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gar nichts zum Schutz der Fremden, sondern wartete weitere Instruktionen aus England ab. Erst, nachdem Seymour Ver- stärkung erhalten hatte, bombardierte er am 11. Juli, vier Wochen nach dem Krawall, Alexandria . Die Folge tvar ein erneuter Angriff der Eingeborenen auf die Europäer . Nun erst, am 15. Juli, besetzte Seymour Alexandria. Arabi Pascha zog schnell ein Heer in Unterägvpten zusammen, wurde aber am 13. September von dem inzwischen gelandeten eng- lischen Heer bei Tell-el-Kebir völlig geschlagen. England nahm vorläufig von Aegypten Besitz. Nach der damaligen offiziellen Versicherung sollte diese Okkupation nur so lange dauern, als es die unsicheren Landesverhältnisse erforderten die F r i st wurde auf drei Jahre bemessen, jedoch, wie in so vielen anderen Fällen, wurde aus der dreijährigen Be- setznng eine dauernde Beschlagnahme. Damit hatte der englische Imperialismus sein Ziel, den Suezkanal unter englische Aufsicht und Gewalt zu bringen, erreicht. Frankreich , das England in Aegypten freie Hand gelassen hatte, verlangte, unterstützt von der internationalen Friedensliga, vertragsniätzige Festsetzung der Neutralität des Suezkanals. Lord Granville gestand denn auch in einem Rundschreiben vom 3. Januar 1883 zu, daß derKanal für die Durchfahrt aller Schiffe unter allen Umständen" frei sein solle. Feindliche Handlungen dürften weder im Kanal selbst, noch iil seiner Umgebung stattfinden, auch dann nicht, wenn die Türkei (als derjenige Staat, dem die Oberhoheit über Aegypten zustand) eine der kriegführenden Mächte sein sollte. Frankreich zeigte sich davon wenig befriedigt; und am 30. März 1885 kam es zu einer Konferenz in Paris , auf der sich sofort allerlei abweichende Auffassungen über den Umfang der sogen. Neutralität herausstellten. Während Frankreich zum Beispiel forderte, daß die volle Neutralität sich auch auf den neben deni Suezkanal einhcrlaufenden Süßwasser- kanal erstrecken müsse, war England anderer Ansicht. Und ebenso wenig Ivollte es etwas von der Einsetzung einer internationalen Äonlnnssion zur Ueberwachung der Einhaltung der Vertrags- bcsmnmungen wissen. Da eine Uebereinstimmung nicht zu er- zielen war, stellte am 13. Juni 1885 die Konferenz ihre Ar- besten ein. Hinterher kam es auf wiederholte Anregung Frank- reichs dann doch am 24. Oktober 1887 zu einer Verständi­gung zwischen beiden Mächten, und auf Grund dieses Ab- kommens gelang es schließlich auch, die meisten übrigen Mächte Europas am 29. Oktober 1888 zu Konstantinopel zur Unterzeichnung des Neutralitätsvertrages zu bewegen. Nach Artikel 1 dieses Vertrages steht der Suezkanak jederzeit, sowohlinKriegsalsFriedenszeiten, jedemHandels- und Kri e g s s ch i f fohne Unterschied der Flagge offen. Die vertragschließenden Teile kommen überein, die freie Benutzung des Kanals in Friedens- wie in Slriegszeiten niemals zu beeinträchtigen. Auch kann niemals der Kanal dem Blockaderecht unterworfen werden. Ferner be- stimmt Artikel 4, daß im Kanal und seinen Eingangshäfen soivie im Umkreise von drei Seemeilen außerhalb dieser Häfen kein Kriegsrecht, keine feindlichen Hand- lungen oder irgendwelche Maßnahmen, die den Ziveck haben, die freie Schiffahrt auf dem Kanal zu hindern, ausgeübt werden dürfen auch nicht von der Türkei selbst. Das Legen von Minen, die Beschlagnahme oder das Kapern und Ver- senken von Schiffen in diesem Gebiet sind daher unter allen Umständen ausgeschloffen... Sehr schöne Bestimmungen I Aber wie die ganze Staateugeschichte lehrt, werden üheray Neutralitätsverträge immer nur so weit gehalten, als sie mit dem eigenen Interesse der vertragschließenden Staaten übereinstimmen. ES hat sich deshalb quch England durchaus nicht an den Vertrag ge- Kunden gefühlt, sondern die deutschen und österreichischen Schisse, die sich beim Ausbruch des jetzigen Völkerkrieges im Suezkanal und seinen Häfen befanden nach Zeitungs- Meldungen sollen es 18 deutsche Dampfer sein einfach mit fileschlag belegt und ftir gute Prise erklärt.

westlicher Kriegsschauplatz. die französischen Tagesberichte. Genf , 19. Dezember. DieBoss. Ztg." meldet: Der amtliche französische Bericht vom 18, Dezember, 11 Uhr abends, lautet: Wir gewannen ein wenig Terrain längs der Dänen, nordöstlich von R i e u p o r t. Zwei starke feindliche Gegenangriffe nördlich der Straße von Apern-Menin wurden abgeichlag n. In der Gegend von ArmentiöreS erfolgte«in leichtes Vorrücken der englischen Truppe». Unser« Artillerie zerstörte Zwei seind- Sine viel verlästerte Einrichtung. Division v. F., den 16. Dezember 1914. Man muß die Ausgabe der Postsendungen au die Soldaten beyhachtet haben, um zu wissen, von welcher Bedeutung die Ber- bindung der Truppen mit der Heimat und mit ihren Angehörtgen ist. Ihre Stimmung, ihre seelische Bersassuug und damit auch ihre geistige und körperliche Leistungsfähigkeit hängen in beträchtlichem Maße von der Verbindung mit daheim ab. Alle Rehungen des Herzens spiegeln sich aus dep Gesichtern, wenn«S heißt:Die Post tomust I" Bange Erwartung laßt der eine erkenne», freudige Hoffnung der andere. Bei zenem lauert Angst vor bösen Nach- richten in den Zügen; dort der junge Jnsqnterift hofft sicher auf beglückende Mitteilung. Bei säst allen bemerkt man den Augen- blick der Spannung, bei einzelnen drückt sie sich sogar in der Haltung des vorgebeugten Oberkörpers aus. fest umschließt der Ring der Wartenden den Verteiler der Postsachen, daß er sich kaum bewegen kamt.Musketier Frenze!!" ruft er.Hier!" ein Arm streckt sich über die Köpse der Aäheestehenden herzu. Ruhig liest der Verteiler die Adressen vor und gierig sirecken sich ihm die Hände entgegen. Nun find alle Briese, Karten und Paketchen ver? teilt. Die meisten find leer ausgegangen; betrübt, enttäuscht stehen sie da, bedrückt gehen sie fort. Einige allerdings freuen sich mit deu Äameraden, die ein Zeichen der Liebe und des Gedenkens aus der Heimat, von Weib und Kind, vyn Freunden und Betonnten, rehielten. Hastig, in Erregung werden die Briefe geöffnet; gierig verschlingt der eine den Inhalt, der andere liest bedächtig. Welche Nachricht mag der bärtige Landwehrmann erhallen haben? Selbstvergessen steht er da mit dem Briefkein in der Hand. Seine Augen sind feucht geworden. Aber doch muffen es nicht schsechte Nachrichten sein, die ihn erreicht baben. Ex lächelt tinter Tränen der Rührung. Sowie ich den Wann ansehe, begiirnt er zu erzähle»; die meisten Menschen sind ja mitteilsam, wenn ihr Gemüt beiuegt ist. Als der Landwehrmqnn ausrücken mußte, ließ er seine Frau mit drei Kindern daheim. Zwei davon waren krank; der sechsjährige Fritz, der ihm schon die Pfeife stopfte, und das vierjährige Mariechen, das so gern aus BaterS Knien ritt und so lustigHopse nochmal---" sagte Lange war der Vater in banger Sorge,«r fürchtete, daß ihm die Frau nicht die volle Wahrheit schriebe. Run kann er froh fein: diö Kinder sind wieder gesund, spielen schon wieder auf der Straße. Mehrere Kameraden des Landwehrmannes sind heran- gekommen, sie plauhern von der Heiinat. pon ihre» eigenen Sorgen

liche Batterien in der Gegend von V e r d u n. Von der übrigen Front ist nichts zu melden. Ter amtliche französische Bericht von heute 3 Uhr 39 Minuten lautet: Der 17. Dezember war durch unsere Forlschritte in Belgien ausgezeichnet, wo alle feindlichen Gegenangriffe mißlangen. In der Gegend von ArraS brachte eine krästige Offensive mehrere Gräben vor Auchy, La Baffse, LooS, St. Laurent und Blangy in unseren Besitz. Aus letzlerem Punkt haben wir ans einer Front von mehr als einem Kilometer fast alle Gräben der ersten feindlichen Linie genommen. In der Gegend von T r a c y- 1 e» V a l, an der A i s n e und in der C h a m p a g n e war unsere schwere Artillerie durchaus im Vorteil. In den Argonnen sprengten die Deutschen einen unserer Gräben nördlich von Tour de Paris in die Lust. Sie versuchten dort mit drei Bataillonen herauszukommen, jedoch wurde dieser Jnfanterieangriff zurückgeschlagen, desgleichen ein Angriff, den die Deutschen gegen St. Hubert unternahmen. Oestlich der Maas und in den Vogesen ist nichts zu melden. die australischen Rüstungen. Melbourne , 18. Dezember. (W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Auf eine Anfrage ertviderte der Premierminister im Parlament, daß bei der Sendung von stärkereu Kontingenten nach Europa die Schwierigkeit allein in der Ausbildung liege. Alle verfügbaren Offiziere seien dabei tätig, und man scheue keine Kosten oder Anstrengungen, um die Zahl der Osfiziere zu vermehren. ßelüpostbrief eines belgischen Telegraphisten. Amsterdam , 19. Dezember.<T, U.) Der.Telegraaf" veröffent­licht den Brief eines belgischen Soldaten, der als Telegraphist im Lager von Beurnc-Ambacht tälig ist: Dixmuiden, Pervoyie und Upern liegen, ganz zerstört. In den umliegenden Feldern finde man alle 50 Meter eine sogenannte Mar« mite, wie wir die durch Granaten aufgerissenen Löcher nennen. Die deulichen IL-Zentimeter-Geichosse wühlen Löcher in die Erde, die bei einer Ties« von Iffz Meler 2>/, Meter Durchniesier baben; die deutschen 28-Zentimeter-Geichoffe reißen sogar Löcher in die Erde, die 3 Meier tief und 4 Meter breit sind. In diesen Löchern begraben wir unsere Toten. Da wo früher Häuser standen, liegen nur noch Steinhaufen. Denkl nickt. Denkt nicht, daß ich auch nur eine» Fuß habe in Frankreich setzen können. Am 6. Oktober, nach dem Falle von Ant» werpen, mußten wir tüchtig laufen, denn die Deutschen saßen uns dicht aus den Fersen. Die Deutschen drangen bis nach Dixmuiden vor, und seitdem habe ich Veurne nicht verlassen. Seit der ersten Hälfte des Oktobers ist die schreckliche Schlacht an den Userusern im Gange. die mit einer noch nie dagewesenen Wut und Erbitterung fortdauert. Beide Ufer des Fluffes bilden einen ungeheuren Kirchhof. So weit die Augen reichen sieht man flache Marschen ohne Baum und Strauch und viele Dörfer waren früher darin sichtbar. Bon all den Dörfern, die auf beiden Seiten der Aier längs der Ufer sich ausbrertelen, stebt nichts mehr, nur hier und da sieht man noch ein Stück eines halb eingeiallenen Hauses, zerbrochene Türen oder Pioste». Das sind die Zeichen, daß hier nral ein Dorf stand, und noch immer hört man das unerträgliche Summen der Granaten, das wie das Geheul des Löwen des Nachts anzuhören ist. Unsere Division wurde nackt zehntägigem Aufenthalt in den Schützengräben abgelöst. Es ist unnötig zu erzählen, wie unangenehm bei dem schlechten Weuer das Leben in den Laufgräben ist und dann das Rollen der Granaten und Schrapnells über den Häuptern durch die Luit zu hören und das Explodieren der Gcichosie anzusehen, die die Erde aufwühlen wie eine Sandhose. Sobald dre Lausgräben ent- deckt sind, und dann kommt der Tod und streut seine Saat aus, von den Verwundeten will ich gar nicht sprechen, es ist unbeschrerbirch. Es kommt des öfteren vor, daß die Laufgräben nicht mit Mundvorrat versehen werden konnten, da man durch den Granatenregen verhindert war, sich den Lauf» graben zu nähern. F» vielen Laufgräben steht das Wasser 29 bis 30 Zentimeter hock, in anderen dagegen ist es weit höher. Das Leben der Telegraphisten ist hier auch nicht zu beneiden. Unsere Stellungen werden mit Schrapnells und Granate» be« schössen, dann kriechen wir auf unserem Bauch durch den Morast und Kot zu den Laufgräben, die mit de», Haupt- quartier verbunden werden müssen. Dos ist ein Sport, bei dem eS sich ums Leben handelt. Natürlich muß einer von unteren Leuten beim Apparat Dienst tun. Er wird alle ein oder zwei Tage abgelöst. Heule morgen muß ich zum Dienst am?oLtg ä« combat Nr. 1, dieier liegt a» der User. Es muß scharfe Acht gegeben werden. Mo» riskiert sein Leben dabei und deshalb drängen wir unS nicht Lanach, im Gegenteil. Es ist kein Ver- gmigen, 24 Stunden im Laufgraben zu sitzen, wenn der Wind um die Ohren saust und der Regen von den Pfosten und der Erde her- niederrinnt. Der Seekrieg. Zur Beschießung üer englischen Küstenstäüte. Wolfss Depeschenbureau schreibt: Berlin , 19. De- zember. Der amtliche englische Zeilungsdieust von und Freuden, und bann kommt das Gespräch auf die vielver- lästerte Feldpost, kaum über eine andere Einrichtung ist jemals soviel geschimpst worden als über die Feldpost, keine hat so viele Klagen über sich ergehen laffen müsse», berechtigte und un- berechtigte. In den ersten Monaten blieben die Mannschaften an der Front oft wochenlang ohne Nachricht aus der Heimat. Ber- ärgerung und Mißmut war die Folge. Unzählige Flüche richteten sich gegen die Feldpost.Nun ist sie besser geworden." sagen die Soldaten,jetzt bekommt man doch wenigstens was." Es ist richtig, die Feldpost funktioniert jetzt viel beffer. Hier bei der Division, wo ich den Betrieb besichtigte, hatte ich den Ein. druck, daß sie ganz vorzüglich arbeitet, wenn man die schwierigen Verhältnisse berücksichtig!. Zwei Umstände verschuldeten in der Hauptsache das Versagen der Feldpost im Ansang des Krieges; zunächst die strenge Geheimhaltung der Standorts und Verschie- bungeu der Truppen. Daraus ergab sich eine außerordentliche Komplizierung der Beförderung und ein Zeitaufwand, der bei den vielfach erforderlich gewesenen unvorhergesehenen Truppenver- schiebungen die Zustellung von Postsachen aus der Heimat noch mehr verzögerte. Die eingelieferte» Briefe usw. wurden nach Sammel- stellen geleitet, die sie aus die Hauptämter für die einzelnen Armeen verteilten. Jeder dieser Poftbezirk« isi wieder in Gebiete mit sogenannten Stützpunkts» gegliedert, denen die Postsachen für die Truppen in ihrem Bereich überwiesen werden. Bon hier aus gelangen sie an die Feldpostexpeditionen der Divisionen und von da mit der großen Bagage an die kleineren Truppenverbände. Tage vergingen,«he die Postsachen an die große Bagage gelangten, und dann nicht weiter kamen. Mittlerweile hatten Truppen ihren Standort gewechselt, manchmal sogar zwei- oder dreimal. Es gibt Kompagnien, die wochenlang keine Bagage, viel weniger noch Postsendungen zu Gesicht bekamen; die für sie bestimmten Sachen wurden zurückgeschoben und in andere Zuführungskanäle hineingeleitet. Ehe sie deren Ausgang erreichten, war der be- treffende Truppenteil schon wieder fort. Dieses Spiel wiederholte sich oft tpochenlang. So gab es viele Briefe, die ihn nicht erreichten. Bon diesen Verhältnissen wurden überwiegend nur die Sen- düngen an die Soldaten betroffen. Die Nachrichten von ihnen selbst in die Heimat schwammen zwar langsam, aber doch mit einer gewissen Sicherheit durch weniger gewundene Röhren dem Beftlmmungsort entgegen. Die militärisch notivendigs Geheimhaltung wäre durch eine entsprechend angepaßte Organisatioy der Feldpost von vornherein erleichtert worden und die großen Verzögerungen hätten so vielleicht

P o l d h u behauptet bei der Meldung über den Vorstoß der deutschen Kreuzer gegen die Lstlüsie Englands, daß weder Scarborough noch Wilby befestigte Plätze seien und fährt dann weiter fort, daß die deutschen Schiffe ihre Geschosse ausschließlich auf Kirchen, Gasthöfe und Privathäuier gerichlet und somit die Vereinbarungen der Haager Konvention übertreten hätten. Weder die erste Bebauptung, now die zweite Unterstellung treffen zu. Scarborough ist ein befestigter Platz und in Witby wurden nur die Küstenwacht und Fun!- spruchsiaiionen beschoffen, was völkerrechtlich vollkommen zulässig ist, da es sich hier um eine der ieindlichen Kriegssührung dienende An­lage handelt. Von einer Uebertretung der Haager Konvention, wie der Bericht glauben machen will, ist daber keine Rede. Wenig Glauben im Ausland, für das der Poldhu-Bericht doch ausschließlich zugeschnitten ist, wird auch die Meldung finden, daß die Engländer außer den Verlusten an Menschenleben nur die Geschwindigkeit zu bedauern haben, mit der sich die deutschen Schiffe beim Erscheinen englischer Torpedobootszerstörer zurückgezogen haben und daß eS unmöglich erscheine, die deutschen Schiffe zu bewegen, sich mit den englischen in der Nordsee in ein Gefecht einzulassen. Von der deutschen Bucht nach der englischen Ostküste und zurück führt bc- kanntlich der Weg zweimal quer durch die Nordsee . Da nun in den letzten sechs Wochen deutsche Kreuzer zweimal an der englischen Küsie gewesen sind, war den Engländern viermal die Gelegenheit geboten, mit den Deutschen in der Nordsee zusammenzutreffen. Daß sie diese nach der amtlichen englischen Zeitungsmeldung ihnen so sehr erwünschte Gelegenheit jedesmal verpaßt haben, daraus kann man doch wahrlich Deutschland keinen Vorwurf machen, um so weniger. als die deutsche Flotte Churchill der Mühe überhoben hat, sie wie .Ratten" auszugraben. Die Wirkung üer deutschen Somben. Haag, 18. Dezember.<T. U.) Der ernste Charakter der dcut- schen Aktion geht hervor aus Telegrammen desEvening Slandard". Danach sind in Hartlepool ein großer und zwei kleine Gas- behälter explodiert, eine Gasfabrik abgebrannt, eine Badeanstalt teilweise vernichtet, zwei Schulen ein- gestürzt, das Schulhaus zerstört, zwanzig Be- amtenhäuser in Trümmer geschossen, der Bahnhof nur leicht beschädigt, aber 129 vor ihm liegende Häuser stark beschädigt. Die Abtei wurde teilweise zerstört. In Scarborough sind drei Hotels, drei Kirchen, der Leuchuunn. zwci Schulen, 129 Villen und v i e r g r o ß e K a u f b ä u s e r lehr stark beschädigt. In b e i d e n Städten wurden über 990 Häuser gezählt, die mehr oder weniger stark gelitten haben. Verschärfung üer englischen yafen- Vorschriften. Kopenhagen , 18. Dezember. lW. T. B.).Politiken' meldet aus Bergen: England hat neuerdings die Hafenvor- schriiten verschärst und legt damit der neutralen Schiffahrt große Schwierigkeiten in den Weg. So wurden auf den norwegischen Dampfer.Irma' vor einem Hasen am Tyne zwei scharfe Schüsse abgefeuert und das Schiff gezwungen, auf offener und aufgeregter See dreißig Stunden zu warten, bis die Kontrolle kam.

Amerikanische Urteile über üen üeutschen Kreuzerangriff. New Jork , 19. Dezember.<W. T. B.» DieNew Jork Times' tragen, ob der Angriff der deutschen Schiffe ai>f die englisch» Küste den Vorläufer eines AerluchS der deutschen Dread- noughttreuzer darstelle, nach dem Atlantischen Ozean zu entschlüpfen und die Tätigkeit deS Geschwaders des Graten Spee fortzusetzen. Die. R e w U o r k S u n" ist der Meinung, daß der Angriff die unangenehme Möglichkeit erweise, daß ein deutsches Geschwader noch immer nach dem Atlantischen Ozean entkommen und zeitweilig die Handelswege beunruhigen könne, auf denen die britische Kauffahrteiflotte ungeheure Mengen Nahrungsmittel und Kriegs- Vorräte heimbringe. wieüer zwei Dampfer üurch Minen vernichtet. London , 19. Dezember. iW. T. B.) Der Glasgow er Dampfer»Prinzeß Olga" stieß Mittwochnacht auf dem Wege von Liverpool nach Aberdeen auf eine Mine und sank zweieinhalb Stunden später. Die Mannschaft wurde gerettet. London , 19. Dezember. (W. T. B.) Der norwegische DampferMaaren", der Shields am Mittwoch vex- ließ, stieß nachts aus eine Mine und sank. Vier von den siebzehn Mann der Besatzung wurden gerettet.

vermieden werden können. Daß es nicht geschehen ist, war der zweite Umstand, auf den das schlechte Arbeiten der Feldpost in der ersten Zeit zurückgeführt werden muß. Man hatte nicht nur dip alte Organffation vom Jahre 79 übernommen, sondern auch die längst veralteten und unzulänglichen Einrichtungen. Jetzt hat man steh von dem Ballast und der schimmelig gewordenen Organisation mit dem untauglichen Schema? befreit. Das Meldesvitem fft ver- einfacht und mau benutzt in möglichst weitgehendetm Umfang Automobile zur Beförderung der Sendungen bis an die Expeditio- nen der Divisionen oder des sonstigen Verbands. Besser als alle Theorien hat die Praxis organisieren geholfen. Bei der Division v. F. zum Beispiel wird die große Bagage überhaupt nicht mehr zur Beförderung von Postsendungen benutzt, fondern die Post wird täglich von der Intendantur mit eigenen Autos am Stützpunkt abgeholt. Fast unmittelbar nach Ankunft bei der Division geben die Sendungen mit den Lebensmtttelwagen an die Truppenteile. Ich war zugegen, als ein Postwagen ankam. Schnell war er entladen. In der Mitte eines großen Zimmers stand ein umfangreicher Tisch. Auf ihn wurden die Sendungen gelegt. An einer Seite des Tisches standen zwei Bcamie, die jedes Paket und die bereits zusammengebundenen Briefschaften dem betresfsnden Truppenteil uberwiesen, indem sie die Sendungen in Säcke warfen, die von anderen Beamten, die um den Tisch herum standen, offengehalten wurden. Sobald die Siebung beendet war, wurden die Säcke oder Paketchen gleich mit den LebenSmittelwaren abgefahren. Hier wird täglich die Post an die Front gebracht. Ob andere Divisionen die- selben Einrichtungen haben, ist mir nicht bekannt. Nach meinen persönlichen Wahrnehmungen arbeitet die Feld. pöst jetzt manchmal schneller und zuverlässiger als die Reichspost. Im Anschluß hieran möchte ich noch zwei mehrfach geäußerte Wünsche mitteilen: fast jeder, der an einen Soldaten schreibt, cr- hofft eine Antwort. Aber selten denkt man. auch daran, dem Sol» baten das Antworten zu erleichtern oder überhaupt ,u ermöglichen. Er kann nicht Berge von Briefbogen und Umschlägen mitschleppen. Man lege also den Soldatenbriesen gleich einen Briefbogen und einen Umschlag mit der Rückadresse bei. Und noch eins: der Soldat fft im allgemeinen reichlich bepackt. Man sende ihm daher möglichst keine schweren Pakete und auch keine Sachen, die er unnötigerweise mit herumschleppen muß. Am zweckmäßigsten ist es. sich zunächst bei dem Soldaten, den man beschenken will, zu erkundigen, was er wünscht und was er unmittelbar brauchen kann, ohne sie unnötig zu belasten. Mit kleinen Paketchen fft den meisten Soldaten am besten gedient. Düwell, Kriegsberichterstatter.