From: <Saved by Blink>
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Date: Wed, 7 May 2025 14:07:24 +0200
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Die soziale Marktwirtschaft zukunftsf=E4hig machen : die Zukunftskommission=
 der Friedrich-Ebert-Stiftung weist einen Weg
 / [hrsg. vom Wirtschafts- und Sozialpolitischen Beratungszentrum der Fried=
rich-Ebert-Stiftung, Abt. Wirtschaftspolitik]. - [Electronic ed.]. - Bonn, =
1999. - 16 S.
&lt;br&gt;Electronic ed.: Bonn: FES Library, 2000
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ssion ; Soziale Marktwirtschaft ; Wirtschaft und Politik ; Wirtschaftsentwi=
cklung ; Wirtschaftsstrukturpolitik ; Wirtschaftsreform ; Wirtschaftswachst=
um ; Innovation ; ; Wirtschaftspolitik ; Economic policy ; Deutschland Bund=
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hig machen : die Zukunftskommission der Friedrich-Ebert-Stiftung weist eine=
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<tbody><tr>
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<center><img src=3D"https://library.fes.de/images/digbib/d_titel.gif" alt=
=3D"TITELINFO"></center><br><br>
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<!-- END BEGIN1 -->
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Die soziale Marktwirtschaft zukunftsf=E4hig machen : die Zukunftskommission=
 der Friedrich-Ebert-Stiftung weist einen Weg
 / [hrsg. vom Wirtschafts- und Sozialpolitischen Beratungszentrum der Fried=
rich-Ebert-Stiftung, Abt. Wirtschaftspolitik]. - [Electronic ed.]. - Bonn, =
1999. - 16 S.
<br>Electronic ed.: Bonn: FES Library, 2000
<br><br><font size=3D"-1"><i>=A9 Friedrich-Ebert-Stiftung</i></font>



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</font>
<br><br>
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=3D"TITELINFO"></center><br><br>

<br><br>
<p align=3D"RIGHT"><font size=3D"-1" color=3D"#800040"><i> </i><i>[Seite de=
r Druckausg.: 1-2=3DTitelseiten]</i>
<br><i> </i><i>[Seite der Druckausg.: 3]</i></font>
<font size=3D"+1">
</font></p><p align=3D"CENTER"><font size=3D"+1">Die soziale Marktwirtschaf=
t zukunftsf=E4hig machen
<br>Die Zukunftskommission der Friedrich-Ebert-Stiftung weist einen Weg
</font>
<br><br>
</p><p>Hinter der Diskussion zwischen den sogenannten Modernisierern und de=
n sogenannten Traditionalisten in der Sozialdemokratie steckt in Wahrheit d=
ie weit =FCber Partei- und Ideologiegrenzen hinausreichende Grundsatzfrage:=
 Mit welchen Mitteln l=E4=DFt sich soziale Gerechtigkeit in der postindustr=
iellen Dienstleistungsgesellschaft herstellen oder erhalten? Geh=F6ren Begr=
iffe wie Solidarit=E4t und Chancengleichheit endg=FCltig der politischen Ve=
rgangenheit an oder gibt es Wege, den Sozialstaat, der vielen als Auslaufmo=
dell gilt, fit zu machen f=FCr die neuen Herausforderungen?
</p><p>Das =FCber Jahrzehnte gepriesene, vielfach kopierte =84Modell Deutsc=
hland" bescherte seinen B=FCrgern =FCber Jahrzehnte berufliche und private =
Sicherheit und wachsenden Wohlstand. Der fast sprichw=F6rtliche soziale Fri=
eden war nicht nur ein wichtiger Produktionsfaktor, sondern hat wesentlich =
zur Stabilisierung der Demokratie beigetragen. Durch die Ver=E4nderungen, m=
it denen alle traditionellen Industrienationen zu k=E4mpfen haben, ist dies=
es alte Modell Deutschland an seine Grenzen gesto=DFen. Wer es erhalten m=
=F6chte, mu=DF bereit sein zu tiefgreifenden Ver=E4nderungen im wirtschaftl=
ichen, sozialen und =F6kologischen Bereich.
</p><p>Mehrere Jahre lang hat sich die Zukunftskommission der Friedrich-Ebe=
rt-Stiftung (besetzt mit hochrangigen Wissenschaftlern aus unterschiedliche=
n Bereichen und mit durchaus unterschiedlichen Meinungen) mit der Frage bes=
ch=E4ftigt, wie das alte Modell Deutschland durch ein in sich stimmiges und=
 robustes neues Modell ersetzt werden k=F6nnte.
</p><p>Bewu=DFt hat sich die Kommission auf vier Reformprojekte beschr=E4nk=
t, sich vor allem auf Themen konzentriert, deren Realisierung in absehbarer=
 Zeit m=F6glich erscheint. Wichtig war allen Beteiligten die offene Diskuss=
ion. Vom l=E4hmenden Verweis auf das =84politisch Machbare" wollte man sich=
 nicht einschr=E4nken lassen. Weiter wurde die Auswahl der Themen durch die=
 Frage mitbestimmt: Was ist national m=F6glich, was l=E4=DFt sich verwirkli=
chen, ohne auf neue europ=E4ische oder multinationale Regelungen zu warten?
</p><p>Die Zukunftskommission ging dabei von folgenden Thesen aus:
</p><ul>
<li> Die Politik tr=E4gt Verantwortung f=FCr Bildung, Ausbildung, Wissensch=
aft und Forschung und damit f=FCr die Innovationsf=E4higkeit des Landes.
</li><li> Der Nationalstaat ist verantwortlich f=FCr Besch=E4ftigung. Er ka=
nn und mu=DF die Rahmenbedingungen schaffen.
</li><li> Der Nationalstaat ist mitverantwortlich f=FCr das soziale Wohlerg=
ehen seiner B=FCrger. Familien m=FCssen weiterhin Wahlm=F6glichkeiten haben=
. Bei gescheiterten Lebensplanungen, im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankhe=
it und im Alter mu=DF es verl=E4=DFliche soziale Netze geben.
</li></ul>

<p align=3D"RIGHT"><font size=3D"-1" color=3D"#800040"><i> </i><i>[Seite de=
r Druckausg.: 4]</i></font>
</p><ul>
<li> Der Nationalstaat ist, auch wenn die Probleme vor nationalen Grenzen n=
icht Halt machen, verantwortlich f=FCr einen schonenden Umgang mit Ressourc=
en, f=FCr eine Umweltpolitik, die auch den kommenden Generationen eine Chan=
ce l=E4=DFt.
</li></ul>
<p>Dieses Papier wird die Vorschl=E4ge der Zukunftskommission nur kurz zusa=
mmenfassen. Es soll jenen Argumentationshilfen bieten, die sich engagieren =
in der Diskussion um Besch=E4ftigung und soziale Sicherungssysteme von morg=
en, die sich f=FCr Bildungs-, Ausbildungs- und Umweltfragen interessieren.
</p><p>Folgende vier Projekte werden knapp dargestellt:
</p><ol>
<li>  Verbesserung der Innovationsf=E4higkeit und St=E4rkung der Humanresso=
urcen.
</li><li>  Verbesserte Besch=E4ftigungsm=F6glichkeiten f=FCr Niedrigqualifi=
zierte.
</li><li>  Wandel der Familie und Besch=E4ftigungskrise als Herausforderung=
en an eine Politik sozialer Integration.
</li><li>  Umweltvertr=E4gliche Lebens- und Wirtschaftsweise.
</li></ol>

<table border=3D"" cellpadding=3D"20"><tbody><tr><td>
<p>Wer tiefer in die Materie einsteigen m=F6chte, kann sich im Buchhandel d=
ie 400 Seiten starke Langfassung besorgen. Der Titel lautet:
<br>
<br>Zukunftskommission der Friedrich-Ebert-Stiftung:
<br>Wirtschaftliche Leistungsf=E4higkeit, sozialer Zusammenhalt, =F6kologis=
che Nachhaltigkeit. Drei Ziele - ein Weg
</p><p>Das Buch ist erschienen im Verlag J.H.W. Dietz Nachf., Bonn 1998=20
<br>(ISBN 3-8012-0269-0)
</p></td></tr></tbody></table><br><br>

<p align=3D"RIGHT"><font size=3D"-1" color=3D"#800040"><i> </i><i>[Seite de=
r Druckausg.: 5]</i></font>
<br><br></p><p align=3D"CENTER"><a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/=
fo-wirtschaft/00706.htm#I0"><img src=3D"https://library.fes.de/images/digbi=
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><br><br>

<a name=3D"E9E2"></a><br>
<font size=3D"+1">Das alte Modell Deutschland - ein Auslaufmodell</font>
<br><br>
</p><p>Kapitalismus mit menschlichem Antlitz - so wurde das weltweit bewund=
erte Modell Deutschland oft =FCbersetzt. Die Voraussetzungen f=FCr den beis=
piellosen Wiederaufbau nach dem Kriege waren vor allem folgende: ein ausgep=
r=E4gter Wille quer durch alle Bev=F6lkerungsschichten, die Lebensbedingung=
en zu verbessern. Ein kooperatives Politikmodell und eine verfassungsrechtl=
ich garantierte Tarifautonomie, die in Zeiten stetigen Wachstums f=FCr eine=
 Balance zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberinteressen sorgte. Ein Sozia=
lstaat, der mit wachsendem Wohlstand seine B=FCrger nicht nur gegen die Ris=
iken Alter, Krankheit und Arbeitslosigkeit absicherte, sondern auch die Bil=
dungschancen verbesserte, Eltern finanziell unter die Arme griff und zuletz=
t durch die Pflegeversicherung eine weitere S=E4ule der Sozialversicherung =
schuf. Stetiges Wirtschaftswachstum und Vollbesch=E4ftigung erh=F6hten die =
Verteilungsspielr=E4ume. Bis in die 70er Jahre hie=DF Vollbesch=E4ftigung e=
twas pauschal ausgedr=FCckt: 45j=E4hrige durchgehende Erwerbst=E4tigkeit de=
s m=E4nnlichen Ern=E4hrers und Haushaltsvorstandes. Die Frauen waren f=FCr =
Haushalt und Kinder zust=E4ndig. Diese geschlechterspezifische Arbeitsteilu=
ng bestimmte das westdeutsche Modell der sozialen Sicherung, w=E4hrend die =
DDR die gleichberechtigte Teilhabe der M=FCtter am Arbeitsplatz f=F6rderte.
</p><p>Das Modell funktionierte also, so lange die Wirtschaft einen stetige=
n Bedarf an immer besser ausgebildeten Arbeitnehmern hatte, so lange Ehepaa=
re f=FCr ausreichend Nachwuchs sorgten und die Frauen h=F6chstens ein wenig=
 =84dazuverdienten". Seit mindestens 25 Jahren gab es Warnsignale, die aber=
 ignoriert wurden: die Frauen dr=E4ngten auf den Arbeitsmarkt, es wurden im=
mer weniger Kinder geboren. Rationalisierungswellen, zuerst in der Industri=
e, dann auch in allen anderen Bereichen schluckten mehr Arbeitspl=E4tze als=
 neue geschaffen wurden. Das Wirtschaftswachstum erfolgte auf Kosten der Um=
welt. Die expandierenden internationalen Finanzm=E4rkte schr=E4nkten die Au=
tonomie der nationalstaatlichen Regierungen ein. Um Ruhe im Land zu haben, =
wurde der Strukturwandel in veralteten Bereichen abgebremst statt gef=F6rde=
rt. Eine Umsteuerung in Richtung Innovationsf=F6rderung und =F6kologisches =
Wirtschaften wurde vers=E4umt. Die =DCberforderung der sozialen Sicherungss=
ysteme nach der Wiedervereinigung machte nur offenbar, was l=E4ngst vorher =
im Gange war: Es knirschte im Geb=E4lk des Sozialstaates, der immer noch vo=
n Vollbesch=E4ftigung ausging und von Jahr zu Jahr steigenden Wachstumsrate=
n. Als dann nach dem Ende des Kalten Krieges die =D6ffnung der M=E4rkte zus=
ammen mit der globalen Vernetzung der Kapitalm=E4rkte zu einer beispiellose=
n Versch=E4rfung des internationalen Wettbewerbs f=FChrten, mu=DFten alle I=
llusionen begraben werden, da=DF Vollbesch=E4ftigung im traditionellen Sinn=
e wieder erreichbar sein w=FCrde, wenn =84der Staat" nur die Weichen entspr=
echend stellen w=FCrde. Statt dessen hat massiver Arbeitsplatzabbau nun auc=
h den Kernbereich der qualifizierten Arbeitnehmer erreicht. Bei steigenden =
Ausgaben in einer =FCberalterten Gesellschaft flie=DFt immer weniger Geld i=
n die Kassen der Sicherungssysteme.
</p><p align=3D"RIGHT">
<font size=3D"-1" color=3D"#800040"><i> </i><i>[Seite der Druckausg.: 6]</i=
></font>
<br><br></p><p align=3D"CENTER"><a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/=
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><br><br>

<a name=3D"E9E3"></a><br>
<font size=3D"+1">Der Standort Deutschland und die =84Globalisierung"</font=
>
<br><br>
</p><p>Es ist modisch geworden, unter Hinweis auf den schillernden Begriff =
=84Globalisierung" das Ende des Nationalstaates auszurufen. Man starrt auf =
die internationalen Finanzm=E4rkte, auf multinationale Unternehmen und neig=
t dazu, fatalistisch alle, auch die hausgemachten Strukturprobleme, auf die=
 Folgen der Globalisierung zu schieben. Die Wirtschaft wiederum benutzt die=
ses Argument, um L=F6hne, Lohnnebenkosten und Steuern zu dr=FCcken. Die Zuk=
unftskommission teilt nicht die Furcht vor den sich entwickelnden L=E4ndern=
 der Dritten Welt, die angeblich Spitzenleistungen zu Niedrigl=F6hnen anbie=
ten k=F6nnen. Doch sie geht davon aus, da=DF der innereurop=E4ische Wettbew=
erb sich drastisch versch=E4rfen wird. Wenn keine Verst=E4ndigung auf der e=
urop=E4ischen Ebene erreicht werden kann, wird das - so die eindringliche W=
arnung - zum Abbau von steuerlichen, sozialen und =F6kologischen Standards =
f=FChren.
</p><p>Ein Kostensenkungswettlauf ist im Hochlohn- und Hochpreisland Deutsc=
hland unter keinen Umst=E4nden zu gewinnen, ist die Ansicht der Wissenschaf=
tler. Stattdessen mu=DF die - bisher alles in allem erfolgreiche - Diversif=
izierungsstrategie, also die Ausweitung der Produktion auf immer neue, attr=
aktive Produkte, energisch fortgesetzt werden. Ein moderner Industriestaat =
mu=DF auf Produkte, Dienstleistungen und Systeme setzen, f=FCr deren Absatz=
 die Qualit=E4t oder die Neuheit und weniger der Preis entscheidend sind.
<br><br></p><p align=3D"CENTER"><a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/=
fo-wirtschaft/00706.htm#I0"><img src=3D"https://library.fes.de/images/digbi=
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><br><br>

<a name=3D"E9E4"></a><br><font size=3D"+1">Soziale und =F6kologische Sackga=
ssen und wie sie vermieden werden k=F6nnen </font>
<br><br>
<br>

<a name=3D"E10E1"></a>
</p><p align=3D"CENTER">
</p><center>
<font size=3D"+1">Kostensenkung um jeden Preis - die Gesellschaft zahlt daf=
=FCr</font></center>
<br>
<p>Wer nur auf Kostensenkung setzen mag, auf die Beseitigung der Fl=E4chent=
arife, auf Deregulierung im Arbeitsrecht und auf weitere radikale Flexibili=
sierung der Arbeit, geht nach Meinung der Zukunftskommission einen f=FCr di=
e gesamte Gesellschaft riskanten Weg:
</p><p>Wenn die Lohneinkommen sinken und die Schere zwischen jenen, die gut=
 bis sehr gut verdienen und den Billigl=F6hnern auf der anderen Seite immer=
 weiter auseinanderklafft, dann wird das Armutsrisiko weiter steigen. Betro=
ffen werden vor allem die bereits heute einkommensschwachen Familien sein u=
nd die gro=DFe Zahl der Alleinstehenden mit geringer Qualifikation. Das wir=
d zu einer starken Verunsicherung und Entmutigung bei immer mehr B=FCrgern =
f=FChren. Die Bereitschaft, sich l=E4ngerfristig in einer Familie zu binden=
, wird dadurch sinken, ebenso die Bereitschaft, sich f=FCr diese Gesellscha=
ft zu engagieren. Die Zukunftskommission warnt eindringlich vor den mittel-=
 und langfristigen Folgen: Die Kinder und Jugendlichen, die in stark benach=
teiligten Familien heranwachsen, werden ohne sozialstaatliche Unterst=FCtzu=
ng keine Chance auf Bildung, Ausbildung, einen Arbeitsplatz haben. Die Folg=
en lassen sich in Amerika besichtigen: Illegale Formen der Lebensbew=E4ltig=
ung als Massenph=E4nomen, sprich: Kriminalit=E4t, Gewaltbereitschaft, Gleic=
hg=FCltigkeit gegen=FCber einer Gesellschaft, die ihnen keine Chancen gibt.=
 Besonders gro=DF sind diese Gefahren in Ostdeutschland, wo die sozialen un=
d kulturellen Schocks der schnellen Vereinigung noch nicht bew=E4ltigt sind=
. Noch auf lange Zeit wird Ostdeutschland auf dem Arbeitsmarkt benachteilig=
t sein. Gibt es keine M=F6glichkeiten, diese Benachteiligungen auf-
</p><p align=3D"RIGHT">
<font size=3D"-1" color=3D"#800040"><i> </i><i>[Seite der Druckausg.: 7]</i=
></font>
</p><p>zufangen durch arbeitsmarktpolitische und sozialpolitische Hilfen, d=
ann werden sich die Lebensbedingungen weiter polarisieren.
</p><p>Aus all diesen Gr=FCnden f=FChrt eine reine Kostensenkungsstrategie =
nach Ansicht der Kommission in die soziale Sackgasse.
<br></p><p align=3D"CENTER"><a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/fo-w=
irtschaft/00706.htm#I0"><img src=3D"https://library.fes.de/images/digbib/d_=
oben.gif" width=3D"160" height=3D"15" border=3D"0" alt=3D"Page Top"></a><br=
><br>

<a name=3D"E10E2"></a>
</p><p align=3D"CENTER">
</p><center>
<font size=3D"+1">Wohin f=FChrt eine konsequente Wachstumsstrategie?</font>=
</center>
<br>
<p>Die Verfechter des zweiten Kurses verfolgen eine reine Wachstumsstrategi=
e. Sie fordern die Beseitigung aller Investitionshemmnisse. Alles staatlich=
e Handeln hat sich nach dieser Anschauung der Vermehrung und Beschleunigung=
 arbeitsplatzschaffender Investitionen zu unterwerfen. Die Forderungen sind=
 bekannt: Lockerung des Umweltrechts. Revision von geltenden Grenzwerten. V=
erzicht auf langwierige Umweltvertr=E4glichkeitspr=FCfungen. Beseitigung od=
er radikale Beschleunigung von Genehmigungsverfahren. Ein solcher Weg w=FCr=
de die Lebensbedingungen der B=FCrger rasant verschlechtern - ohne da=DF si=
ch die Hoffnungen auf Wachstum erf=FCllen d=FCrften. Denn: die Attraktivit=
=E4t des Wirtschaftsstandorts Deutschland f=FCr forschungsintensive, dienst=
leistungsintensive Wirtschaftszweige, f=FCr all die zukunftstr=E4chtigen De=
nkfabriken, in denen neue Produkte entstehen, w=FCrde sinken. Vor allem abe=
r w=FCrde Deutschland seine Wettbewerbsvorteile auf den M=E4rkten f=FCr Umw=
elttechnologie verlieren.
</p><p>Alles in allem: Wachstum um jeden Preis f=FChrt wegen unkalkulierbar=
er Risiken in die =F6kologische Sackgasse.
</p><p>Wirtschaftliche, soziale und =F6kologische Ziele m=FCssen gleichrang=
ig sein, stellt die Kommission fest. Wo immer versucht wird, eines der drei=
 Ziele auf Kosten der beiden anderen in den Mittelpunkt zu stellen, ist das=
 Scheitern programmiert. Es gibt kein wirtschaftliches Wachstum ohne R=FCck=
sicht auf die Menschen und Schutz der nat=FCrlichen Ressourcen. Es gibt kei=
nen Sozialstaat, der diesen Namen verdient, ohne Wachstum und ohne lebenswe=
rte Umwelt. Und es gibt keine schonende Umweltpolitik ohne Zustimmung der B=
=FCrger und ohne innovatives Wirtschaften. Das sind vielleicht Binsenwahrhe=
iten, doch in der Praxis kommt es zu t=E4glichen Zielkonflikten, wie jeder =
B=FCrgermeister, jeder Betriebsrat und Unternehmer wei=DF.
</p><p>Die Zukunftskommission hat sich nun die Aufgabe gestellt, anhand von=
 vier Projekten diese drei Ziele unter einen Hut zu bringen. Nur so, dar=FC=
ber herrschte Einigkeit, wird es ein neues, in sich stimmiges, krisenfestes=
 =84Modell Deutschland" geben k=F6nnen oder anders gesagt: die Fortsetzung =
der sozialen, =F6kologisch ausgerichteten Marktwirtschaft durch Reformen.
</p><p>Leitsatz dabei war: Wer die soziale Marktwirtschaft erhalten will, m=
u=DF bereit sein zu tiefgreifenden Ver=E4nderungen. Die klassischen Rezepte=
, die Deutschland zu einer wohlhabenden, stabilen Demokratie gemacht haben,=
 taugen zum Teil nicht mehr f=FCr die Zukunft.
</p><p align=3D"RIGHT">
<font size=3D"-1" color=3D"#800040"><i> </i><i>[Seite der Druckausg.: 8]</i=
></font>
<br><br></p><p align=3D"CENTER"><a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/=
fo-wirtschaft/00706.htm#I0"><img src=3D"https://library.fes.de/images/digbi=
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><br><br>

<a name=3D"E9E5"></a><br>
<font size=3D"+1">Die Reformprojekte im einzelnen:</font>
<br><br>
<br>

<a name=3D"E10E3"></a>
</p><p align=3D"CENTER">
</p><center>
<font size=3D"+1">Verbesserung der Innovationsf=E4higkeit und St=E4rkung de=
r Humanressourcen</font></center>
<br>
<p>=DCbersetzt man das spr=F6de neudeutsche Wort von den =84Humanressourcen=
" w=F6rtlich, dann bedeutet es =84menschliche Hilfsmittel" oder =84menschli=
che Reserven". Gemeint ist damit das Kapital, das eine gut und praxisnah au=
sgebildete Mannschaft f=FCr die heutige und k=FCnftige Wirtschaft darstellt=
. In der Vergangenheit beruhte Wirtschaftswachstum vor allem auf vier S=E4u=
len:
</p><ul>
<li> den gewachsenen technologischen St=E4rken etwa in der Chemie, im Fahrz=
eugbau, im Maschinenbau
</li><li> einem dezentralen Wirtschaftssystem
</li><li> einem breiten Stamm von gut ausgebildeten Facharbeitern
</li><li> einem als beispielhaft geltenden dualen Ausbildungssystem.
</li></ul>
<p>Diese Bereiche sind einem besonders starken Ver=E4nderungsdruck unterwor=
fen. Wertsch=F6pfung und Besch=E4ftigung verlagern sich immer mehr vom Prod=
uktions- auf den Dienstleistungssektor. Die immer schnellere Aneignung und =
Verarbeitung von Wissen ist heute =FCberlebenswichtig. Gleichzeitig f=FChrt=
 die Globalisierung der Wirtschaft dazu, da=DF praktisch alle Bereiche der =
Wirtschaft - von der mechanischen Fertigung bis hin zu Forschung und Entwic=
klung - an jedem Ort der Welt organisiert werden k=F6nnen.
</p><p>Daran wird sich k=FCnftig nichts =E4ndern, im Gegenteil, diese Entwi=
cklungen werden sich beschleunigen. Die Frage ist: Wie weit sind die Untern=
ehmen, die in ihnen besch=E4ftigten Menschen und die Gesellschaft auf diese=
n Strukturwandel vorbereitet, der in vollem Gange ist? Anders gefragt: Wo k=
ommt es zu St=F6rungen, die behebbar w=E4ren? Die Zukunftskommission sieht =
die Probleme vor allem in drei Bereichen:
</p><ul>
<li> vielf=E4ltigen Blockaden im lnnovationssystem
</li><li> gewandelte Anforderungen an Qualifikation und Ausbildung
</li><li> Verkrustungen im Dienstleistungsbereich der =F6ffentlichen Hand.
</li></ul>
<p>Um fit zu bleiben f=FCr den internationalen Wettbewerb, mu=DF sich die d=
eutsche Volkswirtschaft vor allem im High-Tech-Bereich auf ihre St=E4rken b=
esinnen. Nicht Angleichung der deutschen Strukturen an m=F6glichst viele L=
=E4nder, die dann alle miteinander im Wettbewerb stehen, m=FCsse das Ziel s=
ein, sondern die Entwicklung eines eigenen Profils, das sich deutlich von d=
em der ausl=E4ndischen Konkurrenten unterscheidet. Das klingt sehr theoreti=
sch. Gemeint ist folgendes: Die deutsche Wirtschaft hat in vielen Bereichen=
 hohes Ansehen und angestammte M=E4rkte. Darauf l=E4=DFt sich aufbauen durc=
h eine stetige Weiterentwicklung der Spitzentechnologien. Au=DFerdem m=FCss=
en neue M=E4rkte erschlossen werden, nach Meinung der Kommission vor allem =
in der Informationstechnik, der Biotechnologie und im Zukunftsmarkt Multime=
dia.
</p><p>Entwicklungsblockaden, die Erfolgen im harten Wettbewerb entgegenste=
hen, lassen sich nach Meinung der Wissenschaftler folgenderma=DFen abbauen:
</p><ul>
<li> Es mu=DF ein Konzept zur schnelleren Koppelung von Zukunftstechnologie=
n mit den vorhandenen technisch-wirtschaftlichen St=E4rken entwickelt werde=
n.
</li></ul>
<p align=3D"RIGHT">
<font size=3D"-1" color=3D"#800040"><i> </i><i>[Seite der Druckausg.: 9]</i=
></font>
</p><ul>
<li> Die internationale Wissensproduktion mu=DF besser und das hei=DFt auch=
 schneller genutzt werden.
</li><li> Neue M=E4rkte k=F6nnen auch durch die Entwicklung und fr=FChe Vor=
stellung zukunftstr=E4chtiger Pilotvorhaben erschlossen werden.
</li><li> Die Forschungslandschaft mu=DF sich ver=E4ndern. Es mu=DF mehr fa=
ch=FCbergreifend geforscht werden, wir brauchen ein praxisorientiertes Fors=
chungsmanagement, eine gezieltere Forschungsf=F6rderung.
</li><li> Und schlie=DFlich mu=DF die deutsche Forschungs- und Technologiep=
olitik internationaler werden durch die Unterst=FCtzung l=E4nder=FCbergreif=
ender Projekte, durch gezielt gef=F6rderte Mobilit=E4t von Wissenschaftlern=
 und Studenten und durch die Unterst=FCtzung internationaler Engagements.
</li></ul>
<br><p align=3D"CENTER"><a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/fo-wirts=
chaft/00706.htm#I0"><img src=3D"https://library.fes.de/images/digbib/d_oben=
.gif" width=3D"160" height=3D"15" border=3D"0" alt=3D"Page Top"></a><br><br=
>

<a name=3D"E10E4"></a>
</p><p align=3D"CENTER">
</p><center>
<font size=3D"+1">Das Bildungs- und Ausbildungssystem</font></center>
<br>
<p>Es herrscht Einigkeit dar=FCber, da=DF eine der deutschen St=E4rken die =
breite Allgemeinbildung und die gr=FCndliche Berufsausbildung sind, hier vo=
r allem die Verkn=FCpfung zwischen Lernen im Betrieb und Lernen in der Schu=
le, also das duale System. Die St=E4rken sind bekannt, sie haben zu hochqua=
lifizierten Mannschaften bis weit in das mittlere Management gef=FChrt, und=
 dennoch wird sich vieles =E4ndern m=FCssen, wenn besonders das viel gelobt=
e duale Ausbildungssystem nicht an Auszehrung sterben soll.
</p><p>Die Kommission schl=E4gt u.a. eine Abkehr vom einzelbetrieblichen Fi=
nanzierungsmodus vor und eine Lockerung des relativ starren Berufsprinzips =
zugunsten einer breiteren Qualifikation. Anschlie=DFend an die 10. Klasse s=
ollten flexible Kombinationen zwischen beruflicher - im Betrieb - und allge=
meinbildender Ausbildung - in den Schulen - entwickelt werden. Dieses neue =
Modell mu=DF dann zu einer st=E4rkeren Durchl=E4ssigkeit der dualen Ausbild=
ung hin zu den Universit=E4ten und Fachhochschulen f=FChren. Das hei=DFt: W=
as heute die Ausnahme und f=FCr die jungen Menschen nur =E4u=DFerst m=FChsa=
m zu erreichen ist, n=E4mlich eine akademische Ausbildung auch ohne klassis=
che gymnasiale Abschl=FCsse, soll in Zukunft durch eine anders strukturiert=
e Berufsausbildung sehr viel leichter m=F6glich sein.
</p><p>Lebenslanges Lernen ist heute ein viel benutztes Schlagwort, doch es=
 fehlt bis heute der stabile verl=E4=DFliche Rahmen. Die Zukunftskommission=
 schl=E4gt deshalb ein Recht auf Weiterbildung vor, und zwar in Form von Gu=
tscheinen. Finanzierbar w=E4re es entweder =FCber Weiterbildungsfonds wie i=
n Frankreich oder auch =FCber Steuerabz=FCge.
</p><p align=3D"RIGHT">
<font size=3D"-1" color=3D"#800040"><i> </i><i>[Seite der Druckausg.: 10]</=
i></font>
</p><p><b>Auch der =F6ffentliche Dienst mu=DF sich =E4ndern</b>
</p><p>Eine Verbesserung der Innovationsf=E4higkeit ist ohne Ver=E4nderunge=
n im =F6ffentlichen Dienst nicht denkbar. Die Wissenschaftler benutzen zur =
Beschreibung des jetzigen Zustandes harsche S=E4tze: Das klassische Verwalt=
ungsmodell hat seine Leistungsgrenzen inzwischen =FCberschritten. Die Schwa=
chstellen liegen in wenig ausgepr=E4gter Erneuerungsf=E4higkeit, in mangeln=
der Professionalit=E4t und in der geringen Kundenorientierung.
</p><p>Mit dem Ruf nach dem schlanken Staat aber ist es nicht getan, denn d=
ieses Leitbild dient h=E4ufig nur als Alibi f=FCr Personalabbau und Leistun=
gseinschr=E4nkungen. Es geht um Modernisierung =F6ffentlicher Dienstleistun=
gen, also um Managementkompetenzen, um Abbau von Hierarchien, um ein neues =
bereichs=FCbergreifendes Denken, um eine nachhaltige, also umweltbewu=DFte =
Ressourcensteuerung. Was die Kommission damit anspricht, ist Modernisierung=
 als st=E4ndiger Proze=DF.
<br></p><p align=3D"CENTER"><a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/fo-w=
irtschaft/00706.htm#I0"><img src=3D"https://library.fes.de/images/digbib/d_=
oben.gif" width=3D"160" height=3D"15" border=3D"0" alt=3D"Page Top"></a><br=
><br>

<a name=3D"E10E5"></a>
</p><p align=3D"CENTER">
</p><center>
<font size=3D"+1">Ist mehr Besch=E4ftigung f=FCr Niedrigqualifizierte m=F6g=
lich?</font></center>
<br>
<p>Wir haben einen vielfach gespaltenen Arbeitsmarkt. Etwas vereinfacht kan=
n man von zwei Bl=F6cken sprechen: Da ist einmal der Bereich der Wirtschaft=
, der dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt ist. Hier sind die Chancen =
f=FCr Arbeitnehmer mit niedriger Qualifikation in den letzten Jahren immer =
schlechter geworden. Daran wird sich, so die Zukunftskommission der Friedri=
ch-Ebert-Stiftung, auch nichts =E4ndern, im Gegenteil, die Arbeitschancen w=
erden schlechter f=FCr jene, die auch heute schon die Verlierer der sogenan=
nten Globalisierung sind.
</p><p>Dann gibt es den gro=DFen Arbeitsmarkt, der gar nicht oder kaum dem =
internationalen Wettbewerb ausgesetzt ist. Dazu z=E4hlen unter anderem Hand=
el und Gastronomie, Bildungs- und Gesundheitswesen und sonstige Dienstleist=
ungen. Hier ist das Besch=E4ftigungsniveau in Deutschland im Vergleich zu a=
nderen hochentwickelten L=E4ndern au=DFergew=F6hnlich niedrig.
</p><p>Daf=FCr gibt es verschiedene Ursachen: In den skandinavischen L=E4nd=
ern sind die =F6ffentlich finanzierten sozialen Dienstleistungen beispielsw=
eise sehr viel st=E4rker entwickelt als in Deutschland. Familienbezogene Di=
enstleistungen, etwa Kinderbetreuung, Hilfen f=FCr den Haushalt, Betreuung =
pflegebed=FCrftiger Angeh=F6riger werden in erstaunlich hohem Ma=DFe in Deu=
tschland immer noch von den M=FCttern, Ehefrauen und T=F6chtern des m=E4nnl=
ichen =84Ern=E4hrers" kostenlos erbracht.
</p><p>Zweiter Grund: In den USA und anderen L=E4ndern werden einfache Arbe=
iten im privaten Sektor zu marktgerecht niedrigen L=F6hnen erbracht. Wegen =
der hohen Lohnnebenkosten in Deutschland und der staatlichen Garantie des E=
xistenzminimums gibt es diese Arbeitspl=E4tze in Deutschland kaum noch.
</p><p>Das skandinavische Modell mit seinen =F6ffentlich finanzierten sozia=
len Dienstleistungen ist angesichts der Sparhaushalte heute indiskutabel. E=
benso indiskutabel aber (und politisch auch gar nicht durchsetzbar) ist das=
 amerikanische Modell mit L=F6hnen unter dem Existenzminimum.
</p><p align=3D"RIGHT">
<font size=3D"-1" color=3D"#800040"><i> </i><i>[Seite der Druckausg.: 11]</=
i></font>
</p><p>Doch es gibt einen dritten Weg, der seit einiger Zeit auch intensiv =
diskutiert wird. Nicht die beste, aber die am einfachsten durchsetzbare und=
 damit praktikable L=F6sung k=F6nnte f=FCr die Kommission so aussehen: Lohn=
subventionierung im Niedriglohnbereich. Den gr=F6=DFten Charme hat die L=F6=
sung, die von einer =DCbernahme der Sozialversicherungsbeitr=E4ge ausgeht. =
Als Beispiel: Bei einem Stundenlohn von 10 DM w=FCrden die Arbeitnehmer- un=
d Arbeitgeberbeitr=E4ge vollst=E4ndig vom Finanzamt an die Sozialkassen =FC=
berwiesen werden. Bei Stundenl=F6hnen im Bereich zwischen 10 und 18 DM w=FC=
rden Betr=E4ge in abnehmender H=F6he =FCberwiesen werden. So blieben Sozial=
recht, Steuerrecht und Lohntarife unber=FChrt. Die Arbeitskosten im Niedrig=
lohnbereich lie=DFen sich so deutlich verringern - ohne den Aufbau neuer B=
=FCrokratien -, da=DF neue M=E4rkte f=FCr einfache Dienstleistungen entsteh=
en k=F6nnten. Die Kommission rechnet mit zus=E4tzlichen Arbeitspl=E4tzen in=
 beachtlicher Gr=F6=DFenordnung.
</p><p>Geschieht nichts, so die Warnung der Wissenschaftler, dann wird sich=
 die Ausgrenzung von immer mehr Menschen aus dem Arbeitsleben fortsetzen, s=
elbst bei st=E4rkerem Wirtschaftswachstum. Ausgrenzung aus dem Arbeitsleben=
 aber f=FChrt zu sozialer und politischer Ausgrenzung. W=F6rtlich hei=DFt e=
s dazu im Bericht:
</p><p>=84Wenn die erzielbaren marktgerechten Einkommen unter sozialen Gesi=
chtspunkten unzureichend erscheinen, dann mu=DF eine auf Integration gerich=
tete Verteilungspolitik diese Einkommen aufbessern, statt die betreffenden =
Arbeitspl=E4tze zu vernichten".
<br></p><p align=3D"CENTER"><a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/fo-w=
irtschaft/00706.htm#I0"><img src=3D"https://library.fes.de/images/digbib/d_=
oben.gif" width=3D"160" height=3D"15" border=3D"0" alt=3D"Page Top"></a><br=
><br>

<a name=3D"E10E6"></a>
</p><p align=3D"CENTER">
</p><center>
<font size=3D"+1">Die Familie wandelt sich - die sozialen Sicherungssysteme=
 m=FCssen folgen</font></center>
<br>
<p>Man mag den gesellschaftlichen Wandel beklagen oder begr=FC=DFen, doch e=
ine stimmige Politik hat sich an den Realit=E4ten zu orientieren. In keinem=
 Lebensbereich hat es so dramatische =C4nderungen gegeben wie innerhalb der=
 Familie. Wenn auch die meisten Menschen immer noch in einem festen Familie=
nverband leben, verheiratet mit Kind oder Kindern, oder sich zumindest an d=
iesem gesellschaftlichen Leitbild orientieren, so sind die Formen des gesel=
lschaftlich akzeptierten Zusammenlebens in der Praxis doch so bunt wie noch=
 nie. Die Zahl der Scheidungen steigt, es bilden sich neue Familien. Paare =
mit und ohne Kinder leben ohne Trauschein zusammen. Die Zahl der Ein-Eltern=
-Familien w=E4chst. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften werden akzeptiert=
. Immer mehr Menschen entscheiden sich freiwillig f=FCr ein Single-Leben. P=
aare entscheiden sich f=FCr ein Leben ohne Kinder oder schieben die Realisi=
erung des Kinderwunsches so lange hinaus, bis es zu sp=E4t ist. Vor allem g=
ut ausgebildete Frauen entscheiden sich bewu=DFt gegen Kinder, weil sie kei=
ne M=F6glichkeit sehen, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren. In Fr=
agen der Kinderbetreuung und der finanziellen Unterst=FCtzung f=FCr Familie=
n ist Deutschland nach wie vor Entwicklungsland. Familienpolitik steht nich=
t auf der Priorit=E4tenliste der m=E4nnlich bestimmten Politik.
</p><p>Daraus ergeben sich fast zwangsl=E4ufig eine Arbeitsmarktpolitik und=
 eine Organisation der sozialen Sicherungssysteme, die die stille Revolutio=
n verschlafen haben. Wenn auch von der Realit=E4t l=E4ngst =FCberholt, herr=
scht in den K=F6pfen immer noch das Leitbild der 50er Jahre, und das sah et=
wa so aus:
</p><p>Auf dem Arbeitsmarkt dominierte das Normalarbeitsverh=E4ltnis des m=
=E4nnlichen Facharbeiters oder des qualifizierten Angestellten mit relativ =
kurzer Ausbildungszeit und
</p><p align=3D"RIGHT">
<font size=3D"-1" color=3D"#800040"><i> </i><i>[Seite der Druckausg.: 12]</=
i></font>
</p><p>sicherem Vollarbeitsplatz. Dieser m=E4nnliche Vollerwerbst=E4tige ko=
nnte sich dank starker Gewerkschaften, gesetzlicher Mitbestimmung, eines ho=
chentwickelten Arbeitsrechts und einer Sozialversicherung, die ihn und sein=
e Familie vor Lebensrisiken sch=FCtzte, auf ein viel Sicherheit versprechen=
des Leben einrichten. Die L=F6hne und Geh=E4lter waren =84familiengerecht",=
 das galt auch f=FCr Kranken- und Rentenversicherung. Arbeitslosigkeit war =
in jenen vergangenen Wirtschaftswunderzeiten kein Thema. Frauenerwerbst=E4t=
igkeit spielte eine geringe Rolle, endete mit der Eheschlie=DFung oder sp=
=E4testens mit dem ersten Kind. Selbst Frauen, die nicht ganz ausstiegen, a=
rbeiteten =84zu" oder =84mit". Das von ihnen verdiente Geld half mit, beson=
dere W=FCnsche zu erf=FCllen, war aber nicht =FCberlebensnotwendig f=FCr di=
e Familie. Ohne jede materielle Anerkennung leisteten Frauen die gesellscha=
ftlich notwendige Arbeit, pflegten Familienangeh=F6rige, betreuten die Kind=
er, machten die Hausarbeit. Das Leitbild war die Familie als Wirtschafts- u=
nd Solidargemeinschaft mit streng getrennten Arbeitsbereichen. Bis in die 7=
0er Jahre hinein funktionieren Normalehe und Normalarbeitsverh=E4ltnis f=FC=
r einen gro=DFen Teil der Bev=F6lkerung.
<br></p><p align=3D"CENTER"><a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/fo-w=
irtschaft/00706.htm#I0"><img src=3D"https://library.fes.de/images/digbib/d_=
oben.gif" width=3D"160" height=3D"15" border=3D"0" alt=3D"Page Top"></a><br=
><br>

<a name=3D"E10E7"></a>
</p><p align=3D"CENTER">
</p><center>
<font size=3D"+1">Gesellschaftlicher Umbruch und der Schock der Arbeitslosi=
gkeit</font></center>
<br>
<p>Etwa Mitte der 70er Jahre, man z=E4hlte die erste Million Arbeitsloser, =
begannen die massiven gesellschaftspolitischen Ver=E4nderungen. Stabile Bes=
ch=E4ftigung war keine Selbstverst=E4ndlichkeit mehr, so wenig wie stabile =
Ehe und Familie. Das deutsche Sozialmodell aber wandelte sich nicht. Damit,=
 so die Zukunftskommission, verlor das traditionelle Wohlfahrtsdreieck von =
Markt, Staat und Familie seine innere Stimmigkeit, Funktionsf=E4higkeit und=
 Akzeptanz. Der Anteil der M=E4nner, die in der Lage waren, als alleinverdi=
enender Ern=E4hrer Verantwortung f=FCr ihre Familie zu =FCbernehmen, sank. =
Gleichzeitig forderte eine gut ausgebildete, durch die Frauenbewegung wachg=
er=FCttelte junge Frauengeneration gleichberechtigte Teilhabe an allen Bere=
ichen des Lebens. Da in einer durch berufliche, bezahlte Leistung gepr=E4gt=
en Gesellschaft Anerkennung nur erhielt, wer selbst Geld verdiente, sich au=
=DFerhalb der Familie verwirklichen konnte, wurden die Familienstrukturen b=
r=FCchig. Trotz durchaus vorhandenem Wunsch nach Sicherheit, Bindung und Ki=
ndern begann damals eine Entwicklung, die bis heute anh=E4lt: Frauen (auch =
M=E4nner) verzichteten auf Heirat und Familiengr=FCndung, die Kinderzahlen =
sanken, die Trennungen nahmen zu.
</p><p>Existenzsichernde Berufst=E4tigkeit blieb aber f=FCr viele Frauen ei=
n unerreichbares Wunschziel, sobald sie Kinder hatten. Da bis heute in Deut=
schland der Kindernutzen sozialisiert wird, die Kinderlasten dagegen als Pr=
ivatsache gesehen werden, blieb mangels Betreuungsm=F6glichkeiten das anges=
trebte Ziel Vollerwerbst=E4tigkeit oder lange Teilzeit f=FCr M=FCtter unerr=
eichbar. Trotz Doppel- und Dreifachbelastung sind Frauen bis heute nicht im=
 gleichen Ma=DFe wie die M=E4nner =F6konomisch unabh=E4ngig. Die Entwicklun=
g in der ehemaligen DDR war anders, Vollzeiterwerbst=E4tigkeit f=FCr M=E4nn=
er und Frauen die gesellschaftliche Norm. Dennoch finden sich die Frauen in=
 den neuen L=E4ndern heute in einer =E4hnlichen Situation wie die Frauen in=
 Westdeutschland: Die Massenarbeitslosigkeit betrifft sie weit st=E4rker al=
s die M=E4nner.
</p><p>F=FCr die Zukunft zeichnet sich ab, da=DF weitere =C4nderungen anste=
hen. Die j=FCngere Frauengeneration dr=E4ngt auf andere Aufgabenverteilunge=
n, vor allem darauf, da=DF
</p><p align=3D"RIGHT">
<font size=3D"-1" color=3D"#800040"><i> </i><i>[Seite der Druckausg.: 13]</=
i></font>
</p><p>Erwerbsarbeit und Familienarbeit gerecht geteilt werden, eine Entwic=
klung, die Auswirkungen auf Arbeitsmarkt und soziale Sicherungssysteme habe=
n d=FCrfte.
<br></p><p align=3D"CENTER"><a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/fo-w=
irtschaft/00706.htm#I0"><img src=3D"https://library.fes.de/images/digbib/d_=
oben.gif" width=3D"160" height=3D"15" border=3D"0" alt=3D"Page Top"></a><br=
><br>

<a name=3D"E10E8"></a>
</p><p align=3D"CENTER">
</p><center>
<font size=3D"+1">Wie kann der Sozialstaat auf die Ver=E4nderungen reagiere=
n?</font></center>
<br>
<p>Staatliche Sicherungssysteme, deren Struktur sich seit den 50er Jahren k=
aum ver=E4ndert hat, sto=DFen also auf eine g=E4nzlich neue Lebenswelt. Ins=
gesamt brauchbare L=F6sungen sind nicht in Sicht, r=E4umt die Zukunftskommi=
ssion ein, die es deshalb dabei bel=E4=DFt, Anforderungen an Sicherungssyst=
eme zu benennen, die f=FCr die Zukunft tragf=E4hig sein k=F6nnten.
</p><p>Ausgehend von der Realit=E4t, die gepr=E4gt ist vom Wechsel zwischen=
 Erwerbs- und Berufsarbeit, nichtselbst=E4ndiger und selbst=E4ndiger Arbeit=
, Vollzeit-, Teilzeitarbeit und Zeiten der Weiterbildung, unterbrochen verm=
utlich von Phasen der Arbeitslosigkeit, deuten die Wissenschaftler folgende=
 Richtungen an:
</p><p>Soziale Sicherungssysteme m=FCssen k=FCnftig so strukturiert werden,=
 da=DF sie die Aufnahme jeder Art von Erwerbsarbeit erm=F6glichen und erlei=
chtern, anstatt sie zu erschweren oder zu verhindern. Dazu geh=F6rt, da=DF =
auch der Wechsel zwischen unterschiedlichen Arbeitsmodellen m=F6glich sein =
mu=DF, ohne da=DF die Menschen ihre Anspr=FCche auf Absicherung im Krisenfa=
ll verlieren.
</p><p>Daraus folgt, da=DF die soziale Sicherung auf jeden Fall personenbez=
ogen sein mu=DF, einen stabilen Familienverband also nicht voraussetzen dar=
f. Im Klartext hei=DFt das: Jeder Erwachsene im erwerbsf=E4higen Alter mu=
=DF Anspruch haben auf eigene Rente, nicht auf - um nur ein Beispiel zu nen=
nen - abgeleitete Witwen- oder Witwerrente. Dennoch (und hier ist einer der=
 von der Kommission einger=E4umten Widerspr=FCche) darf man den B=FCrgern n=
icht die Wahlm=F6glichkeiten f=FCr unterschiedliche Lebensmodelle nehmen. E=
s mu=DF weiterhin m=F6glich sein, in einem traditionellen Familienverband z=
u leben. Der Partner, der auf volle Berufst=E4tigkeit verzichtet, darf bei =
der sozialen Sicherung nicht benachteiligt werden.
</p><p>Diese unterschiedlichen Anforderungen f=FChren fast zwangsl=E4ufig z=
u der Forderung, nicht nur das Arbeitsaufkommen aus abh=E4ngiger Besch=E4ft=
igung, sondern s=E4mtliche Einkommensarten seien f=FCr die Finanzierung der=
 sozialen Sicherungssysteme heranzuziehen.
</p><p>Damit nicht die Einkommens-Schw=E4cheren bei einem solchen weitgehen=
d individualisierten Sicherungssystem auf der Strecke bleiben, m=FC=DFte da=
s System erg=E4nzt werden durch eine kollektiv finanzierte Grundsicherung f=
=FCr den Fall gescheiterter Lebensplanungen oder anderer Formen der Einkomm=
ensarmut. Damit w=E4re das =84B=FCrgergeld" im Spiel, das ein hochb=FCrokra=
tisches, f=FCr den einzelnen schwer durchschaubares Nebeneinander von Sozia=
lhilfe, Rente, Krankengeld, Hinterbliebenenversorgung usw. ersetzen k=F6nnt=
e. Hinter diesen =DCberlegungen steckt der Grundgedanke, da=DF soziale Sich=
erungssysteme sich ver=E4ndern m=FCssen, wenn die Gesellschaft sich ver=E4n=
dert. Da die Lebenswelt der B=FCrger sich immer st=E4rker individualisiert,=
 m=FCssen soziale Netze rei=DFen, die von einem Idealbild von gestern ausge=
hen, n=E4mlich dem 45 Jahre lang Beitr=E4ge zahlenden m=E4nnlichen Ern=E4hr=
er, der w=E4hrend
</p><p align=3D"RIGHT">
<font size=3D"-1" color=3D"#800040"><i> </i><i>[Seite der Druckausg.: 14]</=
i></font>
</p><p>dieser 45 Jahre familiengerechte L=F6hne oder Geh=E4lter verdient. E=
r geh=F6rt zu einer aussterbenden Gattung.
<br><br></p><p align=3D"CENTER"><a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/=
fo-wirtschaft/00706.htm#I0"><img src=3D"https://library.fes.de/images/digbi=
b/d_oben.gif" width=3D"160" height=3D"15" border=3D"0" alt=3D"Page Top"></a=
><br><br>

<a name=3D"E9E6"></a><br>
<font size=3D"+1">Umweltvertr=E4gliche Lebens- und Wirtschaftsweise </font>
<br><br>
<br>

<a name=3D"E10E9"></a>
</p><p align=3D"CENTER">
</p><center>
<font size=3D"+1">Alle k=F6nnen Gewinner sein</font></center>
<br>
<p>Diskutieren Fachleute dar=FCber, warum das von allen als notwendig erkan=
nte Umsteuern in der Umweltpolitik so schwer durchsetzbar ist, dann kommt i=
mmer wieder das Argument: Niemand ist freiwillig zu Verhaltens=E4nderungen =
bereit, die l=E4stig sind, Geld kosten und deren Nutzen nicht sofort zu seh=
en ist. Das mag einer der Gr=FCnde daf=FCr sein, da=DF Korrekturen in allen=
 Industriel=E4ndern so hasenherzig wirken. Zwar besteht Konsens dar=FCber, =
da=DF wirtschaftliches Wachstum und Wohlstand der Gesellschaft nicht weiter=
hin durch immer h=F6heren Verbrauch an Material, Energie und Natur erzielt =
werden d=FCrfen, doch schon bei den Debatten um bescheidene Benzinpreis-Erh=
=F6hungen gewinnen in der Regel Einzel- oder Gruppenegoismen. Nur selten wi=
rd das Thema =84umweltvertr=E4gliches Leben und Wirtschaften" als Gewinn f=
=FCr die Gesellschaft und jeden einzelnen B=FCrger gesehen.
</p><p>Vorsorgender Umweltschutz ist aber auch =F6konomisch interessant. De=
utsche Unternehmen haben sich neue M=E4rkte erschlossen durch das Angebot e=
missionsarmer, umweltfreundlicher Produkte, Technologien und Verfahren. Sch=
onender Umgang mit Ressourcen und eine hohe Qualit=E4t der Nutzung bringen =
Spezialisierungsvorteile im internationalen Wettbewerb, damit Geld in die K=
assen und beachtliche positive Besch=E4ftigungseffekte. Obwohl diese Vortei=
le auf der Hand liegen, geschieht zu wenig zu zaghaft und zu langsam. Die K=
ommission macht Vorschl=E4ge, die =F6konomisch sinnvoll sind, f=FCr zus=E4t=
zliche qualifizierte Besch=E4ftigung sorgen, das Leben ges=FCnder und damit=
 angenehmer machen. Weiterhin wird der Versuch unternommen, Globalisierung =
nicht nur =F6konomisch zu buchstabieren, sondern internationale politische,=
 wirtschaftliche und rechtliche Institutionen in den Dienst der Umwelt zu s=
tellen.
</p><p>Die Kommission macht sich stark f=FCr eine =F6kologische Steuerrefor=
m. F=FCr unumg=E4nglich h=E4lt sie die - in ersten kleinen Ans=E4tzen begon=
nene - Verteuerung der Umweltnutzung bei zeitgleicher Verbilligung der Arbe=
it. Unter dem Strich sollte diese Reform des Steuer- und Abgabenrechts aufk=
ommensneutral sein. Das hei=DFt, der einzelne, der sich umweltgerecht verh=
=E4lt, darf keine weiteren Belastungen erwarten m=FCssen.
</p><p>Weiter fordert die Kommission die Einrichtung von Schadensfonds und =
damit eine Verbesserung der Haftung f=FCr Umweltsch=E4den.
</p><p>Unter der =DCberschrift =84Nutzung statt Kauf" lassen sich =F6konomi=
sche, =F6kologische und soziale Zielsetzungen ebenfalls besser als heute mi=
teinander vereinbaren. Steigt der Zwang zur R=FCcknahme von Produkten, werd=
en die Unternehmen eher nach M=F6glichkeiten suchen, die Nutzungsdauer zu e=
rh=F6hen. Recyclinggerechte Konstruktion, Wiederinstandsetzung und Modernis=
ierung k=F6nnten in Zukunft wichtige Einnahmequellen werden. Dadurch entste=
hen zus=E4tzliche Arbeitspl=E4tze und die l=E4ngere Nutzungsdauer schont di=
e Portemonnaies der Verbraucher.
</p><p align=3D"RIGHT"><font size=3D"-1" color=3D"#800040"><i> </i><i>[Seit=
e der Druckausg.: 15]</i></font>
</p><p>Dies alles aber wird nicht ausreichen, um eine nachhaltige umweltger=
echte Entwicklung zu sichern. Der Lebensstil der Bev=F6lkerung mu=DF sich =
=E4ndern. Auch dies kann durchaus einhergehen mit zus=E4tzlicher Lebensqual=
it=E4t, etwa beim Bauen, im Verkehr, bei der Ern=E4hrung. Beispielsweise w=
=E4re eine Senkung des Fleischanteils zugunsten vegetarischer Ern=E4hrung n=
icht nur ein effektiver Beitrag zur Schonung der Umwelt, sondern dazu noch =
ges=FCnder. Die Zukunftskommission schreibt:
</p><p>=84Besonders dort, wo es fest eingerastete Gewohnheitsmuster gibt, w=
ie beim Verkehrsverhalten, beim Essen oder bei der Nutzung von Alltagsger=
=E4ten, ist es wichtig, die umweltfreundlichere Verhaltensoption technisch,=
 organisatorisch und logistisch zu beg=FCnstigen".
</p><p>Ganz praktisch k=F6nnte das bedeuten: Es mu=DF bequemer und angenehm=
er werden, mit dem Bus in die Stadt zu fahren. Den Autofahrern darf nur das=
 Leben schwer machen, wer akzeptable Alternativen bietet. Oder: Es mu=DF te=
urer werden, Fleisch aus Massentierhaltung zu kaufen. Gleichzeitig m=FC=DFt=
e es einfacher sein (und bezahlbarer), an Obst, Gem=FCse, Salat etc. aus bi=
ologischem Anbau heranzukommen. Es mu=DF gut organisierte Reparatur- und Mo=
dernisierungsdienste geben, so da=DF der immer mehr B=FCrger =E4rgernde Sat=
z, diesen Computer oder jenen Staubsauger doch lieber gleich wegzuwerfen, i=
n Zukunft seltener zu h=F6ren sein wird.
</p><p>Interessant sind auch die Zukunftsmodelle, die =FCber die Landesgren=
zen hinausgehen. Wenn ein Staat beispielsweise Verpflichtungen zur Emission=
sminderung eingegangen ist, mu=DF es m=F6glich sein, dieser Pflicht auch au=
=DFerhalb des eigenen Landes nachzukommen, also eine Emissionsminderung dor=
t vorzunehmen, wo sie m=F6glichst kosteneffizient und =F6kologisch effektiv=
 ist.
<br></p><p align=3D"CENTER"><a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/fo-w=
irtschaft/00706.htm#I0"><img src=3D"https://library.fes.de/images/digbib/d_=
oben.gif" width=3D"160" height=3D"15" border=3D"0" alt=3D"Page Top"></a><br=
><br>

<a name=3D"E10E10"></a>
</p><p align=3D"CENTER">
</p><center>
<font size=3D"+1">Drei Ziele - ein Weg zum neuen =84Modell Deutschland"</fo=
nt></center>
<br>
<p>Zu Beginn ihrer Studie hat die Zukunftskommission dargestellt, warum das=
 nun aus den Fugen geratene =84Modell Deutschland" einst so erfolgreich sei=
n konnte. Das Kr=E4fteverh=E4ltnis war soweit ausgewogen, da=DF auch Gruppe=
n mit gegens=E4tzlichen Interessen das Gef=FChl hatten, der Kuchen werde re=
lativ gerecht verteilt. Zu dieser Stabilit=E4t trug ein sich st=E4ndig ausd=
ehnender Sozialstaat bei, der den B=FCrgern Schutz garantierte. Sicherheit,=
 wenn vermutlich auch Enge, vermittelte ebenfalls das private Leben mit sei=
ner genau definierten Rollenverteilung bzw. Rollentrennung. Die wirtschaftl=
iche Entwicklung des nach dem Zweiten Weltkrieg total zerst=F6rten Landes w=
=E4re ohne Sozialpartnerschaft und Tarifautonomie so reibungslos kaum m=F6g=
lich gewesen. Von der ausdr=FCcklich als sozial definierten Marktwirtschaft=
 profitierten die Schw=E4cheren, das soziale Netz konnte dank scheinbar ewi=
ger Wachstumsraten immer dichter gekn=FCpft werden. Familien profitierten v=
on den steigenden L=F6hnen, von Arbeitszeitverk=FCrzungen, von der angesich=
ts voller Kassen m=F6glich gewordenen Bildungsoffensive. Trotz auch damals =
gegens=E4tzlicher Ziele (Gewinnstreben der Unternehmen, Lohnzuw=E4chse f=FC=
r die Arbeitnehmer, steigende Steuern f=FCr einen Staat, der immer mehr Auf=
gaben =FCbernahm), gelang es =FCber Jahrzehnte, die unterschiedlichen Ziele=
 doch auf einem gemeinsamen Wege zu verfolgen, und damit eine von der Gesel=
lschaft akzeptierte Balance zu halten.
</p><p align=3D"RIGHT"><font size=3D"-1" color=3D"#800040"><i> </i><i>[Seit=
e der Druckausg.: 16]</i></font>

</p><p>Aufgabe der Zukunftskommission der Friedrich-Ebert-Stiftung war es n=
un, Reformvorschl=E4ge zu entwickeln f=FCr ein krisenfestes Modell Deutschl=
and. Erhard Eppler hat dies schon Ende der 70er Jahre am Beispiel Umweltsch=
utz =84wertkonservativ" genannt und damit gemeint: Wer Sch=FCtzenswertes be=
wahren m=F6chte, damals Natur und nat=FCrliche Ressourcen, m=FCsse den Mut =
zu Ver=E4nderungen haben. Darum ging es der Zukunftskommission: Ver=E4nderu=
ngen aufzuzeigen, mit deren Hilfe eine soziale, =F6kologisch orientierte Ma=
rktwirtschaft auch in den n=E4chsten Jahrzehnten wettbewerbsf=E4hig bleibt,=
 ohne gro=DFe Gruppen wie Frauen, Jugendliche, wenig qualifizierte Arbeitne=
hmer auszugrenzen. Dieses neue =84Modell Deutschland", robust, weil in sich=
 stimmig, wird nicht auf Kosten der Umwelt, sondern durch den schonenden Um=
gang mit Ressourcen Wohlstandsgewinne erzielen. Gelingt der Versuch, wird d=
er Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft seinen Schreck=
en verlieren und im Gefolge auch der heute vor allem angstbesetzte schiller=
nde Begriff von der Globalisierung.
<!-- START END -->
</p><hr>
<font size=3D"-2">
=A9 <a href=3D"mailto:wwwadm@www.fes.de">Friedrich Ebert Stiftung</a>
| <a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/fo-wirtschaft/support.html">te=
chnical support</a> | net edition=20
<a href=3D"mailto:walter.wimmer@fes.de">fes-library</a> | Februar 2000
</font></td></tr></tbody></table>
<!-- END END -->

</body></html>
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