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Date: Wed, 7 May 2025 14:21:09 +0200
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Griechenland : Reformaufgaben nach der Euro-Qualifikation
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Griechenland : Reformaufgaben nach der Euro-Qualifikation
 / Heinz-J=FCrgen Axt. - [Electronic ed.]. - Bonn, 2000. - 21 S. =3D 64 Kb,=
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. - (FES-Analyse)
<br>Electronic ed.: Bonn : FES Library, 2001
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<br><br>
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<p>
</p><ul>
<ul>
<li>
<a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/00915.htm#E283E1"=
>Das Wichtigste auf einen Blick</a>
</li><li>
<a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/00915.htm#E283E2"=
>Innenpolitische Herausforderungen</a>
</li><li>
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>Simitis als Wahlsieger</a>
</li><li>
<a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/00915.htm#E283E4"=
>Beitritt zum Euro-Club: nominelle Konvergenz bei unzul=E4nglichen Struktur=
reformen</a>
</li><li>
<a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/00915.htm#E283E5"=
>Au=DFenpolitische Perspektiven</a></li></ul></ul>
<br><br>

<table border=3D"1"><tbody><tr><td>
<ul>
<p></p><li><b>Die Wahlen am 9. April 2000 best=E4tigten die absolute Mehrhe=
it der Regierungspartei PASOK und des Ministerpr=E4sidenten Simitis. Damit =
wurde der Abschied vom Populismus bekr=E4ftigt und zum zweiten Mal eine Reg=
ierung mit einem als =84technokratisch" und =84sachlich" bezeichneten Minis=
terpr=E4sidenten an der Spitze gew=E4hlt.</b>
<p></p></li><li><b>Griechenland geh=F6rt ab dem 1. Januar 2001 der W=E4hrun=
gsunion an. Der Euro wird Zahlungsmittel. Die EU-Kommission verwies darauf,=
 dass auch bei Griechenland eine =84politische" Interpretation der Konverge=
nz-Kriterien erfolgte. Aus Bankensicht schw=E4chte die Aufnahme der Drachme=
 den Euro auf den Devisenm=E4rkten.</b>
<p></p></li><li><b>Die Euro-Qualifikation unterstreicht die Notwendigkeit u=
mfangreicher k=FCnftiger Strukturreformen bei der Privatisierung der Staats=
betriebe, dem Personalabbau im =F6ffentlichen Dienst, der Sozialversicherun=
g und dem weiterhin ausgepr=E4gten =F6konomischen Etatismus. Politisch aktu=
ell bleibt ferner das Thema der Trennung von Staat und Religion. Die Privat=
klagen der vom deutschen Naziregime Gesch=E4digten k=F6nnten die Beziehunge=
n zu Deutschland belasten. </b>
<p></p></li><li><b>Griechenland hat die NATO-Aktionen im Kosovo-Krieg gegen=
 Serbien politisch (nicht milit=E4risch) unterst=FCtzt und sich nicht dista=
nziert. Das verdient in einem Land Beachtung, dessen Bev=F6lkerung so wie i=
n keinem anderen europ=E4ischen Land die Bombardements durch die NATO verur=
teilte, die USA kritisierte und seine Sympathie f=FCr Serbien offen zeigte.=
</b>
<p></p></li><li><b>In der Au=DFen- und Sicherheitspolitik wurde mit der T=
=FCrkei ein bilateraler Dialog aufgenommen. Der Beitritt der T=FCrkei zur E=
urop=E4ischen Union wird offiziell nicht mehr blockiert. Trotz der Entspann=
ungstendenzen f=FChren Griechenland und die T=FCrkei ihre massiven Aufr=FCs=
tungsprogramme fort. Die Streitfragen =C4g=E4is und Zypern sind weiterhin v=
=F6llig offen. Entscheidend d=FCrften der innenpolitische Bewegungsspielrau=
m und die Stimmung in der =D6ffentlichkeit beider L=E4nder sein.</b>
</li></ul></td></tr></tbody></table><br<<br>

<a name=3D"E283E1"></a><br><br>
<h2>Das Wichtigste auf einen Blick</h2>
<p>Der Regierung Simitis hat der in j=FCngster Zeit verordnete Sparkurs nic=
ht geschadet. Sie ist am 9. April 2000, wenn auch knapp, erneut im Amt best=
=E4tigt worden. Die Konsolidierung war erforderlich, um die Konvergenz-Krit=
erien zu erreichen und dem Land die Mitgliedschaft in der Europ=E4ischen W=
=E4hrungsunion zu sichern. Hatten insbesondere die Gewerkschaften des =F6ff=
entlichen Dienstes Widerstand gegen eine nur moderate Einkommenspolitik mob=
ilisiert, so hat die Regierung vor den Wahlen den restriktiven Kurs gelocke=
rt und ihr =84soziales Profil" gesch=E4rft, was nichts anderes als das =FCb=
liche Bescheren von Wahlgeschenken beinhaltete. Vor allem versprach man ang=
esichts steigender Arbeitslosenzahlen vermehrt Besch=E4ftigungsm=F6glichkei=
ten. Das hat sich ausgezahlt. Der oppositionellen Neuen Demokratie n=FCtzte=
 es letztlich nicht, da=DF sie die Regierung in der Verhei=DFung sozialer W=
ohltaten noch zu =FCbertreffen suchte. Die regierenden PASOK-Sozialisten ko=
nnten bei den Wahlen noch leicht zulegen, erreichten knapp 44% der Stimmen =
und 158 von insgesamt 300 Parlamentsmandaten.
</p><p>Der Europ=E4ische Rat von Santa Maria da Feira begl=FCckw=FCnschte G=
riechenland im Juni zur Erreichung der Konvergenz-Kriterien und =F6ffnete d=
em Land den Beitritt zur Europ=E4ischen W=E4hrungsunion zum 1. Januar 2001.=
 Griechenlands Fortschritte auf dem Weg der Konvergenz sind in der Tat beac=
htlich. Nur wenige haben der Regierung das zugetraut. Die Inflation wurde g=
esenkt, das Haushaltsdefizit reduziert. Das Zinsniveau sank. Freilich stell=
t die Gesamtverschuldung noch immer ein Problem dar. Es bedurfte schon eine=
r flexiblen Interpretation der Konvergenz-Kriterien, um festzustellen, da=
=DF ihre sinkende Tendenz die Aufnahme in den Euro-Club rechtfertigt. Diese=
 im EG-Vertrag durchaus vorgesehene =96 freilich auch kontrovers bewertete =
=96 M=F6glichkeit war schon bei Italien und Belgien zur Anwendung gelangt. =
Sind die nominellen Kriterien also weitgehend erreicht, so darf das freilic=
h nicht dar=FCber hinweg t=E4uschen, da=DF zentrale Strukturreformen noch i=
mmer auf ihre Erledigung warten. Um nur drei Beispiele zu nennen: Die Priva=
tisierung hat bislang den Staatseinflu=DF auf die Wirtschaft nicht entschie=
den zur=FCckgedr=E4ngt. Der Arbeitsmarkt wurde nicht flexibilisiert. Und di=
e Reform des sozialen Sicherungssystem steht aus.
</p><p>Seit dem Sommer 1999 haben sich Griechenland und die T=FCrkei =96 di=
e beiden Dauerkontrahenten im =F6stlichen Mittelmeer =96 angen=E4hert. Die =
Au=DFenminister trafen sich regelm=E4=DFig, eine Reihe von Abkommen wurden =
unterzeichnet, und das bilaterale Klima verbesserte sich deutlich. Entspann=
ung und Vertrauensbildung statt aggressiver Rhetorik waren angesagt. Die Er=
dbeben m=F6gen die Entwicklung beg=FCnstigt haben. Entscheidender war wahrs=
cheinlich, da=DF beiden L=E4ndern bewu=DFt ist, da=DF sie den Anschlu=DF an=
 Europa nur sichern bzw. (im Falle der T=FCrkei) nur finden k=F6nnen, wenn =
sie sich zur Konfliktbeilegung bekennen. Letztere ist allerdings bislang ni=
cht vorangekommen. =DCber die eigentlichen Streitfragen =96 Rechte in der =
=C4g=E4is und Zypern =96 ist bislang nicht verhandelt worden. Auch ist die =
=D6ffentlichkeit in beiden L=E4ndern noch nicht mit potentiellen L=F6sungsm=
ustern konfrontiert worden. Der Europ=E4ische Rat von Helsinki hat im Dezem=
ber 1999 zwar zur =C4g=E4is und Zypern Wege zur Bearbeitung der Konflikte a=
ufgezeigt, doch kann das bilaterale Verst=E4ndigungen nicht ersetzen.
</p><p>W=E4hrend des Kosovo-Krieges ist die Regierung Simitis nicht der Ver=
suchung erlegen, sich der vorherrschenden Stimmung im Lande anzupassen, die=
 sich durch scharfe Kritik an NATO und USA auszeichnete. Serbien und Milose=
vic brachte man in Griechenland auffallend viel Sympathie entgegen. Wenn au=
ch mit einigen Einschr=E4nkungen stand die Regierung zu ihren westlichen Ve=
rb=FCndeten. Die Stabilisierung des Balkans steht f=FCr die Regierung auf d=
er Agenda, wobei sie besonderes Gewicht darauf legt, da=DF es zu keiner Ver=
=E4nderung der gegenw=E4rtigen Grenzziehungen kommt. Der Kosovo-Konflikt ha=
t nicht zur Konfrontation mit der T=FCrkei gef=FChrt, wie viele antizipiert=
 hatten.

</p><p><b>Griechenland hat in j=FCngster Vergangenheit eine bemerkenswerte =
Entwicklung vollzogen. Es hat Abschied vom Populismus genommen und hat jetz=
t schon zum zweiten Mal eine Regierung mit einem Ministerpr=E4sidenten an d=
er Spitze gew=E4hlt, den viele Griechen doch als zu =84technokratisch" und =
zu =84sachlich" bezeichnen.</b> Doch traut man offensichtlich ihm eher als =
den gro=DFen Rhetorikern zu, die anstehenden Probleme zu bew=E4ltigen. Das =
j=FCngst ins Amt berufene Kabinett entspricht dem Image von Simitis: n=FCch=
tern, kalkulierbar und wenig ideologisch ausgerichtet. Noch gibt es keine K=
raft =96 weder in der Opposition noch in der Regierungspartei -, die diese =
Formation herausfordern k=F6nnte. <b>Gleichwohl schiebt die Regierung Simit=
is bislang zwei gro=DFe Aufgaben vor sich her: Trotz Euro-Qualifikation und=
 Erreichen der nominellen Konvergenz-Kriterien stehen entscheidende Struktu=
rreformen noch aus. Und bei der T=FCrkeipolitik muss die Regierung daf=FCr =
sorgen, dass sich das positive und auf Entspannung gerichtete Momentum nich=
t wieder verfl=FCchtigt.</b> Die Streitfragen in der =C4g=E4is sind l=F6sba=
r =96 nur m=FCssen Wege gefunden werden, wie man L=F6sungsformeln auch inne=
npolitisch umsetzen kann. Dass dazu handlungsf=E4hige Regierungen auf beide=
n Seiten der =C4g=E4is vonn=F6ten sind, ist selbstverst=E4ndlich. Darauf zu=
 vertrauen, dass die Formel des Europ=E4ischen Rats von Helsinki =96 Verhan=
dlung und ggf. Anrufen des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag =96 qua=
si automatisch zum Erfolg f=FChrt, d=FCrfte wenig begr=FCndet sein. Man wir=
d bilaterale Verst=E4ndigungen =FCber die Kernprobleme in die Wege geleitet=
 haben m=FCssen, wenn die EU als externer Akteur Impulse zur Konfliktbeileg=
ung geben soll.

<a name=3D"E283E2"></a><br><br>
</p><h2>Innenpolitische Herausforderungen</h2>
<p>Eine Regierung verordnet ihrem Land einen Spar- und Konsolidierungskurs,=
 um sich f=FCr die Mitgliedschaft in der Europ=E4ischen W=E4hrungsunion zu =
qualifizieren, und wird wiedergew=E4hlt - die =DCberraschung ist verst=E4nd=
lich. Sind die W=E4hler in Griechenland so aufgekl=E4rt und uneigenn=FCtzig=
, dass sie die ihnen wegen der Euro-Qualifikation auferlegten finanziellen =
Einschr=E4nkungen und Einbu=DFen nicht ver=FCbeln, weil sie um das =FCberge=
ordnete Ziel =96 die feste Verankerung des Landes in der W=E4hrungsunion un=
d der Europ=E4ischen Union =96 wissen, also die Interessen der Nation =FCbe=
r die pers=F6nlichen Belange stellen? W=E4re dies der Fall, m=FCsste man de=
n Vorgang wohl revolution=E4r nennen, w=FCrden alle Erkenntnisse =FCber Wah=
lmotivation =FCber den Haufen geworfen.=20
</p><p>Die Tatsachen legen eine andere Interpretation nahe: <b>Der von der =
Regierung Griechenlands eingeschlagene Euro-Kurs hat zwar das Haushaltsdefi=
zit abgebaut und die Inflation gesenkt, die damit verbundenen Einschr=E4nku=
ngen waren allerdings nicht besonders radikal, weil immer wieder Kompromiss=
e insbesondere mit den organisierten Interessengruppen getroffen, und weil =
angesichts nahender Wahlen die bew=E4hrten Wahlgeschenke offeriert wurden. =
So konnte zweierlei erreicht werden: Die nominelle Konvergenz wurde so weit=
 vorangebracht, dass Griechenland ab dem 1. Januar 2001 der EWU angeh=F6rt.=
 Zugleich wurde aber auf durchgreifende Strukturreformen verzichtet, um die=
 W=E4hler nicht zu verstimmen. Die Rechnung ist aufgegangen: Am 9. April 20=
00 wurde die Regierung von Kostas Simitis wiedergew=E4hlt.</b>=20
</p><p>Neben den Wahlen und dem erfolgreichen Anschluss an den Euro-Club wa=
r die j=FCngste Entwicklung in Griechenland von weiteren entscheidenden Ere=
ignissen gepr=E4gt: <b>Gegen=FCber der T=FCrkei, in Griechenland traditione=
ll als die =84Gefahr aus dem Osten" wahrgenommen,  sind erste Schritte der =
Ann=E4herung vollzogen worden. Der Europ=E4ische Rat von Helsinki vom Dezem=
ber 1999 hat der T=FCrkei den EU-Kandidatenstatus er=F6ffnet, ohne dass Gri=
echenland blockierte</b>, wie man das aufgrund bisheriger Erfahrungen h=E4t=
te erwarten k=F6nnen. <b>Daf=FCr machte sich Griechenland in Helsinki stark=
 f=FCr die Ebnung des Weges Zyperns in die EU, auch ohne L=F6sung des Volks=
gruppenkonflikts.</b> War die Wende in S=FCdosteuropa davon gepr=E4gt, dass=
 Griechenland fr=FCh in die Balkankonflikte einbezogen war =96 durfte sich =
der n=F6rdliche Nachbar einfach =84Mazedonien" nennen? =96 und sah sich die=
 Regierung w=E4hrend des Kosovo-Kriegs einer =FCberwiegend proserbischen un=
d natofeindlichen  =F6ffentlichen Meinung ausgesetzt, so hat sich die Lage =
mittlerweile beruhigt. <b>Die f=FCr die Regierung Simitis positiven Entwick=
lungen k=F6nnten aktuell lediglich durch zwei Probleme getr=FCbt werden: Di=
e Auseinandersetzungen zwischen Regierung und Kirche wegen der umstrittenen=
 und jetzt wegfallenden Angabe der Religionszugeh=F6rigkeit auf dem Persona=
lausweis haben gezeigt, dass trotz aller Modernisierungsbem=FChungen zumind=
est Segmente der griechischen Gesellschaft sich mit der Moderne wenig anfre=
unden k=F6nnen. Das Thema der Trennung von Staat und Religion ist in Griech=
enland durchaus aktuell. </b>
</p><p><b>Das zweite aktuelle Problem sind die Privatklagen der vom deutsch=
en Naziregime Gesch=E4digten gegen die Bundesrepublik Deutschland</b> sowie=
 der Richterspruch des h=F6chsten Gerichts, des Aeropags. Diese Sachverhalt=
e k=F6nnten die Beziehungen zu Deutschland durchaus belasten:=20
</p><p>1997 hatte das Amtsgericht im griechischen Livadia den 295 Hinterbli=
ebenen der 218 Opfer des Massakers von Distomo Schadenersatz in H=F6he von =
rund 56 Millionen DM zugesprochen, der von der Bundesrepublik Deutschland g=
ezahlt werden soll. Am 10. Juni 1944 waren in Distomo als =84Vergeltungsma=
=DFnahme" alle Einwohner des Dorfes durch die Vierte SS-Polizei-Panzergrena=
dier-Divison exekutiert worden. <b>Die Bundesregierung r=FCgte, dass das Ur=
teil gegen das V=F6lkerrechtsprinzip der Staatenimmunit=E4t versto=DFe. Dan=
ach k=F6nnen Privatpersonen keinen ausl=E4ndischen Staat verklagen.</b> Gem=
=E4=DF dieser Interpretation hatte auch das Landgericht im griechischen Kal=
avrita 1998 eine Klage der Hinterbliebenen eines Wehrmachts-Massakers, bei =
dem 1943 =FCber 650 Personen erschossen worden waren, zur=FCckgewiesen. Im =
Falle des Urteils von Livadia best=E4tigte allerdings der Aeropag, das h=F6=
chste Gericht Griechenlands, den Richterspruch. F=FCr barbarische Akte wie =
in Distomo k=F6nne kein Staat die Immunit=E4t beanspruchen. Die Bef=FCrwort=
er dieser Auffassung berufen sich dabei auf die Rechtsentwicklung in den Ve=
reinigten Staaten, wo ein Gericht bei der Klage eines amerikanischen Juden,=
 der unter den Nationalsozialisten Zwangsarbeit zu verrichten hatte, ebenfa=
lls vom Prinzip der Staatenimmunit=E4t abgewichen war. Weil die Bundesregie=
rung den Spruch des Aeropags nicht anerkannte, hat mittlerweile der Rechtsa=
nwalt der Hinterbliebenen von Distomo die Zwangsvollstreckung deutscher Lie=
genschaften in Athen (Goethe-Institut, Deutsches Arch=E4ologisches Institut=
 und Deutsche Schule) angestrengt. Durch eine einstweilige Verf=FCgung wurd=
e dieses Vorhaben vorerst gestoppt.=20
</p><p>Die Haltung der Bundesregierung ist in dieser Angelegenheit wie folg=
t: Zum einen wird darauf verwiesen, dass bei der Zwangsvollstreckung gegen =
ausl=E4ndisches Eigentum die Zustimmung des griechischen Justizminister vor=
liegen m=FCsse. Diese liegt aber nicht vor. Zur Berechtigung der Anspr=FCch=
e der Hinterbliebenen von Distomo hat die Bundesregierung erkl=E4rt, es sei=
 nicht gerechtfertigt, wegen der jetzt geregelten Entsch=E4digung von Zwang=
sarbeitern auch die Frage der Reparationen aus den Folgen des Zweiten Weltk=
riegs erneut aufzurollen. Diese Frage sei gel=F6st und zwar durch das bilat=
erale Globalentsch=E4digungsabkommen vom 18. M=E4rz 1960. Im Rahmen dieses =
Abkommens waren an griechische Staatsb=FCrger, die wegen ihrer Rasse, ihres=
 Glaubens oder ihrer Weltanschauung verfolgt worden waren, 115 Millionen DM=
 =FCberwiesen worden. (Das Londoner Schuldenabkommen von 1953 hatte Reparat=
ionsanspr=FCche bis zum Abschluss eines Friedensvertrags gestundet. Das Lan=
dgericht von Livadia hatte den Zwei-plus-vier-Vertrag von 1990 als einen Fr=
iedensvertrag gewertet.). Zus=E4tzlich macht die Bundesregierung geltend, d=
ass Griechenland allein durch die Assoziation und sp=E4tere Mitgliedschaft =
in der EG Hilfeleistungen in H=F6he von =FCber 30 Milliarden DM aus deutsch=
en Geldern erhalten habe. Reparationsforderungen, so der deutsche Botschaft=
er in Athen, sollten da =84keinen Raum mehr haben".
</p><p>Neben dem au=DFenpolitischen stellt sich der griechischen Regierung =
auch <b>ein innenpolitisches Problem ganz besonderer Art.</b> Nachdem sich =
Griechenland dem Schengener-Abkommen angeschlossen hatte, wurden neue Perso=
nalausweise erforderlich. Die Regierung Simitis beschloss, auf die Angabe d=
er Religionszugeh=F6rigkeit (und auch auf die Angabe des Namens und des Ber=
ufs der Ehefrau) zu verzichten. Gest=FCtzt auf eine Empfehlung der Datensch=
utzbeh=F6rde verk=FCndete Simitis, die Angabe der Religionszugeh=F6rigkeit =
widerspreche der Freiheit des B=FCrgers. Dabei hatte er allerdings nicht mi=
t dem Oberhaupt der orthodoxen Kirche, Erzbischof Christodoulos, gerechnet.=
 Dieser sah die Orthodoxie in ihren Grundfesten ersch=FCttert. Erst gehe es=
 um den Personalausweis, dann die Einf=FChrung der obligatorischen zivilen =
Eheschlie=DFung, dann um die Abschaffung des auf die Bibel zu leistenden Ei=
ds und schlie=DFlich um die Abschaffung des Religionsunterrichts. Dr=E4nge =
man aber die Orthodoxie zur=FCck, nehme man den Griechen ihre Identit=E4t. =
Schon in der Vergangenheit war der Kirchenf=FCrst nicht m=FCde geworden, da=
vor zu warnen, dass Griechenlands Eigenart in Europa untergehen k=F6nne. <b=
>=84In erster Linie sind wir Griechen und orthodoxe Christen und erst in zw=
eiter Linie Europ=E4er",</b> erl=E4uterte er vor ann=E4hernd hunderttausend=
 Teilnehmern einer Massenveranstaltung in Thessaloniki. Die griechische Reg=
ierung versuchte, das Thema herunterzuspielen. Doch das Kirchenoberhaupt is=
t nicht zum Einlenken bereit. Sogar =FCber eine inoffizielle Volksabstimmun=
g wird geredet.=20
</p><p><b>Bei =E4lteren Griechen und vor allem bei Frauen und bei der Bev=
=F6lkerung auf dem Lande findet das Kirchenoberhaupt durchaus R=FCckhalt. =
=84Modernisierungsverlierer" scheinen in der Orthodoxie eine Alternative zu=
r Ausrichtung nach Europa zu finden. Christodoulos selbst ist ein typischer=
 Vertreter der =84neuen Orthodoxie", einer Art Erweckungsbewegung, die sich=
 seit den sechziger Jahren gegen das =DCbergewicht der abendl=E4ndischen We=
lt stellt und dieser einen geeinten orthodoxen Osten entgegenstellen will. =
Der westlichen Aufkl=E4rung wird misstraut. Westliches Christentum, Zivilis=
ation, Rationalismus, Kapitalismus und Demokratie werden als Einheit angese=
hen und abgelehnt. Das erkl=E4rt auch die Ausstrahlung, die die Neo-Orthodo=
xie auf einige Vertreter den politischen Linken hat. Wenn auch der Einfluss=
 der neuen Orthodoxie nicht =FCbersch=E4tzt werden sollte =96 einige hunder=
ttausend Griechen mobilisiert sie gleichwohl immer wieder zu Protesten, und=
 mit dem Kirchenf=FChrer hat sie auch wieder Aufschwung erhalten -, so verw=
eisen die neueren Entwicklungen abermals darauf, dass in Griechenland die T=
rennung zwischen Kirche und Staat nach westlicher Auffassung zumindest unde=
utlich ist.</b>=20
</p><p>Zwar kann man in Griechenland nicht von einer Staatskirche sprechen,=
 doch ist das Verh=E4ltnis zwischen Kirche und Staat bis heute nicht klar g=
eregelt, so dass von einer =84Zwangsehe" gesprochen wird. In der Verfassung=
 wird an der Orthodoxie als der Kirche der Griechen festgehalten. Ferner is=
t nicht zu untersch=E4tzen: <b>Es sind Vertreter der Orthodoxie wie Christo=
doulos, die immer wieder nationalistische Stimmungen und damit auch antit=
=FCrkische Ressentiments sch=FCren.</b> Gerade das Kirchenoberhaupt hat sic=
h in j=FCngster Zeit =E4u=DFerst kritisch und herablassend zur griechisch-t=
=FCrkischen Gespr=E4chsdiplomatie ge=E4u=DFert.


<a name=3D"E283E3"></a><br><br>
</p><h2>Simitis als Wahlsieger</h2>
<p>Die Aussichten f=FCr die urspr=FCnglich im Herbst 2000 f=E4lligen Parlam=
entswahlen schienen f=FCr die <b>PASOK</b> (Panhellenische Sozialistische B=
ewegung) und ihren amtierenden Ministerpr=E4sidenten Kostas Simitis nicht z=
um Besten bestellt, als die Griechen anl=E4=DFlich der Wahlen zum Europ=E4i=
schen Parlament am 14. Juni 1999 an die Urnen gerufen wurden. Trotz Wahlpfl=
icht beteiligten sich nur 66,5 Prozent der W=E4hler. Die PASOK, die im Jahr=
 1994 noch 37,6 Prozent der Stimmen errungen hatte, verlor und musste sich =
mit 32,9 Prozent zufriedengeben. Die oppositionelle <b>Neue Demokratie</b> =
unter ihrem Vorsitzenden Kostas Karamanlis, einem Neffen des langj=E4hrigen=
 Parteif=FChrers und Staatspr=E4sidenten Konstantin Karamanlis, verbesserte=
 sich von 32,7  auf 36 Prozent. Neben den Konservativ-Liberalen konnten sic=
h vor allem die <b>Kommunisten</b> von 6,3  auf 8,7 Prozent der Stimmen ver=
bessern. Die <b>Demokratische Soziale Bewegung (DIKKI)</b> des fr=FCheren P=
ASOK-Ministers Dimitris Tsovolas, die noch nicht an den Europa-Wahlen von 1=
994 teilgenommen und bei den nationalen Wahlen 1996 4,4 Prozent erreicht ha=
tte, kam immerhin auf 6,9 Prozent. Die nicht-orthodoxe Linkspartei <b>Synas=
pismos</b> erlitt leichte Verluste und kam auf 5,2 Prozent (1994: 6,2 Proze=
nt). Der Stimmenzuwachs der Neuen Demokratie wurde beg=FCnstigt durch das s=
chlechte Abschneiden des Politischen Fr=FChlings (PolAn) unter der F=FChrun=
g des ehemaligen ND-Au=DFenministers Antonis Samaras. Statt der 8,7 Prozent=
 von 1994 musste sich die Partei 1999 mit 2,3 begn=FCgen und scheiterte dam=
it an der Drei-Prozent-H=FCrde. An der Sitzverteilung im Europ=E4ischen Par=
lament =E4nderte sich wenig. Die beiden gro=DFen Parteien PASOK und ND stel=
len wie in der vorangegangenen Wahlperiode je neun Abgeordnete, die Kommuni=
sten verbesserten sich von zwei auf drei Abgeordnete, Synaspismos blieb bei=
 seinen zwei Sitzen, und DIKKI errang zwei Mandate.
</p><p>Die Prognose von ND-Chef Karamanlis, dass sich der =84gro=DFe Sieg" =
seiner Partei bei den n=E4chsten nationalen Wahlen niederschlagen werde, wa=
r jedoch verfehlt. Der Erfolg, insbesondere der Kommunisten, war wohl darau=
f zur=FCckzuf=FChren, dass sie einen Gro=DFteil der griechischen =D6ffentli=
chkeit ansprechen konnten, die w=E4hrend des Kosovo-Kriegs den NATO-Aktione=
n ablehnend gegen=FCberstand und mit der politischen F=FChrung in Serbien u=
nter Milosevic sympathisierte. Die Regierung Simitis bem=FChte sich demgege=
n=FCber, so weit es ging, um Solidarit=E4t mit den westlichen Verb=FCndeten=
. Allerdings nahm die regierende PASOK das Ergebnis insofern ernst, als sie=
 sich nunmehr verst=E4rkt darum bem=FChte, ihrer Regierungspolitik den verm=
eintlichen Makel einer =84sozialen Schieflage" zu nehmen. Im Grunde war mit=
 den Europawahlen von 1999 der Wahlkampf f=FCr den nationalen Urnengang er=
=F6ffnet. Die Regierung verk=FCndete vorgezogene Wahlen und =F6ffnete das F=
=FCllhorn der Wahlgeschenke.
</p><p>Der =D6ffentlichkeit wurde ein =84Simitis-Paket" pr=E4sentiert, mit =
dem man die gro=DFz=FCgigen Versprechungen der Opposition noch =FCbertreffe=
n wollte. Karamanlis hatte den W=E4hlern und insbesondere den Bauern einen =
umfangreichen Geschenke-Katalog in Aussicht gestellt: Aktien der Agrarbank =
zum halben Preis, Abschaffung der Sondersteuer auf Brennstoffe, Senkung der=
 Mehrwertsteuer f=FCr landwirtschaftliche Maschinen, Senkung des Strompreis=
es, Senkung der Zinsen f=FCr Agrarkredite, Herabsetzung der Erbschaftssteue=
r, kostenloser Empfang eines speziellen Agrar-TV-Senders u.a.m.. Da wollte =
die Regierung nicht nachstehen.=20
</p><p>Das Simitis-Paket enthalte bereits alle die von der ND in Aussicht g=
estellten Verg=FCnstigungen und noch einige mehr. Das =84soziale Profil" de=
r Regierung sollte u.a. dadurch gesch=E4rft werden, dass 600.000 neue Arbei=
ts- und Ausbildungspl=E4tze geschaffen, Steuererleichterungen eingef=FChrt =
und Einkommensverbesserungen durchgesetzt w=FCrden. Die Regierung beabsicht=
igte, das Pro-Kopf-Einkommen bis 2004 auf 80 Prozent des EU-Durchschnitts a=
nzuheben (derzeit ca. 68 Prozent). Steuererleichterungen und Einkommensverb=
esserungen im Wert von 170 Mrd. Drachmen wurden f=FCr 2001 und 2002 in Auss=
icht gestellt. Vor allem Gruppen mit niedrigerem Einkommen sollten entlaste=
t werden, bei Rentnern sollte die sogenannte Solidarit=E4tszulage angehoben=
 werden.=20
</p><p>Angesichts des zwischen Opposition und Regierung ausgetragenen =84We=
ttbewerbs in Wahlversprechen" mahnte der Griechische Industrieverband (SEB)=
 zur Zur=FCckhaltung. Bei der versprochenen Erh=F6hung der Sozialausgaben d=
=FCrften die Defizite der Haushalte nicht aus den Augen verloren werden. Wu=
rde dem Oppositionsf=FChrer in deutschen Printmedien ein =84aggressiver, vo=
n populistischen Versprechungen gepr=E4gter Wahlkampf" attestiert (Frankfur=
ter Allgemeine Zeitung, 10.4.2000), so hat Simitis, dem zurecht die Attribu=
te =84Sachlichkeit, Geradlinigkeit, Verl=E4sslichkeit und Verantwortungsbew=
usstsein" zugeschrieben werden, gezeigt, dass er die Klaviatur des Wahlkamp=
fs durchaus beherrscht, ohne sein Ziel =96 die Erreichung der nominellen Eu=
ro-Konvergenz =96 aus den Augen zu verlieren.
</p><p><b>F=FCr sein Ziel, den Anschluss an Europa zu sichern, findet der M=
inisterpr=E4sident, so vermuten Wahlforscher, zunehmend Unterst=FCtzung unt=
er den besser ausgebildeten und wohlhabenden Schichten in Griechenland. Die=
 Traditionalisten in der sozialistischen Regierungspartei sehen allerdings =
die Gefahr, dass der Partei die W=E4hlerschichten mit niedrigen Einkommen a=
bhanden kommen.</b> Die Wahlen des Jahres 2000 haben die Bef=FCrchtung alle=
rdings nicht best=E4tigt: Parteien links von der PASOK haben ihren Stimmena=
nteil nicht erh=F6hen k=F6nnen. Allerdings hat sich die Neue Demokratie ver=
bessert, doch war ihr Stimmenzuwachs nicht stark genug, um die PASOK-Sozial=
isten zu gef=E4hrden.=20
</p><p>Gerade in Griechenland sollte vor der Annahme gewarnt werden, dass d=
ie Sozialisten ihre gleichsam =84nat=FCrlichen" W=E4hlerschichten in den un=
teren Einkommensklassen finden. W=E4hrend in (post-)modernen Demokratien de=
rartige Bindungen aufgel=F6st werden, haben sie sich in Griechenland erst g=
ar nicht in vergleichbarem Umfang herausbilden k=F6nnen. Traditionelle Elem=
ente der politischen Kultur wie Klientelismus und Personalismus standen dem=
 im Weg. Es ist daran zu erinnern, dass die Wurzeln der PASOK nicht in die =
Arbeiterbewegung zur=FCckreichen =96 hier hatten sich bei sp=E4rlicher Indu=
strialisierung =FCberhaupt sehr fr=FCh die Kommunisten etabliert =96 sonder=
n eher auf die verschiedenen Parteien des Zentrums zur=FCckzuf=FChren sind,=
 in denen sich das B=FCrgertum vereinigte.
</p><p>Die Wahlen von 1996 standen ganz im Zeichen des amtierenden Minister=
pr=E4sidenten und soeben auch zum PASOK-Vorsitzenden gew=E4hlten Kostas Sim=
itis. Dass dieser Sparma=DFnahmen ank=FCndigte, um dem Ziel =96 Beitritt zu=
r dritten Stufe der Europ=E4ischen W=E4hrungsunion wenigstens in der zweite=
n Gruppe =96 n=E4herzukommen, schreckte die W=E4hler offensichtlich nicht. =
Simitis bot sachliche Argumente statt der insbesondere unter Andreas Papand=
reou =FCblichen Massen- und rhetorischen Feuerwerksveranstaltungen. Der Wah=
lerfolg von 1996 legitimierte den Euro-Kurs von Simitis. Dass er im Jahr 20=
00 abermals als Sieger aus den Wahlen hervorging, verweist darauf, dass es =
ihm gelungen war, notwendige Konsolidierungsma=DFnahmen in die Wege zu leit=
en, ohne den W=E4hlerzuspruch zu verlieren. <b>Aus =F6konomischer Perspekti=
ve d=FCrften die vergangenen knapp vier Jahre bez=FCglich der Reformergebni=
sse entt=E4uschen (s.u.), aus politischer Sicht muss man dem Premierministe=
r eine durchaus beachtliche Gratwanderung zwischen Zielorientierung (Euro-M=
itgliedschaft) und Stimmenmaximierung bescheinigen.</b>
</p><p>9,3 Mio. Griechen waren zur Wahl vom 9. April 2000 aufgerufen. 43,8 =
Prozent der W=E4hler gaben ihre Stimme der PASOK. Damit verbesserte sich di=
e Partei um 2,3 Prozentpunkte gegen=FCber 1996 (41,5 Prozent). Von den 300 =
Parlamentsmandaten entfielen auf die Sozialisten 158 (1996 162). Die absolu=
te Mehrheit war wiederum =96 wenn auch knapp - gesichert. Nur 72.705 Stimme=
n fehlten der oppositionellen Neue Demokratie, um mit der PASOK gleichzuzie=
hen. Die ND konnte stark aufholen und legte um 4,6 Prozentpunkte zu. Der St=
immenanteil von 42,7 Prozent (38,1 Prozent 1996) erbrachte wegen des verst=
=E4rkten Verh=E4ltniswahlrechts allerdings nur 125 Parlamentsmandate gegen=
=FCber 108 Sitzen in der abgelaufenen Wahlperiode. Die kleineren Opposition=
sparteien fanden bei den W=E4hlern geringeren Zuspruch als bei den vorangeg=
angenen Wahlen. Die orthodoxen Kommunisten (KKE) mussten noch die relativ g=
eringsten Verluste hinnehmen. Sie verschlechterten sich von 5,6 auf 5,5 Pro=
zent. St=E4rker traf es die aus den Eurokommunisten hervorgegangene Linke A=
llianz (Synaspismos), die 1,9 Prozentpunkte verlor und sich mit 3,2 Prozent=
 der Stimmen zufriedengeben musste. DIKKI kam auf 2,7 Prozent der Stimmen, =
was einen Verlust von 1,7 Prozentpunkten bedeutete (vgl. Tabelle 1 und =DCb=
ersicht 1 im Anhang).=20
</p><p>Bei der <b>Regierungsbildung</b> legte Simitis zwar wenig Wert auf d=
ie Ber=FCcksichtigung der PASOK-Hierarchie und -Fl=FCgel, zentrale Pers=F6n=
lichkeiten fanden sich gleichwohl im alten wie im neuen Kabinett wieder. Ak=
is Tsochatsopoulos wurde erneut Verteidigungsminister, Georgios Papandreou,=
 der Sohn des Parteigr=FCnders Andreas Papandreou, =FCbernahm wiederum das =
Au=DFenressort, das er von Theodoros Pangalos =FCbernommen hatte, nachdem d=
ieser wegen der =D6calan-Aff=E4re im Februar 1999 hatte zur=FCcktreten m=FC=
ssen. =D6calan war bekanntlich nach seinem Aufenthalt in der griechischen B=
otschaft in Kenia von der t=FCrkischen Geheimpolizei festgenommen worden, n=
achdem er sich zuvor auf griechischem Boden befunden hatte, ohne dass bis h=
eute eindeutig gekl=E4rt wurde, inwieweit offizielle Stellen einbezogen war=
en. Pangalos kehrte allerdings 2000 als Kulturminister in die Regierung zur=
=FCck. Gerassimos Arsenis, der 1996 noch zusammen mit Tsochatsopoulos bei d=
er Wahl zum PASOK-Vorsitz Simitis unterlegen war, geh=F6rt dem Kabinett nic=
ht mehr an. Jannos Papantoniou, der =84griechische Karl Schiller", hat wie =
zuvor sowohl das Finanz- als auch das Wirtschaftsministerium inne.


<a name=3D"E283E4"></a><br><br>
</p><h2>Beitritt zum Euro-Club: nominelle Konvergenz bei unzul=E4nglichen S=
trukturreformen</h2>
<p>Was nur wenige f=FCr m=F6glich gehalten haben ist erreicht: Griechenland=
 geh=F6rt ab dem 1. Januar 2001 der W=E4hrungsunion an. Der Euro wird auch =
in Griechenland Zahlungsmittel (abweichend von den anderen Euro-L=E4ndern w=
erden die M=FCnzen in Griechenland auf der Seite mit der nationalen Symboli=
k =FCbrigens nicht als Cents sondern als Lepta bezeichnet werden.). Am 9. M=
=E4rz 2000 hatte die Regierung offiziell den Antrag auf Aufnahme in die W=
=E4hrungsunion gestellt. Mit Datum vom 3. Mai empfahl die Europ=E4ische Kom=
mission den Beitritt Griechenlands zur Euro-Zone. Mit Blick auf kritische S=
timmen verwies die Kommission darauf, dass auch Griechenland wie die Gr=FCn=
dungsmitglieder der W=E4hrungsunion behandelt werden m=FCsse. Das bedeutete=
, dass man bei Griechenland nicht kritischer als bei Belgien und Italien se=
in d=FCrfe, die die Konvergenz-Kriterien beim Schuldenstand (mit reichlich =
=FCber 100 Prozent statt der geforderten 60 Prozent des Bruttoinlandsproduk=
ts) ja auch verfehlt hatten. Man hielt ihnen freilich eine sinkende Tendenz=
 zugute. <b>1998 hatte die Kommission noch festgestellt, dass Griechenland =
keines der Konvergenz-Kriterien erf=FClle. Im Mai 2000 konstatierte die Kom=
mission, dass die durchschnittliche Rate der Geldentwertung in den vergange=
nen zw=F6lf Monaten bei 2,0 Prozent und damit unter dem Referenzwert von 2,=
4 Prozent gelegen habe. Die Nettoneuverschuldung des Staates sei von 10,2 P=
rozent (1995) auf 1,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gesenkt worde=
n. Auch das Wechselkurs- und Zinskriterium sind erf=FCllt worden. Die Drach=
me habe l=E4nger als zwei Jahre dem Wechselkursmechanismus ohne nennenswert=
e Spannungen angeh=F6rt.</b>
</p><p><b>Wie die Europ=E4ische Zentralbank (EZB) feststellte, hatte Griech=
enland zwar deutliche Fortschritte bei der nominellen Konvergenz erreicht. =
Die Inflationsbek=E4mpfung und die Verringerung des Haushaltsdefizits wurde=
n besonders gew=FCrdigt. Kritisch wird jedoch vermerkt, dass die Staatsvers=
chuldung mit 104 Prozent des BIP noch weit =FCber den erlaubten 60 Prozent =
liegt.</b> Die EZB machte auch deutlich, dass die Regierung es nicht so wie=
 bisher bei Konsolidierungsma=DFnahmen zur Erreichung der nominellen Konver=
genz bewenden lassen d=FCrfe. Immer wieder ist z.B. bem=E4ngelt worden, das=
s mit der =96 wenn auch schleppend vorangehenden =96 Privatisierung zwar di=
e Staatseinnahmen verbessert wurden, womit auch das Konvergenzziel des Abba=
us des Haushaltsdefizits erreicht wurde. Eine Belebung der Marktkr=E4fte un=
d ein tats=E4chlicher R=FCckzug des Staates aus dem Wirtschaftsleben war da=
mit aber kaum verbunden. <b>Die EZB verlangte aber derartige Strukturreform=
en, als sie feststellte, dass der staatliche Finanzierungssaldo auf solide =
F=FC=DFe gestellt, eine tats=E4chliche Reform der Altersversorgung eingelei=
tet und die strukturellen Verkrustungen am Arbeitsmarkt beseitigt werden m=
=FCssten. Ob die r=FCckl=E4ufige Entwicklung beim Schuldenstand wirklich vo=
n Dauer sein wird, wurde von der EZB in Frage gestellt. Vertragsgem=E4=DF s=
prach die EZB =96 im Unterschied zur Kommission =96 keine Empfehlung f=FCr =
oder gegen die Teilnahme Griechenlands an der W=E4hrungsunion aus.</b>
</p><p>Nachdem sich das Europ=E4ische Parlament mit gro=DFer Mehrheit f=FCr=
 einen Beitritt Griechenlands zur W=E4hrungsunion ausgesprochen hatte, obla=
g es dem Europ=E4ischen Rat (nach Art. 121 des EG-Vertrags der Rat in der Z=
usammensetzung der Staats- und Regierungschefs) =FCber die Aufnahme Grieche=
nlands zu entscheiden. Er tat dies am 19. und 20. Juni im portugiesischen S=
anta Maria da Feira. In den Schlussfolgerungen des Vorsitzes hei=DFt es: =
=84Der Europ=E4ische Rat begl=FCckw=FCnscht Griechenland zu der Konvergenz,=
 die es in den letzten Jahren aufgrund seiner soliden Wirtschafts- und Fina=
nzpolitik erreicht hat, und begr=FC=DFt die Entscheidung, dass Griechenland=
 zum 1. Januar 2001 dem Euro-W=E4hrungsgebiet beitritt ..."
</p><p><b>Die Stellungnahme der Kommission hatte erkennen lassen, dass auch=
 bei Griechenland, wie bei der Beurteilung einiger Euro-Gr=FCndungsmitglied=
er, eine =84politische" Interpretation der Konvergenz-Kriterien erfolgen m=
=FCsste, um den Vertragsanforderungen gerecht zu werden. Hatte die EZB durc=
haus in kritischer Weise Stellung genommen, so sind die politischen Entsche=
idungen ohne kontroverse Debatte gef=E4llt worden. Lediglich aus Bankenkrei=
sen ist deutliche Kritik formuliert worden.</b> Der Pr=E4sident der Hessisc=
hen Landeszentralbank pl=E4dierte z.B. noch im April daf=FCr, den Beitritt =
Griechenlands zur W=E4hrungsunioin zun=E4chst um ein Jahr zu verschieben. =
=84Griechenland", so der Bankier, =84erf=FCllt das Haushalts- und das Preis=
stabilit=E4tskriterium nicht nachhaltig. Der Schuldenstand liegt mit rund 1=
04 Prozent des Bruttoinlandprodukts weit entfernt vom Referenzwert von 60 P=
rozent." (FAZ, 27.4.2000). Die Senkung der Inflation sei durch Einmalma=DFn=
ahmen erreicht worden. In einem Umfeld, das auf den Devisenm=E4rkten durch =
Unsicherheit gegen=FCber dem Euro gepr=E4gt sei, komme es auf die Einhaltun=
g hoher Beitrittsstandards zur W=E4hrungsunion an. Wenn man sich dieser Int=
erpretation anschlie=DFt, dann hat die Aufnahme der Drachme den Euro auf de=
n Devisenm=E4rkten nicht gerade gest=E4rkt.
</p><p><b>Wenn schon die nominelle Konvergenz hinsichtlich ihrer Dauerhafti=
gkeit im Falle Griechenlands bezweifelt wird, dann muss ein weiterer Umstan=
d noch bedenklicher stimmen:  Die Regierung Simitis hat zwar Stabilisierung=
serfolge erzielt und dabei auch der Bev=F6lkerung einige finanzielle Belast=
ungen auferlegt, notwendige Strukturreformen wurden indes nicht durchgesetz=
t. Die angestrebte Haushaltskonsolidierung hat verhindert, dass die Regieru=
ng wie in der Vergangenheit eine expansive Ausgabenpolitik t=E4tigen konnte=
. Sparma=DFnahmen und Beschr=E4nkungen in der Einkommenspolitik waren die K=
onsequenz. Insbesondere seit 1997 wurden Einkommenszuw=E4chse und Transferz=
ahlungen beschnitten.</b> Bei den Gewerkschaften des =F6ffentlichen Dienste=
s stie=DF die Regierung Simitis daher auf Widerstand. Der Wirtschaftsexpert=
e Panos Kazakos von der Universit=E4t Athen res=FCmierte j=FCngst zutreffen=
d, Simitis habe lediglich eine <b>=84Stabilisierungspolitik ohne einschneid=
ende Reformen"</b> durchsetzen k=F6nnen. Dies ist in der auf die nominellen=
 Konvergenz-Kriterien zentrierten, ja, reduzierten Debatte =FCber den Beitr=
itt Griechenlands zur W=E4hrungsunion nicht hinreichend ber=FCcksichtigt wo=
rden.=20
</p><p><b>Strukturelle M=E4ngel, die zu beheben sind, werden auch bei der P=
rivatisierung ausgemacht. Wie erw=E4hnt,wurde sie blo=DF halbherzig vorgeno=
mmen und f=FCllte die Staatskassen, ohne entscheidend den Staatseinfluss in=
 der Wirtschaft zur=FCckzudr=E4ngen. Der verkrustete Arbeitsmarkt wurde ebe=
nsowenig flexibilisiert wie die Sozialversicherungsreform vorangetrieben. D=
ie immer wieder angek=FCndigte Reduzierung der im =F6ffentlichen Dienst Bes=
ch=E4ftigten erfolgte nicht. Wenn auch die Kontrollen des Kapitalverkehrs b=
eseitigt und die Unabh=E4ngigkeit der Zentralbank hergestellt wurde =96 die=
s verlangt schlie=DFlich die Aufnahme in die W=E4hrungsunion -, so hat dies=
 am dominierenden Etatismus nur wenig ge=E4ndert.</b> Man muss Kazakos beip=
flichten, wenn er die starken Netzwerke organisierter Interessen in Gewerks=
chaften und Partei f=FCr diese Entwicklung verantwortlich macht. Anderersei=
ts wird von ihm festgestellt, dass es dazu durchaus eine Alternative gibt, =
wenn n=E4mlich politische F=FChrung und wirtschaftspolitische Kompetenz die=
 Oberhand gew=F6nnen. Dass diese Voraussetzungen =96 wenn =FCberhaupt =96 d=
erzeit beim Amtsinhaber Simitis und seiner Kernmannschaft zu finden sind, s=
ollte man freilich auch betonen. <b>Die Aufgabe lautet also, die Konvergenz=
 nachhaltig zu sichern und dar=FCber hinaus dr=E4ngende Strukturreformen - =
auch gegen Widerstand - anzugehen.</b>
<a name=3D"E283E5"></a><br><br>
</p><h2>Au=DFenpolitische Perspektiven</h2>
<p align=3D"CENTER"><b>Ann=E4herung an die T=FCrkei =96 aber noch kein Durc=
hbruch</b>
</p><p><b>Griechenlands Au=DFen- und Sicherheitspolitik hat in j=FCngster Z=
eit eine bemerkenswerte Entwicklung genommen: Mit der T=FCrkei, dem traditi=
onellen Kontrahenten, hat man einen bilateralen Dialog aufgenommen und wied=
erholt ge=E4u=DFert, dass man einen Beitritt der T=FCrkei zur Europ=E4ische=
n Union begr=FC=DFen w=FCrde.</b> Die von Griechenland blockierten Finanzle=
istungen der EU an die T=FCrkei sollen =FCberdacht werden. Und anl=E4sslich=
 des Kosovo-Krieges ist es auch nicht zur bef=FCrchteten Konfrontation zwis=
chen Griechenland und der T=FCrkei gekommen. Statt dessen hat Griechenland =
die NATO-Aktionen gegen Serbien politisch (nicht milit=E4risch) unterst=FCt=
zt und sich nicht distanziert. Das verdient Beachtung in einem Land, dessen=
 Bev=F6lkerung so wie in keinem anderen europ=E4ischen Land die Bombardemen=
ts der NATO verurteilt, die USA kritisiert und seine Sympathie f=FCr Serbie=
n und Milosevic immer wieder zum Ausdruck gebracht hat.
</p><p>Im Juni 1999 trafen sich der griechische Au=DFenminister Georgios Pa=
pandreou und sein t=FCrkischer Kollege Ismail Cem in New York zu einem 90mi=
n=FCtigen Gespr=E4ch, bei dem sie sich auf eine Fortsetzung bilateraler Ges=
pr=E4che auf hoher Ebene einigten. Diese Entwicklung wurde durch einen Brie=
f des griechischen an den t=FCrkischen Au=DFenminister vorbereitet, in dem =
sich Papandreou zur Aufnahme eines Dialogs bereit erkl=E4rte. Bislang haben=
 mehrere griechisch-t=FCrkische Gespr=E4chsrunden auf der Ebene von hohen B=
eamten und Experten stattgefunden. Im Rahmen des bilateralen Dialogs hat ma=
n sich auf die Behandlung des folgenden Themenkatalogs geeinigt:
</p><ul>
<p></p><li> F=F6rderung des Tourismus,
<p></p></li><li> Kooperation in der Umweltpolitik,
<p></p></li><li> Verst=E4rkung der kulturellen Zusammenarbeit,
<p></p></li><li> Intensivierung des bilateralen Handels,
<p></p></li><li> Bek=E4mpfung des Fl=FCchtlings-Schlepperwesens,
<p></p></li><li> Unterbindung des Rauschgiftschmuggels,
<p></p></li><li> Kampf gegen die organisierte Kriminalit=E4t und
<p></p></li><li> Bek=E4mpfung des Terrorismus.
</li></ul>
<p>Beim letztgenannten Punkt stellte sich nat=FCrlich das Problem der PKK u=
nd von Abdullah =D6calan. Die T=FCrkei war im Zuge der Ergreifung des PKK-F=
=FChrers nicht m=FCde geworden, Griechenland vorzuwerfen, die PKK politisch=
 und auch milit=E4risch zu unterst=FCtzen. =D6calan hatte allerdings bei se=
iner Vernehmung in Imrali erkl=E4rt, dass die PKK keine offiziellen Beziehu=
ngen zu Griechenland gepflegt habe. Unterst=FCtzung habe es beim Kauf schwe=
rer Waffen gegeben. Beim Treffen zwischen Papandreou und Cem anl=E4sslich d=
er Vollversammlung der Vereinten Nationen im September 1999 in New York hat=
 das PKK-Thema dann keine Rolle gespielt.
</p><p>Bei der dritten Gespr=E4chsrunde wurden Konkretisierungen der allgem=
ein verabredeten Agenda vorgenommen, die dann zu Vereinbarungen zu folgende=
n Themen f=FChrten:
</p><ul>
<p></p><li> Intensivierung der technologisch-wissenschaftlichen Kooperation=
,
<p></p></li><li> Abschluss eines diesbez=FCglichen Investitionsrahmens,
<p></p></li><li> =DCbereinkommen =FCber ein Doppelbesteuerungsabkommen,
<p></p></li><li> Verst=E4rkung der Zusammenarbeit in der Schiffahrt,
<p></p></li><li> Verl=E4ngerung der Egnatia-Stra=DFe vom Adria-Hafen Igoume=
nitsa bis Istanbul,
<p></p></li><li> Ausbau der Eisenbahnverbindung Thessaloniki-Istanbul und
<p></p></li><li> Modernisierung der Zollsysteme.
</li></ul>
<p>Ende Januar/Anfang Februar 2000 haben die Au=DFenminister Papandreou und=
 Cem die Unterzeichnung der Abkommen zum Anlass f=FCr wechselseitige Besuch=
e in den jeweiligen Hauptst=E4dten genommen. Die Besuche fanden in beiden L=
=E4ndern gro=DFe Aufmerksamkeit und wurden als Zeichen des erreichten Grade=
s an Entspannung in den bilateralen Beziehungen gewertet.
</p><p>Ausdruck der entspannten Atmosph=E4re ist die Tatsache, dass seit Mo=
naten keine Zwischenf=E4lle in der =C4g=E4is (=84dog fights" u.=E4.) mehr z=
u verzeichnen waren. Das kann das Ergebnis von bilateralen Kontakten auch a=
uf milit=E4rischer Ebene sein. Der t=FCrkische Flottenchef hatte enth=FCllt=
, dass er in regelm=E4=DFigem Kontakt mit der griechischen Seite stehe, wes=
halb die Zahl der Zwischenf=E4lle reduziert worden sei. Man soll sich auch =
einig geworden sein, k=FCnftig die Man=F6ver in der =C4g=E4is um 25 Prozent=
 zu reduzieren. Im Juli 2000 trat ein =84Sommermoratorium" in Kraft, wonach=
 beide Seiten in den Sommermonaten auf Man=F6ver in der =C4g=E4is verzichte=
n. Das Abkommen war bereits 1988 von den Au=DFenministern Papoulias und Yil=
maz unterzeichnet worden. Erstmals seit langer Zeit kooperierten griechisch=
e und t=FCrkische Verb=E4nde im Rahmen des NATO-Man=F6vers =84Dynamic Mix" =
im Mai 2000.
</p><p><b>Trotz der Entspannungstendenzen f=FChren Griechenland und die T=
=FCrkei ihre massiven Aufr=FCstungsprogramme fort. Bemerkenswert ist, dass =
Griechenland sein Programm ausdr=FCcklich mit der =84Gefahr aus dem Osten",=
 von der T=FCrkei also, rechtfertigt.</b> Nach dem im November 1996 vorgele=
gten Staatshaushalt sollten in den n=E4chsten zehn Jahren rund 25,4 Mrd. DM=
 f=FCr ein massives Modernisierungsprogramm der Streitkr=E4fte ausgegeben w=
erden. Rechnet man die R=FCckzahlung alter R=FCstungsschulden und die laufe=
nden Ausgaben hinzu,=20
</p><p>dann addieren sich die Ausgaben bis 2007 auf 102 Mrd. DM. <b>Schon j=
etzt sind in Griechenland die Milit=E4rausgaben mit einem Anteil von 4,6 Pr=
ozent am Bruttoinlandsprodukt (BIP) die h=F6chsten in der NATO. Die T=FCrke=
i steht hier nicht nach. Bei ihr erreichen die Milit=E4rausgaben einen BIP-=
Anteil von 4,1 Prozent und erh=F6hen sich unter Ber=FCcksichtigung der Kred=
itkosten auf 10 Prozent.</b> Das Modernisierungsprogramm der T=FCrkei bel=
=E4uft sich auf 150 Mio. Euro.
</p><p>Will man eine erste Zwischenbilanz des bisherigen griechisch-t=FCrki=
schen Dialogs ziehen, dann kann man das kaum besser als mit den Worten des =
griechischen Au=DFenministers tun: <b>=84Wir haben die T=FCr zum Dialog auf=
gemacht, aber <i>die Probleme sind noch nicht gel=F6st</i>."</b> Die t=FCrk=
ische Seite best=E4tigt dieses Urteil. Als sich Premierminister Ecevit am 2=
8.9.1999 zum Staatsbesuch in den USA aufhielt, verlautbarte er, dass die =
=C4g=E4is-Streitfragen, nicht so wie von Griechenland gew=FCnscht, vom Inte=
rnationalen Gerichtshof in Den Haag sondern nur auf dem Weg bilateraler Ver=
handlungen gel=F6st werden k=F6nnten. K=FCrzlich erg=E4nzte Ecevit, der von=
 der T=FCrkei und Griechenland er=F6ffnete Dialog k=F6nne zwar =F6konomisch=
e und kulturelle Themen behandeln, er k=F6nne aber auf keinen Fall die in d=
er =C4g=E4is bestehenden Probleme l=F6sen. <b>Ob der Dialog =FCberhaupt ein=
mal auf die eigentlichen Streitfragen =C4g=E4is (Festlandsockel, Abgrenzung=
 der Territorialgew=E4sser, Grenze und Kontrolle des Luftraums) und Zypern =
wird eingehen k=F6nnen, ist derzeit noch v=F6llig offen. Atmosph=E4risch is=
t eine Verbesserung des bilateralen Verh=E4ltnisses eingetreten. Ob es auf =
dieser Grundlage leichter f=E4llt, konstruktiv die Differenzen zu verhandel=
n, h=E4ngt nicht nur von den eigentlichen Akteuren und dem internationalen =
Umfeld ab. Entscheidend d=FCrfte auch der innenpolitische Bewegungsspielrau=
m und die Resonanz in der =D6ffentlichkeit beider L=E4nder auf den Dialog s=
ein.</b>=20
</p><p><b>N=FCchtern wird man feststellen m=FCssen, dass sich das Momentum =
der bilateralen Entspannung gut ein Jahr nach Intensivierung der bilaterale=
n Kontakte verfl=FCchtigen k=F6nnte und dass sich die Aussichten zur L=F6su=
ng der eigentlichen Streitfragen trotz aller atmosph=E4rischen Ver=E4nderun=
gen noch nicht entscheidend verbessert haben. Es gab bislang schon viele po=
sitive Einzelinitiativen, denen es an Nachhaltigkeit mangelte. Kaum initiie=
rt, k=FCmmerten sie auch schon wieder dahin. Positiv ist gleichwohl zu verm=
erken, dass man nicht wieder zur alten bellizistischen Rhetorik zur=FCckgef=
unden hat, sondern dem Dialog den Vorzug gibt.</b> Kritische T=F6ne aus dem=
 griechischen Verteidigungsministerium haben die Regierung bislang noch nic=
ht zur =C4nderung ihrer Entspannungspolitik gegen=FCber der T=FCrkei veranl=
asst. Der Verteidigungsminister hatte im Juli 2000 erkl=E4rt, dass die T=FC=
rkei trotz der Entspannung ihre strategischen Ziele gegen=FCber Griechenlan=
d nicht aufgegeben habe, weshalb man die Er=F6rterung der bilateralen Strei=
tfragen am besten einfrieren solle. Nachdem die Regierung Simitis bei den W=
ahlen vom April 2000 best=E4tigt worden ist, und nachdem ihr zentrales Proj=
ekt =96 die Qualifikation f=FCr den Euro =96 gelungen ist, steht auf griech=
ischer Seite eigentlich ein starker Verhandlungspartner zur Verf=FCgung, de=
r auch =FCber den n=F6tigen innenpolitischen R=FCckhalt verf=FCgt, um die h=
eikle Verst=E4ndigung =FCber die eigentlichen Streitfragen mit der T=FCrkei=
 zu wagen. Entsprechendes kann derzeit allerdings von der t=FCrkischen Seit=
e nicht behauptet werden. Mit der Entscheidung des Europ=E4ischen Rats von =
Helsinki ist der Regierung Ecevit zwar ebenfalls ein Erfolg gelungen, doch =
muss die innenpolitische Basis der Regierung alles andere als stabil genann=
t werden.
</p><p>Wie eng die T=FCrkei-, Zypern- und auch Balkanpolitik Griechenlands =
miteinander verkn=FCpft sind, hat sich gezeigt, als der Europ=E4ische Rat v=
on Helsinki =FCber die Frage zu entscheiden hatte, ob der T=FCrkei der EU-K=
andidatenstatus angetragen werden solle. Die griechische Regierung hatte en=
tschieden, die Ernennung der T=FCrkei zum EU-Beitrittskandidaten durch den =
Europ=E4ischen Rat von Helsinki am 10. und 11. Dezember 1999 nicht zu block=
ieren.=20
</p><p>Mit Blick auf die T=FCrkei und Zypern wurden alle beitrittswilligen =
L=E4nder aufgefordert, =84alles daran zu setzen, etwaige ungel=F6ste Grenzs=
treitigkeiten und andere damit zusammenh=E4ngende Fragen zu l=F6sen. Ist ke=
ine L=F6sung zu erreichen, sollten sie den Streitfall innerhalb einer angem=
essenen Frist dem Internationalen Gerichtshof vorlegen. Der Europ=E4ische R=
at wird die Situation hinsichtlich ungel=F6ster Streitf=E4lle, insbesondere=
 im Hinblick auf die Auswirkungen auf den Beitrittsprozess und mit dem Ziel=
, ihre Beilegung durch den Internationalen Gerichtshof zu f=F6rdern, sp=E4t=
estens Ende 2004 =FCberpr=FCfen".
</p><p>Ferner betonte der Europ=E4ische Rat, =84dass eine politische L=F6su=
ng den Beitritt Zyperns zur Europ=E4ischen Union erleichtern wird. Sollte b=
is zum Abschluss der Beitrittsverhandlungen keine L=F6sung erreicht werden,=
 so wird der Rat =FCber die Frage des Beitritts beschlie=DFen, ohne dass di=
e vorgenannte politische L=F6sung eine Vorbedingung darstellt. Dabei wird d=
er Rat alle ma=DFgeblichen Faktoren ber=FCcksichtigen".
</p><p>Will man diese Festlegungen aus griechischer Perspektive bewerten, s=
o wird man festhalten m=FCssen, dass die griechischen Interessen zwar Einga=
ng in die Schlussfolgerungen gefunden haben, doch in deutlich abgeschw=E4ch=
ter Form: Bez=FCglich der Grenzstreitigkeiten erw=E4hnt der Europ=E4ische R=
at zun=E4chst nicht nur die T=FCrkei sondern alle beitrittswilligen L=E4nde=
r. Sodann wird die T=FCrkei nicht aufgefordert, gemeinsam mit Griechenland =
den Internationalen Gerichtshof unmittelbar anzurufen. Vielmehr wird der t=
=FCrkischen Pr=E4ferenz f=FCr politische Verhandlungen zun=E4chst der Vorzu=
g gegeben. Auch wird nicht der griechischen Maximalforderung Rechnung getra=
gen, dass lediglich der Disput um den Festlandsockel der gerichtlichen Kl=
=E4rung bed=FCrfe, alle anderen Fragen dagegen nicht, weil sie entsprechend=
 V=F6lkerrecht bereits gem=E4=DF griechischer Interpretation gel=F6st seien=
. Und schlie=DFlich formuliert der Europ=E4ische Rat auch recht vage, wenn =
er zwar feststellt, dass die Entwicklung der Streitf=E4lle Auswirkungen auf=
 den Beitrittsprozess hat, dass aber lediglich eine =DCberpr=FCfung durch d=
en Europ=E4ischen Rat sp=E4testens Ende 2004 stattfinden wird.
</p><p>Bei Zypern hebt der Europ=E4ische Rat zun=E4chst noch einmal die pos=
itive Wirkung hervor, die eine L=F6sung des Volksgruppenkonflikts h=E4tte. =
Bleibt diese L=F6sung jedoch aus, so wird dem griechischen Teil Zyperns kei=
neswegs eine unkonditionierte Beitrittszusage gegeben. Es wird die Konflikt=
l=F6sung zwar explizit nicht zur Vorbedingung des Beitritts gemacht. Es wir=
d aber auch nicht der immer wieder in Griechenland verlangten Zusage entspr=
ochen, dass auch eine geteilte Insel quasi automatisch in die EU aufgenomme=
n w=FCrde, wenn die Beitrittsverhandlungen mit positivem Ergebnis abgeschlo=
ssen sind. Vielmehr beh=E4lt sich der Europ=E4ische Rat das Recht vor, unte=
r Ber=FCcksichtigung aller ma=DFgeblichen Faktoren, worunter ja wohl auch d=
ie politischen zu verstehen sind, =FCber den Beitritt Zyperns zu entscheide=
n.=20

</p><p align=3D"CENTER"><b>Balkanpolitik und Kosovo-Krieg</b>

</p><p><b>Trotz einer in Griechenland weit verbreiteten Negativhaltung zu d=
en NATO-Aktionen gegen Serbien hat die Regierung Simitis in der Balkanpolit=
ik der j=FCngsten Vergangenheit einen au=DFen- und sicherheitspolitischen K=
urs verfolgt, der weitgehend mit den EU- und NATO-Partnern =FCbereinstimmte=
:</b>
</p><ul>
<p></p><li> Die NATO- und EU-Entscheidungen wurden von Griechenland mitgetr=
agen.
<p></p></li><li> Der Hafen Thessaloniki erf=FCllte eine wichtige Funktion i=
nsbesondere zur Versorgung der NATO-Verb=E4nde in Mazedonien.=20
<p></p></li><li> Griechenland hat Mazedonien und Albanien Hilfe zugesagt. 6=
1 Mio. Euro wurden 1998 f=FCr Albanien reserviert, aber noch nicht ausgezah=
lt, weil Albanien noch keine konkreten Pl=E4ne vorgelegt hat. 1,9 Mio. Euro=
 wurden im Rahmen der internationalen Albanien-Geberkonferenz zur Verf=FCgu=
ng gestellt. Ein Drittel soll f=FCr die griechische Minderheit reserviert w=
erden. Schlie=DFlich hat die griechische Regierung ein Hilfspaket f=FCr den=
 Balkan von 318 Mio. Dollar =FCber 5 Jahre beschlossen.
<p></p></li><li> Griechenland hat sich zur Aufnahme von Kosovo-Fl=FCchtling=
en bereit erkl=E4rt.
<p></p></li><li> Die Regierung hat Alleing=E4nge unterlassen und war auch r=
esistent gegen die Versuchung des Populismus =96 beides entscheidende Ver=
=E4nderungen gegen=FCber der griechischen Politik in den achtziger Jahren u=
nter Andreas Papandreou.
</li></ul>
<p><b>Als positives Ergebnis muss auch festgehalten werden, dass die zwisch=
en Griechenland und der T=FCrkei bef=FCrchtete Konfrontation im Kosovo-Krie=
g ausgeblieben ist.</b> Statt dessen kam es am 19. April 1999 z.B. zu einem=
 Treffen in Athen, das sich mit der Frage besch=E4ftigte, wie der Balkan zu=
 stabilisieren sei, und an dem neben bulgarischen, rum=E4nischen, mazedonis=
chen und albanischen eben auch t=FCrkische Experten und Diplomaten teilnahm=
en. Das Treffen sollte eine Friedenskonferenz f=FCr S=FCdosteuropa vorberei=
ten. Am 12. und 13. Februar 2000 trafen sich die Regierungschefs der Balkan=
l=E4nder bereits zur dritten Konferenz s=FCdosteurop=E4ischer Staaten in So=
fia. Am 21.4.1999 ver=F6ffentlichte die griechische Regierung ihre =84Fried=
ensinitiative", die durchaus als =84Erg=E4nzung" zum =84Stabilit=E4tspakt f=
=FCr S=FCdosteuropa" in der Version des =84Fischer-Plans" gesehen werden ka=
nn. Zwar wird auch wieder die Unverletzlichkeit der Grenzen betont, doch ge=
ht es ebenso um die Bedingungen und Perspektiven f=FCr einen EU-Beitritt de=
r L=E4nder S=FCdosteuropas und die Kooperation der Institutionen und Koh=E4=
renz der Aktionen.
</p><p>Insbesondere die Tatsache, dass sich die Regierung =FCber die Negati=
vhaltung in der Bev=F6lkerung zum Kosovo-Krieg hinwegsetzte, musste =FCberr=
aschen. In keinem anderen NATO-Land war der Protest gegen den Luftkrieg der=
 Allianz so heftig und war die Sympathie f=FCr Serbien so stark. Meinungsum=
fragen war damals zu entnehmen, dass 90 Prozent der Bev=F6lkerung gegen die=
 Bombardierung Jugoslawiens waren, 94 Prozent der Befragten eine negative M=
einung =FCber den US-Pr=E4sidenten Clinton hatten und 63 Prozent eine posit=
ive Meinung zu Milosevic besa=DFen (Frankfurter Rundschau, 21.4.1999).

</p><p><b>Griechenland hat gleichwohl auch die Grenzen seiner =DCbereinstim=
mung mit dem Westen markiert:</b>
</p><ul>
<p></p><li> Vor und w=E4hrend der Verhandlungen in Rambouillet im Februar 1=
999 wandte sich Griechenland vehement gegen die Drohung der NATO, Bombardie=
rungen Serbiens im Falle eines von ihm verursachten Scheiterns der Verhandl=
ungen vorzunehmen;
<p></p></li><li> 1998 hat es sich gegen Sanktionen im Flugverkehr mit Jugos=
lawien ausgesprochen;
<p></p></li><li> dem =D6lembargo vom April 1999 hat es nur mit gr=F6=DFten =
Bedenken zugestimmt;
<p></p></li><li> an den  Luftschl=E4gen gegen das Milosevic-Regime hat sich=
 Griechenland nicht beteiligt;
<p></p></li><li> an der Entsendung von Bodentruppen ins Kosovo =96 so es de=
nn dazu gekommen w=E4re - h=E4tte sich Griechenland nur mit Zustimmung und =
auf Wunsch von Belgrad beteiligt;
<p></p></li><li> Athen trat f=FCr eine tempor=E4re Waffenruhe an Ostern ein=
;
<p></p></li><li>und Griechenland geh=F6rt zu den L=E4ndern, die sich besond=
ers nachdr=FCcklich daf=FCr einsetzen, dass auch ein Serbien unter Milosevi=
c von der humanit=E4ren und Aufbauhilfe nicht ausgespart werden d=FCrfe.
</li></ul>
<br><br>
<p align=3D"CENTER"><b><i>Tabelle 1:</i> Die Parlamentswahlen vom 9. April =
2000</b>

</p><center><table width=3D"100%">
<tbody><tr>
<td valign=3D"top">
<p>Wahlberechtigte:
</p></td><td valign=3D"top">
<p>9.373.439</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>Abgegebene Stimmen:
</p></td><td valign=3D"top">
<p>7.027.007</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>G=FCltige Stimmen:
</p></td><td valign=3D"top">
<p>6.868.484</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>Ung=FCltige Stimmen:
</p></td><td valign=3D"top">
<p>111.389</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>Wei=DFe Stimmzettel:
</p></td><td valign=3D"top">
<p>47.134</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>Wahlbeteiligung:
</p></td><td valign=3D"top">
<p>74,97 Prozent</p></td></tr></tbody></table></center><br>
<br>
<br>
<br>
<br>
<br>

<center><table width=3D"100%">
<tbody><tr>
<td valign=3D"top"><br></td>
<td colspan=3D"2" valign=3D"top">
<p><b>09.04.2000</b>
</p></td><td colspan=3D"2" valign=3D"top">
<p><b>10.10.1993</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>Ver=E4nderung</b>
</p><p><b>in Prozent</b></p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>Partei
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>Stimmen</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>Prozent</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>Stimmen</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>Prozent</b>
</p></td><td valign=3D"top"><br></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>PASOK
</p></td><td valign=3D"top">
<p>3.007.947
</p></td><td valign=3D"top">
<p>43,79=20
</p></td><td valign=3D"top">
<p>2.813.245
</p></td><td valign=3D"top">
<p>41,49=20
</p></td><td valign=3D"top">
<p>+ 2,30</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>ND
</p></td><td valign=3D"top">
<p>2.935.242
</p></td><td valign=3D"top">
<p>42,73=20
</p></td><td valign=3D"top">
<p>2.584.765
</p></td><td valign=3D"top">
<p>38,12=20
</p></td><td valign=3D"top">
<p>+ 4,61</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>KKE
</p></td><td valign=3D"top">
<p>379.517
</p></td><td valign=3D"top">
<p>5,53=20
</p></td><td valign=3D"top">
<p>380.167
</p></td><td valign=3D"top">
<p>5,61=20
</p></td><td valign=3D"top">
<p>-0,09</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>Synaspismos
</p></td><td valign=3D"top">
<p>219.918
</p></td><td valign=3D"top">
<p>3,20
</p></td><td valign=3D"top">
<p>347.051
</p></td><td valign=3D"top">
<p>5,12
</p></td><td valign=3D"top">
<p>-1,92</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>DIKKI
</p></td><td valign=3D"top">
<p>184.586
</p></td><td valign=3D"top">
<p>2,69
</p></td><td valign=3D"top">
<p>300.671
</p></td><td valign=3D"top">
<p>4,42
</p></td><td valign=3D"top">
<p>-1,74</p></td></tr></tbody></table></center><br>
<br>
<br>
<br>


<p align=3D"CENTER"><b><i>Tabelle 2:</i> Wahlen zum Europ=E4ischen Parlamen=
t 1994 und 1999</b>

</p><center><table width=3D"100%">
<tbody><tr>
<td valign=3D"top"><br></td>
<td colspan=3D"2" valign=3D"top">
<p><b>1994</b>
</p></td><td colspan=3D"2" valign=3D"top">
<p><b>1999</b>
</p></td></tr>
<tr>
<td valign=3D"top"><br></td>
<td valign=3D"top">
<p><b>Prozent</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>Sitze</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>Prozent</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>Sitze</b></p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p><b>PASOK</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p>37,6
</p></td><td valign=3D"top">
<p>10
</p></td><td valign=3D"top">
<p>32,9
</p></td><td valign=3D"top">
<p>9</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p><b>ND</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p>32,7
</p></td><td valign=3D"top">
<p>9
</p></td><td valign=3D"top">
<p>36,0
</p></td><td valign=3D"top">
<p>9</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p><b>KKE</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p>6,3
</p></td><td valign=3D"top">
<p>2
</p></td><td valign=3D"top">
<p>8,7
</p></td><td valign=3D"top">
<p>3</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p><b>Pol.An</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p>8,7
</p></td><td valign=3D"top">
<p>2
</p></td><td valign=3D"top">
<p>2,3
</p></td><td valign=3D"top">
<p>-</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p><b>Syn</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p>6,2
</p></td><td valign=3D"top">
<p>2
</p></td><td valign=3D"top">
<p>5,2
</p></td><td valign=3D"top">
<p>2</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p><b>DIKKI</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p>-
</p></td><td valign=3D"top">
<p>-
</p></td><td valign=3D"top">
<p>6,9
</p></td><td valign=3D"top">
<p>2</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p><b>Verschiedene</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p>8,5
</p></td><td valign=3D"top">
<p>-
</p></td><td valign=3D"top">
<p>8,1
</p></td><td valign=3D"top">
<p>-</p></td></tr></tbody></table></center><br>
<br>
<br>
<br>


<p align=3D"CENTER"><b><i>Tabelle 3:</i> Wirtschafts-Prognose der Europ=E4i=
schen Kommission</b>

</p><center><table width=3D"100%">
<tbody><tr>
<td valign=3D"top"><br></td>
<td valign=3D"top">
<p><b>2000</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>2001</b></p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>BIP in festen Preisen (Prozent gegen=FCber Vorjahr)
</p></td><td valign=3D"top">
<p>3,9%
</p></td><td valign=3D"top">
<p>4,0%</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>Harmonisierte Durchschnittsinflation
</p></td><td valign=3D"top">
<p>2,3%
</p></td><td valign=3D"top">
<p>2,3%</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>Staatsschulden brutto (BIP-Anteil)
</p></td><td valign=3D"top">
<p>103,7%
</p></td><td valign=3D"top">
<p>99,7%</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>Arbeitslosigkeit
</p></td><td valign=3D"top">
<p>10,0%
</p></td><td valign=3D"top">
<p>9,6%</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>Gesamtbesch=E4ftigung (Jahresver=E4nderung in Prozent)
</p></td><td valign=3D"top">
<p>1,3%
</p></td><td valign=3D"top">
<p>1,3%</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>Lohnst=FCckkosten real
</p></td><td valign=3D"top">
<p>-0,5%
</p></td><td valign=3D"top">
<p>-1,2%</p></td></tr></tbody></table></center><!-- START END -->
<hr>
<font size=3D"-2">
=A9 <a href=3D"mailto:wwwadm@www.fes.de">Friedrich Ebert Stiftung</a>
| <a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/support.html">t=
echnical support</a> | net edition=20
<a href=3D"mailto:walter.wimmer@fes.de">fes-library</a> | Januar 2001
</font></br<<br></td></tr></tbody></table>
<!-- END END -->

</body></html>
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