Anklageerhebung, weil der Herr nachweisen konnte, bah er glauben! durfte, seine Bemühungen hätten den behaupteten Erfolg gehabt Seine Klage freilich auf Zahlung der vereinbarten Gebühr wurde abgewiesen, weil daS Honorarbersprechen gegen die guten Sitten verstieß. Jetzt geht man. lieber gegen die Veröffentlicher der un lauteren Machenschaften vor. Warum nicht gegen di Titelschacherer und ihre Hintermänner? Das Verbot des Moralunterrichts in Bayern . Unmittelbar nach seiner Ankündigung in der Kammer der Reichsräte hat Herr v. Knilling, der bayerische Kultusminister, wie bereits kurz erwähnt, den Erlaß veröffentlicht, in dem die Anstalten für freireligiösen Sittenunterricht in München , Nürn berg, Augsburg , Fürth , Ludwigshafen . Landau , Schweinfurt und Frankenthal aufgehoben werden. Das Interessante an diesem wortreichen Erlaß ist, daß er geflissentlich die juristischen Fakultäts gutachten verschweigt, die nach den Darlegungen des Ministers vor den Reichsräten die Handhabe zu der Beseitigung jene? Moralunterrichts geben sollen; die Art, in der um sie herum geredet wird, läßt keinen Zweifel darüber, daß diese Gutachter sehr erheblich von einander abweichen müssen und in Wirklichkeit das Vorgehen des Ministers nicht im vollen Umfange decken Charakteristisch ist auch, daß in dem Erlaß kein einziger Vorwur gegen das erhoben wird, was tatsächlich in dem freireligiösen Unter richt den Kindern vorgetragen wurde; lediglich werden einzelne Aeußerungen in Schriften über diesen Unterricht zitiert.„Nach dieser Methode/ bemerken die„Münch. N. Nachr.* mit Recht,„ließe sich mit leichter Mühe auch der katholische imd der protestantische Religionsunterricht beanstanden. Man brauchte, nur zitieren, was orthodoxe Zeloten hüben und drüben gelegentlich in ihren nicht für den Religionsunterricht in Betracht kommenden Schriften produziert ' haben und worüber mit mindestens dem gleichen Recht zu sagen ist, daß es sich mit dem Staat nicht verträgt.' Die schwarze Press« begrüßt natürlich daS Vorgehen de» Kultus Ministers aufs lebhafteste. Aber befriedigt ist sie noch nicht. Sie verlangt, wie es auch schon in der Reichsratskammer zum Ausdruck kam, aufs dringendste, daß die Kinder fortan auch zwangsweise dem konfessionellen Religionsunterricht zugeführt werden sollen. Die Erklärung des Ministers, daß zu einem derartigen Zwang die gesetz liche Handhabe fehle, will sie nicht gelten lassen. Wie lange wird c§ dauern, so wird das Zentrum auch diesen Wunsch erfüllt sehen Die Reaktion in Bayern macht unausgesetzt Fortschritte. des Kriegsministers. unser Hamburger Parteiblatt. Der fatale Erlast Vor einigen Tagen konnte unser Hamburger Parteiblatt, das .Echo', einen Erlaß des preußischen Kriegsministers an die Truppen kommandeure veröffentlichen, in dem zugegeben wird, daß die von den militärischen Gerichten gegen Soldatenpeiniger vielfach erkannten Strafen nicht im Einklang stehen mit dem Willen der höheren Stellen und viel zu milde beurteilt worden sind. Zum Schluß heißt«S in dem Erlaß, daß nur die rücksichtslose Handhabung der gesetzlichen Be stimmungen nach ihrer vollen Schärfe daS schwere Vergehen der systematischen Mißhandlung auszurotten geeignet sei. Der Erlaß wurde erst in diesen Tagen, kurz nach dem Luxem burg -Prozeß bekannt; dieser Prozeß wurde daher vielfach als der Anlaß zu diesem neuesten Erlaß gegen die'Soldatenschinder aw gesehen. Die halboffiziöse Presse bemüht sich nun, die Unrichtigkeit dieser Annahme darzutun. So bemerkt der„Verl . Lokal-Anzeiger zu der in Umrissen wiedergegebenen Kundgebung des Kriegs- Ministers:„Die in der sozialdemokratischen Presse ausgesprochene ß Ansicht, daß dieser Erlaß(des KriegSmimsterS an die General % kommandeure vom 28. Mai) auf die Enthüllungen im Rosa Luxemburg -Prozeß zurückzuführen sei, entspricht nicht den Tab fachen, da dieser Prozeß ja sehr viel später verhandelt worden ist Die Anordnungen zum Erlaß der Verfügungen sind vielmehr nach unseren Erkundigungen bereirs am 12. April d. I. getroffen worden Um so schlimmer erscheint uns jetzt die Inszenierung des Luxemburg -Prozesses, da, wie der Erlaß zeigt, noch in jüngster Zeit selbst die höchste militärische Stelle gegen die Ueberhandnahme und die milde Beurteilung der Soldatenmißhandlungen einschreiten mußte I Warum hat man den Erlaß so geheim gehalten? Die Ver öffentlichung des Erlasses ist jetzt den Militaristen offenbar sehr fatal. Freisinn und Dänenhetze Eins hatte bislang noch gefehlt: daß der Freisinn sich fßr die Dänenverfolgung in der Nordmark einsetzt. Jetzt ist es auch so weit. Während die„Frankfurter Zeitung ', das„Berliner Tageblatt und andere Freisinnsorgane noch wegen der Massenausweisungen, die neuerdings wieder in Schleswig-Holstein erfolgt sind, in Ent rüstung machen, ist das„Hamburger Fremdenblatt' schon glücklich so weit, der neuesten Verschärfung der preußischen Dänenpolitik seinen Beifall zu spenden. Es schreibt über den Oberpräsidenten v. Bülow, der für die Politik in der Nordmark verantwortlich ist: „Er hat sich in dem aufreibenden Kampf um die Verteidigung des nordschleswigschen Deutschtums überzeugen müssen, daß die Politik des weilen Herzens keine Gegenliebe findet und keine Dankbarkeit, und daß nicht die Deutschen in der Nordmark den Dänen verständnislos gegenüberstehen, sondern umgekehrt die Dänen die Zugehörigkeit des ungeteilten Schleswig-HolsteinS zum Deutschen Reiche nicht anerkennen wollen. Daß also sie nicht die Angegriffenen sind, sondern die Angreifer. So ist es also d i e Schuld der Dänen, wenn die.unterschiedslose' Behandlung der Staatsbürger, von der Herr V. Bülow 1907 sprach, ihm selber unmöglich gemacht worden ist dadurch, daß die.Südjüten' sich bis auf den heutigen Tag nur mit verstärkter Hartnäckigkeit von uns unterscheiden wollen. Unterschiedslos aber werden alle Be strebuiigen, die mit hochverräterischen Wünschen spielen, eine energische Abwehr erfahren müssen. Das ist keine Knebelung und keine Bedrückung, sondern das einfache Ge» bot der Staatserhaltung und der Gerechtigkeit. Wie lange wird es dauern, bis das Hamburger FreisinnSblatt Nachfolge findet? Der Freisinn wird immer„regierungsfähiger'. Der Todesmarsch des Obersten von Reuter. Von dem Todesmarsch, den Anfang voriger Woche der Zabernoberst v. Reuter seinem Regiment zugemutet hat, hat der offiziöse Dementierapparat nicht viel übrig gelassen. Es sollten nur ein paar Mann infolge der Hitze schlapp geworden sein, und der Tod eines Mannes, eines Einjährigen, an Hitz- schlag, sollte mehr ein unglücklicher Zufall als eines Menschen Schuld sein. Jetzt wird indessen der„Chemnitzer Volksstimme" ein Brief zur Verfügung gestellt, den ein Soldat des Grenadier - regiinents Nr. 11, Frankfurt a. O., an seine in einem Leipziger Vorort wohnenden Eltern geschrieben hat. In dem Briefe heißt es: „Wir hatten gestern, 11. 7., eine Regimentsübung von 40 Kilometern. Da haben 200 Mann schlapp gemacht und zwei Mann sind gestorben.>.. Der Oberst will's mit unS wahrscheinlich machen wie in Zobern. Er denkt, die Grenadiere sind seine Pferde, wenigstens hat er gejagt:„Meine Pferde sind noch ganz frisch und die Grenadiere machen schon schlapp!" Gott sei Dank sind es bloß noch vier Wochen. Wie man schwitzt, weiß man schon gar nicht mehr, seit Oberst Reuter hier ist.' Unser Chemnitzer Panteihsass bemerkt hterzF?„Der Soldat mag zwei Tote statt einen angenommen und darin vielleicht sich geirrt haben. Vielleicht! Denn ob im Reuter- schen Regiment nach dem Iv-Kilometermarsch nicht noch später eine größere Anzahl von Todesfällen vorgekommen ist, ist ja nicht bekannt. Im übrigen macht der Brief den Eindruck überwältigender Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit, und das Wort von den Pferden ist zu echter Reuter-Geist, als daß es erfunden sein könnte. Wie lange gedenkt man noch deutsche Rekruten in der Hand des Mannes zu lassen, der bedauerte, daß er nicht auf die Lacher scharf schießen konnte, dem es leid tat, daß es in Zabern nicht zum Blutvergießen gekommen ist!" Abgeschüttelt. Anscheinend offiziös schreibt die„Köln . Ztg.' zu dem Telegramm des Kronprinzen an den Oberstleutnant Frobenius: „In englischen Blättern finden wir Besprechungen dieser Kundgebung, in denen sie uns politisch falsch eingeschätzt zu werden scheint. Angesichts dieser irreführenden Auffassungen englischer Berichterstatter, die anscheinend mit unseren Verhältnissen nicht recht vertraut sind, möchten wir bemerken, daß derartige Kund- gebungen für Deutschlands amtliche Politik ohne Bedeutung sind.' Herr Oertel ist in der„Deutschen Tageszeitung' sehr unglücklich über diese kühle Dusche; er nennt sie„einerseits völlig unnötig, andererseits aber mißverständlich'. Wir finden weder das eine noch das andere. Aber wir begreifen trotzdem, daß denen um Oertel die Notiz des Kölner Blattes sehr unbequem ist Zur Stichwahl in Labian-Wehlau . Bei der Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise Königsberg 2 fLabiau-Wehlau) wurden nach amtlicher Feststellung bei 20 008 Wahlberechtigten 15 480 Stimmen abgegeben. ES erhielten: Königlicher Amtsrat Schrewe-KIeinhas(Tapiau )(Deutsch -Koirservativ) 7522, Bürgermeister Wagner-Tapian(Fortschrittliche Volkspartei ) 6131, Parteisekretär Linde-Königsberg �Sozialdemokrat) 2136 Stimmen. Eine Stimme war ungültig. ES findet somit Stichwahl zwischen Schrewe und Wagner statt, die auf den 28. Juli fest- gesetzt ist Die„nationalen" Arbeiter gegen das Streikpostenverbot. Am Sonntag tagten in Dresden die Vertreter der sächsischen „nationalen' Arbeitervereine.. Evangelische, alle christlichen und Hirsch-Dunckerschen Verbände hatte ihre Delegierten entsandt. Aus der Tagung kam auch der Streikerlaß der sächsischen Regierung zur Sprache, der bekanntlich dem Streikpostensiehen auf dem Verordnungswege ein Ende machen will. Mit einer be- merkenswerten Einigkeit und Entschiedenheit wandten sich selbst die „nationalen' Organisationen dagegen: „Der Vertretertag der unabhängigen nationalen Arbeiter- und Gehilfenorgamsaiionen im Königreich Sachsen erblickt in der Streikvcrordnung der sächsischen Regierung eine schwere Wirtschaft- liche und soziale Gefahr, weil die Verordnung ein« Verschärfung der Arbeitskämpfe im Gefolge haben wird. Selbst bei den größten Lohnbewegungen im Königreich Sachsen waren Ausschreitungen der Streikposten nur in geringem Umfang zu verzeichnen, weil sich deren Tätigkeit in voller Oeffentlichkeit abwickelte. Da den im Lohnkampf stehenden Arbeitern in Zukunft dieser Weg so gut wie ganz versperrt ist, wird durch die Verordnung die Tätigkeit der Streikposten der Kontrolle der Oeffentlichkeit entzogen. Der Vertretertag ist überzeugt, daß Uebergriffe der Parteien im Wirt schaftlichen Kampfe nur gemindert, wenn auch nicht ganz be seitigt werden können, durch Busbau der Gesetzgebung in der Richtung, daß 1. allen Angestellten, Arbeitern und Unternehmern das Koalltionsrecht in vollem Umfange unter Aufhebung der Ktz 152 Abs. 2 und 153 der Gewerbeordnung gewährleistet wird und jede Beschränkung dieses Rechtes durch private Abmachungen unter Strafe gestellt wird, 2. durch Verleihung der Rechtsfähigkeit an die Berufsvereine, 3. durch die Errichtung von EinigungS ämtern." Die Versammlung nahm dann auch noch eine Resolution gegen die gelben Werkbereine an, die den„nationalen' Organisationen schwere Konkurrenz machen. UeberdieS stellte man an die Parteien das Verlangen, bei den kommenden Wahlen Arbeiter als Kandidaten aufzustellen. Ob all diese Resolutionen viel nutzen werden, muh dahingestellt bleiben. Die praktische Betätigung jener„nationalen" Verbände ist nicht so, daß man ihren tönenden Worten für das Koalitionsrecht und gegen die Gelben besondere Bedeutung beimessen könnte. Eiserne Disziplin bis ins Krankenzimmer. Der Soldat Lucht vom 103. Jnfanterie-Regiment war am 25. Juni wegen einer Beinverletzung in die Revierkranken- st u b e eingeliefert worden, wo ihm eine Schiene nebst Verband an gelegt wurde. Der Arzt ordnete an, daß Lucht im Bett bleiben und den Verband nicht abnehmen solle. Weil Lucht aber nach seiner Angabe von der Kompagnie seine Mittagessen erhalten und deshalb Hunger hatte, wollte er sich am 27» Juni nach dem Kompagnierevier begeben und dort Brot holen. Er verließ das Bett und kleidete sich an. Der hinzukommende Sanitätsunteroffizier befahl ihm aber— auch im Krankenzimmer hört der militärische Gehorsam nicht auf sich auszukleiden und wieder in» Bett zu legen.„Ich ziehe mich an und gehe raus!' antwortete der Soldat und ließ den Befehl unbefolgt Im Anschluß daran hat er dann„gemurmelt'. Da».Murmeln' bestand nämlich darin, daß Lucht sich halblaut mißmutig darüber aussprach, daß sich die Kom pagnie bezüglich des Mittagessens nicht um ihn kümmere. Dabei oll die Stellung nicht stramm und militärisch gewesen sein— bei diesem kranken Soldaten. Der Sanitätsunteroffizier tat noch ein übriges, er bemängelte sogar die Kopfhaltung und befahl dem kranken Soldaten, den Kopf höher zu nehmen. Das soll Lucht nicht ordnungs gemäß getan haben. Mit diesen harmlosen Vorgängen war nach militärischen Begriffen eine„schwere Insubordination' begangen und das Dresdener Kriegsgericht warf dafür die exorbitante Strafe von— zwei Monaten Gefängnis aus!_ Chauvinlstengetrelsth. Zu der Zeit, wo die deutschen Chauvinisten leider unter dem Beifall sehr hoher Persönlichkeiten am Werke sind, um die europäischen Nationen gegeneinander zu verhetzen, die in ihrem großen Kern absolut friedliebend sind, betreiben auch die französischen Chauvinisten in täppischer Weise die gewerbs- mäßige Hetze. So drahtet der Korrespondent des„Matin" aus Petersburg allerhand gruselige� Geschichten über das russische Stärkeverhältnis und Deutschlands Ohnmacht an ein berüchtigtes Hetzblatt. Die russische Armee umfasse zur« zeit 44, demnächst 45 Armeekorps, von denen 32 Armeekorps gegen Deutschland und Oesterreich geworfen werden könnten, während Deutschland nur 6 Armeekorps an die russische Grenze dirigieren könne, da es 19 Armeekorps gegen Frankreich ge- brauche. Dank dem ununterbrochenen Bau strategischer Eisen- bahnlinien in Rußland könne die russische Mobilisation in 16 Tagen beendet sein usw. Diese Renommistereien und Drohungen sisid zwar ebenso phantastisch wie kindisch, aber wie in Deutschland gibt es ja auch in Frankreich Leute, die sich durch solches Zeug ver- wirren lassest.'Jmmcrlnn bedenke? 5te tvneScft�SetltSstffrakTestt der französisck)en Arbeiterschaft, die erst dieser Tage einen wuchtigen Ausdruck fand, unendlich mehr als das törichte Ge- schreibscl übergeschnappter Chauvinisten. vom albanischen Kriegsschauplatz. Neuer 5ta»ips um Durazzo . Durazzo, 19. Juli. lMeldung des Wiener K. K. Tel.-Korr.» Bureaus.) Ein gestern abend über eine Stunde andauerndes leb- Haftes Gewehr- und Mitraillcusenfeuer, in das auch Geschütze mit über 70 Schüssen eingriffen, wurde dadurch ver- ursacht, daß in der Nähe der Vorpostenlinie starke feindliche Pa- trouillen gesichtet wurden, die jedoch alsbald flohen. Vom Feinde wurde sonst keine Spur bemerkt. Gleich nach dem ersten Kanonen- schuß wurden von dem österreichischen Kreuzer„Panther' und dem deutschen Kreuzer„Breslau ' größere M a r in ea b t eilu n g c n gelandet, die sich später wieder zurückzogen. Verhandlungen? Die Vertreter der sechs Großmächte erwiderten«ms die aus dem Rebellenlager eingetroffene Einladung, zu Verhandlungen nach Schiak zu kommen, daß sie mit der Einleitung von VerHand- lungen einverstanden seien, doch müsse als Verhandlungsort Durazzo gewählt werden. Falls die Abgesandten der Aufftän» dischen jedoch nicht genügendes Vertrauen hätte», nach Durazzo zu kommen, so möchten sie sich am Mittwoch zu dem acht Kilometer östlich an der Bucht von Durazzo gelegenen sogenannten Sasso Bianca begeben, um mit einem Boot auf ein dort liegendes Kriegsschiff ge- bracht zu werden, wo auch Vertreter der Großmächte sich z» den Be» Handlungen einfinden würden. Erneute Gegenrevolution in Mexfto� Wie die letzten Depeschen aus Mexiko melden, hört man dort bereits von einer neuen revolutionären Bewegung. Der General Pascal Orozeo ist mit 14 066 Anhängern von der neuen Regierung abgefallen; er wird von dem General Fran- cesco Cardenas unterstützt. Die beiden Generale bereiten einen Angriff auf den Staat Michoacal vor. Man meldet weiterhin, daß die gesamten Mitglieder deS diplomatischen Korps, die dem Präsidenten Huerta akkreditiert waren, abberufen werden, sobald die provisorische Regie- rung aufgerichtet sein wird. Der deutsche und der russische Geschäftsträger sind bereits selbst bei ihren Regierungen um Urlaub eingekommev._ Schweiz . Einführung der Arbeitslosenversicherung in Asirkch. Zürich , 26. Juli. In der gestrigen städtischen Volks- abstimmung wurde die Vorlage über die Einführung der Arbeitslosenversicherung mit 13 413 gegen 3525 Stimmen angenommen. Englanü. Protest gegen die Homerulekonfereuz. London , 20. Juli. (Privattelegramm des „Vorwärts".) Die Erklärung A s q u i t h s, daß der König die leitenden Parteiführer zu einer Konferenz berufen habe, auf der die strittigen Punkte der irischen Frage disku- tiert werden, hat bei der Mehrheit der Parteien keine günstige Aufnah nie gesunden. Die Konservativen versprechen sich nicht viel von der Konferenz. Bei den Iren herrscht große Beunruhigung. Der Ire G i n n e l fragte A s q u i t h im Unterhause gerade heraus, welchen Präzedenz- fall er anführen könne und welche Autorität er habe, dem Könige zu raten, sich an die Spitze einer Verschwörung zu stellen, um die Beschlüsse des Hauses umzuwerfen. Asqüith blieb ihm die Antwort schuldig. Die Arbeiterpartei verurteilt das ganze Vorgehen mit der Einmischung des Königs in s ch ä r s st e r Weise und wird einen Pro- t e st erlassen. Nach den Ausführungen der„Westminster Gazette" wird die Konferenz, die morgen unter dem Vorsitz des Speakers im königlichen Palais stattfinden wird, nur der Anfang einer Reihe weiterer Konferenzen sein, in denen die schon eingeleiteten Verhandlungen zwischen den Parteien zum Abschluß gebracht werden sollen. Italien . Maßregelungen italienischer Eisenbahner. Aus Rom wird vom Montag gemeldet: Infolge des AuS« stand es der Eisenbahner im Juni d. I. hat der Generaldirektor der Staatsbahnen folgende Straf maßnahmen beschloffen: 48 Eisenbahnangestelltc verschiedener Kategorien werden für ent- lassen erklärt, 2 Bahnhofsvorsteher, 16 Unterbeamte und 362 Maschinisten und Heizer werden in eine niedrigere Rangstufe versetzt; bei den übrigen Beamten, die freiwillig an dem Ausstande teilgenommen haben, wird die Erhöhung ihrer Gehälter um sechs Monate bis zu ztvei Jahren aufgeschoben, oder die Beamten werden sechs bis zwölf Tage vom Dien st suspendiert. Der Verwaltungsrat hat serner beschlossen, den Beamten, welche ihren Platz nicht verließen und dadurch zeigten, daß die große Mehrheit des Personals stets Treue und Disziplin bewahrt, welche die ersten Grundlagen eines guten Eisenbahn- dienstes bilde», ein Lob zu erteilen. Auch sollen an diejenigen Angestellten, die an den Orten des Ausstondes erhöhte Arbeit zu leisten hatten, Belohnungen verteilt werden. TürSe!. Türkische„Reformen" und Rüstungen. In der türkischen Kammer wurden von der Regierung lang- atmige Erklärungen abgegeben über allerhand Reformen, die in An- griff genommen werden sollen. So eine Justizreform, eine Reform des Unterrichtswesens sowie Verbesserungen auf dem Gebiete der Posten und Telegraphen. Daneben aber werde auf dem Gebiete des Niistungswesens Erhebliches geleistet werden. Die„große und sehr wichtige Militärmiffion', die aus Deutschland berufen worden sei, solle so rasch als möglich die Ausbildung und Erziehung der Armee vervollständigen. Sie habe auch bereits mit großem Pflichteifer ihre Tätigkeit aufgenommen. Ebenso werde der außerordentliche Kredit im Betrage von 8 Millionen Pfund dazu verwendet werden, um daS Flottenwesen auszubauen. Hoffentlich werden durch die Anstrengungen für den Militaris« nms und Marinismus die wirtschaftlichen und politischen Reformen, die weitaus das Wichtigste sind, nicht allzusehr beeinträchtigt. Letzte Nachrichten. Der Riesenbrand auf einer Hamburger Werft. Hamburg , 20. Juli 1914. Die Meldung, daß bei dem Brande aus der Werft von Blohm». Aosi drei Menschen ums Leben g» kommen sind, scheint sich glücklicherweise nicht zu bestätigen. Bis» her hat man nur einen Nieterjuugen gefunden, der sich nicht mehr netten konnte. Eis Mann sind verletzt worden, anscheinend keiner lebensgefährlich. Sieben von ihnen wurden im Krankenhaus be- halten.
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