From: <Saved by Blink>
Snapshot-Content-Location: https://library.fes.de/fulltext/asfo/01638.htm
Subject: =?utf-8?Q?Mit=20Gender=20Mainstreaming=20zum=20"gerechten"=20Lohn?=20:=20?=
 =?utf-8?Q?Strategien=20und=20Erfahrungen=20zur=20Umsetzung=20des=20Rechts?=
 =?utf-8?Q?=20auf=20gleichwertige=20Bezahlung=20von=20M=C3=A4nner-=20und?=
 =?utf-8?Q?=20Frauenarbeit=20-=20[Electronic=20ed.]=20-=20Bonn,=202003=20-?=
 =?utf-8?Q?=2077=20KB,=20Text=20</font>?=
Date: Wed, 7 May 2025 16:38:40 +0200
MIME-Version: 1.0
Content-Type: multipart/related;
	type="text/html";
	boundary="----MultipartBoundary--VrZGvCtSw9RfG3iL1gWRfs6K8ujGES4AM7AtmGDSWZ----"


------MultipartBoundary--VrZGvCtSw9RfG3iL1gWRfs6K8ujGES4AM7AtmGDSWZ----
Content-Type: text/html
Content-ID: <frame-25B8E0CDFDC2DC978853453E6CA0A38B@mhtml.blink>
Content-Transfer-Encoding: quoted-printable
Content-Location: https://library.fes.de/fulltext/asfo/01638.htm

<html><head><meta http-equiv=3D"Content-Type" content=3D"text/html; charset=
=3Dwindows-1252">

<title>Mit Gender Mainstreaming zum "gerechten" Lohn? : Strategien und Erfa=
hrungen zur Umsetzung des Rechts auf gleichwertige Bezahlung von M=E4nner- =
und Frauenarbeit - [Electronic ed.] - Bonn, 2003 - 77 KB, Text

&lt;/font&gt;
</title>
<meta name=3D"GENERATOR" content=3D"HTML Transit 4.0 by InfoAccess Inc. www=
.infoaccess.com">

<meta name=3D"TransitPubID" content=3D"1">

</head>
<body link=3D"#0000ff" vlink=3D"#8080c0" alink=3D"#8080ff"><a name=3D"TopOf=
Page"> </a>
<hr size=3D"2" width=3D"80%">
<!-- START BEGIN1 -->
<table width=3D"100%" noborder=3D"">
<tbody><tr>
<td width=3D"15%" bgcolor=3D"#ff0000"><font color=3D"#ff0000">FES</font></t=
d>
<td width=3D"80%" bgcolor=3D"#ffffff" colspan=3D"2" align=3D"right">
<img src=3D"https://library.fes.de/images/digbib/lone2.gif" usemap=3D"#head=
" border=3D"0">
<map name=3D"head">
<area shape=3D"rect" alt=3D"HOME" coords=3D"128,1 208,24" href=3D"https://l=
ibrary.fes.de/">
<area shape=3D"rect" alt=3D"MAIL" coords=3D"226,0 265,22" href=3D"https://l=
ibrary.fes.de/admin/comment_en.html">
<area shape=3D"rect" alt=3D"SEARCH" coords=3D"278,1 334,22" href=3D"https:/=
/library.fes.de/quick_en.html">
<area shape=3D"rect" alt=3D"HELP" coords=3D"349,2 392,21" href=3D"https://l=
ibrary.fes.de/help/index_en.html">
<area shape=3D"rect" alt=3D"NEW" coords=3D"403,1 445,22" href=3D"https://li=
brary.fes.de/news/index_gr.html">
<area shape=3D"default" nohref=3D"">
</map>
</td>
</tr>
<tr><td height=3D"10"></td><td></td><td></td></tr>
<tr>
<td width=3D"15%" align=3D"left" valign=3D"top">
<center><img src=3D"https://library.fes.de/images/digbib/fes-log1.gif"></ce=
nter>
</td>
<td width=3D"5%" bgcolor=3D"#0066ff" rowspan=3D"3" valign=3D"top">
<center>
<img src=3D"https://library.fes.de/images/digbib/d_digbib.gif" alt=3D"[DIGI=
TALE BIBLIOTHEK DER FES]">
</center>
</td>
<td width=3D"80%">
<center><img src=3D"https://library.fes.de/images/digbib/d_titel.gif" alt=
=3D"TITELINFO"></center><br><br>
<font size=3D"+1">
<!-- END BEGIN1 -->
Mit Gender Mainstreaming zum "gerechten" Lohn? : Strategien und Erfahrungen=
 zur Umsetzung des Rechts auf gleichwertige Bezahlung von M=E4nner- und Fra=
uenarbeit - [Electronic ed.] - Bonn, 2003 - 77 KB, Text
<br><i>Erschien gedruckt u.d.T.: Stiegler, Barbara: Strategien und Erfahrun=
gen zur Umsetzung des Rechts auf gleichwertige Bezahlung von M=E4nner- und =
Frauenarbeit. In: Observatoria : Gender Mainstreaming - eine Strategie zur =
Verringerung der Einkommensdifferenz zwischen Frauen und M=E4nnern? / Hanna=
h Steiner ... (Hg.). - Wien, 2003.</i>
<br> Electronic ed.: Bonn : FES Library, 2003
<br><br><font size=3D"-1"><i>=A9 Friedrich-Ebert-Stiftung</i></font>
<!-- Hierher Inhalt von title kopieren -->
<!-- START BEGIN2 -->
</font>
<br><br>
<center><img src=3D"https://library.fes.de/images/digbib/d_inhalt.gif" alt=
=3D"INHALT"></center><br><br>
<!-- END BEGIN2 -->


<hr size=3D"2" width=3D"80%">

<p><font face=3D"Arial">Dr. Barbara Stiegler<br>
Friedrich-Ebert-Stiftung<br>
Abt. Arbeit und Sozialpolitik</font></p>

<p align=3D"CENTER"><b><font face=3D"Arial">Mit Gender Mainstreaming zum "g=
erechten" Lohn?</font></b></p>

<p align=3D"CENTER"><b><font face=3D"Arial">Strategien und Erfahrungen zur =
Umsetzung des Rechts auf gleichwertige Bezahlung von M=E4nner- und Frauenar=
beit</font></b></p>

<p><u><font face=3D"Arial">Gliederung</font></u></p>
<p><a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/asfo/01638.htm#P18_237"><font=
 face=3D"Arial" size=3D"+1">1. Was ist Gender Mainstreaming und was ist ein=
e Gender Analyse?</font></a></p>

<p><a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/asfo/01638.htm#P49_11780"><fo=
nt face=3D"Arial" size=3D"+1">2. Eine Genderanalyse zum Problem der Lohngle=
ichheit</font></a></p>

  <ul><p><a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/asfo/01638.htm#P50_1183=
2"><font face=3D"Arial">2.1 Das Ph=E4nomen der Lohnungleichheit zwischen Fr=
auen und M=E4nnern</font></a></p>

  <p><a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/asfo/01638.htm#P62_17445"><=
font face=3D"Arial">2.2 Die Ursachen der geschlechtsspezifischen Lohndiskri=
minierung: Geschlechterdifferenz und Hierarchisierung</font></a></p>

  <p><a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/asfo/01638.htm#P91_34635"><=
font face=3D"Arial">2.3 Verborgene Diskriminierungen in der Arbeitsbewertun=
g und der Tarifpolitik</font></a></p>

  <p><a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/asfo/01638.htm#P110_39845">=
<font face=3D"Arial">2.4 Handlungsfelder und Ziele, um die geschlechtsspezi=
fische Lohndiskriminierung abzubauen</font></a></p>

</ul><p><a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/asfo/01638.htm#P143_5378=
8"><font face=3D"Arial" size=3D"+1">3. Bestimmung der Akteure in Gender Mai=
nstreaming Prozessen gegen Lohndiskriminierung und die Rolle der Frauen und=
 der Frauenpolitik</font></a></p>

<p><a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/asfo/01638.htm#P183_60164"><f=
ont face=3D"Arial" size=3D"+1">Literatur</font></a></p>

<p align=3D"CENTER"><a name=3D"P18_237"></a><!-- TRANSIT - PREVIOUS ELEMENT=
 ueber-1 --><!-- .A HREF=3D""..IMG SRC=3D"../images/digbib/d_prev.gif" BORD=
ER=3D"0"../A. --><a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/asfo/01638.htm#=
TopOfPage"><img src=3D"https://library.fes.de/images/digbib/d_inhalt.gif" b=
order=3D"0"></a><a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/asfo/01638.htm#P=
49_11780"><img src=3D"https://library.fes.de/images/digbib/d_next.gif" bord=
er=3D"0"></a></p><p><font face=3D"Arial" size=3D"+1">1. Was ist Gender Main=
streaming und was ist eine Gender Analyse?</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Das Konzept des Gender Mainstreaming wurde von der =
internationalen Frauenbewegung entwickelt und dient der besseren Durchsetzu=
ng ihrer Interessen, der Verbesserung der Lebensbedingung von Frauen. Diese=
 neue Strategie setzt nicht nur auf die politische Kraft von Frauen in NGO'=
s, in Verb=E4nden oder Initiativen, sondern sie nimmt die politisch agieren=
den Institutionen und Organisationen in die Pflicht. Diese n=E4mlich sollen=
 sich ihres Beitrags an der Aufrechterhaltung patriarchaler Geschlechterver=
h=E4ltnisse bewusst werden. Damit werden Institutionen und Organisationen z=
u Akteuren der Geschlechterpolitik. Ministerien, Beh=F6rden, aber auch Gewe=
rkschaften, Verb=E4nde und Organisationen der Zivilgesellschaft werden im P=
rozess von Gender Mainstreaming gefordert. Sie k=F6nnen nicht mehr, wie bis=
her, Geschlechterpolitik an die Frauen delegieren und ihnen daf=FCr ein paa=
r Rechte zugestehen, vielmehr werden sie selber insgesamt als Akteure ident=
ifiziert, die in ihrem allt=E4glichen Handeln, ihrem Mainstream, dazu beitr=
agen, dass die Lebensverh=E4ltnisse von M=E4nnern und Frauen so sind wie si=
e sind. Es ist als Erfolg zu werten, da=DF Gender Mainstreaming mit der Unt=
erzeichnung des Amsterdamer Vertrags zu einer verpflichtenden Strategie der=
 Mitgliedsstaaten geworden ist. Bei dieser Strategie werden selbstverst=E4n=
dlich auch Personen m=E4nnlichen Geschlechts mit der Geschlechterpolitik be=
fasst. Diese Personen m=FCssen in der Regel erst begreifen, dass sie Teil d=
es Verh=E4ltnisses sind, um das es geht. Denn es stehen nicht mehr Frauen n=
ur als Zielgruppe einzelner Ma=DFnahmen im Mittelpunkt, vielmehr geht es um=
 die Bedingungen, die dazu f=FChren, dass M=E4nner und Frauen in die Positi=
onen kommen, in denen sie sich gesellschaftlich befinden. Gender Mainstream=
ing zielt auf die Analyse und Ver=E4nderung vor allem struktureller Element=
e und eingefahrener Mechanismen. In Erweiterung der Strategie der Frauenf=
=F6rderung geht es nicht nur darum, Frauen zu bef=E4higen, es den M=E4nnern=
 gleichzutun, vielmehr geht es auch um die Ver=E4nderung des zur allgemeine=
n Norm gesetzten m=E4nnlichen Denkens und Handelns, der zur allgemeinen Nor=
m gesetzten m=E4nnlichen Strukturen. Die Beteiligung an Gender Mainstreamin=
g Prozessen setzt voraus, dass man in der Lage ist, die eigene Arbeit unter=
 der Genderperspektive zu analysieren. Gender Mainstreaming Prozesse besteh=
en also in der Verkn=FCpfung des Fachwissens mit dem vorhandenen Wissen =FC=
ber die Geschlechterverh=E4ltnisse und verbessern damit die Qualit=E4t des =
Handelns von Organisationen. </font></p>

<p><font face=3D"Arial">Frauenpolitik, aber auch Frauen- und Geschlechterfo=
rschung, f=FChren bislang immer noch ein separates Dasein, sie werden in de=
n Institutionen, seien es Verwaltungen, Ministerien oder Universit=E4ten, a=
n den Rand gedr=E4ngt. Gender Mainstreaming Prozesse k=F6nnen aber nur geli=
ngen, wenn eine Br=FCcke zwischen dem Wissen um die Geschlechterverh=E4ltni=
sse und dem bisher als geschlechtsneutral geltenden Wissen und Denken gesch=
lagen wird. So k=F6nnen geschlechterpolitische Zielsetzungen und Erkenntnis=
se aus der Frauen- und Geschlechterforschung selbstverst=E4ndlich in die En=
tscheidungsprozesse von Organisationen eingehen. Um einen erfolgreichen Gen=
der Mainstreaming Prozess durchzuf=FChren, ist daher zun=E4chst n=F6tig, da=
s Feld unter Geschlechteraspekten zu analysieren und eine Problemanalyse zu=
 erstellen. Dann m=FCssen die Akteure definiert werden, die an ihrer jeweil=
igen Stelle f=FCr die Umsetzung der Erkenntnisse in politisches Handeln zu =
sorgen haben.</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Eine Gender Analyse setzt ein angemessenes Verst=E4=
ndnis von Gender voraus und erfordert Wissen =FCber Geschlechterverh=E4ltni=
sse. </font></p>

<p><font face=3D"Arial">Eine Gender Analyse kann sich auf theoretische Disk=
urse, auf eine politische Agenda, auf einen Haushalt, ein Budget oder auch =
auf eine spezielle Ma=DFnahme beziehen. Sie kann in jedem Themenfeld durchg=
ef=FChrt werden. Eine Gender Analyse erfolgt in mehreren Schritten:</font><=
/p>

  <ul type=3D"CIRCLE">
  <p></p><li><font face=3D"Arial">Kl=E4rung des Gender Ansatzes und Formuli=
erung der geschlechterpolitischen Zielsetzung</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Sammlung geschlechtersensibler Befunde</f=
ont></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Formulierung geschlechtersensibler Proble=
mstellungen </font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Vorl=E4ufige Schlussfolgerungen</font></l=
i></ul>

<p><font face=3D"Arial">Eine Gender Analyse gr=FCndet sich auf der Perspekt=
ive, dass Geschlecht nicht eine biologische Eigenschaft eines Menschen ist,=
 sondern ein soziales Institut, ein Konstrukt, mit dem die soziale Ordnung =
vereinfacht und hierarchisiert wird. Eine Gender Analyse fragt nicht nur, w=
as Individuen, die als Frauen oder M=E4nner geschlechtlich zugeordnet sind,=
 denken, sagen oder tun, sondern eine Gender Analyse hat eine erweiterte Pe=
rspektive: Sie fragt danach, in welcher Weise das duale und hierarchische G=
eschlechterkonstrukt das Problem bestimmt, um das es jeweils geht.</font></=
p>

<p><font face=3D"Arial">In einer Gender Analyse geht es vor allem darum zu =
erforschen, welche strukturellen Bedingungen dazu f=FChren, dass die m=F6gl=
iche Vielfalt der Individuen durch die Einfalt des Geschlechterkonstrukts b=
eschr=E4nkt wird. =DCber die Zuordnung nach dem "sex" werden spezifische Le=
bensentw=FCrfe, Berufe, Interessen und sozialer Status gem=E4=DF der geschl=
echtlichen Zuordnung produziert, die die Vielfalt der Entwicklungsm=F6glich=
keiten der einzelnen Person einschr=E4nken und gleichzeitig zu hierarchisch=
 bewerteten Positionszuweisungen f=FChren.</font></p>

<p><font face=3D"Arial">=DCber das Geschlecht wird Frauen der weniger hoch =
bewertete Teil von Arbeit, weniger materielle Verf=FCgungsgewalt, weniger g=
esellschaftlicher Einfluss zugewiesen, w=E4hrend =FCber das Geschlecht M=E4=
nnern der besser bewertete Teil der Arbeit, mehr materielle Verf=FCgungsgew=
alt und mehr gesellschaftlicher Einfluss zukommt. Wenn die strukturellen Be=
dingungen f=FCr diese hierarchischen Geschlechterverh=E4ltnisse anvisiert w=
erden, so hat das auch politische Konsequenzen. Diese Konsequenzen beziehen=
 sich nicht nur darauf, Frauen zu empfehlen, sich durchzusetzen und die ihn=
en gestellten Geschlechterbarrieren aus eigener Kraft zu =FCberwinden. Sie =
bestehen auch nicht nur daraus, den M=E4nnern zu empfehlen, zugunsten der F=
rauen zu verzichten und die Privilegierungen aufgrund ihres Geschlechtes fr=
eiwillig aufzugeben. Vielmehr geht es um das Aufsp=FCren der strukturellen =
Verankerungen von beidem, der Diskriminierung und der Privilegierung. Gende=
r Analysen legen den Blick auf die Bedingungen, die =FCberhaupt erst dazu f=
=FChren, dass sich die geschlechtshierarchischen Verh=E4ltnisse immer wiede=
r herstellen. Diese Bedingungen gilt es dann zu ver=E4ndern. Die Richtung d=
er Ver=E4nderungen folgt einer geschlechterpolitischen Zielsetzung. Die Kl=
=E4rung des Genderbegriffs ist von zentraler Bedeutung f=FCr jede Gender An=
alyse. Geschlechterkonzepte, die Geschlecht als je individuelles, biologisc=
h verankertes Merkmal begreifen, legitimieren die Geschlechterdifferenzen u=
nd halten sie f=FCr politisch nicht ver=E4nderbar, sie k=F6nnen keine Gende=
r Analyse leiten. Wer allerdings Geschlecht nicht als eindimensionales Konz=
ept versteht und die Br=FCche von sex, sexuality und gender wahrnimmt, wer =
nicht von der gesellschaftlichen Passung biologischer Unterschiede zwischen=
 einzelnen Personen ausgeht, sondern die gesellschaftliche Konstruktion von=
 Geschlecht verstehen will, und wer Hierarchisierungen kritisch gegen=FCber=
steht, f=FCr den werden geschlechtsspezifische Differenzen zum politischen =
Problem (Stiegler 2002).</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Die Gender Perspektive eignet sich dazu, die geschl=
echtsspezifischen Zuweisungen f=FCr Frauen und f=FCr M=E4nner zu erkennen u=
nd zu kritisieren, sie kann deshalb auch nicht zur Vertuschung von Diskrimi=
nierungen missbraucht werden. Eine Gender Analyse vermeidet es aber, die Di=
skriminierungen qua Geschlecht nur aus der pers=F6nlichen Betroffenheit von=
 Frauen abzuleiten oder zu unterstellen, dass alle Frauen Geschlechterdiffe=
renz oder Geschlechterhierarchie ablehnen. Sie vermeidet auch, alle M=E4nne=
r pers=F6nlich als T=E4ter f=FCr die Unterdr=FCckung von Frauen verantwortl=
ich zu machen. Vielmehr geht sie vom Ansatz her davon aus, dass Personen di=
e M=F6glichkeiten der Distanzierung von, aber auch der Identifizierung mit =
Geschlechtszuschreibungen haben.</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Eine Gender Analyse macht die geschlechtshierarchis=
chen Strukturen sichtbar. Selbst dann, wenn einzelne Personen in ihrem Lebe=
nszusammenhang gar nicht wahrnehmen, dass sie in geschlechtsspezifisch gepr=
=E4gten Strukturen leben und handeln, so bedeutet das eben nicht, dass es s=
olche nicht gibt. Die Tatsache, dass viele M=E4nner und Frauen es f=FCr nat=
=FCrlich halten, wenn sie die geschlechtshierarchische Arbeitsteilung prakt=
izieren, wird unter der Gender Perspektive als Indiz daf=FCr gesehen, wie s=
ehr gesellschaftliche und kulturelle Modelle das Selbstverst=E4ndnis der In=
dividuen pr=E4gen. Besonders M=E4nnern ist es oft =FCberhaupt nicht bewusst=
, dass ihre Lebensrealit=E4t geschlechtsspezifisch gepr=E4gt ist. F=FCr sie=
 sind oft nur die Frauen diejenigen, die durch ihr Geschlecht in irgend ein=
er Weise tangiert werden. </font></p>

<p><font face=3D"Arial">Zu einer Gender Analyse geh=F6ren geschlechtsspezif=
ische Datenerhebungen. Dabei werden alle erhobenen Daten zun=E4chst nach de=
m "sex", also nach der biologisch morphologischen Geschlechterbezeichnung d=
es Individuums, differenziert. Diese Differenzierung nach dem Kriterium "Ma=
nn" oder "Frau" ist jedoch nicht ausreichend. Um die Frage nach den Mechani=
smen der Wirkungen von Geschlecht beantworten zu k=F6nnen, m=FCssen bereits=
 bei der Datenanalyse zus=E4tzliche Merkmale, die mit der Geschlechterrolle=
 verkn=FCpft sind, hinzugezogen werden:</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Differenzierungen der Daten nach</font></p>

  <ul type=3D"CIRCLE"><p></p><li><font face=3D"Arial">M=FCttern und V=E4ter=
n, also nach famili=E4rer Situation, Alter und Anzahl der Kinder,</font></l=
i>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">dem Alter, also nach jungen, =E4lteren un=
d alten Frauen und jungen, =E4lteren und alten M=E4nnern, </font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">dem Umfang der Beteiligung an Erwerbsarbe=
it, also nach vollzeiterwerbst=E4tigen Frauen und vollzeiterwerbst=E4tigen =
M=E4nnern, </font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">der eigenst=E4ndigen Verf=FCgung =FCber f=
inanzielle und materielle  Mittel, also nach =F6konomisch gut / weniger gut=
 gesicherten Frauen, =F6konomisch gut /weniger gut gesicherten M=E4nnern,</=
font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">der umgebenden Infrastruktur, also nach F=
rauen auf dem Lande und in der Stadt, M=E4nner auf dem Land und in der Stad=
t,</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">dem Gesundheitsstatus, also nach Frauen m=
it gesundheitlichen Beeintr=E4chtigungen und M=E4nnern mit gesundheitlichen=
 Beeintr=E4chtigungen,</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">der ethnischen Zugeh=F6rigkeit, also Frau=
en mit Migrationshintergrund und M=E4nner mit Migrationshintergrund.</font>=
</li></ul>

<p><font face=3D"Arial">Eine solche differenzierende Erhebung beruht auf de=
m Wissen, dass die Lebensbedingungen von Individuen durch soziokulturelle F=
aktoren, die wiederum mit Geschlechterpositionen verbunden sind, gepr=E4gt =
sind. Gender formt keine homogenen Geschlechtergruppen, die Aussagen =FCber=
 "die M=E4nner" oder "die Frauen" sind zu pauschal und verwischen die spezi=
fischen Unterschiede und Hierarchien zwischen spezifischen Gruppen. </font>=
</p>

<p><font face=3D"Arial">In weiteren analytischen Schritten wird gefragt, wi=
e die Mechanismen funktionieren, mit denen die geschlechtsspezifischen Diff=
erenzen und Hierarchien gebildet und aufrechterhalten werden. Dazu sind die=
 historischen und kulturellen Entwicklungen in den Geschlechterverh=E4ltnis=
sen heranzuziehen. Die Zeiten, in denen auch in den rechtlichen Kodizes das=
 Geschlecht als Ordnungs- und Unterdr=FCckungsfaktor wirkte und in denen Fr=
auen nicht dasselbe durften wie die M=E4nner ( z.B. w=E4hlen oder die Unive=
rsit=E4t besuchen ), sind in den europ=E4ischen L=E4ndern vorbei. Im rechtl=
ichen Kodex sind die direkten Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts al=
lm=E4hlich abgebaut worden. In der gesellschaftlichen Wirklichkeit ist Gend=
er dennoch ein gewaltiger Ordnungsfaktor geblieben, und auch ohne die recht=
liche Legitimation wirkt die hierarchische Geschlechterordnung. Deswegen si=
nd Normen weiterhin unter der Frage nach den indirekten Diskriminierungen u=
nd Privilegierungen zu untersuchen. </font></p>

<p><font face=3D"Arial">Im folgenden werden diese Schritte f=FCr das Proble=
m der Lohnungleichheit skizziert.</font></p>

<p align=3D"CENTER"><a name=3D"P49_11780"></a><a href=3D"https://library.fe=
s.de/fulltext/asfo/01638.htm#P18_237"><img src=3D"https://library.fes.de/im=
ages/digbib/d_prev.gif" border=3D"0"></a><a href=3D"https://library.fes.de/=
fulltext/asfo/01638.htm#TopOfPage"><img src=3D"https://library.fes.de/image=
s/digbib/d_inhalt.gif" border=3D"0"></a><a href=3D"https://library.fes.de/f=
ulltext/asfo/01638.htm#P143_53788"><img src=3D"https://library.fes.de/image=
s/digbib/d_next.gif" border=3D"0"></a></p><p><font face=3D"Arial" size=3D"+=
1">2. Eine Genderanalyse zum Problem der Lohngleichheit</font></p>

<p><a name=3D"P50_11832"></a><font face=3D"Arial" size=3D"+1">2.1 Das Ph=E4=
nomen der Lohnungleichheit zwischen Frauen und M=E4nnern</font></p>

<p><font face=3D"Arial"><b>Erste Erkenntnis:</b> Die Lohnungleichheit unter=
 M=E4nnern und Frauen ist ein internationales Ph=E4nomen. W=E4hrend Frauen =
50% Anteil an der Weltbev=F6lkerung haben, leisten sie 65% der insgesamt ge=
leisteten Arbeit, haben aber nur 10% Anteil am Einkommen und 1% Anteil am E=
igentum (Vgl. Dritte Welt Haus 1992). Betrachtet man nur den europ=E4ischen=
 Raum, so ist das geschlechtsspezifische Lohngef=E4lle, also der Anteil, de=
n das Einkommen der Frauen an dem Einkommen der M=E4nner hat, recht untersc=
hiedlich, Lohnungleichheit gibt es aber =FCberall. Wenn das Geschlecht bei =
der Einkommenssituation keine Rolle spielen w=FCrde, m=FCssten M=E4nner und=
 Frauen im Schnitt dasselbe verdienen. Das ist aber mitnichten der Fall. Di=
e Ergebnisse der letzten von Eurostat (dem statistischen Amt der Europ=E4is=
chen Gemeinschaften) durchgef=FChrten Verdienststrukturerhebung (SES) zeige=
n: Vollzeit besch=E4ftigte Frauen in der Industrie- und dem Dienstleistungs=
sektor verdienen im Durchschnitt 75% dessen, was M=E4nner verdienen. In led=
iglich vier Mitgliedstaaten, Belgien, D=E4nemark, Luxemburg und Schweden, b=
etrug die Differenz weniger als 15%. In Schweden war sie mit 12% am gerings=
ten. Am anderen Ende des Spektrums befinden sich Griechenland und die Niede=
rlande (70% der M=E4nnerl=F6hne) und Portugal, wo Frauen sogar nur einen An=
teil von 67% erreichen (vgl. Europ=E4ische Kommission 2001, S.6ff). </font>=
</p>

<p><font face=3D"Arial"><b>Zweite Erkenntnis: </b>Die Lohnungleichheit ist =
nicht in allen Bereichen gleich hoch, aber sie ist =FCberall vorhanden. Zun=
=E4chst ist in allen L=E4ndern der Unterschied zwischen =F6ffentlichem und =
privatem Sektor zu erkennen. Im privaten Sektor ist der geschlechtsspezifis=
che Unterschied erheblich gr=F6=DFer: Die Diskrepanz zwischen M=E4nner- und=
 Fraueneinkommen betr=E4gt hier 19 Prozentpunkte gegen=FCber 10 Prozentpunk=
ten im =F6ffentlichen Sektor. </font></p>

<p><font face=3D"Arial">In der Bundesrepublik Deutschland ist im Jahre 2002=
 der erste Bericht zur Berufs- und Einkommenssituation von Frauen und M=E4n=
ner erstellt worden, den die Bundesregierung einem gewerkschaftlich orienti=
erten Forschungsinstitut (WSI) =FCbertragen hat (Bericht der Bundesregierun=
g zur Berufs- und Einkommenssituation von Frauen und M=E4nnern, 2002). Nach=
 diesem Bericht bestimmt das Geschlecht in vielf=E4ltiger Weise die Einkomm=
ensposition:</font></p>

  <ul type=3D"CIRCLE"><p></p><li><font face=3D"Arial">In typischen Frauenbr=
anchen ist der Tariflohn geringer als in typischen M=E4nnerbranchen. Das sc=
heint ein internationales Ph=E4nomen zu sein und h=E4ngt mit der Unterbewer=
tung der Pflege und Sorgearbeit im Verh=E4ltnis zu der sogenannten produkti=
ven Arbeit zusammen. F=FCr das Gender Gap in der Alterssicherung kommt noch=
 hinzu, dass generell in den Frauenbranchen und Kleinbetrieben, in denen =
=FCberwiegend Frauen besch=E4ftigt sind, Systeme betrieblicher Altersversor=
gung bei weitem nicht so ausgebaut sind wie in den M=E4nnerbranchen und Gro=
=DFbetrieben.</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Je h=F6her die Position der Besch=E4ftigt=
en, je h=F6her ist der geschlechtsspezifische Lohnunterschied. W=E4hrend be=
i den Ungelernten das Geschlecht keine so eindeutige Differenz im Einkommen=
 mehr bewirkt, ist es in den jeweils h=F6heren Positionen sehr extrem: z.B.=
 verdienen Meisterinnen im Schnitt nur 57% dessen, was Meister verdienen. E=
benso ist das Ausbildungsniveau von entscheidender Bedeutung f=FCr das Gend=
er Gap: Fachhochsch=FClerinnen verdienen nach ihrer Ausbildung nur 69% dess=
en, was Fachhochsch=FCler verdienen, w=E4hrend junge Frauen ohne Ausbildung=
 82% dessen verdienen, was junge M=E4nner ohne Ausbildung verdienen. Darin =
zeigt sich eindeutig, dass die Konkurrenz zwischen den Geschlechtern in den=
 h=F6heren Positionen sich in Deutschland zugunsten der M=E4nner entscheide=
t. Offenbar ist das in =D6sterreich genau umgekehrt, hier sind die gr=F6=DF=
ten Unterschiede bei den Hilfskr=E4ften und die geringsten bei den h=F6here=
n Bildungsabschl=FCssen ( Breitner 2002).</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Das tarifliche Zulagenwesen ist bei M=E4n=
nert=E4tigkeiten weitaus ausgefeilter. M=E4nner bekommen f=FCr weitaus mehr=
 Aspekte ihrer Arbeit Zulagen, und die Zulagen sind mehr wert als die Zulag=
en in den Frauenarbeitsbereichen. Zulagen spielen bei M=E4nnern eine h=F6he=
re Rolle in ihrem Gesamtverdienst als bei Frauen. </font></li></ul>

<p><font face=3D"Arial"><b>Dritte Erkenntnis: </b>Aus der Lebenslaufperspek=
tive verdienen Frauen noch weitaus weniger als M=E4nner. Erstmals in der Bu=
ndesrepublik Deutschland wurden die Einkommen berechnet, die eine Kohorte v=
on M=E4nnern und Frauen im Laufe ihres Lebens erwerben konnten. Das Ergebni=
s ist ersch=FCtternd: Frauen verdienen im Verlauf ihres Lebens 42% dessen, =
was M=E4nner verdienen. Selbst wenn Frauen in ihrem Leben Voll- und Teilzei=
tarbeit gearbeitet haben, sind es nur 62%. Ein solcher Blick auf die Einkom=
mensrelation nimmt die Tatsache ernst, dass Frauen f=FCr die unbezahlte Hau=
s- und Familienarbeit zust=E4ndig sind und dass sie in der Zeit, in der sie=
 diese Arbeit leisten, entweder gar kein eigenes Einkommen haben oder aber =
ein relativ geringes aus einer Teilzeitbesch=E4ftigung. Aus der Lebenslaufp=
erspektive erkl=E4rt sich noch einmal klarer, warum die Alterssicherung der=
 Frauen, die =FCber die eigene Erwerbsarbeit erworben werden konnte, so ger=
ing ist: Die Altersarmut der Frauen w=E4re extrem, wenn sie nicht =FCber di=
e Ehe eine Absicherung erhielten.</font></p>

<p><font face=3D"Arial"><b>Vierte Erkenntnis:</b> Das Gender Gap wird im Al=
ter noch gr=F6=DFer: Je =E4lter die Frauen sind, desto h=F6her wird es. Die=
 =E4lteren Frauen haben noch geringere L=F6hne und entsprechend geringere R=
enten als die j=FCngeren. </font></p>

<p><font face=3D"Arial"><b>F=FCnfte Erkenntnis:</b> Die geschlechtsspezifis=
che Lohndiskrepanz ist in Deutschland in den letzten 20 Jahren nur um 2,8 P=
rozentpunkte (alte Bundesl=E4nder) bzw. 1,9 Prozentpunkte in den 90er Jahre=
n in den neuen Bundesl=E4ndern abgebaut worden. In =D6sterreich scheint sie=
 sich in den letzten Jahren sogar noch zu vergr=F6=DFern. </font></p>

<p><a name=3D"P62_17445"></a><font face=3D"Arial" size=3D"+1">2.2 Die Ursac=
hen der geschlechtsspezifischen Lohndiskriminierung: Geschlechterdifferenz =
und Hierarchisierung</font></p>

<p><font face=3D"Arial">In dem Lohn- und Einkommensbericht der Bundesregier=
ung geht es auch um die Ursachen f=FCr die Lohnungleichheit. Die Bundesrepu=
blik ist insofern ein interessantes Land, als durch die Vereinigung von Ost=
- und Westdeutschland auch zwei verschiedene geschlechterkulturelle Hinterg=
r=FCnde in ihren Auswirkungen auf die Gehaltssituation der Geschlechter bet=
rachtet werden k=F6nnen. Und die sind nicht zu untersch=E4tzen: 1997 verdie=
nten in Westdeutschland Frauen im Durchschnitt nur 74,8% dessen, was M=E4nn=
er verdienten, w=E4hrend sie in Ostdeutschland 93,9% verdienten ( Lohn- und=
 Einkommensbericht, S. 99). Eine Analyse nach den Strukturmerkmalen belegt,=
 dass eine Geschlechterkultur, in der </font></p>

  <ul type=3D"CIRCLE"><p></p><li><font face=3D"Arial">die Erwerbsarbeit von=
 Frauen selbstverst=E4ndlich ist</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">die Kinderbetreuung nicht privatisiert is=
t </font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Qualifikationen nicht geschlechtsspezifis=
ch konnotiert sind</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">die Verdienstspanne zwischen Hoch- und Ni=
edrigverdienern generell niedriger ist</font></li></ul>

<p><font face=3D"Arial">dazu geeignet ist, die Lohndiskriminierung zu verri=
ngern. </font></p>

<p><font face=3D"Arial">Die Ursachen f=FCr die Lohndiskriminierung aufgrund=
 des Geschlechts liegen in der Verschr=E4nkung von Geschlecht und Arbeit, u=
nd zwar der bezahlten wie der unbezahlten.<b> </b></font></p>

<p><font face=3D"Arial">In der =F6ffentlich gef=FChrten Diskussion =FCber A=
rbeitslosigkeit, die Zukunft der Arbeit oder die Arbeitsgesellschaft spielt=
 die private Arbeit keine Rolle. Analysen, die die Globalisierung, die Euro=
p=E4isierung der M=E4rkte, den wirtschaftlichen Strukturwandel und die schn=
elle Entwertung des Wissens zu den wesentlichen Faktoren z=E4hlen, die die =
Welt ver=E4ndern, basieren auf einem Arbeitsbegriff, den die feministische =
Wissenschaft seit langem kritisiert. Aus diesen Analysen f=E4llt das Geschl=
echterverh=E4ltnis, seine Differenz und Hierarchie, genauso heraus wie die =
unbezahlte Arbeit. Nimmt man die Arbeits- und Lebenssituationen von Frauen =
ernst, so sind wir nicht, wie immer wieder formuliert wird, auf dem Wege zu=
 einer Dienstleistungsgesellschaft, vielmehr ist diese Gesellschaft schon s=
eit langem eine Dienstleistungsgesellschaft. Die Dienstleistungsarbeiten, d=
ie die Frauen leisten, sind allerdings unbezahlt und fallen damit nicht nur=
 aus dem m=E4nnlichen Blick, sondern auch aus dem Bruttosozialprodukt herau=
s. Der m=E4nnliche Blick richtet sich vor allem auf den industriell produzi=
erten Warenwohlstand. Das soziale Wohlbefinden, das von Dienstleistungsarbe=
it abh=E4ngig ist, erscheint demgegen=FCber zweitrangig, wenn es nicht ganz=
 verleugnet wird.</font></p>

<p><font face=3D"Arial">In allen europ=E4ischen Staaten ist die gesellschaf=
tlich notwendige Arbeit grunds=E4tzlich in 2 verschiedenen Formen organisie=
rt: in bezahlter Erwerbsarbeit und in unbezahlter Arbeit. Gemessen in Stund=
en ist der Umfang der unbezahlten Arbeit gr=F6=DFer als der der bezahlten A=
rbeit. In der Bundesrepublik Deutschland werden j=E4hrlich etwa 60 Milliard=
en Stunden Erwerbsarbeit, aber 95,5 Milliarden Stunden unbezahlte Arbeit in=
 den privaten Haushalten geleistet. In den volkswirtschaftlichen Betrachtun=
gen und Berechnungen ist die unbezahlte Arbeit vollkommen ausgeblendet. Die=
 bezahlte Arbeit besitzt generell eine h=F6here Wertsch=E4tzung als die unb=
ezahlte Arbeit. Qualifikationserwerb, finanzielle Eigenst=E4ndigkeit und ko=
llektive Einbindung sind nur =FCber Erwerbsarbeit zu erreichen, unbezahlte =
Arbeit genie=DFt, wenn =FCberhaupt, allenfalls moralische Anerkennung.</fon=
t></p>

<p><font face=3D"Arial">Im Privaten wird all das getan, was nicht =F6ffentl=
ich geleistet wird. Die politische Konzeption des Sozialstaates setzt die R=
ahmenbedingungen, die dar=FCber entscheiden, was im Privatbereich zu tun is=
t: Das Ausma=DF der =F6ffentlichen Dienstleistungen im Bereich der Betreuun=
g, Bildung, Erziehung und Pflege ist von entscheidender Bedeutung f=FCr den=
 Umfang der privaten Arbeit. Je mehr und je bessere Pl=E4tze es f=FCr die T=
agesbetreuung von Kindern gibt, je mehr Ganztagsschulen und Freizeitangebot=
e f=FCr Jugendliche und je mehr ambulante und station=E4re Pflege f=FCr Kra=
nke und Hilfsbed=FCrftige zur Verf=FCgung stehen, desto geringer wird die p=
rivat zu leistende Arbeit. Die Grenzen zwischen privater und beruflicher Ar=
beit sind in den europ=E4ischen Staaten durchaus unterschiedlich gezogen. D=
ie Bundesrepublik bildet z.B. bez=FCglich der Angebote an au=DFerh=E4uslich=
er Kinderbetreuung eines der Schlu=DFlichter in Europa. </font></p>

<p><font face=3D"Arial">Die gesellschaftlich notwendige Arbeit ist aber nic=
ht nur in private und erwerbsm=E4=DFige gespalten, die beiden Formen der Ar=
beit sind auch geschlechtsspezifisch zugewiesen: In der Bundesrepublik leis=
ten Frauen ca. 35 Stunden unbezahlte Arbeit und 15 Stunden bezahlte Arbeit,=
 M=E4nner ca. 20 Stunden unbezahlte Arbeit und 30 Stunden bezahlte Arbeit. =
Frauen verbringen etwa zwei Drittel ihres gesamten Arbeitslebens in der pri=
vaten Arbeit, M=E4nner aber nur ein Drittel. Der sogenannte doppelte Lebens=
entwurf (Beruf und Familie) kann von Frauen unter den herrschenden Bedingun=
gen meistenteils nur unter Abstrichen an bezahlter Erwerbsarbeitszeit, am E=
ntgelt und an der Arbeitsqualit=E4t in der Erwerbsarbeit durchgesetzt werde=
n. F=FCr M=E4nner hat der Lebensentwurf, der eine Familie einschlie=DFt, ga=
nz andere Konsequenzen: Sie setzen in der Regel auf die vollst=E4ndige Entl=
astung von der privaten Arbeit, insbesondere der Sorgearbeit f=FCr Kinder u=
nd Hilfsbed=FCrftige, durch (ihre) Frauen. Die gesellschaftliche Geschlecht=
erordnung sieht also vor, dass Frauen die notwendigste Arbeit, die der t=E4=
glichen und generativen Reproduktion, unbezahlt und weitgehend privat verri=
chten, M=E4nner von dieser Arbeit freigestellt sind, um die "=FCbrige" Arbe=
it in Form der Erwerbsarbeit zu verrichten. Die materielle Sicherung ist al=
lerdings nur =FCber Erwerbsarbeit m=F6glich, wenn auch die Institution Ehe =
einen Unterhaltsanspruch, der Staat eine Existenzsicherung in Form der Sozi=
alhilfe bieten.</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Das bestehende Steuer- und Sozialversicherungssyste=
m f=F6rdert die strukturelle Spaltung und geschlechtsspezifische Zuschreibu=
ng der Arbeit. So wird z. B. in der Steuergesetzgebung in Deutschland durch=
 das Ehegattensplitting die Ern=E4hrerehe zum Normalfall gesetzt und damit =
die Zust=E4ndigkeit des Ehemannes f=FCr die finanzielle, die der Ehefrau f=
=FCr die reale Betreuung, Erziehung und Pflege von Kindern, alten und krank=
en Menschen. Der Spaltung in bezahlte und unbezahlte Arbeit entspricht die =
Zweiteilung staatlicher Sicherungssysteme in ein Versicherungssystem (f=FCr=
 diejenigen, die Erwerbsarbeit leisten) und ein F=FCrsorgesysteme (f=FCr di=
ejenigen, die nicht (ausreichend) =FCber Ehe oder Erwerbsarbeit abgesichert=
 sind). Die Institution Ehe verschafft theoretisch Versorgungsanspr=FCche a=
uch f=FCr diejenigen, die nicht durch eigene Erwerbsarbeit im Sozialversich=
erungssystem abgesichert sind. In der Praxis erweisen sich diese allerdings=
 als immer unzureichender. Sie treiben diejenigen, die darauf bauen, in die=
 Armut, besonders, wenn die Ehe gel=F6st wird.</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Erwerbsarbeit ist folgerichtig nach der m=E4nnliche=
n Normalbiographie gestaltet, setzt vollzeitige Verf=FCgbarkeit, r=E4umlich=
e Flexibilit=E4t und m=E4nnliche Kultureignung voraus. Frauen fallen nicht =
qua Geschlecht (im Sinne von "sex") heraus, aber ihr Geschlecht (im Sinne v=
on "gender") wird oft zum Ausgrenzungsgrund. Wenn Frauen die ihnen zugewies=
ene private Arbeit leisten, sind sie, je nach Umfang, nicht in der Lage, si=
ch den Normen der Erwerbswirtschaft an Zeit und Verf=FCgbarkeit zu beugen. =
</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Diese Ausgrenzung hat jedoch auch eine andere Seite=
: Frauen kennen beide Seiten der Arbeit, wenn sie private und Erwerbsarbeit=
 nebeneinander oder hintereinander leisten. Sie erwerben Qualifikationen un=
d entwickeln normative Orientierungen, die mit der privaten Arbeit verbunde=
n sind. Dies haben sie den M=E4nnern voraus, denen die Anspr=FCche der priv=
at organisierten Arbeit in der Regel fremd sind. Das Eingehen auf unmittelb=
are Lebensbed=FCrfnisse, der Umgang mit vielf=E4ltigen, gleichzeitig auftre=
tenden Anforderungen und das partielle Zur=FCckstecken der eigenen W=FCnsch=
e, das alles charakterisiert die private Arbeit mit Kindern und Pflegebed=
=FCrftigen. Wenn Frauen sich f=FCr den "gerechten Lohn" ihrer Arbeit einset=
zen, dann tun sie das mit dem doppelten Blick auf die Arbeit. Sie wollen di=
e Erfahrungen aus der privaten Arbeit nicht f=FCr sich behalten, sondern si=
e auch f=FCr M=E4nner verbindlich machen und demzufolge auch die Bedingunge=
n der Erwerbsarbeit ver=E4ndern, damit diejenigen, die die private Arbeit l=
eisten, zum Normalfall werden.</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Die Formel von der Vereinbarkeit von Beruf und Fami=
lie als politisches Ziel verk=FCrzt und individualisiert das Problem der hi=
erarchischen Geschlechterverh=E4ltnisse in bezug auf Arbeit. Die Formel von=
 der Vereinbarkeit suggeriert, dass durch individuelles Verhalten unter den=
 gegebenen strukturellen Bedingungen die Geschlechterhierarchie zu ver=E4nd=
ern sei. Normative Vorgaben und subjektive Orientierungen lassen die Verein=
barkeit zu einem Problem der Frauen werden. F=FCr sie werden dann auch, etw=
a in Frauenf=F6rderpl=E4nen, bessere Rahmenbedingungen geschaffen, damit si=
e die ihnen zugewiesene Arbeit in Haus und Familie (die auch h=E4ufig die V=
ersorgung des Ehemannes umfa=DFt) besser und ohne allzu gro=DFe finanzielle=
 Einbu=DFen bew=E4ltigen k=F6nnen. Frauen haben aber das sogenannte Vereinb=
arkeitsproblem nur deswegen, weil M=E4nner es nicht haben. Immer, wenn prin=
zipiell auch M=E4nnern Vereinbarkeitsl=F6sungen angeboten werden, zeigt es =
sich, dass sie diese Angebote in =FCberw=E4ltigender Mehrheit gar nicht wol=
len (Erziehungsurlaub, Karenzangebote, Teilzeit, Erziehungsgehalt). Die wen=
igen M=E4nner, die sich auf die den Frauen angebotenen L=F6sungen zur Verei=
nbarkeit einlassen, sp=FCren die strukturellen Zw=E4nge und die Wirksamkeit=
 der herrschenden Geschlechterbilder deutlich: materielle Einbu=DFen und ei=
ne Verachtung als Mann. </font></p>

<p><font face=3D"Arial">Die partnerschaftliche Arbeitsteilung, die als Vere=
inbarkeitsl=F6sung angeboten wird, bezieht sich auf das Teilen der unbezahl=
ten Arbeit zwischen Mann und Frau in der Familie. Diese Arbeitsteilung soll=
en die Paare individuell organisieren. Damit wird aber ausgeblendet, dass d=
ie Normen der Erwerbsarbeit nach den m=E4nnlichen Biographien gestaltet sin=
d und damit auch M=E4nner, die partnerschaftliche Arbeitsteilung wirklich p=
raktizieren wollen, die im Erwerbsarbeitssystem geltenden Normen unterlaufe=
n m=FCssen, wenn sie reduzierte Arbeitszeiten, Flexibilit=E4t f=FCr Belange=
 von Kindern und alten Menschen und begrenzte Einsatzf=E4higkeit und Mobili=
t=E4t einfordern.</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Die Probleme, die aus der Spaltung der Arbeit in un=
bezahlte und bezahlte sowie aus der geschlechtsspezifischen Zuweisung der E=
rwerbsarbeit entstehen, lassen sich nicht durch individuelles Verhalten l=
=F6sen. Hier bedarf es politischer L=F6sungen, die sowohl die Notwendigkeit=
 der Spaltung in private und Erwerbsarbeit infrage stellen, als auch die St=
rukturen der Erwerbsarbeit, insbesondere ihre geschlechtsspezifische Spaltu=
ng, ver=E4ndern wollen. </font></p>

<p><font face=3D"Arial">Die gesellschaftliche Produktivit=E4t der privaten =
Arbeit ist verborgen. Der Wert der privaten Arbeit f=FCr die Gesellschaft m=
u=DF in die Analysen =FCber die Arbeitsgesellschaft einbezogen werden. Er w=
ird deutlich, wenn man sich vorstellt, dass Frauen auch nur f=FCr kurze Zei=
t die private Arbeit verweigern w=FCrden. Strategien zur Erreichung des "ge=
rechten Lohnes" d=FCrfen deshalb auch die Notwendigkeit, die Qualit=E4t und=
 Unersetzbarkeit der privaten Arbeit nicht =FCbersehen. Auch wenn andere Fo=
rmen der Organisation dieser Aufgaben w=FCnschenswert sind, so gilt es doch=
, von dieser Basisarbeit aus die als Erwerbsarbeit organisierte Arbeit zu v=
er=E4ndern.</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Der Arbeitsmarkt und das ihm vorgelagerte Bildungss=
ystem haben eine geschlechtshierarchische Struktur, die hervorbringt, worau=
f sie aufbaut: die Differenz der Geschlechter und ihre hierarchische Positi=
onierung. </font></p>

<p><font face=3D"Arial">Weil =FCber das Geschlecht die Zuweisung der privat=
en Arbeit erfolgt und diese Arbeit keine reale Wertsch=E4tzung besitzt, gel=
ten Frauen auf dem Arbeitsmarkt als "unsichere" und zweitrangige Arbeitskr=
=E4fte. Die herrschende Geschlechterordnung schafft demnach die Besonderhei=
t der Frauen auf dem Erwerbsarbeitsmarkt. Entsprechend hat sich eine geschl=
echtsspezifische Struktur des Erwerbsbereiches gebildet.</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Es gibt Frauenbranchen und Arbeitssektoren, in dene=
n =FCberwiegend Frauen arbeiten, und es gibt M=E4nnerbranchen und Arbeitsse=
ktoren, in denen =FCberwiegend M=E4nner arbeiten. Die Bildung geschlechtssp=
ezifischer Arbeitsfelder f=FChrt dazu, dass vor allem M=E4nner in ihrer Ber=
ufsarbeit keine Frauen treffen, die dieselben Arbeiten verrichten.</font></=
p>

<p><font face=3D"Arial">Es gibt "Frauenberufe", die mit der Eignung des wei=
blichen Wesens f=FCr diese Arbeit legitimiert werden, und es gibt M=E4nnerb=
erufe, die ebenfalls mit der Eignung des m=E4nnlichen Geschlechts begr=FCnd=
et werden. In den traditionellen Frauenberufen werden die dort geforderten =
Qualifikationen im Vergleich zu technischen Qualifikationen in traditionell=
en M=E4nnerberufen stark unterbewertet: Die den Frauen zugeschriebene Arbei=
t f=FCr und an Menschen wird geringer bezahlt als die den M=E4nnern zugesch=
riebene Arbeit an und mit technischen Apparaturen. Die geschlechtsspezifisc=
he Segmentation ist ein gutes Beispiel, um die Genderisierung in Strukturen=
 zu erkennen: Frauenberufe unterscheiden sich nicht nur darin von M=E4nnerb=
erufen, dass Frauen in ihnen arbeiten. Vielmehr ist die gesamte Anlage der =
Berufe und die Organisation der Ausbildung =E4u=DFerst verschieden: F=FCr F=
rauenberufe wird in Fachschulen ausgebildet, die den unterschiedlichen Tr=
=E4gern geh=F6ren. Oft muss f=FCr die Ausbildung noch ein Schulgeld entrich=
tet werden, f=FCr die Sch=FClerinnen gibt es keine Mitbestimmung. F=FCr M=
=E4nnerberufe wird in Schulen und Betrieben im Verbund ausgebildet, die Aus=
bildung ist allgemein auf Bundesebene geregelt und die Auszubildenden bekom=
men eine Verg=FCtung und nehmen an der betrieblichen Mitbestimmung teil. Fr=
auenberufe sind undurchl=E4ssig strukturiert, wer z.B. einen Beruf erlernt,=
 in dem es darum geht, kleine Kinder zu erziehen, kann sich nicht beruflich=
 weiterbilden, um z.B. gr=F6=DFere Kinder zu unterrichten. M=E4nnerberufe s=
ind dagegen durchl=E4ssig strukturiert, wer als gewerblich Auszubildender b=
eginnt, kann bis zum Diplom weiterlernen. Frauenberufe sind oft Assistenzbe=
rufe, die das hierarchische Geschlechterverh=E4ltnis widerspiegeln. Die Arz=
thelferin geht dem Arzt zur Hand, die Rechtsanwaltsgehilfin dem Rechtsanwal=
t, die psychologische Assistentin dem Psychologen und die technische Assist=
entin dem Techniker. Eine vergleichbare Form, in der typische M=E4nnerberuf=
e =FCberwiegend weiblich besetzten Berufen zuarbeiten, gibt es nicht. Die Z=
uweisung zu den Berufen erfolgt =FCber das Geschlecht: Frauen f=FChlen sich=
 f=FCr Frauenberufe geeignet und werden auch als geeignet angesehen, und M=
=E4nner werden als f=FCr M=E4nnerberufe geeignet angesehen und f=FChlen sic=
h auch so. Damit wandern sie in die Strukturen hinein, die wiederum Chancen=
 er=F6ffnen oder Chancen verbauen. Eine Gender Analyse verweist auf diese S=
trukturen und kommt damit auch zu einer geschlechterpolitischen Folgerung: =
Es geht nicht nur darum, die Orientierung von Jungen und M=E4dchen zu ver=
=E4ndern, es geht auch darum, die geschlechtsspezifisch wirkenden Diskrimin=
ierungen der Strukturen zu ver=E4ndern und die Strukturen aneinander anzugl=
eichen. </font></p>

<p><font face=3D"Arial">In Berufen und Arbeitssektoren, die von beiden Gesc=
hlechtern zu etwa gleichen Teilen besetzt sind, gibt es eine geschlechtsspe=
zifische Positionierung, durch die die M=E4nner die je h=F6her bewerteten P=
ositionen erreichen, seien es attraktivere Arbeiten oder Vorgesetzten- oder=
 Karrierepositionen. </font></p>

<p><font face=3D"Arial">Dar=FCber hinaus haben Frauen schlechtere Chancen, =
ihre Qualifikationen angemessen in der Erwerbsarbeit einzusetzen: Wenn sie =
nicht der m=E4nnlichen Normalbiographie entsprechen, sondern wegen der priv=
aten Arbeit teilzeitig und diskontinuierlich erwerbsarbeiten, werden sie au=
f schlechter bezahlte Arbeitspl=E4tze verwiesen. Ihre Qualifikationen werde=
n abgewertet, Zug=E4nge zu angemessenen Arbeitspl=E4tzen versperrt. Die unt=
erwertige Behandlung der erworbenen Qualifikationen trifft alle Frauen, auc=
h diejenigen, die sich dem m=E4nnlichen Lebensmuster verschrieben haben. Au=
ch ihnen wird zun=E4chst unterstellt, dass sie weniger verf=FCgbar sind, un=
d es bedarf konkreter Anstrengungen, diese Voreinstellungen zu =FCberwinden=
. </font></p>

<p><font face=3D"Arial">Aber nicht nur Berufe und Arbeitssektoren sind gesc=
hlechtsspezifisch differenziert und von der relativen Unterbewertung der Ar=
beit von Frauen gekennzeichnet, auch die Arbeitsverh=E4ltnisse sind nicht g=
eschlechtsneutral zugeordnet. Als "Vereinbarkeitsl=F6sung" bieten sich Frau=
en spezielle Arbeitsverh=E4ltnisse an: Teilzeitarbeit, eine Arbeitszeitverk=
=FCrzung ohne Lohnausgleich, Diskontinuit=E4t der Erwerbsarbeit, ungesch=FC=
tzte Besch=E4ftigungsverh=E4ltnisse oder Honorar- und Zeitvertr=E4ge. Alle =
diese besonderen Arbeitsverh=E4ltnisse bieten jedoch in der Regel weniger E=
ntgelt und soziale Sicherung, weniger jedenfalls als das m=E4nnliche Normal=
arbeitsverh=E4ltnis, von dem sie abweichen.</font></p>

<p><font face=3D"Arial">So wird die Spaltung der Arbeit und ihre geschlecht=
sspezifische Zuweisung zementiert: je weniger finanzielle Sicherheit eine P=
erson besitzt, desto st=E4rker ist sie auf eine andere Person oder die staa=
tliche Unterst=FCtzung angewiesen. Niedrige Einkommen binden Frauen an eine=
n verdienenden Ehemann, dem sie wiederum die private Arbeit leisten. Die no=
rmative Verpflichtung zu unbezahlter Arbeit und die symbolische Geschlechte=
rordnung schaffen die Voraussetzungen, dass Frauen nicht in denselben Arbei=
tsbereichen, denselben Arbeitsverh=E4ltnissen und in der gleichen Kontinuit=
=E4t wie die M=E4nner besch=E4ftigt sind. </font></p>

<p><a name=3D"P91_34635"></a><font face=3D"Arial" size=3D"+1">2.3 Verborgen=
e Diskriminierungen in der Arbeitsbewertung und der Tarifpolitik</font></p>

<p><font face=3D"Arial">In der Regel verdient eine Frau, die dieselbe T=E4t=
igkeit ausf=FChrt wie ein  Mann, dasselbe Geld. Die Lohndiskriminierung der=
 Frauen ist, wie oben gezeigt, vor allem dadurch bedingt, dass Frauen in vi=
elen Bereichen gar nicht dieselbe Arbeit bekommen und die ihnen zugewiesene=
 schlechter bewertet wird. So m=FCssen die indirekten Diskriminierungen, di=
e z.B. in den Tarifvertr=E4gen verankert sind, herausgefunden werden. Dazu =
m=FCssen genaue Analysen von Arbeitsbewertung und tarifpolitischen Regelung=
en erarbeitet werden. Im Bericht der Bundesregierung zur Lohn- und Einkomme=
nssituation von M=E4nnern und Frauen werden neun Techniken im Rahmen der Ar=
beitsbewertung herausgefiltert, die dazu beitragen, Frauenarbeit tariflich =
abzuwerten (S. 217).</font></p>

  <ul type=3D"CIRCLE"><p></p><li><font face=3D"Arial">Die Anforderungen, di=
e an frauendominierten Arbeitspl=E4tzen auftreten, werden nicht bewertet, w=
eil sie nicht in das typische Bild des Frauenberufes geh=F6ren (Beispiel: E=
insatz von K=F6rperkraft bei Pflegepersonal).</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">F=FCr die Bewertung der von Frauen domini=
erten Arbeitspl=E4tze werden andere Kriterien verwandt als die f=FCr die Be=
wertung der von M=E4nnern dominierten Arbeitspl=E4tze (Beispiel: Im Tarifve=
rtrag werden bestimmte Kriterien erst in den m=E4nnerdominierten Bereichen =
herangezogen: selbstst=E4ndige Leistungen, Verantwortung und Schwierigkeit =
werden erst in den oberen, m=E4nnerdominierten Verg=FCtungsgruppen ber=FCck=
sichtigt, in den darunterliegenden Gruppen spielen diese Kriterien keine Ro=
lle.).</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Kriterien, die =E4hnliche Sachverhalte er=
fassen, werden mehrfach bewertet und beg=FCnstigen damit m=E4nnerdominierte=
 Gruppen (Beispiel: Kriterien wie Entscheidungen treffen, Ma=DF an Verantwo=
rtung, hoher Ermessens-, Entscheidungs-, Gestaltungs- und Beurteilungsspiel=
raum erfassen =E4hnliches, differenzieren es aber, um h=F6here Bewertungen =
zu legitimieren.).</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Die Interpretation von Kriterien erfolgt =
nach geschlechtsspezifischen Vorstellungen (Beispiel: physische Belastung w=
ird allein als dynamische Muskelbelastung definiert, w=E4hrend die f=FCr Fr=
auen typischen Belastungen wie etwa st=E4ndiges Stehen oder feinmotorische =
Beanspruchung nicht ber=FCcksichtigt werden.).</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Es werden Bewertungsspielr=E4ume er=F6ffn=
et und diese Spielr=E4ume werden zu ungunsten von Frauent=E4tigkeiten genut=
zt (Beispiel: Es werden Sondergruppen gebildet oder Gruppen, die sich beson=
ders hervorheben, die aber nur f=FCr m=E4nnlich dominierte T=E4tigkeiten in=
 Frage kommen, wie etwa "Bademeister".).</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Die Kriterien der Bewertung werden aneina=
nder gebunden, d.h. wenn bestimmte Kriterien nicht erf=FCllt sind, kommen h=
=F6herwertige Kriterien gar nicht ins Blickfeld (Beispiel: Besondere Verant=
wortung ist nur gegeben, wenn gr=FCndliche, umfassende Fachkenntnisse und s=
elbstst=E4ndige Leistungen erf=FCllt sind, was zur Folge hat, dass bei der =
Eingruppierung der Arbeit von Erzieherinnen das Kriterium der Verantwortung=
 =FCberhaupt nicht herangezogen wird.).</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Die Gewichtung von Kriterien, die vor all=
em auf m=E4nnerdominierte T=E4tigkeiten zutreffen, ist unverh=E4ltnism=E4=
=DFig hoch und bekommt entsprechend viel Geld zugewiesen (Beispiel: Muskelk=
raft ).</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Anspruchsvolle T=E4tigkeiten werden erst =
dann ber=FCcksichtigt, wenn sie mit einem bestimmten Zeitanteil erf=FCllt w=
erden (Beispiel: die Chinesisch sprechende Sekret=E4rin, die nicht dauernd =
mit Chinesen zu tun hat, wird f=FCr ihre Sprachkenntnisse nicht entlohnt.).=
</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Es werden verschiedene Arbeitsbewertungss=
ysteme mit unterschiedlichen Bewertungslogiken f=FCr die Arbeitspl=E4tze be=
i ein und demselben Arbeitgeber verwendet: Das f=FChrt dann im Effekt h=E4u=
fig dazu, dass die typischen Frauent=E4tigkeitsbereiche unterbewertet sind.=
</font></li></ul>

<p><font face=3D"Arial">Auch die Struktur der Entgeltgruppen kann diskrimin=
ieren und die Geschlechterhierarchie verst=E4rken: </font></p>

  <ul type=3D"CIRCLE"><p></p><li><font face=3D"Arial">Die H=F6he des Entgel=
ts f=FCr die unterste Gruppe entscheidet dar=FCber, ob jemand in dieser Gru=
ppe =FCberhaupt eigenst=E4ndig leben kann oder auf den Unterhalt von andere=
n angewiesen ist. In der untersten Gruppe sind in der Regel Frauen eingrupp=
iert. </font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Dar=FCber hinaus ist entscheidend, wie da=
s Verh=E4ltnis zwischen den Entgeltgruppen ist. Hier gibt es Spannweiten bi=
s zu 400%, d.h. dass diejenigen, die in der obersten Gruppe eingruppiert si=
nd, das Vierfache von dem verdienen, was diejenigen bekommen, die in der un=
tersten Gruppe eingruppiert sind. Je h=F6her diese Spannweiten sind, desto =
mehr werden diejenigen, die in den unteren Gruppen sind, - und das sind =FC=
berwiegend Frauen, - in der Verdienstrelation nach unten fallen. </font></l=
i>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Die Durchl=E4ssigkeit der Stufen ist ein =
weiteres, diskriminiererungsverd=E4chtiges Strukturmerkmal: traditionelle F=
rauenbereiche haben in der Regel Tarifvertr=E4ge, in denen die Durchl=E4ssi=
gkeit nicht gegeben ist. An einer bestimmten Lohn- und Gehaltsgruppe ist ei=
nfach Schluss.</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Im Bereich des Zulagenwesens ist genau zu=
 pr=FCfen, wof=FCr Zulagen gew=E4hrt werden, ob sie sich auf bestimmte Tari=
fgruppen beschr=E4nken und wie hoch sie sind. So erhalten typische M=E4nner=
t=E4tigkeiten in der Regel pauschale Zuschl=E4ge, w=E4hrend im Bereich der =
typischen Frauenarbeit nur stundenweise und bei Vorliegen einer bestimmten =
Arbeit Zuschl=E4ge bezahlt werden (Beispiel: ein M=FCllwerker erh=E4lt paus=
chale Zulagen wegen der besonderen Belastungen seiner Arbeit, eine K=FCchen=
hilfe erh=E4lt nur stundenweise Zulagen, solange sie am Sp=FClbecken steht.=
 ).</font></li></ul>

<p><a name=3D"P110_39845"></a><font face=3D"Arial" size=3D"+1">2.4 Handlung=
sfelder und Ziele, um die geschlechtsspezifische Lohndiskriminierung abzuba=
uen</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Erst der Blick auf die gesamte gesellschaftlich not=
wendige Arbeit, ihre Organisationsform und geschlechtshierarchische Zuweisu=
ng und Bewertung zeigt, dass die Geschlechterverh=E4ltnisse die grundlegend=
en Strukturen der Arbeit pr=E4gen. Entsprechend tiefgreifend sind auch die =
Ver=E4nderungen, die mit dem Bem=FChen um den Abbau geschlechtsspezifischer=
 Lohndiskriminierungen in Angriff genommen werden m=FCssen.</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Ziel ist es demnach, die Differenz und die Hierarch=
ie zwischen den Geschlechtern und den ihnen zugeteilten Arbeiten abzubauen =
und die Spaltung zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit zu =FCberwin=
den. Die bislang unbezahlte Arbeit und die mit ihr verkn=FCpften Erfahrunge=
n und Sichtweisen r=FCcken dabei ins Licht der =D6ffentlichkeit und erfahre=
n eine gesellschaftliche Bedeutung. Es geht um eine Ver=E4nderung der Struk=
tur der bislang unbezahlten privaten Arbeit, eine geschlechtergerechte Beza=
hlung und Positionierung im Erwerbsbereich sowie eine Neugestaltung der Erw=
erbsarbeit. Fragen nach dem Sinn von Arbeit, nach Arbeitszeiten und Arbeits=
formen werden dabei vor dem Hintergrund der weiblichen Lebenszusammenh=E4ng=
e zur Diskussion gestellt.</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Ans=E4tze f=FCr eine solche umfassende Politik lieg=
en sowohl in der gesellschaftspolitischen, arbeitspolitischen und in der ta=
rifpolitischen Wende: der eingeschr=E4nkte m=E4nnliche Blick mu=DF =FCberal=
l =FCberwunden werden.</font></p>

<p><a name=3D"P115_41284"></a><font face=3D"Arial" size=3D"+1">2.4.1 Zeiten=
 f=FCr unbezahlte und bezahlte Arbeit zwischen den Geschlechtern gerecht ve=
rteilen</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Die Neudefinition des Normalarbeitsverh=E4ltnisses =
mit der lebenslangen, vollzeitigen Bindung an die Erwerbsarbeit - unter Aus=
blendung der privaten Arbeit - steht an. Zukunftskonzepte wie 25 Stunden Er=
werbsarbeit und 25 Stunden Sorgearbeit f=FCr jede B=FCrgerin und jeden B=FC=
rger oder das Modell des "Doppelversorger Haushalt" auf der Basis subnormal=
er Arbeitszeiten ( 75% der heutigen Normalarbeitszeit f=FCr jede(n) ) m=FCs=
sen breit diskutiert werden, damit das Modell der Versorgerehe oder der mod=
ernisierten Versorgerehe (Er: Vollzeit, Sie: Teilzeit) abgel=F6st wird. </f=
ont></p>

<p><a name=3D"P119_41935"></a><font face=3D"Arial" size=3D"+1">2.4.2 Privat=
e Arbeit weiter professionalisieren und zwischen den  Geschlechtern gerecht=
 verteilen</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Die unbezahlte Sorgearbeit, deren Umfang im groben =
durch die Zeitbudgeterhebungen des Statistischen Bundesamtes bekannt ist, g=
ilt es genauer zu analysieren. Zu der immer wieder zitierten "Dienstleistun=
gsgesellschaft" geh=F6rt auch eine Ausweitung der Professionalisierung weit=
erer Teile dieser privaten Sorgearbeit. Erst wenn der Umfang der privaten A=
rbeit geringer geworden ist, kann sich der Ern=E4hrerlohn er=FCbrigen, und =
damit werden die Voraussetzungen geschaffen, dass Frauen nicht als die jewe=
ils zweitrangigen Arbeitskr=E4fte erscheinen m=FCssen. Die Professionalisie=
rung der Sorgearbeit ist dabei die beste Form der Aufwertung dieser bisher =
privat geleisteten Arbeit, weil dadurch Fragen nach der Qualit=E4t der Erzi=
ehung, Bildung und Pflege in den Vordergrund r=FCcken. Solange die Arbeitsb=
ereiche als Privatsache gelten, bleiben solche Fragen au=DFerhalb der gesel=
lschaftlichen Diskussion und Gestaltung. Konzepte zur Ausbildung der in die=
sem Bereich Arbeitenden, M=E4nner wie Frauen, werden dann zu gesellschaftsp=
olitischen Gr=F6=DFen, und die Frage, wie viele Ressourcen eine Gesellschaf=
t f=FCr diese Aufgaben bereitstellt, wird politisch diskutierbar. Ein Bench=
marking Proze=DF auf europ=E4ischer Ebene, bei dem die Staaten miteinander =
konkurrieren, wer das optimale Konzept der Erziehung und Bildung der jungen=
 Generation und der Pflege der =E4lteren vorzuweisen hat, k=F6nnte dazu bei=
tragen und die bisherige Fixierung auf die =F6konomischen Fragen entsch=E4r=
fen.</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Die Besch=E4ftigung mit der Sorgearbeit wird andere=
rseits auch die Grenzen der Professionalisierung zeigen. Auch bei einem opt=
imalen Angebot an =F6ffentlicher Erziehung und Bildung vom ersten Lebensjah=
r an und von Pflegeangeboten in jeder Lebenslage wird es Lebenssituationen =
und Umst=E4nde geben, in denen die betroffenen Eltern, Verwandten oder Bezu=
gspersonen Teile der Erziehung, Bildung oder Pflege in die eigenen H=E4nde =
nehmen wollen. In diesen F=E4llen bedeutet Aufwertung der Frauenarbeit, das=
s diese Arbeit in Form bezahlter Freistellung von der Erwerbsarbeit geleist=
et werden kann. Eine ausreichende finanzielle Absicherung ist eine wichtige=
 Voraussetzung daf=FCr, dass diese Arbeit auch f=FCr M=E4nner =FCberhaupt i=
n Betracht kommt (Erziehungs-/Pflegezeiten mit Lohnersatz). </font></p>

<p><font face=3D"Arial">Eine solche Umorganisation der Sorgearbeit, eine en=
tsprechende Qualifizierung der Arbeitenden und eine Umverteilung der neu st=
rukturierten Arbeit zwischen M=E4nnern und Frauen mu=DF durch eine neue Ges=
chlechterkultur unterst=FCtzt und getragen werden. Dazu ist die Verbreitung=
 und Unterst=FCtzung von kulturellen Aktionen, die die herrschenden Geschle=
chterrollen infrage stellen und Geschlechter nicht =FCber den bin=E4ren und=
 hierarchischen Code definieren, notwendig. Alle Versuche, die<b> </b>Ander=
sartigkeit von Frauen zum Ausgangspunkt oder zur Begr=FCndung einer Geschle=
chterpolitik zu machen, widersprechen dieser Kultur. </font></p>

<p><a name=3D"P124_44851"></a><font face=3D"Arial" size=3D"+1">2.4.3 Bereit=
s professionalisierte soziale Dienstleistungsarbeit angemessen qualifiziere=
n, institutionalisieren und bezahlen</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Der Umfang und die Anforderungen an die Qualit=E4t =
gesellschaftlich notwendiger Sorgearbeit f=FCr Menschen w=E4chst, nicht zul=
etzt durch das Anwachsen der Anzahl =E4lterer Menschen, die pflegebed=FCrft=
ig werden. Die entsprechenden Berufe aber sind von ihrer Konstitution her n=
och "Frauenberufe", also durch mangelnde Professionalit=E4t gekennzeichnet.=
 Die dort heute arbeitenden Frauen sp=FCren die Widerspr=FCche in ihrer Ber=
ufsarbeit. Enge Berufsbilder und dem Anspruch der Arbeit unangemessene Arbe=
itsbedingungen erschweren das lebenslange Verbleiben in diesem Beruf.</font=
></p>

<p><font face=3D"Arial">Vorschl=E4ge zur Neuordnung von Pflegeberufen liege=
n bereits vor, Kernpunkt ist, dass durch eine vielf=E4ltige Ausbildung die =
M=F6glichkeit zum Wechsel im Pflegebereich gegeben wird. Eine Professionali=
sierung impliziert aber auch, dass eine Ausbildung bis zur h=F6chsten Stufe=
 gef=FChrt wird, dass also ein Berufsfeld entsteht, in dem auch eine Hochsc=
hulausbildung einbezogen ist. In der Bundesrepublik haben sich die Pflegewi=
ssenschaften bislang noch nicht an allen Universit=E4ten bzw. Fachhochschul=
en etabliert, die Ordnung des Berufsbildes steht ebenfalls noch aus. </font=
></p>

<p><font face=3D"Arial">Die Verwissenschaftlichung von Pflege und Erziehung=
 ist erforderlich, da in diesem Bereich das reflexible Selbstverst=E4ndnis =
konstituierend ist. Dar=FCber hinaus fehlt den Berufen die institutionelle =
Selbstbestimmung, d.h. eine Kammer- oder Verbandsstruktur, in der =FCber di=
e Belange der Berufsarbeit verhandelt wird, die daf=FCr sorgt, dass die Ber=
ufsarbeit in ihrer Qualit=E4t gesichert bleibt. </font></p>

<p><font face=3D"Arial">Bei der heute bestehenden Struktur ist eine Frauenf=
=F6rderung in den Professionen unbedingt erforderlich, damit nicht die gesc=
hlechtshierarchischen Positionierungen weiter fortgef=FChrt werden. M=E4nne=
rn gelingt es n=E4mlich zunehmend, in diesem Berufsbereich Aufsichts- und K=
ontrollfunktionen einzunehmen. Dadurch wird die Geschlechterhierarchie zeme=
ntiert. </font></p>

<p><a name=3D"P130_46826"></a><font face=3D"Arial" size=3D"+1">2.4.4 Die Ge=
schlechtertrennung in Berufen aufheben, die Vergeschlechtlichung von Berufe=
n r=FCckg=E4ngig machen</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Professionalisierungsprozesse, also die Entwicklung=
 von Berufen, finden in Kulturen statt, die die Geschlechter =FCber den bin=
=E4ren Code nicht nur different, sondern auch hierarchisch konstruieren. Be=
trachtet man die Geschichte von Berufen, so lassen sich =E4hnliche Phasen e=
rkennen: In einer ersten Phase sind Frauen generell von dem Beruf ausgeschl=
ossen. Die m=E4nnlichen Inhaber der Professionen f=FCrchten, dass die Fraue=
n als Tr=E4gerinnen geringeren sozialen Prestiges sie um ihr Sozialprestige=
 und hohes Einkommen bringen k=F6nnten, wenn sie in die Profession eindring=
en. Eine zweite Phase besteht in der ersten =D6ffnung von Professionen gege=
n=FCber den Frauen, jedoch auf der Basis der polarisierenden Geschlechterdi=
fferenz: Die unterstellte Andersartigkeit der Frau wird dazu benutzt, sie n=
ur in bestimmte Segmente der Profession einzulassen. Hier ist die Basis der=
 horizontalen Hierarchisierung zu finden. Der Einschlu=DF des weiblichen Ge=
schlechtes =FCber das spezifisch Weibliche f=FChrt dazu, dass Frauen vor al=
lem in den Bereichen der Profession besch=E4ftigt werden, die dem tradition=
ellen Weiblichkeitsbild nahe sind (z.B. in der juristischen Profession das =
Sozial- und Jugendrecht, in der Medizin die Kindermedizin). In einer dritte=
n Phase verst=E4rkt sich die horizontale Hierarchisierung =FCber das Geschl=
echt, indem Frauen in die Arbeitssegmente verwiesen werden, die eine gr=F6=
=DFere Laienn=E4he haben, die weniger in der =D6ffentlichkeit sind, die wen=
iger Fachkompetenz fordern und die weniger gut bezahlt und angesehen sind. =
In dieser Phase spielt das Weiblichkeitsbild nicht mehr die entscheidende R=
olle, dennoch bleiben Frauen in spezifischen Segmenten der Profession. So w=
erden z.B. Architektinnen mit Arbeitszuschnitten betraut, die der Semi-Prof=
ession technischer Zeichnerinnen =E4hneln. Die wenigen Frauen, die in den M=
=E4nnern vorbehaltenen Positionen aufsteigen, z.B. die Bauleitung, werden a=
ls Ausnahme gewertet, wodurch die Abwertung der =FCbrigen Frauen legitimier=
t wird. Die Marginalisierung von Frauen in Professionen hat zum einen den N=
achteil, dass Frauen aus den etablierten Feldern herausgedr=E4ngt werden un=
d damit die Anerkennung, die Macht und das Geld nicht in vollem Umfange err=
eichen. Andererseits kann diese Marginalisierung aber auch zur Entwicklung =
anderer, innovativer und risikoreicher Strategien f=FChren, die wiederum de=
n Erwerb von Kompetenzen beg=FCnstigen, die Frauen zun=E4chst abgesprochen =
wurden. So entwickeln z.B. Architektinnen, die aus der Profession gedr=E4ng=
t werden, neue umfassendere Blicke auf die Wohnsituation und besch=E4ftigen=
 sich z.B. mit frauengerechter Stadtplanung. Diese Beobachtung, dass Frauen=
 durch die Marginalisierung in der Lage sind, neue Berufs- und T=E4tigkeits=
felder zu entwickeln, darf jedoch nicht zur Legitimation der Marginalisieru=
ng von Frauen in Professionen benutzt werden. Solche Entwicklungen sind auc=
h wieder als Vergeschlechtlichungen von bestimmten Berufskompetenzen zu kri=
tisieren. Es gilt vielmehr, diese aufzul=F6sen, damit unabh=E4ngig vom Gesc=
hlecht sachgerechte fachliche L=F6sungen f=FCr Probleme gefunden und diese =
auch in Berufen organisiert werden.</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Betrachtet man diese vier Phasen der Professionalis=
ierung und Vergeschlechtlichung, ergeben sich folgende Zielrichtungen:</fon=
t></p>

<p><font face=3D"Arial">Der Zugang f=FCr Berufe mu=DF M=E4nnern wie Frauen =
ge=F6ffnet werden, es darf keinen Ausschlu=DF =FCber das Geschlecht geben. =
Das bedeutet in der Konsequenz, dass sowohl Frauen in traditionelle M=E4nne=
rberufe, dass aber auch M=E4nner in traditionelle Frauenberufe eingelassen =
werden.</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Die Vergeschlechtlichung von Arbeitsaufgaben ist r=
=FCckg=E4ngig zu machen. Die Verkn=FCpfung von Geschlecht und spezifischen =
F=E4higkeiten ist aufzul=F6sen, f=FCr Berufe darf es keine Eignung von Pers=
onen qua Geschlecht geben, sondern immer nur die Eignung nach der Entwicklu=
ng der je individuellen F=E4higkeiten.</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Der Hierarchisierung von Berufssegmenten ist entgeg=
enzuwirken. Berufe sind Effekte der arbeitsteiligen Erf=FCllung von gesells=
chaftlich notwendigen Aufgaben. Die Spezialisierung darf jedoch nicht in ei=
ne extreme Hierarchisierung f=FChren. Die Erfahrungen zeigen n=E4mlich, das=
s die Hierarchisierung auch immer gleich mit einer Geschlechterhierarchisie=
rung verbunden wird. </font></p>

<p><a name=3D"P137_51079"></a><font face=3D"Arial" size=3D"+1">2.4.5 Ma=DFs=
t=E4be der Arbeitsbewertung infrage stellen und neue Verfahren einsetzen </=
font></p>

<p><font face=3D"Arial">Einer der wesentlichen Mechanismen zur Abwertung de=
r Frauenarbeit besteht darin, dass nicht die konkreten Arbeitst=E4tigkeiten=
 von Frauen analysiert werden, sondern Frauen vielmehr als ganze Person ges=
ehen werden, als solche eingesetzt werden und dann dem gesellschaftlichen W=
ert und der gesellschaftlichen Funktion ihres Geschlechts entsprechend nied=
rig bezahlt werden. Frauen werden qua Geschlecht als Zuverdienerinnen oder =
als Person, die nur einen vorehelichen Unterhalt zu verdienen hat, angesehe=
n, der gesellschaftlich vorgeschriebene Lebensentwurf begr=FCndet dann die =
niedrige Bezahlung ihrer Arbeit. Die Bewertung der gesamten Person statt ih=
rer Arbeitst=E4tigkeiten findet sich besonders ausgepr=E4gt in frauentypisc=
hen Berufsfeldern. So wird die Leistung einer Sekret=E4rin nicht als fachli=
che Leistung anerkannt, sondern die Frau bekommt Anerkennung als Frau, als =
ganze Person. Sie wird als unentbehrlich bezeichnet, und im Einsatz all ihr=
er pers=F6nlichen Kompetenz geachtet, es spielt aber keine Rolle, was sie k=
onkret leistet. Diese Personalisierung der Qualifikation wird auch von den =
Frauen selber unterst=FCtzt, sie verstehen ihre Assistenzarbeit oft nach de=
m Muster der Ehe. Assistenzarbeit bietet ihnen dann eine Teilhabe an Reputa=
tion und Karriere des Chefs, die Anerkennung basiert nicht auf der eigenen =
Leistung.</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Die Kehrseite der Bezahlung der Person anstelle der=
 bestimmten Leistung ist, dass Frauenberufe durch "entgrenzte Anforderungen=
" zu kennzeichnen sind. Es fehlen konkrete Analysen und detaillierte Arbeit=
sbeschreibungen, vielmehr werden komplexe Arbeitsaufgaben bestimmt, die Fra=
uen dann entsprechend ihrem "Wesen" zu erf=FCllen haben. </font></p>

<p><font face=3D"Arial">Eine Konfrontation der detailliert beschriebenen Ar=
beitsanforderungen mit den g=E4ngigen tariflichen Merkmalen der Arbeitsbewe=
rtung zeigt, dass sie erg=E4nzungsbed=FCrftig sind. Allen g=E4ngigen Arbeit=
sbewertungssystemen ist gemeinsam, dass sie soziale Qualifikationen bzw. so=
ziale Anforderungsdimensionen vernachl=E4ssigen. Untersuchungen haben jedoc=
h gezeigt, dass Anforderungen sozialer Art in jeder Berufsarbeit vorhanden =
sind, egal, auf welche sachlichen und fachlichen Inhalte sich die Arbeit be=
zieht. Mit dem Arbeitsbewertungsinstrument ABAKABA (Arbeitsbewertungssystem=
 nach Katz und Baitsch (1996)) liegt nun seit einiger Zeit ein Instrument v=
or, das insbesondere soziale Anforderungen und Beeintr=E4chtigungen ber=FCc=
ksichtigt. Das Schema umfa=DFt Anforderungen und Beeintr=E4chtigungen im ps=
ychosozialen, im physischen Bereich und im Bereich der Verantwortung. Ein s=
olches Arbeitsbewertungsinstrument verspricht, die Qualit=E4t insbesondere =
von Frauenarbeit besser bewerten zu k=F6nnen.  </font></p>

<p align=3D"CENTER"><a name=3D"P143_53788"></a><a href=3D"https://library.f=
es.de/fulltext/asfo/01638.htm#P49_11780"><img src=3D"https://library.fes.de=
/images/digbib/d_prev.gif" border=3D"0"></a><a href=3D"https://library.fes.=
de/fulltext/asfo/01638.htm#TopOfPage"><img src=3D"https://library.fes.de/im=
ages/digbib/d_inhalt.gif" border=3D"0"></a><a href=3D"https://library.fes.d=
e/fulltext/asfo/01638.htm#P183_60164"><img src=3D"https://library.fes.de/im=
ages/digbib/d_next.gif" border=3D"0"></a></p><p><font face=3D"Arial" size=
=3D"+1">3. Bestimmung der Akteure in Gender Mainstreaming Prozessen gegen L=
ohndiskriminierung und die Rolle der Frauen und der Frauenpolitik</font></p=
>

<p><font face=3D"Arial">Die Gender Analyse hat die Ph=E4nomene aufgezeigt, =
die Ursachen benannt und die Handlungsfelder und Ziele aufgezeigt. Nun stel=
lt sich die Frage nach den  Akteuren. Jeder einzelne Akteur muss diese Gend=
er Analyse auf das eigene Arbeitsfeld beziehen, die eigene Rolle dabei defi=
nieren und die ersten Schritte einleiten, die die geschlechtsspezifische Di=
fferenz in der Entlohnung abbauen hilft. </font></p>

<p><font face=3D"Arial">Die Lohndiskriminierung wird von vielen verschieden=
en Akteuren aufrechterhalten, allerdings sind die Tarifvertragsparteien von=
 besonderer Bedeutung.</font></p>

<p><font face=3D"Arial">F=FCr eine Gewerkschaft hei=DFt das z.B.</font></p>

  <ul type=3D"CIRCLE"><p></p><li><font face=3D"Arial">Gender Mainstreaming =
in der Satzung verankern,</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Gleichstellungs- oder Genderbeauftragte i=
m Tarifsekretariat benennen,</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Gutachten =FCber tarifliche Diskriminieru=
ngen in einzelnen Tarifvertr=E4gen einholen,</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Checkliste f=FCr Tarifvertr=E4ge erstelle=
n und anwenden,</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">die Tarifkommissionen geschlechtergerecht=
 besetzen,</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">die Mitglieder der Tarifkommissionen schu=
len und f=FCr Genderfragen sensibel machen,</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">gesetzliche Grundlagen f=FCr equal pay po=
litisch einfordern,</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">die Arbeitszeitpolitik unter Gender Aspek=
ten gestalten.</font></li></ul>

<p><font face=3D"Arial">F=FCr die privaten und =F6ffentlichen Arbeitgeber h=
ei=DFt das z. B.</font></p>

  <ul type=3D"CIRCLE"><p></p><li><font face=3D"Arial">Gender Mainstreaming =
in das Leitbild des Unternehmens aufnehmen </font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Betriebliche Lohnanalysen unter der Gesch=
lechterperspektive vornehmen</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Bewertungsma=DFst=E4be unter der Geschlec=
hterperspektive ver=E4ndern </font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Antidiskriminierungspl=E4ne entwickeln, u=
msetzen und kontrollieren</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Tarifvertr=E4ge nach den gesetzlichen Vor=
gaben neu gestalten</font></li></ul>

<p><font face=3D"Arial">Dar=FCber hinaus stehen in der Verantwortung</font>=
</p>

  <ul type=3D"CIRCLE"><p></p><li><font face=3D"Arial">der Gesetzgeber: er m=
u=DF die gesetzlichen Grundlagen f=FCr "equal pay" schaffen (vgl. Schweden)=
</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">die Gerichte: sie k=F6nnen schon heute ni=
cht diskriminierende Arbeitsbewertungssysteme heranziehen, um Entscheidunge=
n =FCber den gerechteren Lohn zu treffen</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">ArbeitsmarktpolitikerInnen: sie m=FCssen =
die geschlechtergerechte Gestaltung von Arbeitssektoren, Arbeitsbedingungen=
 und Qualifizierungsprozessen vornehmen</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">BerufsbildungspolitikerInnen: sie m=FCsse=
n die androzentrischen Bewertungen und Gestaltungen der Berufsbilder, der b=
eruflichen Ausbildungen und der Laufbahnen ver=E4ndern</font></li></ul>

<p><font face=3D"Arial">Gender Mainstreaming Prozesse in Organisationen und=
 Institutionen ersetzen nicht den Druck, den Frauen f=FCr ihre Interessen a=
us=FCben m=FCssen. Erfahrungen aus anderen L=E4ndern zeigen, dass dieser Dr=
uck durchaus erfolgreich sein kann: In Norwegen wurde pauschal eine Diskrim=
inierungszulage f=FCr die frauendominierten T=E4tigkeiten gezahlt, in Schwe=
den gibt es ein Gesetz, das die Arbeitgeber verpflichtet, Lohn- und Gehalts=
analysen vorzulegen und entsprechende Ma=DFnahmen zu treffen, in Kanada hab=
en Gerichtsprozesse zu hohen Nachzahlungen f=FCr die weiblichen Besch=E4fti=
gten in Kommunen gef=FChrt, und in England gibt es neue analytische und nic=
ht diskriminierende Arbeitsbewertungssysteme im kommunalen Bereich, die ber=
eits angewendet werden, weil die Kosten f=FCr die Klagen f=FCr die Arbeitge=
ber allm=E4hlich zu hoch wurden.</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Aus den Erfahrungen der Bewegung von Frauen in der =
Bundesrepublik lassen sich folgende strategische Ansatzpunkte finden:</font=
></p>

  <ul type=3D"CIRCLE"><p></p><li><font face=3D"Arial">Reinigungsfrauen habe=
n die Tarifverhandlungen gest=F6rt, sind mit ihren Putzeimern in die Verhan=
dlungen hinein gekommen, um ihre Forderungen nach angemessener Bezahlung zu=
 unterstreichen. Sie hatten damit Erfolg. Die Frauen nahmen den Mut aus Sem=
inaren, in denen sie ihre Arbeit beschrieben, ihre Anforderung benannten un=
d die Ergebnisse dann mit den Merkmalen des Tarifvertrages verglichen. Dies=
es Ergebnis war f=FCr sie frustrierend, ihre Arbeit wurde in keiner Weise v=
om Tarifvertrag richtig erfasst. Das Selbstbewusstsein, das die Frauen aus =
der Seminararbeit gezogen haben, hat dann zu dieser Aktion w=E4hrend der Ta=
rifverhandlungen gef=FChrt.</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Juristinnen haben Rechtsgutachten erstell=
t, die konkrete Fragestellungen zu Diskriminierungspotentialen in Tarifvert=
r=E4gen hatten. Solche Gutachten k=F6nnen differenziert die Diskriminierung=
en f=FCr einzelne Berufsgruppen darstellen.</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Arbeits- und Sozialwissenschaftlerinnen h=
aben empirische Untersuchungen durchgef=FChrt, mit denen die Lohndiskrimini=
erung bewiesen werden kann: Die Anwendung diskriminierungsfreier Arbeitsbew=
ertungssysteme hat sich bew=E4hrt, und in der Bundesrepublik gibt es bereit=
s zwei Projekte, die f=FCr verschiedene Berufsgruppen darlegen, dass es ein=
e Lohndiskriminierung gibt. Die Anwendung analytischer Arbeitsbewertungssys=
teme kann die Gleichwertigkeit von typischer M=E4nner- und typischer Frauen=
arbeit belegen.</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Besch=E4ftigte Frauen k=F6nnen klagen. De=
r Klageweg muss jedoch gewerkschaftlich unterst=FCtzt werden und es m=FCsse=
n daraus Aktionsformen erwachsen.</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Besch=E4ftigte Frauen k=F6nnen Aktionen n=
ach dem Motto "Kollektiver Dienst nach Vorschrift" durchf=FChren. Solche Ak=
tionen zeigen, wie notwendig und wertvoll die Arbeitst=E4tigkeit an den den=
 Frauen zugeschriebenen Arbeitspl=E4tzen f=FCr die Organisationen sind. Das=
 erkennt man erst, wenn diese Arbeit nicht getan wird.</font></li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Frauen k=F6nnen sich in ihrem jeweiligen =
politischen Zusammenhang f=FCr ein Entgeltgleichheitsgesetz einsetzen. Arbe=
itgeber bekommen dadurch eine Berichtspflicht und die Pflicht, einen Entgel=
tgleichheitsplan zu erstellen. Sie k=F6nnen Wahlpr=FCfsteine entwickeln und=
 die Abgeordneten pr=FCfen, die von ihnen gew=E4hlt werden wollen.</font></=
li>

  <p></p><li><font face=3D"Arial">Gewerkschafterinnen m=FCssen sich eindeut=
ig f=FCr den Gebrauch analytischer Arbeitsbewertungssysteme einsetzen, auch=
 wenn das dem traditionellen Denken der Tarifpolitiker nicht entgegenkommt.=
 Verhandlungen =FCber die Neuordnung von Tarifvertr=E4gen m=FCssen prozesso=
rientiert gelegt werden, das bedeutet, dass vorl=E4ufige Vereinbarungen get=
roffen werden, die dann vor Ort =FCberpr=FCft werden. Die Pr=FCfung der Aus=
wirkungen auf die Frauen und M=E4nnert=E4tigkeiten ist sonst nicht m=F6glic=
h, auch unabh=E4ngig von der Art des Arbeitbewertungssystems, das vereinbar=
t wird. </font></li></ul>

<p><font face=3D"Arial">Sehr wichtig ist die Aufkl=E4rung =FCber die Lohndi=
skriminierung und ihre Ursachen. Nicht nur Arbeitgeberverb=E4nde leugnen, d=
ass es so etwas =FCberhaupt gibt, wie j=FCngst in der Bundesrepublik Deutsc=
hland geschehen, auch viele Frauen sp=FCren die Problematik nicht unbedingt=
 hautnah. Erst wenn sie betriebliche Lohnanalysen sehen, Entwicklung von Lo=
hn und Gehalt in verschiedenen Berufen zur Kenntnis nehmen, und wenn sie si=
ch gegenseitig Mut machen, die m=E4nnlichen Normen nicht als die allgemein =
g=FCltigen zu akzeptieren, w=E4chst die berechtigte Wut =FCber die Diskrimi=
nierung in diesem Bereich.</font></p>

<p align=3D"CENTER"><a name=3D"P183_60164"></a><a href=3D"https://library.f=
es.de/fulltext/asfo/01638.htm#P143_53788"><img src=3D"https://library.fes.d=
e/images/digbib/d_prev.gif" border=3D"0"></a><a href=3D"https://library.fes=
.de/fulltext/asfo/01638.htm#TopOfPage"><img src=3D"https://library.fes.de/i=
mages/digbib/d_inhalt.gif" border=3D"0"></a><!-- TRANSIT - NEXT ELEMENT ueb=
er-1 --><!-- .A HREF=3D""..IMG SRC=3D"../images/digbib/d_next.gif" BORDER=
=3D"0"../A. --></p><p><font face=3D"Arial" size=3D"+1">Literatur</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Bericht der Bundesregierung zur Berufs- und Einkomm=
enssituation von Frauen und M=E4nnern,  2002 . Deutscher Bundestag Drucksac=
he 14/8952</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Breitner, Marion (2002). Von Pechmarie zu Cashmary =
- Eine Tagung als Wegweiserin zu gendergerechter Geldverteilung. In: Dokume=
ntation der Tagung vom 26.4.2002, Wien veranstaltet von: Verein "Frauen ber=
aten Frauen" und Arbeitsgruppe "Frauen und Armut" des =D6sterreichischen Ne=
tzwerks gegen Armut und soziale Ausgrenzung</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Cyba, Eva (1998): Geschlechtsspezifische Arbeitsmar=
ktsegregation: Von den Theorien des Arbeitsmarktes zur Analyse sozialer Ung=
leichheiten am Arbeitsmarkt, in: Geissler, Birgit; Maier, Friederike: Fraue=
nArbeitsMarkt, Berlin, S. 37-63</font></p>

<p><font face=3D"Arial">DAG (1998): Goldst=FCcke statt Kupferm=FCnzen. Glei=
ches Entgelt f=FCr gleiche Arbeit, Hamburg</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Damm-R=FCger, Sigrid, Stiegler, Barbara (1996): Soz=
iale Qualifikation im Beruf, Bielefeld</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Degen, Barbara (1998): Ein- und H=F6hergruppierungs=
recht f=FCr Frauen am Beispiel des BAT/BAT-O. =D6TVfrau, Stuttgart</font></=
p>

<p><font face=3D"Arial">Dritte Welt Haus (1992), Atlas der Weltverwicklunge=
n, Hrsg.: Peter Hammer Verlag </font></p>

<p><font face=3D"Arial">Europ=E4ische Kommission, Besch=E4ftigung und Sozia=
les (2001): Gleichstellung von Frauen und M=E4nnern. Magazin zum Aktionspro=
gramm f=FCr die Gleichstellung von Frauen und M=E4nnern (2001 - 2005) Luxem=
burg</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Geissler, Birgit; Maier, Friederike; Pfau-Effinger,=
 Birgit (Hrsg.) (1998): FrauenArbeitsMarkt, Berlin</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Gottschall, Karin (1998): Doing Gender while Doing =
Work? Erkenntnispotentiale konstruktivistischer Perspektiven f=FCr eine Ana=
lyse des Zusammenhangs von Arbeitsmarkt, Beruf und Geschlecht, in: Geissler=
, Birgit u.a. (Hrsg.) (1998), S. 63 - 95</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Holtgrewe, Ursula (1997): Frauen zwischen Zuarbeit =
und Eigensinn. Der EDV-Einzug in Kleinstbetriebe und die Ver=E4nderungen we=
iblicher Assistenzarbeit, Berlin</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Kapeller, Doris; Kreimer, Margarete; Leitnek, Andre=
a (1999): Hemmnisse der Frauenerwerbst=E4tigkeit, BAGS, Wien</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Karsten, Maria-Eleonore (1998): Zur Reform der Erzi=
eherinnenausbildung. =D6TV Dokumentation, Fachbereich Sozial-, Kinder- und =
Jugendhilfe, Materialien 1/1998, Stuttgart</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Katz, Christian, Baitsch, Christof (1996): Lohnglei=
chheit f=FCr die Praxis. Zwei Instrumente zur geschlechtsunabh=E4ngigen Arb=
eitsbewertung, hrsg. vom Eidgen=F6ssischen B=FCro f=FCr die Gleichstellung =
von Mann und Frau, Z=FCrich</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Mesech, Sabine (1999): Gesundheit und Pflege - ein =
Berufsfeld mit Zukunft, in: Die berufsbildende Schule, 51, 3, S. 117-120</f=
ont></p>

<p><font face=3D"Arial">=D6TV Hessen (1993-1998): Frauen wollen mehr. Brosc=
h=FCrenreihe Frankfurt</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Rabe-Kleberg Ursula (1993): Normalisierung und Prof=
essionalisierung der Berufe im Sozial-, Erziehungs- und Pflegebereich, in: =
Senatsverwaltung f=FCr Arbeit und Frauen, Berlin, S.57-68. </font></p>

<p><font face=3D"Arial">Senatsverwaltung f=FCr Arbeit und Frauen Berlin (19=
93): Soziale Frauenberufe in der Krise. Aufwertung und Berufsperspektiven, =
Berlin</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Stiegler, Barbara (1996): Tarifpolitik gegen Entgel=
tdiskriminierung. Hrsg.: DGB Bundesvorstand, Abteilung Frauenpolitik, D=FCs=
seldorf</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Stiegler, Barbara (1999): Welcher Lohn f=FCr welche=
 Arbeit? =DCber die Aufwertung der Frauenarbeit. Hrsg: Forschungsinstitut d=
er Friedrich-Ebert-Stiftung, Abt. Arbeit und Sozialpolitik </font></p>

<p><font face=3D"Arial">Stiegler, Barbara (2002): Gender Macht Politik - 10=
 Fragen und Antworten zum Konzept Gender Mainstreaming Hrsg: Forschungsinst=
itut der Friedrich-Ebert-Stiftung, Abt. Arbeit und Sozialpolitik </font></p=
>

<p><font face=3D"Arial">Wetterer, Angelika (1995): Dekonstruktion und Allta=
gshandeln. Die (m=F6glichen) Grenzen der Vergeschlechtlichung von Berufsarb=
eit, in: Wetterer, Angelika (1995), S. 223-247</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Wetterer, Angelika (Hrsg.) (1995): Die soziale Kons=
truktion von Geschlecht in Professionalisierungsprozessen, Frankfurt/M. (u.=
a.)</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Winter, Regine (Hrsg.) (1994): Frauen verdienen meh=
r. Zur Neubewertung von Frauenarbeit im Tarifsystem, Berlin</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Winter, Regine, Krell, Gertraude (1997): Aufwertung=
 von Frauent=E4tigkeiten. Ein Gutachten im Auftrag der =D6TV, Stuttgart</fo=
nt></p>

<p><b><font face=3D"Arial">Zur Autorin:</font></b></p>

<p><font face=3D"Arial">Dr. Barbara Stiegler, Dipl.-Psychologin, Dipl.-P=E4=
dagogin, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Arbeit und So=
zialpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn. Arbeitsschwerpunkt: Frauenf=
orschung</font></p><!-- START END -->
<hr>
<font size=3D"-2">
=A9 <a href=3D"mailto:wwwadm@www.fes.de">Friedrich Ebert Stiftung</a>
| <a href=3D"https://library.fes.de/fulltext/asfo/support.html">technical s=
upport</a> | net edition=20
<a href=3D"mailto:walter.wimmer@fes.de">fes-library</a> | August 2003
</font></td></tr></tbody></table>
<!-- END END -->



</body></html>
------MultipartBoundary--VrZGvCtSw9RfG3iL1gWRfs6K8ujGES4AM7AtmGDSWZ----
Content-Type: image/gif
Content-Transfer-Encoding: base64
Content-Location: https://library.fes.de/images/digbib/d_prev.gif

R0lGODlhaQAPAMQAADBZgxBAcPDz9tDZ4yBNeWCAoKCzxpCmvODm7HCNqbDA0FBzlsDN2YCZs0Bm
jP///wAzZgAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAACH5BAAA
AAAALAAAAABpAA8AQAX/ICSOZGmeaJo6T8M6aizPtFo8RvkwZPOIvoeQN2r1foHHAcV4CB6DmnQq
AjiujgQ0ANkdgT/CYvAgiIwjX/WBgEHGDQiDCBAMuNR8Ssjnuw99CnhqIzdREAaBeBAAZHwDMHMj
AWQFepclVlhYXA4AJARuoZwkDmYjoSQBWS54AJ8jVqeYtCNNbl1EYLsigKdovF4nc3UCsLW0AQIC
i7YIJAwCvMWwDM8jA9IQCg+4EKtyRNxLyOXm5+jpVAAMBezH6vEiTX1CMMK8QUIClmdxaT9ELHjC
h1+4WFvkTQmAQMAvXRAIEYJwww2wiAG5wYNgRlIdBM0UzkjU7wxEid0cUxwQoKDIv10ElDAZQMab
SBkAoJgQcDKgGoYPjuHDKMIOE5CJctyUQSbBJgdctBjwBOjfxAUJpXpK9I/AMqcOGgiII+lbpaWY
Rm2MMWoWqCtu1YUAADs=

------MultipartBoundary--VrZGvCtSw9RfG3iL1gWRfs6K8ujGES4AM7AtmGDSWZ----
Content-Type: image/gif
Content-Transfer-Encoding: base64
Content-Location: https://library.fes.de/images/digbib/d_next.gif

R0lGODlhaQAPAMQAACBNeRBAcPDz9nCNqTBZg9DZ47DA0FBzlpCmvGCAoODm7KCzxsDN2YCZs0Bm
jP///wAzZgAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAACH5BAAA
AAAALAAAAABpAA8AQAX/ICSOZGmeaKqubOu+qWAQDwE8B/KMTOH8v4Do0SgxGKTGYwB0ACDKhxQJ
q1ohD4OIhhPphL2mQ4gtAoAF3w+gZAKfSgjgoHg8r/hWnSC6CUgMUoIPDlFSgFQihoJFcSMDD4l5
kyNnZBAEDiMBTphiY2dvn2uhTU+lY5SqJpB8Bq8FEAFEImFNZLSISUumUDtedqvCEAkPCloQCwW5
EEcozLWSSpoljgQCAnfD29zd3t/g4S4OSyMCD2QHXYGDhIuLgw3wtIsCCeJVBn8QA9gIIgWoODsB
rZk0QiYcEUOIzwWNARAEDCgWQB01doOoFRyoqB09Qg50IGvoQl8/EQoQLgTkIYnExoPUdslSIIAP
SRc3yi2swUMNkABnHiyIaXCXmzW+RqgrcOmm06cpQgAAOw==

------MultipartBoundary--VrZGvCtSw9RfG3iL1gWRfs6K8ujGES4AM7AtmGDSWZ----
Content-Type: image/gif
Content-Transfer-Encoding: base64
Content-Location: https://library.fes.de/images/digbib/d_inhalt.gif

R0lGODlhaQAPALMAAICZsxBAcPDz9iBNeaCzxjBZg9DZ42CAoLDA0HCNqeDm7FBzlsDN2UBmjP//
/wAzZiH5BAAAAAAALAAAAABpAA8AQAT58MlJq7046827/xzjTAzzDA7TOM2zJk3cGOazOIdkCNIK
WKsWaEi0iEgCB6HHcjVJNYki+WNWXbGEAxYrej+OcLM0CSRbQQp5VzngVuLwL/2td2SNwKPQKJTz
DwGAEwV+f0ISggMTeI12jxhHEiUoS2kveDQTBA4BAA6GPkBPkKUVkg9kgQJnToipJgEOCHizTleM
pKa7vL2+v8DBXnEtIgJ6rslQFJ8Oi1YTcdLCXqglnIuXuqp7OAoKubhMr9RE1ibY2tIpEwIIJ0rQ
FXTlRecSn59o2zUI6wu3RpGr52EGCz3cmu17RcYNwAn+BCnBk00XwYsYOUQAADs=

------MultipartBoundary--VrZGvCtSw9RfG3iL1gWRfs6K8ujGES4AM7AtmGDSWZ----
Content-Type: image/gif
Content-Transfer-Encoding: base64
Content-Location: https://library.fes.de/images/digbib/d_titel.gif

R0lGODlhaQAPAMQAABBAcDBZg6CzxiBNefDz9uDm7HCNqdDZ45CmvGCAoLDA0B9MeYCZs8DN2UBm
jP///wAzZgAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAACH5BAAA
AAAALAAAAABpAA8AQAX/ICSOZGmeaKqubOu+4sOUTVMyD+k8guM7AcjOYWrkRDUIgNAYCnm/oOJI
ahRgrsAP6gNAkoCf4BHd9aJPIo1q5Ymc5p9jADk8DG8CwYuFyUY7D4IkODqChw82gYiLZF82IwWO
OzMlAGOHDXR9LFpyPwtyYZ8+AaNyQWF8gD9eWkEiqkqkm0IGDA6rnC5/VZAjhYBcpWlFbJoPCsVx
xDi6EAW/uyu9I0mEVE+VhmpVx7F6k9VvDwgkCePT6uvs7e7v8PErRoiHBoz1mY2Cio4kjF8EbYKT
b8YAO4cKdJMXYxsSaRCCkXNIbiGSY2PoEKSIzqEZhiPSXQOWbV+iYmusSdkY40McIhtGihAA2ZAG
RInaTDhJ+VAEDhxEKN14UEtENJoQqoU5cGAhTmbEdhgQ5cBOrkckxVEMiCDAAAMECjxDSpbdqKIw
QgAAOw==

------MultipartBoundary--VrZGvCtSw9RfG3iL1gWRfs6K8ujGES4AM7AtmGDSWZ----
Content-Type: image/gif
Content-Transfer-Encoding: base64
Content-Location: https://library.fes.de/images/digbib/d_digbib.gif

R0lGODlhHADoAKIAAP///73e/2Ol/4S1/0KM/yF7/wBj/wAAACwAAAAAHADoAEAD/2i63P4wyjle
CWSaEbr/X6ExBQBkAaAMQDW+8HrGUeewAq1HJSAyqdxuKBgYj0jkD1ZgmZ6BpST1rFpnE4HNAAJJ
I84OlECgDs9oSU+UUgQ1xaTc+B1xrthhMzCo8/BjdiYKgCYZMVSFAAE0BWR+aTAEJkIkKYyRmZqb
k1VRm0NOV5iIhYegGj2AGDoCq3ocfKeotCMlpAs4tbsOlx4mH4a8qVYGa3qPwy+TmC0ylS9bDLrK
1Z1SnRnMEARGK3N0Md2JAQKQECkDZOvswtXv8PEOwCJNT7MQsV2LIfINF1UMdKKxjYsKg9CYdBtg
zp+DgjsSKcoTL44JOZRoDNq0R//Wjlu9ACTU0GmUPyeETMmTqAhfvB7lyGhxp4adqxYy052rpQVT
l37+ylw05mknEGcpGdCcMnGpw6cTjrXZgFQSIBfxWKp8CnMSwyBGQ2ZgIYYiPIstkmSMsfEjGQXs
4hIIywuckYYwFvXCRHbEzSsVerikhdJAS4d/+ZGjaxDrPLPomkKGSrmy5ctcNX5acHOwBFEz1+oA
KLKUZM+YR8dCQ8WMQdQPCk5l4XjERYD2fLQaxTi1mjtXYDuAOac3UVw04hwBJiesVkDCfU9om6sq
habGDR+UjkoUlOwGN+c2DrF6bQ2XfpAG750e9xiFD09Y+A0c+NTP8UR/z2MhXh3I+SFH0iJfpEND
ClLghp5kk/0j14Nz8SfIQfJJ+FER+y2gykUsnRcZJjep51RkWFE34gP5WZGhhSxaWEBoxkR4IIcH
pbCiQHoZJIOHTJVjIxXgkQbMSC02kKKKRZ601TI5IoVgDCBx8QltyalDFBRJ2radeS+0h0d21GV5
HYVL9ncIhMmIGUFTm8FBoAK45UZkA+W5MUOdEEBhRCIiUDmCUFBAc19l8ZWpZi1eupcXJUsAyuMN
OT4UZg3WNXBiSE3tp5xdfRz6XgIAOw==

------MultipartBoundary--VrZGvCtSw9RfG3iL1gWRfs6K8ujGES4AM7AtmGDSWZ----
Content-Type: image/gif
Content-Transfer-Encoding: base64
Content-Location: https://library.fes.de/images/digbib/fes-log1.gif

R0lGODlhfQBPAPIAAP////f3/4yM/4SE/0pK/wgI/wAA/wAAACH5BAEAAAAALAAAAAB9AE8AQAP/
CLrc/jDKSau9T5jNuyGFJxIBMHRkKHKCum6EsBAvV8iBW5SAQNctG4+R68gAPE0tVeMQTKjia+cy
HBmnpmgnHUm6WpYiiXJ0d+OqocoEqlc3xW8zmHlAQuT8FdygG2BHZE14WjJvKHtLYFMDQz2CCwFX
SJQYXwpKU4wvhS8DiiOPmWU9o4ATAXWXmD1annBxr3urch61mh8OAgKjAb69rBY8YDG/LTEDyooE
ygM+HaAdBc7KvNVszgJZMA970Fuj3GuKN7+TzGMQPmpPrkYMtHvU1ZSBWKUN37R2Noh0DPqEA6Yt
mJlzvhAq/JUK4Zdr1gxKUvjFIZFt9U4J28ix/6PHj7ncEdExZN64NmvMVKGUawWulTrK+YpBUiU8
JKSc2PQD5s/JM75W6mvCy4OgfxssjQG6M6m6j1Cjqpr0C9SxbRqjBswnSSgSFyj/xIvGwGvObnp4
qV2LkS1bElpxvkPboEotAKF4OuDXUmnIiREYQhCsFViBw4eNYazGOGK9xY2fQY5sTZW2DNUmLVa6
YPIQdB6ocU6zpZmlvmM5SLNBoHVre2ah6NxrZA8suLJXiKwwREUzZe3OOu1Hx/aX2HhDN4OVkt/Q
EePInQMnRm7c69iza9/OnfvC7+APnlsKvkT5wecBWQR0jRex9eJPtRxR5bDLkJyMIL2T3N8bKv82
zEVUTYB4NYgfjPWiQ1co/JSNNvc859IC4wDIR2APVqNIJAIW4FprjiAVhwIOTvMhSlbQFsZwX22C
oQ2UGSjcbqTpFV0dJTrBWE+uqXEDPwGE9suCoXjYmgoCicVgdcR8eNcYJzYAyomuOULliT5cWVkD
Wb4W0JWusQcCYh4+c6JGOz413x37wRUkIXnZEMybYVxlnmZ2EiNRXAd+8J1dmYAFFEXO5ebUdFEc
sxASio733XV9rpAfPJMWN80yoXFZinvl9VIeOnzO2JQBd8WppC3+cLXVbD5o5tarr2a1UaT0rWjf
Es719MhfkkjmVkS/ysqRsN1p5yqeahHL537/K34gTxMe2mqcikmVw1mFetj6mXCnanoTqpbONlhs
J3lTGxD4oKtSDERIEqdeAqZIHKnvkjrSt4bSCK4VfN1i6DRSNkGYdZ1talRq4dL1QIQ1buCLUYXG
W8OIBVKaLbRDoDbvagqPqlSl8EZclr89MEsxwcWmrPLKLLfs8sswxyzzzDTXvCyZOFOTM2JeBspz
Djsj1kLQPc8QtJHE4PzIAIhQQeYpQAut5ivMppQjH1X72Z8hANS0plEE3sskt24Nqko2UehQtl1q
hdJaNMeokWQA5fiKx9weTy3ukmtkfGnaAVZcXcE13AXTxFmdAYGMEgPuh1py47cfwxQuwQsz/5MW
cFyzYzfuBMhaXx0Ocv++Yt4/3fLdLIe8ik3ONFdcfSrlLXbChur8jRu4A4y3zrfmAumSr+KCs0h3
aIDWdzproUmEDt7Fy9unvkz1tI3jWDdbh3MtPbEg6FaErTrrqiLhgd+L7Bf8Fo5sjPv5nSEVPNQH
o2zzR1dxqhF8+FPmzCSUcZ7/HBPAXQ3wf5nQHygq46pifc0JJhsSnMLwBPDtQH+q6IV7rEIVXmQn
UjkLnmvu0BOcvY01JxTCmG7lHz+t5Rmu0mAMXqisS0xvVLUQlPj2VQvK8Ypun/JUp2p4gT7RA0LZ
gMUhEvEh6thLOAbY1aZSkYrRzAqKQjKZgv+awLGJnaYUwHpVGH+lr44YkUrFuEa9fqONNa5jU8Ia
mBmsKIwbRu8uX+vWN0SYgVJMZYhBJOIwuNUYEbaNEAlyzjxG0TqqDEYCe4IKrW6RtfXdoVAtwaOq
sLIQISrEg9gZwgEhEhnCjBIy9mhMry4zR08tZSKRTBn/7keBRXkkhjUE3yyiUa81SKt8W+NX/RwQ
HR4wjRCPKMkWOOeEZ0Hrl3ublxPhlS6eFImFn9MbNRm1qsEFs4tlHJk3y0UtYU6omnCYiRPId6ms
aIyH09LdOIG5D8RVrhOBMcO8REE4bzrzE66TF4noeS4W8LF0jyPCAFHGDoDGixL/PGfDBJp9L3Ox
wDnFjI6c0CmkOE7rnd+M58LIBTDeFRQgEyUEe3hxu4yd7HisGmZIgTm+gOLmYtYkC0e9WE40GDMM
fwBpRMM5UUvoMg4iwykLVLEFbNKBGJ3JCzV2hTOIkokdPDvOVRd2zC1IZIUnG8lWx9BVfraLlmhN
q1rXytaZJQAAIf4zUmVkdWNlZCAzMSUgQCB3d3cucmFzcGJlcnJ5aGlsbC5jb20vZ2lmd2l6YXJk
Lmh0bWwAADs=

------MultipartBoundary--VrZGvCtSw9RfG3iL1gWRfs6K8ujGES4AM7AtmGDSWZ----
Content-Type: image/gif
Content-Transfer-Encoding: base64
Content-Location: https://library.fes.de/images/digbib/lone2.gif

R0lGODlh2QEbALMAAAAAABgYGDExMVJSUmtra4yMjK2trbW1tcbGxufn5+/v7///////////////
/////yH5BAEAAA8ALAAAAADZARsAQAT+8MlJq7046827/2AojmRpnmiqrmzrvnAsW8lBCEEF7Dwg
7T/fgzcEAovBoO8oRCKJzqOodsvplsPohCmUdhSIAmFg6VG4v223iSZ6QWAx+dxDR9fL5jc8LmPt
RnhJM4SFhh0JBgMBeoZvGmYsiYuNhxOTjJaSipkpjx6YlZqjpKWmp6ipqqusra6vV2qwhFBForJO
npEtnytSvYMxv7ezxcYPobGDgGvLzbZ3ztDRI8mxbs/MINa41Nq5bc9TnI3D0nd52+R+uHbQtcfx
llQ4Afb3+Pn6+/z9/v/4BBA4kEBEnDEDEipcyLChw4QECiBQsEfOw4sYM2KMOBFOAgT+BwyIHEmy
pMmTJA8gSECRg4KPIVHKnFlSJUt5OHPq3Mmzp8+fpl6CNKAsF9ALQkP6CQSsqAcFLwvSmdH0A9QE
Urs1rfo06tJgR8PK4Bbsm9k6555kwwNPHSV2f9ikowZqHQYodeTSfeMuBFlwbM+67TR1Wt4kccUq
rvtWE1d2K/6OkoyT8ojHFywv3jzWLmdE5PKKHk06wAADWTWEIs26teu8plGrqwKwtj6BBEHTts3b
Hu7UnxcnpUm8uPHjJm22DHEVq/Pn0KNLhw7VatTp2LNr1149uPfv4MOLH0++vPnz6I++Xs++vfv3
8OPLn0+/vv37+PPr38+/P+v0rDT+VxRmPQl4hVzE0HWCObwkiAKDdzn4YF8AinfQHFohqBc2dJjj
xS5qqUGgBRculccwDI443IEXgLhLJDDONcKKhQGWooxPwUTUgTLGuEU3Fer0143nCKagj95IiIFk
RmTxIV7iIGIDDi3W0heSRim4zZRWZFjkWltWAReU0nAYJE9D6pXkl5AZSWE1nslippGMEVYlWGzi
+Wad5aj5yDd8tvmmGSCeWVmcgInopzgv4ogWYhqWwGQXZSE54qTwuIilLWDC2ZiXSiyaJQeTZvgk
kIYe+ukhmKmpgmaGwGqMrB+MSAGtqYqHa3C7xtCrK6vtFxtwS4bG37C5HhOsf8xhAoCsXwbs1htA
v+lWz7TYUjsQsRpcqNG3DXG0XLd8gGvuQuIma4y357brrrvpMqcjcsYp98W89OZLnL1wXLfdv9F1
94W/ABeMlcDqztKcwQw37DBL4yYs8cQUV2zxxS1GAAA7

------MultipartBoundary--VrZGvCtSw9RfG3iL1gWRfs6K8ujGES4AM7AtmGDSWZ------
