Nr. 78. 32. Jahrgang.
6. Sigung vom Donnerstag, den 18. März, nachmittags 2 Uhr.
Haus und Tribünen sind stark besetzt.
Am Bundesratstische: Delbrüd, v. Jagow, Selfferich. Nach debatteloser Erledigung einiger Rechnungssachen tritt das Haus in
die zweite Lesung des Etats
unentschuldbar würde das System bleiben,
Freitag, 19. März 1915.
ein Vaterland der Freiheit und der Wohlfahrt.( Stürmischer Beifall bei den Sozialdemokraten.)
das eine solche Förderung feindlicher Interessen duldete oder gar förderte.( Sehr wahr! bei den Soz.) Damit ist der Maßstak Damit schließt die Debatte. Die Etats des Reichskanz gegeben, mit dem eine spätere Zeit die heutige messen wird. Wir lers, der Reichsfanzlei und des Auswärtigen Amts, dieser Sozialdemokraten wollen heute unsere Kraft ausschließlich jenen mit dem geforderten neuen Direktor, werden bewilligt. Bunkten zuwenden, an denen gebessert werden kann. Wir haben Mit dem Militäretat werden zwei Resolutionen nach besten Kräften geholfen und wollen weiter mitarbeiten und angenommen. Die eine ersucht den Reichskanzler um Vormithelfen. Aber dann wird auch die Zeit der Kritif legung eines Gejebentwurfs, welcher das Reichsgesetz über die kommen, und ich möchte nicht, daß Sie über unsere Absichten irgend- Kriegsleistungen vom 18. Juni 1873, unter Berücksichtigung mie im Unflaren seien. Dieje schicksalsschweren Monate werden der seit Grlaß dieses Gesebes eingetretenen wirtschaftlichen, insbeden unwiderleglichen Beweis dafür erbringen, was dem deutschen fondere industriellen Entwickelung, a bändert und hierbei die Volfe nüzlich, was ihm schädlich ist. Was sich in dieser Prüfungs- Verpflichtung des Reichs zum Erfah von Kriegsein. Der Etat des Reichstags wird ohne Erörterung bezeit nicht bewährt, hat fein Daseinsrecht mehr.( Sehr richtig! schäden grundsäßlich feststellt, auch das Verfahren bei Ermitte willigt. Die Beratung der bei den Soz.) Wie auch die Maßnahmen, die getroffen worden lung des zu ersehenden Kriegsschadens regelt; die zweite Resolu find, sein mögen, alles, was an ihnen nüßlich ist, geht darauf hinaus. tion ersucht, mit Rüdsicht auf die fortgeschrittene Allgemeinan die Stelle wirtschaftlicher Unordnung Ordnung zu jeben, Will- bildung und das vermehrte Bedürfnis von Reserveoffizieren, eine für in ihre Schranken zurückzuweisen, das freie Spiel der freien Erweiterung der Berechtigung zum Einjährig- Kräfte, das in Wahrheit der Kampf aller gegen alle ist, Freiwilligendienst zu veranlassen. Eine Anzahl Petitionen durch staatliche Regeln einzuschränken, die Gestaltung unserer merden dem Reichskanzler ale Material überwiesen. Auch der Wirtschaft im Sinne einer höheren Zweckmäßigkeit zum Nußen Etat des Reichs militärgerichts wird ohne Debatte bedes Boltsganzen( Sehr richtig! bei den Soz.), das ist die große willigt. Vor der Beratung über den Pensionsfonds beantragt Aufgabe, vor die wir uns gestellt ſehen, zu deren Lösung die ersten Abg. Graf Westarp ( f.) Vertagung wegen des Standes tastenden Versuche während der Kriegszeit haben gemacht werden der Kommissionsarbeiten. müssen. Sehr oft haben wir in dieser Zeit der Versuche, leider Das Haus vertagt die Weiterberatung des Etats auf Freiauch der Versäumnisse, die Klage gehört, es fehle an den geeigneten tag 2 Uhr. Vorbereitungen im Frieden. Das ist richtig. Es fehlt in der Tat Schluß 31 Uhr. an sehr vielen Vorbereitungen, obwohl gerade die ganz ungewöhnliche Organisationsfähigkeit des deutschen Volkes dem Deutschen Reiche die Möglichkeit gegeben hätte, in dieser Beziehung zweifel
Etats für den Reichskanzler und das Auswärtige Amt wird verbunden. Die Budgetkommission beantragt, im Auswärtigen Amt einen vierten Direktor anzustellen.
Abg. Bassermann( natl.)
hebt als Berichterstatter hervor, daß die deutsche Regierung längst den Austausch der Zivilgefangenen angeregt hat, worauf aber die feindlichen Regierungen nicht eingegangen sind. Die amerikanischen Kriegslieferungen sind mit dem Geiste twahrer Neutralität nicht zu vereinbaren. Dem neuen Direktor soll die Organisation des wichtigen Informationsdienstes im Ausland obliegen. Unter lebhaftem Beifall schließt der Redner mit Worten des Dantes und Ruhms für die Truppen vom Feldmarschall Hindenburg bis zum Soldaten im Schüßengraben.
Reichsschatsekretär Dr. Helfferich erklärt die Zustimmung der Verbündeten Regierungen zur Anstellung eines vierten Direktors.
Abg. Scheidemann( Soz.):
los an der Spike aller zänder der Welt zu marschieren.( Rebhafte Die
Zustimmung bei den Goz.)
Die Beherrschung der Wirtschaftsgüter durch die Allgemeinheit erweist sich klar als das Biel, dem wir zustreben müssen im Interesse unserer Selbsterhaltung, und so fündet sich in dem Wetterleuchten dieses Weltkrieges ein neues Zeitalter an.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.)
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unferen Beifall finden.( Sehr wahr bei den Sozialdemo- bleiben, weil es nicht angehe, durch Grörterung der Fragen im einfraten.) Hier möchte ich eine Warnung aussprechen vor zelnen Differenzen hervorzurufen. Wir bedauern sehr, daß Selbstgerechtigkeit und Leichtgläubigkeit. Wenn unfere Gegner, um solche Differenzen heute noch möglich sind, daß noch MeinungsverDie Striegslust ihrer Volksgenossen anzustacheln, uns Hunnen" und schiedenheiten bestehen, wo Tatsachen eine so eindringliche Sprache Barbaren “ nennen, wenn sie durch erdichtete, vielleicht von ihnen reden. Richts tönnte der Kraft des Volkes in dem gegenwärtigen felbst geglaubte Greueltaten die Phantasie aufs äußerste erhitzen, so schweren Kampfe einen stärkeren neuen Antrieb verleihen, als die erscheint uns das als ein Verhalten, das Nachahmung nicht Erfüllung jener Berheizungen schon jet.( Lebhafte Zustim verdient. Wir sind fest genug in der Erkenntnis unserer Pflichten, mung bei den Soz.) Ich fann mir wohl vorstellen, welche Bewir brauchen eine solche Aufpeitschung nicht( Sehr gut! bei den geisterung es überall bis weit in die Schüßengräben hinein, wo Sozialdemokraten) und wir halten es nicht für patriotisch, alles die Preußen nicht nach erster, zweiter und dritter Klasse sortiert Schlechte unbeiehen zu glauben, was man dem Feinde nachsagt. werden( Sehr gut! Tints.), ausgelöft haben würde, wenn eine ( Sehr gut! links.) andere Versammlung, die ich des Burgfriedens halber nicht nennen will( Seiterkeit bei den Soz.), auf beſtimmte Privilegien frei willig Verzicht geleistet hätte. Das hat sie leider ebensowenig getan, wie mancherlei im Reiche, bas längst hätte geschehen önnen, nicht geschehen ist. Diejenigen, die der Regierung Anlaß zur Befürchtung geben, es tönnten drch die sofortige Erfüllng einiger Volksforderungen Differenzen und innere Reibungen entstehen, wirten nicht im Nußen der Allgemeinheit.( Sehr wahr! bei den
Die Unstimmigkeiten in der preußischen Landtagsfraktion.
In einem Artikel des„ Hamburger Echo" schreibt Genosse Sa enisch:
der
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In diesem Zusammenhang tomme ich auf die Gefangenen behandlung. Auf unbewiesene Gerüchte hin, die vielfach mit geradezu unglaublicher Begeisterung verbreitet worden sind, find eine Anzahl von Familien in Deutschland in große Beunruhigung versetzt worden. Es ist die Pflicht aller triegführenden Staaten, die Gefangenen, die aus den Reihen der kämpfenden Gegner aus geschieden sind, so gut zu behandelt, wie es die Verhältnisse nur trgend gestatten. Benn die Hunderttausende, die jezt in Deutsch - Sozialdemokraten.) Yand unfreiwilligerweise unsere Gastfreundschaft genießen, in Ein paar Worte zur Frage der staatsbürgerlichen Freiheiten gehen, iros des Freiherrn von Beblik und der preußischen Minister hoffentlich nicht zu ferner Beit wieder in ihre Heimat im Kriege selbst. Inwieweit wir Sozialdemokraten eine Bezurückkehren werden, werden sie imſtande sein, den Irrtum ihrer schränkung für zulässig halten, haben wir in den Kommissions. Landsleute zu zerstören und ihnen zu sagen, daß Deutschland fein fizungen der letzten Tage durch unsere Anträge zum Ausdruck geHunnenland und Barbarenland" ist; sie werden dann eine Saat bracht. Wir wünschen, unter Berücksichtigung der wirklichen miliausstreuen, die dem deutschen Volke reiche Ernte verspricht.( Sehr tärischen Interessen, wahr! links.)
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Entgegen der Gewohnheit des Reichstages werde ich bei BeDer hier schon gleich am Beginn zutage getretene Gegensatz ratung des Etats für den Reichskanzler Fragen der auswärtigen Politik nicht berühren. Was dazu vom Standpunkt meiner Partei Wir brauchen zum Kriege Brot, wir brauchen zum Kriege beherrschte die Politik der Fraktion während der ganzen Tagung: aus zu sagen war, hat Abg. Ha a fe am 10. März hier vorgetragen aber auch Freiheit. Wohl regiert jest die Gewalt, das Schwert auf der einen Seite ein bewußtes und planmäßiges und ist außerdem in den Erklärungen meiner Fraktion vom entscheidet, aber überall wird das Schivert geführt im Namen der in arbeiten auf eine Durchbrechung der Politit überall im Namen der Freiheit! 4. August und 2. Dezember vorigen Jahres niedergelegt. Es sind Freiheit ( Sehr des 4. August, auf der andern Seite ein nicht weniger feitdem feine Ereignisse eingetreten, die uns veranlassen könnten, gut! bei den Soz.) Vor dem Gewissen der Bölker kann die An- bewußtes und planmäßiges festhalten an dieser unfere Saltung zu ändern. Im Gegenteil, Forderungen, wie sie wendung der Geivalt nur gerechtfertigt werden, wenn sie zum Bolitik. Unnötig zu sagen, daß beide Richtungen in gleichem gerade ( Sehr Maße von dem besten Willen beseelt waren, der Partei und dem in jüngster Zeit wieder von den verschiedensten Schuhe und der Mehrung der Freiheit aufgerufen wird. Stellen erhoben worden sind, weisen wir entschieden zurüd; gut! bei den Goz.) Ein Bolt, das keine Freiheit zu verteidigen arbeitenden Bolfe zu dienen. Nur eben: eine Einigung darüber, fie tönnen uns in unserer wohlbegründeten Haltung nur bestärfen. hat, hat nichts zu verteidigen.( Sehr wahr! bei den Soz.) Darum welche Wege unter den gegenwärtigen Umständen zu diesem Ziele trotz des auf ( Rebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Mancherlei Er mußte der Reichskanzler das Wort vom freien Bolt sprechen, führten, war schlechterdings nicht zu erzielen scheinungen der Kriegführung werden später zu besprechen darum mußte er in einer anderen Kundgebung erklären, daß die beiden Seiten zweifellos vorhandenen guten Willens zu einer Verfein. Wir sehen bei dem jezigen Kriege Erscheinungen, die sich Sache der Freiheit Europas nunmehr dem deutschen Schwerte zu ständigung. Wenn wir in der Fraktion über den Strieg sprachen wahrscheinlich aus dem Umstande erklären, daß in einem Kampf, bewahren anvertraut set, mußte eine Neuorientierung der und über die Haltung, die die deutsche Sozialdemokratie zu ihm der von allen beteiligten Völkern als Existenzkampf aufgefaßt wird, innern Politik ankündigen und in seiner jüngsten Kund- einnehmen müsse, dann zeigten sich nicht nur in der rein verund das ist noch viel die Leiter der militärischen Operationen alles daran seven, den Sieg gebung an den Vorsitzenden der Freien Vaterländischen Vereinigung standesmäßigen Beurteilung, sondern im Fühlen und Empfinden so schroffe Gegenau erringen. Eine bittere Lehre für die Menschheit sprechen vom Geiste der Freiheit, in dem der innere Aufbau des wichtiger find die Zeiten, in denen wir jetzt leben. Uebrigens wird jede Maß- Reiches nach dem Kriege fortgeführt werden müsse. Auf unsere sabe, daß auch mir mehr als einmal das von Gerlach neulich zitierte regel, bestimmt, die Leiden der vom Stieg betroffenen Völker zu im cinzelnen gedacht sei, wurde uns die Antwort, das müsse Anfrage aber, wie der Aufbau der Freiheit nach dem Kriege Lutherwort in den Sinn fam: Sie haben einen andern Geist!" Unter dem frischen Eindruck solcher Fraktionsverhandlungen schrieb mildern und unter Verbürgung der Gegenseitigkeit einen Rest von Völkerrecht auch ich im Vorwärts" den in der Breffe vielfach kommentierten Sat im Kriege zu erhalten, einer späteren Zeit überlassen Stets nieder:" In der Sache selbst scheint mir die Wahrscheinlichkeit einer Berständigung immer mehr zu schwinden." Herr von Gerlach. in ( Nr. 58) scheinen anzunehmen, ich hätte mit diesen Worten die Welt am Montag" und auch die Fränkische Tagespost" bevorstehende Spaltung der Arbeiterbewegung ankündigen wollen. Stein Gedanke hat mir ferner gelegen als dieser. So sehr wie jeder andere Genosse bin auch ich durchdrungen von der absoluten Rotwendigkeit einer einheit. ichen Arbeiterbewegung, gerade in den auf den Krieg folgenden Zeiten. Diese Tage werden uns vor ungeheure Aufgaben wirtschaftlicher, politischer und nicht zum wenigsten auch propagandistischer Art stellen, daß jeder Gedanke an eine Spaltung allen Berjammlungen, die ich seit Striegsbeginn abgehalten habe, ein wahnwikiges Verbrechen wäre. Das habe ich in mit ganz besonderen Nachdruck hervorgehoben. Und in dieser Besiehung ist mir auch durchaus nicht bange: die eherne Logit der atfadjen wird der Arbeiterbewegung schon die allein richtigen. Tatsachen wird der Arbeiterbewegung schon die allein richtigen, die allein möglichen Wege weisen, genau wie ihr die eiserne Notwendigkeit seit dem 4. Auguft klar und eindeutig den Weg gewiesen bat. Nein die Arbeiterbewegung wird ihren Weg auf der einen und tros der Richtung Biebknecht auf der andern Seite! Was ich bei meiner Wendung im Vorwärts" im Auge hatte, war nicht die unwahrscheinlichkeit einer Verständigung innerhalb der Arbeiterbewegung, sondern nur die schwin dende Wahrscheinlichkeit einer Berständigung zwischen der Arbeiterbewegung und der Gruppe Biebknecht. Einer Gruppe, die im wesentlichen aus Theoretikern und Literaten besteht, die gewiß alle ihre großen Verdienste um die Bartei haben, denen aber in dieser Zeit jede lebendige Fühlung mit der Arbeiterbewegung selbst immer mehr verloren gegangen - das mögen ist. Diese Theoretiker und Literaten könnten sich alle die, die es angeht, hinter die Ohren fchreiben nur dann einen zeitweiligen Anhang in weiten dankbar denken.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Heute Arbeiterschichten gewinnen, wenn in Preußen nach Zedlitzschen Rezepten weiterregiert würde! Geschieht das nicht, Tommen müssen wir jener Männer gedenken, denn erst jetzt in dem furcht- die preußischen Machthaber, wie ich trotz alledem und alledem immer haren Wetterleuchten dieses Krieges wird uns völlig flar, was sie noch hoffe, endlich zur Einsicht in die Forderungen des Tages und für uns alle, was sie für das ganze Reich getan haben. Ohne in die Gebote der Stunde, dann ist auch das Häuflein derer um 1848 tein Deutsches Reich , ohne das allgemeine Wir als die Vertretung des deutschen Volkes wollen uns der Ehren- Sehr gut! bei den Sozialdemokraten), pas imftande wäre, einer begen, die Phantome, denen fie nachjagen, haben sich in diesen gleiche Wahlrecht kein einiges deutsches Bolt Biebknecht zur Ohnmacht verdammt. Denn die Illusion, die sie Welt von Feinden zu trogen. Aber auch ohne Nicht= unserer Soldaten, sondern nachher auch für die Soldaten, die im erfüllung, gegebenet Geripregungen in den wiesen, daß die Liebknechtianer in einer gefunden Arbeiterbewegung Dienste des Vaterlandes ihre Gesundheit einbüßen und als In-& reiheitsfriegen nicht bie Notwendigkeit inne( und die deutsche Arbeiterbewegung ist gefund!) nun und nimmervaliden zurückommen, in ausreichendster Weise zu sorgen haben. rer wirren und blutiger Opfer. So hat die Weltgeschichte ( Lebhafte Zustimmung links.) Kommen diese Genossen im weiteren Verlaufe des Krieges Dringlicher als alles andere scheint uns heute zu sein, den dem deutschen Volfe und Deutschen Reich gezeigt, welchen Weg wir Glauben unserer Gegner an die Besiegbarkeit des deutschen gehen müssen( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten), welchen Weg doch noch zu der Einsicht, daß die Wege, auf denen sie heute gehen, Boltes zu zerstören. Und um zu ſiegen, bedürfen wir auch einer das Deutsche Reich gehen muß, wenn es nicht der Gefahr der rrwege find, die die Arbeiterbewegung ins Verderben führen: um so besser! Niemandent wäre das lieber und erwünschter wirtschaftlichen und sittlichen Rüstung, das heißt Selbstvernichtung sich aussehen will, nämlich den Weg zur Freiheit. ( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) So verstehen wir als mir, der ich unter dieser Gruppe jo manchen alten und erprobten wohl auch alle, warum der Reichskanzler in der Stunde der Gefahr Freund habe. Stellt sich die Einsicht aber nicht ein Der Glaube unserer Gegner, daß es möglich sei, unser Volk aus- das Wort vom freien Bolte gefunden hat. Die Ideologie der ist es besser, daß diese Genossen sich in aller Freundschaft von zuhungern, wird totsicher durch die Tatsachen widerlegt werden Minister wird bestimmt durch den Druck der Tatsachen. Ich tönnte uns trennen, nachdem der erste Friedensparteitag sein Urteil( und ( Bravo !), wenn ungesäumt das ist die Vorausjebung an Bismard erinnern, der 19 Jahre nach 1848 das allgemeine dieses Urteil kann nicht zweifelhaft sein!) gesprochen haben wird. die wirtschaftlichen Maßnahmen getroffen werden, die notwendig Wahlrecht von 1848 in die Verfassung des Nordeutschen Bundes Diese Trennung würde dann notwendig werden gerade find, um die Ernährung des Volkes auch in den letzten Monaten aufnahm, ich will auf solche Erinnerungen in diesem Augenblick im Interesse der Einheitlichkeit und Schlagkraft vor der Ernte sicherzustellen. Dabei wird zu berücksichtigen sein, nicht eingehen. Aber auf die Erinnerungen an die Geschichte ge- der Art der Jahre 1890, 1891 und 1903 bis 1906 nicht mehr und der Partei, für die nach diesem Kriege innere Stämpfe in daß, soweit Höchstpreise in Frage kommen, fie möglichst ftüßt sehen wir getrost der Zukunft entgegen. Was wir immer geniedrig zu halten find( Sehr richtig! bei den Soz.) und daß, tan haben, nie geschah es um des Bohnes willen. Was wir getan nicht weniger als Selbstmord bedeuten würden. soweit irgend angängig, bestehende Höchstpreise erniedrigt werden. haben, und was wir weiter tun, geschieht aus Biebe zum Volt, ichiedlich- friedliche Trennung einiger weniger von der Partei, als ( Sehr richtig! bei den Soz.) In diesem Zusammenhang einige geschieht im Interesse des Boltes.( Sehr wahrt bei den Sozial- jahrelanger fruchtloser Hader, der die ganze Bewegung lähmen allgemeine Bemerkungen: Wir sind in der gegenwärtigen Situa- bemofraten.) Von unserem Pflichtgefühl getrieben, werden wir in und Deutschland um alle innerpolitischen Früchte dieses furchtbaren tion alle aufeinander angewiesen, was der eine zubiel nimmt, fehlt Bukunft, wenn der Friede gekommen ist, unsere Pflicht weiter tun Arieges bringen würde. Daran, dies ganz offen und rückhaltlos dem anderen, was viele zuviel nehmen, fehlt der Gesamtheit. Ich in demselben Sinne, wie wir sie stets getan haben, den Zielen zu, auszusprechen, darf keine persönliche Freundschaft uns hindern. schließe daraus: wer sich den zur Sicherstellung unserer Ernährung die wir für die richtigen halten. Was immer dieser furchtbare Denn höher als alle persönlichen Beziehungen steht das Intereſſe getroffenen Maßnahmen widersetzt oder sie zu durchkreuzen ver- Krieg uns genommen hat, was für Schmerzen er uns bereitet, unserer Bewegung, das zusammenfällt mit den großen Zukunftsfucht, der handelt, als stände er im Dienste der Feinde. was für Rüdschläge und schlimme Erfahrungen er interessen des deutschen Boltes." ( Sehr richtig!) Wer dem Bolte durch Erzielung übermäßiger Ge- gebracht hat, wem wäre all das je erspart geblieben, der Großes vinne Bebensmittel und andere notwendigen Gebrauchsgegenstände in der Welt gewollt hat. Aber der unerschütterliche Wille bahnt sich Haenischs Bemerkung, daß der( linke) Flügel der Landtagstünstlich verteuert, wer so von der Gewinnsucht befangen ist, schließlich den Weg zum Erfolg. Bir vertrauen darauf, daß sich fraktion bewußt auf eine Durchbrechung der Politik des 4. August daß er darüber die Notwendigkeiten der Allgemeinheit übersieht, unser Volk in dieser härtesten Prüfung der Weltgeschichte bewähren der handelt, wenn nicht mit der Absicht, so doch in der Wirkung wird und seinen Weg vorwärts und aufwärts nimmt. Wir sind hingearbeitet habe, bedarf entschieden der Richtigstellung. Aus ihrer genau so, als wenn er dem Feinde Spionage dienste voll Zuversicht und darum voll Kraft. Das Land, in das wir unsere Auffassung zur Frage der Budgetbewilligung haben die anders Teistete, als wenn er im Rüden unserer Seere Saat gestreut, ist unser Land, wir verteidigen es jetzt, wie wir denfenden Fraktionsmitglieder vor ihren Kollegen natürlich nie einen Brüden sprengen würde.( Sehr richtig!) Mag sein, daß stets darum gekämpft haben, es zu befizen, auf daß es allen eigen hebt gemacht, aber ebensowenig fonnte es ihnen je einfallen, im Der einzelne unter Umständen entschuldigt werden könnte, sei, ein Vaterland der gleichen Rechte und der gleichen Pflichten, preußischen Abgeordnetenhause etwas gegen diese Abstimmung zu
Wir wissen, und haben soeben wieder vernommen, daß die deutsche Regierung bereit gewesen ist, gleich zu Anfang des Krieges alle Zivilgefangenen auszutauschen. Wir wissen, daß sie in neuerer Zeit wieder bemüht war, Zivilgefangene und auch Geisein auszutauschen, wir wissen leider auch, daß sie große Gegenliebe nicht gefunden hat. Das ist sehr bedauerlich, aber es ist leider wahr.
Die Ausdauer und Tapferkeit unserer Soldaten erregt die Bewunderung der ganzen Welt( Beifall auf allen Seiten.) und wir sind ihnen zu unermeßlicher Dankbarkeit verpflichtet.( Erneuter Beifall und allgemeine Zustimmung.) Dieser Dank darf sich nicht erschöpfen in großen Worten.
pflicht immer bewußt sein, daß wir nicht allein für die Familien
Brot und Freiheit.
die Wiederherstellung der Preß-, Vereins- und Versammlungsfreiheit.
( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Bei Aufstellung dieser Forderung wissen wir, daß wir vollständig im Sinne der Borkämpfer der deutschen Einheit und Freiheit handeln, an die wir
heute
am 18. März
mehr Fuß fassen können!
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nun, so
10 11
Lieber