Gewerkschaftsbewegung
Erwerbslosenfürsorge in Groß- Berlin.
Für das Wirtschaftsgebiet Groß- Berlin haben die Gemeinden euf Grund des Erlasses der Regierung einheitliche Bestimmungen über Erwerbslosenfürsorge getroffen. Danach wird Grwerbslofenunterstübung gewährt allen arbeitsfähigen und arbeitswilligen über 14 Jahre alten Personen, die infolge des Krieges burch Erwerbslosigkeit sich in bedürftiger Lage befinden und zur Beftreitung ihres notwendigen Lebensunterhalts auf Arbeit angewiesen find. Voraussetzung zur Unterstützung ist, daß der Antragsteller in Berlin seinen Wohnsiz hat.
Die Unterstüßung wird nach einer Erwerbslosigkeit bon 6 Tagen gewährt, Ariegsteilnehmer haben diese Karenzzeit nicht zu erfüllen. Als Kriegsteilnehmer gilt nur, wer bei der Demobilmachung ordnungsgemäß entlassen ist. Die Höhe der Unterstügung beträgt für männliche Personen über 17 Jahre 4 M., im Alter zwischen 14 und 17 Jahren 3 22., für weibliche Personen über 17 Jahre 3 M., im Alter awischen 14 und 17 Jahren 2,50 M., für die Ehefrau, für jedes Kind unter 14 Jahren, sowie für sonst im Haushalt lebende Berfonen wird ein Zuschlag von 1 M. pro Arbeitstag gewährt.
Die Kontrolle der Erwerbslosen liegt den zuständigen Urbeitsnachweisen ob, und der Erwerbslofe ist verpflichtet, jede Arbeit, die ihm angeboten wird, auch außerhalb feines Berufes und feines Wohnortes anzunehmen, soweit die angebotene Arbeit seinen Kräften und Fähigkeit entspricht und ihm unter Berücksichtigung feiner Ausbildung und feines bisherigen Berufes zugemutet werden fann, wenn ferner ein angemeffenes Entgelt dafür geboten wird und sonst fein triftiger Grund für die Ablehnung geltend gemacht toerben fann. Freie Fahrt zur Reise in den Beschäftigungsort, femie zur Reise in die Heimat wird aus Mitteln der Erwerbslosenunterstübung gewährt. Für die Mitglieder der Gewerkschaften ist die Auszahlung der Unterstüßung uns die Kontrolle der ArbeitsIrsen den Gewerkschaften übertragen worden.
Für den Hausangeftelltenverband Deutschlands ! Gine außerordentlich stark besuchte öffentliche Versammlung ber Hausangestellten bagte am Bußtag im Rheingold. Der Anbrang zu dieser Bersammlung war so groß, daß bereits um 26 Uhr Saal und Galerien vollständig überfüllt waren, so daß viele wieder umlehren mußten. Die Bentvalvorfitende Luise Kähler und die Schriftleiterin des Organs der Hausangestellten Wilhelmine Kähler verwiesen in längeren Ausführungen die Versammelten auf die herrschende politische Lage und die damit verbundenen wirtfchaftlichen, sozialen und rechtlichen Umwälzungen für die bisher durch Gesindeordnungen usw. gefnebelten Hausangestellten.
In der Debatte meldeten sich eine ganze Anzahl junger Mäbchen, die auf Uebelstände im Beruf aufmerksam machten und Anregungen gaben, welche Verbesserungen im Hausangestelltenberuf notwendig seien. Es wurden Wünsche laut auf Verkürzung der Arbeitszeit, Einführung von Stundenlöhnen, Errichtung von Bwangsfortbildungsschulen für die Sausangestellten, deren Unterrichtsstunden auf den Nachmittag festgesetzt werden müßten, sowie auf sonstige soziale Berbesserungen. Als später Genoffe Krüger erschien und den Bersammelten vornehmlich die rechtliche Stellung der Hausangestellten im neuen Deutschland vor Augen führte, wurde die Stimmung der Versammelten immer begeisterter. Das Ergebnis dieser großen Agitations- und Werbeberfammlung war bie Neuaufnahme von 425 Mitgliedern.
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Jn dieser Versammlung ist einer Stollegin ein feines Bafetchen, enthaltend gestreiften Blusenstoff und ein Stückchen blaue Seide, abhanden gekommen. Der ehrliche Finder wird gebeten, dasselbe im Verbandsbureau, Engelufer 21, abzugeben.
Berhandlungen der paritätischen Kommission über die follektive Festsetzung der Löhne und Arbettebedingungen für die Betriebe der Metallindustrie Groß- Berlins .
ftattfand, Haben Sie Vertreter der Arbeitgeber fich gu Bantbeamten mit der Wahrnehmung der wirtschaftlichen Intereffen Folgendem bereit erklärt: der Bantangestellten beauftragt werden.
" Die Firmen erklären sich unter Berücksichtigung der außer Demzufolge müssen alle auf die Wahlen zu den Angestelltenordentlichen Verhältnisse bereit, für die Zeit vom 12. bis räten bezüglichen Maßnahmen im Einvernehmen mit dem A- einschließlich 22. November, wenn der bisherige Afford- gemeinen Verband erfolgen. Das Gleiche gilt für die Aufverdienst nicht erreicht wurde, für jede geleistete Arbeits- stellung und Durchführung wirtschaftlicher Fore tunde den durchschnittlichen Akkordberdienst zu derungen. gewähren, unter der Voraussetzung, daß mit Sonnabend, den 23. No- Die Kollegen werden ersucht, fi dieferhalb fofort mit unferer bember, früh die bisher übliche Tätigkeit fortgesetzt wird." Deutscher Metallarbeiterverband, Verwaltungsstelle Berlin.
An die untere Postbeamtenschaft
wendet sich folgende Mahnung:
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Zur Bewegung der Bühnenangestellten. In einer Montag nachmittag im Lehrervereinshause abgehal tenen Versammlung der Chorsänger und Ballettmitglieder fast aller Berliner Bühnen sagte der Referent, Sekretär des Kartell Große Ereignisse haben sich in der letten Zeit vollzogen. Alle Vorurteile find gründlich abgetan, und ein frischer Zug, der allen der Bühnenangestellten, Dr. Selig: Wenn die Bühnenleiter bes noch zu überwindenden Schwierigkeiten troben wird, durchzieht auch haupten, fie hätten die Anregung des Polizeipräsidenten Eichhorn, den geringst besoldeten Bühnenangestellten eine Mindestgage von die untere Postbeamtenschaft. Für uns bedeuten die Vorgänge der legten Zeit besonders eine befreiende Tat. Auch für uns bridt 350 Mt. monatlich zu gewähren, bereits bewilligt, so ist das nicht endlich der Tag an, der ein altes überlebtes Regime über den Hau- wahr. Das Chorpersonal ist von diefer Bewilligung ausdrücklich fen wirft und uns eine Besserung unserer Daseinsbedingungen ausgeschlossen. Die Bühnenleiter berufen sich derauf, daß die Thorermöglichen wird. Gewaltige Arbeit ist zu leisten, und energisches fänger und sängerinnen in der Regel einen Nebenberuf treiben Borgehen ist am Blake, um all dem Wust vertrodneter und ver- und deshalb hinsichtlich der Entlohnung mit einem anderen Maßstaubter Bureaufratenherrlichkeit ein Ende zu machen, der be- ftab gemeffen werden müßten als die Bühnenfünftler. Richt aus eigenem Antriebe- fagte der Steferent betreiben Chormitglieder fonders zum Nachteil der unteren Poſtbeamten fast unausrottbar einen Nebenberuf, sondern sie sind dagu gedrängt, weil sie von ben erschien. Menschenwürdige Daseins, und Gristenzbedingungen, Bühnenleitern so schlecht bezahlt werden, daß sie unmöglich davon unter Berücksichtigung der zu leistenden Arbeit, das ist in erster Linie das Ziel der unteren Boftbeamten. Jetzt darf auch der existieren können. Die Chormitglieder sind in erster Linie an einer Bitpunkt nicht mehr fern sein, an dem es keine Unterbeamten Aufbesserung der Gagen intereffiert. Sie werden deshalb die im mehr gibt, sondern nur noch Beamte, gleichberechtigt und geachtet Gange befindliche Bewegung in voller Solidarität mit den Bühnexvon allen Boltsgenossen. Wohl hatte der Zug der Zeit und die künstlern und allen Zühnenangestellten durchführen. Die Theater. bisherigen Verhältnisse die große Mehrheit der unteren Postbeam- unternehmer haben in den Kriegsjahren glänzende Geschäfte geten energisch zum Anschluß nach lints gedrängt. Noch mehr macht, fie haben geradezu im Gelde gewühlt Wenn jetzt die Bühnenmuß jedoch geschehen. Seute, an einem Wendepunkt der angestellten endlich eine Aufbefferung ihrer Bezüge fordern, is ist Geschichte, der uns eine freie Deutsche Republik gebracht hat, in das ebenso berechtigt wie durchführbar. Von den Bolfsbühnen unb der jeder Deutsche als freier Mann ein freies Wort sprechen darf, anderen gemeinnübigen Theatern, die nicht auf Erzielung von Geerfordern es vor allen Dingen auch unsere Interessen, der Partei, fchäftsgewinn gerichtet sind, merden bie Bühnenangehörigen nicht die uns nicht mit leeren Versprechungen hingehalten hat, sondern mehr verlangen, als diese Theater ihren Verhältnissen nach leisten ftets bestrebt war, den Unterbrückten und wirtschaftlich Schwache.t. fönnen, denn an dem Gebeiben der Volfsbühnen und gemeinund dazu gehören auch wir, zu helfen, fie mit allen uns au Ge- nüßigen Theater haben die Bühnenmitglieder basselbe interesse bote stehenden Kräften zu unterstüben. Ihr den Rückhalt wie die Boltemasse. Polizeipräsident Gichhorn, der bis jetzt nur auch in den breiten Kreisen der Beamtenschaft zu sichern, um ihr von den Bühnenleitern informiert ist, wird am Dienstag eine Abeine möglichst dauernde Stabilität au geben, muß unser eifrigstes ordnung der Bühnenangestellten empfangen. Bestreben sein. Das kann nicht besser geschehen als durch rid= haltlosen Anschluß an Partei und Organisation der deutschen Sozialdemokratie.
Achtung! Former und Berufsgenossen.
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Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen:
" Die Versammelten erflären thre unverbrüchliche Einigkeit innerhalb des Chorfänger und Ballettverbandes als ihrer Gewert schaft und zugleich ihre Solidarität mit der allgemeinen Bühnen mitgliederbewegung. Sie schließen fich, fomeit es noch nicht ge= fchehen, allen Forderungen, die dort aufgestellt sind, durchaus a* Bis zur endgültigen Regelung der Ausschußfrage für und weisen die Einwendungen, die von den Berliner Bühnenleitern alle Gießereien Deutschland, längstens bis 31. Januar 1919, wird gegen die Forderungen der Chor- und Ballettmitglieder im befonfein Ausschuß abgezogen. Eine Ausnahme hiervon soll ein- deren erhoben werden, als durchaus unbegründet und im höchsten treten, wenn der former grob fahrlässig gehandelt hat. In diesen Maße unsozial zurüd. Sie balten an diefen Forderungen unbedingt Fällen entscheidet über die Bezahlung des Ausschusses eine von den fest. Von dem politisch neugeordneten Deutschland erhoffen die Formern des Betriebes gewählte Nomiffion von 3-5 Arbeitnehmern, Teilnehmer der Versammlung die Sicherung und Befferung der nach Anhörung des betreffenden Arbeiters und der Gießereileitung. beruflichen, wirtschaftlichen und sozialen Lage der Bühnenarbeits it der Former oder der Betriebsinhaber mit der Entscheidung nehmer jeder Art und die Verwirklichung der von den Bühnenmit dieser Kommiffion nicht einverstanden, so entscheidet gliedern von jeher angestrebten Reform des deutschen Theaters im endgültig überd iesen Streitfall, nach Anhörung der Parteien, Interesse der Bollagesamtheit und der Volkskultur." eine paritätische Kommission von fünf Arbeitnehmern In den Arbeiterrat wurden Dr. Selig, Friedebach und und fünf Arbeitgebern. Jedes Ausschußstüd, das von der end- Stammann gewählt. gültigen Entscheidung beseitigt wird, muß voll bezahlt werden.- Bu dieser vorläufigen Regelung werden die Former und Gieße reiarbeiter in einer Versammlung Stellung nehmen. Zu diesem Bied tommen die Vertrauensleute der Eisengieße. reien am Sonnabend, den 23. November, abends 7 Uhr, bei Rebel, Marstr 12, die Vertrauensleute der Metallgieße. reien ebenfalls am Sonnabend, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, zusammen. Die Vertrauensleute werden ge beten, pünktlich und bollzählig anwesend zu sein. Die Ortsverwaltung.
Der Achtstundentag in Luxemburg. Luxemburg, 21. November. Die luxemburgische Regierung führt am 1. Dezember in großindustriellen Betrieben itunden tag ein, was besonders für die Eisenindustrie von großer Bedeutung ist.
Parteinachrichten.
Bon der Parteipresse.
den Acta
Das„ Norddeutsche Volksblatt" in Rüstringen, unier OldenEine überaus stark besuchte Versammlung des Verbandes der burger Parteiorgan, erscheint seit dem 19. November unter dem Brauerei und Mühlenarbeiter nahm Stellung zur Arbeitszeitber Titel„ Republit". Den Anlaß zu der Namenänderung gab die durch Die Kommission war sich darüber klar, daß es zunächst darauf fürzung sowie Einführung eines paritätischen Arbeitsnachweiſes ten dortigen Arbeiter und Goldatenrat vorgenommene Gründung antommt, die Fragen zu regeln, die alle Betriebe und alle Arbeiter für die in den Mühlen beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. eines eigenen Blattes unter dem vorstehenden Titel. Da es nidy! der Metallindustrie gleichartig berühren, während die Spezial. Es gelangte folgende Resolution zur Annahme:„ Die versammelten fragen für die einzelnen Berufe in Spezial- Kommissionen unter Mühlenarbeiter Berlins beschließen: Das dur die Beendigung des zum Wohle der Arbeiterschaft sein fonnte, wenn zwei Organe neben. einander erscheinen, wurden Verbandlungen eingeleitet, die zur Sinzuziehung von Berufsangehörigen erlebigt werden sollen. Die Strieges erfolgende Ueberangebot von Arbeitskräften und die damit verschmelzung der beiden Blätter führten. Die Redaktion Ifeat erste Frage allgemeiner Art ist die Frage der Arbeitszeit. Es ist verbundene Arbeitslosigkeit erfordern eine fofortige Serabfebung wie bisher in den Händen der Genoffen Aliche und Sünlich. Die eine wöchentliche reine Arbeitszeit von 46% Stun. Der Arbeitszeit auf höchstens 8 Stunden. Weiter beschließen die tägliche Auflage der„ Republif" beträgt 25000 Egemplate. ben ohne Einrechnung von Baufen vereinbart, wobei als regel Versammelten die sofortige Einführung eines paritätischen Ar- Vor dem Kriege hatte das„ Norddeutsche Boltsblatt" 8000 Abonmäßige tägliche reine Arbeitszeit 8 Stunden beitsnachweises für das Berliner Mühlengewerbe und beauftragen nicht überschritten werden sollen. Im übrigen wird die die Organisationsvertreter, fich zur Durchführung obiger FordeVerteilung der 46% stündigen wöchentlichen reinen Arbeitszeit der rungen unverzüglich mit allen in Frage kommenden Arbeitgebern Regelung innerhalb der Betriebe überlassen Die Stunden in Verbindung zu fezen." Töhne werden entsprechend der durch Einführung der 46% stündigen Der Allgemeine Berband der Deutschen Bankbeamten teilt mit: verändert. Arbeitsseit erfolgten Berfürzung der bisherigen regulären Arbeits zeit erhöht. Dieses unseren Kollegen zur Stenntnisnahme. Die Gemäß Bekanntmachung des Vollzugrates des A. u. S.- Rates 1 Berantwortlich für Politik Erich Kuttner, Berlin: für den übrigen Teil des über Vollmacht der Berliner Gewerkschaftstommiffion der AII.Blattes: Alfred Ecola, Neutolin: für Anzeigen Theodor Glocke, Berlin. Berlag: Veröffentlichung weiterer Regelungen wird folgen. Drud. Borwärts- Fudbruderei und Da in den letzten Tagen. beranlaßt durch die verschiedens aemeine Verband der Deutschen Bantbeamten als Borwärts- Ferlag G. m. b. S., Perlin, Verlagsanstalt Paul Sinaer u Go in Berlin. Lindenstraße 8. Hierzu 1 Bellage. sten Umstände, ein reguläres Arbeiten bielfach nicht alleinige freie, gewerfichaftliche Ornantiation der Angestellten der
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