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Nr. 73. 33. Jahrgang.

angenommen:

Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt.

Aus der Partei.

Dr. Pape unter Totschlags­

anklage.

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Dienstag, 14. März 1916.

Aus Groß- Berlin. Berliner Finanzen.

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in Bangkok find die Europäer absolut sicher. Der Angeklagte widersprach diesen Ausführungen und verwies auf mehrere Einzel­fälle, die ihm als Beweis dafür zu gelten scheinen, daß ein Siamese Die Pareiorganisationen und die Steuerfrage. unter Umständen doch leicht dazu komme, wegen einer Kleinigkeit Sonntag, den 12. d. Mts., fand in Dresden eine Sigung einen Menschen über den Haufen zu stechen. Nach seiner Ueber statt, an welcher der Landesvorstand, die Bezirksvorstände, die zeugung fei der Siamese an sich zwar friedlich, aber falsch und Wahlkreisvorsitzenden, die Parteisekretäre und Vertreter der Partei­Der frühere Gemeindeschöffe von Weißensce, Dr. jur. Pape, hinterlistig. Staatsanwalt Herbst beantragte nach Be preffe Sachfens teilnahmen. Sie war zu dem Zived berufen, ein bei unseren Lesern und bei den Arbeitern Weißensees endigung der Verlesungen aus den Protokollen die Berlesung der Stellung zur Reichssteuerfrage zu nehmen. Nach mehrstündiger nicht gerade in rühmlichem Gedächtnis stehender Herr, stand Disziplinarakten, damit die Geschworenen die darin enthaltene Erörterung wurde gegen zwei Stimmen folgende Resolution gestern unter der Anklage des Totschlags vor dem Schwur- Charakteristik des Angeklagten zur Stenntnis nehmen können.- gericht des Landgerichts III unter Vorsiz des Landgerichts- Rechtsanwalt Dr. Isaac und der Angeklagte widersprachen entschieden diesem Antrage. Die am 12. März tagende erweiterte Landessizung der direktors Hesse. Gestern erstreckte sich die Verhandlung nur Eine Beschlußfassung über den Antrag wurde ausgesetzt.- Ein Sozialdemokratischen Partei Sachsens , an der teilnehmen: der auf die verantwortliche Vernehmung des Angeklagten. Die Geschworener hielt es doch für auffällig, daß der Angeklagte Landesvorstand, die Bezirksvorstände, die Vertreter der Kreis- Verhandlung wird heute fortgesetzt und voraussichtlich erst beim Besuche in dem Geschäftslokal des Bruders eine Pistole bei sich organisationen und der Parteiredaktionen, ersucht die Reichstags- morgen zum Abschluß gebracht werden. trug. Auf ähnliche Vorhaltungen des Vorsigenden bemerkte der fraktion, die geplanten Verkehrs- und Genußmittelsteuern unter Der Angeklagte ist beschuldigt, am 22. Oftober 1913 in Angeklagte: Ihm sei es darauf angekommen, aus dem Geschäft, bei allen Umständen abzulehnen und einzutreten für aus Bangkok feinen Bruder Kurt Pape vorfäglich aber ohne dem man feine Seide spinnen konnte, berauszukommen. Er sei reichende Steuern auf Besitz und Einkommen, als welche zurzeit leberlegung erschossen zu haben. Der jetzt 40 Jahre alte An- dabei aber immer wieder auf den Widerstand des Bruders gestoßen, in Frage kommen: 1. abermalige Erhebung des Wehrbeitrages, geklagte. ein geborener Mecklenburger, hat im Jahre 1902 die zweite der zwar mit seinem Ausscheiden einverstanden gewesen wäre, von dem 2. Besteuerung der Kriegsgewinne, 3. Ausdehnung und Erhöhung juristische Staatsprüfung bestanden. Im Jahre 1904 wurde er be- er aber nie die geforderte Sicherheit habe erlangen können. Mit dee Erbschaftssteuer, 4. Steichseinkommen und Vermögenssteuer." foldeter Gemeindes öffe in Berlin- Weißensee. Nach mehr bloßen Versprechungen habe er sich nicht genügen lassen wollen, als dreijähriger Wirksamkeit daselbst wurde in erster Instanz auf denn der Bruder habe das Blaue vom Himmel herunter versprochen, Stellungnahme zur Fraktionshaltung. Dienstentlassung wegen Dienstbergehen gegen ihn erfannt; das Ober- wenn es aber an die Erfüllung des Versprechens ging, sei er nicht Am Sonntag, den 12. März, tagte in Guben eine erweiterte verwaltungsgericht hob das Urteil auf und erkannte auf eine zu haben gewesen. Vorf.: Sie mußten sich doch aber sagen, Kreiskonferenz für den Wahlkreis Guben - Lübben . Sie befaßte sich Geldstrafe von 400 M. Nach drei Jahren wiederholte sich daß schließlich mal ein Unglück passieren würde. Steht u. a. mit der Haltung der Reichstagsfraktion, über die der Reichs- die Einleitung eines Verfahrens gegen ihn wegen Ihnen denn ein Bruder nicht höher als der tagsabgeordnete Otto Wels referierte. Nach lang ausgedehnter Dienstvergehen. Diesmal lautete nun der Spruch des Ober- Mammon? Angekl: Der Mammon stand nicht in Frage, Diskussion wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: verwaltungsgerichts auf Dienstentlassung. Während noch sondern auch die rechtlichen Folgen für mich. Ich habe die Pistole Die Kreisfonferenz für den Wahlkreis Guben- Lübben billigt die das Verfahren bei dem Oberverwaltungsgericht schwebte, ging Dr. mitgeführt, um für alle Fälle sicher zu sein, nachdem mir mein Antrag Politik der Reichstagsfraktion vom 4. August 1914 und verurteilt die Pape nach Bangkok in Siam, wo sein um fechs Jahre jüngerer auf polizeiliche Begleitung abgelehnt worden war. In einem Falle Haltung der 20 Opponenten sowie alle Handlungen, welche geeignet Bruder Kurt Pape ein Heilmittelgeschäft betrieb. In dieses hatte ich übrigens gesehen, daß der Bruder durch das bloße Vor­find, die Einheit der Partei zu gefährden." unter der Firma" Pape Brothers Medical Hall" be- halten der Pistole von einem beabsichtigten Angriff zurückgeschreckt triebene Geschäft trat Dr. Pape mit einer Einlage von worden war. Vors. Dann hätte es doch genügt, wenn die 5000 M. als Der Prozeß gegen die Internationale" vertagt. gleichberechtigter Teilnehmer ein und Nach verfah, Pistole mit einer Plazpatrone ausgerüstet gewesen wäre. Am 22. d. Mts. sollte vor dem Landgericht in Düsseldorf der als fein Bruder krankheitshalber nach Europa gereift war, dem Staatsanw. Herbst im Gegensatz zum Angeklagten betont Prozeß gegen die Herausgeber und Mitarbeiter der Mehring- den Geschäftsbetrieb als Leiter. Außerdem übte er die Nechts- hatte, daß gerade der Bruder das Ausscheiden des Angeklagten aus Luxemburgschon Monatsschrift, Die Internationale " statt- anwaltstätigkeit beim deutschen und österreichischen Konsulargericht dem Geschäft wiederholt dringend gewünscht, der Angeklagte es aber finden. Jezt haben die Angeklagten die Mitteilung erhalten, daß aus. Bald nach der Rückkehr des Kurt Pape aus Europa tam es abgelehnt habe, wurde die Sitzung auf heute vertagt. gerichtlicher Anordnung zufolge der Termin auf unbestimmte Zeit zu immer heftiger werdenden Streitigkeiten zwischen den vertagt ist. Brüdern. Der Unfriede steigerte sich zu Handgreiflich­feiten. Der Angeklagte soll bei solchen erregten Szenen mehr Ein Siebzigjähriger. fach von seiner Browningpistole Gebrauch gemacht haben. Ein noch altiver Alter, Genoise Ernst Bollengraben in feinen Antrag wurde durch Urteil des Konsulargerichts in Bangkok Solingen , feiert am 13. März feinen 70. Geburtstag. Bor 53 Jahren im April 1918 die offene Handelsgesellschaft aufgelöst. Sturt Pape Der Abschluß der Berliner Stadthauptkasse hat für das durch die Agitation Lassalles in Solingen der Partei zugeführt, legte hiergegen Berufung ein. Drei Monate später wurde hat Bollengraben in allen Stürmen treu zur Sache gestanden. Im dem Dr. Pape durch Urteil des Konsulargerichts die Be- Rechnungsjahr 1914/15 einen Fehlbetrag von 5 126 780 M. Solinger Bruderkrieg, der lange Jahre dauerte, war eine so ver- fugnis zur Geschäftsführung entzogen, bald darauf er- ergeben. Dieses Ergebnis kann nicht überraschen, wenn man föhnende Natur wie der alte Bollengraben von hohem Werte. Lange ging eine einstweilige Verfügung, durch die er zur berücksichtigt, daß während des Krieges die Ausgaben erheb­Jahre war unser Genosse der geschickte und gefürchtete Führer unserer erausgabe der Geschäftsschlüssel angehalten Solinger Stadtverordnetenfraktion, und seit der Gründung der wurde. Er gab fie aber nicht heraus und verweigerte auch die lich gestiegen sind und die Einnahmen mit diesen gesteigerten Bergischen Arbeiterstimme" vor 25 Jahren gehört er den leitenden Leistung des Offenbarungseides über ihren Besiz. Dann wurde Ausgaben nicht gleichen Schritt gehalten haben. Der Ab­Verwaltungstörperschaften der Genossenschaftsbuchdruckerei an, seit dem Apotheker Sturt Pape gerichtsfeitig aufgegeben, dem Ange- schluß vom Jahre 1913/14 ergab einen leberschuß von fich über 1,3 Millionen Mark, der vom Jahre 1912/13 fogar von Jahren schon als Vorsitzender des Vorstandes. flagten wöchentlich einmal Gelegenheit zu geben, sich die Angelegenheiten der in Liquidation befindlichen Handels- 121, Millionen Mart und der von 1911/12 rund 7,7 Will. gesellschaft zu unterrichten. Doch wurde dem Dr. Pape Mart. Diese Ueberschüsse sind regelmäßig in den folgenden zur Bedingung gemacht, daß er bei Ausübung Jahren mit verbraucht worden. Der Abschluß für 1914/15 bieses Kontrollrechts teine Waffe bei sich tragen wäre an sich noch ungünstiger, wenn nicht eine größere Summe dürfe. Am 21. Oftober 1913 fam es im Geschäftslotal zu einer aus der von der Großen Berliner Straßenbahn- Gesellschaft Herabsetzung der Höchstpreise für Leder. sehr häßlichen Szene. Der Angeklagte erschien mit einem Gerichts­Amtlich. Berlin , 13. März.( W. T. V.) Mit dem vollzieher. Als letzterer die Zustellung an den im Geschäft an- gezahlten Abfindungssumme verfügbar geworden wäre. Auch 15. März 1916 tritt eine neue Bekanntmachung, betreffend wesenden Klerk Bun Hua bewirkt hatte, tam der Apothefer Kurt jetzt soll diese Abfindungssumme von rund 19 Millionen Höchstpreise und Beschlagnahme von Leber anstelle Pape hinzu. Es entspann sich nun ein sehr erregter Auftritt. Der Mark zur Deckang des Fehlbetrages mit herangezogen werden. der bisherigen Bekanntmachung über die Höchstpreise für Leder vom Angeklagte wollte mit seinem Schlüssel den Geldschrant öffnen, er Man wird jetzt hier und da bedauern, daß in früheren Jahren der bisherigen Bekanntmachung über die Höchstpreise für Leder vom schloß ihn auf, wurde aber von seinem Bruder unter Anwendung fein Ausgleichsfonds angesammelt wurde, was mehrere Male 1. Dezember 1915, durch die die bisher gültigen Grundpreise für Leder bei einer ganzen Anzahl von Sorten erheblich herabgesetzt stürzte zu Boden, machte die Browningpistole, die er bei und möglich war, denn die Ueberschüsse von 1891 bis 1913/14 von Gewalt an der Prüfung seines Inhalts gehindert. Dr. Pape vom Magistrat und auch von Stadtverordneten empfohlen ist werden. Die neue Bekanntmachung enthält auch im Einzelnen noch sich führte, schußfertig und es verschiedene Abweichungen von der bisherigen. Alle Anfragen von entſpann sich ein er betrugen nach Abzug der Fehlbeträge in den Jahren 1901/02 Privatpersonen, Firmen, Verbänden oder anderen nicht amtlichen aufbot, um ihm die Pistole zu entreißen. Ningen zwischen beiden, da Sturt Pape alles Dabei ging ein und 1902/03 nicht weniger als rund 141 Millionen Mart. Stellen sind, soweit sie sich auf die feſtgeſetzten Preise beziehen, an Schub los, ohne zu treffen. Endlich gab der Angeklagte Es wird beabsichtigt, die Bildung eines solchen Ausgleichs­die Geschäftsstelle der Gutachterkommission für Leberhöchstpreise, die Pistole heraus. Am nächsten Morgen, 22. Oktober fonds abermals anzuregen. Dazu sollen 2 Millionen Mart 1913, erschien er wieder in dem Lokal, um wegen eines Wechiels dienen, die man als sogenannte Vorbehaltsmittel" in den Der Wortlaut der Bekanntmachung ist bei den Polizeibehörden und wegen der notwendigen Inventur Rüdsprache zu halten und Etat für 1916 schon eingestellt hat und dann jene Abfindungs­einzusehen. Abdrucke der Bekanntmachungen sind bei der Meldeſtelle Anordnungen zu treffen. In Geschäftslokal waren der Klerk Bun summe, die in Höhe von 19 Milllonen Mark von der Großen der Kriegs- Rohstoffabteilung für Leder und Lederrohstoffe, Berlin W. 8, Hua, Klerk Bun Chue, ein anderer Angestellter und Kurt Pape an- Berliner Straßenbahngesellschaft 1912 gezahlt wurden für die Behrenstr. 46, erhältlich. wesend. Letzterer soll dem Bruder gleich energisch entgegengetreten Verlängerung ihrer Stonzession. Bestandsmeldung von Metallen. sein und ihn zurüdgestoßen haben, so daß er zurüdtaumelte. Dr. Pape feuerte feine Pistole ab, ohne Schaden an­Amtlich. Die Bekanntmachung betreffend Bestands­zurichten. Seine Versuche, anderweitig in das Lokal zu meldung und Beschlagnahme von Metallen Mr. M. fommen, wurden zurückgewiesen; er schoß zum zweitenmal, Die Alten sterben allmählich. Heute nachmittag um 1. 4. 15. KRA vom 1. Mai 1915 ſieht im§ 7 eine regelmäßige der Schuß traf aber niemand. Inzwischen hatte der vor dem Ge- 2 Uhr wird im Krematorium in der Gerichtstraße auch die Bestandsmeldung für die beschlagnahmten Metalle durch die Gewahr schäft Bosten stehende Konstabler Nai Kem, durch die Schüsse auf Leiche der Genossin Antonie Leuschner eingeäschert. sambalter alle zwei Monate vor. Zur Vermeidung von Mißverständnissen merksam geworden, die Alarmpfeife ertönen lassen und es kam der Der jüngeren Generation ist Antonie Leuschner gänzlich uns und Verwechslungen jei darauf hingewiesen, daß nach dem jezigen Stonstabler Tony Dam herbeigeeilt, der nun ebenso wie fein Sollege befannt. Denen aber, die unter dem Sozialistengeset tätig Stande der Beschlagnahme eine solche regelmäßige Bestandsmeldung bei dem Schlußatt des Dramas anwesend war. Der Angeklagte waren, namentlich im 5. Berliner Wahlkreis, ist die kleine, außer durch die genannte Bekanntmachung nur noch durch die Be- gab noch einen dritten Schuß auf seinen Bruder ab, etwas üppige, schwarzhaarige Frau von damals noch gut in fanntmachung Nr. M. 6172/2. 15. KRA betreffend Vorratserhebung ber diesen tödlich verlegte. Kurt Bape wankte zum Erinnerung. Sie war ganz Leben und die Partei ihr alles. und Bestandsanmeldung über Wolfram , Chrom, Molybdän, Vana- Schreibtisch und fiel bewußtlos zu Boden. Der Angeklagte fuhr in dium und Mangan vorgeschrieben ist. Für diese Metalle ist die einer Nickicham davon, nachdem er den Konstabler Tony Dam, Freilich hatte sie nicht die Gabe, rednerisch für ihre Ideale zu Meldung alle drei Monate zu wiederholen. Die übrigen Bekannt der ihn verhaften wollte, unter Ueberreichung seiner Visitenkarte wirken, aber sie tat das in der Stille mit jener Aufopferung, machungen über Beschlagnahme und Meldepflicht von Metallen und zurückgewiefen hatte. Er fuhr zu dem Arzt Dr. Faulhaber, der welche jene schwere Zeit an alle Genofsinnen und Genossen Erzeugnissen aus Metall, beispielsweise für Haushaltungsgegenstände, bei seinem Erscheinem im Geschäftslokal nur nach den eingetretenen stellte. Der verstorbenen Genossin Ihrer war Antonie schreiben durchweg nur einmalige Meldung zu einem bestimmten Tod des Kurt Pape feststellen konnte. Der Angeklagte ging aufs Leuschner eine liebe Freundin, ebenso wie der auch längst vor Zeitpunkt vor. erichossen habe. Der Behauptung des Angeklagten, daß er aus Not- hörte mit zu den Begründerinnen des Vereins der Mäntel Stonjulat und zeigte an, daß er seinen Bruder in der Notwehr ihr hingegangenen Genoffin Wabnik. Frau Leuschner ge­wehr gehandelt, steht die Sachbarstellung gegenüber, die mehrere näherinnen von 1883. Mit zunehmendem Alter fiamesische und dinesische Augenzeugen, die vom Legationssekretär sie war Remy unter Mitwirkung des Gerichtsschreibers 3obel vernommen am 11. September vorigen Jahres 69 Jahre alt worden sind, zu Protokol gegeben haben. ihr die Tätigkeit für die Partei immer schwerer, bis das die Alter und andauernde Krankheit ihr die Parteiarbeit ganz un­Frage seines Geistes zustandes eingehend zu prüfen. Ueber möglich) machte. Am 11. März ist sie im Moabiter Stranten­diese Frage liegen ausführliche ärztliche Gutachten, darunter der hause gestorben. Die Partei wird ihr Andenken in Ehren Geh. Medizinalräte Dr. Straßmann und Dr. Leppmann so halten. mie des Geh. Sanitätsrats Dr. Otto vor. Der Angeklagte hat längeren Aufenthalt in Buch, Dalldorf und schließlich in Herzberge Ein schwunghafter Brotkartenhandel wurde in der letzten Zeit im nehmen müssen und ist aus der letteren Anstalt wegen mangelnder Bentrum der Stadt betrieben. Jegt ist es der Kriminalpolizei ge­Gemeingefährlichkeit wieder entlassen und in Untersuchungshaft gelungen, vier dieser Händler zu ermitteln und festzunehmen. Ueber die Verhaftung des einen, eines Händlers Willi Döll, wurde schon

Aus Industrie und Handel.

Berlin W. 8, Behrenstr. 46, zu richten.

Die Bestandsmeldung der nach Verordnung M. 1. 4. 15. KRA beschlagnahmten Metalle ist am 1. März 1916 wieder fällig gewesen und muß zur Vermeidung der in der Bekanntmachung angedrohten Strafen bis zum 15. März 1916 bewirkt sein. Der nächste Melde­stichtag für die Bestandsmeldungen auf Grund der Verordnung M. 6172/2. 15. KRA ist der 1. April 1916.

Auch für die Erstattung dieser Meldung ist eine Frist bis zum 15. April 1916 gewährt. Alle Einzelheiten über die Weldebestimmungen sind auf den Meldescheinen abgedruckt, die bei den Bostämtern I. und II. Klasse erhältlich sind. Der vorstehende Hinweis verfolgt lediglich den Zweck, die Meldepflichtigen an die pünktliche Erfüllung der ergangenen Vor­ſchrift zu erinnern und ihnen die unliebſamen Folgen einer Unter­Lajjung zu ersparen.

Kriegsgewinnc.

Die Adlerwerke vorm. Heinrich Kleyer A. G. in Frankfurt a. M. werden voraussichtlich für das abgelaufene Ge­schäftsjahr eine Dividende von 22 Proz. gegen 17 Pro3. im Vor­jahr verteilen.

Der Aufsichtsrat der Reichelt- Metallschrauben A.-G. in Finsterwalde beschloß, neben reichlichen Abschreibungen und Rückstellungen die Verteilung einer Dividende von 20 Proz. gegen 15 Broz. im Vorjahre.

bittertes

Der Angeklagte hat Veranlassung gegeben,

nommen worden.

Antonie Leuschner.

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wurde

Der Angeklagte behauptet, daß er bei seinem Eintreffen in berichtet. Die Hauptpersonen bei dem Treiben aber waren ein Bangfot eine große geschäftliche Unordnung vorgefunden habe; er früherer Schneider Jofeph Schulz und ein Arbeiter Karl habe sich die erdenklichste Mühe gegeben, Ordnung zu schaffen, es Scholz. Diese beiden vertrieben die Karten für 50 Pf. das Stüd fei ihm aber nicht gelungen, da der Bruder nach seiner Rückkehr gewerbsmäßig in der Versteigerungshalle in der Schönhauserstraße aus Europa offenbar nicht geneigt gewesen sei, die nur von ihm zu und in den Schankwirtschaften jener Gegend. Bei Schulz fand die ermöglichende Hilfe zu leisten. Daraus seien dann die Zwistigkeiten Kriminalpolizei noch 100 Brotfarten und 200 m. bares Geld. Der entstanden, die schließlich zur Katastrophe geführt haben. Der An- Mann arbeitet schon lange nicht mehr und will nun glauben machen, geflag te ist, wie der Vorsitzende erwähnt, ein Mann, den man daß er dieses Geld durch einen Handel mit alten Hemden erworben als" Rechtsfanatifer" bezeichnen könnte, der Bruder war, nach der habe. Die Brotfarten habe er von einem Unbekannten gekauft. Es Behauptung des Angeklagten, rechthaberisch und selbstherrlich. ist festgestellt, daß alle Nurten aus Einbrüchen in die Räume der Die Wollwarenfabrit Mercur" in Liegnitz beschloß, Jedenfalls geht aus der Verleiung all diefer Aften hervor, daß Brotkommissionen in der Elisabeth- und Gipsstraße und in der der Generalversammlung aus dem im Betriebsjahre 1914/15 er das Verhältnis zwischen den beiden Brüdern das denkbar schlechteste war. Prenzlauer Allee herrühren. Die verhafteten Händler sind wahr­erzielten 215 198 M.( im Vorjahre 191 487) betragenden Rein- Der Verteidiger R.-A. Dr. Isaac stellte fest, daß scheinlich auch selbst die Einbrecher. Ein Beamter einer Brot gewinn eine Dividende von 12 Proz.( wie im Vorjahre) in Vor- dem Angeklagten nicht verboten war, überhaupt eine Waffe fommission erinnert sich, daß Scholz am Tage vor dem Einbruch da schlag zu bringen. bei sich zu führen, fondern nur: mit der Waffe nicht in einer das war, um eine Zusazkarte zu beantragen. Er hat das vermutlich als Die Gesellschaft Würter u. Knirsch A.-G. in Dresden Geschäftspersonal oder die Kunden gefährdenden Weife zu hantieren. Vorwand benutzt, um die Gelegenheit und die Dertlichkeit auskund verteilt für 1915 eine Dividende von 14 Proz.( i. V. 5 Proz.). Der Verteidiger meinte hierzu, daß in Siam die Verhältnisse doch schaften zu können. Das Unternehmen hat sich seit Beginn des Krieges der Herstellung anders seien, als bei uns und die Europäer dort häufig Revolver Ein tödlicher Straßenunfall ereignete sich gestern nachmittag im von Kriegsmaterial gewidmet, da seine eigentliche Fabrikation bei fich bei sich tragen. Fin Geschworener regte an, Nähmaschinen- brach liegt. daß die Aeußerungen des Angeklagten über die Sicherheits- Diten der Stadt. Vor dem Hause Frankfurter Allee 321 lief gegen Die Sächsische Kammgarnspinnerei zu Harthau zustände in Siam nach der vorliegenden Literatur doch nicht 4 Uhr nachmittags der siebenjährige Knabe Ewald Dittmann erzielte einen Reingewinn von 341 900 Mart( gegen 132 815 Mart zuzutreffen scheinen. Nach der Literatur sind die Siamefen beim Spielen vor einem herannahenden Straßenbahnwagen der im Vorjahre). Die Dividende wird von 4 auf 7 Prozent erhöht. bas friedfertigste Bolt, lieben nicht den Streit, und speziell Linie 168 auf das Gleis. Da der Führer den Wagen nicht mehr