From: <Saved by Blink>
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Date: Wed, 7 May 2025 14:12:39 +0200
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<title>Katalogisierung im Schlafrock? : Stand der Einf=FChrung von Telearbe=
it in der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung. - [Electronic ed.]. - 21=
 Kb, Text
In: Buch und Bibliothek. - 52 (2000), 3, S. 222 - 226
&lt;br&gt;Electronic ed.: Bonn : FES Library, 2000
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<tbody><tr>
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=3D"TITELINFO"></center><br><br>
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<!-- END BEGIN1 -->
Katalogisierung im Schlafrock? : Stand der Einf=FChrung von Telearbeit in d=
er Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung / Annette Quaedvlieg ; R=FCdiger=
 Zimmermann. - [Electronic ed.]. - 21 Kb, Text
<br><i>Erschien in: Buch und Bibliothek. - 52 (2000), 3, S. 222 - 226</i>
<br>Electronic ed.: Bonn : FES Library, 2000
<br><br><font size=3D"-1"><i>=A9 Friedrich-Ebert-Stiftung</i></font>
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</font>
<br><br>
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<!-- END BEGIN2 -->

<p>

<br><br>
</p><p align=3D"center"><font size=3D"+2">

Katalogisierung im Schlafrock?</font>

</p><p align=3D"center">
<font size=3D"+1">
Stand der Einf=FChrung von Telearbeit in der Bibliothek der Friedrich-Ebert=
-Stiftung.
<br> Annette Quaedvlieg und R=FCdiger Zimmermann
</font>
<br><br>

</p><p>Die Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) mit ihren 31 Besch=
=E4ftigten bildet einen wichtigen Teil im breiten Aufgabenspektrum der FES,=
 das aus den Bereichen Politische Bildung, Internationale Zusammenarbeit, W=
issenschaftliche Beratung und Verwaltung besteht. Die insgesamt rund 600 Mi=
tarbeiterInnen nehmen die vielf=E4ltigen Aufgaben in der Bonner Zentrale, d=
er FES in Berlin, den FES-B=FCros im Ausland, den Bildungs-Akademien und de=
n FES-B=FCros in den einzelnen Bundesl=E4ndern wahr.
</p><p><b><i>St=FCrmische Entwicklung</i></b>
</p><p>Innerhalb der letzten Jahrzehnte hat die FES, wie viele andere Betri=
ebe, eine immense technologische Entwicklung vollzogen. EDV-Einsatz in alle=
n Arbeitsbereichen, E-mail und Internet-Anschluss f=FCr alle sind heute ein=
e Selbstverst=E4ndlichkeit. Die Planungen f=FCr einen umfassenden EDV-Einsa=
tz in der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung begannen im Jahre 1992 re=
lativ sp=E4t. Bei der Einf=FChrung der neuen Medien wurde jedoch ein beacht=
liches Tempo eingeschlagen: "Grundlage der Ver=E4nderung bildete die =DCber=
zeugung, dass die Printmedien auch weiterhin von zentraler Bedeutung seien,=
 die Rolle der Leitmedien zuk=FCnftig jedoch mit den digitalen Medien teile=
n werden. In bester reformistischer Tradition wurde das Alte nicht durch da=
s Neue ersetzt, sondern erweitert." <i><font size=3D"-1">[ Hermann R=F6sch:=
 Von der klassischen Bibliothek zum multifunktionalen Informationszentrum. =
Die Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung in der Informationsgesellschaft=
. In: Das gedruckte Ged=E4chtnis der Arbeiterbewegung. Festschrift zum 30-j=
=E4hrigen Bestehen der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung. Bonn, 1999.=
 (Ver=F6ffentlichungen der Bbibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung; 8), S.=
 56.]</font></i>=20
</p><p>Die EDV-Entwicklung wurde von Beginn an durch intensive Mitwirkung, =
Innovation und Mitbestimmung seitens des Betriebsrates begleitet. Schon im =
Jahre 1984 wurde auf der Grundlage einer Betriebsvereinbarung ein parit=E4t=
isch besetzter <i>St=E4ndiger Gemeinsamer Ausschuss</i> <i><font size=3D"-1=
">[ Betriebsvereinbarungen und protokollarische Vereinbarungen f=FCr die Fr=
iedrich-Ebert-Stiftung. 4., neubearb. u. erg. Aufl. 1996, S. 154 ff. Der Ba=
nd enth=E4lt auch alle anderen =DCbereinkommen, die neben den bestehenden g=
esetzlichen Regelungen die Arbeitsbeziehungen innerhalb der Stiftung regeln=
.]</font></i>  aus Arbeitgebervertretern und Betriebsratsmitgliedern gebild=
et, in dem alle EDV-Vorhaben von der Planung bis zur Duchf=FChrungsphase ge=
meinsam er=F6rtert und beschlossen werden. Diese Form der Mitbestimmung hat=
 sich im Laufe der Jahre sehr bew=E4hrt.
</p><p>Die Gesch=E4ftsf=FChrung der FES geh=F6rte jedoch bisher nicht (viel=
leicht wegen ihrer N=E4he zur traditionellen Arbeiter- und Gewerkschaftsbew=
egung) zur Speerspitze der Bewegung zur Einf=FChrung neuer, ungewohnter Arb=
eitsformen. So verwundert es nicht, dass die Idee der Einf=FChrung von Tele=
arbeit nicht den K=F6pfen der Gesch=E4ftsf=FChrung entsprang. Es waren viel=
mehr einzelne Kolleginnen und Kollegen, die mit der Frage und dem Wunsch na=
ch Teleheimarbeit an den Betriebsrat herantraten.
</p><p>Schon bald war f=FCr den Betriebsrat klar, dass er einer individuell=
en Genehmigung einzelner Teleheimarbeitspl=E4tze nicht zustimmen w=FCrde. D=
iese Arbeitsform k=F6nnte sinnvollerweise nur auf der Grundlage einer Rahme=
n-Betriebsvereinbarung zun=E4chst in einer Pilotphase erprobt werden.
</p><p>Der Betriebsrat trat deshalb in Phase 1:=20
</p><p><b><i>Die Informationsphase.</i></b>
</p><p>Auf einer Betriebsversammlung im Herbst 1998 berichtete <i>Gisela Sc=
hamann</i> von der <i> </i>Deutschen Postgewerkschaft sehr anschaulich dar=
=FCber, welche positiven und negativen Erfahrungen sie in verschiedenen Bet=
rieben bei der Einf=FChrung von Teleheimarbeit gemacht hat. Im Oktober 1998=
 nahmen etliche Betriebsr=E4te an einem Seminar "Telearbeit und Telearbeits=
pl=E4tze, Betriebsvereinbarungen und Mitbestimmungsfragen f=FCr Betriebs- u=
nd Personalr=E4te" in der Gustav-Heinemann-Akademie in Freudenberg teil. <i=
><font size=3D"-1">[ Margarete Weisskirchen: Modellversuch zur Teleheimarbe=
it geplant. In: Betriebsrats-Info/Betriebsrat der Friedrich-Ebert-Stiftung.=
 26 (1998), 4, S. 19.]</font></i>=20
</p><p>Drei Referentinnen erl=E4uterten die verschiedenen Aspekte der Telea=
rbeit. Barbara Stiegler vom Forschungsinstitut der FES machte darauf aufmer=
ksam, dass Telearbeit nicht zu einer weiteren Benachteiligung von Frauen im=
 Erwerbsleben beitragen darf. Marita Matthes von der Technologieberatungsst=
elle Bielefeld erl=E4uterte die Vielzahl von Einzelfragen, angefangen von "=
A" wie Arbeitsplatzgestaltung bis "Z" wie Zugangsregelungen zur Wohnung, di=
e zu kl=E4ren sind. Christel Luithlen, Personalratsvorsitzende des Bundesmi=
nisteriums f=FCr Arbeit und Sozialordnung (BMA), berichtete =FCber die Erfa=
hrungen in ihrem Ministerium mit einem Modellversuch zur Teleheimarbeit. Zu=
gelassen werden dort nur Kolleginnen und Kollegen, die familienbezogene Gr=
=FCnde (z. B. Erziehung von Kindern, Pflegebed=FCrftigkeit von Familienange=
h=F6rigen) geltend machen k=F6nnen.
<br>Eindringlich wies sie jedoch darauf hin, dass die Vorstellung, gleichze=
itig zu Hause arbeiten und die Kinder betreuen zu k=F6nnen, irrig ist. Man =
sei zwar flexibler in der Arbeitszeitgestaltung, die Betreuung der Kinder m=
=FCsse jedoch gew=E4hrleistet sein. Bew=E4hrt haben sich dort v. a. Formen =
der alternierenden Teleheimarbeit, d. h. w=F6chentlich wird an einigen Tage=
n zu Hause und an einigen im B=FCro gearbeitet.
</p><p>Der Weg, den das BMA gegangen ist, zun=E4chst in einem Modellprojekt=
 Teleheimarbeit zu erproben, deckte sich mit den Vorstellungen des FES-Betr=
iebsrates. Nach intensiver =DCberzeugungsarbeit signalisierte die Gesch=E4f=
tsf=FChrung schlie=DFlich ihre Bereitschaft, die Initiative des Betriebsrat=
es zu unterst=FCtzen und eine Vereinbarung =FCber ein Pilotprojekt f=FCr ei=
ne kleine Zahl von Kolleginnen und Kollegen abzuschlie=DFen. Nach dessen Ab=
schluss m=FCssten die Ergebnisse ausgewertet werden, um dann weitere Schrit=
te zur Umsetzung einzuleiten.
</p><p>Der Betriebsrat beschritt also Phase 2:=20
</p><p><b><i>Die Erstellung der Rahmen-Betriebsvereinbarung zum Modellversu=
ch Teleheimarbeit.</i></b>
</p><p>Die Inhalte der Vereinbarung wurden in enger Kooperation mit fachkun=
digen ExpertInnen erarbeitet. Sie dient dem Schutz der Besch=E4ftigten und =
sichert vergleichbare Arbeitsbedingungen bei allen Beteiligten. Im Sommer 1=
999 wurde sie der Gesch=E4ftsf=FChrung vorgelegt.
<a name=3D"anker"></a>
<br><i><font size=3D"-1">[- G=FCnther Schultze: Modellversuch "Telearbeit" =
geplant. In: Betriebsrats-Info/Betriebsrat der Friedrich-Ebert-Stiftung. 27=
 (1999), 2, S. 13.=20
<br>- <a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/bibliothek/00744-2.htm"><i=
>Vergl. auch: Betriebsvereinbarung =FCber einen Modellversuch zur Einf=FChr=
ung von alternierender Telearbeit in der Friedrich-Ebert-Stiftung</i></a>]<=
/font></i>=20
</p><p>Die Eckpunkte der Betriebsvereinbarung sind:=20
</p><ul>
<li>Voraussetzung f=FCr die Teilnahme ist, dass der/die Bewerber/in mindest=
ens halbtags arbeitet und mindestens seit einem Jahr bei der FES besch=E4ft=
igt ist.
</li><li>F=FCr die Teilnahme ist eine schriftliche Bewerbung erforderlich. =
Dabei sind die Gr=FCnde darzulegen. Famili=E4re Gr=FCnde, wie z. B. Kinderb=
etreuung werden besonders ber=FCcksichtigt.
</li><li>Bei der Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Modellversu=
chs ist auf die Gleichbehandlung zu achten. Personalabteilung und Betriebsr=
at verst=E4ndigen sich =FCber die Teilnahme der Bewerberinnen und Bewerber.
</li><li>Die Besch=E4ftigung auf alternierenden Telearbeitspl=E4tzen erfolg=
t nach dem Prinzip der Freiwilligkeit. Andererseits besteht aber auch kein =
Anspruch auf Teilnahme am Modellversuch.
</li><li>Das Besch=E4ftigungsverh=E4ltnis des Arbeitnehmers/der Arbeitnehme=
rin bleibt in seiner bestehenden Form unber=FChrt. Lediglich Ort und Zeit d=
er Arbeitsleistung werden geteilt. Der/die Besch=E4ftigte hat seine/ihre Ar=
beitsleistung sowohl zu Hause als auch in der FES zu erbringen.=20
</li><li>Nur alternierende Formen von Teleheimarbeit sind zul=E4ssig. In de=
r Regel soll nicht mehr als die H=E4lfte, h=F6chstens jedoch 60 % der Arbei=
tszeit zu Hause erbracht werden. Die Verteilung der Arbeitszeit auf einzeln=
e Wochentage und w=E4hrend eines Tages soll weitgehend den individuellen Be=
d=FCrfnissen angepasst werden.
</li><li>Alle tarifvertraglichen Regelungen und Betriebsvereinbarungen gelt=
en auch weiterhin f=FCr Teleheimarbeiter/innen.
</li><li>Berufliche Nachteile und die =DCbertragung geringerwertiger Aufgab=
en sind auszuschlie=DFen. Eine niedrigere Eingruppierung ist unzul=E4ssig.
</li><li>Eine spezielle Leistungs- und Verhaltenskontrolle wird nicht durch=
gef=FChrt.
</li><li>Die Friedrich-Ebert-Stiftung stattet den Arbeitsplatz des/der Besc=
h=E4ftigten mit den erforderlichen Arbeitsmitteln aus. Die private Nutzung =
des zur Verf=FCgung gestellten PC ist nicht gestattet. Die Gestaltung des h=
=E4uslichen Arbeitsplatzes muss den gesetzlichen Vorschriften (Arbeitsschut=
z etc.) entsprechen. Vor allem die ergonomische Gestaltung muss die in der =
Stiftung =FCblichen Standards einhalten.=20
</li><li>Die in der FES geltenden Regelungen zum Datenschutz gelten ebenso =
bei der Telearbeit zu Hause.
</li><li>Eine Haftung f=FCr FES-eigene Arbeitsmittel besteht nur bei vors=
=E4tzlicher oder grob fahrl=E4ssiger Besch=E4digung.
</li><li>Der Modellversuch dauert ein Jahr, und nur aus wichtigen Gr=FCnden=
 kann das einzelne Telearbeitsverh=E4ltnis vorzeitig abgebrochen werden.
</li><li>Nach einem Jahr sollen die Erfahrungen der Kolleginnen und Kollege=
n mit Teleheimarbeit ausgewertet werden.=20
</li></ul>
<p>Die Betriebsvereinbarung ist in dieser Form von der Gesch=E4ftsf=FChrung=
 akzeptiert und soll  unterzeichnet werden, sobald der genaue Beginn der Pi=
lotphase feststeht.=20
</p><p>Der Beginn der Phase 3:=20
</p><p><b><i>Die Umsetzungsphase </i></b>
</p><p>Die Umsetzungsphase ist f=FCr ca. April/Mai 2000 vorgesehen. Somit k=
ann leider noch nicht =FCber praktische Erfahrungen berichtet werden.=20
</p><p>Die Bibliotheksleitung steht einer Einbeziehung in den geplanten Mod=
ellversuch positiv gegen=FCber. Sie m=F6chte die EDV-Gruppe in das neue Exp=
eriment einbeziehen. Im engen Kern besteht die "Gruppe" aus zwei Personen: =
EDV-Systemverwaltung und Internetredaktion der Bibliothek. In diesem Arbeit=
sbereich gibt es eine F=FClle von Aufgaben, die die Arbeitsbereiche f=FCr e=
inen solchen Modellversuch geeignet erscheinen lassen.
</p><p>Das in der Bibliothek eingesetzte Programmpaket ALLEGRO bietet erheb=
lichen Spielraum f=FCr programmtechnische Anpassungen. Diese Programmierung=
en werden s=E4mtlich von der EDV-Systemverwaltung der Bibliothek geleistet.=
 Hinzu kommt die Programmierung von WWW-Schnittstellen zu ALLEGRO-Datenbank=
en. <i><font size=3D"-1">[ Die ganze Bandbreite der Aufgaben wird deutlich =
im Beitrag des Systemverwalters Walter Wimmer: Multimedia-Angebote im Bibli=
othekskatalog. Neue M=F6glichkeiten durch das ALLEGRO-Programm ALCARTA. In:=
 Das gedruckte Ged=E4chtnis der Arbeiterbewegung. Festschrift zum 30-j=E4hr=
igen Bestehen der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung. Bonn, 1999. (Ver=
=F6ffentlichungen der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung; 8), S. 135-1=
40.]</font></i>  =DCber diese sogenannten CGI-Programme werden jetzt schon =
vielf=E4ltige Angebote, auch f=FCr andere Abteilungen des Hauses realisiert=
.=20
<br>Als Beispiele seien ein Bestellsystem f=FCr Publikationen oder ein Vera=
nstaltungskalender genannt. Durch neue Projekte der Bibliothek ist eine erh=
ebliche Ausweitung solcher web basierter Dienste zu erwarten. Vor allem die=
 Einbeziehung der Bibliothek in das von der Deutschen Forschungsgemeinschaf=
t (DFG) gef=F6rderte Projekt "Verteilte Digitale Fachbibliothek" (Digitalis=
ieren von Pressediensten) stellt die MitarbeiterInnen vor neue Aufgaben. Zu=
dem ist geplant, einen Teil der bisher mit ALLEGRO realisierten Anwendungen=
 auf ORACLE zu portieren.
</p><p>Alle diese angesprochenen Programmiert=E4tigkeiten k=F6nnen nat=FCrl=
ich sehr gut in Telearbeit geleistet werden, sobald die entsprechende Arbei=
tsumgebung auf dem h=E4uslichen PC erst einmal hergestellt ist.
</p><p>Die Aufgaben, die im Bereich der Internetredaktion der Bibliothek an=
fallen, sind vielf=E4ltig. Die Kollegin hat die Aufgabenbereiche an anderer=
 Stelle umfassend beschrieben. <i><font size=3D"-1">[ Ruth Gro=DFgart: Die =
Digitale Bibliothek der FES - alles online, alles anders? In: Das gedruckte=
 Ged=E4chtnis der Arbeiterbewegung. Festschrift zum 30-j=E4hrigen Bestehen =
der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung. Bonn, 1999. (Ver=F6ffentlichun=
gen der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung; 8), S. 140-146.]</font></i=
>=20
</p><p>Die Friedrich-Ebert-Stiftung "produziert" als "virtueller Gesamtverl=
eger" weltweit pro Jahr knapp 800 Ver=F6ffentlichungen. <i><font size=3D"-1=
">[ Der Jahresband 1998 der Bibliographie der Ver=F6ffentlichungen/Friedric=
h-Ebert-Stiftung, Hrsg.: Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung, weist 779=
 Titel nach.]</font></i>=20
</p><p>Ziel des Projektes "Digitale Bibliothek" ist es u. a., die Ver=F6ffe=
ntlichungen der Stiftung, die selbstverst=E4ndlich weiterhin in Papierform =
gesammelt, erschlossen und archiviert werden, erg=E4nzend auch online im In=
ternet als digitale Volltexte anzubieten. Die Internetredaktion verwandelt =
die digital vorliegenden Publikationen mit einer Konvertierungssoftware in =
HTML- oder PDF-Formate um.
</p><p>Dar=FCber hinaus digitalisiert die Bibliothek auf Anforderung eigene=
r Abteilungen vergriffene konventionelle Brosch=FCren mittels OCR um und fu=
ngiert damit faktisch als "elektronischer Reprintverlag".
</p><p>Im geringen Umfang ist die Bibliothek auch selbst als elektronischer=
 Verleger t=E4tig und legt umfangreiche wissenschaftliche Manuskripte im Ne=
tz auf, die aus Kostengr=FCnden nicht (oder nicht in dieser Form) publizier=
t werden k=F6nnen.
<br>Hierbei fallen erhebliche redaktionelle Arbeiten an den vorliegenden di=
gitalen Dokumenten an, die h=E4ufig f=FCr die Internet-Pr=E4sentation neu s=
trukturiert werden m=FCssen. Ein weiterer neuer Arbeitsschwerpunkt entsteht=
 durch die Sammlung digitaler Dokumente aus dem WWW. Zu bestimmten Sammelsc=
hwerpunkten der Bibliothek werden diese Dokumente nach Kl=E4rung von Urhebe=
rrechtsfragen redaktionell =FCberarbeitet und zu WWW-Pr=E4sentationen zusam=
mengefasst. Auch dies sind T=E4tigkeiten, die sich hervorragend in Telearbe=
it erledigen lassen.
</p><p><b><i>Telearbeits-Erfahrungen mit freien Mitarbeitern</i></b>
</p><p>Erste Erfahrungen bei der Telearbeit konnten indes au=DFerhalb der e=
igentlichen Arbeitsbeziehungen mit freien Mitarbeitern gesammelt werden.
</p><p>Im Herbst 1999 unterst=FCtzte die gewerkschaftsnahe Hans-B=F6ckler-S=
tiftung (HBS) durch ein dreimonatiges Praktikumsentgelt die Online-Dokument=
ation "Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den Anf=E4ngen b=
is 1918 / von Dieter Schuster". Die HBS erkl=E4rte sich mit einem "Heimarbe=
itsprojekt" einverstanden. F=FCr das Editionsvorhaben konnte ein fr=FCherer=
 Praktikant <i><font size=3D"-1">[ Seine Praxiserfahrungen finden sich in d=
em Festschriftbeitrag Hubert Woltering: Metamorphose einer Bibliothek - Ein=
blicke in die Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung als Student, Historik=
er, Praktikant und Bibliothekar. In: Das gedruckte Ged=E4chtnis der Arbeite=
rbewegung. Festschrift zum 30-j=E4hrigen Bestehen der Bibliothek der Friedr=
ich-Ebert-Stiftung. Bonn, 1999. (Ver=F6ffentlichungen der Bibliothek der Fr=
iedrich-Ebert-Stiftung; 8), S. 149-154.]</font></i>  als wissenschaftlicher=
 Bibliothekar im Rahmen eines Werkvertrages zur Anfertigung von Register-Da=
teien f=FCr das konventionell mehr als 1.000 Manuskriptseiten umfassende We=
rk gewonnen werden.
</p><p>Ein Personen-, Orts- und Branchenregister sollen k=FCnftig die Chron=
ik erschlie=DFen, die von gewerkschaftseigenen Verlagen aus =F6konomischen =
Gr=FCnden in den fr=FChen neunziger Jahren nicht mehr aufgelegt werden konn=
te. Hubert Woltering konnte die Registerarbeiten komplett an seinem h=E4usl=
ichen PC in M=FCnster durchf=FChren. Die so entstandenen Register-Dateien, =
die f=FCr alle aufgef=FChrten Registereintr=E4ge die "Links" auf die betref=
fenden Textstellen der Ver=F6ffentlichung beinhalten, wurden mittlerweile p=
er E-mail an die Bibliothek gesendet und sind in die Gesamtarchitektur (ins=
g. 55 HTML-Dateien!) des Werkes eingegliedert worden.
</p><p>Die positiven Erfahrungen bei diesem ersten Experiment haben die Bib=
liotheksleitung in ihrer Auffassung best=E4rkt, das Wagnis "elektronische H=
eimarbeit" einzugehen.
</p><p>Da auch Teile der eigentlichen Systemverwaltungsarbeiten im Biblioth=
eksnetz, wie Erteilung von Zugriffsrechten u. =E4., von zu Hause aus erledi=
gt werden k=F6nnten, k=F6nnte mit Ausnahme der direkten Benutzerbetreuung, =
von Besprechungen und Arbeitsgruppen und umfangreicheren Reorgnisationsma=
=DFnahmen an Datenbanken ein Gro=DFteil der Arbeiten in diesem Arbeitsberei=
ch in Telearbeit geleistet werden.
</p><p><b><i>Telearbeit und Globalisierung</i></b>
</p><p>Die Einf=FChrung von Telearbeit in einer globalen Welt ist alles and=
ere als unkompliziert.
<br>Direktanrufe ostasiatischer Dienstleister, die die Bibliotheksleitung =
=FCberzeugen m=F6chten, ganze Aufgabenbereiche auszulagern, sind heute kein=
e Seltenheit mehr. Restriktive Abschottung von der "arbeitsteiligen Weltarb=
eit" (m=F6glichst hinter der Mauer des Beamtenrechts) verspricht auf Dauer =
keine L=F6sung des Problems.
</p><p>Auch =F6ffentliche Arbeitgeber werden - aller Lippenbekenntnisse zum=
 Trotz - auf Verbilligung der Ware Information dr=E4ngen.
</p><p>Auf der anderen Seite ist der hinreichende Schutz der Besch=E4ftigte=
n im eigenen Land ein hohes Gut. Daf=FCr haben Generationen von Gewerkschaf=
terinnen und Gewerkschaftern gestritten.=20
</p><p>Die Zukunft scheint darin zu liegen, dass die hochqualifizierte fach=
liche bibliothekarische Arbeit "im virtuellen eigenen Haus" zu erledigen is=
t. Das "virtuelle eigene Haus" schlie=DFt die Arbeit am herk=F6mmlichen Arb=
eitsplatz wie die Telearbeit au=DFerhalb der traditionellen Bibliothek ein.=
 F=FCr beide Arbeitspl=E4tze m=FCssen die gleichen sozialen und rechtlichen=
 Standards gelten. Bei den vielf=E4ltigen Aufgaben in der Informationsgesel=
lschaft sollte auch ein gewandeltes Berufsbild in Bibliotheken und Dokument=
ationseinrichtungen bestehen k=F6nnen. Ob im gleichen Umfang, das wird die =
Zukunft zeigen.
</p><p>Massenkonversion von bibliographischen Daten und Massenretrodigitali=
sierungsprojekte werden k=FCnftig nicht mehr im eigenen Haus zu bewerkstell=
igen sein. Dies wird weder durch Telearbeit noch durch Arbeit in der eigene=
n Bibliothek zu realisieren sein. Diese Erkenntnis bedeutet auch Abschied v=
on der Vorstellung, auf die Arbeitsbedingungen au=DFerhalb des eigenen Haus=
es entscheidend Einfluss nehmen zu k=F6nnen. In der Dialektik, ver=E4ndern,=
 was man ver=E4ndern kann, und hinnehmen, was man nicht =E4ndern kann, sche=
int auch die Zukunft von Telearbeit zu liegen.
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</p><hr>
<font size=3D"-2">
=A9 <a href=3D"mailto:wwwadm@www.fes.de">Friedrich Ebert Stiftung</a>
| <a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/bibliothek/support.html">techn=
ical support</a> | net edition=20
<a href=3D"mailto:walter.wimmer@fes.de">fes-library</a> | M=E4rz 2000
</font></td></tr></tbody></table>
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