwierig.</p><p>
</p><p>
</p><p>
<b>Regionalisierung und politische Herrschaft: Die s=E4kulare
Perspektive</b></p><p>
<b></b></p><p>
Da auch die chinesische F=FChrung gerne die langfristige, ja s=E4kulare
Perspektive ihres Denkens und Handelns betont, und dies immer wieder in der
westlichen Haltung zu China thematisiert wird, seien - ohne aus
Raumgr=FCnden eine detaillierte Begr=FCndung liefern zu k=F6nnen -
wichtige Trends des Jahres 1994 kurz in einen sehr weit ausholenden
historischen Kontext gestellt und damit der traditionellen politischen Kult=
ur
Chinas. Dies erscheint deshalb legitim, weil im Grunde die Jahrzehnte zwisc=
hen
dem Sturz des Kaiserreiches 1911 und dem Beginn der Reformen Deng Xiaopings
keine "Normalit=E4t" kannten. Die "Familien=E4hnlichkeiten" zwischen der
Entwicklung Chinas in den neunziger Jahren und den gesellschaftlichen
Strukturen des sp=E4ten Kaiserreiches sind jedoch hinreichend deutlich, um
zumindest als kreative Perspektive der heutigen Verh=E4ltnisse dienen zu
k=F6nnen. Folgende Stichworte kommen ins Blickfeld:</p><p>
</p><p>
<b>- China wird wieder zu jener hochmobilen Gesellschaft, die es w=E4hrend
der Qing-Dynastie gewesen war, und zwar vor allem geographisch, aber auch
sozial. Wie damals entstehen gewaltige Herausforderungen an eine
Administration, die auf die Regulierung einer statischen Gesellschaft
zugeschnitten ist (aktuelle Problemfelder: "Law and Order",
Bev=F6lkerungspolitik, und Selbstorganisation von Migranten).</b></p><p>
<b>- Das politische Zentrum mu=DF sich auf die Kontrolle essentieller
Karrierepfade in der Machthierarchie und die Beherrschung bestimmter
Rahmenbedingungen kultureller, institutioneller und gegebenfalls rechtliche=
r
Natur konzentrieren, ist aber nicht zum b=FCrokratischen Durchgriff hin zur
"Basis" in der Lage (aktuelle Problemfelder: Besteuerung, Durchssetzung von
Rechtsnormen und Verwaltungsanweisungen).</b></p><p>
<b>- "China" konstituiert sich also erneut als ein Gemeinwesen, das nicht d=
ie
Strukturen eines Nationalstaates westlicher Provenienz aufweist, sondern al=
s
ein kulturell definierter Wirtschaftsraum, der von der Hegemonie eines
politischen Statthalters bestimmter gesamtchinesischer Ordnungs- und
Entwicklungsvorstellungen gepr=E4gt ist (aktuelle Problemfelder: politische
Kontrolle des Bildungs- und Kulturbereiches, Anpassung der Ideologie an
gesellschaftlichen Wandel). </b></p><p>
<b>- Vor diesem Hintergrund wird "Regionalismus" konstitutiv f=FCr die
chinesische Gesellschaftsordnung und ist keine Kraft der Desintegration. Di=
es
gilt in kultureller Hinsicht ("regionale Variationen des Themas der
chinesischen Kultur") ebenso wie in wirtschaftlicher ("desynchronisierte Zy=
klen
in Makroregionen bei wachsender Integration des Binnenmarktes und selektive=
r
Integration in die Weltwirtschaft"). "Regionalisierung" bedeutet gleichzeit=
ig,
da=DF lokale politische Mechanismen der Problem- und Konfliktl=F6sung
wichtiger werden als "nationale".</b></p><p>
<b>- Der s=E4kulare Trend der "Privatisierung" gesellschaftlicher
Ordnungsfunktionen wird fortgesetzt, indem aus der Symbiose neuer
wirtschaftlicher Eliten und lokaler Parteiorganisationen eine autorit=E4re
Honoratiorenherrschaft mit begrenzter lokaler und regionaler Reichweite
entsteht, die durch die zentrale Kontrolle von =FCberregionalen
Karrieremustern begrenzt wird (j=FCngst als "Kaskadenautoritarismus"
bezeichnet). Es entsteht eine "parastaatliche =D6ffentlichkeit", aber keine
"civil society" im Sinne b=FCrgerlicher Nationen der europ=E4ischen
Modernisierung.</b></p><p>
<b>- Diese Privatisierung der staatlichen Ordnung wird durch die endemische
fiskalische Krise des Zentralstaats vorangetrieben, die urs=E4chlich mit de=
r
Unf=E4higkeit zur vollst=E4ndigen b=FCrokratischen Durchdringung der
chinesischen Gesellschaft zusammenh=E4ngt. Der Zwang zur Erschlie=DFung
zus=E4tzlicher Finanzierungsquellen ("za fei" heute und gestern) zieht die
Kommerzalisierung des staatlichen Handelns nach sich und begleitet mithin d=
ie
durchgreifende Kommerzialisierung der gesamten Gesellschaft.</b></p><p>
</p><p>
Mit diesen Merkmalen entpuppt sich China in der Tat als ein strukturell
erstaunlich stabiles Gemeinwesen, denn solche allgemein formulierten Aussag=
en
k=F6nnen f=FCr die Zeit des sp=E4ten Kaiserreiches ebenso
G=FCltigkeit beanspruchen wie f=FCr die Trends der neunziger Jahre. Die
aktuelle Relevanz solcher Familien=E4hnlichkeiten wird illustriert, wenn nu=
r
die <b>Schl=FCsselprobleme der gegenw=E4rtigen chinesischen
Verfassung</b> betrachtet werden, die das "Blaubuch" der Chinesischen Akade=
mie
f=FCr Sozialwissenschaften im Fr=FChjahr 1994 aufgelistet hat,
n=E4mlich <b>die Beziehung zwischen Zentrale und Provinzen, Korruption,
Disparit=E4ten der Entwicklung, soziale Unruhen und Niedergang der
=F6ffentlichen Ordnung</b>. Es w=E4re nun aber verfehlt, wollte man also
zur=FCckschlie=DFen, da=DF heute ebenfalls eine Phase des
"dynastischen Niedergangs" eingel=E4utet ist, denn das Versagen der
politischen Strukturen des Kaiserreiches ergab sich eindeutig zu einem
gro=DFen Umfang aus dem extremen Druck, der von au=DFen durch den
westlichen Imperialismus ausge=FCbt wurde und beispielsweise die fiskalisch=
e
Impotenz des Staates besiegelte. Ein solcher =E4u=DFerer Druck existiert
heute und auf absehbare Zeit nicht. Insofern mu=DF gefragt werden, ob
Chinas innere Entwicklungsprobleme die oben skizzierten politischen und
gesellschaftlichen Strukturen zerbrechen k=F6nnten.</p><p>
</p><p>
Ohne Zweifel spielt hier die auseinanderstrebende Entwicklung der Regionen =
eine
Schl=FCsselrolle, denn sie ist unter anderem eine wesentliche Determinante
der Migration. Fassen wir auch hier die wichtigsten Erkenntnisse stichworta=
rtig
zusammen.</p><p>
<b></b></p><p>
<b>- Bislang hat sich die Disparit=E4t zwischen den Regionen insgesamt nich=
t
wesentlich versch=E4rft, wohl aber haben sich erhebliche Ver=E4nderungen
der relativen Position der Provinzen vollzogen, die Ausdruck divergierender
regionaler Entwicklungspotentiale sind. Absolute Disparit=E4t ist daher noc=
h
ein Problem der Zukunft.</b></p><p>
<b>- Die chinesischen Provinzen und Regionen weisen einen seit 1978
zur=FCckgehenden Grad wirtschaftlicher Integration auf, wenn
unterschiedliche =F6konomische Kenngr=F6=DFen zur Entwicklung des
Sozialproduktes in Beziehung gesetzt werden. Dies gilt f=FCr
Handelstr=F6me ebenso wie f=FCr die fiskalische Umverteilung und
interprovinzielle Kapitalstr=F6me insgesamt.</b></p><p>
<b>- Die Provinzen sind in h=F6chst unterschiedlicher Weise in die
Weltwirtschaft integriert, wenn die Anteile am nationalen Export und die
relative Bedeutung ausl=E4ndischer Direktinvestitionen an der Kapitalbildun=
g
in der Provinz betrachtet werden. Vor allem =E4rmere Provinzen und die
meisten Binnenprovinzen sind vom dem Proze=DF der internationalen
Integration bislang abgekoppelt.</b></p><p>
<b>- In dynamischen Regionen ist ausl=E4ndisches (d.h. im wesentlichen
auslandschinesisches) Kapital ein zentraler Faktor f=FCr den
institutionellen und strukturellen Wandel. In den zur=FCckfallenden Regione=
n
zeichnet sich stattdessen eine strukturelle Krise der dualistischen Wirtsch=
aft
ab, also des Nebeneinanders von traditionell gepr=E4gter Landwirtschaft und
staatsindustriellem Sektor, die vor allem in den Schwierigkeiten bei der
l=E4ndlichen Industrialisierung Ausdruck findet. Dies =FCberlagert sich
mit den gro=DFen Unterschieden beim institutionellen Wandel, also vor allem
des Anteils der unterschiedlichen Eigentumsformen an der Kapitalbildung.</b=
></p><p>
<b>- Die Provinzen weisen eine breite Streuung der Kapitalbildung (produkti=
v
und Infrastruktur) pro Kopf der Bev=F6lkerung auf, die im Falle der
=E4rmeren Provinzen eventuell nur zur Bestandswahrung f=FChrt, nicht aber
zu einem Nettowachstum des Kapitalstocks. Dies gilt nicht nur f=FCr das
Sachkapital, sondern auch hinsichtlich des Humankapitals, d.h. f=FCr die
Zusammensetzung der Bev=F6lkerung nach Bildungsgraden und f=FCr das
Bildungssystem.</b></p><p>
</p><p>
Allein diese kurzen Beobachtungen weisen eindeutig auf den Tatbestand regio=
nal
divergierender Entwicklungspotentiale hin. Daher sind grunds=E4tzliche
Zweifel angebracht, ob die Wechselwirkung zwischen den beiden Prozessen der
Regionalisierung und der Internationalisierung der chinesischen Wirtschaft
tats=E4chlich auch zu den erhofften "spillover"-Effekten zwischen regionale=
n
Wachstumspolen und den Binnenregionen f=FChren wird. Es sei nur
erw=E4hnt, da=DF Wachstumspole bislang nicht einmal auf Provinzebene
abgegrenzt werden sollten, sondern eigentlich subregionalen Charakter haben=
.
Das bedeutet bespielsweise, da=DF "spillover"-Effekte naturgem=E4=DF
weniger zwischen Shanghai und den mittleren und unteren Yangzi-Provinzen
stattfinden werden, sondern zun=E4chst zwischen Shanghai und dem
s=FCdlichen Jiangsu, das eine =E4u=DFerst dynamische l=E4ndliche
Industrie besitzt, und im zweiten Zuge vielleicht zwischen dieser entstehen=
den
Megalopolis und dem zur=FCckfallenden n=F6rdlichen Jiangsu. Das
hei=DFt, die gro=DFe Bedeutung subregionaler Disparit=E4ten darf
nicht aus dem Blickfeld geraten, wenn von "spillover"-Effekten gesprochen w=
ird.
Dies gilt beispielsweise auch f=FCr die Gebiete des kantonesischen
Wirtschaftsraumes.</p><p>
</p><p>
Verl=E4=DFliche Prognosen der k=FCnftigen Entwicklung sind nicht
m=F6glich. Vieles h=E4ngt von wirtschaftlichen Ver=E4nderungen im
Umfeld Chinas ab, etwa von den m=F6glichen Effekten einer Handelsbelebung a=
n
den Grenzen der Binnenprovinzen (zu Vietnam, Zentralasien, Sibirien, Mongol=
ei),
die ja mit der seit 1992 verfolgten gesamtchinesischen =D6ffnungspolitik
ausdr=FCcklich angestrebt werden. Werden die politischen Rahmenbedingungen
einer Entwicklungspolitik betrachtet, die regional divergierende
Entwicklungspotentiale ausgleicht, dann wirken positive und negative Faktor=
en
zusammen, wie zum Beispiel das Staatsversagen in der Bildungspolitik auf de=
r
einen Seite, das sich auf allen gebietsk=F6rperschaftlichen Ebenen findet,
und der eindeutige Wille der Zentralregierung, Ausgleichsinstrumente zu nut=
zen,
wie etwa "weiche" Projektfinanzierung in den Binnenprovinzen als Gegengewic=
ht
zum Zustrom von ausl=E4ndischen Direktinvestitionen andernorts oder die
Unterst=FCtzung wirtschaftlicher Kooperation zwischen den Provinzen. Davon
abgesehen, sollte die vorschnelle, aber weit verbreitete Forderung, da=DF
Entwicklungsunterschiede durch eine starke, umverteilende Zentralregierung
ausgeglichen werden sollten, kritisch reflektiert werden. <b>Unter den
gegebenen Verh=E4ltnissen d=FCrfte eine stark zentral kontrollierte
Umverteilung eher zu Fehlallokationen und b=FCrokratischen Reibungsverluste=
n
f=FChren als die jetzige Form einer eher dezentralen, flexiblen Aushandlung
von Ausgleichsma=DFnahmen zwischen den Provinzen und zwischen Zentrale und
Provinzen.</b> </p><p>
</p><p>
Es gibt jedoch einen exogenen Faktor, der eventuell tats=E4chlich zur
=DCberlastung der Probleml=F6sungsf=E4higkeit des politischen Systems
f=FChren k=F6nnte: <b>Der Beitritt Chinas zum GATT bzw. zur WTO und damit
die erforderliche Minderung des Protektionsgrades. Wenn von der
"Internationalisierung" der chinesischen Wirtschaft gesprochen wird, bleibt
meist ungesagt, da=DF China in ungew=F6hnlich hohem Ma=DFe durch
tarif=E4re und nicht-tarif=E4re Handelshemmnisse vom Weltmarkt
abgeschirmt ist. Entsprechend weitreichend d=FCrften die Effekte einer
Absenkung dieser Barrieren f=FCr die Binnenwirtschaft sein. Dies betrifft
erneut vor allem jene Regionen, die heute eine dualistische Wirtschaftsstru=
ktur
mit Staatsindustrie und unterentwickelter l=E4ndlicher Industrie und
Landwirtschaft aufweisen. Beide sind bereits heute einem erheblichen
Wettbewerbsdruck ausgesetzt, der von Binnenimporten aus den entwickelteren
K=FCstengebieten ausgeht. Treten hierzu noch verst=E4rkte Importe etwa
von Konsumg=FCtern aus dem asiatischen Umfeld, d=FCrften sich erhebliche
regionale Strukturkrisen einstellen. Wie in der Vergangenheit k=F6nnte dies
eine erhebliche Belastung f=FCr das Verh=E4ltnis zwischen Zentrale und
Provinzen werden, denn die Binnenprovinzen werden ohne Zweifel erneut zum
Instrument des Binnenprotektionismus greifen, um sich gegen die negativen
Effekte der Absenkung des nationalen Protektionsgrades abzuschirmen.</b> </=
p><p>
</p><p>
Damit ger=E4t erneut die internationale Perspektive ins Blickfeld. Die
m=F6glichen Folgen des GATT-Beitritts sind eine Illustration des Umstandes,
da=DF Chinas innere Entwicklung seine Beziehungen zur Welt entscheidend
pr=E4gen. <b>Die Pekinger Zentralregierung vertritt China, aber das bedeute=
t
k=FCnftig nicht notwendig, da=DF sie diese Vertretung im Sinne
internationaler Absprachen, =DCbereink=FCnfte und Kontakte auch nach
innen verbindlich realisieren wird.</b> Genau in diesem Kontext gewinnt auc=
h
das Nachfolgeproblem weiterreichende Bedeutung. Zum Beispiel hat das
Milit=E4r heute eine st=E4rkere Stimme bei der Au=DFenpolitik, und
viele Figuren Chinas auf der internationalen B=FChne h=E4ngen damit
zusammen, da=DF die Konsensfindung schwierig ist. Dies war eindeutig im
Zusammenhang der nordkoreanischen Nuklearfrage der Fall: Die VBA sieht
weiterhin Loyalit=E4tspflichten gegen=FCber dem Waffenbruder,
w=E4hrend das Au=DFenministerium interessiert ist, China eine
angemessene Position in der Weltpolitik zu verschaffen, zu der auch die akt=
ive
Stellungnahme und Vertretung gewisser internationaler Konsensl=F6sungen
geh=F6rt, also vor allem im Dienste des eigenen Aufbaus als asiatischer
Ordnungsmacht. Vermutlich haben die kommerziellen Interessen des Milit=E4rs
den Ausschlag gegeben, da=DF letztlich der Tausch zwischen einer
kooperativen Haltung Chinas in der Nordkorea-Frage und der
MFN-Verl=E4ngerung akzeptiert wurde. =C4hnliche innerchinesische
Interessenkonflikte gibt es beispielsweise im Zusammenhang der umfangreiche=
n
chinesischen Waffenexporte auch in Spannungsgebiete.</p><p>
</p><p>
Es ist daher gegenw=E4rtig v=F6llig offen, welche Konsequenzen des
inneren Wandels sich f=FCr die Rolle Chinas in der Weltpolitik ergeben.
Scheinbar einfache Zusammenh=E4nge zwischen Wirtschaftswachstum und
m=F6glicher Aufr=FCstung lassen sich empirisch kaum fixieren: China als
k=FCnftige Weltmacht ist eine Vision, die =E4hnlich diffus ist wie sein
Bild als Wirtschaftsmacht.</p><p>
</p><p>
</p><p>
<b>Die Denationalisierung Chinas</b></p><p>
<b></b></p><p>
Die Pekinger F=FChrung versucht seit dem Niedergang des Sozialismus in
Osteuropa diese Rolle Chinas in der Welt neu zu definieren. Diese
Identit=E4tsfindung ist noch nicht abgeschlossen, weil hierzu stabile inner=
e
Strukturen erforderlich w=E4ren. Der Westen tut gut daran, diese inneren
Strukturen realistisch einzusch=E4tzen, und nicht mit Pauschalurteilen
=FCber "China" Politik zu treiben. Dies ist unabdingbare Voraussetzung
daf=FCr, China als weltpolitischen Akteur berechenbar werden und bleiben zu
lassen. Wenn beispielsweise das Pauschalurteil von der "Wirtschaftsmacht de=
s
21. Jahrhunderts" sich als Fehlbeurteilung herausstellt (was =FCbrigens
neuerdings durch offizielle Vertreter der VR China behauptet wird), dann
k=F6nnte dies eine erneute Depression des westlichen Interesses nach der
Phase des gegenw=E4rtigen China-Booms einl=E4uten. Ein starker
R=FCckgang des Kapitalstroms aus dem Ausland w=FCrde dann aber die
latenten Strukturkrisen des Landes ohne Zweifel zum Ausbruch bringen, und d=
amit
m=F6glicherweise einen "circulus vitiosus" von Kapitalmangel und
Wachstumsbarrieren ansto=DFen. Geboten ist heute aber, hinter
Pauschalurteile =FCber China zu dringen und nicht nur die Probleme, sondern
auch die ohne Zweifel gewaltigen Entwicklungspotentiale des Landes in einer
Weise realistisch einzusch=E4tzen, da=DF auch entscheidende
Determinanten dieser Potentiale, wie etwa der Zustrom ausl=E4ndischen
Kapitals, stabil und berechenbar bleiben. Der Westen wird dann auch wissen,
da=DF China anders sein wird als andere nationale Akteure der Weltpolitik
und Weltwirtschaft: <b>Chinas Regionalisierung und internationale Integrati=
on
werden zu seiner Denationalisierung f=FChren - einem Wirtschaftsraum ohne
nationale Grenzen, und einer Wachstumsregion ohne nationalstaatlichen
Machtanspruch. Dieser Entwicklung m=FCssen dann auch die politischen
Instrumente und Kommunikationsmechanismen des Westens angepa=DFt
werden.</b></p><p>
</p><p>
<!-- START END -->
</p><hr>
<font size=3D"-2">
=A9 <a href=3D"mailto:wwwadm@www.fes.de">Friedrich Ebert Stiftung</a>
| <a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/support.html">t=
echnical support</a> | net edition=20
<a href=3D"mailto:walter.wimmer@fes.de">fes-library</a> | M=E4rz 1998 =20
</font></td></tr></tbody></table>
<!-- END END -->
</body></html>
------MultipartBoundary--qU8CN40ngajiDHEThVUejHDkxhUZPMTDdc1ye7CSgL----
Content-Type: image/gif
Content-Transfer-Encoding: base64
Content-Location: https://library.fes.de/images/digbib/d_titel.gif

R0lGODlhaQAPAMQAABBAcDBZg6CzxiBNefDz9uDm7HCNqdDZ45CmvGCAoLDA0B9MeYCZs8DN2UBm
jP///wAzZgAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAACH5BAAA
AAAALAAAAABpAA8AQAX/ICSOZGmeaKqubOu+4sOUTVMyD+k8guM7AcjOYWrkRDUIgNAYCnm/oOJI
ahRgrsAP6gNAkoCf4BHd9aJPIo1q5Ymc5p9jADk8DG8CwYuFyUY7D4IkODqChw82gYiLZF82IwWO
OzMlAGOHDXR9LFpyPwtyYZ8+AaNyQWF8gD9eWkEiqkqkm0IGDA6rnC5/VZAjhYBcpWlFbJoPCsVx
xDi6EAW/uyu9I0mEVE+VhmpVx7F6k9VvDwgkCePT6uvs7e7v8PErRoiHBoz1mY2Cio4kjF8EbYKT
b8YAO4cKdJMXYxsSaRCCkXNIbiGSY2PoEKSIzqEZhiPSXQOWbV+iYmusSdkY40McIhtGihAA2ZAG
RInaTDhJ+VAEDhxEKN14UEtENJoQqoU5cGAhTmbEdhgQ5cBOrkckxVEMiCDAAAMECjxDSpbdqKIw
QgAAOw==

------MultipartBoundary--qU8CN40ngajiDHEThVUejHDkxhUZPMTDdc1ye7CSgL----
Content-Type: image/gif
Content-Transfer-Encoding: base64
Content-Location: https://library.fes.de/images/digbib/d_digbib.gif

R0lGODlhHADoAKIAAP///73e/2Ol/4S1/0KM/yF7/wBj/wAAACwAAAAAHADoAEAD/2i63P4wyjle
CWSaEbr/X6ExBQBkAaAMQDW+8HrGUeewAq1HJSAyqdxuKBgYj0jkD1ZgmZ6BpST1rFpnE4HNAAJJ
I84OlECgDs9oSU+UUgQ1xaTc+B1xrthhMzCo8/BjdiYKgCYZMVSFAAE0BWR+aTAEJkIkKYyRmZqb
k1VRm0NOV5iIhYegGj2AGDoCq3ocfKeotCMlpAs4tbsOlx4mH4a8qVYGa3qPwy+TmC0ylS9bDLrK
1Z1SnRnMEARGK3N0Md2JAQKQECkDZOvswtXv8PEOwCJNT7MQsV2LIfINF1UMdKKxjYsKg9CYdBtg
zp+DgjsSKcoTL44JOZRoDNq0R//Wjlu9ACTU0GmUPyeETMmTqAhfvB7lyGhxp4adqxYy052rpQVT
l37+ylw05mknEGcpGdCcMnGpw6cTjrXZgFQSIBfxWKp8CnMSwyBGQ2ZgIYYiPIstkmSMsfEjGQXs
4hIIywuckYYwFvXCRHbEzSsVerikhdJAS4d/+ZGjaxDrPLPomkKGSrmy5ctcNX5acHOwBFEz1+oA
KLKUZM+YR8dCQ8WMQdQPCk5l4XjERYD2fLQaxTi1mjtXYDuAOac3UVw04hwBJiesVkDCfU9om6sq
habGDR+UjkoUlOwGN+c2DrF6bQ2XfpAG750e9xiFD09Y+A0c+NTP8UR/z2MhXh3I+SFH0iJfpEND
ClLghp5kk/0j14Nz8SfIQfJJ+FER+y2gykUsnRcZJjep51RkWFE34gP5WZGhhSxaWEBoxkR4IIcH
pbCiQHoZJIOHTJVjIxXgkQbMSC02kKKKRZ601TI5IoVgDCBx8QltyalDFBRJ2radeS+0h0d21GV5
HYVL9ncIhMmIGUFTm8FBoAK45UZkA+W5MUOdEEBhRCIiUDmCUFBAc19l8ZWpZi1eupcXJUsAyuMN
OT4UZg3WNXBiSE3tp5xdfRz6XgIAOw==

------MultipartBoundary--qU8CN40ngajiDHEThVUejHDkxhUZPMTDdc1ye7CSgL----
Content-Type: image/gif
Content-Transfer-Encoding: base64
Content-Location: https://library.fes.de/images/digbib/fes-log1.gif

R0lGODlhfQBPAPIAAP////f3/4yM/4SE/0pK/wgI/wAA/wAAACH5BAEAAAAALAAAAAB9AE8AQAP/
CLrc/jDKSau9T5jNuyGFJxIBMHRkKHKCum6EsBAvV8iBW5SAQNctG4+R68gAPE0tVeMQTKjia+cy
HBmnpmgnHUm6WpYiiXJ0d+OqocoEqlc3xW8zmHlAQuT8FdygG2BHZE14WjJvKHtLYFMDQz2CCwFX
SJQYXwpKU4wvhS8DiiOPmWU9o4ATAXWXmD1annBxr3urch61mh8OAgKjAb69rBY8YDG/LTEDyooE
ygM+HaAdBc7KvNVszgJZMA970Fuj3GuKN7+TzGMQPmpPrkYMtHvU1ZSBWKUN37R2Noh0DPqEA6Yt
mJlzvhAq/JUK4Zdr1gxKUvjFIZFt9U4J28ix/6PHj7ncEdExZN64NmvMVKGUawWulTrK+YpBUiU8
JKSc2PQD5s/JM75W6mvCy4OgfxssjQG6M6m6j1Cjqpr0C9SxbRqjBswnSSgSFyj/xIvGwGvObnp4
qV2LkS1bElpxvkPboEotAKF4OuDXUmnIiREYQhCsFViBw4eNYazGOGK9xY2fQY5sTZW2DNUmLVa6
YPIQdB6ocU6zpZmlvmM5SLNBoHVre2ah6NxrZA8suLJXiKwwREUzZe3OOu1Hx/aX2HhDN4OVkt/Q
EePInQMnRm7c69iza9/OnfvC7+APnlsKvkT5wecBWQR0jRex9eJPtRxR5bDLkJyMIL2T3N8bKv82
zEVUTYB4NYgfjPWiQ1co/JSNNvc859IC4wDIR2APVqNIJAIW4FprjiAVhwIOTvMhSlbQFsZwX22C
oQ2UGSjcbqTpFV0dJTrBWE+uqXEDPwGE9suCoXjYmgoCicVgdcR8eNcYJzYAyomuOULliT5cWVkD
Wb4W0JWusQcCYh4+c6JGOz413x37wRUkIXnZEMybYVxlnmZ2EiNRXAd+8J1dmYAFFEXO5ebUdFEc
sxASio733XV9rpAfPJMWN80yoXFZinvl9VIeOnzO2JQBd8WppC3+cLXVbD5o5tarr2a1UaT0rWjf
Es719MhfkkjmVkS/ysqRsN1p5yqeahHL537/K34gTxMe2mqcikmVw1mFetj6mXCnanoTqpbONlhs
J3lTGxD4oKtSDERIEqdeAqZIHKnvkjrSt4bSCK4VfN1i6DRSNkGYdZ1talRq4dL1QIQ1buCLUYXG
W8OIBVKaLbRDoDbvagqPqlSl8EZclr89MEsxwcWmrPLKLLfs8sswxyzzzDTXvCyZOFOTM2JeBspz
Djsj1kLQPc8QtJHE4PzIAIhQQeYpQAut5ivMppQjH1X72Z8hANS0plEE3sskt24Nqko2UehQtl1q
hdJaNMeokWQA5fiKx9weTy3ukmtkfGnaAVZcXcE13AXTxFmdAYGMEgPuh1py47cfwxQuwQsz/5MW
cFyzYzfuBMhaXx0Ocv++Yt4/3fLdLIe8ik3ONFdcfSrlLXbChur8jRu4A4y3zrfmAumSr+KCs0h3
aIDWdzproUmEDt7Fy9unvkz1tI3jWDdbh3MtPbEg6FaErTrrqiLhgd+L7Bf8Fo5sjPv5nSEVPNQH
o2zzR1dxqhF8+FPmzCSUcZ7/HBPAXQ3wf5nQHygq46pifc0JJhsSnMLwBPDtQH+q6IV7rEIVXmQn
UjkLnmvu0BOcvY01JxTCmG7lHz+t5Rmu0mAMXqisS0xvVLUQlPj2VQvK8Ypun/JUp2p4gT7RA0LZ
gMUhEvEh6thLOAbY1aZSkYrRzAqKQjKZgv+awLGJnaYUwHpVGH+lr44YkUrFuEa9fqONNa5jU8Ia
mBmsKIwbRu8uX+vWN0SYgVJMZYhBJOIwuNUYEbaNEAlyzjxG0TqqDEYCe4IKrW6RtfXdoVAtwaOq
sLIQISrEg9gZwgEhEhnCjBIy9mhMry4zR08tZSKRTBn/7keBRXkkhjUE3yyiUa81SKt8W+NX/RwQ
HR4wjRCPKMkWOOeEZ0Hrl3ublxPhlS6eFImFn9MbNRm1qsEFs4tlHJk3y0UtYU6omnCYiRPId6ms
aIyH09LdOIG5D8RVrhOBMcO8REE4bzrzE66TF4noeS4W8LF0jyPCAFHGDoDGixL/PGfDBJp9L3Ox
wDnFjI6c0CmkOE7rnd+M58LIBTDeFRQgEyUEe3hxu4yd7HisGmZIgTm+gOLmYtYkC0e9WE40GDMM
fwBpRMM5UUvoMg4iwykLVLEFbNKBGJ3JCzV2hTOIkokdPDvOVRd2zC1IZIUnG8lWx9BVfraLlmhN
q1rXytaZJQAAIf4zUmVkdWNlZCAzMSUgQCB3d3cucmFzcGJlcnJ5aGlsbC5jb20vZ2lmd2l6YXJk
Lmh0bWwAADs=

------MultipartBoundary--qU8CN40ngajiDHEThVUejHDkxhUZPMTDdc1ye7CSgL----
Content-Type: image/gif
Content-Transfer-Encoding: base64
Content-Location: https://library.fes.de/images/digbib/lone2.gif

R0lGODlh2QEbALMAAAAAABgYGDExMVJSUmtra4yMjK2trbW1tcbGxufn5+/v7///////////////
/////yH5BAEAAA8ALAAAAADZARsAQAT+8MlJq7046827/2AojmRpnmiqrmzrvnAsW8lBCEEF7Dwg
7T/fgzcEAovBoO8oRCKJzqOodsvplsPohCmUdhSIAmFg6VG4v223iSZ6QWAx+dxDR9fL5jc8LmPt
RnhJM4SFhh0JBgMBeoZvGmYsiYuNhxOTjJaSipkpjx6YlZqjpKWmp6ipqqusra6vV2qwhFBForJO
npEtnytSvYMxv7ezxcYPobGDgGvLzbZ3ztDRI8mxbs/MINa41Nq5bc9TnI3D0nd52+R+uHbQtcfx
llQ4Afb3+Pn6+/z9/v/4BBA4kEBEnDEDEipcyLChw4QECiBQsEfOw4sYM2KMOBFOAgT+BwyIHEmy
pMmTJA8gSECRg4KPIVHKnFlSJUt5OHPq3Mmzp8+fpl6CNKAsF9ALQkP6CQSsqAcFLwvSmdH0A9QE
Urs1rfo06tJgR8PK4Bbsm9k6555kwwNPHSV2f9ikowZqHQYodeTSfeMuBFlwbM+67TR1Wt4kccUq
rvtWE1d2K/6OkoyT8ojHFywv3jzWLmdE5PKKHk06wAADWTWEIs26teu8plGrqwKwtj6BBEHTts3b
Hu7UnxcnpUm8uPHjJm22DHEVq/Pn0KNLhw7VatTp2LNr1149uPfv4MOLH0++vPnz6I++Xs++vfv3
8OPLn0+/vv37+PPr38+/P+v0rDT+VxRmPQl4hVzE0HWCObwkiAKDdzn4YF8AinfQHFohqBc2dJjj
xS5qqUGgBRculccwDI443IEXgLhLJDDONcKKhQGWooxPwUTUgTLGuEU3Fer0143nCKagj95IiIFk
RmTxIV7iIGIDDi3W0heSRim4zZRWZFjkWltWAReU0nAYJE9D6pXkl5AZSWE1nslippGMEVYlWGzi
+Wad5aj5yDd8tvmmGSCeWVmcgInopzgv4ogWYhqWwGQXZSE54qTwuIilLWDC2ZiXSiyaJQeTZvgk
kIYe+ukhmKmpgmaGwGqMrB+MSAGtqYqHa3C7xtCrK6vtFxtwS4bG37C5HhOsf8xhAoCsXwbs1htA
v+lWz7TYUjsQsRpcqNG3DXG0XLd8gGvuQuIma4y357brrrvpMqcjcsYp98W89OZLnL1wXLfdv9F1
94W/ABeMlcDqztKcwQw37DBL4yYs8cQUV2zxxS1GAAA7

------MultipartBoundary--qU8CN40ngajiDHEThVUejHDkxhUZPMTDdc1ye7CSgL------
