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Gewerkschaftsbewegung

Die Verhandlungen in der Metallindustrie

gescheitert.

Der die Gehälter der Angestellten regelnde Ginigungsspruch vom 10. März war in den Betriebsversammlungen angenommen worden. Nachträglich gaben die Industriellen dem Schiedsspruch eine Aus­legung, die die an fich geringen Zugeständnisse fast ganz in Wegfall gebracht hätte. Die Angestellten Lonnten sich die Auslegung nicht zu eigen machen. Stets auf eine friedliche Lösung bedacht, erfuchten die Angestellten die Arbeitgeber noch einmal um Verhandlungen, die bis zum 28. März zu Ende geführt sein sollten. Auch hierbei wieder auf eine friedliche Lösung bedacht, erflärten sich die Ange­ftelltenvertreter trotzdem bereit, noch am 31. März zu verhandeln. In dieser Sizung hielten Arbeitgeber und Angestellte an ihrer gegenfäßlichen Auffassung des Schiedsspruches fest.

Die Angeftelltengewerkschaften für Verstaatlichung des Flugzeugverkehrs.

Blumengeschäftsangestellte! Blumenbinder und

Binderinnen!

Während sich die geiamte Deffentlichkeit mit dem Sozialisierungs- Die Blumengeschäftsangestellten, die als Gruppe in Verband problem eingehend befchäftigt, vollzieht sich auf dem Gebiet des der Gärtner und Gärtnereiarbeiter organisiert sind, fichen vor Luftverkehrsweiens eine rüdläufige Bewegung, indem die staatlichen Abschluß eines Tavivertrages mit dem Verein Berliner Blumen­Fliegerstationen ihre Vorarbeiten zur Schaffung eines allgemein geschäftsinhaber. In diesem Vertrag soll die achtstündige Arbeits­großzügig angelegten Luftverkehrs abbrechen müssen, um diese zeit sowie die Entlohnung geregelt werden. In einer am Diens­modernen Berkehrseinrichtungen privaten Unternehmern auszuliefern. tag, den 1. April 1919, abends 7% Uhr, im Rheingold, Potsdamer Die Arbeitegemeinidaft freier Angeftelltenber Straße 3, fiattfindenden Versammlung soll Beschluß über die An­ban be hat sich deshalb in einem dringlichen Schreiben an den nahme dieses Vertrages gefaßt werden. vom Luftamt für die Station Döberig getroffenen Maßnahmen noch in der Erfämpfung der vollständigen Sonntagsruhe bevor, Ministerpräsidenten Scheidemann gewandt und gebeten, die Eine fäwere Aufgabe steht den Blumengeschäftsangestellten im legten Augenblid rüdgängig zu machen und eine Stommifton Bekanntlich hat die Regierung ab 1. April die vollständige Sonniggs einzu egen, die den Ausbau des Luftverkehrswesens und feine rest ruhe verfügt. Die Blumengeschäfisinhaber laufen gegen diese lofe Verftaatlichung vorbereiten soll. Verfügung Sturm und haben auch erreicht, daß den oberen Vers waltungsbehörden freigestellt ist. Ausnahmen zu gestatten. Das gegen müssen die Angestellten sich wehren. Denn auch die Blumen gefchäftsangestellten haben den dringenden Wunsch, einen voll ständig freien Tag in der Woche für sich und ihre Angehörigen zu haben. Sollten in dieser Beziehung die Behörden und die Arbeit geber Schwierigkeiten machen, dann müssen die Angestellten sich den freien Sonntag, eventuell durch Arbeitsverweigerung am Sonntag, erfämpfen.. Dazu gehört aber eine starke Organisation. nur ein Teil der Angestellten ist erit freigewerkschaftlich organi­fiert;. ein anderer Teil hat sich im christlichen Deutschen Gärtner verband, der eine Filiale des schriftlichen Landarbeiterverbandes ( Borfizender der deutschnationale Abgeordnete Franz Behrens ) ift, zusammengefunden. Die vom Buchbinderverband beantragte Lohnerhöhung auf den Alle Blumengeschäftsangestellten werden barum dringend er­Tarif für Berlin , Leipzig , Stuttgart und München ist vom Schiebesucht, sich der freigewertschaftlichen Berufsorganisation anzu­Schiedsspruch folgendermaßen festgefeht: gericht des Reichsarbeitsamts durch einen am 25. März gefällten schließen. Auch die Arbeitereltem bitten wir, in diesem Simme auf ihre Kinder einzuwirken. Gruppe der Blumengeschäfts angestellten im Verband der Gärtner und Culnereiarbeiter, Berlin S. 42, Luisenufer 1.

Werkmeisterstreit bei der A. E. G. Gezwungen durch die vier monatigen resultatlosen Verhandlungen mit den Berliner Metall industriellen, fehen sich die Werkmeister der& C. G. Apparatefabrit Nach mehrstündiger Debatte verliegen die Arbeitgeber ihren sowie des Gesamtwerks Hennigsdorf nicht mehr in der Lage, latenlos ben. Dingen zuzusehen. Sie haben in den von annähernd 100 Broz. Standpunkt und boten als Aequivalent Zuschläge von 2 bis ber beteiligten Kollegen besuchten Versammlungen beschlossen, 7% Bros. Demgegenüber machten die Arbeitnehmer unter Preisgabe Dienstag mittag 12 Uhr restlos in ben Streit zu treten. Die For ihres bisherigen Standpunktes Gegenvorschläge, die von ihren Forderungen find ben beftbezahlten Facharbeitern mit entsprechenden derungen etwa 2 bis 7 Prog. abwichen. Fachzulagen angepakt, fo baß von vornherein der Einwand unerfüll­Der Sprecher der Arbeitgeber erflärte hierauf kategorisch, barer Forderungen wegfällt. daß weitere Verhandlungen zwedfos feien, und hub die Gigung auf.

Der Kellnerftreik in der Konditorei Jofty. Wie wir bereits in unserer geftrigen Abndnummer mit teilten, find die Gafitirisgehilfen in der Konditorei Jofth am Botsdamer Blas in einen Streif eingetreten. Sie fordern:

1.. 125 M Wochenlohn und 3 Broz. des Umfazes. 2. Entlohnung des Küchenperfonals nach dem Tarif des Gast toirtsgehilfenverbandes und nicht nach dem Tarif der Stonbitoven

Innung.

3. Abmeldung des Personals aus der Konditoren- Innungstaffe und Anmeldung bei der Allgemeinen Ortstrankentafe. In einem Schreiben betont die Firma Josty folgendes:

tennen, weil zu 1. zu bemerken ist, daß an jeden Kellner wöchentlich Die Firma ist nicht in der Lage, die Forderungen anzuer ca. 200 M. zu zahlen wären, was die Rentabilität des Geschäfts in Frage fiellen würde.

Zu 2 ist festzustellen, daß die Firma im arifberhält nis mit dem Bentralberba ber Baer unb Ron ditoren steht und einfegbiesen Bertrag gar nicht lösen fann. Au 3. with such diese Forderung verlangt. daß der Arbeit. geber en die bestehenden Geseke verstößt und gezwungen würde, q feiner Organisation auszuscheiden.

Im übrigen sei bemerkt, daß das Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichte in zwei Entscheidungen vom 1. und 20. März 1919 fich auf den Standpunkt gestellt hat, daß nicht der Verband der Goftwirtgehilfen, sondern der Zentralverband der Bäder und Kon bitoren für das Ronditorengewerbe zuständig fei.

As die Firma bei den Einigungsverhandlungen den Ver­treter des Gastwirtsgehilfenverbandes auf diese Tatsache aufmert. fam machte, erklärte derselber daß er diese Schiedssprüche nicht au ertenne. Auf die Gegenfrage, welche höhere Instanz für ihn maß gebend fei, fagte er: bie höhere Instanz ist die Gewalt.

In einer Versammlung der Befizer der größeren Konditoreien wurde zu diefem offenfundigen Angriff auf das Konditoreigewerbe, der nach Aussagen des Verbandsvertreters noch ausgedehnt werben foll, Stellung genommen und befchloffen, im Notfalle Abwehrmaß­ihmen ber Gewalt entgegenzusehen.

Der Zentralverband wurde zur Erfüllung des mit ihm ge­tätigten Tarifvertrages aufgefordert."

Lohnzulage der Buchbinder.

Als neue Teuerungszulagen find bei Ufford und Zeitarbeit bom 15. Februar ab wöchentlich zu zahlen: für ein in Berlin 15 m., in Leipzig und Shuttet 12., in München 13 M., für Arbeiterinnen in Berlin 9 M., in Leipzig und Stuttgart 6 M., in Münche M.

Gine Erhöhung der affordfäße würde einen Eingriff in den zurzeit noch gültigen Tarifvertrag bedeuten, zu dem sich das Schiedsgericht nicht für berechtigt hält. Es ist aber ber Ansicht, daß der Myrverdienft, der bei der Affordarbeit gegenüber der Zeit­arbeit im Frieden durchschnittlich erzielt worden ist, erhalten bleiben habe einzutreten. Berhältniffes nachzuweisen sein sollte, in eine Revision der Afford fe, und es empfiehlt daher, wo eine erhebliche Aenderung dieses

Dem Bericht über die Generalversammlung der Bäder und Konditoren möchten wir noch nachtragen, daß esschold und Rich. Barth stimmberechtigte Mitglieder im Vorstand find.

Krankenkassen und Anneftellte.

Die Krankenkassen Berlins fordern nicht, toie es in dem Bericht sondern der seit dem 1. Januar 1919 auf Wunsch der Angeſteiten in Nr. 164 des Vorwärts" heißt, eine Verlängerung der 7stündigen, 7stündige Arbeitszeit ist in den Kassen seit Jahren eingeführt. Wie uns vom Verband der Krankenkassen im Bezirk des Oberverfiche. rungsamts Groß- Berlin mitgeteilt wird, würde eine dauernde Her abfezung der Arbeitszeit auf 6 Stunden die Staffen in ganz erheb schem Maße belasten. Müßte both allein z. B. die Allgemeine Orts­frankenkasse der Stadt Berlin außer den geforderten bedeutenden Erhöhungen der Gehälter jährlich zirka 400 000 m. dafür aufwenden. Eine folche Summe den frankenversicherten Arbeitern zu entziehen, lediglich deshalb, weil die Angestellten die Arbeitszeit aut 6 Stunden herabgesett wissen wollen, glauben die Vorstände nicot verantworten 3u tonnen. Sollten die Angestellten jedoch darauf befehen, so wür ben die Vorstände sich veranlaßt fehen, die Frage en Kaffenmrit­gliedern zur Entscheidung zu unterbreiten.

Als Einstellungslöhne werden feftgefeßt: für Gehilfen im 6. Berufsjahre in Berlin 1,05 M., in Leipzig 82 f., in Stuttgart und München 78 Bf., im 5. Berufsjahre in Berlin 85 Bf., in Seipaig 71 Bf., in Stuttgart und München 68 Pf., im 4. Berufs­jahre in Berlin 85 Pf., in Leipzig 65 Bi. in Stuttgart und München 62 Pf. Schnellpreiser, Gehilfen an Deden­maschinen und erste Gehilfen an Fertigmaschinen in den ersten fechs Wochen in Zeipzig 82 Bf., in Stuttgart und München 90 Pf. nachdem in Berlin 126 M., in Leipzig 95 Pf., in Stuttgart und München 90 Pf., Spezialarbeiter in Berlin 1,16 M. rbeiterinnen unter 16 Jahren im 1. Jahre in. Berlin 25 Pf., in Leipzig 22 Pf., in Stuttgart und München 20 Bf., im 2. Jahre in Berlin 380 Pf., in Leipzig 30 Pf., in Stuttgart und München 28 Pf. Ungeübte Arbeiterinnen über 16 Jahre Deutscher Metallarbeiter- Berband. int ersten Salbiahr in Berlin 30 f., in Bei 25 Pf., in Mittwoch, den 2. April, nachm 4 Uhr. im Gemerfichaftsbaus, Engel. Stuttgart und München 23 Bf., im 7.- 9. Monat in Berlin 85 Bf.. in Leipzig 30 B, in Stuttgart und München 28 f., im 10. bis ufer 15, Saal 4: Branchenversammlung der Bau und Schwarze 12. Monat in Berlin 40 Bf., in Leipzig 30 Bf., in Stuttgart und bleflosser. Beschlußfaffung, über den Tarifvertrag. Geübte Arbeiterinnen in Berlin München 28 Pf. 55 Bf., in Leipzig 40 Bf., in Stuttgrat und München 40 Pf. Ma Deutscher Transportarbeiterverband. schinenarbeiterinnen in Berlin 66 Pf., in Leipzig 42 Bibeute Dienstag, abends 7 Uhr, große Branchenversammlung in ben Branche der Kauf und Bauenhäuser, Spezial- und Einzelhandelsgeschäfte in Stuttgart und München 40 f. Kammerialen, Teltomer Str. 1-4 Berichterstattung und Beschlußiaffung Die Forderungen der Arbeitnehmer auf Zahlung der vollen über den durch beratenen Stollettivantrag. Bahl von 30 Delegierten gur Zeuerungszulagen bei Aussehen und nicht voller Beschäftigung Generalverfammlung. Mitgliedeoud gilt als Legitimation find nicht begründet. Die Forderung, um weiteren Entlassungen ¡ borzubeugen, die tägliche Arbeitszeit auf 6 Stunden herabzusehen, Berantwortlich für Boliti! Artur Ridler, Charlottenburg , für ben übrigen Teil bes ist von den Arbeitgebern anerkannt. Blattes. Alfred Schols, eufon, für Anzeigen Theodor Glode, Berlin . Berlag: b. S., Berlin . Drud. Borro& rts Pudbruderet unb

Die Berliner Mitgliederversammlung des Buchbinderberbandes Borwärts- Verlag Gm Verlagsanftalt Baul Singer u To in Berlin . Sinbenftraße 3.

hat diesem Schiedsspruch zugestimmt.

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