Schlaglicht Israel Nr. 14/22 Aktuelles aus israelischen Tageszeitungen 1.-31.August Die Themen dieser Ausgabe 1. Countdown zur fünften Parlamentswahl....................................................................................................................... 1 2. Abbas in Berlin................................................................................................................................................................ 4 3. Dreitägige Kämpfe zwischen Israel und dem Islamischen Jihad................................................................................ 7 4. Verhandlungen um erneutes Atomabkommen mit dem Iran beendet...................................................................... 10 5. Medienquerschnitt......................................................................................................................................................... 12 1. Countdown zur fünften Parlamentswahl Nach den parteiinternen Wahlen bei der Arbeitspartei, die weiter unter der Führung der Frauenaktivistin und derzeitigen Verkehrsministerin Merav Michaeli bleibt, und bei Meretz unter der neuen(alten) Chefin Zehava Galon sind beide Parteien entschlossen, separat zu den Wahlen am 1. November anzutreten. Politische Berater_innen warnen die zwei linken Parteien davor, im Alleingang an der Sperrklausel zu scheitern. Umfragen deuten hingegen auf ein besseres Ergebnis, wenn Arbeitspartei und Meretz nicht zusammengehen. Dem jüngsten Meinungsspiegel entsprechend würde jede Partei im Alleingang jeweils fünf Mandate erreichen können, beide zusammen kämen hingegen nur auf neun der insgesamt 120 Mandate. Insgesamt liegt der Block von Ex-Regierungschef Benjamin Netanyahu, den ultraorthodoxen und den rechtsnationalen Parteien mit drei Mandaten noch vor dem anti-Netanyahu-Block. Die Vereinte Arabische Liste liegt den Umfragen zufolge bei nur fünf Sitzen, was bitter für das Bündnis der arabischen Parteien ist. Unterdessen nimmt der Wahlkampf zunehmend aggressive Züge an. Als „Abschaum“ bezeichnete Finanzminister Avigdor Lieberman seinen langjährigen Kontrahenten Netanyahu, nachdem der Vorwurf aufkam, Lieberman habe in der Vergangenheit einen Auftragskiller bezahlt, um den Polizeibeamten umzubringen, der eine Untersuchung gegen ihn leitete. Netanyahus Likud-Partei wandte sich umgehend mit einer Mitteilung an die Öffentlichkeit und verurteilte diese„Halluzinationen“. N etanyahu habe mit der Affäre nichts zu tun. Man hoffe nur, dass Lieberman nun keinen Auftragskiller auf den Likud-Chef ansetze. Israeli Voters Can Still Turn Around the Left's Titanic (…) The loyalty regime is the system of government that Netanyahu has established since 2009. He has turned voting for right-wing parties into semi-official criteria for receiving government benefits and investments. As far as Netanyahu is concerned, this was a substitution for the welfare state and a means to dismantle it, a mechanism to compensate the lower classes harmed by his neoliberal policies.(…) the loyalty regime is the axis of Israeli populism and shapes its image.(…) The"Anyone but Bibi" coalition came out against the loyalty regime, seemingly in the name of democracy but in reality to uproot the class bias of the compensation mechanism for the lower classes. So, because the"government of change" is the representative of the better-off classes, it has adopted a strict Thatcherite policy. This has idealized the compensation mechanism among the lower classes, putting the return of the loyalty regime – and Netanyahu as its representative – into the heart of the political battle. The Thatcherism of the"government of change" was revealed immediately in the cancellation of the furlough policies that Netanyahu introduced to help workers stung by the 1
Heft
(2022) 14
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