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die zvgedachie Ralion crhalteu werbe«. Von der ZufuHc au S Sumätt'en mutz alles für d<e menschliche Ernährung bereitgehalten wcrÄen, es darf nicht für Biehfutter Verwendung finden. Abg. Makinger(Z.) bestreitet, datz der Vorwurf, Getreide sei verfüttert worden, allgemein berechtigt wäre, für Bayern träfe es nicht zu. Es mutz auch gelingen, noch Besserungen herbeizuführen. Wir haben in Bayern noch viel Hafer zur Ablieferung, das mutz anderweitig auch der Fall sein. Auch der Hafer mutz als Nährmittel Verwendung finden. Abg. Heck(natl.); Die Verfütterung von Brotgetreide ist in vielen Gegenden auch im Frieden üblich. ES ist nicht anzunehmen. datz gegenwärtig von dieser Verfütterung starler Gebrauch gemacht worden ist. Die Reduzierung unsere» SchweinebestandeS zeigt ins­besondere. datz die Verfütterung von Kartoffeln nicht groß sein kann. Redner wandte sich dann gegen den Vorschlag, grötzere Ab- s ch I a ch t u n g e n des Viehs vorzunehmen. Mg. Hoff lForischr. Volksp.): Für ihn komme das Ergebnis nicht überraschend. Er habe zeitig genug gesagt: Hüten wir unser Brot- getreide vor der Verfütterung. Wir schädigen heute die Volk?- srnährung, wenn wir Nahrungsmittel, die den Manschen gehören, dem Bich geben. Die Verantwortung tragen diejenigen, die sich da- gegen wenden, datz die Viehbestände herabgesetzt werden. denn das rst d aS einzigste Mittel, das uns vor einer schweren Sttuatiou retten kann. Es ist geradezu ungeheuer- l i ch, datz man heute noch mit dem Einwand kommt, es dürfe nicht so stark in die Viehbestände eingegriffen werden. Redner weist noch, datz große Mengen von Kartoffeln an Schweine verfüttert fein müsse«, die Schweine sind dann in die Hausschlachtung gegangen und von dort rn den Schleichhandel. Wir dürfen keine Rücksicht ivolten lassen, wir müssen uns vor der weiteren Gefahr decken, datz wir jetzt wichtige Nährmittel dem Vieh vorwerfen. Nächste Sitzung Dienstag vormittag 10 Uhr.

politische Ueberflcht. Reichstag . Justiz und Eisenbahnen. Bei der Fortsetzung der Beratung des Etats des Reulfs- justizamts suchte zunächst der Staatssekretär LiSco die einzel­nen Stücke des Gesetzentwurfs über die angebliche Verein- fachung der Rechtspflege, in die ihm am Sonnabend der Ent- wurf von mehreren Rednern zerrissen worden war, in vergeb- l scher Bemühung wieder zusammenzuflicken. Die übrigen Erörterungen spannen im allgemeinen die Fäden weiter, die schon am Sonnabend angesponnen worden waren. Der Ober- reichsanwalt als willfähriges Organ des Oberkommandos in den Marken und der Kriegswncher spielten dabei die Haupt- rolle. Eine besondere Note suchte der Antisemit Bruhn in die Debatte zu bringen, indem er echt burgfriedlich gegen die Juden loszog. Vom Genossen Landsberg mutzte er da- für eine gepfefferte Antwort einstecken. Dann wurde der Etat des Reichseisenbahnamts beraten. Obwohl der preußische Eiseubahnminister wußte, datz bei dieser Gelegenheit die Frage der Vereinheitlichung des beut- schen Eisenbahnwesens zur Sprache kommen würde, hatte er es nicht für nötig gehalten, zu erscheinen. Vom Zentrum wurde schon die Anregung, zunächst einmal die Frage der U ebernah m e des Eisenbahnwesens auf das Reich in einer Sachverständigenkonserenz zu erörtern, mit großem Eifer bekämpft, zum Teil mit ebenso fadenscheinigen partiküloristiscken Gründen, wie vor einigen Tagen die An- regung einer Konferenz für das deutsche Schulwesen. Unser Genosse Keil trat dieser Auffassung mit Entschiedenheit, Sachkenntnis und gewichstigen Gründen entgegen und wies die außerordentlichen wirtschaftlichen und polltrschen Vorteile einer Vereinheitlichung deS deutschen Verkehrswesens nach. Mit ähnlichen Gründen trat auch der fortschrittliche Tbge- ordnete Müller- Meiningen für den von seiner Partei ge- siellien Antrag auf Berufung einer Fachkommission ein. Die Abstimmung über diesen Antrag soll namentlich erfolgen, und -war in der beutigen Sitzung. Von der Reichsleitung äußerte stch der Präsident des Reichseisenbahnamts zu der Angelegen- Heist. Seine Rede war fast- und kraftlos. Für die Interessen der Angestellten und Arbeiter bei den Privatbahnen trat mit Äärme und Entschiedenheit unser Genosse B a u d e r t ein. Beim Etat des Reichsschotzamts wurde zum Schluß noch eine Resolution zugunsten einer Erhöhung der Vete- rancnbeihilfe einstimmig angenommen. Herrenhausdämmeruuff. Am heutigen Dienstag tritt doS Herrenhaus zusammen. um über den Kriegszielantrag des Grasen Hoensbroech nebst dem Zusatzantrag des Herrn von Oldenburg-Januschau zu beraten. Man hält es nicht für ausgeschlossen, daß der Ministerpräsident von Bethmann Hollweg anwesend sein und im Verlauf der Debatte das Wort ergreifen wird. Inzwischen scheint es innerhalb der konservativen Frak­tion des Herrenhauses wegen des letzten Vorstoßes bei der Diätenvorlage zu Differenzen gekommen zu sein. Denn die beiden Redner der Fraktion zur Diätenvorlage. Graf A o r ck von Wartenburg und Herr von Buch, deren AuS» führungen wegen ihrer geradezu archaistischen Weltanschau- ung Aufsehen erregten und die bekannte Antwort BethmannS im Abgeordnetenhaus provozierten, sind aus der alten(kon- servativen) Fraktion deS Herrenhauses ausgeschieden..Herr von Buch war bisher Vorsitzender der Fraktion. Die heutigen Verhandlungen werden vielleicht eine nähere Erklärung dieser Vorgänge bringen. Räch demDeutschen Kurier" haben außer Herrn v. Buch noch die konservativen Fraktionsführer Graf Vehr und Graf S e y d l i tz- Sanrecki ihr Vorstandsamt niedergelegt. Graf Jorck gehörte dem Vorstande nicht an. Sekt als BolkSnahrungsmistttl? In Koblenz ist die bekannte Weinsirma und Sektkellerei Dein- hart u. Co. vom KriegSamt auf die Liste derjenigen Betriebe gefetzt worden, die a!Skriegswichtig" gelten und deren Personal ohne weiteres als im vaterländischen Hilfsdienst tätig anzusehen sind. Als diese Ansicht in einer Besprechung zu Köln zwischen dem Kriegsaint und rheinischen Bürgermeistern angefochten wurde, meinte der Herr Oberst vom Kriegsamt, die Firma Deüchart sei.zweifellos cm für die Volksernährung und für die Heeresversorgung wichtiger Betrieb". Wird die Sozialdemokratie ungefährlich? In derNationalen Korrespondenz für die Rheinprovinz" (Nr. 3) schreibt der Vorsitzende der rheinischen Nationallibe- ralen, Prof. Moldenhauer(Köln ), zu einem Vortroge Eunows überVerschiebungen durch den Krieg": Eunow hat vollkommen recht, wenn er aus der großen Verschiebung der Vermögens- und Einkommensverhält- nisse und au» der immer größer werdenden Verbitterung der schon jegt durch den Kr�xswucher Geschädigten, nach dem Kriege mehr und mehr ins Proletariat hinabgleitenden Wähler eine« große» Zuwachs für die Sozialdemokratie prophezrit. Das Verhalten der

Sozialdemokratie im Kriege Hai ihr den bis 1914 abschreckende«' Namen einer vaterlandslofen Partei genommen und sie in natio- naler Beziehung vollwertig in die bürgerlichen Parteien einge» reiht. Nach der nun doch wohl mit Sicherheit zu erwartenden Reform des preußischen Wahlrecht» und des Gemeindewahlrechts wird sich auch der bisher von feinem Brotherrn abhängig« kleine Mann mag er Beamter oder Kaufmann. Gewerbetreibender oder Arbeiter fein nicht mehr scheuen, einen So- zialdemokraten zu wählen. Der nationalliberale Führer schließt daraus die Not- wendigkeit einer eitrigenvolkstümlichen" Arbeit seiner Par- tei. Es ist immerhin bemerkenswert, wie hier ein sehr er- fahrener nationallibcraler Parteiführer die Wirkungen des Krieges und unserer Politik während des Krieges abschätzt: doppelt bemerkenswert, wenn man diese Ausführungen etwa mit denen K a u t s k y s in der letzten Nummer derNeuen Zeit" vergleicht, ollwo uns« Professor der Politik in einem wissenschaftlichen" Horoskop�der alten sozialdemokratischen Partei nach dem Kriege alle Schrecknisse der politischen Hölle, Schwächung, Katastrophe und Untergang prophezeit. Wildgrube» der Kanzlersturzer. Zwist im Dresdener Nnabhiingige« Ausschuß". Auf der letzten Hauptversammlung des nationalliberaleu Ber- eins in Dresden kam eS zu bitteren Beschwerden über die Grün- dung der Ortsgruppe Dresden des.Unabhängigen Ausschusses für einen deutschen Friedet?". Der nationalliberale LandtagSpräfident Geheimrat Dr. Vogel erklärte zum größten Erstaunen der Ber- fammlung, daß man in Berlin keine Ahnung von der Gründung der Dresdener Ortsgruppe gehabt habe. In der Debatte wurde an der Gründung der Dresdener Ortsgruppe de» Unabhängigen Ausschusses scharfe Kritik geübt. Besonders beklagte man sich. daß. seitdem Reichstagsabgeordneter Dr. Wildgrube an die Spitze der Dresdener Ortsgruppe getreten sei, eigenartige Verhältnisse geschaffen worden seien. Einmal hätten die Gründer der Dres­ dener Ortsgruppe die naiionallibcrale Partei gänzlich unbeachtet gelassen und nicht einmal den nationallrberalen Landtagspräsi» denten Dr. Vogel bei der Gründung hinzugezogen, so daß die Nationalliberalen sich veranlaßt gesehen hätten, allen Veranstal- tungen des Unabhängigen Ausschusse» fernzubleiben. Zum zweiten wurde betont, daß die Dresdener Ortsgruppe mit dem Reichstags- abgeordneten Dr. Wildgrube an der Spitze sich in zwei Lager teile, das eine verfolge nationale Zwecke, die andere Strömung richte sich gegen den Reichskanzler. ES gebe eine Richtung, d i e den Sturz des Reichskanzlers herbeiführen wolle und diesen illiberalen Bestrebungen könnten die National- liberalen nicht folgen. Am Schluß der Versammlung sprach Professor Dr. Branden- bürg die echt nationalliberale Warnung aus, sich nicht ganz und gar von dem Unabhängigen Ausschuß zurückzuziehen, damit dieser nicht unter WildgrubeS Leitung zu einer Filiale der Alldeutschen und Konservativen werde. (Segen de« Schwindel mit Ersatzmitteln. Die sächsische Regierung hat scharfe Maßnahmen ergriffen, um dem Schwindel zu steuern, der mit vielfach völlig wertlosen Er- satzmitteln getrieben wird. Für den Vertrieb von Ersatzmitteln jeder Art bedarf es der schriftlichen Genehmigung durch die Landes- behörden. Diese Genehmigung kann versagt werden, wenn Bedenken gegen die Zusammensetzung de» Mittel« bestehen oder wenn be- stimmte Bedingungen nicht erfüllt werden. Bundesratsarbeit. In der Montagsitzung de» Bundesrats ge. langten zur Annahme: Die Entwürfe eurer Bekanntmachung, bs- treffend die Geltendmackung von Ansprüchen von Personen, die im Ausland ihren Wohnsitz haben, und einer Bekanntmachung, be- treffend die Frist«? des' Wechsel- und Scheckrechts für Elsaß-Loth- ringen, sowie die Entwürfe zu Gesetzen, betraffend die vorläufige Regelung des ReichShauShaltS und des Haushalts der Schutzgebiete für das Rechnungsjahr 1917. Großschiffahrtsweg Rhein Dvnau. München , 26. Riarz. Die Kammer der ReichSräte stimmte in ihrer heutigen Sitzung einem Gesetzentwurf der Regierung mit allen gegen ei??« S t i m ni e zu, der die e forderlichen Mittel zur Ausarbeitung eines Entwurfs für Herstellung einer Großfchiffahrtsftraße von Aschaffenburg bis Passau verlangt. Eine Kriegsgesellschaft für Kaninchenfelle. Auf Veranlassung der Kriegsrohstoffabteilung ist mit dem Sitz Leipzig eine neue Kriegsgesellschaft, die Äriegs-Fell-Aktiengesellschaft gegründet war- den. Aufgab« der Gesellschaft ist die Beschaffuitg und Bewirt- schaftung von Fellen, insbesondere von K a n i n ch e?>-. Hasen- und Katzenfellen zur Deckung des Heeres- und Marine- bedarf». Angestellte Vrriuche haben sehr gute Ergebnisse bezüglich der Verwendbarkeit dieser Felle ergeben. Mit der Beschlagnahm« der Kaninchenfelle und der Regelung de« Verkehrs mit ihnen wird gleichzeitig der Zweck verfolgt, die Kaninchenzucht z u heben. Dementsprechend werden die Preise für Kaninchenfelle verhältnismäßig hoch bemessen fein, um die Zuchter z?? einer pfleglichen Behandlung der Felle anzuhalten._ Um de« Reichsrat." Die Monate vergehen, im Sommer laufen die Mandate de» 1911 gewählten österreichischen Abgeordnetenhauses ab?n?d noch immer ist, trotz wiederholter Zirficherintgen des Ministerpräsidenten Grafen Tlam-Martinitz der Reichsrat. vor dem Kaiser Karl die Verfassung beschwören wollte, nicht einberufen. ES scheint in der Tat die sehr bedenkliche Abficht zu bestehe??, der Völksvertretung, die als einzige unter allen!riegführe:?d«n Länder», während deS ganzen Krieges ausgeschaltet blieb, eine Geschäftsordnung auf- zuzwingen. So, und nicht durch vorbereitendes Verhandeln mit den Parteien glaubt man die Obstruktion am sichersten fer??zuhalten. Fetzt hat ein höherer Beamter beim Abgeordnetenhause, Dr. Reisser, in derNeuen Freien Presse" vorgeschlagen, da» internationale System der drei Lesungen jedes Gesetzentwurfs für Oesterreich zu beseitigen und durch eine einzige Generaldebatte zu ersetzen, nach der da» Gesetz nur im ganzen angenommen oder ab- gelehnt werden könnte, also etnm da» Gesetzgebungsrecht des Volks- Haufes auf das Etatsrecht des preußischen Herrenhauses zu der- ringern. Obgleich Dr. Reisser so auftritt, als spräche er Rcgierungs- absichten aus und obschou dafür auch Indizien bestehen, möchte man doch kaum glauben, daß die R«gieru??g sich zu einer solche» Her- auvforderung beitimmen lassen könnte. Die Witckung wäre, ebenso wie wenn eine Geschäftsordnung mit Ausschließung und Polizei oktroyiert würde, zum Verzweifeln. Wer freilich kein Parlament will, der brauchte nur solche Maßnahn?«» zu ergreifen. Fürchtet man dem? e?nen arbeitsfähigen Reichsrat? Der dcurfchradikale Führer Abg. K. H. W o l f hat in einer Ber- fammlung in Tetschen die Verordnung der Kreiseinteilung in Böhmen , der deutschen Staatssprache und der LoStrentiung G a I i z? e n s gefordert, ehe eS ein Parlament geben dürfe. Nach der Entfernung der galizischen Abgeordneten würde eine deutsche Mehrheil da sein, die 42 deutschen Sozialdemokraten werden wir einfach hinausschmeißen". So denkt ein führenderDeutschsreiheitlicher" über die Per- tretung des deutschen Volkes,,.,

Lette Nachrichten. MUjukows Kriegsziele. Aoustantinopel Aufteilung Oesterreich Ungarns Annexionen Vollkommener Sieg! Bern , 26. März. Der Minister deS Aeußeren, Milju- ko w, erklärte einem Vertreter der Agentur Radio, die russiiche Revolution sei unternommen worden, um Rußland von den Fesseln zu befreien, die es bewegungsunfälng machten und auf dem Siegcswege zurückhielten. Er sagte: Jetzt wird Rußland seine Anstrengungen verdoppeln, um den Sieg, die Grundbedingung seiner Existenz, zu erreichen. Eine so große Umlvolzung kann natürlich nicht ohne einige Schwierigkeiten erfolgen, aber heute sind sie anscheinend be- siegt. Die Disziplin, die sich in der Armee zeitweilig jjelockert hatte, wird täglich wieder strasser. denn die russischen Soldaten verstehen, daß nur eine starke disziplinierte Armee den inne- ren und äußeren Feind besiegen kann. Ein deutscher Sieg wäre ein« i e g der R e a k t i o lt. Der Regierungswechsel hat die Wünsche Rußlands nicht geändert. Mehr als jc wünscht es den Besitz Konstantinopels. der für die wirtschaftliche Freiheit Rußlands notwendig ist. Auch will Rußland die Befreiung der unterdrückten Naftona- litäten Oesterrcich-UngarnS. Rußland ist immer noch von dem Wunsche geleitet, die berechtigten Wünsche aller Völker zu verwirklichen. Auch die von Deutschland während des Krieges zerschmetterten Nationalitäten Belgien , Serbien und Rumä- nien werden größer als in der Vergangenheit auferstehen. Wir wollen ein festorganisiertes Südslawentum bilden und um Serbien eine unüberschreitbare Barriere errichten gegen den deutschen Ehrgeiz auf dem Balkan . Das befreite Rußlaich kennt keinen anderen Ehrgeiz und kein anderes Ideal, als die Befreiung der Opfer des deutschen Imperialismus. Solckte Kriegsziele benötigen einen vollkommenen Sieg, sonst sind sie nicht zu verwirklichen, aber der Sieg wird durch den uner- schütterlichen Entschluß des rnssischen Volkes erreicht. Damit hat Miljukolv die Ententenote an Wilson sowohl au Heuchele? wie an AnnrxioniSmus noch um ein Erhebliches über» trumpft._ Wir blriben der gemeinsamen Sache treu." Amsterdam , 26. März. Kriegsminister Gutschkow hat im Namen der provisorischen Regierung folgendes Telegramm an dieTimes" gerichtet:Wir bleiben der g« in e i n s a lne n Sache treu. Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Glückwünsche. Ruß- lands Armee und Flotte beschirmen getreulich daS neue Reich. Ich hoffe, daß Rußlands Wiedergeburt die Band« zwischen?>nS«ich dem tapferen driftschen Volke noch stärken wird."

Englands Oberaufsicht. KoPttUwge», 26. März.Nationoltiderrde" meldet aus Bergen:. Hier strch 20 englische höhere Eisenbahnbeamte auf der Reise nach Rußland eingetroffen, wo sie da» Verkehrswesen ordnen sollen. Eine republikanisch-demokratische Partei in Russland . Bern , 26. März.Petit Parisien" meldet aus Petersburg , augenblicklich fei eine republikanisch-demokratische Partei in Bildung begriffen. Sie werde die Regierungspartei sein und in der gegemvätüigen verwirrten politischen Lage Rußlands eure bedeutende Rolle spielen, da« Gegengewicht zu den sebr rührigen extrem«? Parteien bilden und ein eigenes BlattDie Republik " herausgeben. Bern , 26. März. Lyorwr Blätter meld«? aus Petersburg ,. ein Sonderausschuß unter der Aufsicht KerenSlis werde eine genaue Untersuchung der Dokumente aus Hofkreifeu vornehm«?. Die Erklärung des Zcntralausfchuffes der Kadetten und der Dumamitglieder zugunsten der demokratischen Re- publik habe großes Aufsehe?? gemacht Und bilde bereits ein Gegengewicht gegen die zu toeit gehenden Bestrebungen der an- archistisch-revolutionären Sektion. KerenSki bereite ein Gesetz vor, daS alle Rechtsungleichheit von Klassen, Religionen und Nationalitäten abschaffen soll. Die Armee für die neue Regierung. Kopenhagen , 26. März. Nach einer Petersburger Dralft- Meldung haben der Oberbefehlshaber Alexejew sowie d?e übrigen Heerführer dem Ministerrat gemeldet, daß alle Armeen dem Vaterlande und der neuen Regierung Treue gesckssvoren hätten. Auf Anregung des Kriegsministers ist eilt Plan für die Neugestaltung der obersten Heeresleitung nach franzö- sischem Muster aufgestellt worden. Danach wird ein Kriegsausschuß, bestehend aus dem Kriegs-, Marine- und Finanzminister und dem Minister des Auswärtigen, sowie Vertretern des Verkehrs- und Landwirtschastsministers, die die Leitung und die höchste Entscheidung über alle Heeresfragen haben, abgesehen von rein strategischen Anordnungen, die dem Oberbefehlshaber unbeschränkt zustehen, um so die von dem Kriegsausschuß aufgestellte, l Kriegsziele nach seinem Er- messen zu erreichen.__ Die böse« Störenfriede. Paris , 26. März.Ternps" meldet aus Petersburg : Die Ar- beiter- und Soldatenausschüsse fahren fort, dir Handlung«» der Regierung zu behindern. Sie verbreiten Aufrufe, deren Programm, da» in heftigstem Ton« gehalten ist, besorgniserregend ist. Korniloff hatte mit den Ausschüssen Besprechungen, um auf die Gefahren aufmerksam zu machen, die Rußland aus der verlängerten Agitation erwachsen können. Die provisorische Regierung erläßt zahlreiche Aufrufe, um de« Extremisten Bernunft zu predigen. Bonnet Rouge" meldet, datz die russische sozialistische, in Paris erscheinende ZeitungNatfchalo" eine Monat suspendiert wvrden sei. DaS mute sehr soi?derbar an, nachdem man in Petersburg div Preßfreihrit wiederhergestellt habe. Die australischc Arbeiterpartei««d die Wehrpflicht. London , 26. März. Die Exchange Telegraph Co. meldet aus Melbourne vom 2S. März: Die australische Arbeiterpartei hat ein Manifest für die im Mai abzuhaltenden Neuwahlen erlassen. Sie spricht sich darin gegen die militärische Dienst- Pflicht aus. verpflichtet sich aber, durch freiwillige Rekrutiernug die Dienst« aller Männer, die bereit und Physisch geeignet sind, nach der Front zu gehen, zu sichern. Zugunglück auf der Zoffener Strecke. Berlin , 26. März. Amtliche Meldung. Auf Bahnhof Mahlow entgleisten heute, am 26. d. M., bei Einfahrt des Güterzuges 7833 sieben in der Mitte des Güterzuges laufei?de Güterwagen. De?: Unfall ist durch das schadhaftere Ende eines belgischen Güterwagens entstanden. Beide Hauptgleise sowie das Militärbahrrgleis auf mehrere Stunden gesperrt. Personen nicht verletzt. Ber- kehr wird durch Umleitung»md Umsteigen aufrechterhalten.