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Gewerkschaftliches.

bat, aus der Haut feiner Arbeiter und Arbeiterinnen Riemen zu schneiden. Gegen ihn flagte der Schneiderverband auf 410 M., während er andererseits von seinen Auftraggebern 2171 M. nach­forderte. Das ist ein Geschäft, das bringt noch was ein," kann der Zwischenmeister denn

Aus Industrie und Handel.

Der ungeheure Verbrauch von Nitraten durch die Sprengstoff­

Hinausschiebung von Teuerungszulagen. beter jagen, beni er hat innerhalb eines halben Jahres industrie spiegelt sich in der außerordentlichen Steigerung der Sal­Der Hauptvorstand des Allgemeinen Deutschen Arbeit an der Militärarbeit 6700 m. verdient. Zieht man auch 1700 M. peterverschiffungen. Nach der Times" vom 1. September hätten die geberverbandes für das Schneidergewerbe hat auf seiner Zu- Unkosten ab, so bleibt doch noch die niedliche Summe von 5000 M. Vereinigten Staaten im August 131 780 Tonnen Salpeter über­jammenkunft in Frankfurt a. M. den Antrag der drei Ge- Die Klage endete damit, daß der Zwischenmeister sich zur Zahlung nommen, gegen 29 000 Tonnen im Vorjahr und 36 340 Tonnen in hilfenverbände auf Gewährung einer Teuerungszulage abge- von 300 m. an den Schneiderverband verpflichtete, während er von gleichen Zeitraum 1913. Nach Europa einschließlich Aegyptens find lehnt, gleichzeitig aber seine Geneigtheit bekundet, falls bis einen Auftraggebern auf dem Regreßwege ebenfalls 300 M. erhält. 118 340 Tonnen gegangen gegen 32 240 und 156 260 Tonnen in den Mit der Mehrforderung wurde er abgewiesen. zurückliegenden Jahren. Dabei ist der Preis in Chile auf 8 sh. 3 d. zum 1. März 1916, dem ursprünglich gedachten Tage des Eine Firma, die des öfteren nicht erschienen gestiegen, gegen 5 sh. 9 d. im Januar und 7 sh. 1 d. Ende Juni. Reichstarifvertragsbeginns, eine Besserung der geschäftlichen ist, wurde von der Schlichtungskommission der Die monatliche Ausbeute in Chile beträgt jetzt etwa 3 Millionen Verhältnisse in der Maßschneiderei eingetreten ist und die zuständigen Behörde gemeldet. Zentner, und neue Gesellschaften dürften demnächst die Produktion Teuerung anhält, mit den Gehilfenverbänden in eine Beratung aufnehmen. darüber einzutreten, ob eine nach den örtlichen Verhältnissen Die bei der Herstellung von Granatzündern und sonstiger zu bemessende Teuerungszulage vom 1. März 1916 an ge- Heeresarbeit beschäftigten Zink-, Zinn- und Bleigießer, Former währt werden kann. am Sonntag Stellung zu ihren Allerdings soll die Gewährung der und Berufsgenossen nahmen den Gießereien. Durch Zeuerungszulage gegebenenfalls von folgenden Umständen ab- ohn- und Arbeitsbedingungen in die vielfache Verwendung von Hilfsarbeitern mit ungeeig hängig gemacht werden: netem Material ist es zu Beanstandungen der Lieferungen durch die Heeresverwaltung gekommen, so daß diese zu durch greifenden Maßregeln zweds Erzielung vorschriftsmäßiger Geschosse schritt.

1. Die Dauer des vom 1. März 1917 beginnenden Reichs­tarifvertrages wird nach wie vor mit vier Jahren bemessen. 2. Der Verband der Kleiderfabriken gewährt ebenfalls eine Teuerungszulage, welche die Spannung zwischen Maß- und Kon­fektionslöhnen nicht vergrößert.

3. Die Gehilfenverbände verpflichten sich, die Zuschläge auch bei den dem" ADAV " nicht angeschlossenen Geschäften durchs zulegen.

4. Es wird von den Gehilfenverbänden anerkannt, daß es sich um einen tariflichen außerordentlichen Zuschlag handelt, welcher mit dem Rückgang der Teuerung ganz oder teilweise entfällt, nur im Falle seines Fortbestehens von den Unparteiischen bei den Lohnberatungen zum Reichstarif in Anrechnung gebracht wird. 5. Die Art, wie die Teuerungszuschläge auf die bestehenden Löhne aufgelegt werden, erfolgt nach den Vorschlägen des ADAV . Die Vorstände der Gehilfenverbände haben die Erklärung zur Kenntnis genommen, ohne sich materiell dazu zu äußern. Berlin und Umgegend.

"

,, Die Schneidergesellen sind alle wohlhabend geworden." So sagte in der legten Sigung der Schlichtungskommiffion für die Militärschneiderei der Vertreter und Bruder eines beklagten Unternehmers. Den Schneidern ist es noch nie so gut gegangen wie jezt. Ich fenne einen Schneidergesellen, der hat sich fürzlich eine Jacht gekauft, früher hatte er feine ganzen Stiefel am Fuß." In dem betreffenden Fall handelte es sich um die Regreßilage eines Zwischenmeisters, von dem der Schneiderverband Nach­zahlungen forderte und der dafür seine Auftraggeber regreßpflichtig machte, für sich selbst jedoch auf jeden Anteil an der strittigen Summe verzichtete. Das Geld folle ungefürzt in die Hände der Arbeiter gelangen. Die Parteien wollen die Angelegenheit auf dem Wege der gütlichen Vereinbarung eingehen.

Ungefähr 500 Gießer werden im Berliner Beruf gebraucht, so­weit aber diese Zahl nicht ausreicht, soll sie durch Former und Berufs­genossen ergänzt werden.

Der bestehende Achtstundentag ist aufrechtzuerhalten, die Gieß­zeit dagegen beträgt seit 20 Jahren schon sechs Stunden. Muß un­bedingt einmal länger gearbeitet werden, so ist für jede weitere Stunde ein Aufschlag von 25 Proz. zu zahlen. Arbeiten, die dem Gießer nicht zukommen, müssen abgelehnt werden. Dazu gehört das Feuerherausnehmen usw. Der Stundenlohu ist schon seit längerer Zeit auf 1,50 M. festgesezt. Ist der Arbeiter bei Betriebsstörung am Weiterarbeiten verhindert, so gilt als Tagelohn' der Sag von 12 M. Den Hilfsarbeitern wird dringend geraten, fich um Auskunft an ihre Gießerkollegen zu wenden, damit die Arbeit gut ausfällt und von der Heeresverwaltung nicht beanstandet wird. Das Um­schauen nach Arbeit hat direkt zu unterbleiben, da es auf die Lohn­und Arbeitsbedingungen schädigend einwirkt. Für Sonntagsarbeit muß unbedingt 50 Prozent Aufschlag gezahlt werden. Dieser Satz ist auch schon anerkannt worden. Gegen die Verwendung von Frauen in Gießereien wird protestiert, da genügend geeignete männliche Arbeiter vorhanden sind, und der Frauenarbeit zugeschrieben wird, daß die Militärbehörde Lieferungen zurückgewiesen hat. Als Affordpreis für Kanonenzünder gelten acht Pfennig. Geringere Angebote sind abzulehnen. Folgender Antrag wurde einstimmig angenommen:

Die heutige Versammlung aller in der Zündergießerei be­schäftigten Gießer fordert von den Kollegen, eine achtstündige Ar­beitszeit einzuhalten, darin ist eine sechsstündige Gießzeit nicht zu überschreiten. Für Ueberstunden sind 25 Prozent, für Sonntags­arbeit 50 Prozent zu fordern, jedoch sind Ueberstunden und Sonn­tagsarbeit nach Möglichkeit abzulehnen.

Demnächst findet eine weitere Versammlung statt.

Deutsches Reich .

Goldgewinnung in Transvaal .

Die African World" vom 14. August berichtet: Die Gold­förderung in Transvaal zeigt jetzt emne steigende Tendenz. Sie fiel war unmittelbar nach Kriegsausbruch, betrug im Auguſt 1914 3 024 037 Pfund und ist im Februar 1915 noch weiter auf 2872 406 Pfund gesunken, jedoch im Juli auf 3 272 258 Pfund gestiegen. Damit ist die höchste bisher verzeichnete Förderung vom Mai 1913, die 3 373 998 Pfund betrug, fast erreicht.

Amerikanischer Handelsverkehr mit den Dreiverbandsmächten. Darüber finden wir in der Times" vom 31. August folgende, dem in New York erscheinenden Commercial and Financial Chronicle" entnommenen Angaben für das Finanzjahr vom 1. Juli 1914 bis 30. Juni 1915. mit den Vergleichszahlen für den Zeitraum ein Jahr vorher, in Dollars:

Ausfuhr nach Großbritannien Einfuhr von

Ausfuhr nach Frankreich Einfuhr von

Ausfuhr nach Kanada Einfuhr von

"

1915

1914 594 271 863 293 661 304

911 792 454 256 351 675

"

Ausfuhrüberschuß

655 440 779

300 610 559

369 397 170

159 818 024

"

Ausfuhrüberschuß

77 158 740 292 238 430 309.692 405 159 571 712

141 446 252 18 372 672

344 716 981

160 689 709

Ausfuhrüberschuß

141 120 693

184 027 272

37 474 380

30 088 643

2 512 381

34 961 999

1 619 356 409 495 594 508

Ausfuhr nach Rußland Einfuhr von

"

Ausfuhrüberschuß Ausfuhr nach den vier Ländern. Einfuhr von

"

19

"

Gesamtüberschuß der Ausfuhr 1123 761 901

20 831 184

9 257 459

1128 896 411 616 628 449 512 267 962

Ueber den Panamakanal- Verkehr vom 14. August 1914 bis

30. Juni 1915 berichtet der Nieuwe Rotterdamsche Courant" vom 29. August: Den Kanal passierten 1088 Schiffe, davon 471 amerika­nische, 464 englische, 41 norwegische, 35 chilenische, 24 dänische, 18 schwedische, 7 niederländische, 6 japanische, 6 russische, 4 peru­anische, 3 französische, 3 aus Honduras , 2 italienische, 2 aus Nikara­ gua und 2 aus Panama .

den 471 amerikanischen Schiffen waren 355 Küstenfahrer. 43,3 v. H. entfielen auf Amerika , 42.6 v. H. auf England. Von

Die argentinische Getreideernte.

Ein anderer Zwischenmeister ist vom Schneiderverband auf eine Nachtragsforderung von 1637 m. verklagt. Der betreffende Herr ist ein alter Bekannter des Schneiderverbandes und der typische Ver­25 Jahre Gewerkschaftskartell. treter eines Zwischenmeistertums, wie es nicht sein soll. Buch­Das Leipziger Gewerkschaftskartell blidt heute auf ein 25jähriges führung ist dem Beklagten etwas Unbekanntes, was den Vorsitzenden, Herrn Magistratsrat v. Schulz, zu der Aeußerung veranlaßte: Bestehen zurüd. Dasselbe wurde am 8. September 1890 gegründet. " Ja, tragen Sie denn Ihre Lohnzettel in der Hosentasche herum? Die dem Kartell angeschlossenen Gewerkschaften zählten kurz nach Sie können doch nicht alle Posten im Kopfe haben!" zu seiner seiner Gründung rund 8000, im Jahre 1914 aber 76 185 Mitglieder. Charakteristik mag ein Ausspruch dienen, den er machte:" Von mir während der 25jährigen Tätigkeit des Kartelle wurden von den Die argentinischen Zeitungen veröffentlichen Auszüge aus einem kriegen Sie doch nichts, ich werde Ihnen meine acht Kinder ver- Leipziger Gewerkschaften, zum Teil durch das Kartell ſelbſt, aus- Bericht des Direktors der statistischen Abteilung im Landwirtschafts­schreiben und meine Frau fönnen Sie auch noch dazubekommen." ministerium über die argentinische Getreideernte 1914/15. Danach Die Art, wie dieser Zwischenmeister seine Leute entlohnt, rechtfertigt gegeben: zur Unterſtügung arbeitsloſer Mitglieder 5 100 000 m., wird das Ergebnis wie folgt berechnet: Weizen 4 585 000 Tonnen, die Bezeichnung Ausbeuter in vollstem Maße. Die Klage wird einer zur Unterſtügung franker Mitglieder 5 400 000 M., bei Lohn- Zeinsaat 1 125 500 Tonnen und Hafer 831 000 Tonnen. Diese Be­Kommission überwiesen. bewegungen 3 800 000 m., für soziale Einrichtungen und Wahlen rechnungen bleiben hinter den lezten Schäzungen vom Februar d. J. Nicht minder trifft diese Charakteristik auf einen Kollegen des 64 000 m., für Bildungszwecke 33 000 M. und zur Unterhaltung zurüd. Der Minderertrag wird auf Regengüsse und Ueberschwemmungen Gekennzeichneten zu, der auch als Zwischenmeister es verstanden des Arbeiterfekretariats 139 000 207. zurückgeführt.

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