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Gewerkschaftsbewegung

rungszulagen für die Witwen und Waisen für dringend notwendig. Weiter wird eine anderweitige Anrechnung des Arbeitsverdienstes der Frauen der Kriegsteilnehmer beantragt. Unter Berücksichti= gung der fortwährenden Steigerung der Lebensmittel, Bekleidung,

Wäsche, Schuhwert, Feuerung, der Wohnungsmieten usw. wird für Samburg gefordert:

1. Erhöhung der Unterstüßung für die Ehefrauen der Kriegs­teilnehmer um 25 M., der übrigen Unterstützungsberechtigten um 15 M. monatlich.

Industrie und Handel.

Aus dem Berliner Wirtschaftsleben.

Eine außerordentliche Generalversammlung der Gebr. Hehl u. Co., A.-G.,( Chem. Fabrik) in Charlottenburg hatte sich lediglich mit der Neuwahl eines Aufsichtsratsmitgliedes zu beschäftigen. Wie die Verwaltung mitteilte, sind die bisherigen Mitglieder des Auf­fichterates, Direktor der Deutschen Bank Dr. Alfred Wolff( bisher 2. Erhöhung der Teuerungszulagen für die Witwen um min- Vorsitzender), Bankdirektor Carl Mailänder( Nationalbank) und destens 25 M., der Waisen um 15 M. Professor Dr. Nicodem Caro, ausgeschieden. Neugewählt wurde 3. Anrechnung des Arb itsverdienstes der alleinstehenden Geheimer Regierungsrat Hermann Hehl, und zwar als Vorsitzender. Frauen mit dem 80 M. übersteigenden Betrage bis zur Hälfte, Wie das Berl. Tageblatt" schreibt, ist das Ausscheiden der drei bei Frauen mit 1 bis 2 Kindern mit dem 100 M. und bei Frauen Aufsichtsratsmitglieder darauf zurückzuführen, daß die Berbindung mit mehr als 2 Kindern mit dem 120 M. übersteigenden Betrage zwischen einem unter der Führung der Deutschen Bank stehenden bis zur Hälfte." Bankentonsortium und den Hauptaktionären der Gebr. Heyl- Gesell­schaft gelöst wurde, nachdem ein finanzieller Ausgleich zwischen diesem Konsortium und den erwähnten Aktionären erfolgt ist.

Lohnerhöhung bei der Berliner städtischen und Berliner elektrischen Straßenbahn. In der Lohnstreitsache der obengenannten Bahnen ist ein fried­Ticher Ausgleich herbeigeführt worden. Unter dem 5. September wurde dem Transportarbeiterverband mitgeteilt, daß der Verkehrs­ausschuß der Stadt Berlin und der Aufsichtsrat der elektrischen Straßenbahn in einer Sizung beschlossen haben, dem Stamm- und Aushilfspersonal eine erhebliche Verbesserung seiner Lohnbezüge zukommen zu lassen, vorausgesetzt, daß der Magistrat dazu seine Bustimmung erteile. Eine Sigung der Vertrauensleute der Be­triebe erflärte, dem Personal die Annahme der Vorschläge zu empfehlen, doch baten sie um weitere Erhöhung des Grundgehaltes. Der Magistrat hat sich nun in einer am 11. d. M. stattgefundenen Sizung mit den Vorschlägen der Verkehrsdeputation und des Auf­sichtsrates beschäftigt und seine Zustimmung gegeben. Er ging fo= gar bezüglich des Stammpersonals über diese Vorschläge hinaus für Rheinland und Westfalen hat auf Grund der vorhandenen Er und erfüllte dessen Wunsch um Erhöhung des Grundlohnes injo- nährungsschwierigkeiten beschlossen, dem Kriegsernäh­fern, als er eine Stammzulage bewilligte. Es wurde dementsprechend rungsamt, den Regierungspräsidenten und dem Stellv. General nachstehende Bekanntmachung ausgehängt: fommando des VII. Armeekorps nachstehende Wünsche zu unter breiten:

Auf Beschluß des Magistrats werden die Löhne des Be­triebspersonals wie folgt erhöht:

1. Stamm personal. Die Schichtzulage wird erhöht von 1,75 M. auf 2,50 M. Das Stammpersonal erhält be: un­veränderten Grundlöhnen eine monatliche Stammzulage von 10,- M.

2. Aushilfspersonal. Die Schichtzulage wird von 0,80 m. auf 2,50 M. erhöht unter Fortfall der Sonderbezahlung der Pflichtüberstunden.

3. Die Arbeitszeit bleibt bei den Schaffnern und Schaffne­rinnen durchschnittlich 10 Stunden, bei den Fahrern und Fahre= rinnen durchschnittlich 9 Stunden. Im einzelnen Tagesdienst werden die über 10 Stunden bem. 9 Stunden betragenden Arbeits­stunden als Ueberstunden mit 1, M. vergütet, wobei Mehr­Leistungen bis 15 Minuten nicht bezahlt werden.

4. Die Fahrzulage wird gleichmäßig auf 1, M. festgesetzt. Vorstehende Lohnregelung gilt ab 1. September d. J." Danach tritt folgende Erhöhung der Bezüge im Monat ein: 1. Für das Stammpersonal um 31, M.

M.

2. Für die Schaffnerinnen um 31, 3. Für die Fahrerinnen um 25,20 M. Die Anrechnung der Kriegs- und Schichtzulage bei Bemessung Des Ruhegehalte und in Krankheitsfällen scheint noch nicht erledigt zu sein, wenigstens ist seitens des Magistrats bisher nichts bekannt geworden.

Das Personal beider Bahnen beschäftigte sich in Versammlungen mit diesen Vorschlägen und nahm dieselben in nachstehender Ent­schließung einstimmig an:

Die am 12. September 1918 tagenden Versammlungen des Personals der Berliner elektrischen Straßenbahn haben Kenntnis von dem Bericht über das Ergebnis der Lohnbewegung genommen. Die Anwesenden erfennen die Bemühungen des Aufsichtsrates um die wirtschaftliche Besserstellung des Personals an und find mit dem Ergebnis einverstanden in der Erwartung, daß Aus­legungen über nicht ganz klar gemachte Vorschläge nicht zu ungunsten des Personals vorgenommen werden.

Die Arbeitsgemeinschaft der drei Metallarbeiter­organisationen

Die Grundration für Brot ist auf 4 Pfund und für Kar­toffeln auf 10 Pfund wöchentlich zu erhöhen. Infolge der herr schenden Fleisch- und Fettknappheit ist als Ersaz wöchentlich ein Pfund Teigwaren oder Nährmittel zu berabfolgen.

Die den Rüstungsarbeitern bisher gewährten Sonderzulagen find beizubehalten. Außerdem soll den Schwerstarbeitern eine Kartoffelzulage von 3 Pfund wöchentlich zugestanden werden. Angesichts der bereits zutage getretenen Erscheinungen und der weiteren unausbleiblichen Folgen wird dem Wunsche Ausdruck ge­geben, diese Neuregelung recht bald eintreten zu lassen.

Wegen angeblich verheimlichter Krankheit entlassen. Gegen die Baufirma Brandt wurden in der Ichten Sihung der Rammer 3 bes Berliner Gewerbegerichts wieder mehrere Klagen von Arbeitern verhandelt, die auf einer Baustelle im elsässischen Kriegsgebiet beschäftigt waren und die schon öfter erörterten Schattenseiten der dortigen Arbeitsverhältnisse kennen gelernt hatten.

Bei zwei Klägern war eine durch ärztliche Untersuchung fest­gestellte Krankheit, von deren Vorhandensein sie aber gar nichts wußten, die Ursache des Streites. Der erste Kläger ist, nachdem er acht Tage gearbeitet hatte, burch den Militärarzt untersucht und dann auf Anordnung der Militärverwaltung entlassen worden, weil der Arzt ein altes Hersleiden festgestellt hatte. Der Kläger forderte Zahlung der Reisekosten von 120 M., die ihm die Firma abgezogen unter Berufung auf den Arbeitsvertrag, wonach bei Entlassung auf militärische Anordnung der Arbeiter die Reise­fosten zu tragen hat. Als erschwerenden Umstand gegen den Kläger machte die Firma geltend, jeder Arbeiter werde bei der Annahme in Berlin darauf aufmerksam gemacht, daß er auf der Arbeitsstelle untersucht werde, wenn er nicht völlig gesund sei, solle er es gleich sagen, dann dürfe er nicht eingestellt werden. Der Kläger ver­Die Bersammelten sprechen der Verbandsleitung, den Ver- sicherte, er sei noch nie frank gewesen, noch nie ärztlich behandelt trauensleuten und der Kriegsamtstelle in den Marken für ihre worden, er wisse nicht, daß er ein Herzleiden habe, glaube es auch Bemühungen des friedlichen Ausgleichs in dieser Lohnstreitfache nicht, denn er fühle sich vollkommen gesund und sei ja auch arbeits­ihre Anerkennung aus. Des weiteren verpflichten sich die An- fähig. Wenn ihn der Arzt für herzleibend hielt, so könne er sich wesenden, dafür Sorge zu tragen, daß die Verbandszugehörigkeit das nur so erklären, daß er unmittelbar vor der ärztlichen Unter­die weiteste Verbreitung im Personal findet, um auf solcher suchung einen mehrstündigen Marsch im Gebirge habe machen Grundlage event. Lohn- und Arbeitsstreitigkeiten auf dem all- müssen und infolgedessen die Herstätigkeit wohl lebhafter als sonst seitig gewünschten Verhandlungswege erledigen zu fönnen. Die Verbandsleitung wird beauftragt, diese Entschließung dem Aufsichtsrat der Berliner elektrischen Straßenbahn, dem Ver­tisfehrsausschuß und der Kriegsamtstelle in den Marken zu über­Somit hat eine Bewegung ihren Abschluß gefunden, die eine

mitteln."

befriedigende Stimmung im Personal hinterlassen hat.

gewesen sein möge. Das Gericht verurteilte die Firma zur Bahlung des geforderten Betrages, weil bei dem Aläger, ber nie­mals frant war, fich völlig gesund fühle und seine Arbeit verrichtet habe, vom Verschweigen einer Strankheit feine Rede sein könne, den läger also kein Verschulden an seiner Entlassung treffe.

Ebenso lag der Fall des zweiten Klägers, bei dem der Arzt auf ber Arbeitsstelle ein altes Nervenleiden festgestellt hatte. Auch dieser Kläger versicherte, daß er noch nie wegen Nervenleidens ärzt­Die Lebensmittelverteilung und die Angestellten. lich behandelt sei. Bei gewissen Anlässen werde er wohl etwas auf: Der Zentralverband der Handlungsgehilfen hat an den Reichs geregt und von leichtem Bittern befallen. Das sei ihm auch bei der ärztlichen Untersuchung passiert. Aber für leidend halte er sich kanzler eine Eingabe gerichtet, in der er sich darüber beklagt, daß nicht, denn er sei ja vollkommen arbeitsfähig. Er habe also hin­die kaufmännischen Angestellten bei der Lebensmittelverteilung sichtlich seines Gesundheitszustandes nichts zu verschweigen gehabt. gegenüber anderen Bevölkerungsschichten benachteiligt werden. Er Da auch in diesem Falle nach Ansicht des Gerichts das Recht auf hebt darin hervor, daß die Bevölkerung bei der Lebensmittel- seiten des Klägers war, so zahlte die Firma im Vergleichswege die berteilung nach folgenden vier Gruppen unterschieben werde: 1. die Reisekosten von 60 M. Selbstversorger, 2. die Bevölkerung, welche eine Brotzusazkarte empfängt und durch die Behörden unter Vermittlung der Arbeits­betriebe besondere Lebensmittelzuwendungen erhält, 3. diejenige Bevölkerung, welche eine Brotzufagfarte bekommt, 4. die Bevölke rungsschichten, denen die unter 2 und 3 genannten Zuwendungen nicht zuteil werden. Die kaufmännischen Angestellten sind von den Mit dieser Frage beschäftigten sich zwei außerordentlich start Behörden in die Gruppe 4 eingereiht worden. Der Zentralverband befute Bolfsversammlungen in Aachen . Nach Referaten der der Handlungsgehilfen wünscht, es möge eine gleichmäßige Ver Genesien honrath Aachen und Bezirkssekretär 3örgie bel teilung der Lebensmittel dergestalt eintreten, daß die Angestellten aus Köln fand eine Entschließung einstimmige Annahme, in welcher unter Berücksichtigung ihrer ungünstigen Einkommensverhältnisse das Bestreben einer fleinen, aber einflußreichen Gruppe, den Krieg sowohl die Brotzusatzfarte als auch die besonderen Lebensmittel- wegen eines Fezzen Landes oder einer Geldentschädigung ins un­zuwendungen durch die Betriebe erhalten, denn sie seien viel weniger als andere Bevölkerungsschichten in der Lage, sich nichtrationierte Lebensmittel zu beschaffen.

Teuerungszulage der Schriftgießer.

Parteinachrichten.

Wie kommen wir zum Frieden?

gemessene fortseßen zu wollen, scharf verurteilt und von der Regie­rung eine unzweideutige Erklärung für einen Verständigungsfrieden und die schleunigste Durchführung des allgemeinen, gleichen und ge­heimen Wahlrechts in Preußen ohne jede Einschränkung gefordert wird. Ein Völkerbund fönne seine Aufgabe nur dann erfüllen, wenn alle Böller die größtmöglichsten staatsbürgerlichen Freiheiten genießen.

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Verbandsfragen in der Eisenindustrie.

Der bestehende Stahlwerksverband läuft in furzer Zeit ab. Run wären zwar die Werke geneigt, ihn provisorisch bis Kriegsende zu verlängern, ebenso wie Einzelfonventionen für die von Stahl­werksverband nicht erfaßten sogenannten B- Produkte( Röhren, Bleche, Stahleisen, Draht usw.) kurz befristet sind. Die Re­gierung will dagegen eine allgemeine Ehndizierung der ganzen Eisen- und Stahlindustrie, weil ein umfassender Verband Verhand­lungen erleichtert, durch die Ausschaltung des Wettbewerbs die Kosten von Konkurrenzfämpfen erspart und vielleicht auch eine Handhabe für steuerliche Maßnahmen bietet. Die Industriellen wollen just das Gegenteil und wünschen, alles zu vermeiden, was dem Staate einen größeren Einfluß auf die Industrie geben und, auch abgesehen von der Möglichkeit staatlicher Eingriffe, die Be­wegungsfreiheit an sich einschränkt.

Infolge des Wunsches der Regierung sind Verhandlungen ein­geleitet worden, über deren bisheriges Ergebnis die Boss. 3tg." be richtet:

Die zurzeit hierüber schwebenden Verhandlungen bewegen fich auf der Grundlage der Rohstahl- Syndizierung. Man will für jedes Wert eine Beteiligung in Höhe seiner Rohstahl­erzeugung feststellen und diese Rohstahlbeteiligung auf die einzel­nen Erzeugnisse, wie Halbzeug, Stabeisen, Draht, Bleche usw. unterteilen. Bei dieser Unterteilung der Rohstahlbeteiligung auf die verschiedenen Gruppen sollten dann die besonderen Wünsche. der einzelnen Werke nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Für die einzelnen Gruppen der Erzeugung sollten nach erfolgter Ver­ständigung über die Rohstahlbeteiligung und deren Unterteilung Ginzelverkaufsverbände gebildet werden, die auf Grund eines Mantelvertrages wieder in einem allgemeinen Roh­stahlverband unter dem Namen Deutscher Stahlbund zu­sammengeschlossen werden sollen. Der Deutsche Stahlbund. selbst foll tein Verkaufssyndikat sein, sondern die allgemeine wirtschaftliche Vertretung der deutschen Eisen- und Stahlindustrie darstellen, der Verkauf und die Preisfestseßung sollen bei den Ginzelverbänden bleiben. Ueber die bei einer solchen Lösung des Syndizierungsproblems sich ergebende Frage, ob dann der Stahlwertsverband in seiner bisherigen Form bestehen bleiben oder auch in Einzelverbände für Halbzeug, Eisenbahn material und Formeisen zerfallen soll, ist man sich bisher noch nicht schlüssig geworden. Man neigt jedoch in den beteiligten Kreisen dazu, den Stahlwerksverband in seiner jetzigen Form bestehen zu lassen ,, aber bei der Bestießung der Beteiligungsziffer auch hier von der Gesamt- Rohstahlerzeugung auszugehen.

Wie bei den meisten Verbandsverhandlungen, so ist auch dies. mal das größte Hindernis der Kampf um die Beteiligung. Der ursprüngliche Vorschlag geht dahin, daß die Werke eine Jahres­beteiligung erhalten, die ihre Rohstahl- Erzeugung in zwölf aufein­anderfolgenden Monaten in der Zeit von Januar 1912 bis Juni 1917 entspricht. Gegen eine Festschung der Beteiligung auf Grund der Friedenserzeugung wehren sich aber alle jene Werke, die ihre Anlagen im Kriege beträchtlich erweitert haben, besonders die & irma Krupp, obwohl bekanntlich die Lieferungspreise so fest­gefekt wurden, daß alle Kriegsbauten abgeschrieben werden konnten. Auch ein Vermittelungsvorschlag, in die Friedensproduktion auch die angenommene Grzeugung der vor dem 4. August 1914 geplanten die angenommene Erzeugung der vor dem 4. August 1914 geplanten Grweiterungen aufzunehmen, ist abgelehnt worden. So sind für den Augenblick die Aussichten auf eine Shudizierung des Rohstahls nicht besonders gut.

So wird verdient!

Die Trachenberger 3udersiederei hat bei einem Aftienfapital von 1,5 Millionen Mark den Reingewinn von 134 911 Mart im Borjahr auf 230 876 M. gesteigert und die Dividende von 6 Proz. auf 10 Proz. erhöht. Diese 8ablen geben aber noch kein ganz zutreffendes Bild von dem Stande der Gesellschaft. Die Bilanz ist aufschlußreicher. In ihr erscheinen: Effetten

Materialienbestände

Zuderbestände

678 102

164 669

671 662 75 290

79 804

65 431

42 474

27 750

60 199

Bantguthaben

678 452

983 971

5 983.862

Debitoren..J Kreditoren

39 647

168 881

113 764 83 739

Dreihundert Prozent am Staat verdient! Lindau tamen in einer Verhandlung vor dem Schlichtungsausschuß Die Ariegsgewinne der Zeppelinwerte in Reutin bei in Kempten zur Sprache. Drei Arbeiter der genannten Werke, die in der Abteilung Schwimmerbau" beschäftigt waren, waren von

Im Mai d. J. hatten die Berliner Schriftgießer durch Ver­Handlungen mit den Arbeitgebern erreicht, daß ihre wöchentliche Teuerungszulage auf 21 M. erhöht wurde. Da inzwischen die Auf einer Parteikonferenz für die Genoffen des Eisenacher einer Konkurrenzfirma in Konstanz zu annähernd dem Kosten der Lebenshaltung weiter gestiegen sind, auch die Buchdruder Oberlandes in Stadtlengsfeld behandelte Genosse Leber in Doppelten 2ohne angeworben worden und hatten, da die durch die letzte Erhöhung ihrer Teuerungszulagen etwas besser ge- einem Vortrage die Erfolge der sozialdemokrati. Zeppelintverke den Abkehrschein verweigerten, den stellt sind als die Schriftgießer, so beschäftigte sich am Donnerstag fchen Bartei im legten Jahre". Er konnte berichten, daß Schlichtungsausschuß angerufen. eine ungewöhnlich start besuchte Mitgliederver nach dem Austreten des unabhängigen" reisvorstandes aus der sammlung In der Verhandlung wandte die beklagte Firma ein, daß sie an der Schriftziezer mit der Frage einer Bartei, als die Genossen des Eisenacer Oberlandes in der Ronden in Frage kommenden Arbeiten nichts verdiene, so daß weiteren Erhöhung der Teuerungszulage. Es wird erwartet, daß ferenz am 15. Juli 1917 erklärten, auch fernerhin der Sozialdemos fie höhere Löhne nicht bezahlen könne. Demgegenüber wies der als die Arbeitgeber die für eine Lohnaufbesserung sprechenden Gründe fratis en Bartet die Treue bewahren zu wollen, die Zahl der Zeuge vernommene Reichstagsabgeordnete für Konstanz , Diez, anerkennen werden, wie sie es ja auch bei den letzten Verhandlungen" Boltszeitungs"-Leser um 120 Prozent zugenommen hat; außer nach, daß ein Baar Schwimmer in der Herstellung auf rund 15 000 getan haben. Weiter wurde ausgeführt, daß die geschäftliche Lage dem sind die alten Organisationen wieder flott gemacht und neue Mark zu stehen kämen, während die Marineverwaltung dafür 60 000 wohl so günstig sei, daß die Forderung der Schriftgießer bewilligt hinzu gegründet worden. In der lebhaften Aussprache betonten die mark bezahle. Auf diese Aussage hin wußte der Vertreter der werden könnte. Bei den letzten Verhandlungen haben die Arbeit Genossen, auch in der Folgezeit in derselben Weise für die Partei Beppelinwerfe nichts weiter zu erwidern, als daß er die gleichen geber weitere Erhöhungen der Teuerungszulage davon abhängig tätig sein zu wollen. Eine längere Zeit nahm die Aussprache ohne zahlen wolle wie die Konkurrenzfirma. In gemacht, daß auch in den anderen für die Schrift über die Buteilung von Lebensmitteln in Anspruch, über welche der gleichen Verhandlung wurde auch festgestellt, daß sich die Zeppe­gießerei in Frage kommenden Städten die Löhne fo- auch Genojie Leber das einleitende Referat hielt. Er berichtete linwerte Neutin mit großen Landankäufen in der Um­weit aufbebessert werden, daß die Berliner Arbeitgeber über Verhandlungen mit der Bezirksdirektion in Dermbach und gebung von Lindau befassen, die lediglich zu dem Zwede erfolgten, fonkurrenzfähig bleiben. Infolge dessen hat die Zentralfommission verlangte für die ländlichen Industriegemeinden einen anderen die Gewinne der Gesellschaft nicht so augenfällig in Erscheinung der Schriftgießer Schritte getan, um ihre Kollegen in den Städten, Verteilungsschlüssel, wie für die reinen Landgemeinden. Am die im Lohn hinter Berlin wesentlich zurückstehen, zum Vorgehen Schlusse der Konferenz wurde eine Entschließung angenommen, in zu bewegen. Die Zentralfommission erwartet, daß ihre Be- welcher es u. a. heißt: mühungen Erfolg baben werden. Die Konferenz erklärt, daß auch im laufenden Jahr die Ge­Die Versammlung beschloß einstimmig, eine Erhöhung der noffen mit derselben Energie weiter arbeiten und alles tun wollen, Teuerungszulage für Schriftgießer auf 35 M., für Hilfearbeite- damit die geschlossene Front der Arbeiterklasse, die ihre politische die bis zu 800 Arbeiter beschäftigen soll. rinnen auf 5 M. wöchentlich zu fordern. Die gleiche Forderung Organisation in der Sozialdemokratischen Partei wird auch für die Messinglinienarbeiter und Arbeiterinnen ge- Deutschlands erblickt, erhalten bleibt. In der Lebensmittel­stellt. Eine Kommission wurde gewählt, um mit den Arbeitgebern frage hält die Konferenz an der jetzigen Organisation fest und ver zu verhandeln. wirft den auch in hiesiger Gegend geforderten Freien Handel ". Aber sie fordert ganz energisch von den maßgebenden Stellen( Ge­Die Hamburger Gewerkschaften für eine Erhöhung der meindevorständen und Bezirksdirektion), daß die Lebensmittel, Kriegsunterftügungen. namentlich für die Berbrauser, voll und ganz zur rechten Beit ge­Eine am Dienstag, den 10. September, in Hamburg abge- liefert werden. Nur durch Beseitigung der Großhamsterei in der haltene Sigung des Gewerkschaftskartells nahm folgende Ent- Rhön erblickt die Konferenz eine bessere Zuteilung von Lebens­schließung an: mitteln für die arbeitende Klasse." " Die Versammlung hält eine Erhöhung der Familienunter- Gine Sammlung für den Agitationsfonds ergab den Betrag

stügung, der Militär- und Hinterbliebenenrenten sowie der Teue- von 71 M.

treten zu lassen!

Errichtung einer Stapelfaserfabrik in Löwenberg in Schlesien. In Löwenberg will nach der Voss. 3tg." die Glanzfäden- A.- G. in Petersdorf im Riefengebirge eine Stapelfaserfabrik errichten,

Beschlagnahme deutschen Eigentums in den Vereinigten Staaten .

Der Kustos für das feindliche Eigentum hat die Docks und die Aohlenstation der Hamburg- Amerika- Linie auf den Jungferninseln beschlagnahmt.

Berantwortlich für Politik: Erich Kuttner , Berlin ; für den übrigen Teil des Blattes: Alfreb Schola, Neukölln; für Anzeigen: Theodor Glode, Berlin . Verlag: Drud: Vorwärts- Puchbrucerei unb Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin . Berlagsanstalt Baul Singer u. Co. in Berlin . Lindenstraße 3. Hierzu 1 Beilage und Unterhaltungsblatt.