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uns nicht so viel werk sein, wie das Leben eines einzigen unserer braven Soldaten. Das ist selbstverständlich und braucht eigent­lich nicht gesagt zu werden, hier Mitleid zu zeigen, wäre sünd­hafte Schwäche. Das Blut der Unschuldigen kommt über die Häupter der Urheber jener schmachvollen Ueberfälle.

Von Rache- und Vergeltungsgelüft, die der eingangs er­wähnte, mir ganz unverständliche Beitungsartikel unserer Heeresleitung zuschreibt, ist dabei keine Rede. Unsere Befehls­haber tun, um das nochmals zu betonen, einfach ihre Pflicht, und diese Pflicht werden sie tun bis zum glorreichen Ende des Krieges.

Rücksichtslosester Schuh unseren von Mord umlauerten Sol­daten um jeden Preis! Wer da von Barbarei spricht, frebelt. Eiferne Pflichterfüllung ist ein Ausfluß hoher Kultur, und darin fann die Bevölkerung in den feindlichen Ländern von unserem Heere nur lernen.

Münster , den 29, August 1914.

Der kommandierende General Frhr. v. Bissing. So die Bekanntmachung. Es sei festgestellt, daß dieser Erlaß sehr daneben trifft, soweit er den angeführten Zeitungs­artikel vornimmt. Wir haben beim besten Willen aus dem Artikel, der in einem rheinischen Parteiblatt erschien, nicht herauslesen können, daß er das strenge Vorgehen unserer militärischen Befehlshaber gegen das nichtswürdige Frank­tireurwesen in Belgien als Ausfluß eines bloßen Rache und Vergeltungsgelistes bezeichnet und geschmäht hat". Ebenso­wenig wird darin unserer Heeresleitung" allgemein Rache­und Vergeltungsgelüfte zugeschrieben, wie der Erlaß be­hauptet. Im Gegenteil! Eher scheint uns aus dem Artikel hervorzugehen, daß der Verfasser der Heeresleitung nicht zu­traut, daß sie auf die Nache- und Vergeltungsgelüfte, die sich in manchen Artikeln in der bürgerlichen Bresse breit machen, eingehen wird. Gegen diese Rache- und Ver­geltungsgelüfte in einem Teil der bürgerlichen Presse wendet sich der in der vorstehenden Bekanntmachung erwähnte Ar­fifel ausschließlich; gegen die Preßheze, die, wie an der Hand von Beispielen gezeigt wird, nicht vor der Berwen­dung tollster Schwindelnachrichten zurüdschredt, um eine Stimmung gegen die gesamte belgische Bevölkerung zu er­zeugen, die zu Ungerechtigkeiten führen muß.

Im übrigen möchten wir bemerken, daß, so sehr wir die Notwendigkeit des Schußes unserer Brüder im Waffenrock unbedingt anerkennen, wir doch den Wunsch nicht unterdrücken möchten, daß nach Möglichkeit nur die Schuldigen von der Vergeltung getroffen werden.

Die deutsch - englischen

Verhandlungen.

Amtlich. Berlin , 5. September. ( W. T. B.) Die Nord­deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt:

Zweitens um 26 Uhr abends:

Sir E. Grey las mir soeben die nachstehende Erklärung vor, die vom Kabinett einstimmig gefaßt worden war:

C

The reply of the German Government with regard to the neutrality of Belgium is a matter of very great regret, because the neutrality of Belgium does affect feeling in this country. If Germany could see her way to give the same positive reply as that which has been given by France, it would materially contribute to relieve anxiety and tension here, white on the other hand, it there were a violation of the neutrality of Belgium by one combattant while the other respected it, it would be extremely difficult to restrain public feeling in this country." Uebersehung: Die Antwort der deutschen Regierung be­züglich der Neutralität Belgiens ist ungemein be­dauerlich, weil die Neutralität Belgiens die Gefühle dieses Landes angeht. Wenn Deutschland einen Weg sehen könnte, die gleiche positive Antwort zu geben, wie diejenige, die bon rantreich gegeben worden ist, würde dies wesentlich dazu beitragen, die Besorgnis und die Spannung hier zu beheben, während es auf der anderen Seite äußerst schwierig sein würde, die öffentliche Stimmung in diesem Lande zurückzudämmen, wenn eine Verlegung der Neutralität Belgiens durch einen der Kämpfenden stattfände, während der andere sie respektierte.

Auf meine Anfrage, ob er unter der Bedingung, daß wir die belgische Neutralität wahrten, mir eine bestimmte Erklärung über die Neutralität Großbritanniens abgeben fönne, erwiderte der Minister, daß sei ihm nicht möglich, doch würde diese Frage eine große Rolle bei der hiesigen öffentlichen Meinung spielen. Verlegten wir die belgische Neu­tralität in einem Kriege mit Frankreich , so würde sicherlich ein Umschwung in der Stimmung eintreten, die es der hiesigen Regierung erschweren würde, eine freundliche Neutralität ein­zunehmen. Vorläufig beständen nicht die geringsten Absichten, gegen uns feindlich vorzugehen. Man würde dies, wenn irgend möglich, zu vermeiden wünschen. G3 ließe sich aber schwer­lich eine Linie ziehen, bis wohin wir gehen dürften, ohne daß man diesseits einschreite. Er fam immer wieder auf die belgische Neutralität zurück und meinte, diese Frage würde ebenfalls eine große Rolle spielen. Er habe sich auch schon gedacht, ob es nicht möglich wäre, daß wir und Frankreich uns im Falle eines russi­schen Krieges bewaffnet gegenüber stehen blieben, ohne uns an­zugreifen. Ich frug ihn, ob er in der Lage wäre, zu erklären, bag Frankreich auf einen derartigen Baft eingehen würde. Da wir weder Frankreich zerstören, noch Gebiets­teile erobern wollten, könne ich mir denken, daß wir uns auf ein berartiges Abkommen einlaffen würden, daß uns die Neutralität Großbritanniens sichere.

Der Minister sagte, er wolle sich erkundigen, verkannte auch nicht die Schwierigkeiten, beiderseitig das Militär in Untätigkeit zurüdzuhalten."

Drittens um 20 Uhr abends:

Meine Meldung von heute früh ist durch meine Mel­bung von heute abend aufgehoben. Da positiver englischer Vor­schlag überhaupt nicht vorliegt, erübrigen sich weitere Schritte im Sinne der mir erteilten Weisungen."

Ein Aufruf der Ruthenen Rußlands .

" Nach hier vorliegenden Nachrichten hat Sir E. Greh im Wie ersichtlich, enthalten diese Telegramme keinerlei Andeutung Unterhaus erklärt, die von der deutschen Regierung veranlagte barüber, daß ein Mißverständnis vorgelegen habe und nichts über Beröffentlichung des deutsch englischen Tele- bie von englischer Seite behauptete Aufklärung des angeblichen Miß­grammwechsels bor dem Kriege sei unvollständig. Fürst Lich- berständnisses. nowsty habe seine Meldung über das bekannte Telephongespräch gleich darauf telegraphisch zurückgezogen, nachdem er darüber auf­geflärt worden sei, daß ein Mißverständnis vorliege. Dieses Tele­gramm jei nicht veröffentlicht worden. Die Times" haben, an scheinend auf Grund von Informationen von amtlicher Seite, die felbe Behauptung aufgestellt und daran die Bemerkung gefnüpft, bas Telegramm fei von der deutschen Regierung unterbrüdi woorden, um England der Perfidie beschuldigen und Deutschlands Friedens. liebe beweisen zu können.

Wir stellen demgegenüber fest, dast ein solches Tele­gramm nicht egiftiert. Fürst Lichnowsky hat außer dem bereits veröffentlichten Telegramm, das um 11 Uhr vormittag aus London abgegangen war, am 1. August noch folgende Telegramme abgesandt:

Uns geht ein Aufruf des Bundes zur Befreiung der Ukraina" zu, dem wir folgendes entnehmen:

Wir trainer Rußlands , die wir uns in dem Bunde zur Befreiung der Ufraina" vereinigt haben, werden alle unsere Kräfte zur endgültigen Abrechnung mit Rußland aufbieten. In diesen folgeschweren Zeiten, in denen sich unsere Nation auf beiden Seiten der Grenze zum letzten Kampfe mit unserem Erbfeinde rüftet, wenden wir uns mit diesem Aufruf an die ganze zibilisierte Welt! Möge fie unsere gerechte Sache unterstüßen! Wir appellieren in der tiefen Ueberzeugung, daß die ukrainische Sache gleichzeitig die Sache der europäischen Demokratie ift. Nie wird Europa zur Ruhe kommen, nie vor der brohenden Invasion des Barismus frei gemacht, nie seiner Kulturgüter sicher sein, bis auf den weiten Steppen der Ukraina ein Bollwert gegen Rußland errichtet sein wird!

Die großen Opfer, die unser Bolt in seinen Kämpfen mit Ruß­ land im Laufe von Jahrhunderten gebracht hat und bringt, geben uns das moralische Recht, die Aufmerksamkeit und das Verständnis ber zibilisierten Welt für unsere Sache, für die Unabhängig teit der Utraina zu verlangen!

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nungslegung genehmigt werden.

Insbesondere

find sie bereit, einzutreten: 1. für sofortigen Ersatz verlorener Schiffe; 2. für sofortige Durchführung aller 1912 beschlossenen Maßnahmen; 3. für sofortigen Bau des 1915 fälligen Schiffs= ersatzes; 4. für Herabsehung der Lebensdauer der Schiffe von 20 auf 15 Jahre. Unterschrieben: gez. Dr. Paasche, Frhr. v. Gamp, Erz. berger, Gröber, Dr. Wiemer, Graf West arp,

Schulz Bromberg.

Es ist unerhört, daß die Führer der bürgerlichen Fraktionen, die weder das Parlament noch das deutsche Volk repräsentieren, sich einfach die Rechte des Deutschen Reichs­tags anmaßen. Falls die Regierung gesetzliche Maßnahmen für erforderlich erachtet, so gibt es nur einen staatsrecht­lich möglichen Weg: die Einberufung des Reichs taas. Es ist auch nicht einzusehen, warum dieser Weg nicht möglich sein sollte; tagt doch in England das Parlament auch während des Krieges und einberufene Reichstagsmitglieder fönnten beurlaubt werden. Aber die eigenmächtige Suspen­dierung der Verfassung durch bürgerliche Parteiführer, die über wichtige ins Etatrecht tief einschneidende Angelegen heiten aus eigener Machtvollkommenheit beschließen und so im Handumdrehen gleich ein kleines Flottengeset bewilligen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Wie wenig Achtung haben doch die Parlamentarier vor dem Recht des Parlaments! Für überaus charakteristisch aber finden wir es, daß diese Besprechungen ohne Wissen und ohne Zuziehung der sozialdemokratischen Fraktion vor sich gingen. Man hat soviel davon gehört, daß alle Barteiunter­schiede während des Krieges geschwunden seien. Uns dünkt, daß die Herren sich einer wirksamen Aufklärungs­arbeit unterzogen haben.

Reichversicherungsamt und Kriegsfürsorge. Im Reichsversicherungsamte tagte am 31. August unter dem Vorfize des Präsidenten des Reichsversicherungsamtes Dr. Kauf­mann eine Konferenz, die über die Kriegsfürsorge der Landes­versicherungsanstalten beriet. Der Vorsitzende, Präsident Dr. Kauf­mann, legte in furzen Worten Grundsätze und Richtlinien dar, die für das Eingreifen der Landesversicherungsanstalten in die Kriegs­wohlfahrtspflege maßgebend sein müßten. Zur Bekämpfung der Schäden, die aus der wirtschaftlichen Notlage weiter Kreise der Be­völkerung drohen, sollen die Landesversicherungsanstalten Auf­wendungen zu machen berechtigt fein bis zu 5 Proz. des Buchwertes des Gesamtvermögens der Anstalten Ende 1913.

Die Landesversicherungsanstalten verfügen zurzeit über ein Ver­mögen von rund zwei Milliarden. Von diesen können danach im Rahmen der Unterstützungsnorm mehrere hundert Millionen für die Kriegswohlfahrtspflege verwendbar gemacht werden. Die Mittel der Landesversicherungsanstalt sollen zunächst den beteiligten eigenen Anstaltsbezirfen zugute fommen. Es ist aber auch vorgesehen, daß für einzelne besonders schwer betroffene Gebiete, wie für Ostpreußen und Elsaß- Lothringen , die übrigen Versicherungsanstalten unters stützend eintreten können. Bei den Fürsorgemaßnahmen der Landess versicherungsanstalten sollen auch weiter die Bedürfnisse des Noten Streuzes berüdsichtigt werden. Dabei stehen selbstrebend die örtlichen Bedürfnisse in den einzelnen Anstaltsbezirken im Vordergrund. Da­neben soll aber auch allgemeinen Aufgaben des Zentralkomitees der deutschen Vereine vom Roten Kreuz nach Möglichkeit Rechnung ge­tragen werden.

Die Preffe unterm Kriegszustand. Das stellvertretende Generalfommando des 4. Armeekorps ( Magdeburg ) erläßt folgende Bekanntmachung:

Erörterungen der belgischen Frage, das heißt des zukünftigen Schidials Belgiens in den Beitungen find zu unterlassen. Es barf nicht gesagt werden, daß wir nach dem Krieg ein unabhängiges Belgien wieder herstellen wollten, ebensowenig, daß Belgien auf­gehört haben wird, zu existieren. Kritische Betrachtungen über die augenblickliche Lage oder die zukünftige Gestaltung Belgiens in irgendeiner Form sind nicht gestattet.

Bon feiten des Generalfommandos: Der Chef des Generalstabs von Wasielewski, Dberst."

Unter dem Belagerungszustand.

Ein furchtbares Urteil wird aus Stettin gemeldet: Das dor­tige Kriegsgericht verurteilte den 33 Jahre alten, aus Rußland stammenden Arbeiter Grzegorsti wegen vorfäßlicher Brandstiftung zum Tode. Der Angeklagte hatte am 4. August d. J. in Neu- Arendsee bei Stralsund aus Rache gegen feinen Quartierwirt, der ihn wegen Gewalttätigkeit vom Hofe ge­wiesen hatte, das Wohnhaus angezündet, das nebst einem Stall, einer Scheune und einem benachbarten Wohngebäude abbrannte.

"

Die überflüssige Kontrollkommiffion. Durazzo, 5. September.( Meldung der Agenzia Stefani".) Die Aufständischen sandten an die Kontrollkommiffion und an die Stadtbehörde eine Proklamation, in der sie erklären, daß nach der Abreise des Fürsten ein Grund für das Bestehen der Kontrolltommission feble, und in der sie ferner einen provisorischen Gouverneur in der Person Sucin an Agas

Erstens um 1 Uhr 15 nachmittage. Der Privatsekretär Sir E. Grehs war eben bei mir, um mir zu sagen, der Minister wolle mir Vorschläge für die Neutralität Englands machen, selbst für den Fall, daß wir mit Rußland wie mit Frankreich Krieg hätten. Ich sehe Sir E. Greh heute nachmittag und werde sofort berichten." strichen versehene Flasche mit Schnaps am Schenktisch; ein Biertel­liter- war es. In einem Gläschen kippen sie das Beug hinab, und in zwei Minuten war die Bulle leer.... In der Ecke, die Damit in der Beit da auf den Zeichenfeldern, auf welchen der Tür gegenüberliegt, steht der Schenktisch; ein schmußiges Ge- tausende Utrainer verbluteten, das Schicksal der Völker Europas stell, darauf in buntem Durcheinander Kisten und Schachteln, entschieden wird, die volle Bedeutung unserer Sache für Europa Flaschen Gläser und zwei Schnapsfässer und auf dem Boden ein nicht unbekannt bleibe, wenden wir uns mit diesem Appell an die fleines Bierfaß. Die am Tage hochgezogenen, früher einmal weiß öffentliche Meinung aller Nationen, deren politische Interessen in gestrichenen Klappen werden abends heruntergelassen. Sie schützen biefem großen Augenblick mit den Interessen der Freiheit und Bibi­den Schenktisch und die Fässer vor unberufenen Angriffen. Gin lifation eines find. Susar fordert ein Glas Bier. Gin zierlich beschuhtes Mädchen Stülpt das Glas in eine braune Flüssigkeit. Das nennt man D. Donzow. " Spülen". Dann bekommt der Husar sein Bier. Noch ein Glas Die Aufständischen erklären, gegen die Gesandten und die fremben Bier wird gefordert. Bier alle", sagt die Maid. Ein Gast fordert Staatsangehörigen die gebührende Rüdsicht üben zu wollen und die Selterwasser. Auch nicht mehr ba." Es gibt nur noch Schnaps. Russisches Liebeswerben. Sicherheit der Bürger und des Eigentums zu gewährleisten. Sie Schnaps und wieder Schnaps. Bald ist auch das Schnapsfaß leer. Lemberg , 5. September. Im Besize vieler gefangener ruffifcher fordern, daß zweihundert Einwohner von Durazzo am Sonn­Schnell wird in einem Winkel eine neue Auflage gebrannt. Ich Soldaten wurde eine Proklamation des russischen abend ihnen entgegengehen sollen, wenn sie in die Stadt einziehen sehe, wie der Brenner" den Inhalt mehrerer Gefäße in das Generalissimus, Großfürst Nikolai Nikolajewitsch , gefunden, werden. Die Einwohner sollen sich bis zur Brücke über die Lagune fäßchen gießt und dann das Gemisch durcheinanderschüttelt, und die sich an die russischen Brüder in Galizien wendet und ihnen Be- begeben, dort die Waffen und Munitionsvorräte nieberlegen und sich nach wenigen Minuten ergießt sich das neue Fabrikat. alten freiung vom fremden Joch und Vereinigung unter dem Banner des unterwerfen. Einige Aufständische tamen bis zur Brücke herab, wo Norns in die schon bereitgehaltenen Pullen.... einigen, unteilbaren Rußland verkündet und den Wunsch ausspricht: fie im Laufe des Tages mit einigen Einwohnern der Stadt eine Möge es teine unterjochten Russen mehr geben. Die Unterredung hatten. Die Stadt ist ruhig. Die Kontrollkommission Proklamation, in der die Desterreicher als Schwaben bezeichnet sorgt für den Polizeidienst. werden, schließt mit der Aufforderung, für Rußland und den russischen Baren zu beten.

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Einige Gäste torteln herum, stieren aus rot unterlaufenen Augen. Ich sehe mich ans Fenster und mache einige Notizen vom Schlachtfeld. Da fieht mich ein betrunkener Mensch. In seinem Meine umnebelten Hirn blitt ein Gedanke auf: ein Spion! gelbe Binde hält er vielleicht für ein geheimes Spionen­abzeichen. Er tuschelt mit einigen anderen angesäufelten Gästen. Einige kommen ganz nahe heran und versuchen, in mein Notizbuch zu blicken. Ich tue, als merkte ich nichts. Blöblich fragt ein baumlanger Sterl: Was schreiben Sie?" Lächelnd antworte ich:" Nichts für Sie!"-" Gendarm holen, Gendarm holen"; die Gesellschaft stiebt und taumelt auseinander. Die am Zisch fizzen­den Leute schauen auf, fragen und schwaken ruhig weiter.

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Nach kurzer Zeit tritt wuchtigen Echrittes der Gendarm herein; man hat ihn vom Frühstück fortgeholt. Seine Augen blizen mir fühn und durchbohrend entgegen. Er pact mich an der Binde und fragt: Was ist das?"" Bitte, loslassen. Sie können auch so fragen!" Ich soll mitkommen in ein Hinterzimmer, nehme aber meine Papiere heraus und sage, man könne sie hier am Fenster besser prüfen als in einer dunklen Ede. Bedächtig nimmt der Gendarm meine Legitimation, blättert hin und her, liest und liest. Endlich gibt er sie zurüd, sagt Dante" und verschwindet.

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Die Autorität des Gendarmen siegt unbedingt, und die Men­schen wollen nun liebenswürdig werden. Da meldet ein Knabe: " Die Russen kommen!" Alles stürzt linaus. Ein Trupp von 3000 Gefangenen, dazu Geschützen und Pferden, zieht vorbei.

Wilhelm Düwell, Kriegsberichterstatter,

Für den Bund zur Befreiung der Ukraina".

W. Doroschento. M. Melenewsky. A. Storopyß- bis zum Eintreffen Mustaphas verlangen, der jetzt in Balona sei.

Joltuchowsky. N. Baligniaf. A. Zut.

Politische Uebersicht.

Ein unerhörter Vorgang. Das Wolffsche Bureau verbreitet folgende Meldung, die sicher geeignet ist, Aufsehen zu erregen:

Letzte Nachrichten.

Die Türkei rüstet.

Konstantinopel , 5. September .( W. T. B.). Die jüngst erlassene Bekanntmachung des Marineministeriums setzt die verbotene Zone am Eingang des Bosporus vom Rumeli­Im Anschluß an frühere ähnliche Besprechungen fand heute feuer bis Messarburnu bei Bujukdere, also in einer Länge im Reichstagsgebäude unter dem Vorsitz des Bizepräsidenten von etwa 10 Kilometer, fest. Hieraus geht hervor, daß die Dr. Paasche eine Beratung führender Mitglieder der bürgerlichen Parteien des Reichstages in der anfänglich verhältnismäßig enge Minenzone bedeutend Absicht statt, den festen Willen von Abgeordneten, die sicher den erweitert ist. Die Militärverwaltung läßt durch Reichstag und das deutsche Volt hinter sich haben, zu befunden, Trommelschlag die Reservisten und den nicht. auch im Kampf zur See alle Kräfte der Nation bis zum ausgebildeten Landsturm bis zum 45. Lebensjahr,

Ende einzusetzen.

Der hohen politischen Bedeutung des gefaßten Beschlusses der als beurlaubt gegolten hat, auffordern, von heute entsprechend, wurde sogleich nach Abschluß der Beratung folgende ab einzurüden. Mitteilung dem Staatssetretär des Reichsmarine­

Ein Familiendrama. amts zur Kenntnis gebracht: Die unterzeichneten Mitglieder Bremerhaven , 5. September. Der in Geestemünde wohnhafte des Reichstags erklären sich bereit, in ihren Fraktionen und im Arbeiter Mangels fand heute morgen in einem Garderoben­Reichstage dafür einzutreten, daß alle Maßregeln des raum seine Frau und seine vier Kinder tot bor; fie Reichsmarineamtes, welche die Kriegsnot erheischt, in hatten sich durch Beuchtgas vergiftet. Die Tat ist um jo statsretliger insight und bezüglich der Rech - unerklärlicher, als die Familie in guten Berhältnissen lebte.