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Date: Wed, 7 May 2025 17:49:01 +0200
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Die wirtschaftliche Dimension des kongolesischen B=FCrgerkrieges
 / Thomas Scheen - [Electronic ed.] - Bonn, 2003 - 6 S. =3D 20 KB, Text
. - (Kurzberichte aus der internationalen Entwicklungszusammenarbeit : Afri=
ka)
&lt;br&gt;Electronic ed.: Bonn : FES Library, 2003
&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;font size=3D-1&gt;&lt;i&gt;=A9 Friedrich-Ebert-Stif=
tung&lt;/i&gt;&lt;/font&gt;
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Die wirtschaftliche Dimension des kongolesischen B=FCrgerkrieges
 / Thomas Scheen - [Electronic ed.] - Bonn, 2003 - 6 S. =3D 20 KB, Text
. - (Kurzberichte aus der internationalen Entwicklungszusammenarbeit : Afri=
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<br>Electronic ed.: Bonn : FES Library, 2003
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=3D"INHALT"></center><br><br>
<!-- END BEGIN2 -->




<p><font face=3D"Arial"><i>Vier Jahre Krieg, nahezu drei Millionen Tote und=
 ein v=F6llig verw=FCstetes Land: Das ist Kongo-Kinshasa im Jahre Null eine=
r =DCbergangsregierung, an der alle wichtigen Rebellengruppen, die Regierun=
g, die politischen Parteien und die Zivilgesellschaft beteiligt sind. Doch =
jenseits eines br=FCchigen politischen Friedens bleibt die Frage nach den e=
igentlichen Gr=FCnden f=FCr diesen Krieg, der seinen Anfang in berechtigten=
 Sicherheitsinteressen des Nachbarlandes Ruanda nahm, sich aber im Verlaufe=
 der Jahre zu einem der w=FCstesten wirtschaftlich motivierten Konflikte de=
r Neuzeit entwickelte. Das Beispiel Ituri im Nordosten Kongos, wo sich die =
Ethnien der Hema und der Lendu nicht zuletzt wegen der Kontrolle =FCber die=
 Bodensch=E4tze gegenseitig umbringen zeigt, dass diese Auseinandersetzung =
noch lange nicht beendet ist. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Ha=
ag wagt sich am Beispiel Kongo deshalb auf Neuland. Die Ermittler wollen we=
stliche Wirtschaftsunternehmen haftbar machen, sofern ihre Aktivit=E4ten in=
 Kongo zur Finanzierung von Rebellengruppen und damit zu einer Verl=E4ngeru=
ng des Krieges gef=FChrt haben. </i></font></p>


<p><font face=3D"Arial">Die Herren gaben sich ausgesprochen wortkarg. Dass =
sie aus Pakistan kamen, war ihnen noch zu entlocken, und dass sie ,,Busines=
s" in Bunia machen wollten.  350 Dollar hatte jeder von ihnen der privaten =
Fluggesellschaft Challenger Air in Entebbe gezahlt, um nach Bunia transport=
iert zu werden. Dabei schien der Zeitpunkt f=FCr eine Reise nach Ituri ausg=
esprochen ung=FCnstig: Soldaten der europ=E4ischen Eingreiftruppe ,,Art=E9m=
is" unter franz=F6sischer F=FChrung hatte zwei Tage zuvor mehrere jugendlic=
he Hema-Milizion=E4re erschossen, die Kindersoldaten der UPC (Union de patr=
iotes congolais) befanden sich nur wenige Kilometer au=DFerhalb Bunias und =
niemand wusste, was die n=E4chsten Tage bringen w=FCrden. </font></p>

<p><font face=3D"Arial">Als der frisch rekrutierte Zollbeamte am Flughafen =
von Bunia den Zweck des Aufenthaltes wissen wollte, antworteten die Pakista=
ni wahrheitsgem=E4=DF mit ,,Gesch=E4ften". Dem Wortf=FChrer der drei, der e=
in paar Brocken Franz=F6sisch sprach, quoll dabei der pralle Geldg=FCrtel a=
us dem Hosenbund. Dollars, die in Gold umgesetzt werden sollten, das aus de=
n Minen von Kilo-Moto unweit von Bunia stammte. Sie zahlten bar, die Liefer=
ung war, so erz=E4hlten sie sp=E4ter,  ,,frei Entebbe".</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Die drei Pakistani waren lediglich kleine Fische im=
 gro=DFen Poker um die Rohstoffe Kongos. Wer gr=F6=DFeres im Sinn hat, flie=
gt direkt nach Kilo-Moto, der gr=F6=DFten Goldmine Kongos, und h=E4lt sich =
gar nicht erst mit den Zwischenh=E4ndlern in Bunia auf.  Die Reise ist l=E4=
cherlich einfach: Man ben=F6tigt die Thuraya-Nummer des lokalen Warlords, d=
ie jeder Charterflieger in Entebbe kennt, 1200 Dollar f=FCr das Flugzeug un=
d nat=FCrlich das Geld f=FCr die eigentliche Transaktion. Verkauft wird an =
jeden, und bei der R=FCckkehr nach Uganda werden kaum Fragen gestellt. Es s=
ind vor allem libanesische und indische H=E4ndler, die sich in die kleinen =
Cessnas quetschen, um die eine Flugstunde nach Kilo-Moto zu bew=E4ltigen. M=
ittlerweile haben eine Reihe von kenianischen Chartergesellschaften ihre Fl=
ugzeuge in Entebbe stationiert, weil die Nachfrage st=E4ndig steigt. Die sp=
ektakul=E4ren Preissteigerungen f=FCr Gold in den letzten Monaten haben das=
 Gesch=E4ft belebt. </font></p>

<p><font face=3D"Arial">Jenseits ethnischer Konflikte, wie sie bem=FCht wur=
den, um den Konflikt zwischen Hema und Lendu in Ituri zu erkl=E4ren, sticht=
 in Kongo vor allem eines ins Auge: Die zeitliche =DCbereinstimmung zwische=
n spektakul=E4ren Haussen bestimmter Rohstoffe und neuen Konflikten. Das is=
t zur Zeit f=FCr Gold in Ituri der Fall, und das war bei den Phantasiepreis=
en f=FCr Coltan zu Beginn des Jahres 2000 in der weiter s=FCdlich gelegenen=
 Provinz Kivu genauso. In beiden F=E4llen l=E4sst sich ein direkter Zusamme=
nhang zwischen Kampfhandlungen, Rekrutierungen von Kindersoldaten und wirts=
chaftlichen Interessen der verschiedenen bewaffneten Gruppen herstellen. </=
font></p>

<p><font face=3D"Arial">Die Konflikte zwischen Hema und Lendu gewannen zwar=
 vordergr=FCndig an Intensit=E4t, als sich die Lendu-freundliche Besatzungs=
macht Uganda im M=E4rz dieses Jahres aus Bunia zur=FCckzog und Ruanda =FCbe=
r die Hema Einfluss zu gewinnen suchte. Zum gleichen Zeitpunkt aber hatte d=
ie anhaltende Misere auf den internationalen Aktienm=E4rkten zu einer Fluch=
t der Anleger in Gold gef=FChrt. Und in Bunia begannen die K=E4mpfe. </font=
></p>

<p><font face=3D"Arial">Wie wenig diese Zust=E4nde im Kern mit ethnischen R=
ivalit=E4ten zu tun haben, auch daf=FCr ist die Mine von Kilo-Moto ein gute=
s Beispiel: sie ist besetzt von Lendu-Milizen und  wird gemanagt von einem =
Hema aus dem Norden Ituris, der mit der Hema-F=FChrung in Bunia verfeindet =
ist, was ihn aber nicht daran hindert, einen Teil des Goldes =FCber Bunia a=
bzusetzen.  Welche Dimensionen diese organisierte Pl=FCnderei angenommen ha=
t, verdeutlicht ein Blick in die Jahresstatistik der kongolesischen Zentral=
bank. Dort wird ausdr=FCcklich auf die Unzuverl=E4ssigkeit der eigenen Zahl=
en bez=FCglich der Ausfuhr von Bodensch=E4tzen (Gold, Diamanten, Kupfer, Ko=
balt, aber auch Kaffee und Holz) hingewiesen. Der angegebene Wert der Golde=
xporte etwa, sei schon deshalb fiktiv, weil nach Einsch=E4tzung der Zentral=
bank 90 Prozent des gef=F6rderten Edelmetalls illegal au=DFer Landes gescha=
fft wird.</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Der kongolesische Krieg, in den zeitweise sieben Ar=
meen und ein Vielfaches diverser Rebellengruppen verwickelt waren, ist in e=
rster Linie ein Wirtschaftskrieg, bei dem sich Regierungen und Rebellenf=FC=
hrer, Gro=DFunternehmen  und Kriminelle zu einem kaum zu durchschauenden In=
teressenverband zusammengetan haben. Das augenf=E4lligste Beispiel daf=FCr =
ist das Erz Coltan (Columbit-Tantalit), das in den ostkongolesischen Provin=
zen Nord-Kivu und S=FCd-Kivu, aber auch in Ituri im Tagebau gewonnen wird. =
Aus Coltan wird das Erz Tantal gewonnen, das sich durch hohe Hitze- und S=
=E4urebest=E4ndigkeit auszeichnet und deshalb bei der Herstellung von Konde=
nsatoren, Handys, Computern und Play-Stations Verwendung findet. </font></p=
>

<p><font face=3D"Arial">Im November vergangenen Jahres wurde der Gesch=E4ft=
sf=FChrer der belgischen Firma Cogecom, Jacques Van den Abeele, in Br=FCsse=
l unter dem Vorwurf der Geldw=E4sche und Urkundenf=E4lschung verhaftet. Van=
 den Abeele wurde Coltan-Schmuggel im gro=DFen Stil vorgeworfen und ein Br=
=FCsseler Untersuchungsrichter kam zu dem Ergebnis, dass diese Gesch=E4fte =
monatlich ,,mehrere Millionen Dollar" auf belgische Bankkonten sp=FClten. D=
abei war Van den Abeele nur ein R=E4dchen im Getriebe. Cogecom war Zwischen=
h=E4ndler f=FCr Coltan, das in der ostkongolesischen Provinz Kivu von einer=
 Firma namens Somigl (Soci=E9t=E9 mini=E8re des Grands Lacs) aufgekauft wur=
de, hinter der nach Erkenntnissen des Antwerpener Forschungsinstituts IPIS =
eine aus Burundi stammende Gesch=E4ftsfrau stehen soll. Somigl hatte mit de=
n Rebellen des RCD-Goma ein Monopol f=FCr den Ankauf von Coltan vereinbart,=
 nachdem im November 2000 die Preise f=FCr das Erz sprunghaft gestiegen war=
en. Der RCD zwang die Coltangr=E4ber, nur noch an Somigl zu verkaufen und k=
onnte sich auf diese Weise selbst finanzieren. Zu genau diesem Zeitpunkt h=
=E4uften sich die K=E4mpfe in Kivu, wobei die Sto=DFrichtung des RCD und de=
r mit ihm verb=FCndeten ruandischen Armee regelm=E4=DFig mit den neuesten C=
oltanfunden =FCbereinstimmten. Das Erz wurde anschlie=DFend =FCber Kigali a=
btransportiert, wobei auch dort ein Name auftauchte, der wundert: Victor Bo=
ut, ukrainischer Waffenh=E4ndler mit diversen P=E4ssen, darunter einem isra=
elischen, der drei verschiedene Fluggesellschaften in der Region betreibt. =
</font></p>

<p><font face=3D"Arial"> Doch diese Beispiele direkter Zusammenarbeit mit R=
ebellenf=FChrern sind nur die Spitze des Eisbergs. H=E4ufig laufen die Gesc=
h=E4fte wesentlich subtiler ab, wie das Beispiel von ,,Eagle Wings Resource=
s International" zeigt, an dem die amerikanische Trinitech International In=
c. aus Ohio beteiligt ist.  Die im Coltangesch=E4ft t=E4tige Eagle Wings ha=
t Niederlassungen in Burundi, Ruanda und in Kongo. Der f=FCr die Region zus=
t=E4ndige Manager ist Alfred Rwigema, der Schwager des ruandischen Pr=E4sid=
enten Paul Kagame, der wiederum die Rebellengruppe RCD-Goma kontrolliert. N=
ach Erkenntnissen der Vereinten Nationen verkaufte ,,Eagle Wings" nicht nur=
 Coltan an eine kasachische sowie eine chinesische Metallschmelze, sondern =
auch an das deutsche Unternehmen  H.C. Starck Gmbh&amp;Co KG in Goslar, ein=
em Tochterunternehmen der Bayer AG. Starck widersprach dem zwar mit dem Hin=
weis, kein Coltan aus Ostkongo zu beziehen. Das war formal sogar richtig, w=
eil das an Starck verkaufte Coltan offiziell aus Mozambik stammte. Nur: Moz=
ambik verf=FCgt nicht =FCber Coltan-Vorkommen.  Eine Expertengruppe der Ver=
einten Nationen, die der organisierten Pl=FCnderung kongolesischer Bodensch=
=E4tze nachgegangen war, erhielt Dokumente, die beweisen, dass eine Firma n=
amens Mozambique Gemstone Company gef=E4lschte Ursprungszeugnisse f=FCr ein=
e ruandische Coltanlieferung der Eagle Wings produziert hatte. Mozambique G=
emstone verkaufte die Lieferung an eine s=FCdafrikanische Firma namens AMC =
African Trading and Consulting Company Ltd., die das Coltan an die Niederla=
ssung von H.C. Starck in Rayong, Thailand, ver=E4u=DFerte. Das belegt ein K=
reditbrief der H.C. Starck an das niederl=E4ndische Unternehmen Chemie Phar=
macie Holland, das die gesamte Transaktion organisiert hatte und als Logist=
ik- und Finanzpartner von Eagle Wings  auftrat. </font></p>

<p><font face=3D"Arial">Es sind schriftliche Beweise wie dieser Kreditbrief=
, die die Strukturen hinter dem Schmuggel mit Rohstoffen aus Kongo sichtbar=
 machen und den Ermittlern des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Ha=
ag als Hebel dienen sollen. Knapp 30 Staaten will Chefankl=E4ger Luis Moren=
o-Ocampo ,,ermutigen", Finanztransaktionen in ihren L=E4ndern zu untersuche=
n, die in einem Zusammenhang mit Rohstoffk=E4ufen in Kongo stehen. Der Inte=
rnationale Strafgerichtshof st=FCtzt sich dabei auf die  OECD-Richtlinien f=
=FCr die T=E4tigkeit multinationaler Unternehmen. Demnach sind beispielswei=
se Banken verpflichtet, Auskunft =FCber Transaktionen zu geben, sollte sich=
 der Verdacht einer kriminellen Handlung ergeben. </font></p>

<p><font face=3D"Arial">Gleichzeitig aber hat die Ermittlergruppe um den ar=
gentinischen Generalstaatsanwalt Moreno-Ocampo keine andere Wahl, als auf A=
uskunftsbereitschaft der Banken zu hoffen. Im Gegensatz zu den Kriegsverbre=
chertribunalen f=FCr Jugoslawien oder Ruanda wird der Internationale Strafg=
erichtshof  nicht von den UN alimentiert, sondern von den Mitgliedsstaaten.=
 F=FCr 2004 sind gerade einmal die Kosten f=FCr die Vernehmung von 30 Zeuge=
n im Budget eingestellt. Zwei Millionen Euro betr=E4gt der gesamte Jahreset=
at. Das verdienen die Kriegsf=FCrsten in Kongo innerhalb eines Monats.</fon=
t></p>

<p><font face=3D"Arial">Die Ermittlergruppe wird deshalb auf die Zusammenar=
beit mit den nationalen Beh=F6rden angewiesen sein. Ein Anfang wurde mit de=
r Verhaftung von Jacques Van den Abeele in Belgien bereits gemacht, wobei d=
ies kein Zufall war: Belgische Firmen und Gesch=E4ftsleute sind in Kongo st=
=E4rker engagiert als Vertreter jeder anderen Nation, und der belgische Au=
=DFenminister Louis Michel will den neugewonnen Einflu=DF der ehemaligen Ko=
lonialmacht auf die Regierung von Joseph Kabila in Kinshasa nicht durch win=
dige Gesch=E4ftemacher kompromittiert sehen. Gleichzeitig macht gerade das =
Beispiel Belgien skeptisch, ob der Internationale Strafgerichtshof jemals E=
rfolg haben wird: Der UN-Untersuchungsbericht =FCber die Pl=FCnderungen der=
 Besatzungsm=E4chte nennt unter anderem drei belgische Banken, die aufgrund=
 von Kongo-Gesch=E4ften gegen die OECD-Richtlinien versto=DFen h=E4tten: Be=
lgolaise, Fortis und die Banque Bruxelles Lambert. Alle drei sind indes Ein=
richtungen, die sich aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung in ihrer Hei=
mat notfalls auf massiven politischen Schutz verlassen k=F6nnen. </font></p=
>

<p><font face=3D"Arial">Die Pl=FCnderungen der kongolesischen Bodensch=E4tz=
e sind indes nicht auf die von Uganda und Ruanda beherrschten Gebiete besch=
r=E4nkt. Die zimbabwische Armee, die im Krieg auf Seiten Kinshasas stand, v=
ermochte es ebenfalls, Profit aus ihrem milit=E4rischen Engagement zu ziehe=
n, wie das Beispiel  Mbuji-Maji zeigt. 1999 schickte sich der RCD-Goma an, =
den Fluss Sankuru in der Provinz Kasai zu =FCberqueren, um die als Diamante=
nmetropole bekannte Stadt Mbuji-Maji zu erobern. Ruanda schickte den Rebell=
en seine besten Soldaten. Aus kongolesischer Sicht aber war Mbuji-Mayi die =
Festung, die es zu halten galt. Neben der staatlichen Bergbaufirma G=E9cami=
nes (G=E9n=E9rale des carri=E8res et mines) im S=FCden Kongos ist der in Mb=
uji-Mayi beheimatete, halbstaatliche  Diamantenkonzern Miba (Soci=E9t=E9 mi=
ni=E8re de Bakwanga) eine der Milchk=FChe, von denen die Regierung in Kinsh=
asa lebt. Die zimbabwische Armee sprang den bedr=E4ngten Kongolesen bei und=
 konnte unter Einsatz von schwerer Artillerie den Vormarsch der Ruander sto=
ppen. Heute hat sich diese Solidarit=E4t in Form einer neuen Minengesellsch=
aft manifestiert, die sich Sengamines nennt. Hinter Sengamines steckt die a=
nglo-manische Firma Oryx Natural Ressources, die wiederum =FCber Osleg, ein=
er Beteiligungsfirma der zimbabwischen Armee, an die Konzession kam. Einer =
der Minderheitsaktion=E4re von Sengamines ist der ehemalige kongolesische S=
icherheitsminister Mwenze Kongolo, der fr=FCher Botschafter in Zimbabwe war=
. Sengamines hat sich auf 700 Quadratkilometern der Miba niedergelassen - e=
iner Fl=E4che, die als strategische Reserve des halbstaatlichen Konzerns ga=
lt. Den Sicherheitsdienst f=FCr die neue Gesellschaft wurde der bereits in =
Sierra Leone zu trauriger Ber=FChmtheit gelangten britischen S=F6ldnerfirma=
 Gurkha Security Guards =FCbertragen. Im Bergbauministerium in Kinshasa abe=
r bestritt der zust=E4ndige Kabinettchef jede zimbabwische Beteiligung an S=
engamines. Erst nach der Ver=F6ffentlichung des UN-Untersuchungs-berichtes =
im Oktober 2002 =FCber die zimbabwische Dimension der Pl=FCnderungen in Kon=
go wurde Kongolo, der Geheimdienstchef sowie die Direktoren von G=E9camines=
 und Miba gefeuert. G=E9camines war damals schon vom aufeinanderfolgenden W=
irken aus Zimbabwe operierenden Gesch=E4ftsm=E4nner, darunter der aus Belgi=
en stammende George Forrest, regelrecht ausgeschlachtet worden. 20.000 Tonn=
en Kupfer f=F6rderte das Unternehmen im vergangenen Jahr. Vor zehn Jahren w=
aren es noch 450.000 Tonnen j=E4hrlich. Die Kobalt-Gewinnung schrumpfte auf=
 3500 Tonnen (1990: 9300 Tonnen), Zink fiel von 54.000 Tonnen j=E4hrlich (1=
990) auf nunmehr 670 Tonnen. Der Schuldenstand des Unternehmens betr=E4gt 1=
,4 Milliarden Dollar.</font></p>

<p><font face=3D"Arial">Trotz des abschreckenden Beispiels des zimbabwische=
n Engagements bei G=E9camines wurde die Konzession der Sengamines in Mbuji-=
Mayi nie in Frage gestellt. Stattdessen ist auf dem Flughafen von Mbuji-Maj=
i eine stattliche Anzahl privater Lear-Jets zu bestaunen, mit denen Diamant=
en sowohl der Miba als auch der Sengamines am kongolesischen Fiskus vorbei =
direkt nach Dubai, Tel Aviv und Johannesburg transportiert werden. Die Vorw=
=FCrfe gegen das Unternehmen sind lang: Geldw=E4sche, Schmuggel von Diamant=
en aus Angola und Sierra Leone, illegaler W=E4hrungstransfer. </font></p>

<p><font face=3D"Arial">Immerhin: Im Gegensatz zu der am Boden liegenden G=
=E9camines schuf Sengamines Arbeitspl=E4tze. 100 Millionen Dollar soll das =
Unternehmen in den zur=FCckliegenden beiden Jahren in neue F=F6rderanlagen =
investiert haben. Ein lohnendes Gesch=E4ft, denn das Potential von Sengamin=
es wird auf mindestens zwei Milliarden Dollar gesch=E4tzt. Alles in allem s=
oll die ,,Zim-Mafia", wie das Netzwerk aus zimbabwischen Offizieren, Politi=
kern, Gesch=E4ftsleuten und ihren kongolesischen Helfershelfern genannt wir=
d, in den letzten Jahren mindestens f=FCnf Milliarden Dollar Gewinn von vor=
mals staatlichen kongolesischen Firmen auf private Unternehmen =FCbertragen=
 haben. </font></p>

<p><i><font face=3D"Arial" font=3D"" size=3D"-1">Zum Autor:</font></i></p>

<p><font face=3D"Arial" font=3D"" size=3D"-1">Thomas Scheen ist Afrika-Korr=
espondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.</font></p>
<p>
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<table border=3D"0">
<tbody><tr>
<td valign=3D"TOP"><p><i><font face=3D"Arial">Ansprechpartner:</font></i></=
p></td>
<td valign=3D"TOP">&nbsp;</td></tr>
<tr>
<td valign=3D"TOP"><p><font face=3D"Arial">Axel Schmidt</font></p></td>
<td valign=3D"TOP"><p>Tel.: 0228-883 592; Mail: <font face=3D"Times New Rom=
an" size=3D"3"><a href=3D"mailto:Axel.Schmidt@fes.de">Axel.Schmidt@fes.de</=
a></font></p></td></tr>
<tr>
<td valign=3D"TOP"><p><font face=3D"Arial">Sabine Matambalya</font></p></td=
>
<td valign=3D"TOP"><p>Tel.: 0228-883 577; Mail: <font face=3D"Times New Rom=
an" size=3D"3"><a href=3D"mailto:Sabine.Matambalya@fes.de">Sabine.Matambaly=
a@fes.de</a></font></p></td></tr>
<tr>
<td valign=3D"TOP">&nbsp;</td>
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