Schlaglicht Israel Nr. 1/19 Aktuelles aus israelischen Tageszeitungen 1.-15. Januar Die Themen dieser Ausgabe 1. Parlamentswahlen............................................................................................................................................................1 2. Netanyahus„dramatische“ TV-Ansprache....................................................................................................................4 3. Jüdischer Terror...............................................................................................................................................................5 4. Medienquerschnitt............................................................................................................................................................7 1. Parlamentswahlen Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu hat Grund zur Freude. Sämtliche Umfragen sagen ihm einen klaren Sieg voraus, wenn in Israel am 9. April gewählt wird. Anstatt die Kräfte zu vereinen, zerreißt sich die Opposition beim verzweifelten Versuch, die Wähler doch noch für sich zu gewinnen, in immer mehr Einzelteile. Vor laufenden Kameras kündigte Avi Gabai, Chef der Arbeitspartei, das Ende der Kooperation mit Tzipi Livni und ihrer Partei Hatenua an. Überraschend vor allem für die ehemalige Justizministerin, die mit zunehmend verbitterter Miene direkt neben dem Rednerpult sitzend die Pressekonferenz verfolgte, erklärte Gabai, warum das Bündnis der Zionistischen Union, der derzeit größten Oppositionsfraktion, scheiterte. Die Öffentlichkeit habe sich immer weiter entfernt, denn„eine wahre Verbindung und gegenseitige Unterstützung“, die zu einer guten Partnerschaft gehöre, habe es nicht gegeben. Die Zionistische Union ist die zweite politische Bewegung, die sich seit der Auflösung der Knesset spaltet. Zuvor nahmen die Minister für Justiz, Ayelet Shaked, und für Bildung, Naftali Bennett, Abschied von der nationalreligiösen Siedlerpartei, um mit ihrer „Neuen Rechten“ künftig fromme und weltliche Israelis für ihr nationales Lager zu gewinnen. Zu guter Letzt kündigte vor wenigen Tagen auch Ahmad Tibi, Vorsitzender der arabischen Partei Ta’al, den Austritt seiner Partei aus der Joint List an. Dazu kommt Benny Gantz, ehemals Generalstabschef, der noch eine neue Partei gründete. Israels Parteienlandschaft zersplittert sich mehr und mehr, dabei sind die ideologischen Unterschiede oft nicht sehr groß. Netanyahus absehbarer Wahlsieg basiert zu weiten Teilen auf den Machtallüren der einzelnen Listenchefs, von denen sich keiner mit Platz zwei zufriedengeben will. Wanted: A new party for Israel's Arabs (…) on election day, Arabs will flock to the ballot boxes while the Joint List puts on a display of concern for them. With tribal solidarity playing a big part, and no other alternative available, it is safe to assume the 21st Knesset will continue to leave the Arab sector far behind. Many in the Arab community are disgusted by the Joint List, who they feel does not represent them. Ayman Odeh and those associated with him failed to understand that what concerns the Arab population is its internal social issues. The Joint List members are so preoccupied with Gaza and Ramallah, while we are struggling to make ends meet. Israel's Arab society is drowning in its internal problems—violence, increasing crime rates and illegal possession of firearms, poor infrastructure and neglect, as well as financial gaps between the Arab and Jewish populations, all of which are on the rise.(…) The Joint List has proven that if we let them lead us, we will only be standing still. If we wish to narrow social gaps, build a better future, and enjoy coexistence, we must abandon this 1
Heft
(2019) 1
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