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Subject: Die Philippinen in der Asienkrise / Rolf Hanisch. - [Electronic ed.]. - Bonn, 2000. - 17 S. = 71 Kb, Text . - (FES-Analyse) <br>Electronic ed.: Bonn : FES Library, 2001
Date: Wed, 7 May 2025 14:28:51 +0200
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Die Philippinen in der Asienkrise
 / Rolf Hanisch. - [Electronic ed.]. - Bonn, 2000. - 17 S. =3D 71 Kb, Text
. - (FES-Analyse)
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<meta name=3D"keywords" content=3D"Politische Entwicklung ; Wirtschaftskris=
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<tbody><tr>
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Die Philippinen in der Asienkrise
 / Rolf Hanisch. - [Electronic ed.]. - Bonn, 2000. - 17 S. =3D 71 Kb, Text
. - (FES-Analyse)
<br>Electronic ed.: Bonn : FES Library, 2001
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<!-- END BEGIN2 -->

<p>
</p><ul>
<ul>
<li>
<a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/00897.htm#E283E1"=
>Das Wichtigste auf einen Blick</a>
</li><li>
<a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/00897.htm#E283E2"=
>Machtwechsel in der Krise</a>
</li><li>
<a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/00897.htm#E283E3"=
>Die Deregulierung des Kapitalverkehrs und der Wirtschaftsboom</a>
</li><li>
<a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/00897.htm#E283E4"=
>Krisenmanagement und Verlauf der Krise</a>
</li><li>
<a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/00897.htm#E283E5"=
>Zahlungsbilanz und Realwirtschaft in der Krise</a>
</li><li>
<a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/00897.htm#E283E6"=
>Die soziale Dimension der Krise</a>
</li><li>
<a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/00897.htm#E283E7"=
>Ausblick</a></li></ul></ul>
<br><br>

<table border=3D"1"><tbody><tr><td>
<ul>

<p></p><li><b>Die Wahlen der letzten Jahre haben gezeigt, da=DF die alten F=
amilien, die Klientelnetze und Selbstprivilegierungsgruppen noch eine wicht=
ige Rolle f=FCr die Wahlentscheidung spielen. Vorerst gescheitert ist ein F=
ortschritt bei der Institutionalisierung des Parteiensystems.</b>
<p></p></li><li><b>Der seit 1998 amtierende Pr=E4sident Estrada mu=DF viele=
 Interessengruppen, die ihn im Wahlkampf unterst=FCtzten, bedienen, ist abe=
r durch die Krisenzw=E4nge und eine aufmerksame internationale =D6ffentlich=
keit (IWF, Finanzm=E4rkte) in seinem Handlungsspielraum eingeengt. Innenpol=
itisch st=FCtzt ihn sein bemerkenswertes Showtalent, das ihm bislang eine u=
nvermindert hohe Zustimmungsrate insbesondere der armen B=FCrger und W=E4hl=
er sichert. Dadurch werden die Probleme selbst noch nicht gel=F6st, aber eb=
en auch nicht politisch versch=E4rft. </b>
<p></p></li><li><b>Die Estrada-Administration setzt im Prinzip die Politik =
von Ramos fort, die mit dem IWF ausgehandelt und abgestimmt und mehr oder w=
eniger effizient umgesetzt wird. Man versucht, die Steuereinnahmen zu erh=
=F6hen, die Haushaltsdisziplin zu wahren und den Kapitalverkehr offen zu ha=
lten, also nicht dem Beispiel Malaysias (1998) zu folgen und die Reform zur=
=FCckzudrehen.</b>
<p></p></li><li><b>Erholungstendenzen f=FCr die Wirtschaft sind inzwischen =
sichtbar. 1999 wird ein moderat positives Wachstum bringen (vielleicht 2,4 =
%). F=FCr das Jahr 2000 werden etwa 3 % prognostiziert.</b> <b>Obwohl die K=
rise die Philippinen weniger hart traf als einige andere L=E4nder der Regio=
n, traut man dem Land im Augenblick nicht zu, nun zu den anderen Wachstums=
=F6konomien aufschlie=DFen zu k=F6nnen.</b>
<p></p></li><li><b>Standortnachteile sind insbesondere die ineffiziente, sc=
hwerf=E4llige, auch unberechenbare, da korrupte B=FCrokratie und Justiz mit=
 einer Klientelwirtschaft bis in die h=F6chste Spitze des Staatsapparates; =
die infrastrukturelle Ausstattung im Verkehrs- und Kommunikationsbereich so=
wie eine unzureichende und teure Energie- und Wasserversorgung. Ferner gelt=
en die Lohnkosten als zu hoch und die Arbeitsbeziehungen als zu sehr reguli=
ert und zu rigide.</b>
<p></p></li><li><b>Zentrale Bedeutung haben eine Steuerreform und die Effek=
tivierung des Steuersystems. Eine effiziente und nicht-korrupte Staatsadmin=
istration ist zu Niedriggeh=E4ltern nicht zu haben (auch wenn die Besoldung=
sfrage das Problem allein nicht l=F6st). Selbst wenn Teile der Infrastruktu=
r privatisiert sind bzw. werden, bleibt ein gewaltiger =F6ffentlicher Inves=
titionsbedarf sowohl in die materielle, wie auch die humane Infrastruktur (=
Bildung, Gesundheit). </b>
</li></ul></td></tr></tbody></table><br><br>

<a name=3D"E283E1"></a>
   <br><br><h2><b>Das Wichtigste auf einen Blick</b></h2>
<p>Die von Thailand ausgehende =84Asienkrise" verschonte auch die Philippin=
en nicht. Der philippinische Peso geriet unter Druck und mu=DFte schlie=DFl=
ich kaum weniger abwerten als der thail=E4ndische Baht; die Kapitalflucht f=
=FChrte auch in Makati zu einem Absturz der B=F6rse, und damit wurde auch i=
n den Philippinen die Bedienung der Au=DFenschulden komplizierter. Viele Un=
ternehmen gerieten in Schwierigkeiten; Betriebsschlie=DFungen, Entlassungen=
 und ein Anwachsen der ohnehin hohen Arbeitslosigkeit waren die Folge. Die =
Banken sahen sich mit einem Anstieg =84fauler" Kredite konfrontiert. Dieser=
 bleibt jedoch im Vergleich zu den anderen Krisenl=E4ndern und den Krisen d=
er Vergangenheit moderat. <b>Es kam nicht zu einer Bankenkrise, allerdings =
zu einer vorsichtigeren Ausleihpolitik, zu Liquidit=E4tsengp=E4ssen f=FCr d=
ie Unternehmen und damit zusammenh=E4ngend zu einem Einbruch der Investitio=
nen.</b>=20
</p><p><b>Die soziale Not wurde jedoch nicht nur durch die Asienkrise versc=
h=E4rft.</b> Ein paralleles Ereignis verschlechterte das wirtschaftliche un=
d vor allem das soziale Erscheinungsbild in der Krise: <b>Eine verheerende =
D=FCrre als Konsequenz des El Ni=F1o-Ph=E4nomens f=FChrte zu einem dramatis=
chen Einbruch der Produktion von Grundnahrungsmitteln und einiger Industrie=
- und Exportfr=FCchte.</b> Der R=FCckgang der gesamten Agrarproduktion wurd=
e nur noch von dem Einbruch in der Bauwirtschaft =FCbertroffen. Die Industr=
ie erlebte nur eine leichte Kontraktion, die (Industrie-)Exportproduktion n=
ahm sogar zweistellig zu. Alle =FCbrigen Sektoren verzeichneten ein abgesch=
w=E4chtes positives Wachstum.=20
</p><p><b>Alles in allem hat also die Krise die Philippinen weit weniger sc=
hwer ersch=FCttert als etwa Thailand, S=FCdkorea und Indonesien.</b> Das is=
t insofern ein Novum, da die Philippinen =FCber Jahrzehnte den Anschlu=DF a=
n die dynamische Entwicklung in der Region nicht zu halten vermochten und v=
on Singapur und Malaysia deutlich abgeh=E4ngt, von Thailand =FCberholt und =
vom weit zur=FCckliegenden Indonesien nahezu eingeholt worden waren (bezoge=
n auf die BIP p.c.). Erst in den letzten Jahren - unter der Ramos-Pr=E4side=
ntschaft (1992-1998) - schien sich, beg=FCnstigt durch einige Strukturrefor=
men, eine Trendwende mit h=F6heren Wachstumsraten anzudeuten. Diese wurde z=
war vorerst gestoppt, <b>die hausgemachten Krisenursachen sind jedoch nicht=
 so gravierend wie in den Nachbarl=E4ndern. Das in den eigenen Grenzen m=F6=
gliche Krisenmanagement zur =DCberwindung der aktuellen Krise hat daher wei=
t weniger Probleme zu =FCberwinden als etwa in Thailand und Indonesien. And=
ererseits gibt es nach wie vor einen erheblichen Reformstau, den auch die R=
amos-Regierung nicht zu bew=E4ltigen vermochte bzw. an dem sie scheiterte.<=
/b> Diese Regierung wurde immerhin von einer mehr oder weniger konsistent u=
mgesetzten entwicklungsstrategischen Vision geleitet. Eine solche Vision is=
t bislang unter Pr=E4sident Estrada, der im Mai 1998 als amtierender Vizepr=
=E4sident und Oppositionskandidat (beides ist in den Philippinen m=F6glich)=
 mit deutlicher Mehrheit ins Amt gew=E4hlt wurde, noch nicht erkennbar. =20
<a name=3D"E283E2"></a>

   <br><br></p><h2><b>Machtwechsel in der Krise</b></h2>
<p>General <b>Fidel Ramos</b> war 1992 als blasser Kandidat mit Unterst=FCt=
zung seiner Vorg=E4ngerin Cory Aquino nur mit 23,6 Prozent der Stimmen knap=
p vor einer populistischen Kandidatin zum Pr=E4sidenten gew=E4hlt worden. <=
b>Er erwies sich als relativ erfolgreicher Reformpr=E4sident</b>, der den A=
nschlu=DF der Philippinen an die ostasiatischen Wachstums=F6konomien suchte=
 und dabei auch einige Erfolge aufzuweisen hatte. Deregulierung und Privati=
sierung sollten die Macht der Wirtschaftsoligarchie zur=FCckdr=E4ngen sowie=
 den Wettbewerbsdruck und die Effizienz der Wirtschaft erh=F6hen. <b>Durch =
Privatisierung einzelner staatlicher T=E4tigkeitsfelder, durch Ausgabendisz=
iplin, eine Steuerreform und Verbesserung der Steuererhebung versuchte Ramo=
s, den staatlichen Haushalt zu konsolidieren, was seit 1994 auch gelang</b>=
, allerdings nur unter Ber=FCcksichtigung der tempor=E4ren Privatisierungse=
rl=F6se und ohne Ber=FCcksichtigung der =F6ffentlichen Nebenhaushalte. Der =
Regierung gelang eine Entlastung des Staatshaushaltes und eine Verbesserung=
 der Infrastruktur, die allerdings immer noch nicht qualitativ und preislic=
h mit den erfolgreichen L=E4ndern in der Region mithalten kann.=20
</p><p><b>Das bisher gesch=FCtzte ineffiziente, teure, wenig sparerfreundli=
che Bankensystem wurde ausl=E4ndischen Wettbewerbern ge=F6ffnet. Die Deposi=
ten- und Ausleihraten zogen deutlich an. Schlie=DFlich wurde der Kapitalver=
kehr liberalisiert und bewirkte den ungehinderten Zuflu=DF ausl=E4ndischen =
Kapitals zur Aufstockung der niedrigen binnenl=E4ndischen Spar- und Investi=
tionsrate, aber nat=FCrlich auch f=FCr spekulative Zwecke. Damit erm=F6glic=
hte die Ramos-Administration eine Vertiefung der Monetarisierung und Intern=
ationalisierung der =D6konomie der Philippinen. Sie blieb in vielen Teilber=
eichen stecken (wie in der Steuerreform) bzw. vermochte nur ambivalente Erf=
olge zu erzielen (wie bei der Teilprivatisierung des Energiesektors). Denno=
ch kam es zu einem deutlichen Wirtschaftsaufschwung. Er reichte an die Boom=
phasen der bisher schon erfolgreichen Nachbarstaaten zwar nicht heran, schi=
en aber die Agonie der vergangenen Jahre mit einer klaren Zielrichtung zu =
=FCberwinden.</b> Es sprach daher einiges f=FCr eine durch Wahlen best=E4ti=
gte Verl=E4ngerung der Pr=E4sidentschaft von Fidel Ramos.
</p><p>Die Verfassung von 1987 verbot jedoch eine Wiederwahl. Die Verfassun=
gsgeber hatten damals die =FCberlange zwanzigj=E4hrige Amtszeit von Ferdina=
nd Marcos vor Augen, die zun=E4chst mit unsauberen Mitteln und sp=E4ter dan=
n gewaltsam durchgesetzt worden war. Doch traf das Wiederwahlverbot nun auc=
h eine relativ erfolgreiche Administration. Eine Kampagne der Ramos-Anh=E4n=
ger zugunsten einer Verfassungs=E4nderung provozierte den erbitterten Wider=
stand der katholischen Kirche, Cory Aquinos, der Linken und Teilen der Olig=
archie. Ramos zog sich daher ins Privatleben zur=FCck.
</p><p>Bei den Wahlen im Mai 1998 konnte sich der fr=FChere Filmschauspiele=
r, B=FCrgermeister, Senator und zuletzt Vize-Pr=E4sident Joseph Estrada mit=
 fast 40 Prozent der Stimmen deutlich vor dem Kandidaten und Vertrauten von=
 Ramos, dem bisherigen Sprecher des Repr=E4sentantenhauses de Venezia (16 P=
rozent), durchsetzen. Auch Estrada war 1992 schon als Pr=E4sidentschaftskan=
didat angetreten, hatte allerdings aus Geldmangel vorzeitig aufgegeben. Als=
 Vizepr=E4sidentschaftskandidat schlo=DF er sich einem der erfolgreichsten =
Marcos-Cronys, Eduardo Cojuangco, an, der mit einem enormen Einsatz eigener=
 Mittel seine Pr=E4sidentschaftskandidatur bestritt, allerdings als dritter=
 (18 Prozent) knapp scheiterte. Estrada wurde mit 33 Prozent der Stimmen zu=
m einflu=DFlosen Vizepr=E4sidenten gew=E4hlt und stellte damit seine anhalt=
ende Popularit=E4t aus Filmschauspielertagen - in Macho-Rollen, in denen er=
 sich auch als Politiker noch gef=E4llt =96 unter Beweis.
</p><p>Durch diese Wahl - und die folgenden Meinungsumfragen - empfahl er s=
ich als ernsthafter Pr=E4sidentschaftskandidat, in dessen weiteren Aufstieg=
 zu investieren aussichtsreich war. Gew=E4hlt wurde Estrada mit einer breit=
en Zustimmung im ganzen Land - in zw=F6lf von 15 Wahlregionen lag er vorn, =
in drei Regionen an zweiter Stelle. Eine =E4hnliche landesweite Verankerung=
 besa=DF kein anderer Kandidat. Estradas Wahlprogramm war, wie =FCblich, ni=
cht besonders konkret. Nat=FCrlich stand die Korruptions- und Kriminalit=E4=
tsbek=E4mpfung sowie die Sorge um =84die Armen" im Mittelpunkt. Die Armen i=
n den St=E4dten und auf dem Land haben ihn wohl auch in erster Linie gew=E4=
hlt und halten ihm, glaubt man den Meinungsumfragen, auch bisher mit hohen =
Zustimmungsraten die Treue. Mit seinem Politikstil, seiner Ausdrucksweise, =
seinen begrenzten intellektuellen M=F6glichkeiten und mit seiner Lebensweis=
e vermag er bei den akademischen Mittelschichten kaum Sympathien zu erringe=
n. Unmittelbare Unterst=FCtzung erhielt er von einer Gruppe von Bankiers, M=
arcos-Cronys, einem linken NGO-Netzwerk und einer Gruppe von Professoren de=
r University of the Philippines, mit denen er z.T. schon seit Jahren pers=
=F6nlich verbunden ist.
</p><p><b>Die Wahlen der letzten Jahre haben gezeigt, da=DF die alten Famil=
ien, die Klientelnetze und Selbstprivilegierungsgruppen noch eine wichtige =
Rolle f=FCr die Wahlentscheidung spielen.</b> Die Kosten des Wahlkampfes si=
nd gestiegen, der Einsatz nackter Gewalt nimmt jedoch eher ab. Der freie - =
und unberechenbare - W=E4hler, der sich spontan entscheidet und sich von Em=
otionen und der Fernsehwerbung beeinflussen l=E4=DFt, befindet sich auf dem=
 Vormarsch.=20
</p><p><b>Vorerst gescheitert ist ein Fortschritt bei der Institutionalisie=
rung des Parteiensystems.</b> Fidel Ramos und sein Vordenker, der Sicherhei=
tsberater General Alomnte, versuchten den Aufbau einer =84Regierungspartei"=
 mit Massenbasis, analog dem Vorbild der UMNO in Malaysia. Die sich zu ihr =
bekennenden Abgeordneten, Provinz- und Kommunalpolitiker waren in der Tat b=
eeindruckend. Auch die Wahlen 1998 - trotz der verlorenen Pr=E4sidentschaft=
 - brachten ihr wieder deutliche Mehrheiten. Dennoch erodierte sie schon vo=
r dem Urnengang und brach nach der verlorenen Pr=E4sidentschaft vollends au=
seinander. Die Partei hatte mit ihrer Gr=F6=DFe ein strukturelles Problem: =
Sie konnte nicht die Anspr=FCche aller Mitglieder und Aspiranten befriedige=
n, und das schw=E4chte sie.=20
</p><p>=C4hnliche Probleme hat nun Pr=E4sident Estrada, der viele Interesse=
n, die ihn unterst=FCtzten, bedienen mu=DF, durch die Krisenzw=E4nge und ei=
ne aufmerksame internationale =D6ffentlichkeit (IWF, Finanzm=E4rkte) in sei=
nem Handlungsspielraum jedoch eingeengt wird. Innenpolitisch st=FCtzt ihn s=
ein bemerkenswertes Showtalent, das ihm bislang eine unvermindert hohe Zust=
immungsrate insbesondere der armen B=FCrger und W=E4hler sichert, wenn man =
den Meinungsumfragen glauben will. Dadurch werden die anstehenden Probleme =
selbst noch nicht gel=F6st, aber eben auch nicht politisch versch=E4rft.=20
</p><p><b>Alles in allem setzt die Estrada-Administration die Politik von R=
amos fort, die mit dem IWF ausgehandelt und abgestimmt wird und mehr oder w=
eniger effizient umgesetzt wird. Der Kern dieser Politik kann mit dem Versu=
ch umschrieben werden, die Steuereinnahmen zu erh=F6hen, die Haushaltsdiszi=
plin zu wahren - nun allerdings wieder mit begrenzten Defiziten - und den K=
apitalverkehr offen zu halten, also nicht dem Beispiel Malaysias (1998) zu =
folgen und die Reform zur=FCckzudrehen.</b>
</p><p>Werfen wir einen Blick zur=FCck auf die Deregulierung des Kapitalver=
kehrs, dann auf den Ausbruch, den Verlauf und die Konsequenzen der Krise so=
wie des Krisenmanagements zun=E4chst der Ramos- und dann der Estrada-Admini=
stration.
<a name=3D"E283E3"></a>

   <br><br></p><h2><b>Die Deregulierung des Kapitalverkehrs und der Wirtsch=
aftsboom</b></h2>
<p>In den 80er Jahren war der Kapitalverkehr noch stark reguliert: Exporteu=
re konnten (legal) gerade =FCber zwei Prozent ihrer Deviseneinnahmen frei v=
erf=FCgen. Der Devisenumtausch f=FCr Auslandsreisen und -aufenthalte war be=
schr=E4nkt. <b>Auslandsinvestitionen waren verboten. Die Genehmigung von Re=
-transfers von Investitionen und Gewinnen aus dem Lande durch Ausl=E4nder k=
onnte drei bis neun Jahre dauern. Die Deregulierung dieser Bestimmungen in =
den fr=FChen 90er Jahren f=FChrte zu einem Anstieg des Kapitalverkehrs in b=
eide Richtungen und zu einer deutlichen Erh=F6hung der Kapitalzufl=FCsse in=
s Land, die die Investitionen finanzierten und die defizit=E4re Leistungsbi=
lanz ausglichen.</b> Die Netto-Kapitalzufl=FCsse erh=F6hten sich von 4 % de=
s BSP (1990) auf 12,8 % (1996). Der Kapitalverkehr induzierte z.T. auch den=
 internationalen Waren- und Dienstleistungsverkehr, der in den 90er Jahren =
gleichfalls deutlich ausgeweitet wurde. Die Exporte an Waren und Dienstleis=
tungen stiegen von 29 % des BSP (1990) auf 47 % (1996), die Importe von 37 =
% (1990) auf 53 % (1996). Kurz: <b>Die Internationalisierung der =D6konomie=
 der Philippinen wurde deutlich vorangetrieben.</b> Sie lag im Waren- und D=
ienstleistungsverkehr nun =FCber den Werten Thailands und vermochte im Kapi=
talverkehr den Abstand zu verringern.=20
</p><p><b>Es gelang erstmals wieder, ausl=E4ndische Direktinvestitionen ins=
 Land zu holen.</b> In den 80er Jahren waren diese auf einen Tiefpunkt gesu=
nken. Bei den statistisch ausgewiesenen Zufl=FCssen handelte es sich =FCber=
wiegend um reinvestierte Gewinne, um die Umwandlung von Schulden usw., kaum=
 um wirkliche Neuzug=E4nge. Seit 1994 machen Neuzufl=FCsse von jetzt j=E4hr=
lich etwa 1 Mrd. US Dollar etwa zwei Drittel der ausgewiesenen ausl=E4ndisc=
hen Direktinvestitionen aus (1990 und 1991 waren es gerade gut ein Viertel)=
. Noch st=E4rker nahmen die Portfolioinvestitionen zu, an denen sich allerd=
ings - in entgegengesetzter Richtung - auch verm=F6gende Filipinos im Ausla=
nd beteiligen. Hohen Zufl=FCssen standen daher auch hohe Abfl=FCsse gegen=
=FCber, mit einer positiven Netto-Bilanz, die 1996 mit =FCber 2 Mrd. $ ihre=
 Spitze erreichte.=20
</p><p><b>Auch Umfang und Struktur der Auslandsverschuldung in den Philippi=
nen entwickelten sich vor der Krise deutlich g=FCnstiger als in Thailand: D=
ie Netto-Kreditaufnahme als Anteil an der Kapitalbilanz ist in den Philippi=
nen deutlich niedriger. Es dominieren die mittel- und langfristigen Kreditz=
ufl=FCsse</b>, in Thailand waren es die kurzfristigen Kredite. Das h=E4ngt =
damit zusammen, da=DF f=FCr die Philippinen staatliche und multistaatliche =
Kreditgeber immer noch die gr=F6=DFten Gl=E4ubiger sind und hier der Staat,=
 die Zentralbank und =F6ffentliche Unternehmen als Kreditnehmer und Schuldn=
er immer noch deutlicher in Erscheinung treten als etwa in Thailand, obwohl=
 vor der Krise (seit 1994, insbesondere 1996) die privaten Unternehmen und =
Banken sich auch erheblich im Ausland verschuldeten.=20
</p><p><b>Der Zuflu=DF des privaten Kapitals in die Philippinen lag durchau=
s im Trend der Region. Er fiel allerdings immer noch geringer aus als in de=
n bisher schon erfolgreichen L=E4nder.</b> Mit ihm sind Aufwertungsdruck un=
d steigende Inflationsgefahren verbunden. Die Zentralbank intervenierte dah=
er aktiv, um die W=E4hrungsrelation zum US Dollar in einer engen Bandbreite=
 zwischen 25,5 - 26,2 Peso/US $ zu halten. Die Ausweitung der Geldmenge suc=
hte sie zu begrenzen durch Ausweitung ihrer Devisenguthaben mittels einer f=
ast vollst=E4ndigen Umschichtung ihrer Peso- in Devisenguthaben, auf die 19=
96 schlie=DFlich 95 % des Reservegeldes entfiel (1992: 26 %). Die Devisenre=
serven der Philippinen deckten jedoch gerade drei Importmonate und waren mi=
thin weit geringer als in den benachbarten Krisenl=E4ndern. Dort zeigte sic=
h dann aber, da=DF h=F6here Reserven die Vertrauens- und W=E4hrungskrise ni=
cht einzud=E4mmen vermochten, sondern in dieser nur nutzlos verpulvert werd=
en konnten.=20
</p><p><b>Durch Senkung der Mindestreserven der Banken, durch den Fortfall =
des Staates als Netto-Kreditnehmer konnten die hohen Zinsen etwas abgesenkt=
 werden, blieben aber dennoch im internationalen Vergleich auf einem beacht=
lichen Niveau. Auch die Inflationsrate war f=FCr philippinische Verh=E4ltni=
sse passabel.</b> Die Verbraucherpreise stiegen von 1992-96 um j=E4hrlich 8=
-9 Prozent. Sie waren damit allerdings deutlicher h=F6her als die Inflation=
 in den L=E4ndern der wichtigsten Handelspartner. Angesichts des relativ fi=
xen Wechselkurses bedeutete dies eine reale Aufwertung bzw. =DCberbewertung=
 des Peso. Der reale effektive Wechselkurs (im Vergleich der Preise der Han=
delsg=FCter zu den inl=E4ndischen Preisen) stieg um 40 Prozent. <b>Die =DCb=
erbewertung des Peso hatte zur Konsequenz, da=DF die nicht international ha=
ndelbaren G=FCter und die Verm=F6genswerte relativ attraktiver und teurer w=
urden, gleichzeitig verbilligten sich die Importe. Die Importe erlebten ein=
en Boom, der durch die Senkung der Importz=F6lle zus=E4tzlich beg=FCnstigt =
wurde. Investitionen in binnenwirtschaftlich orientierte Wirtschaftsbereich=
e und Verm=F6genswerte wurden immer attraktiver</b> - und tats=E4chlich deu=
ten die vom Board of Investment genehmigten und gef=F6rderten Projekte in d=
iese Richtung.
</p><p>Dennoch: <b>Auch der Exportsektor boomte. Er wuchs im Durchschnitt d=
er Jahre 1992-96 um nicht weniger als 18 Prozent j=E4hrlich. Seine Dynamik =
wurde getragen - wie in anderen s=FCdostasiatischen L=E4ndern - vom Elektro=
nik/Halbleiter-Sektor, der Bekleidungsindustrie und - seit 1995 - der Masch=
inen- und Transportindustrie</b>, die ihren Anteil an den Gesamtexporten we=
iter ausdehnen konnten - von 53 % (1992) auf 72 % (1997). Der =FCberbewerte=
te Peso wird die Entfaltung dieser Exportindustrien kaum wesentlich behinde=
rt haben. Sie sind immer noch nur mangelhaft in die =F6rtliche (Zulieferung=
s-)Wirtschaft integriert. Es wird angenommen, da=DF die Elektronikindustrie=
 75 % ihrer Produktionskosten importiert, die Bekleidungsindustrie 60 %, di=
e Metallindustrie 40 %. Der Anteil der Lohnkosten liegt bei 11 %, 10-30 % u=
nd vielleicht 20 %.
</p><p>Das bedeutet: <b>Dieser wachstumsorientierte Teil der Exportwirtscha=
ft profitierte eher von den relativ billigen Importg=FCtern, und steigende =
Exporte zogen auch entsprechende Importe nach sich. Bei der Elektronik- und=
 der Maschinenbau/Transportindustrie wird es sich zudem =FCberwiegend um Te=
ile transnationaler Konzerne (TNK) handeln, f=FCr die die W=E4hrungsrelatio=
nen ohnehin nur eine geringe Bedeutung haben. Diskriminiert wurden durch di=
e =DCberbewertung des Peso also in erster Linie wohl die agrarischen und ex=
traktiven Exportindustrien, deren Entfaltung nach wie vor unter den volatil=
en Weltmarktpreisen und Witterungsbedingungen, der Ersch=F6pfung der Ressou=
rcen und ausbleibender Modernisierung leiden.</b>
</p><p>Die Exporte wuchsen deutlich schw=E4cher als die Importe. Das f=FChr=
te zu einer Ausweitung des Handelsbilanzdefizits (1996: 13,7 % des BSP) und=
 zu einem relativ hohen stetigen Leistungsbilanzdefizit (1993-96: um 5 % de=
s BSP), das nicht unbedingt negativ zu werten ist, aber doch irritiert. Die=
 Exporte stiegen auch 1995 (29,4 % und 1996 (17,8 %). Lediglich die Bekleid=
ungsindustrie erlebte 1996 einen R=FCckgang um 5,7 % der sich 1997 um weite=
re 5 % fortsetzte. Hingegen verf=FCnffachten sich die Maschinen- und Transp=
ortg=FCterexporte 1994/97, und die Elektronikindustrie verdoppelte ihre Exp=
orteinnahmen 1994/96. <b>Das gesamtwirtschaftliche Wachstum legte seit 1991=
 st=E4ndig zu und lag seit 1994 =FCber 5 % (1996: 6,9 %). Der Boom hatte of=
fenbar noch nicht seinen H=F6hepunkt erreicht. Man w=E4hnte sich auf dem We=
g zum Status eines Schwellenlandes.</b>=20
</p><p><b>Bei genauerer Analyse waren jedoch die Probleme nicht zu =FCberse=
hen. Die Philippinen klinkten sich mit Gewinn in die schon von den Nachbarn=
 erfolgreich praktizierte Globalisierungsstrategie ein. Das so erreichte Wa=
chstum war immer noch deutlich niedriger als in den alten Boomstaaten - bei=
 einer gleich gro=DFen Risikoflanke, wie sich dann zeigen sollte. Die Wachs=
tumsbasis war immer noch sehr schmal. Der Industriesektor vermochte seinen =
relativ niedrigen Anteil am BIP und vor allem an der Besch=E4ftigung nicht =
auszuweiten. Dramatische Einbr=FCche erlebten die extraktiven Sektoren, Ber=
gbau, Forstwirtschaft. Sie sind aufgrund der Ersch=F6pfung und Pl=FCnderung=
 der Ressourcen absterbende Wirtschaftszweige. Wichtiger war das unbefriedi=
gende Wachstum des Agrarsektors. Die Exporte wuchsen vor allem in den Sekto=
ren, die die geringsten binnenl=E4ndischen Verkn=FCpfungen aufwiesen und da=
mit nicht auf die immer noch relativ teuren inl=E4ndischen Inputs angewiese=
n waren. Das war ein wichtiger Indikator. Die Wettbewerbsf=E4higkeit des =
=84Standortes Philippinen" war - verglichen mit anderen Wettbewerbern - imm=
er noch nicht verbessert worden, trotz der Fortschritte, die in einzelnen B=
ereichen gemacht werden konnten.</b>
</p><p><b>Gab es Fr=FChindikatoren f=FCr den bevorstehenden crash?</b> Knis=
terte es - wie in Thailand - im Geb=E4lk vor dem Ausbruch der Krise? Die Ze=
ntralbank und die Regierung vermochten keine Probleme zu sehen. <b>Die =84<=
i>Fundamentals</i>" waren korrekt.</b> Den Peso hielt man nicht f=FCr =FCbe=
rbewertet. Eine Studie f=FCr den IWF empfahl lediglich, die Inflation noch =
weiter zu dr=FCcken und die internationalen Reserven substantiell zu erh=F6=
hen, um das Vertrauen in die Stabilit=E4t des Peso besser abzust=FCtzen. Di=
e Immobilienkrise in Thailand warf jedoch ihre Schatten auch auf die Philip=
pinen. Die noch steigenden Immobilienpreise begannen zunehmend zu verunsich=
ern, obwohl die Bauwirtschaft noch boomte (1996: 10,9 %); Immobilienhalden =
mit gro=DFen Leerst=E4nden und abbr=F6ckelnden Preisen waren noch kein Prob=
lem. Im Februar 1997 ver=F6ffentlichte die UBS Securities das (angebliche) =
=DCberengagement der philippinischen Banken im Immobiliensektor und deren e=
xzessive Auslandsverschuldung, die sie verwundbar gegen=FCber einer Pesoabw=
ertung machen w=FCrde. Tats=E4chlich war das Bankenengagement im Immobilien=
sektor jedoch deutlich geringer als in Thailand (dort =FCber die Finanzgese=
llschaften). Trotzdem reagierte die Zentralbank noch kurz vor Ausbruch der =
Krise im Juni 1997. Sie ordnete an, da=DF die Banken nur maximal 20 % ihrer=
 Kredite an den Immobiliensektor ausleihen und den Wert der Immobilien nur =
zu maximal 60 % (vorher 70 %) beleihen d=FCrften. Die Immobilienunternehmen=
 waren zudem in der Regel in den Philippinen robuster und ges=FCnder als in=
 Thailand. Einen gro=DFen Teil ihrer Investitionen finanzierten sie aus dem=
 Eigenkapital und durch Vorverk=E4ufe. Eine das Wirtschaftsklima verunsiche=
rnde Nachricht kam schlie=DFlich aus einem sterbenden Wirtschaftszweig: Der=
 gr=F6=DFte Zuckerverarbeiter, Victorias Milling, k=FCndigte an, seine Verb=
indlichkeiten =FCber 6,6 Mrd. Peso nicht mehr bedienen zu k=F6nnen. Diese N=
achricht r=FCckte auch die beteiligten Banken ins Zwielicht und warf die Fr=
age auf, ob =84noch mehr Victorias-F=E4lle" zu erwarten w=E4ren. Diese late=
nte Unsicherheit im Lande, hatte reale Konsequenzen zun=E4chst nur f=FCr di=
e B=F6rse. Seit Anfang Februar 1997 fielen dort die Notierungen, f=FCr Immo=
bilienwerte allerdings noch etwas geringer (Ende Januar - Ende Juni 1997: -=
 14,7 %) als f=FCr den Gesamtmarkt (- 16,4 %).
</p><p><b>Damit war der Boden bereitet, da=DF die Philippinen vom W=E4hrung=
s- und B=F6rsencrash in Thailand im Juli 1997 unmittelbar angesteckt werden=
 konnten. Es half den Philippinen auch nichts, da=DF es einige wesentliche =
realwirtschaftliche Unterschiede zu Thailand gab. </b>Die Planbeh=F6rde lis=
tete diese 1998 auf:
</p><ul>
<p></p><li><b> Ein geringeres Kreditengagement des Finanzsystems gegen=FCbe=
r dem Immobiliensektor, in den Philippinen 11,6 % aller Bankkredite, in Tha=
iland 9,5 % der Bankkredite und 23 % der Kredite der Finanzgesellschaften;<=
/b>
<p></p></li><li><b> wesentlich geringere Leerst=E4nde im Immobiliensektor (=
 4 % zu 25 %);</b>
<p></p></li><li><b>  geringere Anf=E4lligkeit der Devisenverbindlichkeiten =
der Banken gegen=FCber W=E4hrungsschwankungen und Kapitalflucht, da 52 % de=
rselben Inl=E4ndern (mit Devisenkonten im Lande) geh=F6rten und 60 % dieser=
 Inl=E4nder-Dollarkredite von Exporteuren in Anspruch genommen wurden, dies=
e also durch die Exporteinnahmen abgesichert waren;</b>
<p></p></li><li><b> geringerer Anteil der kurzfristigen an den gesamten Aus=
landsschulden (19,1 % zu 36,6 %);</b>
<p></p></li><li><b> die Ausweitung der Bankkredite erfolgte im Rahmen der A=
usweitung der wirtschaftlichen T=E4tigkeit und des Wachstums der Verm=F6gen=
swerte nach der Liberalisierung. Das Verh=E4ltnis der Kredite zum BIP betru=
g in den Philippinen daher nur 63 % (1996), aber 114 % in Thailand;</b>
<p></p></li><li><b> das Leistungsbilanzdefizit war mit 4,5 % des BIP deutli=
ch niedriger als in Thailand (8 %). In Thailand schrumpften die Exporte 199=
6 um 2 %, in den Philippinen expandierten sie um 17,7 %. Die Philippinen ve=
rf=FCgten zudem =FCber betr=E4chtliche Kapital=FCberweisungen von Migration=
sarbeitern (1996: 4 Mrd. $).</b>
<p></p></li><li> Schlie=DFlich, vermerkt das Regierungsdokument, haben die =
Strukturreformen der vergangen Jahre nicht nur die Wirtschaft liberalisiert=
 und ge=F6ffnet und deren Institutionen gest=E4rkt, sondern auch die Transp=
arenz der Staatst=E4tigkeit und deren Bindung an Regeln anstelle spontaner =
Kriterien verbessert. Also Reformen, die die anderen ostasiatischen L=E4nde=
r, die sich k=FCrzlich um die Unterst=FCtzung des IWF bem=FChen mu=DFten, e=
rst noch durchsetzen m=FCssen.
</li></ul>
<p><b>Im Drehbuch freier und vernetzter Finanzm=E4rkte ist jedoch kein Plat=
z f=FCr eine abgewogene Bewertung der unterschiedlichen realwirtschaftliche=
n Verh=E4ltnisse.</b> Die Marktteilnehmer glaubten nach dem Fall des Baht n=
icht an die Stabilit=E4t des Peso. Der Peso war zudem =FCberbewertet, daran=
 konnten die genannten realwirtschaftlichen Argumente nichts =E4ndern. Komm=
t es zu einer Abwertung, gilt es schnell zu handeln, um den Schaden zu begr=
enzen. Die Bank of Thailand hatte vorgef=FChrt, wie sie praktisch ihre gesa=
mten Reserven verpulverte, ohne ihre W=E4hrung verteidigen zu k=F6nnen. Dar=
aus lernte die Bangko Sentral der Philippinen. Nachdem sie etwa 1 Mrd. $ (i=
hrer 12 Mrd. $ Reserven) zur Verteidigung des Peso eingesetzt hatte, gab si=
e auf und lie=DF den Peso frei floaten und abwerten. Gegen=FCber dem US Dol=
lar verlor dieser von Juni 1997 bis Januar 98 38 % seines Wertes (von 26,4 =
auf 42,4 Peso/$). Anschlie=DFend erholte sich der Peso wieder etwas (August=
 1999: 39,7 Peso/$). Das stand der Abwertung des Baht kaum nach.
</p><p>Abgezogen wurde vor allem Portfoliokapital. Die Banken l=F6sten deut=
lich weniger Verm=F6genswerte im Ausland auf, und es wurden deutlich mehr A=
nleihen im Ausland gekauft als verkauft (und zur=FCckgef=FChrt). Mit andere=
n Worten: Nicht nur Ausl=E4nder (Spekulanten!?), sondern auch einheimische =
Kapitalbesitzer f=FCrchteten eine Abwertung und verursachten diese.=20
</p><p>Die B=F6rse konnte von diesem Kapitalabzug und der allgemeinen Verun=
sicherung nicht unbeeindruckt bleiben. Auch an dieser B=F6rse - eine der kl=
einsten in der Region - sind Insidergesch=E4fte, illegale Manipulationen un=
d Betrug nicht unbekannt. =D6l ins Feuer der allgemeinen Krisenstimmung wur=
de gegossen, als eine bekannte Zeitungskolumnistin ihren B=F6rsenmakler bes=
chuldigte, sie um 7 Mill. Peso betrogen zu haben. Die B=F6rse brauchte acht=
 Monate um die Anschuldigungen zu untersuchen - und die Beschuldigten reinz=
uwaschen. Damit ging auch diese Aff=E4re nicht anders aus als andere zuvor.=
 Keine Untersuchung der B=F6rse in Richtung Insidergesch=E4fte bzw. B=F6rse=
nmanipulationen hatte bisher ein Ergebnis gebracht. In der interessierten =
=D6ffentlichkeit best=E4rkte dieser Vorfall nur die Auffassung, da=DF die k=
leinen privaten Anleger gegen=FCber den gro=DFen Investoren von den Maklern=
 und dem B=F6rsenestablishment benachteiligt werden. Die Securities und Exc=
hange Commission ordnete nun aber an, da=DF Makler und H=E4ndler nicht mehr=
 ihre eigenen Depots verwalten d=FCrften, um nicht in Versuchung zu geraten=
, sich an den Anlagen ihrer Klienten zu vergreifen und diese auf die eigene=
n Konten zu transferieren. Auch von dieser Vorschrift wird man in der Praxi=
s kaum viel erwarten k=F6nnen. Die B=F6rsennotierungen st=FCrzten in diesem=
 verunsicherten Umfeld dramatisch ab. Von Juni - November 1997 gaben sie um=
 37 % nach, um, nach einer leichten Zwischenerholung, im August 1998 mit 11=
92 Punkten (- 58 % gegen=FCber Juni 1997 und - 65 % gegen=FCber dem Allzeit=
hoch im Januar 1997) ihren Tiefpunkt zu finden. Bis gegen Ende 1998 erholte=
 sie sich dann wieder auf knapp 2000 Punkte, um 1999 um 2200 Punkte (- 35 %=
 gegen=FCber Januar 97) zu pendeln.
<a name=3D"E283E4"></a>
   <br><br></p><h2><b>Krisenmanagement und Verlauf der Krise</b></h2>
<p>Der j=E4he Absturz der W=E4hrung mu=DFte auch in den Philippinen die Au=
=DFenw=E4hrungsschuldner, die ihre Verbindlichkeiten nicht abgesichert hatt=
en, auf dem falschen Fu=DF erwischen. Gerade in den beiden letzten Jahren h=
atten Privatunternehmen und Gesch=E4ftsbanken ihre Dollar-Verschuldung ausg=
eweitet. Diese war dennoch immer noch deutlich geringer als in Thailand. <b=
>Die W=E4hrungskrise hatte daher in den Philippinen deutlich geringere real=
wirtschaftliche Konsequenzen. Unerheblich waren diese dennoch nicht. </b>
</p><p>Auch die Philippinen suchten - wie Thailand, S=FCd-Korea und Indones=
ien  - die Unterst=FCtzung des IWF. Der Fonds mu=DFte jedoch nicht, wie in =
den anderen F=E4llen, erst ins Land geholt werden. Er war schon da - seit 3=
5 Jahren. 24 Programme, darunter drei Strukturanpassungsprogramme, waren in=
 dieser Zeit durchgef=FChrt worden. Das bislang vorletzte Programm (=84Exte=
nded Fund Facility"), im Juni 1994 f=FCr drei Jahre vereinbart, hatte eigen=
tlich das letzte sein sollen. In ihm wurde im wesentlichen die Liberalisier=
ungs-, Privatisierungs- und Steuerreformpolitik vereinbart, f=FCr die der I=
WF 650 Mill. $ bereitstellte. Im Juni 1997 sollte es auslaufen. Die Krise e=
rzwang eine Verl=E4ngerung bis zum M=E4rz 1998. Zuvor war ein weiteres =84V=
orbeugendes Stand By Agreement" im Februar 1998 mit dem Fonds ausgehandelt =
worden mit einer zun=E4chst zweij=E4hrigen Laufzeit. Der Fonds er=F6ffnete =
den Philippinen eine Kreditlinie =FCber 1,6 Mrd. $. Damit versuchte Ramos g=
ewi=DF auch, seinen Nachfolger auf sein (IWF-)Reformprogramm festzulegen. E=
s zeichnete sich damals schon ab, da=DF ihm wohl kaum sein Wunschkandidat (=
de Venezia), sondern Estrada nachfolgen w=FCrde.
</p><p>Die Vereinbarung auf ein IWF-Programm bedeutet, da=DF die Regierung =
sich in einen Diskussionszusammenhang mit diesem internationalen Akteur =FC=
ber ihre Wirtschaftspolitik begibt. Wirtschaftliche Eckdaten und Prognosen =
werden abgesprochen, wirtschaftliche Ziele und die notwendigen Umsetzungssc=
hritte werden verhandelt. Das Ergebnis findet seinen Niederschlag in Selbst=
verpflichtungen der Regierung, die sich dann periodischen (Quartals-)Evalui=
erungen und Bewertungen, m=F6glicherweise auch kritischen Nachfragen und Be=
urteilungen durch den Fonds ausgesetzt sieht.
</p><p>Gegnern des Fonds, von denen es unter den Linken und den Renten-Kapi=
talisten auch in den Philippinen nicht wenige gibt, pa=DFt die ganze Richtu=
ng nicht. Sie suchen die nationalistische Karte zu spielen und sprechen von=
 einem =84Diktat" des Fonds. Davon kann in der Regel keine Rede sein. Die U=
msetzung des Programms obliegt der Regierung. Sie hat viele M=F6glichkeiten=
, beschlossenen Programme zu verw=E4ssern oder dilatorisch umzusetzen, wenn=
 sie das will. Der Fonds kann sich zur=FCckziehen oder mit dem R=FCckzug dr=
ohen, wird dies jedoch nur im =E4u=DFersten Fall wirklich tun. Vielfach ist=
 die Regierung auch einfach nicht in der Lage, Reformen zielgerecht und eff=
izient umzusetzen. Der b=FCrokratische Apparat ist por=F6s und nur beschr=
=E4nkt handlungsf=E4hig. Etablierte Interessen k=F6nnen nicht einfach ignor=
iert werden. In einem demokratischen Land mit Gewaltenteilung bedarf es der=
 Mitwirkung des Kongresses bei der Verabschiedung von Reformgesetzen, deren=
 sich die Regierung nicht sicher sein kann. Tats=E4chlich ist der IWF daher=
 nur <i>ein</i> wichtiger Akteur, der die Reformfraktion in dem betreffende=
n Land st=E4rken kann. Fehlt diese, hat er kaum Chancen, etwas wirklich bew=
egen zu k=F6nnen. Kann der zentrale Akteur in personalistischen politischen=
 Systemen - der Pr=E4sident - der Reformfraktion nicht zugerechnet werden (=
wie etwa im Fall von Ferdinand Marcos), sind die tats=E4chlichen Gestaltung=
sm=F6glichkeiten gleichfalls sehr begrenzt. Am besten sind die Aussichten, =
wenn der Pr=E4sident sich selbst als Reformer versteht. Mit Pr=E4sident Ram=
os war das der Fall. Die Ergebnisse waren deshalb beachtlich.=20
</p><p>F=FCr die philippinische Regierung unter Ramos und dann auch unter E=
strada stand eine Regulierung und =84Schlie=DFung" der Leistungs- und Kapit=
albilanz in der Krise bzw. als Konsequenz der Krise nicht zur Debatte, wie =
sie etwa 1998 in Malaysia erfolgte. Man versuchte dennoch, den Peso zu vert=
eidigen, zun=E4chst durch direkte K=E4ufe auf dem Devisenmarkt, dann durch =
Anhebung der Zinsen, Erh=F6hung der Mindestreservequoten der Gesch=E4ftsban=
ken, Limitierung der Auslandsverm=F6genswerte der Banken.=20
</p><p>Die Ramos-Regierung wollte zudem ihren ausgeglichenen Haushalt halte=
n. Sie k=FCndigte eine Ausgabenk=FCrzung von 25 % an. Im Sommer 1998 waren =
faktisch 38 % des Haushalts (ohne Lohn- und Gehaltsbudgets) eingefroren. Sc=
hlie=DFlich bezahlte die Regierung einfach ihre Rechnungen f=FCr erbrachte =
Leistungen nicht mehr, um ihre Bilanz zu sch=F6nen. Bis Ende 1997 lie=DF ma=
n die Au=DFenst=E4nde auf 129,3 Mrd. Peso - bei Gesamtausgaben von 470,2 Mr=
d. Peso - auflaufen. Im Juni 1998 waren es immer noch 108,5 Mrd. Peso, im M=
=E4rz 1999 68 Mrd. Peso. Damit gelang 1997 noch ein optisch ausgeglichenes =
Budget - auf Kosten der Lieferanten und Vertragspartner. Die Estrada-Regier=
ung akzeptierte ein moderates Budgetdefizit von 50 Mrd. Peso (1,8 % des BSP=
) und (angesetzt) 68,4 Mrd. Peso f=FCr 1999. Ein guter Teil davon mu=DFte a=
llein schon f=FCr die steigenden Zinszahlungen (+ 22 Mrd. Peso, 1998) aufge=
wendet werden. <b>Die Zinserh=F6hungen und die Haushaltsdisziplin (auf der =
Ausgabenseite) hatten den Zweck, die importierte Inflation zu begrenzen, da=
s internationale Vertrauen in die Stabilit=E4t (wieder) herzustellen, Kapit=
alabfl=FCsse zu demotivieren und Zufl=FCsse zu inspirieren, auch um den Pes=
o zu stabilisieren.</b>=20
</p><p>Diese Politik der Verteidigung des Peso blieb nicht ohne Widerspruch=
. F=FCnf Professoren der angesehenen School of Economics der University of =
the Philippines - zwei sollten sp=E4ter als Budget- bzw. als Planungsminist=
er in die Estrada-Regierung eintreten - erkl=E4rten diese Politik schon im =
August 1997 in einem gemeinsamen Memorandum vor dem Wirtschaftsausschu=DF d=
es Repr=E4sentantenhauses f=FCr unsinnig und kontraproduktiv: Das eigentlic=
he Problem der Philippinen und Ursache dieser Krise - die schwindende Wettb=
ewerbsf=E4higkeit - werde durch die bisher stabilen und =FCberbewerteten We=
chselkurse nur noch versch=E4rft. Sie begr=FC=DFten daher ausdr=FCcklich di=
e Abwertung (damals allerdings erst 11 %). Diese h=E4tte, ihrer Ansicht nac=
h, schon viel fr=FCher durch die Bangko Sentral eingeleitet werden m=FCssen=
, da der =FCberbewertete Peso zu einem der wichtigsten Hindernisse f=FCr di=
e Fortsetzung des Wachstumskurses geworden war. Der Kurs des Peso k=F6nne n=
icht nur durch die Bedingungen der nationalen =D6konomie bestimmt werden. D=
ie internationale Wettbewerbsf=E4higkeit habe eine relative Dimension und d=
aher m=FCsse der Wechselkurs des Peso auch im Verh=E4ltnis zur Abwertung de=
r W=E4hrungen der anderen wichtigen Mitbewerber in der Region gesehen werde=
n.=20
</p><p>Der Peso wertete gegen=FCber dem Dollar bis August/September 1998 um=
 40 % ab (auf 43,7 P/$), um sich dann wieder leicht zu erholen (Februar 199=
9: 38,7 P/$, - 32 %). Gegen=FCber den W=E4hrungen der anderen gro=DFen M=E4=
rkte in Japan, Europa oder Hongkong lag die Abwertung gleichfalls in dieser=
 Gr=F6=DFenordnung. Auch gegen=FCber den W=E4hrungen der Konkurrenten Taiwa=
n (- 21 %), Singapur (- 19 %) und S=FCd-Korea (- 10 %) wurde der Peso abgew=
ertet, wenn auch schw=E4cher. Diese Schwellenl=E4nder spielen aber eigentli=
ch schon in einer anderen Liga. Wichtiger ist der W=E4hrungskurs gegen=FCbe=
r dem thail=E4ndischen Baht und dem malaysischen Ringgit sowie der indonesi=
schen Rupiah. Der Peso wertete gegen=FCber den beiden erstgenannten leicht =
(+ 3 %) und stark gegen=FCber der Rupiah (+ 124 %) auf. <b>Im Saldo konnten=
 also die Philippinen ihre schlechte Wettbewerbsposition durch die Abwertun=
g kaum verbessern.</b>
</p><p>Die UP-=D6konomen wiesen auch daraufhin, da=DF eine steigende Inflat=
ion m=F6gliche Wettbewerbsverbesserungen durch die W=E4hrungsabwertung kont=
erkarieren k=F6nne. Der damit meist verbundene Verfall der Realeinkommen k=
=F6nne zu versch=E4rften sozialen Konflikten f=FChren. Sie pl=E4dierten nic=
ht zuletzt deshalb f=FCr eine Niedrigzinspolitik, die gleichzeitig die uner=
w=FCnschten volatilen Portfoliozufl=FCsse demotivieren w=FCrde.=20
</p><p>Tats=E4chlich versuchte die Regierung, wann immer m=F6glich, es zu v=
ermeiden, ihr Defizit auf dem Peso-Markt zu decken. Sie vermochte mehrere g=
ro=DFe Anleihen auf dem Weltmarkt zu plazieren bzw. Kredite auf dem einheim=
ischen Devisenmarkt aufzunehmen. Es blieb zun=E4chst jedoch bei einer Hochz=
inspolitik. Brachte die Abwertung des Peso die Dollar-Schuldner, die ihre V=
erbindlichkeiten nicht abgesichert hatten, in Bedr=E4ngnis, so belastete di=
e Anhebung der Peso-Sollzinsen die gesamte kreditnehmende Wirtschaft.
</p><p><b>Die hohen Zinsen waren allerdings nicht nur Konsequenz der Zentra=
lbankpolitik. Sie waren auch Ausdruck der Vorsorgepolitik des oligopolistis=
chen Banksystems. Dies wird auch deutlich durch die wachsende Zinsdifferenz=
 zwischen den Haben- und den Sollzinsen.</b> Diese Differenz, in den Philip=
pinen schon immer deutlich h=F6her als in den =FCbrigen s=FCdostasiatischen=
 Staaten, war vor der Krise etwas abgebaut worden (auf 3,3 % 1996). 1997 kl=
etterte die Differenz auf 5 % und im ersten Quartal 1998 auf 7,7 %.
</p><p>Gleichzeitig erlebten die preisbereinigten Sollzinsen 1996/97 fast e=
ine Verdoppelung und lagen im ersten Quartal 1998 bei immerhin stolzen 12,5=
 %. Diese niedrigen Haben- und hohen Sollzinsen f=FChrten zu Unruhen und Pr=
otesten der mittelst=E4ndischen Wirtschaft in den Provinzen, die durch die =
=F6rtlichen Handelskammern organisiert wurden. Die Entr=FCstung war in Mind=
anao am gr=F6=DFten. In Midsaysap, Nord-Cotabatu, schlossen die Gesch=E4fts=
leute ihre Unternehmen zeitweise aus Protest. Eine Zeitung berichtete, da=
=DF =84tausende von kleinen Gesch=E4ftsleuten, Bauern, Arbeitern und Markth=
=E4ndlern begannen, ihre Bankkonten aufzul=F6sen". Auf Druck der Bangko Sen=
tral vereinbarte die Bankers=91 Association of the Philippines, die Zinsen =
zu senken bzw. mit einem Aufschlag an die Zinsen der Staatspapiere zu koppe=
ln. Tats=E4chlich wurde im Januar 1998 der Zinsgipfel erreicht, Staatspapie=
re lagen bei 20,5 % und die Sollzinsen der Banken bei 21,1%. Bis zum Februa=
r 1999 sanken die Nominalzinsen der Schatzbriefe wieder auf 13 %, die Sollz=
insen (bis Januar 1999) auf 14,9 %. Bereinigt man die Sollzinsen um die Pre=
issteigerungsrate, so sanken sie real auf 3,6 % im vierten Quartal 1998 (1.=
 Quartal 1998: 12,5 %, 1996: 5,7 %) und liegen damit deutlich niedriger als=
 vor der Krise.
</p><p>Damit war das Kredit- und Liquidit=E4tsproblem der Unternehmen aller=
dings nicht gel=F6st. <b>Die Banken sind nun extrem vorsichtig und z=F6gerl=
ich bei der Kreditvergabe. Es fehlt ihnen an =84guten Kunden", riskante Kre=
dite werden nicht mehr vergeben. Damit brach der Bankkredit faktisch zusamm=
en und trug erheblich zu den wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Unternehm=
en bei. Es trifft insbesondere die mittleren und kleinen Unternehmen, die s=
ich nicht wie die Gro=DFkunden auf dem einheimischen Devisenkreditmarkt, wo=
 die Zinsen unreguliert blieben, refinanzieren k=F6nnen.</b>
</p><p>Alle diese Faktoren trugen dazu bei, da=DF eine wachsende Zahl von B=
ankschuldnern ihre Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen k=F6nnen. Der Ante=
il der Problemkredite an allen Ausleihungen nahm sprunghaft von nur 3,5 % (=
1996) auf 5,4 % (1997), 11,0 % (1998) und 14,5 % (April/Mai 1999) zu. Die =
=DCbernahme von Sicherheiten (Immobilien und andere Verm=F6genswerte) stieg=
 gleichfalls an: von 13 Mrd. Peso (4. Quartal 96) auf 19,26 Mrd. Peso (4. Q=
uartal 97) und schlie=DFlich sogar 46,58 Mrd. Peso (4. Quartal 98). Bezogen=
 auf die gesamte Kreditsumme w=E4ren dies 0,9 %, 1,1 % bzw. 2,8 %, die in d=
ieser H=F6he kaum von  den Banken einmal wieder monetarisiert werden k=F6nn=
en. <b>Damit d=FCrften die Problemkredite, bezogen auf das BSP, inzwischen =
eine =E4hnliche Bedeutung gewonnen haben wie in der gro=DFen Krise Mitte de=
r 80er Jahre.</b>
</p><p><b>Von einer Krise des Bankensystems kann heute allerdings nicht die=
 Rede sein.</b> Die Philippinen unterscheiden sich hiermit deutlich von Tha=
iland und Indonesien. Die Kreditausf=E4lle, die von der Bangko Sentral vero=
rdnete deutliche Anhebung der Mindestreserven, schlie=DFlich der R=FCckgang=
 des Bankgesch=E4ftes, f=FChrte bei den meisten Banken zu einem Einbruch de=
r Gewinne, meist jedoch nicht zu Verlusten. Der Gewinneinbruch reichte von =
moderaten - 5 % bei der gut gef=FChrten Equitable Banking Corp. (auf 2 Mrd.=
 Peso) und - 10,4 % bei der gr=F6=DFten Bank im Lande, der Metropolitan Ban=
k and Trust Corp. (auf 4,7 Mrd. Peso), bis zu einem Gewinneinbruch von =FCb=
er 40 % bei der Philippine Commercial International Bank (auf 2,16 Mrd. Pes=
o). Lediglich die einst gr=F6=DFte und inzwischen privatisierte Philippine =
National Bank sackte unter den gro=DFen Banken in die Verlustzone (- 5,15 M=
rd. Peso). <b>Insgesamt nahm die Profitabilit=E4t der Banken (return-on-equ=
ity) deutlich von 16,3 % (1996) auf 12,4 % (1997) und 6,6 % im Dezember 199=
8 ab. Sie blieb aber positiv.</b>
</p><p><b>Eine Untersuchung der Bank of America plazierte die philippinisch=
en Banken in eine =84mittlere Risikokategorie". Unter den untersuchten asia=
tischen L=E4ndern (es fehlen Singapur, Taiwan, Japan) folgen die philippini=
schen Banken mit einigem Abstand den Banken Hongkongs. Sie liegen aber noch=
 vor den Banken Malaysias, Indiens, der VR Chinas und S=FCd-Koreas sowie (a=
bgeschlagen) den thail=E4ndischen und indonesischen Banken. Im regionalen V=
ergleich schnitten sie relativ gut ab in der Frage der Liquidit=E4t und der=
 Verm=F6gensqualit=E4t, deutlich schlechter in Fragen der Profitabilit=E4t,=
 Verwundbarkeit gegen=FCber =E4u=DFeren Einfl=FCssen, Verkn=FCpfung mit dem=
 Weltmarkt und Zugang zu Kapital.</b>
</p><p>Dennoch, es gab auch Verluste. Drei kleinere Banken kamen in Schwier=
igkeiten, wohl auch aufgrund von Krediten an Inhaber, Manager und deren Ver=
wandte. Ein massiver Einlagenabzug der Sparer f=FChrte zur Intervention der=
 Bangko Sentral, die mit insgesamt 8,7 Mrd. Peso aushalf, um ein =DCbergrei=
fen der Vertrauenskrise auf das gesamte Finanzsystem zu verhindern. <b>Eine=
n Anreiz zur Umstrukturierung des Bankensystems gab die Krise bisher nicht,=
 obwohl man von der Notwendigkeit der Schaffung gr=F6=DFerer Banken in Gesc=
h=E4ftskreisen allgemein =FCberzeugt ist.</b>=20
</p><p>Eine wichtige Fusion ist zu verzeichnen, sie hat allerdings nichts m=
it der Asienkrise zu tun, sondern wirft ein Schlaglicht auf die Unternehmen=
skultur des Landes: Die beiden Hauptaktion=E4re der Philippine Commercial I=
nternational Bank (PCIB), die Gesch=E4ftsmagnaten John Gokongwei und Eugeni=
o Lopez, kamen nicht mehr miteinander aus und entschlossen sich, ihre Bank =
zu auktionieren und Kasse zu machen. Als erfolgreicher Bieter setzte sich d=
ie kleinere Equitable Bank durch, die durch diese Fusion zur zweitgr=F6=DFt=
en Bank aufstieg. Eine Initialz=FCndung f=FCr weitere Zusammenschl=FCsse wa=
r dies bisher nicht. Lediglich zwischen zwei mittelgro=DFen Banken (Asian B=
ank, Philippine Bank of Communications) kam es bisher noch zu Fusionsgespr=
=E4chen.=20
</p><p>Der bisherige Pr=E4sident der auktionierten PCIB, Rafael Buenaventur=
a, wurde im Juni 1999 Gouverneur der Bangko Sentral. Er gilt als einer der =
f=E4higsten und innovativsten Bankiers im Lande und ist zuf=E4llig auch ein=
 Studienkollege Pr=E4sident Estradas im Ateneo de Manila in den 50er Jahren=
. Er wird m=F6glicherweise mit noch mehr Kompetenzen f=FCr seine Aufsichtsr=
echte bei der Kreditvergabe der Banken ausgestattet sein als seine Vorg=E4n=
ger. Im Senat wurde 1999 eine Bankennovelle eingebracht, durch die man die =
Aufsichtsrechte der Bangko Sentral  weiter zu st=E4rken versucht und die ei=
ne bisher nicht m=F6gliche vollst=E4ndige =DCbernahme philippinischer Banke=
n durch Ausl=E4nder, allerdings nur bis maximal 30 % aller Bankanlagen im L=
ande, erm=F6glichen soll. Man wird abwarten m=FCssen, ob der Gesetzentwurf =
in dieser Form den Kongre=DF passiert und ob er dann reale Bedeutung erlang=
t.
<a name=3D"E283E5"></a>

   <br><br></p><h2><b>Zahlungsbilanz und Realwirtschaft in der Krise</b></h=
2>
<p><b>Welche Konsequenzen hat die Krise f=FCr die Realwirtschaft?</b> Die K=
apitalzufl=FCsse nahmen von 1996 (+ 11 Mrd. $) auf 1997 (+ 6,4 Mrd. $) und =
1998 (fast 1 Mrd. $) dramatisch ab. Verantwortlich war, wie zu erwarten, da=
s Portfoliokapital, das aber nur 1997 einen Nettoabflu=DF verzeichnete, sow=
ie der Anleihehandel, wo ein wachsendes Defizit zu Buche schl=E4gt, und das=
 kurzfristige Kapital. Schlie=DFlich notiert die Statistik eine Ver=E4nderu=
ng der nicht-monet=E4ren Verm=F6genswerte der Banken, die von einer hohen Z=
ufuhr in einen Nettoabflu=DF (1998) m=FCndeten. <b>Wichtig ist jedoch, da=
=DF die ausl=E4ndischen Direktinvestitionen und insbesondere die tats=E4chl=
ichen Neuzufl=FCsse 1996 und 1997 bei einem f=FCr die Philippinen erfreulic=
hen Niveau von ca. 1 Mrd. $ verharrten und schon 1998 auf 1,6 Mrd. $ erhebl=
ich gesteigert werden konnten.</b>
</p><p>Bisher mu=DFten die Kapitalzufl=FCsse das hohe Leistungsbilanzdefizi=
t, das tats=E4chlich ein Handelsbilanzdefizit war, finanzieren. Das war in =
der Krise nicht mehr notwendig. Das Leistungsbilanzdefizit wurde 1997 noch =
einmal ausgeweitet (1996: ca. - 4 Mrd. $; 1997: - 4,3 Mrd. $), verzeichnet =
1998 jedoch erstmals einen Nettozuflu=DF (+ 1,3 Mrd. $). Das war im wesentl=
ichen ein Resultat der ausgeglichenen Handelsbilanz, die - wie in den ander=
en Krisenl=E4ndern - durch eine Abschw=E4chung der Importe und - anders als=
 in den Nachbarl=E4ndern - durch eine dramatische Steigerung der Exporte er=
m=F6glicht wurde. <b>Die Exporte nahmen von 1996 - 1998 um nicht weniger al=
s 44 % zu. Von einem Exportboom, der R=FCckschl=FCsse auf die positiv stimu=
lierende Abwertung bzw. auf den Zustand der Gesamt=F6konomie zulie=DFe, kan=
n gleichwohl nicht gesprochen werden. Die Exporte werden allein vom Elektro=
nik- und dem Maschinen- und Transportsektor getragen, die ihre Expansion de=
r vergangenen Jahre noch nicht abgeschlossen haben.</b> Diese beiden Sektor=
en haben ihren Ausfuhrwert allein 1996 - 1998 um 81 % gesteigert. Sie erwir=
tschaften inzwischen fast 70 % (1998, 1996: 55 %, 1992: 31 %) aller Exporte=
innahmen. Der Boom der beiden Branchen wurde m=F6glich durch den Ausbau der=
 Exportzonen, in denen sich transnationale Konzerne ansiedelten, die hier T=
eile ihrer international gestreuten Fertigungsketten produzieren, deren Imp=
ortbedarf entsprechend hoch und deren Verkn=FCpfung mit der nationalen =D6k=
onomie eher gering ist. Trotz dieser Defizite handelt es sich um eine alles=
 in allem immer noch erfreuliche Entwicklung, da die Boomsektoren nicht die=
 anderen Exporte behindern oder verdr=E4ngen.=20
</p><p>Deren Bild sieht f=FCr sich betrachtet tr=FCbe aus: <b>Die Bekleidun=
gsexportindustrie stagniert. Alle =FCbrigen Industriewarenexporte brachen 1=
998 um 11 % ein. Die Agrarg=FCter- und Rohstoffexporte stagnieren, machen a=
llenfalls die Preisfluktuationen auf dem Weltmarkt mit. Ein Teil der defizi=
t=E4ren Handelsbilanz wurde bisher durch einen positiven Saldo der Dienstle=
istungen ausgeglichen.</b> Der wichtigste Aktivposten sind die =DCberweisun=
gen der Gastarbeiter, Seeleute und Auswanderer in die Heimat, die allerding=
s nur zu etwas weniger als 2/3 daf=FCr sich der Banken bedienen. Diese Fili=
pinos im Ausland und deren Familien in der Heimat sind nur zum Teil Gewinne=
r der Pesoabwertung. Die Gastarbeiter im asiatischen Raum (1992: 26 %, 1997=
: 42 % aller Neuvermittlungen) wurden durch die Krise in ihren Gastl=E4nder=
n gleichfalls durch Entlassungen bzw. durch Verschlechterung der Arbeitsbed=
ingungen bedroht. Die amtlich registrierten =DCberweisungen brachen 1996/98=
 um -25 % aus Asien, aus Europa sogar um - 44 % ein. Diese Einbr=FCche jedo=
ch wurden mehr als aufgewogen durch die stark angehobenen =DCberweisungen d=
er nach Nordamerika ausgewanderten Filipinos (+ 55 %), deren Anteil an den =
Gesamt=FCberweisungen sich damit von 60 % (1996) auf 81 % (1998) erh=F6hte.=
 <b>Insgesamt wurden in der Krise, wie in den Jahren zuvor, die amtlich reg=
istrierten Dollar=FCberweisungen gesteigert. Sie trugen damit erheblich zur=
 au=DFenwirtschaftlichen und sozialen Stabilisierung bei.</b>
</p><p>Es =FCberrascht nicht, da=DF die Leistungsbilanz der Philippinen dur=
ch einen betr=E4chtlichen Abflu=DF an Zinsen und Gewinnen belastet wird. Be=
merkenswert ist jedoch, da=DF der Abflu=DF durch einen wachsenden Zuflu=DF =
an Zinsen und Investitionseinnahmen z.T. ausgeglichen wird (1995: zu 43 %, =
1996 und 1997 zu 66 %, 1998 zu 53 %).
</p><p>Die Philippinen versuchen seit den 70er Jahren, eine Tourismusindust=
rie aufzubauen. Man war dabei weniger erfolgreich als einige Nachbarl=E4nde=
r. Dennoch wurde in der Krise kein Einbruch, 1997 sogar eine absolute Spitz=
e erlebt, die jedoch 1998 nicht wiederholt werden konnte. Bemerkenswert ist=
 jedoch, da=DF auch Filipinos zunehmend ins Ausland reisen und diese Reisel=
ust und dieses Reiseverm=F6gen in der Krise nicht gez=FCgelt wurde. 1998 =
=FCbertrafen erstmals die Reisekosten deutlich die Reiseeinnahmen.
</p><p><b>In der Realwirtschaft kam die Krise quasi erst 1998 an.</b> Nachd=
em die Investitionen in den beiden Jahren zuvor noch zweistellig gewachsen =
waren (+ 12,5 bzw. + 11,7 %), brachen sie 1998 zweistellig (- 17,1 %) ein. =
Es kontraktierten vor allem die Anlageinvestitionen in Maschinen (- 18,4 %)=
 und die privaten Bauinvestitionen (- 10,1 %, 1997 noch + 11 %). Die =F6ffe=
ntlichen Bauinvestitionen erlebten ein abgeschw=E4chtes Wachstum (+ 6,4 %, =
1997: 20,9 %).
</p><p>Der Bausektor - nach einem zweistelligen Wachstum in den beiden Jahr=
en zuvor - brach nun um - 8,1 % (1998) ein. Die von der staatlichen Regulie=
rungsbeh=F6rde vergebenen Lizenzen f=FCr Wohnungsbauprojekte und f=FCr Wohn=
einheiten - bis 1997 noch in einem kontinuierlichen Anstieg - gingen 1998 u=
m 19 % bzw. 43 % zur=FCck. Die B=FCro- und Wohnungsmieten in Metro Manila s=
anken 1998 um 20 - 25 %, 1999 vermutlich um weitere 10 - 20 %, die Immobili=
enpreise jeweils noch etwas mehr. Der R=FCckgang in der verarbeitenden Indu=
strie war hingegen deutlich geringer (1998: - 1,1 %). Seit 1995 flachten hi=
er die Zuw=E4chse allerdings schon ab (1997: + 4,2 %). Der dramatischste Ei=
nbruch war jedoch in der Landwirtschaft zu verzeichnen. Er hat allerdings n=
ichts mit der =84Asienkrise" zu tun: El Ni=F1o mit einer au=DFergew=F6hnlic=
hen D=FCrre hatte zugeschlagen. 1998 sank die Produktion von Reis um - 24,1=
 % und die von Mais um - 11,7 %. =C4hnliche Verluste erlebten die Export- u=
nd Industriefr=FCchte. Der gesamte Agrarsektor ging 1998 um - 6,6 % zur=FCc=
k (1997: + 2,9 %). Unter diesen Bedingungen war auch im Dienstleistungssekt=
or nur ein abgeschw=E4chtes Wachstum (1996-98: 6,4 %, 5,5 % und 3,5 %) m=F6=
glich. Die Wirtschaft insgesamt erlebte eine im regionalen Vergleich eher w=
eiche Landung. Nach einem Wachstum von noch 5,17 % (1997), reduzierte sich =
das BIP um - 0,5 % (1998), das Wachstum des BSP, aufgrund der Faktoreinkomm=
en aus dem Ausland, blieb sogar minimal positiv (1998: + 0,07 %).
</p><p>Schon im ersten Halbjahr 1999 begann die Wirtschaft sich wieder zu e=
rholen (BIP um + 2,4 %), man k=F6nnte sagen, mit des Wettergottes Hilfe. De=
n wesentlichen Beitrag leistete die Landwirtschaft, da es wieder geregnet h=
atte.=20
<a name=3D"E283E6"></a>

   <br><br></p><h2><b>Die soziale Dimension der Krise</b></h2>
<p><b>Eines der Hauptprobleme der Philippinen ist die Besch=E4ftigungsfrage=
.</b> Die hohe Arbeitslosigkeit und Unterbesch=E4ftigung sind angesichts de=
s hohen Bev=F6lkerungswachstums, des geringen Besch=E4ftigungsbeitrags der =
(binnenorientierten) Industrien und der geringen Wachstumsdynamik kaum zu =
=FCberwinden. Ein Ventil bieten die Auswanderung sowie die Arbeitsmigration=
 ins Ausland. 1996 konnten 660.000, 1997 und 1998 jeweils ca. 750.000 als G=
astarbeiter und Seeleute amtlich registriert vermittelt werden. Das waren e=
twa 40 % aller im Ausland t=E4tigen Gastarbeiter. Ihre Gesamtzahl (inklusiv=
e der Auswanderer) d=FCrfte bei 4-5 Millionen liegen (ca. 15 % der Besch=E4=
ftigten im Lande). Sie leisten einen wichtigen und in der Krise zunehmenden=
 Beitrag zur Stabilisierung der Einkommen. Eine Untersuchung mit den Daten =
f=FCr 1991 ergab, da=DF 16,6 % der Haushalte immerhin 31 % ihres Einkommens=
 aus dem Ausland bezogen. Das Einkommen der Migrantenhaushalte lag damit im=
 Durchschnitt um 75 % =FCber dem der anderen Haushalte. Diese Verh=E4ltniss=
e d=FCrften sich in der Krise noch weiter zugunsten der Migrantenhaushalte =
verschoben haben.
</p><p>Im Juli 1997 wies die Arbeitsmarktstatistik eine arbeitswillige Bev=
=F6lkerung von 30,1 Mill. auf. Unter dieser waren 2,6 Mill. arbeitslos (8,7=
 %), 6,3 Mill. unterbesch=E4ftigt (23,1 %). Die Statistik des Arbeitsminist=
eriums weist aus, da=DF 1998 3.072 Betriebe mit 155.198 Arbeitern schlie=DF=
en bzw. zur Kurzarbeit =FCbergehen mu=DFten. 1996 waren 80.701 und 1997 62.=
724 Arbeiter von diesem Schicksal betroffen. Von einem dramatischen Einbruc=
h im mittel- und gro=DFbetrieblichen Sektor k=FCnden diese Zahlen also nich=
t. Eine Untersuchung des Arbeitsministeriums der Betriebe, die im ersten Ha=
lbjahr 1998 schlossen bzw. Personal abbauten, ergab, da=DF nur 10 % die Pes=
oabwertung als Grund angaben. 35 % nannten Marktprobleme, 13 % die Notwendi=
gkeit der Betriebsreorganisation, 42 % andere wirtschaftliche Gr=FCnde. Bet=
roffen waren vor allem Arbeiter in gr=F6=DFeren Betrieben =FCber 100 Besch=
=E4ftigten (76 %) sowie in der Industrie (59 %). Insgesamt nahm die Besch=
=E4ftigung in den beiden Krisenjahren bis zum Juli 1999 um 4,7 % (auf 29 Mi=
ll.) zu. <b>Die Arbeitslosigkeit - hier sind betr=E4chtliche saisonale Schw=
ankungen zu verzeichnen - nahm bis Januar 1999 zu und seitdem wieder ab. Im=
 Juli 1998 wurde sie mit 8,9 % und im Juli 1999 mit 8,4 % ermittelt. Diese =
Zahlen sind unerfreulich. Die Steigerungsrate ist jedoch nicht dramatisch. =
Es spricht jedoch einiges daf=FCr, da=DF viele der Besch=E4ftigten in eher =
unproduktiveren T=E4tigkeiten ihr Auskommen finden m=FCssen.</b> Der Besch=
=E4ftigungszuwachs von ca. 1,2 Mill. Juli 1998/Juli 1999 wurde vor allem im=
 Agrar- und im Dienstleistungssektor (0,8 bzw. 0,4 Mill.) erzielt. Nur 28 %=
 bzw. (immerhin) 46 % wurden als Lohnempf=E4nger besch=E4ftigt. Im Sekund=
=E4ren Sektor konnte das verarbeitende Gewerbe gerade knapp die Verluste im=
 Bau, Bergbau und im Versorgungssektor ausgleichen (+ 13.000 Besch=E4ftigte=
). Insgesamt gingen hier per Saldo Lohnarbeitspl=E4tze verloren (- 77.000),=
 w=E4hrend die Zahl der Selbst=E4ndigen und der (unbezahlt) mitarbeitenden =
Familienangeh=F6rigen zunahm. Das sind keine Hinweise f=FCr eine produktive=
 Entspannung des Arbeitsmarktes.
</p><p><b>Der Wirtschaftsboom der Ramos-Jahre hat auch zu real h=F6heren Ei=
nkommen beigetragen (1991/97: 21 %), die jedoch ungleich verteilt wurden.</=
b> Der Einkommenszuwachs war in den St=E4dten (+ 27 %) h=F6her als auf dem =
Land (+ 13 %). Die Wohlhabenden profitierten =FCberproportional (reichste Z=
ehntel der Einkommenspyramide: + 27 %, seit 1988 + 42 %), die Armen unterpr=
oportional (unterstes Zehntel: + 10 %, seit 1988 + 6 %).
</p><p>Die amtliche Statistik weist auch eine Verminderung der <b>Armutsbev=
=F6lkerung</b> von 49,3 % (1985) auf 45,3 % (1991) und 37,5 % (1997) auf. D=
iese lineare Reduktion ist nicht ganz plausibel. Sie kam wohl auch durch di=
e Ver=E4nderung der Bemessungsgrundlage (1988) zustande. Die amtlich f=FCr =
=84arm" gehaltene Bev=F6lkerung hat absolut nicht abgenommen. Sie lag 1997 =
(27,2 Mill. Personen) niedriger als 1991, aber h=F6her als 1985 und 1988. D=
ie =84Armutsliste" wird durch einen Warenkorb an Nahrungsmitteln und einige=
 andere Grundbed=FCrfnisse definiert. Entsprechend den unterschiedlichen Pr=
eisen wird dieser regional sowie zwischen Stadt und Land differenziert. Im =
Landesdurchschnitt wurde dieses notwendige Mindesteinkommen 1997 mit 21,2 P=
eso p.c./Tag f=FCr Nahrungsmittel und 31,2 Peso f=FCr alle Grundbed=FCrfnis=
se angenommen (0,7 bzw. 1 $). Man kann nat=FCrlich dar=FCber streiten, ob d=
iese Einkommenslinien angemessen sind. Die private linke IBON-Denkfabrik h=
=E4lt 61,5 Peso p.c./Tag (1997) - jeweils bezogen auf eine sechsk=F6pfige F=
amilie - f=FCr w=FCnschenswerter. 1997 vermochten 77 % der Familien diese S=
chwelle nicht zu erreichen. Befragt man die Leute, ob sie sich f=FCr =84arm=
" halten, so bejahten dies 58 % im April 1997. Die Vorstellung der sich sel=
bst als =84arm" bezeichneten Befragten, wo sie die Armutslinie sehen w=FCrd=
en, liegt =FCbrigens nicht allzu sehr von den amtlichen Vorstellungen entfe=
rnt, die sie ja nicht kennen. Die Krise wird die Armut versch=E4rft haben. =
Im Fr=FChjahr 1998 hielten sich 65 % der Befragten f=FCr arm.=20
</p><p><b>Die angespannte Einkommenssituation breiter Schichten hat nicht z=
u einer Versch=E4rfung der sozialen Konflikte gef=FChrt</b>, die die Situat=
ion letztlich nur weiter kompliziert und f=FCr alle Beteiligten verschlimme=
rt h=E4tte. Viele betroffenen Gruppen, Kleinbauern, Kleinh=E4ndler, Tagel=
=F6hner, Hausangestellte usw., haben ohnehin kaum M=F6glichkeiten, sich org=
anisiert und kollektiv zu artikulieren. Gegen wen sollte sich ihr Protest u=
nd ihre Aktion richten? Dies w=E4re am ehesten von der organisierten Arbeit=
erschaft zu erwarten. <b>Die Gewerkschaften, organisatorisch tief gespalten=
, untereinander konkurrierend und z.T. miteinander verfeindet, sind nur in =
den gr=F6=DFeren und einigen mittleren Betrieben schwach vertreten.</b> Ihr=
e tats=E4chliche Mitgliedschaft d=FCrfte kaum bei den von ihnen angegebenen=
 und weithin akzeptierten 3,6 Millionen liegen (das w=E4ren 27 % aller Lohn=
empf=E4nger), sondern eher in der N=E4he der ca. 0,5 Mill. Arbeiter in ca. =
3.000 Betrieben (durchschnittlich 177 je Betrieb), in denen sie einen Tarif=
vertrag abschlie=DFen konnten (das w=E4ren gerade gut 4 % aller Lohnempf=E4=
nger). Abweichend von den sonst ver=F6ffentlichten Zahlen ergab eine Unters=
uchung in Betrieben ab 10 Besch=E4ftigten eine nahezu identische Zahl f=FCr=
 Gewerkschaftsmitglieder und Arbeiter mit Tarifvertr=E4gen: 0,68 Mill. Das =
sind 41 % der Besch=E4ftigten in den Export- und 18 % in den binnenorientie=
rten Unternehmen mit einer durchschnittlichen Betriebsgr=F6=DFe von 270 Arb=
eitern (Export) bzw. 65 (Binnen). Die angespannte Lage der Unternehmen, Ent=
lassungen, Kurzarbeit usw. d=FCrfte auch die Gewerkschaften weiter geschw=
=E4cht haben. Ihnen mu=DFte es in erster Linie auf Arbeitsplatzsicherung an=
kommen, wenn n=F6tig auch unter verschlechterten Bedingungen. Im Februar 19=
98 schlossen einige gro=DFe Gewerkschaftsb=FCnde mit dem Arbeitgeberverband=
 und der Handelskammer ein B=FCndnis, auf Streiks und Entlassungen zu verzi=
chten, das sp=E4ter (im November 1998) erneuert und im Januar 1999 erweiter=
t wurde. Tats=E4chlich nahmen Streiks (1998: 91 mit 35.000 Arbeitern, durch=
schnittlich 385 Arbeiter je Betrieb) gegen=FCber den Vorjahren nicht zu. Di=
e Lohnforderungen blieben 1998 und 1999 moderat, und sie blieben, wie die n=
ur schwach angehobenen Mindestl=F6hne, unter der Inflationsrate.
<a name=3D"E283E7"></a>

   <br><br></p><h2><b>Ausblick</b></h2>
<p><b>Erholungstendenzen f=FCr die Wirtschaft sind inzwischen sichtbar. 199=
9 wird ein moderat positives Wachstum bringen (vielleicht 2,4 %). F=FCr das=
 Jahr 2000 werden etwa 3 % prognostiziert.</b> Diese Annahmen liegen unter =
denen Chinas und Taiwans, die von der Krise nur am Rande betroffen waren, a=
ber auch unter denen von S=FCd-Korea, Singapur und wohl Malaysia. Man nimmt=
 ein =E4hnliches Wachstum im kommenden Jahr f=FCr Thailand, ein niedrigeres=
 f=FCr den Sonderfall Indonesien sowie f=FCr Hongkong an. <b>Obwohl die Kri=
se die Philippinen weniger hart traf als einige andere L=E4nder der Region,=
 traut man dem Land im Augenblick nicht zu, nun zu den anderen Wachstums=F6=
konomien aufschlie=DFen zu k=F6nnen</b>, die sich allerdings vermutlich auc=
h mit geringeren Zuw=E4chsen als in der Vergangenheit begn=FCgen werden m=
=FCssen .
</p><p>Der Abzug einiger transnationaler Konzerne aus dem Lande f=FChrte im=
 Fr=FChjahr 1999 zu einer lebhaften =F6ffentlichen Debatte =FCber die Wettb=
ewerbsf=E4higkeit des Standortes Philippinen. Ob die Motive der betreffende=
n Unternehmen richtig gesehen wurden oder es sich nur um mehr oder weniger =
=FCbliche Umstrukturierungen als Folge der regionalen Krise handelt, sei da=
hingestellt. Tats=E4chlich gab es noch mehr Neuzug=E4nge, obwohl die bei ve=
rschiedenen Regierungsbeh=F6rden angemeldeten Investitionsw=FCnsche 1998 um=
 34,5 % gegen=FCber dem Vorjahr einbrachen, ein Trend, der sich auch 1999 f=
ortsetzte (1. Quartal - 60 %). Die einheimischen Unternehmen erwiesen sich =
jedoch noch zur=FCckhaltender: Ihre Investitionsanmeldungen gingen 1998 um =
57,7 % und im 1. Quartal 1999 noch einmal um 42 % zur=FCck.
</p><p><b>Die Regierung Estrada folgt der Politik der Ramos-Administration =
und setzt weiter auf eine Liberalisierung und =D6ffnung des Landes f=FCr au=
sl=E4ndische Investitionen. Sie versucht, bisher geschlossene Bereiche zu =
=F6ffnen, den Einzelhandel, den Besitz von Land, Versorgungsunternehmen und=
 Medien, </b>wof=FCr eine Verfassungs=E4nderung notwendig w=E4re. Durch ein=
en allj=E4hrlich neu zu erstellenden Investment Priorities Plan und Steuera=
nreize versucht man, Investoren auf Anlagefelder aufmerksam zu machen und z=
ur Anlage zu motivieren.
</p><p>Man ist in dieser Hinsicht noch nicht sehr weit gekommen. Es handelt=
 sich letztlich auch um einen Nebenschauplatz. <b>Es sollte nicht die Anlag=
e von transnationalen Konzernen oder nationalen Unternehmen besonders gef=
=F6rdert und beg=FCnstigt werden, vielmehr m=FCssen die allgemeinen Anlageb=
edingungen verbessert werden, die effiziente und kostenbewu=DFte Investoren=
 veranlassen, zu investieren. Es ist dabei letztlich gleichg=FCltig, welche=
n Pa=DF diese besitzen.</b>
</p><p><b>Zu den heutigen Standortnachteilen werden immer wieder folgende B=
ereiche gerechnet:</b>
</p><ul>
<p></p><li> Ineffiziente und schwerf=E4llige, auch unberechenbare, da korru=
pte B=FCrokratie; Klientelwirtschaft bis in die h=F6chste Spitze des Staats=
apparates;
<p></p></li><li> Unberechenbarkeit und Ineffizienz des Rechtssystems, die J=
ustiz ist =84verrufen f=FCr ihre Unverst=E4ndlichkeit, Langatmigkeit, Unbes=
t=E4ndigkeit". Die Richter haben zudem selten ein Verst=E4ndnis f=FCr wirts=
chaftliche Zusammenh=E4nge.
<p></p></li><li> Die infrastrukturelle Ausstattung im Verkehrs- und Kommuni=
kationsbereich,; vor allem die Energie- und Wasserversorgung ist unzureiche=
nd und/oder zu teuer.
<p></p></li><li> Die Lohnkosten gelten als zu hoch, die Arbeitsbeziehungen =
als zu sehr reguliert und zu rigide.
</li></ul>
<p>Diese Probleme m=FCssen gewi=DF gel=F6st werden. <b>Eine zentrale Bedeut=
ung kommt dabei  der Steuerreform und der Effektivierung des Steuersystems =
zu. Eine effiziente und nicht-korrupte Staatsadministration ist zu Niedrigg=
eh=E4ltern nicht zu haben (auch wenn die Besoldungsfrage das Problem allein=
 nicht l=F6st). Selbst wenn sinnvollerweise Teile der Infrastruktur privati=
siert sind bzw. werden, bleibt ein gewaltiger =F6ffentlicher Investitionsbe=
darf sowohl in die materielle, wie auch die humane Infrastruktur (Bildung, =
Gesundheit). Das Problem der hohen Lohnkosten und der angeblich rigiden Arb=
eitsbeziehungen - die zum guten Teil doch nur auf dem Papier fixiert sind u=
nd faktisch meist unterlaufen werden - wird man jedoch kaum durch Absenkung=
 der L=F6hne, etwa durch Einfrieren der Nominall=F6hne, l=F6sen k=F6nnen. E=
s mu=DF die Arbeitsproduktivit=E4t gesteigert werden.</b> Dann verlieren di=
e L=F6hne an Gewicht und k=F6nnen von ihrem f=FCr die Arbeiter eigentlich s=
ehr niedrigen Niveau auch gesteigert werden. Erfolgt eine Produktivit=E4tss=
teigerung nicht nur punktuell, wird dies nicht mit einer Zunahme der Arbeit=
slosigkeit und Unterbesch=E4ftigung verbunden sein, die allerdings kaum zu =
=FCberwinden sein wird, wenn es nicht gelingt, die Geburtenrate zu senken.
</p><p>Das Paradox (relativ) hoher Lohnkosten trotz der =84Hungerl=F6hne" f=
=FCr die Arbeiter weist auf ein anderes Problem hin, das der L=F6sung harrt=
: die hohen Lebenshaltungskosten, und das sind in erster Linie f=FCr die ar=
me Bev=F6lkerung die Ausgaben f=FCr Nahrungsmittel (50-70 % der Budgets). S=
ie sind auch Ausdruck der ineffizienten Landwirtschaft, deren Modernisierun=
g seit Jahrzehnten gefordert und auch =84irgendwie" betrieben wird, bisher =
jedoch ohne nachhaltigen Erfolg.
<!-- START END -->
</p><hr>
<font size=3D"-2">
=A9 <a href=3D"mailto:wwwadm@www.fes.de">Friedrich Ebert Stiftung</a>
| <a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/stabsabteilung/support.html">t=
echnical support</a> | net edition=20
<a href=3D"mailto:walter.wimmer@fes.de">fes-library</a> | Januar 2001
</font></td></tr></tbody></table>
<!-- END END -->

</body></html>
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