Heft 
(2013) 5
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LH LADIES HOURS Lonely at the top! RUNDBRIEF 5| Januar 2013 Ein politisches Gesprächsangebot für Frauen in Niedersachsen! Frauen in Führungspositionen im öffentlichen Sektor Die Diskussion über die Frauenquote in deutschen Unternehmen, Aufsichts­räten und Konzernvorständen läuft seit über einem Jahr auf Hochtouren. Auf allen Ebenen ist dieses gesellschaftspoli­tisch grundlegende Thema zu finden. Dass die Debatte jedoch auch den öf­fentlichen Sektor einbeziehen sollte, wird im Rahmen derLadies Hours der Friedrich-Ebert-Stiftung Niedersachsen deutlich. Julia Schimeta stellt hier ihre neueste StudieLonely at the top! Frauen in Führungspositionen im öffentlichen Sektor vor. Ihre ernüchternden Ergeb­nisse bieten eine wertvolle Grundlage für eine spannende Diskussion, die von der Präsidentin der HAWK, Prof. Dr. Christiane Dienel , geleitet und mode­riert wird. Alsschockierend schlecht beschreibt Julia Schimeta zu Beginn ihres Impuls­vortrages die Datenlage über Frauen in Führungspositionen im öffentlichen Sektor. Dem Unmut über diese Lücke in der Forschungslandschaft entgegnete die junge Doktorandin im letzten Jahr mit einer eigenen Studie. Gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Wirt­schaft(DIW) befragte sie einige der größten öffentlichen Verwaltungs- und Wirtschaftsunternehmen in Deutschland in Bezug auf deren Mitarbeiterinnen­struktur sowie die Besetzung ihrer Führungsetagen. Die Ergebnisse zeigen noch gravierendere Ungleichberech­tigung zwischen den Geschlechtern als in der Privatwirtschaft. Unter den 53 Prozent der Frauen im öffentlichen Sektor arbeiten ganze 81 Prozent auf Teilzeit, sind dabei gleich­zeitig häufig weniger tarifbeschäftigt und seltener verbeamtet als Männer. Zusätzlich verdienen sie im Schnitt, bei gleicher Leistung, sieben Prozent weni­ger, als ihre männlichen Kollegen. Nach dieser ersten Zahlenflut, die im Saal fassungslose Gesichter und allgemeines Raunen verursacht, geht die Forscherin ins Detail. In den Aufsichts- und Verwaltungsräten in öffentlichen Unternehmen des Bun­des befinden sich durchschnittlich gera­de mal 17,7 Prozent Frauen. In den Vor­ständen und Geschäftsführungen dieser Unternehmen sind Frauen 2011 sogar Zur Person: Julia Schimeta Julia Schimeta ist Doktorandin im Bereich Geschlechterforschung an der Humboldt Universität zu Berlin und assoziiertes Mitglied der Berlin Graduate School of Social Sciences (BGSS). Im Rahmen ihrer Doktorar­beit veröffentlichte sie gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Wirtschaft(DIW) ihre StudieLonely at the top Frauen in Führungsposi­tionen im öffentlichen Sektor. Sie studierte Gender Studies an der Humboldt Universität zu Berlin sowie in den USA an der New York University. Während ihrer Studien­zeit war sie zusätzlich von 2007 bis 2009 am DIW beschäftigt. Hier entstand auch ihre mit dem efas Nachwuchsförderpreis ausgezeich­nete Magisterarbeit zu betrieblicher Gleichstellungspolitik. Nach dem Studium arbeitete Julia Schimeta als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hertie School of Governance in einem Drittmittelprojekt zur Gleich­stellung in der Bundesverwaltung. Julia Schimeta ist seit August 2012 Vorsitzende des SPD-Kreisverbands Friedrichshain-Kreuzberg.