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Subject: Arabisch-israelische Wirtschaftskooperation : Potential, Bedingungen und Perspektiven / von Eberhard Kienle. - [Bonn], 1994. - (FES-Analyse)
Date: Wed, 7 May 2025 01:41:16 +0200
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Arabisch-israelische Wirtschaftskooperation : Potential, Bedingungen und
Perspektiven
 / von Eberhard Kienle. - [Bonn], 1994. - (FES-Analyse)
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he L=E4nder ; Israel ; economic cooperation ; Arab countries ; Israel ; Au=
=DFenwirtschaftsbeziehungen ; Wirtschaftliche Zusammenarbeit ; ; Internatio=
nale Beziehungen ; Wirtschaftspolitik ; International relations ; Economic =
policy ; Arabische Staaten ; Israel">
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Arabisch-israelische Wirtschaftskooperation : Potential, Bedingungen und Pe=
rspektiven
 / von Eberhard Kienle. - [Electronic ed.]. - [Bonn], 1994. - 16 S. =3D 61 =
Kb, Text
. - (FES-Analyse)
<br>Electronic ed.: Bonn: EDV-Stelle der FES, 1997
<br><br><font size=3D"-1"><i>=A9 Friedrich-Ebert-Stiftung</i></font>
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</font>
<br><br>
<!-- END BEGIN2 -->
<p>
Der Friedensproze=DF im Nahen Osten =F6ffnet begrenzte Perspektiven
f=FCr wirtschaftliche Kooperation: Die beschr=E4nkte
Komplementarit=E4t der Produktionsstruktur sowie fortbestehende soziale und
politische Hindernisse werden die wirtschaftliche Normalisierung verlangsam=
en.
</p><p>
</p><p>
Ein "kalter Frieden" mit sehr begrenzten wirtschaftlichen Beziehungen der
arabischen Staaten zu Israel scheint realistischer als hochfliegende Pl=E4n=
e
einer Freihandelszone.</p><p>
</p><p>
Die israelisch-arabische Wirtschaftskooperation k=F6nnte -zusammen mit
fortgesetzter pal=E4stinensischer Lohnarbeit in Israel - zun=E4chst vor
allem im Bereich der Energieversorgung sowie bei der Verteilung der
Wasserressourcen und den Folgeinvestitionen Erfahrungen sammeln.</p><p>
<b></b></p><p>
Die hochprotektionistische Politik der Staaten der Region wird sich
kurzfristig kaum =E4ndern. Da alle Staaten Kapitalimporteure sind, wird ehe=
r
ein Wettlauf um ausl=E4ndische Investitionen beginnen, bei dem Israel
Ausgangsvorteile hat.</p><p>
<b></b></p><p>
Der Friede mit Israel wird in den arabischen Staaten nur dann als gerecht
betrachtet werden, wenn er mit sozialer Gerechtigkeit, und das hei=DFt, mit
wirtschaftlicher Entwicklung, verbunden ist. Werden die mit dem Friedenspro=
zess
verbundenen Hoffnungen auf Wohlstand entt=E4uscht, kann das politisch und
=F6konomisch destabilisierende Wirkung haben.</p><p>
<b></b></p><p>
Gleichm=E4=DFige Vorteile aus den Wirtschaftsbeziehungen f=FCr
alle Beteiligten sind die Bedingung f=FCr die politische Akzeptanz des
Friedensprozesses und der wirtschaftlichen Kooperation vor allem in den
arabischen Staaten. Die =F6konomische =DCberlegenheit Israels schafft
hier bisher eher Furcht vor einseitiger Abh=E4ngigkeit.</p><p>
</p><p>
</p><p>
</p><p>
</p><p>
</p><p>
<b>Friedensproze=DF und wirtschaftliche Zusammenarbeit</b></p><p>
</p><p>
Zum ersten Mal seit der Gr=FCndung des Staates Israel =F6ffnete sich mit
den Verhandlungen, die Ende Oktober 1991 in Madrid begannen, die
M=F6glichkeit eines umfassenden Friedens zwischen Israel und den arabischen
Staaten und der Normalisierung der gegenseitigen Beziehungen auf allen Eben=
en,
einschlie=DFlich der Wirtschaft. In den Augen mancher Vertreter der im Juni
1992 in Israel gew=E4hlten Regierung unter F=FChrung der Arbeiterpartei
steht der Nahe Osten damit vor einer revolution=E4ren Wende. Danach
w=FCrden sich nun auf der Basis allgemeiner Sicherheit zuvor ungeahnte
Produktivkr=E4fte entfalten, die Region aus ihrem wirtschaftlichen
Dornr=F6schenschlaf rei=DFen und zu einem neuen weiteren "Tiger"
erstarken lassen. Zum einen w=FCrde die <b>Friedensdividende</b> in Form
stark reduzierter Milit=E4rausgaben Kapital f=FCr produktive
Investitionen freimachen. Zum anderen k=F6nne die angebliche wirtschaftlich=
e
Komplementarit=E4t der beteiligten Staaten, vor allem mit anf=E4nglicher
ausl=E4ndischer Wiederaufbauhilfe, in einem <b>nah=F6stlichen Gemeinsamen
Markt</b> oder gar in einer Art Nah=F6stlicher Union zum Nutzen aller
Beteiligten voll ausgesch=F6pft werden, ihren Wohlstand mehren, ihre
wechselseitige Abh=E4ngigkeit und Integration f=F6rdern und damit auch
k=FCnftig den Frieden sichern.  </p><p>
</p><p>
Solchen Erwartungen entsprechend, schossen in kurzer Zeit zahlreiche
Einzelprojekte, Entwicklungspl=E4ne und Forschungsvorhaben wie Pilze aus de=
m
Boden. Unter den Entwicklungspl=E4nen, die sich in erster Linie mit den noc=
h
von Israel besetzten Gebieten befassen, m=FCssen vor allem die der Weltbank
und der Pal=E4stinensischen Befreiungsorganisation (PLO) genannt werden, di=
e
zu unterschiedlichen Fragen -  wie etwa nach der Rolle des =F6ffentlichen
und des privaten Sektors - =FCbereinstimmende Antworten geben, aber zugleic=
h
den kurz- und mittelfristigen <b>Kapitalbedarf</b> radikal verschieden
ansetzen. <b>So nimmt die Weltbank an, da=DF Fremdkapital in H=F6he von
insgesamt US $ 2,5 Milliarden ausreichen wird, um im Gaza-Streifen und im
Westjordanland </b>(hier als Pal=E4stina bezeichnet)<b> =FCber einen
Zeitraum von f=FCnf Jahren ein Wachstum von 3 Prozent pro Jahr und =FCber
einen Zeitraum von zehn Jahren einen Einkommenszuwachs per capita von 40
Prozent zu erzielen. Zu Ende dieser Frist w=FCrde das pal=E4stinensische
Bruttosozialprodukt per capita in konstanten Preisen von US $ 1719 im Jahre
1991 auf US $ 2300 ansteigen </b>(Zahlen der Weltbank)<b>. Demgegen=FCber
setzt die PLO den Bedarf an externem Kapital bis zum Jahr 2000 auf US $ 11,=
9
Milliarden in Preisen von 1991 und 13,4 Milliarden in Preisen von 1994 an, =
um
in dieser Zeit das Bruttoinlandsprodukt per capita </b>(im Gegensatz zum
Bruttosozialprodukt im Falle der Weltbank)<b> von US $ 1224 im Jahre 1990 a=
uf
US $ 1500 - 2000 pro Jahr zu heben </b>(Zahlen der PLO)<b>. </b>Dessen
ungeachtet basieren jedoch die Pl=E4ne sowohl der Weltbank als auch der PLO
auf fortgesetzten, wenn auch ver=E4nderten Wirtschaftsbeziehungen mit
Israel, die inzwischen in der pal=E4stinensisch-israelischen
Prinzipienerkl=E4rung und ihren Zusatzprotokollen vom 13.September 1993 und
im detaillierteren Pariser Abkommen vom 29.April 1994 festgeschrieben wurde=
n.</p><p>
</p><p>
Aktuell bleibt auch weiterhin die Studie <i>Securing Peace in the Middle Ea=
st:
Project on Economic Transition</i>, der Harvard- Universit=E4t und des
Massachusetts Institute of Technology (MIT), die sich mit der wirtschaftlic=
hen
Entwicklung eines autonomen Pal=E4stina befa=DFt, das aber enge
Beziehungen mit Israel und Jordanien unterh=E4lt. Wie das internationale
Projekt <i>L'=E9conomie de la paix</i>, das vom franz=F6sischen
Forschungszentrum CEDEJ in Kairo koordiniert wird, arbeiten Mitglieder der
Harvard-MIT Gruppe inzwischen auch an der Evaluierung der wirtschaftlichen
Implikationen von Friedensabkommen f=FCr den gesamten Nahen Ostens.</p><p>
</p><p>
Sicherlich erscheint eine weitgehende Normalisierung der arabisch-israelisc=
hen
Beziehungen, nicht zuletzt seit der Begegnung zwischen den Pr=E4sidenten
Syriens und der USA, Asad und Clinton, in Genf Mitte Januar 1994 und seit d=
er
Unterzeichnung der jordanisch-israleischen Vereinbarung im Juli 1994, heute
wahrscheinlicher als noch zu Beginn des Prozesses von Madrid. Trotz alter u=
nd
neuer Hindernisse auf dem Weg zu einem israelisch-syrischen Abkommen, beste=
ht
Damaskus nicht mehr auf seiner zu Anfang favorisierten Option eines "Kalten
Friedens". <b>Dennoch aber bleibt eine Entwicklung hin zu weitgehender
wirtschaftlicher Integration und gemeinsamer St=E4rke -  wie zum Beispiel
innerhalb der Europ=E4ischen Union - eine =E4u=DFerst optimistische
und wohl fragw=FCrdige Hypothese. Sicherlich wird der Frieden Hindernisse
f=FCr ausl=E4ndische Investitionen in den Staaten des Nahen Ostens aus
dem Weg r=E4umen, deren Beseitigung allein aber noch keine hinreichenden
Bedingungen f=FCr solche Kapitalstr=F6me schafft. Dies ist nicht nur eine
Frage der augenblicklichen generellen Kapitalknappheit, sondern auch
rechtlicher, praktischer, struktureller und infrastruktureller Bedingungen,=
 die
im Nahen Osten vielfach trotz partieller wirtschaftlicher Liberalisierung n=
och
nicht oder erst ansatzweise gegeben sind.</b></p><p>
</p><p>
Auch bestehen im Nahen Osten heute nicht dieselben Bedingungen und Zw=E4nge=
,
die zur Integration Westeuropas nach dem Zweiten Weltkrieg gef=FChrt haben.
Dadurch wird der neue Frieden auf allen Seiten zumindest vor=FCbergehend
gen=FCgend Raum f=FCr Skepsis und Mi=DFtrauen lassen, um
Abr=FCstung und damit die Friedensdividende in Grenzen zu halten; auch habe=
n
die am Friedensproze=DF beteiligten Staaten nicht nur sich untereinander
als potentielle Gegner und Feinde. <b>Eine beschr=E4nktere
Komplementarit=E4t als allgemein angenommen, nicht zuletzt aufgrund der
=F6konomischen Strukturen, und soziale wie auch wirtschaftliche und
politische Hindernisse bei der Reform dieser Strukturen werden zus=E4tzlich
die wirtschaftlichen Normalisierung verlangsamen</b>, die allerdings politi=
sch
damit leichter zu verkraften sein wird. </p><p>
</p><p>
Der Vollst=E4ndigkeit halber sollte angemerkt werden, da=DF
Friedensvertr=E4ge auf die wirtschaftlichen Beziehungen der Beteiligten ehe=
r
quantitative als qualitative Auswirkungen haben werden. Zwar wurde Israel v=
on
der Mehrzahl der arabischen Staaten zumindest offiziell wirtschaftlich
boykottiert, doch war dieser Boykott oft durchl=E4ssig und br=FCchig. So
wurden zum Beispiel zur Zeit des libanesischen B=FCrgerkrieges israelische
Waren in den Libanon geschmuggelt und manchmal selbst ohne Umbeschriftung i=
n
Damaskus verkauft. Mit dem israelisch-=E4gytischen Friedensvertrag von 1979
legalisierte zum ersten Mal ein arabischer Staat wirtschaftliche Beziehunge=
n
mit Israel, wenngleich die praktischen Folgen auf die Ausfuhr =E4gyptischen
Erd=F6ls und ansonsten auf ein Handelsvolumen von nicht viel mehr als US $
200 Millionen j=E4hrlich begrenzt blieben. Allerdings hatte diese Begrenzun=
g
auch politische Gr=FCnde, da =C4gypten auch nach dem Friedensvertrag ein
Minimum an arabischer Solidarit=E4t wahren wollte, die nach einem
Gesamtfrieden in dieser Form nicht mehr gezeigt werden m=FC=DFte. </p><p>
</p><p>
Von weitaus gr=F6=DFerer Bedeutung war und ist selbstverst=E4ndlich
die beinahe v=F6llige <b>Einbeziehung der 1967 besetzten Gebiete in die
israelische Wirtschaft.</b> Von Anfang an ungleich, wenn auch nicht immer z=
um
unmittelbaren Schaden der Pal=E4stinenser, vollzog sich diese Integration
einzig und allein nach israelischen Interessen. =DCber die Jahre f=FChrte
diese Integration zur kompletten wirtschaftlichen Abh=E4ngigkeit der
Gebiete, in denen nun ein autonomes pal=E4stinensisches Gemeinwesen oder ga=
r
ein Staat entstehen soll. <b>Heute liefert dieses Kolonisierungs- oder
Abh=E4ngigkeitsverh=E4ltnis eines der zentralen Argumente arabischer
Gegner wirtschaftlicher Integration mit Israel, die bef=FCrchten, da=DF
arabische Staaten aufgrund ihrer relativen wirtschaftlichen Schw=E4che
selbst ohne milit=E4rische Besetzung das Schicksal Pal=E4stinas erleiden
k=F6nnten. Von diesem in der arabischen Welt verbreiteten, wenn auch nicht
dominanten Standpunkt aus erscheint ein "kalter Frieden" ohne oder mit
=E4u=DFerst begrenzten wirtschaftlichen Beziehungen wie derzeit zwischen
Israel und =C4gypten als die weitaus attraktivere L=F6sung.</b> </p><p>
</p><p>
Als <i>fait accompli</i> konfrontiert die wirtschaftliche Integration
Pal=E4stinas und Israels die Gegner eines "warmen Friedens" allerdings
zugleich mit der nicht weniger heiklen Frage, ob sie damit Pal=E4stina und
seine eventuellen arabischen Wirtschaftspartner boykottieren sollen. Letztl=
ich
w=E4re dies die einzige Alternative zu zumindest indirekten und verdeckten
Wirtschaftsbeziehungen mit Israel, die sich andernfalls nicht vermeiden
liessen. Verbunden mit pal=E4stinensisch-jordanischen Beziehungen sowie auf
der Grundlage des israelisch-jordanischen Abkommens ergibt sich eine Art
Schneeballeffekt in der gesamten arabischen Welt. Israelische Produkte
k=F6nnen in Pal=E4stina umgepackt oder direkt =FCber Jordanien selbst
in L=E4nder exportiert werden, die nicht zu einer offenen Normalisierung
ihrer Beziehungen mit Israel bereit sind. Dar=FCberhinaus stellen
israelisch-pal=E4stinensische joint ventures (wie im o.g. Abkommen
vereinbart) oder die Teilfertigung pal=E4stinensischer Produkte in Israel
und umgekehrt die Frage nach der Trennbarkeit zwischen pal=E4stinensischer
und israelischer Wirtschaft. Regierungen, wie die gegenw=E4rtige im Irak,
die sich weiterhin als besonders prinzipientreu profilieren m=F6chten,
werden sicherlich versuchen, solchen Verwicklungen so weit wie m=F6glich zu
entgehen (wobei im genannten Fall das internationale Embargo gegen den Irak=
 von
Hilfe sein k=F6nnte); anderen allerdings sind allein schon die
Friedensverhandlungen Rechtfertigung genug, =FCber direkte Gesch=E4fte
mit Israel zu reden. Ohne seine rein wirtschaftliche Bedeutung zu
=FCbertreiben, w=E4re der vom Au=DFenminister Qatars Ende Januar 1994
ins Gespr=E4ch gebrachte Verkauf von Erdgas an Israel zum Beispiel ein
Meilenstein auf dem Weg arabisch-israelischer Handelsbeziehungen. </p><p>
</p><p>
</p><p>
<b>Grundprobleme arabisch-israelischer Wirtschaftszusammenarbeit</b> </p><p=
>
</p><p>
</p><p>
Ohne Garantien f=FCr die schw=E4cheren Partner k=F6nnten
israelisch-arabische Wirtschaftsbeziehungen durchaus die Form annehmen, die=
 von
israelischer Seite in verschiedenen Fassungen in Umlauf gebracht wurde: ein=
e
h=F6chst arbeitsteilige Kooperation, die darauf basiert, da=DF Energie
in Form von Erd=F6l von der arabischen Halbinsel, die Gro=DFzahl der
Arbeitskr=E4fte von den traditionellen arabischen Migrationsl=E4ndern wie
=C4gypten und das know-how von Israel geliefert werden. Wie von vielen
Arabern in den kapitalarmen Nachbarl=E4ndern Israels bef=FCrchtet,
w=FCrden Wirtschaftsbeziehungen auf dieser Basis ihren eigenen Interessen
weniger dienen als den israelischen und damit die hier skizzierte
anf=E4ngliche Arbeitsteilung auf lange Zeit festschreiben. Bei
entsprechendem Einsatz von Kapital aus den reicheren arabischen =D6lstaaten
w=FCrde diese Form der Kooperation auch deren Interessen dienen, die
allerdings heute in der =FCbrigen arabischen Welt mit wachsender Skepsis un=
d
Zynismus betrachtet werden. </p><p>
</p><p>
Auf rein wirtschaftlicher Ebene mag es durchaus das Ziel israelischer
Bef=FCrworter wirtschaftlicher Zusammenarbeit sein, eine f=FCr sie
vorteilhafte Form der Arbeitsteilung zu institutionalisieren. Wirtschaftlic=
hen
Gewinn zu verfolgen, bedeutet aber nicht <i>ipso facto</i>, auf diese Weise=
 die
arabische Welt politisch dominieren zu wollen. Arabische Gegner
wirtschaftlicher Zusammenarbeit mit Israel argumentieren oft mit solchen
negativen politischen Folgen, die ihnen um so gravierender erscheinen, als =
sie
schwer mit einer immer noch sp=FCrbaren Tradition politischen Denkens
vereinbar sind, die wirtschaftliche Selbstversorgung und Unabh=E4ngigkeit
bis hin zur Autarkie betonte. Wie auch immer die Absichten, die Gefahren si=
nd
real angesichts des h=F6chst ungleichen Entwicklungsstandes der
verschiedenen =D6konomien. </p><p>
</p><p>
Diese Ungleichheit zeigt sich deutlich, auch in gesamtwirtschaftlichen
Eckdaten, von denen hier nur auf das BIP verwiesen sei. W=E4hrend der schon
genannte pro-Kopf Betrag von US $ 1224 (1350) f=FCr die Besetzten Gebiete
die Betr=E4ge von US $ 1190 f=FCr Syrien und US $ 944 (1340) f=FCr
Jordanien leicht =FCbersteigt, liegt er weit unter dem Betrag von
ungef=E4hr US $ 11000 f=FCr Israel (Zahlen der PLO f=FCr die Besetzten
Gebiete, Jordanien und Syrien mit Zahlen des statistischen Amtes Israels in
Klammern, jeweils f=FCr 1990; Zahlen des statistischen Amtes Israels
f=FCr Israel f=FCr 1991).   </p><p>
</p><p>
<b>Die Ungleichheit zwischen Pal=E4stina und Israel ist =FCberwiegend die
Folge politischer Faktoren. Die Willk=FCrherrschaft der Besatzer
einschlie=DFlich der Aneignung von Land- und Wasserressourcen sowie ihre
von Eigeninteressen geleitete Wirtschaftspolitik konnten der Entwicklung de=
s
Gaza-Streifens und des Westjordanlandes, wie auch der Wirtschaft der ebenfa=
lls
von Israel besetzten Golan-H=F6hen und des s=FCdlichen Libanon, trotz
vor=FCbergehender Wachstumsperioden wie in den siebziger Jahren auf die
Dauer nur schaden.</b> Zwar liegen das BIB und das Bruttosozialprodukt (BSP=
)
Pal=E4stinas heute immer noch h=F6her als entsprechenden Zahlen f=FCr
Syrien und Jordanien, doch h=E4tten sie unter anderen Umst=E4nden den
israelischen Zahlen weit n=E4her kommen k=F6nnen. </p><p>
</p><p>
Umgekehrt profitierte Israel in absoluten Zahlen bedeutend st=E4rker als di=
e
arabischen Konfrontationsstaaten oder gar Pal=E4stina von
ausl=E4ndischer, in den letzten Jahrzehnten vor allem amerikanischer
Kapitalhilfe. Theoretisch betr=E4gt die =F6ffentliche US-Kapitalhilfe
gegenw=E4rtig US $ 1,2 Mrd. j=E4hrlich, doch selbstverst=E4ndlich
schl=E4gt sich auch die Milit=E4rhilfe von US $ 1,8 Mrd. pro Jahr in den
volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen nieder. Einschlie=DFlich
nichtstaatlicher Quellen erhielten Israel und die Israelis im Jahre 1992 US=
 $
6,9 Mrd an finanzieller Unterst=FCtzung und damit einen Betrag, der mehr al=
s
10 Prozent des BSP ausmachte. Im Gegensatz dazu versprach der arabische Gip=
fel
von Baghdad im Jahre 1979 Syrien eine j=E4hrliche Finanzhilfe von US $ 1,8
Mrd, von denen aber selten mehr als US $ 600 ausgezahlt wurden. Zus=E4tzlic=
h
bestehen technologische Kooperationsabkommen, durch die israelische im
Gegensatz zu arabischen Industrien an der Entwicklung von modernen
amerikanischen Waffensystemen und anderen high-tech-Produkten teilhaben. </=
p><p>
</p><p>
</p><p>
<b>Arabisch-israelische Handelsbeziehungen</b></p><p>
</p><p>
Der ungleiche Entwicklungsstand der nah=F6stlichen =D6konomien spiegelt
sich auch in der sektoriellen Verteilung der Produktion und, innerhalb des
industriellen Sektors, in der Art der Produkte selbst wider. In =C4gypten
und Syrien bleibt der wenn auch tendenziell sinkende Anteil der Landwirtsch=
aft
an der volkswirtschaftlichen Gesamtproduktion mit 18 bzw. 30 Prozent bedeut=
end,
wenn auch der des industriellen Sektors 30 bzw 23 Prozent betr=E4gt; in
Jordanien liegt der Anteil der Landwirtschaft aus geographischen Gr=FCnden
bei nur 7 Prozent, w=E4hrend die industrielle Produktion 26 Prozent ausmach=
t
(Zahlen der Weltbank f=FCr 1991). In Pal=E4stina schlie=DFlich
betr=E4gt der Anteil der Landwirtschaft 20 Prozent und der des industrielle=
n
Sektors - allerdings unter Ausschlu=DF der Bauwirtschaft - ganze 7 Prozent
(Zahlen des statistischen Amtes Israels f=FCr 1990 und 1991). Der
B=FCrgerkrieg und der Beginn des Wiederaufbaus erschweren den Vergleich mit
dem Libanon. Wie in den anderen F=E4llen dominiert jedoch auch dort der
Dienstleistungssektor, dessen Aktivit=E4ten - mit Ausnahme von spezifischen
weltmarktorientierten Bereichen wie Transport und Tourismus (und dies in
=C4gypten weitaus mehr als anderswo) - stark auf den Binnenmarkt
ausgerichtet sind. Dar=FCberhinaus umfassen die Zahlen f=FCr industrielle
Produktion neben dem Bausektor oft auch einen volkswirtschaftlich gesehen
bedeutenden Bergbau (Erd=F6l in Syrien und =C4gypten; Potassium und
Phosphate in Jordanien); entsprechend nimmt sich der Anteil des zumeist auf
Importsubstitution beschr=E4nkten verarbeitenden Gewerbes noch bescheidener
aus. Die Warenexporte dieser Staaten sind vor allem auf agrarische Produkte=
,
wie etwa Baumwolle, einfachere industrielle Produkte, wie Textilien, und
Rohstoffe begrenzt.  </p><p>
</p><p>
Erd=F6l und seine Derivate sind selbstverst=E4ndlich die wichtigsten
Erzeugnisse der "=D6lstaaten" auf der Arabischen Halbinsel. In Saudi-Arabie=
n
zum Beispiel macht die Roh=F6lproduktion 45 Prozent des
gesamtwirtschaftlichen outputs aus, w=E4hrend nur 7 Prozent auf
verarbeitende Industrien und Bauwirtschaft und weitere 7 Prozent auf die
Landwirtschaft entfallen. Dank des au=DFergew=F6hnlichen
Verh=E4ltnisses zwischen Produktionskosten und Marktpreis bei Erd=F6l
erzielen die erd=F6lproduzierenden Staaten sehr hohe BSP-Betr=E4ge per
capita (Saudi Arabien z.B. US $ 7820 im Jahre 1991). Damit zeigen sie in
mancher Hinsicht die =E4u=DFeren Anzeichen wirtschaftlicher Entwicklung,
obwohl sie technologisch trotz des Aufbaus verschiedener exportorientierter
Industrien, wie etwa zur Metall- und Stahlproduktion, nach au=DFen
abh=E4ngig geblieben sind.  </p><p>
</p><p>
Im Gegensatz zu Syrien und =C4gypten bel=E4uft sich der Anteil
landwirtschaftlicher Produktion am volkswirtschaftlichen output Israels auf=
 3
Prozent. Der Anteil des industriellen Sektors betr=E4gt ein gutes
F=FCnftel, umfa=DFt aber, anders als in Syrien, =C4gypten oder
Jordanien, einen bedeutenden Prozentsatz technologisch h=F6her entwickelter
Produkte. Neben dem Bausektor (rund 10 Prozent) entfallen damit zwei Dritte=
l
auf den Dienstleistungssektor (Zahlen des statistischen Amtes Israels).
Technisch und organisatorisch ist der industrielle Sektor Israels zweifelso=
hne
in der Lage, unter Umst=E4nden unter der weiteren Verwendung
pal=E4stinensischer Arbeitskr=E4fte verschiedene Produkte
preisg=FCnstig f=FCr arabische M=E4rkte zu fertigen, die dort zur Zeit
nicht produziert werden. Sicherlich erg=E4be sich das Problem der Konversio=
n
mancher milit=E4rischer zu zivilen Industrien, doch k=F6nnte Israel wohl
hier mit ausl=E4ndischer Unterst=FCtzung, vor allem aus den USA, rechnen.
Selbst dann aber ist es unwahrscheinlich, da=DF sich Israel zum
nah=F6stlichen Ruhrgebiet, Sindelfingen oder Silicon Valley entwickeln wird=
.
Die Konkurrenz der wahren Tiger aus dem ferneren Osten und punktuell, wie i=
n
der software Produktion, auch aus =C4gypten steckt hier Grenzen. Regional
expansionsf=E4hig d=FCrfte auch der israelische Dienstleistungssektor
sein, obwohl verschiedene seiner Branchen, wie etwa das Bankgewerbe, mit
starker arabischer Konkurrenz aus dem Golf und inzwischen auch wieder aus d=
em
Libanon rechnen m=FC=DFten. In allen Bereichen h=E4ngt die
Wettbewerbsf=E4higkeit Israels davon ab, ob die in verschiedenen Branchen
gegen=FCber Europa, Amerika oder Japan vorteilhafte Verbindung relativ
geringer Lohnkosten mit relativ hohem Ausbildungsniveau nicht von arabische=
n
oder regionsfremden Produzenten =FCberboten werden kann. Auch mag auf
arabischen M=E4rkten der Absatz israelischer Produkte selbst nach Ende des
offiziellen Boykotts vom individuellen Boykott potentieller K=E4ufer
beeintr=E4chtigt werden. Ebenso wichtig ist schlie=DFlich die Frage
k=FCnftiger die Wettbewerbslage beeinflussender Wirtschaftshilfe seitens
Dritter. </p><p>
</p><p>
Israel seinerseits w=FCrde vor allem landwirtschaftliche Produkte sowie
Erd=F6l und dessen Derivate aus arabischen L=E4ndern importieren. Daneben
k=F6nnten auch weniger hoch entwickelte arabische Industrieprodukte sowohl
zum Verbrauch als auch zur Weiterverarbeitung in Israel einen Markt finden.
Schlie=DFlich w=FCrden israelische Touristen in weit gr=F6=DFerem
Ma=DFe arabische L=E4nder bereisen als umgekehrt. Arabischen Touristen
bietet Israel im gro=DFen und ganzen dieselben Attraktionen, die sie auch
zu Hause vorfinden, w=E4hrend Israel nicht =FCber Landschaften wie das
Libanongebirge oder Kulturst=E4tten wie Petra und die Pyramiden
verf=FCgt. Aufgrund des generell gr=F6=DFeren Verlangens in Israel,
Friedensvertr=E4ge mit weiteren Ma=DFnahmen der Normalisierung zu
untermauern, ist kaum zu erwarten, da=DF israelische K=E4ufer arabische
Produkte aus emotionalen Gr=FCnden meiden werden, wenn diese auf dem Markt
angeboten werden. Allerdings d=FCrften die israelische Landwirtschaft und
verschiedene Industrien versuchen, gegen die neue arabische Konkurrenz Fron=
t zu
machen. </p><p>
</p><p>
<b>Vor dem Hintergrund dieser Wirtschaftsstrukturen ist zu erwarten, da=DF
der Au=DFenhandel, der, zusammen mit fortgesetzter pal=E4stinensischer
Lohnarbeit in Israel, die israelisch-arabischen Wirtschaftsbeziehungen
bestimmen wird, zumindest anfangs weitgehend auf dem Austausch von Produkte=
n
verschiedener volkswirtschaftlicher Sektoren oder zumindest verschieden hoh=
en
Mehrwertes beruhen wird. Da Produkte h=F6heren Mehrwertes tendenziell, sei
es nur aufgrund von Einkommenselastizit=E4t oder der Entwicklung der terms
of trade, h=F6here Gewinnspannen erreichen k=F6nnen, wird der
arabisch-israelische Handel wahrscheinlich =E4hnlich wie der
arabisch-europ=E4ische Handel mit Ausnahme israelischer Erd=F6limporte in
einen Kapitaltransfer zugunsten Israels m=FCnden, der die Grundlage f=FCr
ein zus=E4tzliches Wachstum der israelischen Vorteile bilden w=FCrde.</b>
Da Israel Erd=F6l (und Gas) aber vor allem aus L=E4ndern importieren
w=FCrde, die nicht zu den (fr=FCheren) unmittelbaren
Konfrontationsstaaten z=E4hlen, b=F6te dies letzteren wenig Trost
f=FCr ihren relativen Verlust im arabisch-israelischen Handel. <b>Die oft
beschworene wirtschaftliche Komplementarit=E4t der Staaten des Nahen Ostens
mag letztlich als Euphemismus f=FCr eine regionale Form internationaler
Arbeitsteilung gesehen werden, deren Ungleichheit sich im Austausch
verst=E4rkt.</b> </p><p>
</p><p>
Zum Handel mit Produkten gleichen Mehrwertes wird es vorl=E4ufig nur in
wenigen Bereichen kommen. Eine Verbindung der verschiedenen nationalen
Stromnetze und damit der gegenseitige Ausgleich von Defiziten in der
Elektrizit=E4tsversorgung k=F6nnte allerdings ein solcher Bereich sein,
in dem alle beteiligten Staaten gleicherma=DFen profitieren. Unter
Umst=E4nden lie=DFen sich =E4hnliche Regelungen bei der Verteilung
der knappen Wasserresourcen des Jordans und seiner Zufl=FCsse finden;
letztlich aber kann die Wasserknappheit der Anrainerstaaten nur durch
konzertierte Selbstbeschr=E4nkung gerecht angegangen werden, die, wie
weitere m=F6gliche Bew=E4sserungsprojekte, gemeinsame Investitionen
fordert.</p><p>
</p><p>
Die Art, das Ausma=DF und die weiteren =F6konomischen Auswirkungen
k=FCnftigen arabisch-israelischen Handels h=E4ngen nat=FCrlich ferner
davon ab, in welchem Ma=DFe letzterer Beschr=E4nkungen verschiedener Art
unterliegen wird, oder ob und wann diese zugunsten umfassender
Freihandelsabkommen aufgegeben werden. <b>Obgleich sich in Israel ungleich =
mehr
und lautere Stimmen als in den arabischen L=E4ndern f=FCr einen
"Gemeinsamen Markt" im Nahen Osten erheben, d=FCrfen derartige
Erkl=E4rungen wie auch im Falle anderer Verfechter von Freihandelsprinzipie=
n
nicht unbedingt f=FCr bare M=FCnze genommen werden; in der Praxis
w=FCrde wohl auch Israel versuchen, zahlreiche Ausnahme- und
=DCbergangsregelungen auszuhandeln. Erkl=E4rterma=DFen skeptischer
gegen=FCber umfassenden Freihandelsregelungen, werden arabische Regierungen
sicherlich darauf bestehen, verschiedene Industriezweige zumindest
vor=FCbergehend durch Z=F6lle sch=FCtzen zu d=FCrfen; insbesondere
geplante oder erst heranwachsende Branchen zur Herstellung technologisch
h=F6her entwickelter Produkte k=F6nnten nur so international
konkurrenzf=E4hig werden. Nicht zuletzt aus diesen Gr=FCnden sind
Aussagen =FCber das Volumen k=FCnftigen arabisch- israelischen Handels
rein hypothetisch und verfr=FCht.</b> </p><p>
</p><p>
Allgemein stellt sich in Israel wie auch in Syrien und =C4gypten die Frage,
wie Freihandel, mit welchen Partnern auch immer, mit bestehenden Monopolen =
und
einer protektionistischen Au=DFenhandelspolitik vereinbart werden kann, die
=FCber Jahrzehnte hinweg selbst technologisch wenig entwickelte Industrien
und damit zahlreiche Arbeitspl=E4tze bis zur Konkurrenzunf=E4higkeit
gesch=FCtzt hat. Diese Frage sollte nicht als eine prinzipielle Kritik an
Entwicklungsmodellen mi=DFverstanden werden, die, wie in den drei genannten
L=E4ndern, an einem starken =F6ffentlichen Sektor orientiert waren. Sie
stellt sich hier jedoch um so st=E4rker, als eine Liberalisierung des
Au=DFenhandels nicht nur bestimmte Sektoren oder Branchen, sondern damit
zugleich auch eine Form unmittelbarer Einflu=DFnahme des Staates auf
Wirtschaft und Gesellschaft und letztlich staatliche Macht als solche bedro=
ht.
Auf dem Hintergrund eines gegenw=E4rtig wohl begrenzteren Ausma=DFes
wirtschaftlicher Komplementarit=E4t zwischen Israel und seinen arabischen
Nachbarn als gemeinhin angenommen laden die hier erw=E4hnten
wirtschaftpolitischen oder rein politischen =DCberlegungen der beteiligten
Akteure zus=E4tzlich zu einer vorsichtigen Einsch=E4tzung k=FCnftiger
Handelsbeziehungen ein.  </p><p>
</p><p>
<b>L=E4ngerfristig werden arabisch-israelische Handelsbeziehungen zunehmend
von der Attraktivit=E4t der einzelnen L=E4nder als
Investititionsstandorte abh=E4ngen. Sowohl Israel als auch seine
unmittelbaren arabischen Nachbarn sind Kapitalimporteure, die auf
ausl=E4ndische Kredite, Kapitalhilfen und Direktinvestitionen angewiesen
sind, wollen sie ihr wirtschaftliches Wachstum sichern oder st=E4rken.
Friede ist eine notwendige, doch keine hinreichende Bedingung f=FCr solche
Formen der Unterst=FCtzung. Global wie auch untereinander werden die Staate=
n
des Nahen Ostens daher um Kapital konkurrieren und versuchen, solches durch
entsprechende gesetzliche Regelungen und die Verbesserung von Infrastruktur=
 und
Produktivit=E4t anzulocken.</b> </p><p>
</p><p>
W=E4hrend Israel von der schon erw=E4hnten Verbindung zwischen hohem
Ausbildungs- und relativ niedrigem Lohnniveau zu profitieren sucht, sind
=E4hnliche Verh=E4ltnisse in einzelnen arabischen Staaten oder Industrien
durchaus auch gegeben oder realisierbar. Verbesserungen der Infrastruktur s=
owie
juristische und praktische Vereinfachungen privatwirtschaftlicher
T=E4tigkeit k=F6nnten die Attraktivit=E4t arabischer L=E4nder
f=FCr ausl=E4ndische Investoren auch im Vergleich zu Israel weiter
st=E4rken. Mehr jedoch als anderswo m=FCssen hier die sozialen Grenzen
investitionsfreundlicher Politik beachtet werden, denn <b>der Friede mit Is=
rael
wird nur dann als gerecht betrachtet werden, wenn er mit sozialer Gerechtig=
keit
Hand in Hand geht. Wird dieser Aspekt vernachl=E4ssigt, so werden die
Benachteiligten den Frieden nicht mittragen. Dabei geht es weniger um die
materielle Bestechung der Gegner des Friedens, als darum, seinen
Bef=FCrwortern Recht zu geben, die hoffen, das Ende des Konfliktes werde
endlich zu Entwicklung und Wohlstand f=FChren. Die Entt=E4uschung solcher
Hoffnungen k=F6nnte leicht innenpolitische Krisen provozieren, die nicht nu=
r
das Investitionsklima beeintr=E4chtigen w=FCrden.</b> Sollten sich
arabische Staaten und Israel zu gleicherma=DFen attraktiven
Investitionsstandorten entwickeln, so w=FCrde dies weitreichende Folgen
f=FCr die gegenseitigen Handelsbeziehungen haben und schlie=DFlich zum
Austausch von Waren- und Dienstleistungsprodukten gleichen Mehrwertes
f=FChren.</p><p>
</p><p>
In noch zwei weiteren Branchen w=FCrde die =D6ffnung der
arabisch-israelischen Grenzen allen Beteiligten gleiche Vorteile bringen. Z=
um
einen trifft dies auf den Tourismus aus Drittl=E4ndern zu, der sich stark
entwickeln w=FCrde. Zum andern w=FCrden sowohl Israel als auch die
arabischen Staaten aus der neuen M=F6glichkeit des Transithandels Gewinn
ziehen. Selbst unter Bedingungen, die israelischen Interessen Rechnung trag=
en,
w=FCrden sich der Personen- und G=FCterverkehr zwischen den arabischen
Staaten Nordafrikas und Westasiens durch die =D6ffnung von
=DCberlandrouten vereinfachen und verbilligen. =C4hnliches trifft
f=FCr den Verkehr zwischen Israel und der T=FCrkei zu, obwohl dieser wohl
vergleichsweise unbedeutend bliebe; st=E4rker als arabische L=E4nder
dagegen w=FCrde Israel aus rein geographischen Gr=FCnden von
gegenseitigen =DCberflugrechten profitieren. Dennoch sollte das Volumen
k=FCnftigen Transitverkehrs in Anbetracht des bescheidenen Anteils
interarabischen Handels am Au=DFenhandel der einzelnen arabischen Staaten
(zumeist unter 10 Prozent) nicht =FCbersch=E4tzt werden. </p><p>
</p><p>
</p><p>
<b>Arbeits- und Kapitalmarkt</b></p><p>
</p><p>
<b>Neben dem Austausch von Waren wird vorl=E4ufig der Austausch von
Produktionsfaktoren der zweite bedeutende Bereich arabisch- israelischer
Wirtschaftskooperation sein. Mehr noch als der Austausch von Waren geringer=
en
gegen solche h=F6heren Mehrwertes reflektiert der Austausch von arabischer,
vor allem pal=E4stinensischer Arbeitskraft und israelischem Kapital die
Ungleichheit der k=FCnftigen Wirtschaftsbeziehungen.</b> W=E4hrend das
Pariser Abkommen vom 29. April 1994 prinzipiell nicht nur Pal=E4stinensern
erlaubt, in Israel zu arbeiten, sondern umgekehrt auch Israelis erlaubt, in
Pal=E4stina zu arbeiten, wird die Anzahl israelischer Arbeitnehmer dort woh=
l
gering bleiben. Israelische Arbeitsmigration in andere arabische L=E4nder
d=FCrfte selbst im mittelfristig unwahrscheinlichen Falle vertraglich
geregelter Niederlassungsfreiheit auf eine geringe Anzahl von
Gesch=E4ftsleuten und Experten beschr=E4nkt sein. </p><p>
</p><p>
Umgekehrt wird wohl auch die heute trotz <i>intifada</i> noch beachtliche Z=
ahl
in Israel arbeitender Pal=E4stinenser mit dem Ende des gegenw=E4rtigen
israelischen Baubooms und aufgrund in letzter Zeit vermehrt
ge=E4u=DFerter Sicherheitsbedenken weiter sinken, doch kaum auf Null
zur=FCckgehen. Die neuen j=FCdischen Einwanderer zumeist
osteurop=E4ischer Herkunft haben Karrierevorstellungen, die nicht mit von
Pal=E4stinensern besetzten Niedriglohnstellen befriedigt werden k=F6nnen.
Verbleibende pal=E4stinensische Grenzg=E4nger aus Sicherheitsgr=FCnden
durch Arbeitsmigranten anderer Herkunft zu ersetzen, w=FCrde zu
verschiedenen anderen Schwierigkeiten f=FChren, durch das explosive
Anwachsen der Arbeitslosigkeit in Pal=E4stina den dortigen Gegnern des
Friedens mit Israel in die H=E4nde spielen und den gesamten von Israel
gew=FCnschten Proze=DF der Normalisierung gef=E4hrden. Selbst wenn
sieben Jahre nach Beginn der <i>intifada</i> nicht mehr wie 1987 45 Prozent=
 der
arbeitenden Bev=F6lkerung des Gaza-Streifens und 35 Prozent der des
Westjordanlandes in Israel arbeiten, reflektieren diese Zahlen doch die
Gr=F6=DFenordnung des Problems. </p><p>
</p><p>
Obwohl Lohnarbeit tendenziell Arbeitgebern gr=F6=DFeren Gewinn bringt
als Arbeitnehmern und im israelisch-pal=E4stinensischen Falle damit
letztlich zu einem einseitigen Kapitaltransfer f=FChrt, der sich wie in den
israelisch-arabischen Handelsbeziehungen zu Gunsten Israels auswirkt,
l=E4=DFt der Arbeitsplatzmangel in der erst noch aufzubauenden
pal=E4stinensischen Wirtschaft vorl=E4ufig keine Wahl, als diesen Zustand
zu akzeptieren. L=E4ngerfristig jedoch ist zu erwarten, da=DF
verantwortliche pal=E4stinensische Stellen versuchen werden, durch die
Schaffung von Arbeitspl=E4tzen solche volkswirtschaftlichen Verluste zu
vermeiden.   </p><p>
</p><p>
Da sowohl Israel als auch seine direkten arabischen Nachbarn an Kapitalmang=
el
leiden, w=E4ren innerhalb der Region nur =F6ffentliche oder private
Kapitaleigner aus den erd=F6lproduziereden L=E4ndern des Golfs in der
Lage, in gr=F6=DFerem Ausma=DFe =FCber die alten Boykottgrenzen
hinweg zu investieren. Allerdings hat der Zusammenbruch des Erd=F6lpreises
auch hier zu Kapitalknappheit gef=FChrt. Dies schlie=DFt
selbstverst=E4ndlich nicht bescheidenere Projekte arabischer Investoren in
Israel oder umgekehrt israelische in arabischen Staaten aus. Die schon
diskutierte Attraktivit=E4t der jeweiligen Standorte wird dabei, wie
=FCberall auf der Welt, von gro=DFer Bedeutung sein. Solange Syrer,
=C4gypter und Israelis trotz in den letzten Jahren wachsender
Investitionserleichterungen und Anreize immer noch lieber im Ausland als zu
Hause investieren, scheint diese Attraktivit=E4t allerdings begrenzt. Ferne=
r
bed=FCrfen Kapitalinvestitionen einer weit gr=F6=DFeren
Vertrauensbasis als Handelsbeziehungen oder gar Arbeitsmigration und
d=FCrften auch aus diesem Grund in der Anfangsphase politischer
Normalisierung nur beschr=E4nkt stattfinden.  </p><p>
</p><p>
Trotz dieser Einschr=E4nkungen werden sicherlich israelische und arabische
Kapitaleigner, insbesondere die Unterzeichner des Abkommens vom 13. Septemb=
er,
gemeinsam in <i>joint ventures</i> investieren, deren Aufgabe es sein wird,=
 die
Infrastruktur zu verbessern und gr=F6=DFere Industrieprojekte zu
verwirklichen. Im Bereich der Infrastrukturverbesserung w=FCrden solche
gemeinsamen Vorhaben vor allem dem Bau von Verkehrseinrichtungen, der
Wassernutzung und Energieversorgung dienen. Vom arabischen Transitverkehr
mitbenutzte Stra=DFen in Israel oder der geplante Neubau einer
Eisenbahnlinie von =C4gypten entlang der israelischen Mittelmeerk=FCste
bis in den Libanon und nach Syrien, wie sie einst bestand, k=F6nnten auf
diese Weise, allerdings wohl kaum ohne internationale Beteiligung, finanzie=
rt
werden. Dasselbe gilt f=FCr Hafenanlagen wie die von Shimon Peres
vorgeschlagene Zusammenlegung der H=E4fen von Aqaba (Jordanien) und Eilat
(Israel) am Roten Meer oder f=FCr den Bau eines Kanals von dort zum Toten
Meer. </p><p>
</p><p>
W=E4hrend in solchen <i>joint ventures</i> die Gleichheit der beteiligten
Parteien am ehesten gewahrt bleibt oder zumindest so erscheint, werden sich=
 die
Wirtschaftsbeziehungen zwischen Israel und seinen unmittelbaren arabischen
Nachbarn in den anderen Bereichen zumindest anfangs und f=FCr alle Welt
erkenntlich ungleich gestalten. Diese Ungleichheit, die nicht zuletzt
politische Gr=FCnde hat, manifestiert sich in einem Austausch von Produkten
verschiedenen Mehrwertes oder gar der Zusammenwirkung israelischen Kapitals=
 und
israelischer h=F6herqualifizierter Arbeitskr=E4fte auf der einen Seite
und weniger hoch qualifizierter arabischer, insbesonders pal=E4stinensische=
r
Arbeitskr=E4fte auf der anderen Seite. Wo diese Ungleichheit, die sich
letztlich in unterschiedlichen Gewinnspannen und einseitigen Kapitaltransfe=
rs
manifestiert, anf=E4nglich besteht, kann sie unter Entwicklungen, die
f=FCr die arabische Seite g=FCnstig verlaufen und von dieser
mitbeeinflusst werden k=F6nnen, vermindert werden; eine solche sp=E4tere
Verbesserung der arabischen Position ist jedoch keineswegs unvermeidlich. D=
ie
Handelsbeziehungen zwischen Israel und den haupts=E4chlich
erd=F6lexportierenden Staaten der Arabischen Halbinsel folgen aufgrund des
Rentencharakters des =D6lpreises selbstverst=E4ndlich anderen Gesetzen.</p>=
<p>
</p><p>
</p><p>
<b>Politische Folgen wirtschaftlicher Zusammenarbeit</b></p><p>
</p><p>
W=E4hrend die israelischen Pl=E4ne zur F=F6rderung der
wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den arabischen Staaten ohne die Erwartu=
ng
materiellen Gewinnes nicht entstanden w=E4ren, lassen sie sich nicht allein
auf diese Dimension reduzieren. Wie auch im Falle der westeurop=E4ischen
Integration nach dem Zweiten Weltkrieg scheinen die israelischen Pl=E4ne vo=
n
Gedanken und sozialwissenschaftlichen Ans=E4tzen mitgeleitet zu sein, die
Prozesse wirtschaftlicher Integration mit der Sicherung zwischenstaatlichen
Friedens verbinden. <b>Gegenseitige wirtschaftliche Abh=E4ngigkeit durch
Arbeitsteilung (Interdependenz) und die generell wachstumsf=F6rdernden
Auswirkungen von Freihandelsabkommen oder Zonen tragen aus dieser Perpektiv=
e
dazu bei, milit=E4rische Angriffe oder auch nur Boykottma=DFnahmen und
andere Feindseligkeiten zu vermeiden, da sie zugleich auch immer den Intere=
ssen
des Angreifers schaden w=FCrden. Menschliche und soziale Beziehungen, die
sich mit wachsender wirtschaftlicher Zusammenarbeit verst=E4rken,
w=FCrden dar=FCberhinaus zu besserem gegenseitigen Verst=E4ndnis und
neuen Freundschaften f=FChren.</b> Eine zynischere Interpretation
israelischer Absichten besteht darin, wirtschaftliche Kooperation als einen
Euphemismus f=FCr wirtschaftliche und letztlich politische Dominanz zu
sehen.</p><p>
</p><p>
Ohne die allgemeine G=FCltigkeit der Annahme zu diskutieren, wirtschaftlich=
e
Interdependenz sei friedensstiftend, mu=DF hier doch angemerkt werden,
da=DF, im Gegensatz zu Westeuropa nach dem Zweiten Weltkrieg, der Nahe
Osten heute von den schon erw=E4hnten starken wirtschaftlichen
Ungleichheiten gekennzeichnet ist, die eher zu
Abh=E4ngigkeitsverh=E4ltnissen zwischen einzelnen Staaten als zu ihrer
gleichm=E4=DFigen Interdependenz f=FChren. Auch ist es fraglich, ob
israelische Bef=FCrworter wirtschaftlicher Integration mit den sozialen
Folgen gl=FCcklich w=E4ren, die dieser Proze=DF am Ende mit sich
bringen k=F6nnte. So zeigt das europ=E4ische Beispiel, wie =FCber die
Jahre hinweg eine transnationale Gesellschaft oder zumindest transnationale
Segmente in den verschiedenen Gesellschaften Gestalt annehmen, die <i>ipso
facto</i> nationale Grenzen transzendieren. Im Nahen Osten k=F6nnte eine
solche Entwicklung letztlich zur Verwandlung Israels und Pal=E4stinas in
einen s=E4kularen Staat f=FCr Juden, Muslime und Christen
hebr=E4ischer und arabischer Sprache f=FChren, wie er lange Zeit von der
PLO gefordert wurde. </p><p>
</p><p>
Innenpolitisch, so die Hoffnung auf israelischer Seite, w=FCrde das mit der
regionalen Wirtschaftsintegration verbundene Wachstum die Integration neuer
Einwanderer erleichtern, generell den Lebensstandard der Bev=F6lkerung
verbessern und damit Legitimit=E4t f=FCr die Regierung schaffen.
Dar=FCberhinaus k=F6nnten Erfolg, Wachstum und Expansion auf
wirtschaftlicher Ebene zu den neuen Leitmotiven einer Gesellschaft werden, =
die
unter den Bedingungen der "Neuen Weltordnung" ihre Identit=E4t nicht mehr
durch die alten Mechanismen der Konfrontation, sei dies zur Verteidigung od=
er
zur Expansion, aufrechterhalten kann.</p><p>
</p><p>
Der verglichsweise geringe Enthusiasmus, der auf arabischer Seite f=FCr
wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Israel besteht, r=FCckt bef=FCrchtete
st=E4rker als beabsichtigte politische Folgen in den Vordergrund. Die
meisten arabischen Skeptiker (was nicht bedeutet da=DF alle Araber hier
Skeptiker w=E4ren) nehmen an, da=DF die ungleichen
Wirtschaftsbeziehungen am Ende zu einem politischen
Abh=E4ngigkeitsverh=E4ltnis f=FChren werden, das es Israel erlauben
w=FCrde, ohne milit=E4rische Pr=E4senz die gesamte arabische Welt so
zu kontrollieren wie es die Besetzten Gebiete kontrollierte. Selbst wenn di=
es
vermieden werden k=F6nnte, so w=FCrde ihrer Meinung nach die
Legitimit=E4t der arabischen Regierungen stark darunter leiden, da=DF
gewisse Branchen ihrer heimischen Wirtschaft mit israelischen Produkten
konkurrieren m=FCssen. Allein da=DF diese Produkte tagt=E4glich an
die Existenz Israels erinnern, k=F6nnte diesen Legitimit=E4tsverlust
bewirken. Die so argumentieren, sind oft nicht Gegner von Friedensabkommen =
an
sich, sondern Bef=FCrworter eines zu Beginn "kalten" oder k=FChlen
Friedens, der um so sicherer sei, als er sich langsam erw=E4rmt.  </p><p>
</p><p>
</p><p>
<b>Innenpolitische Folgen</b></p><p>
</p><p>
<b>Friedensvertr=E4ge zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn allein
werden in keinem der beteiligten Staaten zu grundlegenden =C4nderungen des
politischen Systems f=FChren, wenn sie auch ein Element in ihrem langsamen
Wandel sein k=F6nnen. Die mehr oder minder ausgepr=E4gten
autoritaristischen Z=FCge der arabischen Regime k=F6nnten sich aufgrund
des Friedens im Zusammenspiel mit anderen Faktoren wie sozialem Wandel und
au=DFenpolitischem Druck abschw=E4chen, ohne aber notwendigerweise zu
verschwinden. In Pal=E4stina selbst besteht die Gefahr, da=DF der
Widerstand gegen=FCber dem Gaza-Jericho Abkommen und der PLO-F=FChrung zu
einer Politik innerer Repression f=FChren k=F6nnte, die die Hoffnung auf
ein demokratisches Gemeinwesen erstickt. </b></p><p>
 </p><p>
Vor diesem Hintergrund werden die innenpolitischen Konsequenzen
arabisch-israelischer Wirtschaftskooperation, wie auch die innenpolitischen
Folgen der Friedensvertr=E4ge im allgemeinen davon abh=E4ngen, inwieweit
die Ergebnisse einzelnen Akteuren als gewinnbringend oder zumindest gerecht
erscheinen. Ein vom arabischen Standpunkt aus gesehen gerechter Frieden unt=
er
v=F6lligem israelischem R=FCckzug von allen 1967 besetzten Gebieten
k=F6nnte dennoch innenpolitisch schwer zu rechtfertigen sein, wenn der
Eindruck entsteht, da=DF er zu wirtschaftlichen Nachteilen f=FCr die
arabischen Staaten oder gar deren Kolonisierung f=FChrt. Ebenso wird es der
israelischen Regierung leichter fallen, manche Skeptiker von der
N=FCtzlichkeit eines solchen R=FCckzuges zu =FCberzeugen, wenn dieser
durch wirtschaftliche Vorteile ausgeglichen wird. <b>Die Frage ist damit, w=
ie
wirtschaftliche Zusammenarbeit f=FCr beide Seiten vorteilhaft gestaltet
werden kann, um innenpolitisch vertretbar zu sein und nicht den Frieden als
solchen in Frage zu stellen.</b> Die Antwort auf diese Frage mag der Quadra=
tur
des Kreises nahekommen. Denn die arabischen Staaten m=F6chten ihre
Wirtschaftsbeziehungen mit Israel wie mit anderen Partnern so gestalten,
da=DF sich ihre L=E4nder m=F6glichst rasch an das Niveau der
wirtschaftlichen Entwicklung Israels und schlie=DFlich Europas
ann=E4hern; dagegen basieren israelische Pl=E4ne f=FCr wirtschaftliche
Zusammenarbeit weitgehend auf dem Fortbestand unterschiedlicher
Entwicklungsniveaus wie es wohl auch immer noch Teil israelischen
Selbstverst=E4ndisses ist, Symbol der "Moderne" in einer Region der
"R=FCckst=E4ndigkeit" zu sein. </p><p>
</p><p>
<b>Selbstverst=E4ndlich h=E4ngt weder die wirtschaftliche Entwicklung
Israels noch die der arabischen Staaten von quantitativ am Ende relativ
unbedeutenden gegenseitigen Beziehungen auf diesem Gebiet ab. Vor allem abe=
r in
den arabischen Staaten k=F6nnte leicht der Eindruck entstehen oder
geschaffen werden, da=DF der Fortbestand ungleicher Entwicklungsniveaus auf
eben diese Art der Normalisierung der gegenseitigen Beziehungen
zur=FCckzuf=FChren sei. Die zahlreichen Gegner der Normalisierung, von
denen sich manche bis heute weigern, zusammen mit Israelis an Debatten zu
diesem Thema teilzunehmen, k=F6nnten durchaus versuchen, <i>Indikatoren</i>
ungleicher Entwicklung, wie etwa den Austausch von Waren verschiedenen
Mehrwertes, in deren <i>Ursachen</i> umzudeuten.</b></p><p>
</p><p>
In Israel wie auch in den arabischen Staaten ist es fraglich, ob politische
=DCberzeugungen durch materielle Vorteile beeinflu=DFt oder gar gekauft
werden k=F6nnen. Ideologisch dem Konzept eines Gro=DF-Israels
verpflichtete Kreise, die von den nach dem Massaker von Khalil/Hebron
aufgel=F6sten Terroristengruppen wie Kach und Kahane Hai bis in die
Likud-Partei um den Oppositionsf=FChrer Netaniahu reichen (und selbst in de=
r
Arbeiterpartei zu finden sind), w=FCrden wohl Anh=E4nger verlieren, doch
sicherlich nicht von der politischen Landkarte verschwinden. Wie auch in de=
r
Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg w=FCrde selbst im
Falle eines Wirtschaftswunders, das aber im Nahen Osten einschlie=DFlich
Israels in dieser Form kaum zu erwarten ist, eine mehr oder minder gro=DFe
Bewegung von ewig Gestrigen am rechten Rand des politischen Spektrums
fortbestehen. Weit bedeutendere Auswirkungen w=FCrde ein wirtschaftlicher
Aufschwung unter den zahlreichen politisch Unentschiedenen und
Wankelm=FCtigen zeigen, die dann, ohne alte Prinzipien aufgeben zu
m=FCssen, zu einer festeren St=FCtze des R=FCckzuges aus den Besetzten
Gebieten erstarken w=FCrden. Ungleiche wirtschaftliche Beziehungen mit den
oder einigen arabischen Staaten k=F6nnten sicher zu einem solchen Aufschwun=
g
beitragen, doch sind sie weder eine notwendige noch gar eine hinreichende
Bedingung daf=FCr. <b>Deshalb wird auch die Stabilit=E4t einer Regierung,
die R=FCckzug und Frieden sucht, weniger von den wirtschaftlichen
Beziehungen mit den arabischen Nachbarn als von ihrem Erfolg auf
wirtschaftlichem Gebiet insgesamt abh=E4ngen.</b></p><p>
</p><p>
Ungleiche Wirtschaftsbeziehungen in der Form fortgesetzter Arbeitsmigration=
 und
des Verkaufs von Produkten vergleichsweise geringen Mehrwertes nach Israel
w=FCrden paradoxerweise ausgerechnet in <b>Pal=E4stina</b> kurzfristig am
st=E4rksten zur Stabilit=E4t der neuen Regierung beitragen. Nur auf diese
Weise k=F6nnte die ausgeblutete Wirtschaft des Landes vor dem v=F6lligen
Zusammenbruch bewahrt werden und damit einer von der PLO-Spitze gef=FChrten
Regierung Legitimit=E4t verleihen. W=E4hrend schon das Abkommen vom
13.September von zahlreichen Pal=E4stinensern als unzureichend betrachtet
wurde, verst=E4rkte sich die Opposition im Verlauf der Verhandlungen
=FCber seine Ausgestaltung und praktische Ausf=FChrung. Damit wuchs die
Opposition innerhalb der PLO weit st=E4rker als die Anh=E4ngerschaft
ihrer prinzipientreuesten Mitgliedsorganisationen wie der PFLP (Volksfront
f=FCr die Befreiung Pal=E4stinas) und der DFLP (Demokratische Front
f=FCr die Befreiung Pal=E4stinas). Vor allem aber wuchs die Bedeutung von
islamistischen Gruppen au=DFerhalb der PLO, insbesondere von Hamas, in
einem Ausma=DF, das bei freien Wahlen eine Stimmenmehrheit f=FCr die
offizielle PLO-Linie in Frage stellten k=F6nnte. Dennoch werden die Wahlen,
auch wohl mit israelischer Hilfe, sicherlich eine von der PLO-Spitze
gef=FChrte Administration in den Sattel heben, die teils aufgrund des
Abkommens vom 13.September, teils um sich gegen=FCber der
pal=E4stinensischen Opposition zu behaupten, eng mit Israel
einschlie=DFlich dessen Sicherheits- und Repressionsapparat
zusammenarbeiten mu=DF. In dieser Situation bleibt die Wirtschaft der
entscheidende Bereich, in dem sich diese Administration Legitimit=E4t
verschaffen kann. </p><p>
</p><p>
<b>L=E4ngerfristig jedoch wird die pal=E4stinensische =D6ffentlichkeit
als Erfolg nur den Aufbau einer modernen Wirtschaft gelten lassen, die mit
Israel zwar in einem Verh=E4ltnis gegenseitiger, aber nicht einseitiger
Abh=E4ngigkeit stehen darf. Einseitige Abh=E4ngigkeit w=FCrde, zu
Recht oder Unrecht, als eine Hauptursache pal=E4stinensischer
Unterentwicklung betrachtet werden.</b> Zusammen mit unbefriedigenden
Ergebnissen der Verhandlungen =FCber den endg=FCltigen Status der
Besetzten Gebiete oder anderen politischen Problemen k=F6nnten
wirtschaftliche Fragen das Vertrauen in die Administration v=F6llig
zerst=F6ren und zu einer neuen <i>intifada</i> von Pal=E4stinensern gegen
Pal=E4stinenser f=FChren, von innenpolitischer Stabilit=E4t
Pal=E4stinas und arabisch-israelischer Normalisierung k=F6nnte dann keine
Rede mehr sein.  </p><p>
</p><p>
Unter solchen Bedingungen k=F6nnten auch andere arabische Regierungen,
insbesondere Jordanien und Syrien, eine Politik der Normalisierung mit Isra=
el
nicht mehr fortsetzen, ohne sich und ihre Staaten den Gefahren von inneren
Unruhen, Terrorakten und selbst Putschversuchen auszusetzen. Demgegen=FCber
erscheinen die weiteren  Fragen, die arabisch-israelische
Wirtschaftsbeziehungen f=FCr die Legitimit=E4t der etablierten arabischen
Regierungen aufwerfen, unbedeutend, obgleich sie nicht untersch=E4tzt werde=
n
d=FCrfen. Da sich solche Beziehungen nur um den Preis des Ausschlusses
Pal=E4stinas aus interarabischen Wirtschaftsbeziehungen vermeiden lassen,
wird sich aber keine arabische Regierung dieser Problematik entziehen
k=F6nnen.</p><p>
</p><p>
Wohl die geringsten Schwierigkeiten d=FCrften sich unter normalen
Umst=E4nden f=FCr die haschemitische Monarchie in Jordanien ergeben, die
de facto schon seit langen ihren Frieden mit Israel geschlossen hatte, dies=
 im
Juli 1994 nunmehr formalisierte und diese Politik auch innenpolitisch relat=
iv
erfolgreich vertreten hat. Zwar wird die arabisch-nationalistische und
islamistische Opposition, die allerdings aus den letzten Parlamentswahlen n=
ach
dem israelisch-pal=E4stinensischen Abkommen geschw=E4cht hervorging, auch
weiterhin Kampagnen machen und unter Umst=E4nden aus den Reihen
wirtschaftlicher Verlierer Zulauf erhalten. Doch je nach Ausgestaltung dies=
er
Beziehungen k=F6nnte sich die Zahl dieser Verlierer auch schon dadurch in
Grenzen halten, da=DF, wie etwa im Bankensektor, ein Teil des
zisjordanischen Kuchens an transjordanische Unternehmen geht. Zudem
k=F6nnten die zahlreichen jordanischen Unternehmer pal=E4stinensischer
Herkunft in kooperierender Solidarit=E4t mit Pal=E4stina die Politik
wirtschaftlicher Grenz=F6ffnung innenpolitisch st=FCtzen. Langfristig
stellt sich jedoch auch im Falle Jordaniens die Frage der Gleichheit der
Wirtschaftsbeziehungen mit Israel. Weitere Gefahren k=F6nnten der
jordanischen Regierung erwachsen, falls Syrien einen Friedensvertrag oder d=
ie
Normalisierung der Beziehungen ablehnen sollte. Wie auch im unwahrscheinlic=
hen
Falle eines Wiedererstarkens des Regimes Saddam Husseins im Irak, k=F6nnte
Jordanien dann aufgrund seines "Verrats" starken Pressionen ausgesetzt sein=
.
</p><p>
</p><p>
Allem Z=F6gern und allen Vorbehalten zum Trotz wird auch <b>Syrien</b> mit
gro=DFer Wahrscheinlichkeit einen Friedensvertrag mit Israel unterzeichnen
und eine schrittweise Normalisierung der Beziehungen akzeptieren. W=E4hrend
die R=FCckgabe des Golan an Syriens daf=FCr eine notwendige Bedingung
ist, wird die Entscheidung der Regierung Asads, die sich =FCber Jahrzente
hinweg als Verteidigerin der arabischen Sache legitimiert hat, auch zum Tei=
l
von der Lage in Pal=E4stina abh=E4ngen. Eine indirekte oder schleichende
Normalisierung der syrisch-israelischen Beziehungen liesse sich allerdings =
kaum
vermeiden, ohne die Normalit=E4t der Beziehungen mit Jordanien und
Pal=E4stina in Frage zu stellen, die ihrerseits zweifelsohne ihre
Beziehungen mit Israel normalisieren werden oder m=FCssen. F=FCr die
syrische Regierung wird die Normalisierung aufgrund eben ihrer jahrzehntela=
ngen
Legitimit=E4tsstrategie der "Standhaftigkeit" innenpolitisch nicht leicht z=
u
vertreten sein. Insbesondere in der Ba'th-Partei und anderen arabisch-
nationalistischen Kreisen, die in Syrien ungleich st=E4rker sind als in
Jordanien, wie auch unter den Islamisten, k=F6nnte sich starke Opposition
entwickeln. Dies bedeutet nicht, da=DF damit die Tage eines Regimes
gez=E4hlt w=E4ren, das im Gegensatz zur Mehrzahl der Syrer im
libanesischen B=FCrgerkrieg Maroniten gegen Pal=E4stinenser und im ersten
Golfkrieg Iran gegen den Irak unterst=FCtzt hatte, und sich weiterhin auf
einen starken Repressionsapparat st=FCtzen kann. Auch w=FCrde die
Regierungspolitik von den f=FChrenden Vertretern des neu erstarkten
Privatsektors unterst=FCtzt werden, die in Wirtschaftsbereichen wie
Tourismus und industrieller Landwirtschaft investiert haben, die von der
Normalisierung nur gewinnen k=F6nnten. Generell gilt jedoch f=FCr Syrien
mehr noch als f=FCr Jordanien, da=DF auf Dauer weder die Regierung
selbst, noch die =FCber Jahrzehnte arabisch-nationalistisch
beeinflu=DFte =D6ffentlichkeit ungleiche Wirtschaftsbeziehungen mit
Israel akzeptieren w=FCrden.    </p><p>
</p><p>
Die Normalisierung der syrisch-israelischen Beziehungen w=FCrde dann auch
wirtschaftliche Beziehungen zwischen dem <b>Libanon</b> und Israel
erm=F6glichen. Firmen, insbesondere des Dienstleistungsbereiches,
k=F6nnten miteinander um regionale M=E4rkte konkurrieren, jedoch auch
zusammenarbeiten und damit zu einer gewissen israelischen Pr=E4senz im
Libanon f=FChren. Innenpolitisch k=F6nnte dies h=F6chst
unterschiedliche Folgen haben, obgleich auch libanesische Gewinne, die in
Zusammenarbeit mit Israelis realisiert werden, heftige Reaktionen ausl=F6se=
n
k=F6nnten.</p><p>
</p><p>
In <b>=C4gypten</b> werden wirtschaftliche Beziehungen mit Israel wohl wege=
n
der Gr=F6=DFe des Binnenmarktes und der zu Syrien und Jordanien
vergleichsweise fortgeschrittenen industriellen Entwicklung am
unauf=E4lligsten bleiben. Sicherlich w=FCrde das aus Solidarit=E4t mit
anderen arabischen Staaten bis heute k=FCnstlich beschr=E4nkte
Ausma=DF erweitert, doch wegen unzureichender Komplementarit=E4t und
anderer struktureller Hindernisse begrenzt bleiben. Dennoch w=FCrden
arabisch - nationalistische und die gegenw=E4rtig propagandistisch besonder=
s
starken islamistischen Kreise zu Boykotts aufrufen und die Gelegenheit
n=FCtzen, fortbestehende anti-israelische Gef=FChle in der
Bev=F6lkerung zu verst=E4rken, und auf diese Weise die Regierung zu
delegitimieren. Letztere w=FCrde jedoch auch in =C4gypten von starken
privatwirtschaflichen Interessen unterst=FCtzt werden. In der hier schon
heftig entbrannten Diskussion um al-sharq al- awsatiyya ("Nahostizismus") s=
ind
die Bef=FCrworter regionaler Kooperation und Integration oft zugleich die
Anw=E4lte wirtschaftlicher Liberalisierung zu Hause, w=E4hrend die Gegner
des neuen Konzeptes einen starken =F6ffentlichen Sektor verteidigen. </p><p=
>
</p><p>
<b>In den direkt an den Friedensverhandlungen beteiligten Staaten werden
Friedensabkommen und insbesondere die Normalisierung der gegenseitigen
Beziehungen zu neuen innenpolitischen Spannungen verschiedener Intensit=E4t
f=FChren. Mehr noch als die offizielle Beendigung eines Kriegszustandes, in
dem seit langem ganz offensichtlich keine M=F6glichkeit eines arabischen
Sieges mehr bestand, wird die Normalisierung der Beziehungen mit Israel,
insbesondere auf wirtschaftlichem Gebiet, die arabischen Regierungen vor
Legitimit=E4tsprobleme stellen, die nur gel=F6st werden k=F6nnen, wenn
ihren B=FCrgern diese Normalisierung als gerecht und gewinnbringend
erscheint. Vorl=E4ufig sollten die innenpolitischen Spannungen aufgrund des
begrenzten und schrittweisen Charakters der Normalisierung jedoch von den
jeweiligen Regierungen augefangen und verkraftet werden k=F6nnen,</b> wenn
auch dies in verschiedenen F=E4llen mit ernster Repression verbunden sein
k=F6nnte. Sollten allerdings von Israel verlangte repressive Ma=DFnahmen
in Pal=E4stina aus welchen Gr=FCnden auch immer stark zunehmen, so
w=FCrde nur die Aufk=FCndigung der Normalisierung die Stabilit=E4t der
gegenw=E4rtigen arabischen Regierungen und letztlich den Frieden in seiner
in Madrid und Washington ausgehandeltem Form sichern. L=E4ngerfristig
w=FCrde auch der Fortbestand ungleicher Wirtschaftsbeziehungen die
Normalisierung gef=E4hrden, vor allem wenn auf arabischer Seite diese
Ungleichheit f=FCr wirtschaftliche Schwierigkeiten verantwortlich gemacht
wird.    </p><p>
<!-- START END -->
</p><hr>
<font size=3D"-2">
=A9 <a href=3D"mailto:wwwadm@www.fes.de">Friedrich Ebert Stiftung</a>
| <a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/support.html">t=
echnical support</a> | net edition=20
<a href=3D"mailto:walter.wimmer@fes.de">fes-library</a> | M=E4rz 1998 =20
</font></td></tr></tbody></table>
<!-- END END -->
</body></html>
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