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Japan
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Japan
 / Michael Ehrke. - [Electronic ed.]. - Bonn, 2000. - 18 S. =3D 57 Kb, Text=
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<p>
</p><ul>
<ul>
<li>
<a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/00899.htm#E283E1"=
>Sicherheitspolitik: Ein alter Streit und eine neue Fahne</a>
</li><li>
<a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/00899.htm#E283E2"=
>Politik: Cold Pizza</a>
</li><li>
<a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/00899.htm#E283E3"=
>Politik: Perspektiven</a>
</li><li>
<a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/00899.htm#E283E4"=
>Wirtschaft: Ein politischer Zyklus</a></li></ul></ul>
<br><br>

<p>[Essentials]
<table border=3D"1"><tbody><tr><td>
<ul>
<p></p><li><b>Bis sp=E4testens Oktober 2000 m=FCssen Neuwahlen f=FCr das Un=
terhaus stattfinden, die einen Stimmungsumschwung zugunsten der Oppositions=
parteien signalisieren k=F6nnten. Mit =FCber 70 Prozent der Parlamentssitze=
 ist die =DCberlegenheit der Regierungskoalition so gro=DF, da=DF eine Bala=
nce zwischen Regierung und Opposition nicht mehr gegeben ist. </b>
<p></p></li><li><b>Gleichzeitig hat die Opposition an Profil gewonnen, vor =
allem die Demokratische Partei, die sich von ihrer Formkrise vom Fr=FChjahr=
 1999 erholt hat. Auf mittlere Sicht wird sich wohl ein Vierparteiensystem =
mit zwei Haupt- und zwei Nebenakteuren herauskristallisieren. Die LDP wird =
Hauptakteur der japanischen Politik bleiben, und die Demokratische Partei w=
ird zu ihrem Gegenst=FCck werden. </b>
<p></p></li><li><b>Die wirtschaftliche Wachstumsrate Japans wird 1999 bei 0=
,5% liegen, einmal mehr nutzten gro=DFe Konjunkturprogramme nichts: Die bis=
lang st=E4rkste Konjunkturspritze - ein Paket von 24 Billionen Yen (ca. 450=
 Mrd. DM) - vom November 1998 provozierte im ersten Quartal 99 ein Wachstum=
 von 1,5% (auf Jahresbasis w=E4ren dies =FCber 6%), um in den folgenden Qua=
rtalen abzuflachen und dann negativ zu werden. </b>
<p></p></li><li><b>Warum die Fiskalpolitik nicht als Initialz=FCndung f=FCr=
 die Konjunktur funktioniert, ist umstritten: Die Konjunkturpakete seien tr=
otz der auf den ersten Blick astronomischen Summen zu klein und w=FCrden in=
effizient eingesetzt. Auch nutze keine fiskalpolitische Expansion, weil der=
en Nachteile (zunehmende staatliche Verschuldung und Verzerrungen in der Wi=
rtschaftsstruktur, etwa durch unangemessene F=F6rderung der Bauwirtschaft a=
uf Kosten anderer Branchen) die Vorteile (Schaffung zus=E4tzlicher Nachfrag=
e) =FCberw=F6gen. </b>
<p></p></li><li><b>Die Krise m=FCsse nicht fiskal-, sondern geldpolitisch a=
ngegangen werden. Dabei ist die Zinspolitik bereits ausgereizt: Der Zinssat=
z liegt <i>de facto </i>bei Null und kann nicht negativ sein. Die japanisch=
e Krise ist u.a. darauf zur=FCckzuf=FChren, da=DF die Haushalte mehr sparen=
 als die Unternehmen investieren wollen, obwohl der Zinssatz keinen Anreiz =
zur Ersparnisbildung gibt.</b>
<p></p></li><li><b>Ferner wird argumentiert, die japanische Krise k=F6nne =
=FCberhaupt nicht makro=F6konomisch angegangen werden, weil sie strukturell=
er Natur sei. Erfolg verspreche nur das Aufbrechen struktureller Rigidit=E4=
ten durch Deregulierung (die Aufgabe des Staates) bzw. die Reform privatwir=
tschaftlicher Praktiken (der <i>cor</i><i>porate governance - </i>die Aufga=
be der privaten Unternehmen). </b>
</li></ul></td></tr></tbody></table>

</p><p>Man stelle sich vor: Ein nordkoreanisches U-Boot landet an der K=FCs=
te der japanischen Provinz Fukui, die 15 der 53 Atomreaktoren des Landes be=
herbergt, und mit panzerbrechenden Waffen ausger=FCstete Kommandos greifen =
eines oder mehrere Atomkraftwerke an. Die Kraftwerke k=F6nnen von den unbew=
affneten privaten Sicherheitskr=E4ften nicht gesch=FCtzt werden, die n=E4ch=
sten Polizeistationen sind mindestens zehn Kilometer entfernt, und - dies i=
st das schlimmste - die japanischen Selbstverteidigungskr=E4fte k=F6nnen ni=
cht eingreifen, da sie laut Verfassung nur schie=DFen d=FCrfen, wenn auf si=
e geschossen wird. Dies ist das Szenario eines Buches, das der Autor Iku As=
o 1999 unter dem Titel <i>"Kriegser</i><i>kl=E4rung"</i> ver=F6ffentlichte =
und das in Japan zum Bestseller wurde.=20
</p><p>In der Wirklichkeit bedurfte es keiner nordkoreanischen Eindringling=
e, um in Japan den gr=F6=DFten Atomunfall auszul=F6sen, der sich je in eine=
m entwickelten Industrieland ereignete. Es gen=FCgte eine Mischung aus japa=
nischem Arbeitseifer und laxen Sicherheitsstandards: Ende September 1999 sc=
h=FCtteten Arbeiter in der nuklearen Aufbereitungsanlage Tokaimura der Firm=
a JCO eine =DCberdosis Uranpulver aus Eimern in einen mit Stickstoffs=E4ure=
 gef=FCllten Beh=E4lter und l=F6sten eine nicht kontrollierte Kettenreaktio=
n aus. Der am schwersten betroffene Arbeiter war einer Dosis ausgesetzt, di=
e der einer in 700 Meter Entfernung gez=FCndeten Hiroshima-Bombe entsprach.=
 Es folgte das =DCbliche: Das Unternehmen wartete 45 Minuten, ehe es die Be=
h=F6rden informierte, die Beh=F6rden z=F6gerten mit Evakuierungsma=DFnahmen=
, die Wahrheit kam br=F6ckchenweise an den Tag, Greenpeace ma=DF andere Ver=
seuchungsgrade als die Beh=F6rden zugaben. Es wurde bekannt, da=DF die Arbe=
iter der JCO, einem Ableger der Sumitomo Metall Mining, =FCber die Risiken =
ihrer T=E4tigkeit nie informiert worden waren; der manuelle Transport von p=
ulverisiertem Uran in Eimern war zwar verboten, Kontrollen fanden aber nich=
t statt (in derselben Anlage waren bereits zwei Jahre zuvor 37 Arbeiter Opf=
er eines Unfalls geworden).=20
</p><p>Premierminister Obuchi geriet in Panik, als er sp=E4ter im Parlament=
 von einem Abgeordneten befragt wurde, welche Beh=F6rde denn f=FCr die Reak=
torsicherheit zust=E4ndig sei: Er wu=DFte es nicht (nach einer j=FCngst ein=
gef=FChrten Regelung m=FCssen Politiker im Parlament selbst Rede und Antwor=
t stehen und d=FCrfen dies nicht an Beamte delegieren). Die korrekte Antwor=
t w=E4re gewesen: Es gibt keine unabh=E4ngige f=FCr die Reaktorsicherheit z=
ust=E4ndige Beh=F6rde. Laut internationalem Reglement sollen die mit der <i=
>F=F6r</i><i>de</i><i>rung </i>der Atomenergie beauftragten Beh=F6rden nich=
t auch f=FCr die Sicherheit der Anlagen zust=E4ndig sein. In Japan sind das=
 MITI und die Science and Technology Agency (STA) beide gleichzeitig f=FCr =
F=F6rderung <i>und </i>Sicherheit verantwortlich. Auch =FCblich: Es gab kei=
nen nennenswerten Protest, der Mythos der Sicherheit der japanischen Kernkr=
aftanlagen wird nach vielen anderen wohl auch diese faktische Widerlegung =
=FCberstehen.
<a name=3D"E283E1"></a>
</p><h2><b>Sicherheitspolitik: Ein alter Streit und eine neue </b><b>Fahne<=
/b></h2>
<p>In einer anderen Hinsicht war das Szenario der nordkoreanischen Attacke =
von gr=F6=DFerem Wert: Das Buch von Iku Aso illustrierte die ebenso end- wi=
e fruchtlose Debatte, die die politische Klasse Japans um die Selbstverteid=
igungskr=E4fte f=FChrt. Stein des Ansto=DFes war und ist immer der Artikel =
9 der Verfassung, der Japan den Unterhalt von Streitkr=E4ften untersagt. Nu=
n <i>hat </i>Japan unter dem Druck der USA, die die Verfassung schreiben li=
e=DFen, Streitkr=E4fte (wahrscheinlich die einzigen der entwickelten Welt, =
die auch nach Ende des Kalten Krieges <i>wach</i><i>sen</i>) einf=FChren m=
=FCssen, deren Auftrag ist aber eben die Selbstverteidigung.=20
</p><p>Seit Jahrzehnten wird ein politisches Ritual aufgef=FChrt: Einige na=
tionalistische Politiker r=FCtteln stereotyp am Tabu des Artikel 9 und l=F6=
sen damit die stereotype Reaktion der Verfassungssch=FCtzer aus, die die Ve=
rfassung (an der in 50 Jahren kein Wort ver=E4ndert wurde) bewahren wollen.=
 Die in vorhersehbarer Regelm=E4=DFigkeit erhobenen Forderungen, man m=FCss=
e =FCber die Verfassung "diskutieren" und Japan m=FCsse ein "normales Land"=
 werden, sind ebenso wie die Erh=F6hung der Verfassung zu einer Heiligen Sc=
hrift (mit gro=DFem H) der symbolische Ersatz einer politischen Auseinander=
setzung zwischen rechts und links. Einen neuen Akzent brachte einzig der Pr=
=E4sident der oppositionellen Demokratischen Partei in die Debatte, indem e=
r - zum =C4rger vieler Parteifreunde - die Diskussion der Verfassung nicht =
ausschlo=DF, aber den Dialog mit den asiatischen Nachbarl=E4ndern zur Vorbe=
dingung erkl=E4rte.=20
</p><p>Der Verfassungsstreit 1999 hatte einen konkreten Anla=DF: die im Apr=
il 1998 zwischen Premierminister Hashimoto und US-Pr=E4sident Clinton verei=
nbarten Verteidigungsrichtlinien, die eine st=E4rkere sicherheitspolitische=
 Rolle Japans vorsehen. Die Selbstverteidigungskr=E4fte sollen im Krisenfal=
l die amerikanischen Streitkr=E4fte in der Region unterst=FCtzen, allerding=
s nicht in Kampfeins=E4tzen. Sie sollen u.a. logistische Unterst=FCtzung le=
isten und die Seewege sichern.=20
</p><p>Dies wirft zumindest zwei Fragen auf: Wie ist der Geltungsbereich de=
r Kooperation definiert (die Richtlinien sprechen nur von einer <i>area aro=
und Japan</i>), und was sollen Einheiten der Selbstverteidigungskr=E4fte tu=
n, wenn sie au=DFerhalb des japanischen Territoriums angegriffen werden? Is=
t Selbstverteidigung au=DFerhalb des japanischen Territoriums noch Selbstve=
rteidigung? Die Ratifizierung der Richtlinien durch das Parlament rief also=
 die =FCbliche Polarisierung hervor, wobei die neuen Richtlinien f=FCr die,=
 die sich Japan so sehr als "normales Land" w=FCnschen, nat=FCrlich ein wil=
lkommener Anla=DF waren, den in der Verfassung festgeschriebenen Pazifismus=
 generell zur Disposition zu stellen. Das Ergebnis der Debatte: Keine der o=
ffenen Fragen wurde abschlie=DFend gekl=E4rt, aber ein entsprechendes Geset=
z wurde verabschiedet.
</p><p>In der Debatte um die Verteidigungsrichtlinien erwies sich von den b=
eiden (seit Oktober drei) Koalitionspartnern die kleine Liberale Partei unt=
er der F=FChrung von Ichiro Ozawa (die anderen Regierungsparteien sind die =
LDP und die New Komeito) als konsequentester Verfechter einer st=E4rkeren m=
ilit=E4rischen Rolle Japans. Dies wurde auch noch einmal gegen Ende des Jah=
res deutlich: Der LP-Politiker und Staatssekret=E4r im Verteidigungsamt Nis=
himura forderte im <i>Play</i><i>boy</i>, Japan m=FCsse Atomwaffen besitze.=
 Nishimuras Vorgeschichte: 1997 reiste er mit einer Gruppe Rechtsradikaler =
auf die Sentaku-Inseln, um deren Souver=E4nit=E4t sich Japan und China stre=
iten, um die japanischen Besitzanspr=FCche zu dokumentieren. Dies war ein d=
iplomatisches Glanzst=FCck, das eine allchinesische Allianz zwischen der Vo=
lksrepublik, Taiwan und (dem damals noch britischen) Hongkong entstehen lie=
=DF.=20
</p><p><b>Die Forderung der ato</b><b>maren Bewaffnung Japans frei</b><b>li=
ch geht weit =FCber das =FCbliche Gepl=E4nkel um die Rolle der </b><b>Selbs=
t</b><b>verteidi</b><b>gungskr=E4fte hin</b><b>aus. Sie widerspricht nicht =
nur der offiziellen japanischen Dok</b><b>trin, sie ist ein </b><b>St=F6rfa=
ktor auch im Ver</b><b>h=E4ltnis zu den USA. Die US-Regierung mag eine st=
=E4rke</b><b>re Be</b><b>teiligung Japans an der </b><b>Ga</b><b>ran</b><b>=
tie der Si</b><b>cherheit in Ost</b><b>asien einfordern, sei es, um Ko</b><=
b>sten abzuw=E4lzen, sei es, um die ame</b><b>rikani</b><b>sche =D6ffentlic=
hkeit zu beruhigen. Sie wird aber nie zulassen, da=DF Japan zur Atom</b><b>=
macht wird. Allerdings: 80 bis 90 </b><b>Prozent der staat</b><b>lichen For=
</b><b>schungsmittel Japans gehen in die Kerntechnologie und die Ra</b><b>k=
e</b><b>ten</b><b>technik. </b><b>Oppositions</b><b>po</b><b>li</b><b>ti</b=
><b>ker vermuten, da=DF der mas</b><b>sive Ausbau der zivilen Kern</b><b>te=
ch</b><b>nologie, der den Frank</b><b>reichs =FCbertrifft, milit=E4rischen =
Mo</b><b>tiven geschuldet ist, und der Pre</b><b>mierminister Hata erkl=E4r=
te 1994, Japan </b><b>brauche im Zwei</b><b>felsfall "zwei Wochen", um die =
Kernwaffen herzustellen.</b>=20
</p><p><i>Wenn </i>es aber in Japan Kr=E4fte gibt, die die atomare Bewaffnu=
ng des Landes anstreben (etwa f=FCr den Fall, da=DF die USA die bilaterale =
Sicherheitspartnerschaft aufk=FCndigen), werden diese dies kaum an die =D6f=
fentlichkeit tragen wollen. D.h., Nishimura br=FCskierte nicht nur die Pazi=
fisten, sondern gef=E4hrdete auch diejenigen, die unter der Hand die atomar=
e Bewaffnung Japans betreiben (sofern es sie gibt). Drittens schlie=DFlich =
brachte er noch die Feministinnen gegen sich auf, weil er die Drohung mit A=
tomwaffen mit Vergewaltigung verglichen hatten ("ohne Strafen w=E4ren wir a=
lle Vergewaltiger"). Nishimura mu=DFte also unverz=FCglich zur=FCcktreten. =
Die Frage bleibt, was ihn angesichts dieses vorhersehbaren Ergebnisses moti=
viert hatte, sich so weit vorzuwagen. Offensichtlich handelte es sich um ei=
nen Test der =F6ffentlichen und der LDP-Meinung.=20
</p><p>W=E4hrend Regierung und Parlamentsmehrheit eine st=E4rkere sicherhei=
tspolitische und milit=E4rische Rolle <i>an der Seite </i><i>der USA </i>an=
streben, zielt ein anderer Politiker, der Oberb=FCrgermeister Tokyos, Shint=
aro Ishihara, in die entgegengesetzte antiamerikanische Richtung. Ishihara,=
 ein Schriftsteller und ehemaliger LDP-Politiker der =E4u=DFersten Rechten,=
 hatte mit seinem gemeinsam mit dem Sony-Gr=FCnder Morita geschriebenen Bes=
tseller <i>The </i><i>Japan That Can Say No </i>(ihm folgte <i>The Asia Tha=
t Can Say No</i>, Koautor: Malaysias Ministerpr=E4sident Mahatir) schon vor=
 Jahren Japans Unterordnung unter die amerikanischen Interessen gegei=DFelt=
. In den Kommunalwahlen in Tokyo im April 1999, den wichtigsten Wahlen dies=
es Jahres, war Ishihara der =DCberraschungssieger, der sich gegen die Kandi=
daten der nationalen LDP (den ehemaligen Vizegeneralsekret=E4r der UN, Akas=
hi), der lokalen LDP (den ehemaligen Au=DFenminister Kakizawa) und der Demo=
kratischen Partei (den Bruder des Parteipr=E4sidenten Kunio Hatoyama) durch=
setzen konnte. Sein wichtigstes Wahlkampfthema: Die amerikanische Luftwaffe=
nbasis Yokota in Tokyo, die wohl wichtigste US-Milit=E4rbasis in Asien. Ish=
ihara forderte die =D6ffnung von Yokota f=FCr den zivilen Luftverkehr. Es g=
elang ihm allerdings nicht, die Anwohner auf seine Seite zu ziehen, die bef=
=FCrchten mu=DFten, da=DF die L=E4rmbelastung bei einer zus=E4tzlichen zivi=
len Nutzung der <i>Yo</i><i>kota Air </i><i>Base </i>drastisch zunehmen w=
=FCrde. Zudem machte der amerikanische Botschafter in Japan, Tom Foley, kla=
r, da=DF der Status der <i>Yo</i><i>kota Air Base </i>eine Angelegenheit de=
r japanischen und amerikanischen Regierung, nicht aber des B=FCrgermeisters=
 von Tokyo sei. Ishihara konzentrierte sich sp=E4ter auf ein Ersatzziel: di=
e f=FCr japanische Verh=E4ltnisse gro=DFz=FCgig angelegten Erholungseinrich=
tungen der amerikanischen Luftwaffe im Stadtbezirk Tama.
</p><p>Sind die milit=E4rische Rolle Japans und sein Verh=E4ltnis zu den US=
A auch umstritten - auch 1999 gab der Verfassungstag nationalistischen Poli=
tikern den Anla=DF, die Verfassung als aufgezwungen zu denunzieren und die =
Meiji-Verfassung (die nicht das Volk, sondern den Tenno zum Souver=E4n erkl=
=E4rt) zu glorifizieren -, so ist Japan doch in einer anderen Hinsicht ein =
"normales Land" geworden: Es hat jetzt eine Nationalfahne und eine National=
hymne. Mag sich der ausw=E4rtige Beobachter auch fragen, was daran neu sei =
- zumindest der ber=FChmte rote Punkt auf wei=DFem Grund gilt weltweit als =
Symbol Japans -, Fahne (Hinomaru) und Hymne (Kimiyago) waren bis 1999 nicht=
 offiziell als gesetzlich g=FCltige Symbole fixiert. Vor allem die Hymne, d=
eren Text die Herrschaft des Tenno verkl=E4rt, war - =E4hnlich wie die Selb=
stverteidigungskr=E4fte - immer wieder Gegenstand ritueller Auseinandersetz=
ungen, insbesondere im Bildungsbereich. W=E4hrend das Erziehungsministerium=
 vorschrieb, anl=E4=DFlich von Schulabschlu=DFfeiern seien die Fahne zu his=
sen und die Hymne abzuspielen, leistete die linke Lehrergewerkschaft regelm=
=E4=DFig heftigen Widerstand. Der Direktor einer Oberschule in Hiroshima, d=
er derartige Konflikte offensichtlich nicht hatte aushalten k=F6nnen, begin=
g sogar Selbstmord und schuf damit indirekt einen Anla=DF, um den Status vo=
n Fahne und Hymne gesetzlich kl=E4ren zu lassen.
<a name=3D"E283E2"></a>
</p><h2><b>Politik: Cold Pizza</b></h2>
<p>Fast mit einer gewissen =DCberraschung wurde registriert, da=DF die Regi=
erung Obuchi nun eineinhalb Jahre =FCberstanden hat. Obuchi war nicht zum M=
inisterpr=E4sidenten Japans geworden, weil er besonders popul=E4r oder qual=
ifiziert f=FCr dieses Amt war, sondern weil er dem Seniorit=E4tsprinzip fol=
gend "dran" war. Er gilt als blasse Figur, der es schwer f=E4llt, einen Tex=
t vom Blatt abzulesen; eine amerikanische Zeitung hatte ihn als <i>Cold Piz=
za </i>verh=F6hnt, worauf er, dieses Urteil eher best=E4tigend, erwidert ha=
tte, kalte Pizza k=F6nne man ja aufw=E4rmen. <b>Ein </b><b>gewisses Geschic=
k im Umgang mit der Macht ist ihm gleichwohl nicht abzusprechen. Seine erst=
e Leistung war es, die </b><b>Liberale Partei in eine Koalitionsre</b><b>gi=
erung zu lo</b><b>cken. Die LDP, obgleich der gro=DFe Verlierer der Wahlen,=
 verf=FCgt </b><b>im Un</b><b>terhaus =FCber eine Mehrheit, die sie mit den=
 39 Sitzen der LP noch ausbauen konnte. Im Oberhaus aller</b><b>dings errei=
chte die LDP erst die Mehrheit, als sie die New Komeito als dritte Kraft in=
 die Re</b><b>gie</b><b>rungs</b><b>koalition </b><b>auf</b><b>nahm.</b>
</p><p><b>Mit der Aufnahme der LP in die Regierung schlo=DF sich der kurze =
Zyklus der Unsicher</b><b>heit, der die japanische Politik </b><b>seit 1993=
 kennzeichnete.</b> 1993 spaltete sich die st=E4rkste (und man kann sagen: =
reichste, korrupteste und am engsten mit der Bauwirtschaft verflochtene) Ta=
keshita-Fraktion der LDP in eine von Obuchi und eine von Ichiro Ozawa gef=
=FChrte Gruppe. Anla=DF war die Reform des Wahlrechts, eine Forderung der O=
zawa-Gruppierung <i>Shinseito.</i> Im Juli 1993 entzog sich Shinseito der D=
isziplin der LDP und trug zum Sturz des Ministerpr=E4sidenten Miyazawa bei.=
 Zum ersten Mal seit 1955 verlor die LDP damals die Regierungsmacht, an ihr=
e Stelle trat die F=FCnfparteienkoalition, in der neben der Shinseito die M=
ehrheits-Sozialdemokraten, die sozialdemokratische DSP, die buddhistische K=
omeito und Japan New Party Hosokawas vertreten waren. Die Koalitionsregieru=
ng reformierte das Wahlrecht, erreichte dar=FCber hinaus aber wenig und kol=
labierte nach acht Monaten Amtszeit. Shinseito nannte sich um in <i>Shinshi=
nto </i>und sog die DSP, die Japan New Party und die Komeito in sich auf. F=
=FCr eine gewisse Zeit galt Shinshinto als einzig realistische Alternative =
zur LDP. Auch wenn sie sich weder im Programm, noch in den Strukturen von d=
er LDP unterschied, brachte sie - wie es schien - ein Element des Wettbewer=
bs in die japanische Politik, das es seit 1955 nicht gegeben hatte. Doch di=
es sollte nicht lange w=E4hren: Shinshinto schied die Komeito wieder aus, w=
eitere Zirkel und Einzelpersonen spalteten sich ab, um entweder bei der LDP=
 oder bei der neu gegr=FCndeten Demokratischen Partei zu landen. Die Umbene=
nnung der Shinshinto in Liberale Partei war ein Ergebnis dieses Abschmelzun=
gsprozesses, und der Eintritt in eine Koalitionsregierung mit der LDP ist w=
ahrscheinlich der Anfang vom Ende der Partei. Nicht nur die LDP ist nach de=
r Spaltung von 1993 weitgehend (aber nicht vollst=E4ndig) wiederhergestellt=
, auch die alte Takeshita-Fraktion ist (wenn auch nicht formell) wieder bei=
sammen.
</p><p>Doch wie gesagt: Es fehlte die Mehrheit im Oberhaus, das alle Gesetz=
e, vom Haushalt und internationalen Vertr=E4gen abgesehen, passieren m=FCss=
en. Als Mehrheitsbeschaffer im Oberhaus bot sich die New Komeito an (das Pr=
=E4fix <i>New </i>ist ohne jede Bedeutung), die in ihrem Abstimmungsverhalt=
en zwischen Regierung und Opposition hin und her gependelt war. Die Integra=
tion der New Komeito in die Regierung war in der =D6ffentlichkeit wie in de=
r LDP allerdings weitaus umstrittener als die Koalition mit der LP.=20
</p><p>Die New Komeito ist der politische Arm der buddhistischen Sokka Gaka=
i-Sekte, einer Gruppierung, die infolge ihrer missionarischen Bestrebungen =
von der Mehrheit der Japaner abgelehnt wird. Die Sokka Gakai tritt mit dem =
Anspruch einer allein seligmachenden Kirche auf, der im Gegensatz zur prakt=
izierten religi=F6sen Toleranz der Japaner (die meisten h=E4ngen mehreren R=
eligionen an) steht. Die Sekte spielte in den 50er und 60er Jahren eine wic=
htige soziale Rolle, indem sie sich im Zuge eines dramatischen Urbanisierun=
gsprozesses der entwurzelten Neub=FCrger der St=E4dte annahm und auf diese =
Weise die Kontrolle =FCber ganze Stadtviertel gewann, wobei sie - wie kriti=
siert wird - auch vor der Terrorisierung der Bewohner nicht zur=FCckschreck=
t. Dank der Kontrolle, die die Sokka Gakei =FCber ihre Mitglieder aus=FCbt,=
 hat die Komeito eine begrenzte, aber sichere Klientel und W=E4hlerbasis, i=
st aber gleichzeitig mit dem Makel einer eher anst=F6=DFigen Kraft behaftet=
, nicht zuletzt f=FCr die Vielzahl buddhistischer Konkurrenzgruppen oder 20=
0.000 "Neuen Religionen", von denen viele die LDP unterst=FCtzen.=20
</p><p>Die Popularit=E4t der Regierung Obuchi, die nach der Bildung der Koa=
lition mit der LP gestiegen war, sank, als die New Komeito im Oktober forme=
ll der Regierung beitrat. In der LDP wandte sich die zweitst=E4rkste Frakti=
on, gef=FChrt vom ehemaligen Generalsekret=E4r Koichi Kato, gegen die Regie=
rungsbeteiligung der New Komeito, und in den Wahlen zur Parteipr=E4sidentsc=
haft Ende September erwuchsen Obuchi mit Kato und einem weiteren Fraktionsf=
=FChrer, Yamazaki, zwei Gegenkandidaten. Obuchi gewann die Wahlen mit 70% d=
er Stimmen (bei der neben den LDP-Abgeordneten auch die 2.9 Millionen Parte=
imitglieder ein Votum hatten, wobei 10.000 Mitgliederstimmen einer Abgeordn=
etenstimme gleichgesetzt wurden) und hatte damit ein Mandat f=FCr die Koali=
tion mit der New Komeito.=20
</p><p><b>Die erweiterte Koalition war und ist von drei Konflikten durchzog=
en, die ein bezeichnen</b><b>des Licht auf die japanische </b><b>Politik we=
rden. </b>
</p><p><b>Ein erster Konflikt liegt in der Reform des Par</b><b>la</b><b>me=
nts. </b>LDP und LP hatten vereinbart, das Unterhaus mit seinen 500 Sitzen =
um 50 Sitze zu verkleinern. Diese 50 Sitze sollten ausschlie=DFlich Listenm=
andate sein. Das 1994 reformierte Wahlrecht sieht vor, da=DF 300 Abgeordnet=
e per Direktwahl und 200 =FCber eine Liste gew=E4hlt werden. Ziel der Refor=
m war es gewesen, die Parteien zu st=E4rken und den in Japan vorherrschende=
n <i>pork barrel politics </i>ein Gegengewicht entgegenzusetzen. Die nun an=
visierte Reform der Reform bedeutete unter diesem Gesichtspunkt also einen =
R=FCckschritt. Die Schw=E4chung des Verh=E4ltnisanteils am Wahlsystem schw=
=E4cht die kleineren Parteien, also auch die New Komeito, von deren 53 Abge=
ordneten 29 =FCber Listenwahl in das Parlament eingezogen waren. Der neue K=
oalitionspartner war daher nat=FCrlicher Gegner der Konterreform. Die L=F6s=
ung: 20 Listenmandate sollen entfallen, bei den weiteren 30 Sitzen soll es =
sich "haupts=E4chlich<i>" </i>um Direktmandate handeln. Auf eine pr=E4zise =
Zahl konnte man sich nicht einigen, folglich hat jede Partei f=FCr die Inte=
rpretation des Wortes "haupts=E4chlich" eine eigene Version.
</p><p><b>Ein zweiter Konflikt betrifft die Parteienfi</b><b>nanzierung.</b=
> Mit der Wahlrechtsreform 1994 war auch die Parteienfinanzierung reformier=
t worden. Spenden von Unternehmen an individuelle Abgeordnete sollten unter=
sagt werden; statt dessen erhielten Parteien, die =FCber 3% der W=E4hlersti=
mmen gewannen, staatliche Mittel. Ziel war es, der Kette von Korruptionsska=
ndalen, die die japanische Politik durchzogen hatte, ein Ende zu machen. Di=
e LDP konnte allerdings eine Verschiebung erwirken: Das Spendenverbot sollt=
e erst ab Januar 2000 in Kraft treten. Je n=E4her dieses Datum r=FCckte, de=
sto lauter wurden in der LDP die Stimmen, die sich f=FCr eine Konterreform =
auch dieses Gesetzes aussprachen. Dies traf den Nerv der Komeito - <i>Komei=
to </i>wird als "Partei f=FCr eine saubere Politik" =FCbersetzt -, stie=DF =
aber auch auf die Kritik der Opposition und der =D6ffentlichkeit au=DFerhal=
b des Parlaments. Das Spendengesetz trat letztlich in Kraft. Seine Akzeptan=
z wird f=FCr die LDP-Politiker dadurch erleichtert, da=DF sie die Spenden v=
on Unternehmen auch =FCber lokale Organisationen annehmen k=F6nnen, denen s=
ie vorstehen. Es gibt =FCber 5700 solcher lokalen Organisationen, also mehr=
 als 20 pro LDP-Abgeordneten.
</p><p><b>Der dritte Konflikt betrifft die Pflegeversi</b><b>cherung, die i=
m April 2000 in Kraft treten soll.</b> Gegen das System der Pflegeversicher=
ung, das urspr=FCnglich in der Form einer Sozialversicherung aller =FCber 4=
0j=E4hrigen organisiert werden sollte, trat die LP an: Die Pflegeleistungen=
 sollten nicht durch Versicherungsbeitr=E4ge, sondern aus den Einnahmen der=
 Verbrauchssteuer finanziert werden. Dies war ein Votum f=FCr die strenge B=
egrenzung der Leistungen, da die Verbrauchssteuer zur Zeit bei nur 5% liegt=
 und jede Erh=F6hung f=FCr die LDP ein Vabanquespiel ist. Die wichtigste Kl=
ientel der LDP ist die gro=DFe Zahl der Kleinunternehmer, Bauern, Bauuntern=
ehmer, Einzelh=E4ndler und anderweitig Selbst=E4ndigen, die in der Regel we=
nig oder gar keine Steuern zahlen, der Verbrauchssteuer aber kaum ausweiche=
n k=F6nnen bzw. durch sie gezwungen werden, ihre Einkommen offenzulegen.=20
</p><p>Aber auch die Einf=FChrung eines neuen Sozialversicherungssystems, d=
as den meisten Versicherten ja erst einmal Beitr=E4ge abverlangt, ist f=FCr=
 die regierenden Parteien ein hohes Risiko, insbesondere vor Wahlen - und d=
ie n=E4chsten Unterhauswahlen m=FCssen bis sp=E4testens Oktober 2000 abgeha=
lten sein.=20
</p><p>Neben der Finanzierungsfrage =F6ffnete sich eine zweite Konfliktlini=
e: Das urspr=FCngliche Pflegeprogramm sah vor, das Gros der Mittel in die P=
flegeinfrastruktur (Heime und ausgebildete Arbeitskr=E4fte), die in Japan d=
eutlich unterentwickelt ist, flie=DFen zu lassen. Nun forderten LP und eini=
ge LDP-Politiker, da=DF die Mittel vornehmlich oder ausschlie=DFlich als Za=
hlung f=FCr Pflegeleistungen in der Familie zu verwenden seien. Das Stichwo=
rt gab der LDP-Politiker Kamei: <i>"the beautiful Japanese tradition" </i>d=
er famili=E4ren Pflege sollte erhalten bleiben. Die schweren Belastungen, d=
enen die famili=E4ren Pflegepersonen - zu 85% Frauen - ausgesetzt sind, und=
 f=FCr deren Linderung man jahrelang ein Versicherungssystem ausgearbeitet =
(und zu tausenden deutsche Einrichtungen besucht) und schlie=DFlich auch ge=
setzlich fixiert hatte, waren pl=F6tzlich kein Thema mehr. (Eher assoziativ=
 erinnert dies an eine weitere Neuerung des Jahres 1999: Japanische Frauen =
d=FCrfen nun in Genu=DF der "Pille" kommen, die in den westlichen Industrie=
l=E4ndern seit Mitte der 60er Jahre in Gebrauch ist. Der Vertrieb der Pille=
 war =FCber 30 Jahre lang mit dem Argument verboten worden, die Nebenwirkun=
gen seien nicht bekannt. Viagra brauchte ein halbes Jahr, um f=FCr den japa=
nischen Markt legalisiert zu werden).
</p><p>Die L=F6sung des Konflikts um die Pflegeversicherung ist eine der Gl=
anzleistungen der japanischen Politik: Das System soll auf der Seite der <i=
>Leis</i><i>tungen </i>wie geplant im April 2000 in Kraft treten; die <i>Be=
itragszahlungen </i>werden jedoch um mindestens ein halbes Jahr - also =FCb=
er die n=E4chsten Unterhauswahlen hinaus - verschoben. <b>Die Fi</b><b>nanz=
ierung - gesch=E4tzt auf etwa 700 Milliar</b><b>den Yen - erfolgt =FCber di=
e Ausgabe staatli</b><b>cher Anleihen.</b> Neben den fiskalischen Folgen di=
eser Entscheidung sind auch die Auswirkungen auf die Kommunen, die f=FCr di=
e Pflegedienstleistungen verantwortlich sind, zu ber=FCcksichtigen. Da das =
Versicherungsprogramm mit dem Startdatum April 2000 als gesichert galt, hab=
en sich die Kommunen oft intensiv um den Aufbau lokaler Pflegesysteme bem=
=FCht. Diese Bem=FChungen wurden durch das unerwartete Infragestellen des P=
rogramms ad absurdum gef=FChrt.=20
</p><p>Eine zweite sozialpolitische Entscheidung l=F6ste im Parlament wie a=
u=DFerhalb eine f=FCr Japan un=FCbliche Protestwelle aus. <b>Die Rentensyst=
eme Ja</b><b>pans stehen wie die anderer Industriel=E4n</b><b>der vor Finan=
zierungsproblemen.</b> Dies gilt insbesondere f=FCr die "Volksrente", die a=
llen Japanern zusteht, d.h. auch Bauern, Selbst=E4ndigen und in Betrieben m=
it weniger als f=FCnf Mitarbeitern Besch=E4ftigten (wer in einem gr=F6=DFer=
en Unternehmen besch=E4ftigt ist, ist nach dem deutschen Vorbild sozialvers=
ichert). <b>Die Regierungsparteien hat</b><b>ten sich vorgenommen, das Volk=
srentenpro</b><b>gramm bis 2005 zu sanieren, was bedeutete, da=DF der staat=
liche Finanzie</b><b>rungs</b><b>anteil auf die H=E4lfte der Mittel </b><b>=
ausgeweitet werden sollte.</b> Im November trafen die Regierungsparteien je=
doch eine Entscheidung, die von der Opposition wie von Gewerkschaften als B=
ruch dieses Versprechens ausgelegt wurde: Sie setzten ein Komitee ein, das =
die Senkung der Leistungen um 20% (bis 2005) auszuarbeiten hat. Diese ohneh=
in wenig popul=E4re Entscheidung l=F6ste um so mehr Erbitterung aus, als si=
e - entgegen den Gepflogenheiten der japanischen parlamentarischen Konsensk=
ultur - von der Regierung in k=FCrzester Zeit durchgeboxt wurde.=20
<a name=3D"E283E3"></a>
</p><h2><b>Politik: Perspektiven</b></h2>
<p><b>Bis sp=E4testens Oktober 2000 m=FCssen Neu</b><b>wahlen f=FCr das Unt=
erhaus stattfinden.</b> =DCber den Zeitpunkt oder gar das Ergebnis zu speku=
lieren ist m=FC=DFig; einen Hinweis auf die Erwartungen der Politiker selbs=
t geben jedoch die Wahlziele, die sie sich offiziell gesetzt haben. Obuchi,=
 dessen LDP zur Zeit 269 Parlamentssitze innehat, hat 215 Sitze anvisiert. =
Das Ziel wurde niedrig angesetzt, um den Regierungschef auch bei einem mage=
ren Ergebnis als Sieger hinstellen zu k=F6nnen. Die Demokraten wollen die Z=
ahl ihrer Sitze von 94 auf 150 erh=F6hen, die Kommunisten hoffen auf eine S=
teigerung von 26 auf 40 und die Sozialdemokraten von 14 auf 25 Sitze. Selbs=
t wenn sich diese Erwartungen als realistisch herausstellen sollten, w=FCrd=
e die Opposition nicht die LDP aus der Regierung dr=E4ngen k=F6nnen (es sei=
 denn, sie k=F6nnte die LP und die stets unsichere New Komeito oder gar die=
 Kato-Fraktion der LDP auf ihre Seite ziehen).=20
</p><p><b>Gerechnet wird jedoch damit, da=DF die Wah</b><b>len ei</b><b>nen=
 Stimmungs</b><b>um</b><b>schwung zugunsten der </b><b>Oppositionsparteien =
signalisieren wer</b><b>den. Die Regierung h=E4lt zur Zeit =FCber 70% der P=
arlamentssitze. Sie </b><b>ist in der Lage und offen</b><b>sicht</b><b>lich=
 auch bereit, ihre Entscheidun</b><b>gen ohne die =FCblichen Kompromisse mi=
t der </b><b>Oppo</b><b>sition durch</b><b>zusetzen. Ihr nu</b><b>me</b><b>=
risches Gewicht ist so gro=DF, da=DF eine Balance zwi</b><b>schen Regierung=
 und </b><b>Opposition nicht mehr gegeben ist. Auf der anderen Seite ist di=
e Koalition in vielen wich</b><b>tigen Fragen ge</b><b>spal</b><b>ten </b><=
b>und daher trotz ihrer numerischen St=E4rke gerade nicht in der Lage, eine=
 konsistente Po</b><b>litik zu betreiben. </b>
</p><p><b>Gleichzeitig hat die Opposition an Profil ge</b><b>wonnen. Dies g=
ilt insbesondere f=FCr die Demo</b><b>kra</b><b>ti</b><b>sche Partei, die <=
/b><b>sich von ihrer Formkrise im Fr=FChjahr des Jahres offensichtlich erho=
lt hat.</b> Die Demokraten, die vor allem die gro=DFst=E4dtischen W=E4hler =
anzusprechen versuchen, hatten die Kommunalwahlen in Tokyo verloren - wobei=
 sie allerdings mit allen anderen Parteien gemeinsam auf die Verliererbank =
verwiesen wurden. Sie wiesen Fraktionierungstendenzen auf wie die LDP: Nebe=
n den von Kan und Hatoyama gef=FChrten Gruppen - beide Politiker stammen au=
s der LDP - etablierte sich die Fraktion der zur DPJ hin=FCbergewechselten =
ehemali-gen Sozialdemokraten, die vom fr=FCheren Gouverneur von Hokkaido, Y=
okomichi, repr=E4sentiert wird. Naoto Kan, einst das Zugpferd der Demokrate=
n - als Gesundheitsminister hatte er gegen die Gepflogenheiten der ihm unte=
rgeordneten B=FCrokratie einen Aids-Blutkonservenskandal rasch aufkl=E4ren =
lassen -, verlor an Popularit=E4t, nicht zuletzt, weil er nicht deutlich du=
rchblicken lie=DF, ob er die Kooperation mit der LDP oder eine konsequente =
Oppositionsrolle der Demokraten anstrebte. Auf dem Parteitag der DPJ im Sep=
tember wurde Kan als Parteipr=E4sident von Yunio Hatoyama, dem Gr=FCnder de=
r Partei, abgel=F6st. Hatoyama ist programmatisch kaum profilierter als Kan=
, es gelang ihm aber, der DPJ ein k=E4mpferischeres Image zu verschaffen. Z=
udem stimmten in den letzten Monaten des Jahres Demokraten, Sozialdemokrate=
n und Kommunisten nahezu immer einheitlich ab, womit der Eindruck einer gew=
issen Geschlossenheit der Opposition erzeugt wurde.

</p><p align=3D"CENTER"><b>Politische Parteien im Unterhaus</b><br><i>(Zahl=
 der Sitze, Dez. 1999)</i>
<br>
</p><center><table bordercolor=3D"#0000FF" border=3D"1" cellspacing=3D"1" w=
idth=3D"95%">
<tbody><tr>
<td valign=3D"top">
<p>Liberal Democratic Party
</p></td><td valign=3D"top">
<p>269</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>Democratic Party of Japan
</p></td><td valign=3D"top">
<p> 94</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>New Komeito and Reformers' Network
</p></td><td valign=3D"top">
<p>48</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>Liberal Party
</p></td><td valign=3D"top">
<p>39</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>Japanese Communist Party=20
</p></td><td valign=3D"top">
<p>26</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>Social Democratic Party=20
</p></td><td valign=3D"top">
<p>14</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>mushozoku-no-kai*
</p></td><td valign=3D"top">
<p> 2</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>Independents
</p></td><td valign=3D"top">
<p>8</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p><i>Total</i>
</p></td>
<td valign=3D"top">
<p><i>500</i></p></td></tr></tbody></table></center>
<br><br>
<p align=3D"CENTER"><b>Politische Parteien im Oberhaus</b><br><i>(Zahl der =
Sitze, Dez. 1999)</i>
<br>

</p><center><table bordercolor=3D"#0000FF" border=3D"1" cellspacing=3D"1" w=
idth=3D"95%">
<tbody><tr>
<td valign=3D"top">
<p>Liberal Democratic Party=20
</p></td><td valign=3D"top">
<p>105</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>The Democratic Party
</p></td><td valign=3D"top">
<p>57</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>New Komeito and Reformers' Network
</p></td><td valign=3D"top">
<p>24</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>Japanese Communist Party
</p></td><td valign=3D"top">
<p> 23</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>Social Democratic Party=20
</p></td><td valign=3D"top">
<p> 13</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>Liberal Party=20
</p></td><td valign=3D"top">
<p> 12</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>The Independents
</p></td><td valign=3D"top">
<p>8</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>Niin Club-Liberal League=20
</p></td><td valign=3D"top">
<p>4</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p>Independents
</p></td><td valign=3D"top">
<p>6</p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p><i>Total</i>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><i>252</i></p></td></tr></tbody></table></center><p><b>Welche Resultate =
die n=E4chsten Unterhaus</b><b>wahlen auch bringen m=F6gen: Auf mittlere Si=
cht wird sich aller </b><b>Wahrscheinlichkeit nach ein Vierparteiensystem m=
it zwei Haupt- und zwei Nebenakteuren heraus</b><b>kri</b><b>stal</b><b>li<=
/b><b>sie</b><b>ren. Das hei=DFt zun=E4chst: Sowohl die Liberale als auch d=
ie Sozialdemokratische Partei werden verschwinden.</b>=20
</p><p>Die Liberale Partei, das Spiegelbild der LDP, hat in dem Augenblick =
ihre Existenzgrundlage verloren, in dem sie in die Koalitionsregierung mit =
der LDP eintrat und damit ihre Funktion als Konkurrenz zur LSP aufgab. Unte=
r wechselnden Namen hat sie den Weg genommen, den in den 80er Jahren der <i=
>New Liberal Club </i>des heutigen Au=DFenministers Yohei Kono gegangen war=
: Den einer zun=E4chst reformorientierten Abspaltung von der LDP, die aber =
in die Arme der Mutterpartei zur=FCckkehrt.=20
</p><p>Konservative Politiker in Japan sind (auch wenn sie sich mit dem Eti=
kett =84liberal" schm=FCcken) auf den Zugang zur Regierung und damit zum St=
aatshaushalt angewiesen, um ihre lokale Klientel bedienen zu k=F6nnen. L=E4=
ngere Oppositionszeiten w=FCrden sie nicht durchhalten; daher die Neigung, =
sich um jeden Preis an der Regierung zu beteiligen. Es gibt f=FCr sie keine=
n Raum f=FCr die Entwicklung oder Bewahrung einer von der LDP unabh=E4ngige=
n politischen "Identit=E4t". Der Niedergang der Sozialdemokraten dagegen wi=
rd auch dann nicht aufzuhalten sein, wenn die Partei in den n=E4chsten Wahl=
en ein paar Sitze hinzugewinnen sollte. Da ihre urspr=FCngliche Basis, die =
Gewerkschaften, fast vollst=E4ndig zur Demokratischen Partei gewechselt sin=
d, werden auch die in der Sozialdemokratischen Partei verbliebenen Politike=
r diesen Schritt =FCber kurz oder lang nachvollziehen.
</p><p><b>Die LDP wird Hauptakteur der japanischen Politik bleiben, und die=
 Demokratische Partei wird zu ihrem Gegenst=FCck </b><b>werden. Das hei=DFt=
 allerdings nicht, da=DF sich unter ver=E4nderten Etiketten das "System von=
 1955" mit einer </b><b><i>per </i></b><b><i>definitionem </i></b><b>regie<=
/b><b>renden LDP und einer </b><b><i>per definitionem </i></b><b>opposition=
ellen Sozialdemo</b><b>kratischen Partei, d.h. </b><b>eine Demokratie ohne =
Re</b><b>gierungswechsel, reetablieren mu=DF.</b>=20
</p><p>Die Demokratische Partei ist eben auch ein Spiegelbild der LDP, aus =
der viele DP-Politiker stammen, wenn auch ein j=FCngeres, offeneres und lib=
eraleres. Die DP-Abgeordneten werden ihre lokale Unterst=FCtzung verlieren,=
 wenn sich die DP wie die alte SDPJ <i>auf Dauer </i>mit der Oppositionsrol=
le zufriedeng=E4be. Gleichzeitig jedoch verhelfen ihr vor allem die organis=
atorischen Ressourcen und die finanziellen Mittel der Gewerkschaften zu dem=
 langen Atem, der es der Partei gestattet, noch ein bis zwei Unterhauswahle=
n zu =FCberstehen, ohne entweder an die Regierung zu gelangen oder sich auf=
zul=F6sen.=20
</p><p><b>Die New Komei</b><b>to und die Kommu</b><b>nistische Partei dageg=
en werden fortbestehen; sie ha</b><b>-</b><b>ben eine stabile Kli</b><b>en<=
/b><b>tel und damit eine si</b><b>chere W=E4hlerbasis. Die ideologische Rig=
idi</b><b>t=E4t, sek</b><b>tenm=E4</b><b>=DFi</b><b>ge </b><b>Organi</b><b>=
sa</b><b>tion und Abschot</b><b>tung beider Parteien wird freilich verhin</=
b><b>dern, da=DF sie eine f=FChrende Rol</b><b>le spielen.</b> Ganz unabh=
=E4ngig von ihrem offiziellen Programm sind Komeito wie Kommunisten die pol=
itischen Arme zweier <i>geschlossener Gesell</i><i>schaften </i>(mit jeweil=
s eigenen Ideologien, Massenorganisationen, Medien usw.) und daher keine Kr=
=E4fte, die unterschiedliche Interessen aggregieren und auf nationaler Eben=
e Mehrheiten gewinnen k=F6nnen. Sie k=F6nnen (wie die Kommunisten) Protestw=
=E4hler an sich ziehen, und sie sind potentielle Koalitionspartner der beid=
en gr=F6=DFeren Parteien. Das Tabu, das in der Vergangenheit =FCber die Kom=
eito verh=E4ngt worden war, wurde durch die Hosokawa-Regierung 1993 und dur=
ch die Obuchi-Regierung 1999 gebrochen. Die Koalitionsf=E4higkeit der Kommu=
nisten zeichnet sich allerdings noch nicht ab.=20
<a name=3D"E283E4"></a>
</p><h2><b>Wirtschaft: Ein politischer Zyklus</b></h2>
<p><b>Die wirtschaftliche Wachstumsrate Japans wird 1999 bei 0,5% liegen</b=
> (die Ergebnisse f=FCr das vierte Quartal liegen noch nicht vor). Dies ent=
spricht der Veraussage der Economic Planning Agency. <b>Dabei ist zwischen =
zwei Wachs</b><b>tumsfaktoren zu unterscheiden: Die =F6f</b><b>fentli</b><b=
>chen Investitionen und die privaten Woh</b><b>nungsbauinvestitionen </b><b=
>(housing) sind ganz oder (bei den Wohnungsbauinvestitionen) zu einem hohen=
 Anteil </b><b><i>politisch </i></b><b>bestimmte Va</b><b>ria</b><b>blen (d=
as Volumen der privaten Woh</b><b>nungsbauinvestitionen h=E4ngt von staatli=
chen Kre</b><b>diten und Steuerprivilegien </b><b>ab). Der pri</b><b>vate V=
erbauch (ca. 60% der aggregierten Nach</b><b>frage) und die privaten Anlage=
investi</b><b>tionen sind die </b><b>wichtigsten </b><b><i>unabh=E4ngigen <=
/i></b><b>Variablen.</b>=20
</p><p>Der Theorie nach sollte die politisch bestimmte Nachfrage in einer R=
ezession kurzfristig wachsen, um eine Initialz=FCndung f=FCr die unabh=E4ng=
igen Nachfragevariablen zu geben und ein "sich selbst tragendes" Wachstum i=
n Gang zu setzen. Ist dies einmal erreicht, kann die politisch bestimmte Na=
chfrage auf normales Niveau zur=FCckgef=FChrt werden.=20
</p><p>Die Wachstumsraten (vgl. Tabelle und Schaubild) zeigen, da=DF genau =
dieser Mechanismus in Japan nicht funktioniert - wobei der Zyklus des Jahre=
s 1999 dem vorangegangener Jahre gleicht: Im letzten Quartal des Vorjahres =
wird ein Konjunkturprogramm verabschiedet, das die =F6ffentlichen Investiti=
onen in die H=F6he schie=DFen l=E4=DFt. Das Programm l=E4uft im Verlauf des=
 Jahres aus (im 3. Quartal 1999 sinken die =F6ffentlichen Investitionen). M=
it geringer Zeitverz=F6gerung folgen privater Verbrauch und Investition - w=
enn auch auf einem niedrigen Niveau - dem Zyklus der =F6ffentlichen Investi=
tion - und weisen in dem Augenblick negative Zuwachsraten auf, in dem die =
=F6ffentliche Investition zur=FCckgeht. Die Konjunktur "springt nicht an". =
Daher sind in jedem Jahr neue Konjunkturspritzen erforderlich, wenn das Wac=
hstum nicht negativ werden soll. Im ersten Quartal 1999 reagierte die Volks=
wirtschaft auf die bislang st=E4rkste Konjunkturspritze - ein Paket von 24 =
Billionen Yen (ca. 450 Mrd. DM) -, die im November 1998 gesetzt worden war,=
 mit einem Wachstum von 1,5% (auf Jahresbasis w=E4ren dies =FCber 6%), um i=
n den folgenden Quartalen abzuflachen und dann negativ zu werden.=20


</p><p align=3D"CENTER"><b>Quartalswachstumsraten</b><br><i>in Prozent gege=
n=FCber dem vorherigen Quartal</i>

<br>
<br>

</p><center><table bordercolor=3D"#0000FF" border=3D"1" cellspacing=3D"1" w=
idth=3D"95%">
<tbody><tr>
<td valign=3D"top"><br></td>
<td valign=3D"top">
<p><b>III 98</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>IV 98</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>I 99</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<h6><b>II 99</b></h6>
</td><td valign=3D"top">
<p><b>III 99</b></p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p><b>BSP</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>-1,2</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>-0,5</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>1,5</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>1,0</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>-1,0</b></p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p><b>priv. Konsum </b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b> 0,0</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>-0,1</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>0,9</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>1,1</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>-0,3</b></p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p><b>Wohnungsb.</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>-4,5</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>-5,1</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>1,4</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>12,9</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>-3,2</b></p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p><b>priv. Inv.</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>-3,9</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>-5,4</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>2,3</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>-2,1</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>-2,1</b></p></td>
</tr>
<tr>
<td valign=3D"top">
<p><b>=F6ff. Inv.</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>-4,3</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>12,3</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>6,2</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>2,8</b>
</p></td><td valign=3D"top">
<p><b>-8,5</b></p></td></tr></tbody></table></center><br>
<br>
<p>
<img src=3D"https://library.fes.de/fulltext/images/digbib/00899000.gif" wid=
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<br>
<br>
</p><p>W=E4hrend die =D6ffentlichkeit gebannt auf die Quartalsdaten und die=
 periodisch ver=F6ffentlichen Indikatoren starrte, erhob sich wie immer die=
 Forderung nach einem weiteren Konjunkturpaket. 1999 tat die Regierung mit =
einem Besch=E4ftigungsprogramm mit einem Volumen von 720 Mrd. Yen den erste=
n Schritt. Im Sommer forderte als erster der gewerkschaftliche Dachverband =
RENGO 14 Billionen, und im November k=FCndigte die Regierung das bislang (n=
ach 1998) zweitgr=F6=DFte Paket mit einem Volumen von 18 Billionen Yen an. =
6,8 Billionen sind f=FCr Infrastrukturma=DFnahmen vorgesehen, flie=DFen als=
o in "=F6ffentliche Arbeiten", 7,4 Billionen sollen als Finanzhilfen an kle=
ine und mittlere Unternehmen vergeben werden, 2 Billionen sind Wohnungsbauk=
redite und eine Billion soll die oben erw=E4hnten Pflegedienstleistungen fi=
nanzieren.
</p><p><b>Warum funktioniert die Fiskalpolitik nicht als Initialz=FCndung f=
=FCr die Konjunktur?</b> Auf diese Frage gibt es verschiedene Antworten.=20
</p><p><b>Eine erste Antwort w=E4re: Die Konjunktur</b><b>pakete sind trotz=
 der auf den ersten Blick astronomischen Summen zu </b><b>klein.</b> Das En=
de 1999 verabschiedete Paket entspricht 3,6% des Sozialprodukts, Experten s=
ch=E4tzen jedoch, da=DF die genuin neue Nachfrage, die mit dem Paket gescha=
ffen wird, bei nur einem Drittel des offiziell angek=FCndigten Volumens lie=
gt, also bei 1,2% des BSP. Die potentielle Wachstumsrate Japans=20
</p><p>liegt (den Sch=E4tzungen des IWF zufolge) seit Anfang der 80er Jahre=
 bei etwa 2%, die japanische Volkswirtschaft wuchs damit 1999 um 1,5% wenig=
er, als die potentielle Wachstumsrate erm=F6glicht h=E4tte. Wenn man f=FCr =
das Jahr 2000 von 1% Wirtschaftswachstum ausgeht, l=E4ge das Konjunkturprog=
ramm quantitativ zumindest "in der N=E4he" der erforderlichen Dimension.=20
</p><p><b>Zweitens wird oft auf den ineffizienten Ein</b><b>satz der staatl=
ichen Mittel hingewiesen. Die "=F6ffentlichen Arbei</b><b>ten" </b><b>erbri=
ngen in dem mit Infrastruktur zuge</b><b>pflaster</b><b>ten Land kaum noch =
Ertr=E4ge; sie dienen allenfalls dazu, eine </b><b>korrupte, zu =FCber</b><=
b>h=F6h</b><b>ten Prei</b><b>sen arbeitende und mit der LDP verfloch</b><b>=
te</b><b>nen Bauwirt</b><b>schaft zu bedienen. </b><b>Die f=FCr die klei</b=
><b>nen und mitt</b><b>le</b><b>ren Unternehmen vorgesehe</b><b>nen Mittel =
dienen nicht dazu (wie ange</b><b>k=FCndigt), </b><b><i>neuen </i></b><b>Fi=
rmen eine Starthilfe zu verschaf</b><b>fen, son</b><b>dern gehen =FCberwieg=
end an tra</b><b>ditionelle Un</b><b>ternehmen, </b><b>die ohne staatliche =
Hilfe vom Markt verschwinden w=FCrden. Die staatliche Finanzierung von Pfle=
gedienstleistungen </b><b>schlie=DFlich ist ein ausschlie=DFlich wahl</b><b=
>politisch mo</b><b>tiviertes Projekt.</b> All diese Einw=E4nde gegen die V=
erwendung der staatlichen Mittel m=F6gen zwar korrekt sein, da diese Mittel=
 im Dienste des Strukturwandels besser angelegt werden k=F6nnten, es geht a=
ber nicht um Struktur-, sondern um Nachfrageeffekte. <b>Auch die Fi</b><b>n=
anzierung </b><b>ineffizienter Aktivit=E4ten schafft Nachfrage.</b>
</p><p><b>Drittens wird argumentiert, eine fiskalpoliti</b><b>sche Expansio=
n sei insofern kein angemesse</b><b>nes Programm zur </b><b>=DCberwindung d=
er Krise ist, als deren Nachteile (die zunehmende staatliche Verschuldung u=
nd Verzerrungen in der </b><b>Wirtschaftsstruktur, etwa in der Form einer u=
nange</b><b>messenen F=F6rderung der Bau</b><b>wirtschaft auf Kosten andere=
r </b><b>Branchen) die Vorteile (die Schaf</b><b>fung zus=E4tzlicher Nach</=
b><b>frage) =FCberw=F6gen. Die Krise mu=DF nicht fis</b><b>kal-, sondern </=
b><b>geld</b><b>po</b><b>litisch angegangen wer</b><b>den. Dabei ist die Zi=
nspolitik bereits ausge</b><b>reizt: Der Zinssatz liegt </b><b><i>de facto =
</i></b><b>bei </b><b>Null und kann nicht negativ sein. Die japani</b><b>sc=
he Krise ist u.a. darauf zur=FCck</b><b>zuf=FChren, da=DF die Haushalte meh=
r </b><b>sparen, als die Unternehmen investieren wol</b><b>len, obwohl der =
Zinssatz kei</b><b>nen Anreiz zur Er</b><b>sparnisbildung gibt.</b> Ein Aus=
weg (wie Paul Krugman ihn vorschl=E4gt) liegt darin, die Liquidit=E4tspr=E4=
ferenz der Haushalte abzubauen, indem man Inflation zul=E4=DFt. Mit Inflati=
on w=FCrde der reale Zinssatz negativ werden, die Ersparnisbildung w=FCrde =
bestraft und der Konsum angeregt. Diese Strategie widerspricht freilich s=
=E4mtlichen Prinzipien der finanzpolitischen Orthodoxie, so da=DF keine Zen=
tralbank sie akzeptieren wird.
</p><p><b>Viertens schlie=DFlich wird argumentiert, da=DF die japanische Kr=
ise =FCberhaupt nicht ma</b><b>kro</b><b>=F6ko</b><b>nomisch angegangen </b=
><b>werden k=F6nne, weil sie struktureller Natur sei. Er</b><b>folg verspri=
cht nur das Aufbrechen struktureller Rigidit=E4ten durch </b><b>Deregu</b><=
b>lierung (die Aufgabe des Staa</b><b>tes) bzw. die Reform privatwirtschaft=
licher Praktiken (der </b><b><i>cor</i></b><b><i>porate </i></b><b><i>gover=
nance - </i></b><b>die Aufgabe der privaten Unternehmen).</b>=20
</p><p>Die von japanischen Gro=DFunternehmen garantierte lebenslange Besch=
=E4ftigung der Kernbelegschaften und die Lohnzahlung nach dem Seniorit=E4ts=
prinzip etwa sind Prinzipien, die die Flexibilit=E4t der Unternehmen einsch=
r=E4nken; sie f=FChren dazu, da=DF sich die Unternehmen nicht auf ihre Kern=
kompetenzen konzentrieren, sondern in alle m=F6glichen Bereiche hineindiver=
sifizieren, um auch im Krisenfall die Besch=E4ftigung zu halten. Die Untern=
ehmenszusammenschl=FCsse <i>(keiretsu)</i>, die Netzwerke privilegierter Be=
ziehungen zu etablierten Zulieferern, Kunden und Banken, die wechselseitige=
n Kapitalverflechtungen und die schwache Position der Aktion=E4re bilden ei=
n System, in dem das Management nicht mehr als "Agent" der Aktion=E4re wirk=
t, sondern zusammen mit den Belegschaften, Zulieferern usw. ein korporative=
s Eigeninteresse entwickelt, das sich nicht dem Ziel der Gewinnmaximierung =
unterordnen l=E4=DFt. Das Topmanagement japanischer Gro=DFunternehmen rekru=
tiert sich ausschlie=DFlich aus dem jeweiligen Unternehmen selbst, es hande=
lt sich um Insider, deren Loyalit=E4t der Firma, nicht deren Eignern geh=F6=
rt. Letztere haben keinen Einflu=DF auf die Besetzung der Vorst=E4nde und d=
ie Firmenstrategie. Die Entlohnung der Topmanager ist im internationalen Ve=
rgleich niedrig und enth=E4lt keine Anreize zur Maximierung der Gewinne. Fe=
indliche Unternehmens=FCbernahmen sind so gut wie ausgeschlossen. <b>Kurz: =
die japa</b><b>nischen Gro=DFun</b><b>terneh</b><b>men sind nicht oder nich=
t ausreichend dem </b><b><i>share</i></b><b><i>holder value </i></b><b>verp=
flichtet. Ihre Orientierung an den </b><b><i>stakehol</i></b><b><i>dern</i>=
</b><b>, dem Marktanteil und den langen Fri</b><b>sten f=FChrt zu niedriger=
 Profi</b><b>tabilit=E4t und damit zu einem ineffizienten Einsatz der Res</=
b><b>sour</b><b>cen.</b> Der Staat kann in diesem Zusammenhang nichts tun a=
ls Regulierungen abzubauen; die Unternehmen selbst m=FCssen das Verh=E4ltni=
s zu den Belegschaften flexibilisieren, es mu=DF ein Arbeitsmarkt f=FCr F=
=FChrungskr=E4fte entstehen, die Netzwerke und Insiderzirkel m=FCssen aufge=
brochen und der Disziplin des Kapitalmarkts unterworfen werden. Erst wenn d=
ie disziplinierende Macht des Kapitalmarkts zur Wirkung kommt, werden die R=
essourcen in die effizientesten Anlageformen flie=DFen.
</p><p>Gegen diese Argumentation, die sich auch in Japan zunehmender Popula=
rit=E4t erfreut, lassen sich mehrere Einw=E4nde erheben.=20
</p><p><b>Erstens: Eine Reform der Regulierung und der Manag</b><b>ment-Pra=
ktiken mag sinnvoll und notwendig sein, aber sie zielt </b><b>auf die Erh=
=F6</b><b>hung der </b><b><i>poten</i></b><b><i>tiellen </i></b><b>Wachstum=
srate (der Totalen Faktorproduktivit=E4t). Das Anliegen des </b><b>makro=F6=
konomi</b><b>schen Krisenmanage</b><b>ments ist es aber, die Differenz zwis=
chen po</b><b>tentieller und wirklicher </b><b>Wachstumsrate zu verringern.=
 Auch wenn Strukturreformen sinnvoll sind, ist dies kein Ar</b><b>gument ge=
gen </b><b>makro=F6konomische Steuerung. Reformen der anvisierten Art entfa=
lten ihre Wirkungen meist nur langfristig und </b><b>sind mittelfristig unv=
ermeidlich mit einem Besch=E4f</b><b>ti</b><b>gungs</b><b>r=FCckgang verbun=
den; sie werden die Krise daher eher </b><b>versch=E4rfen (so wie der ange<=
/b><b>k=FCn</b><b>digte Abbau der lebenslangen Besch=E4ftigung die Haushalt=
e bereits zur Steigerung </b><b>ihrer Sparquote veranla=DFt hat) und den Ei=
nsatz des makro=F6konomischen Instrumentariums um so dringlicher machen.</b=
>=20
</p><p><b>Zweitens: Die geforderte Reform der Unter</b><b>nehmensf=FChrung =
bezieht sich auf das inter</b><b>national am besten analysierte </b><b>Segm=
ent der japanischen Wirtschaft: die (ex</b><b>portorientier</b><b>ten) Gro=
=DFunternehmen. Die Krise ist aber nicht in erster </b><b>Linie eine Krise =
dieser zum Teil nach wie vor erfolgreichen Gro=DFunter</b><b>nehmen, sonder=
n eine Krise des wirt</b><b>schaftli</b><b>chen Dualismus, d.h. der gro=DFe=
n Bereiche der japanischen Wirtschaft, die </b><b><i>nicht </i></b><b>der i=
nter</b><b>nationalen Konkurrenz </b><b>ausgesetzt sind (Land</b><b>wirtsch=
aft, Einzelhandel, Dienstlei</b><b>stun</b><b>gen, Bauwirtschaft, tradition=
elle Industrien, kleine </b><b>und mittlere Unternehmen). </b>
</p><p><b>Drit</b><b>tens: Es kann nicht bestritten werden, da=DF auch die =
japanischen Gro=DFunternehmen in der Ver</b><b>gan</b><b>gen</b><b>heit </b=
><b>gravie</b><b>rende Fehlent</b><b>scheidungen getroffen haben. Die Frage=
 ist jedoch, ob diese Fehl</b><b>ent</b><b>scheidungen ihren </b><b>interne=
n Strukturen und Praktiken zuzu</b><b>schreiben sind, oder ob das wirtschaf=
tliche Umfeld - in diesem Fall die </b><b><i>asset</i></b><b>-Inflation der=
 </b><b><i>bubble economy </i></b><b>- durch ver</b><b>zerrte und k=FCnst</=
b><b>lich =FCberh=F6hte Preise bestimmte Fehlent</b><b>scheidungen "naheleg=
te".</b> Diese Frage wird sich besser beantworten lassen, wenn die derzeiti=
ge <i>asset-</i>Inflation in den USA zusammengebrochen ist: Waren bzw. sind=
 "amerikanisch" gef=FChrte Unternehmen auch unter den Bedingungen einer <i>=
asset</i>-Inflation immun gegen  Fehlentscheidungen - oder wird man in nich=
t allzu langer Zeit wieder die Gleichwertigkeit oder gar =DCberlegenheit de=
r japanischen (oder "rheinischen") Unternehmenskultur preisen?
</p><p><b>Allen Berichten, die Japan dazu gratulieren, nun den </b><b><i>sh=
areholder value </i></b><b>entdeckt zu haben, und die hieraus schlie=DFen, =
</b><b>da=DF die wirt</b><b>schaftliche Erholung auf der Tagesordnung steht=
, ist mit Vorsicht zu begegnen. Die Wachstumsrate </b><b>1999 und die progn=
ostizierte Wachstumsrate 2000 (etwa 1%) sind kein Beweis f=FCr eine Wende. =
Auch die </b><b>Steigerung des Nikkei-Index=92 (1999 um 37 Prozent</b><b>pu=
nkte) ist kein Beweis. Nach wie vor sind japanische </b><b>Aktien =FCber</b=
><b>be</b><b>wertet.</b> Die positive Entwicklung des Index=92 geht auf aus=
l=E4ndischer Akteure - in erster Linie amerikanische Pensionsfonds und Inve=
stmentgesellschaften - zu-r=FCck, die von der Wechselkursentwicklung des Ye=
n profitieren oder Japan in ihre globalen Anlagestrategien einbeziehen woll=
en. <b>Es kam zu der perversen Situation, da=DF japanische Spa</b><b>rer ih=
re Mittel vorzugs</b><b>weise in </b><b>sicheren ame</b><b>ri</b><b>ka</b><=
b>nischen </b><b><i>treasury bonds </i></b><b>anlegten und da</b><b>mit das=
 Lei</b><b>stungs</b><b>bilanz</b><b>de</b><b>fizit der USA </b><b>finan</b=
><b>zier</b><b>ten, w=E4hrend amerikanische Anleger den =FCberbewerteten ja=
panischen Ak</b><b>tienindex aufrecht</b><b>er</b><b>hielten. </b>
</p><p><b>Die Belege, die f=FCr die Wende des japani</b><b>schen Kapitalism=
us zur </b><b><i>shareholder</i></b><b>-Kul</b><b>tur angef=FChrt werden, s=
ind in der </b><b>Regel anekdo</b><b>tischer Art.</b> Nat=FCrlich gibt es a=
uch in Japan erfolgreiche <i>venture</i>-Unternehmen, die nicht dem entspre=
chen, was im Ausland unter japanischer Unternehmenskultur verstanden wird. =
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Gro=DFunternehmen ihre Selbstreform an=
k=FCndigen (und zum Beispiel einen Ausl=E4nder in den Vorstand aufnehmen od=
er Aktienoptionen f=FCr das Topmanagement einf=FChren): Sie haben gute Gr=
=FCnde, sich selbst als reformorientiert <i>darzustellen </i>- was nicht be=
deutet, da=DF sie ein Unternehmensmodell, das Japan vierzig Jahre lang den =
wohl dramatischsten Erfolg der Wirtschaftsgeschichte bescherte, wirklich zu=
r Disposition zu stellen bereit w=E4ren.<i> </i>
<!-- START END -->
</p><hr>
<font size=3D"-2">
=A9 <a href=3D"mailto:wwwadm@www.fes.de">Friedrich Ebert Stiftung</a>
| <a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/support.html">t=
echnical support</a> | net edition=20
<a href=3D"mailto:walter.wimmer@fes.de">fes-library</a> | Januar 2001
</font></td></tr></tbody></table>
<!-- END END -->

</body></html>
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