eigenen Handlungen im Einsatz an die Rahmenbedingungen und politischen Prozesse vor Ort so anpassen, dass sie zur Erreichung der in der Strategie formulierten Ziele beitragen. Alle politisch-strategische Analysefähigkeit im Einsatz hilft im Zweifelsfall aber nicht, sofern es keine geteilte politik-strategische Perspektive gibt, welche die Generalrichtung weist. Und auch die Frage nach der Zukunft der Wehrpflicht ist aus sicherheitspolitischer Sicht der Klärung der Strategie nachzuordnen. So kann eine Wehrpflicht nur dann überzeugend gerechtfertigt werden, wenn sie zu einer Erreichung der strategischen sicherheitspolitischen Ziele tatsächlich einen entscheidenden Mehrwert liefert. Der Umfang der Betrachtung wird insgesamt der Breite des Themas nur begrenzt gerecht. Doch während dies auch als Komplexitätsreduktion in einer pointierten Gesamtbetrachtung Sinn machen kann, passt es wenig zu dem vergleichsweise komplexen Duktus des Autors. Zudem erschließt sich die Argumentationsstruktur dem Leser nicht direkt und wird vom Autor in der Einleitung nicht erläutert. Somit nimmt der Beitrag Naumanns eine etwas unglückliche Zwischenstellung ein – zwischen einem aktuellen, pointierten Beitrag, der verschiedene aktuelle Debatten prägnant zusammenführen will, und einer in die Tiefe gehenden auch politik-philosophisch fundierten Analyse deutscher Sicherheits- und Militärpolitik. Dies reduziert die Wirkung der vielfach gut fundierten kritischen Analyse und einer Reihe mutiger und diskussionswürdiger Argumente, Denkanstöße und pragmatischer Gestaltungsvorschläge. Marius Müller-Hennig, Friedrich-Ebert-Stiftung, Jakarta CHRISTINA J. SCHNEIDER: Conflict, Negotiation and European Union Enlargement Cambridge 2008 Cambridge University Press, 228 S. S eit der Gründung der Europäischen Wirtschaftsunion hat sich die Europäische Union stetig verändert. Das Potential dieser weltweit größten Wirtschaftszone bietet Beitrittsländern die Möglichkeit, ihren Wohlstand und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Heute umfasst die Europäische Union, die einst mit sechs Mitgliedern begann, 27 Staaten. Der Beitritt weiterer Staaten wie Kroatien, Albanien oder der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien wird in Aussicht gestellt. Über einen Beitritt und die Anerkennung eines neuen Mitglieds entscheiden die Staaten der eu einstimmig, deshalb ist es unbedingtes Ziel, den Erweiterungsprozess für alle Mitgliedsstaaten attraktiv zu gestalten. Davon ausgehend, 178 Rezensionen/Book Reviews ipg 3/2009
Rezension
[Rezension von: Conflict, negotiation and European Union enlargement / Christina J. Schneider, 2008]
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