Inhalt
Persönliche Unterlagen, Korrespondenz, Materialsammlung betr. sozialdemokratische und allgemeine Frauenbewegung, Unterlagen für Frauenbiographien, Fotos
Biografie, Organisations- oder Verwaltungsgeschichte
Marie Juchacz geb. Gohlke arbeitete nach Beendigung der Volksschule zunächst als Dienstmädchen, Fabrikarbeiterin und Krankenwärterin, erlernte anschließend das Schneiderhandwerk und arbeitete bis 1913 in diesem Beruf. Bereits 1907 war sie als Vorsitzende eines Bildungsvereins in (Berlin-) Schöneberg tätig, nachdem sie sich der sozialdemokratischen Frauenbewegung angeschlossen hatte. 1908 war sie Vorstandsmitglied des sozialdemokratischen Wahlvereins Neukölln, 1910 des Wahlvereins für Teltow-Beeskow-Storkow-Charlottenburg. 1913 wurde sie als Parteisekretärin nach Köln berufen und 1917 in den sozialdemokratischen Parteivorstand gewählt, wo sie die Leitung des Frauenbüros übernahm. 1917-1919 war Juchacz Redakteurin der Zeitschrift "Die Gleichheit". Als erste Frau in einem Parlament kam sie 1919 als Abgeordnete der SPD in der Nationalversammlung zu Wort und wurde dem Beirat der deutschen Friedensabordnung zugeteilt. 1920-1933 war Marie Juchacz Mitglied des Reichstags. Sie fungierte daneben als Vorsitzende des Hauptausschusses der von ihr gegründeten Arbeiterwohlfahrt. 1933 eröffnete sie in Saarbrücken ein Speisehaus und ging nach der Saarabstimmung 1935 nach Frankreich und 1941 nach Amerika, wo sie nach Kriegsende eine Hilfsorganisation für Deutschland aufbaute. Weiterhin war sie führend in der Arbeiterwohlfahrts-Organisation tätig. 1949 kehrte Juchacz nach Deutschland zurück, wo sie bis zu ihrem Tode Ehrenvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt war.