From: <Saved by Blink>
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Subject: Indonesien
Date: Wed, 7 May 2025 16:38:06 +0200
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52">

  =20

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   <title>Indonesien</title>

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9" alink=3D"#FF0000">



<center><b><font face=3D"Arial Unicode MS"><font color=3D"#0C746F"><font si=
ze=3D"+2">Indonesien:

Terror und kein Ende</font></font></font></b>

<p><b><font face=3D"Arial Unicode MS"><font color=3D"#CC0000"><font size=3D=
"-1">Die

Ursachen des Extremismus, Arbeitslosigkeit, Verelendung und Korruption,

w=E4ren nur durch eine armutsorientierte Entwicklungspolitik zu bek=E4mpfen

- Ein Bericht von Hans J. Esderts, FES Jakarta</font></font></font></b></p>=
</center>



<p><b><font face=3D"Arial Unicode MS"><font size=3D"-1">"Terror Strikes Aga=
in"

- so lautete die Schlagzeile der "Jakarta Post" vom 5.8.2003 nach dem Ansch=
lag

auf das Hotel Marriott in Jakarta. Dass man sich in Indonesien an solche

=DCberschriften schon fast gew=F6hnt hat, signalisiert, dass die

Sicherheitslage trotz neuer Gesetze und restriktiver administrativer Ma=DFn=
ahmen

noch immer weit davon entfernt ist, das Leben und die Unversehrtheit der

B=FCrgerinnen und Buerger nachhaltig zu sch=FCtzen. Ein Blick auf

die politischen Hintergr=FCnde und auf die Ursachen des Terrors in diesem

Land soll zu erkl=E4ren versuchen, warum das Land bei der Transformation

in eine Demokratie in die gegenw=E4rtige Sicherheitskrise geraten ist.</fon=
t></font></b>

</p><p><font face=3D"Arial Unicode MS"><font size=3D"-1">Die indonesische D=
emokratie

ist weit entfernt von den vor wenigen Jahren gesetzten Zielen der =93Reform

Agenda=93. F=FCnf Jahre nach dem Sturz des Suharto Regimes und zwei Jahre

nach der Ernennung von Pr=E4sidentin Megawati ist die Reform, die zu

einer modernen Demokratie mit spezifischen indonesisch-asiatischen Elemente=
n

f=FChren sollte, weiter entfernt von diesem Ziel als vor Megawatis Machtant=
ritt.

Das herrschende System ist am treffendsten definiert als eine "Anocracy",

ein Hybridsystem, in dem Elemente von autorit=E4ren Strukturen mit solchen

einer Demokratie im politischen System und im politischen Prozess vermischt

sind. Dar=FCber hinaus verf=FCgt es =FCber ausgepr=E4gte plutokratische

Elemente, deren Charakterisierung in der Herrschaft des Geldes =FCber

fast alle anderen Werte der Gesellschaft liegt. Ob es Parlamentsentscheidun=
gen,

Ernennung in wichtige, d.h. einkommenssteigernde =C4mter, Erlangung

von Lizenzen oder schlicht die Aufnahme in Bildungseinrichtungen geht,

Geld regiert. Korruption ist verbal ge=E4chtet, aber t=E4gliche Praxis

in fast allen Lebensbereichen.</font></font>

</p><p><font face=3D"Arial Unicode MS"><font size=3D"-1">Hunderte politisch=
er Parteien

bem=FChen sich gegenw=E4rtig, bei den im April 2004 anstehenden Wahlen

einen Anteil an den zu vergebenden Parlamentssitzen zu erreichen. Ihre

Ziele sind meist unklar und oft nicht einmal artikuliert. Sowieso ist schon

jetzt offensichtlich, dass das neue Wahlgesetz kaum einer kleinen Partei

oder einer Neugr=FCndung eine Chance einr=E4umt. Die bereits im Parlament

etablierten Parteien haben die Zugangsschranken f=FCr neue Parteien

erheblich erh=F6ht. Wahlerfolge werden dennoch anhand der verf=FCgbaren

finanziellen Mittel kalkuliert. Jede Partei mit hinreichend reichen Sponsor=
en

erhofft sich Sitze im nationalen Parlament in den oder regionalen Parlament=
en

"erwerben" zu k=F6nnen.</font></font>

</p><p><font face=3D"Arial Unicode MS"><font size=3D"-1">Die politisch Mach=
telite

steht unter erheblichem Einfluss der konservativen Kr=E4fte des Milit=E4rs

und der restaurativen politischen und wirtschaftlichen Kr=E4fte des

alten Regimes. Die F=FChrungsschw=E4che der Pr=E4sidentin f=FChrt

zu einem Machtvakuum, das regierungserfahrene (GOLKAR) Gruppen, das Milit=
=E4r

und andere, den Konglomeraten der Wirtschaft nahestehende Gruppen ausnutzen=
,

um die politischen Entscheidungen wesentlich zu beeinflussen. Beispiele

daf=FCr: Der Krieg in der Nordprovinz der Insel Sumatra war vom Milit=E4r

gewollt, obgleich Megawati sich&nbsp; ebenso wie ihre Vorg=E4ngerpr=E4siden=
ten

bei Besuchen in der Aceh-Provinz f=FCr eine politische L=F6sung ausgesproch=
en

hatten und sich f=FCr die Gewaltma=DFnahmen fr=FCherer Regime

im Namen der Republik entschuldigt hatten.</font></font>

</p><p><b><font face=3D"Arial Unicode MS"><font color=3D"#CC0000"><font siz=
e=3D"-1">Bombenterror

zur Ehre Gottes oder als Ausdruck politischer Machtanspr=FCche?</font></fon=
t></font></b>

<br><font face=3D"Arial Unicode MS"><font size=3D"-1">Die F=FChrungsschw=E4=
che

und politische Konzeptionslosigkeit der Regierung zeigt sich auch im Bereic=
h

des zunehmenden islamisch-fundamentalistischen Terrors, der Indonesien

nicht erst seit des verheerenden Bombenanschlags in Bali heimsucht. Die

Kette des Bombenterrorismus rei=DFt nicht ab, wie einige Bespiele aus

j=FCngster Zeit belegen:</font></font>

</p><ul>

<li>

<font face=3D"Arial Unicode MS"><font size=3D"-1">Oktober 2002, Bali, drei =
Bomben

in Kuta und Denpasar, 202 Tote,</font></font></li>



<li>

<font face=3D"Arial Unicode MS"><font size=3D"-1">Dezember 2002, McDonald's=
-Restaurant

in S=FCdsulawesi, 5 Tote,</font></font></li>



<li>

<font face=3D"Arial Unicode MS"><font size=3D"-1">Februar 2003, Polizeihaup=
tquartier

Jakarta, von Ex-Polizisten gelegt, ein Verletzter,</font></font></li>



<li>

<font face=3D"Arial Unicode MS"><font size=3D"-1">April 2003, UN-Geb=E4ude,

Jakarta ,</font></font></li>



<li>

<font face=3D"Arial Unicode MS"><font size=3D"-1">April 2003, Jakarta, Inte=
rnationaler

Flughafen, 11 Verletzte,</font></font></li>



<li>

<font face=3D"Arial Unicode MS"><font size=3D"-1">Juli 2003, Bombenanschlag=
 auf

Parlament (MPR und DPR),</font></font></li>



<li>

<font face=3D"Arial Unicode MS"><font size=3D"-1">August 2003, J W Marriott=
-Hotel,

Jakarta, 14 Tote, 149 Verletzte .</font></font></li>



<li>

<font face=3D"Arial Unicode MS"><font size=3D"-1">Weitere k=F6nnten bald fo=
lgen.</font></font></li>

</ul>

<font face=3D"Arial Unicode MS"><font size=3D"-1">Der j=FCngste Anschlag er=
eignete

sich am 5. August zur Mittagszeit, als zahlreiche G=E4ste sich in der

Hotellobby trafen. Der Anschlag folgte nach dem gleichen Muster wie der

von Bali im vergangenen Oktober: Ein Minibus, beladen mit Sprengstoff und

Benzin, wurde mittels eines Mobiltelefonsignals zur Explosion gebracht

- offensichtlich bevor alle Insassen das Fahrzeug verlassen konnten. So

wurde z.B. der Kopf des Geldbeschaffers der indonesischen JI-Gruppe durch

die Explosion vom K=F6rper getrennt und in den 5. Stock des Hotels geschleu=
dert.

Die Sprengstoffmischung aus TNT, HMX und RDX gleicht ebenfalls dem Anschlag

vor dem Sari-Club in Kuta/Bali. Ein Teil der an dem Bombenanschlag von

Bali Beteiligten sind vermutlich auch die bisher identifizierten Beteiligte=
n

an dem Anschlag&nbsp; auf das Hotel Marriott. Sie sind zum gro=DFen

Teil Sch=FCler von Abu B. Ba=92sshirs Ngruki-Schule nahe Surakarta.</font><=
/font>

<p><font face=3D"Arial Unicode MS"><font size=3D"-1">Insgesamt sind seit Be=
ginn

der Regierungszeit von A. Wahid bis heute weit mehr als 200 Sprengs=E4tze

meist gegen zivile Ziele (soft targets) zum Einsatz gelangt, da =F6ffentlic=
he

Geb=E4ude, Botschaften und sicherheitssensitive Einrichtungen besser

gesch=FCtzt sind als Hotels, Kirchen oder Freizeiteinrichtungen. Die

Ermittlungen weisen immer eindeutiger auf eine militante islamisch=96fundam=
entalistisch

orientierte Gruppe hin, die auf regionaler Ebene (S=FCdostasien) organisier=
t

ist, die Jammah Islamiyah (Islamic Community.) Zielsetzung dieser Gruppe

ist, einen islamischen Regionalstaat (Daulat Islam) zu etablieren, der

den S=FCden der Philipinen und S=FCdthailands, Malaysia, Singapur

und Indonesien umfassen soll. Diese Idee verfolgt man bereits seit 1930.

Untergruppierungen der JI gibt es in allen genannten L=E4ndern. Sie

bilden ein gemeinsames Netzwerk, dessen Anf=FChrer der Prediger und

Schulleiter der Ngruki-Schule, Abu Bakr Ba=92ashir, sein soll. Er steht geg=
enw=E4rtig

wegen Visavergehens, einem geplanten Mordanschlag auf die damalige Vizepr=
=E4sidentin

Megawati Sukarnoputri und wegen der Verantwortung f=FCr eine Serie von

Bombenanschl=E4gen gegen diverse Kirchen im Lande an Weihnachten 2002

vor Gericht. Ba=92ashir ist gleichzeitig der Vorsitzende des MMI (Indonesia=
n

Mudjahidin Council), einer radikal-islamlischen Organisation, die sich

f=FCr die Einf=FChrung der Scharia in Indonesien einsetzt und der

viele islamische Organisationen und politische Parteien in religi=F6sen

Fragen nahe stehen. Ba=92ashir ist offensichtlich gut in einflussreichen

Kreisen vernetzt, so dass anfangs der Vizepr=E4sident sich f=FCr

ihn einsetzte, ihn in der Untersuchungshaft besuchte und die Existenz Al

Kaida-naher Netzwerke in Indonesien bestritt.</font></font>

</p><p><font face=3D"Arial Unicode MS"><font size=3D"-1">Erst nach dem Ansc=
hlag auf

Bali, dessen Verursacher relativ schnell identifiziert und ihre organisator=
ische

und ideologische Zugeh=F6rigkeit herausgefunden worden war, hielt sich

der Vizepr=E4sident mit =C4u=DFerungen seiner falsch verstandenen

Solidarit=E4t mit der islamischen Ummah (Gemeinschaft aller Moslems)

zur=FCck. Es w=E4re von enormer Wichtigkeit, dass die Regierung Bereitschaf=
t

zeigt, jene Scharfmacher und geistigen Verf=FChrer zu verurteilen und

aus Bildungseinrichtungen, auch aus Moscheen, zu verbannen, die Fanatismus,

Hass, Intoleranz und religi=F6sen Extremismus verbreiten. Dies ist bisher

nicht geschehen, m=F6glicherweise weil die Pr=E4sidentin jeden Konflikt

mit&nbsp; radikaleren moslemischen Gruppen vermeiden m=F6chte. Und dies

nicht nur wegen der bevorstehenden Wahlen, sondern auch, weil sie nicht

als Erf=FCllungsgehilfin der USA in ihrem Kampf gegen =84das B=F6se=93

in Indonesien gelten m=F6chte. Dar=FCber hinaus bef=FCrchtet sie

Vergeltung.</font></font>

</p><p><font face=3D"Arial Unicode MS"><font size=3D"-1">Religi=F6s begr=FC=
ndeter

Terror muss als Erscheinungsform der politischen, wirtschaftlichen, soziale=
n

Probleme sowie einer ethisch-moralischen Krise verstanden werden, um die

wahren Ursachen des Terrors zu erkennen. Der Kreislauf von Arbeitslosigkeit=
,

Verelendung und Desorientierung nach dem Fall des alle Lebensbereiche beher=
rschenden

und kontrollierenden Suharto-Regimes f=FChrt u.a. dazu, dass die Eltern

nicht mehr in der Lage sind, die Schulgeb=FChren, Uniformen und Bestechungs=
gelder

f=FCr Lehrer und Rektoren ihrer Kinder zu zahlen. Islamische "Bildungsreinr=
ichtungen"

wie die Ngruki-Schule des Predigers Ba=92ashir offerieren kostenfreie Unter=
bringung

in Internaten und freie "Bildung". Die Finanzierung solcher Schulen erfolgt

vielfach aus Saudi-Arabien durch die dem Wahabismus verbundenen einflussrei=
chen

und finanzkr=E4ftigen Gruppen. Diese Schulen indoktrinieren die noch

sehr jungen Menschen auf der Basis einer engstirnigen Interpretation des

Korans. Dort werden das Christentum und andere Religionen, insbesondere

das Judentum und die Amerikaner, als Feinde des Islam verteufelt. Man trach=
tet

danach, Ungl=E4ubige (khafir) durch Anwendung des jihad m=F6glichst

auszul=F6schen oder zumindest aus dem Land zu treiben (Sweeping-Kampagnen

in Solo in 2002). Die oftmals auch unter islamischen Wissenschaftlern,

Gl=E4ubigen, Gelehrten und selbst ernannten Predigern herrschende Unwissenh=
eit

=FCber den Islam und die arabische Sprache f=FChren dazu, dass diese

halbgebildeten und selbsternannten islamischen F=FChrer zu radikalen

=DCberreaktionen tendieren, um m=F6glichst gottesf=FCrchtig und

als islamische Respektspersonen zu erscheinen.</font></font>

</p><p><font face=3D"Arial Unicode MS"><font size=3D"-1">W=E4hrend die Suha=
rto-Regierung

mit drastischen Ma=DFnahmen gegen radikal-islamische Bewegungen vorging,

nutzten diese Gruppen in der liberalen Phase der "Reformasi" und orientieru=
ngsloser

Sicherheitskr=E4fte das Vakuum, sich neu zu formieren und alte Ziele

mit radikalen Methoden zu erreichen. Kurzfristig versuchten diese Gruppen

in Kooperation mit den meisten etablierten islamischen Parteien zun=E4chst,

in der Pr=E4ambel der reformierten Verfassung die Einf=FChrung der

Scharia in einzelnen Provinzen oder auch landesweit zu verankern (sog.

Jakarta Charta). Dies gelang wegen des Widerstands der s=E4kular ausgericht=
eten

PDI-P und GOLKAR sowie der TNI-Fraktion (Indonesisches Milit=E4r und

Polizei) im Parlament (DPR) und in der Beratenden Volksversammlung (MPR))

nicht. Frustrierend f=FCr die selbstbewusster werdenden islamischen,

zur Militanz neigenden Moslemgruppen!</font></font>

</p><p><font face=3D"Arial Unicode MS"><font size=3D"-1">Aktionen, wie die =
Kriege

der USA und ihrer Verb=FCndeten in Afghanistan und Irak, provozierte

sie erneut. Die bereits in Afghanistan unter den Taliban ausgebildeten

Indonesier kehrten in die Heimat zur=FCck, schlossen sich teilweise

der Lashgar Jihad an, um gegen die "Ungl=E4ubigen" in Ambon, Halmahera,

Sulawesi und anderswo zu k=E4mpfen, und gaben ihre Kenntnisse im Umgang

mit Waffen, Sprengstoffen und im Bombenbau weiter an die bereits zum Einsat=
z

in islamischen Madrassas (Koranschulen) motivierten j=FCngeren Talibs

(Koransch=FCler). Die Muster des Missbrauchs der religi=F6sen Bildungsst=E4=
tten

gleichen sehr der in Pakistan und Afghanistan angewandten Praxis. Es ist

davon auszugehen, dass es bereits eine sehr gro=DFe Gruppe solcher

militanten radikalislamisch motivierten jungen Menschen gibt. Wegen mangeln=
der

Chancen auf dem Arbeitsmarkt bleiben sie abh=E4ngig von kollektiven

Zw=E4ngen in der militanten islamischen Gruppengemeinschaft. Sie bilden

weiterhin eine ernste Gefahr f=FCr die Sicherheit der Bewohner, sie

tragen zum Ruin der Wirtschaft bei. Denn mangelnde Sicherheit und Terrorgef=
ahr

f=FChren zu geringerer Investitionsneigung, sinkendem Wachstum, reduziertem

Tourismus und Reduzierung des internationalen Ansehens. Dar=FCber hinaus

bedroht Terrorismus die regionale Sicherheit und Stabilit=E4t und beunruhig=
t

die ASEAN-L=E4nder.</font></font>

</p><p><b><font face=3D"Arial Unicode MS"><font color=3D"#CC0000"><font siz=
e=3D"-1">Was

tun?</font></font></font></b>

<br><font face=3D"Arial Unicode MS"><font size=3D"-1">Zur Bek=E4mpfung der

Ursachen m=FCsste die Regierung eine armutsorientierte Entwicklungspolitik

betreiben, diese flankierend mit sozialpolitischen Programmen versehen,

sich um 'good governance' bem=FChen und gleichzeitig seri=F6s den

Kampf in den eigenen Reihen gegen die Korruption beginnen. Die vorhandenen

Gesetze gegen Terror, Geldw=E4sche, Vollmachten f=FCr Polizei, Geheimdienst=
e

und Milit=E4rs sind zu weitgehend und helfen, wie man beobachten kann,

der Terrorbek=E4mpfung wenig. Sie tragen wesentlich zur Beeintr=E4chtigung

der verfassungsm=E4=DFig garantierten Menschenrechte bei. Das neue

Bildungsgesetz stellt die religi=F6se Bildung in den Vordergrund und

verhindert so, dass wirklich Pluralismus, Toleranz und indoktrinierungsfrei=
e

Ausbildung zum selbst=E4ndigen Denken (statt Auswendiglernen) gelehrt

wird. Notwendig w=E4re die staatliche Kontrolle privater, religi=F6ser

Schulen, wie der des Abu Bakr Ba=92ashir. Andere, wie die Schulen und Unive=
rsit=E4ten

der gro=DFen islamischen Organisationen, wie NU und Mohammadyih leisten

hingegen komplement=E4re Bildungsangebote von oft guter Qualit=E4t.</font><=
/font>

</p><p><font face=3D"Arial Unicode MS"><font size=3D"-1">Die Ausbildung und=
 die Einsatzkontrolle

der Polizei, der Geheimdienste und der TNI sind unzureichend, in Teilen

schlecht. Mangelnde Koordination aller Sicherheitsorgane macht es den Terro=
risten

auch weiterhin einfach, ihre Bomben zu platzieren. Aus diesen Gr=FCnden

bleibt es wohl auf absehbare Zeit unvermeidbar, dass die Schlagzeilen der

Medien weiterhin terroristische Anschl=E4ge zum Thema haben und die

Menschen dies zunehmend als eine aufgezwungene "Normalit=E4t" zu akzeptiere=
n

lernen.</font></font>

</p><p><font face=3D"Arial Unicode MS"><font size=3D"-1">Eine besondere unm=
ittelbare

Bedrohung k=F6nnte aus der vor wenigen Tagen erfolgten Verurteilung

des Bali-Terroristen Ambrosi resultieren; Revanchema=DFnahmen waren

f=FCr diesen Fall bereits angedroht worden. Der vor kurzem angeblich

erfolgte tonnenweise Transport von Sprengstoffen nach Jakarta und der Fund

von Dutzenden Z=FCndern und Pottasche, Kalium und anderen Chemikalien,

die als Grundlage f=FCr den Bombenbau gebraucht werden, weist darauf

hin, dass weiterhin Terror den Alltag unterbrechen wird.</font></font>

</p><p><b><i><font face=3D"Arial Unicode MS"><font size=3D"-1">Hans J. Esde=
rts</font></font></i></b>

<br><font face=3D"Arial Unicode MS"><font size=3D"-1">FES-Jakarta, 10. Augu=
st

2003</font></font>

<br>&nbsp;





</p></body></html>
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