Rezension 
Konrad Fuchs, Ein Konzern aus Sachsen. Das Kaufhaus Schocken als Spiegelbild deutscher Wirtschaft und Politik 1901-1953, Stuttgart 1990 : [Rezension]
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668 Forschungsberichte und Rezensionen

findet sich im Anhang eine Auflistung der alten Lagebezeichnungen des Neckars mit An­gabe des jeweiligen Schiffahrtkilometers. Solchermaßen ausgestattet ist das ansprechende Buch gleichermaßen ein Gewinn für den Wirtschafts- und Sozialhistoriker und für den an der Geschichte der Neckarschiffahrt sowie an der Firmengeschichte eines alteingesessenen Schiffahrtsunternehmens interessierten Laien. Peter Blum, Mannheim

Konrad Fuchs, Ein Konzern aus Sachsen. Das Kaufhaus Schocken als Spiegel­bild deutscher Wirtschaft und Politik 1901-1953, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1990, 344 S., pb., 48 DM.

Die Beschäftigung mit der Geschichte des deutschen Judentums wie des Unternehmer­tums schlechthin zieht sich wie ein roter Faden durch die wissenschaftlichen Arbeiten des Mainzer Professors für Neuere Geschichte, Geschichtliche Landeskunde und Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Im jüngst erschienenen Buch verbindet Fuchs beide Forschungs­schwerpunkte, indem er die Entstehung und Entwicklung des Kaufhauskonzerns Schocken nachzeichnet und damit den angestrebten Beitrag zur Geschichte des deutschen Waren­hauswesens im Rahmen der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung Deutschlands leistet. Das Buch geht zurück auf eine Anregung des New Yorker Leo Baeck Instituts, Vor seiner Veröffentlichung stand die Aufarbeitung der relevanten Sekundärliteratur, die- das mag auch ein Streiflicht auf die Forschungslage werfen- nur zum geringeren Teil neueren Datums ist. Vor allem aber hat der Autor im Zuge mehrerer Forschungsaufenthalte die ein­schlägigen Aktenbestände zum Schocken-Konzern im Schocken-Institut für Jewish Re­search in Jerusalem ausgewertet.

Auf der Grundlage dieser Studien gliedert Fuchs die Unternehmensgeschichte in sieben Phasen. Die mit Blick auf die bereits modern anmutenden Züge des aufkommenden Wa­renhauswesens in Deutschland(Barverkauf, Rückgaberecht, Festpreise, kein Kaufzwang, Werbe-, Verkaufs- und Unternehmensführungsstrategie) geschilderte Gründungsphase setzt ein mit den Jahren 1901/04 und verläuft bis zum Ersten Weltkrieg recht stürmisch. Während des Weltkriegs durchlebt das Unternehmen wie die gesamte Branche eine ausge­prägte Stagnation, in der das Angebot eindeutig von Waren aus Ersatzstoffen dominiert wird. Im Gegensatz dazu verläuft die Unternehmensentwicklung zwischen 1918 und 1923 als Reparationslasten und Inflation die Wirtschaft einschnüren- beinahe antizyklisch. Es erfolgen weitere Kaufhauseröffnungen, worin sich nicht zuletzt ein vitaler unternehme­rischer Optimismus offenbart. Im Gefolge der Währungsstabilisierung 1923 sind abermals jetzt im süddeutschen Raum- Neuerrichtungen von Kaufhäusern zu verzeichnen. Die Jahre von 1933-38 enden mit der Arisierung des Schocken-|-Konzerns, der unter Wert an ein Bankenkonsortium übergeht. Zuvor war der Versuch einer Übereignung der Kapital­mehrheit an ein britisches Konsortium gescheitert. Die Zeit bis zum Kriegsende verläuft ohne Höhepunkte. Personalstand und Umsatz sind rückläufig.

Nach dem Krieg erfolgt die Verstaatlichung der Konzernteile im Osten. Dagegen for­miert sich in Nürnberg eine neue Verkaufszentrale der im Westen gelegenen Filialen. Die Wiedergutmachungsmaßnahmen führen Salman Schocken wenigstens 51% des west­lichen Firmenbesitzes wieder zu. 76jährig gibt dieser im Jahr 1953 sein Kaufhausunterneh­men an Helmut Horten ab. Der Verkauf der Unternehmensanteile erfolgte ungeachtet der im allgemeinen wie im speziellen ausgesprochen günstigen Aussichten des Einzelhandels. Dies mag in der Tat- wie der Autor vermutet- seine Erklärung im Alter Schockens finden, aber auch in dessen stets bewiesener Vorsicht. Es ist sehr zu wünschen, daß die vorgelegte Arbeit zu ähnlichen Untersuchungen Anstoß gibt. Wer nur einmal in dem ebenfalls von