Nr. 216+ 36. Jahrgang
Groß- Berlin
Endlich.
Beilage des Vorwärts
Der Magistrat Berlin hat beschlossen, bei der Staatsregierung zu beantragen, daß die Stadt Berlin im Sinne der Mieterschubordnung vom 23. September 1918 zum Notstandsbezirk erflärt wird. Danach kann die Gemeindebehörde die Bermieter von Wohnräumen zur unverzüglichen Anzeige anhalten, wenn eine feit dem 1. Juli 1917 dauernd oder zeitweise vermietet gewesene Wohnung an einen neuen Mieter teurer als an den Vormieter vermietet wird. Ferner fann das Einigungsamt ermächtigt werden, auf Anruf der Gemeindebehörde den mit dem nuen Mieter vereinbarten Mietsins auf die angegebene Höhe hecabzufeten. Auch können die Bermieter von Wohnräumen ein Mietsverhältnis rechtsvirkjam nur mit vorheriger Zustimmung des Ginigungsamtes fündigen, insbesondere, wenn die Kündigung zum Zwecke der Mietssteigerung erfolgt. Besonders wichtig aber ist, daß ein ohne Kündigung ablaufendes Wietsberhältnis als auf unbestimmte Reit verlänger gilt, wenn der Vermietec nicht vorher die Zustimmung des Ginig masamtes zu dem Ablauf erwirkt hat. Das Einigungsamt laan bei der Satscheibung die Fortsetzung oder die Verlängerung des Mietsverhältnisses jeweils bis zur Dauer eines Jahres bestimmen.
Dienstag, 29. April 1919
Noch einmal„ Die Kirche nicht gegen it?" Der Bund Neues Vaterland schreibt uns zu der in der Sonntagnummer bera öffentlichen Zuschrift des Herrn Pjarrers Bleier: Es ist ein Jertum, wenn Herr Dr. Bleier schreibt, daß nur Vertreter der drei sozialistischen Gruppen für die Ausschaltung der militärischen Macht im Klaffentampfe sprechen sollten. Es war auch dem Bunde gelungen neben Frau Gertrud Gysoldt Vertreterinnen der bürgerlidhen Parteien und aller drei sozialistischen Parteien zu ges winnen. Der Bund fonnte sich an einen pazifistischen Pfarrer nicht wenden, weil überhaupt nur Frauen iprechen werden 3. B. der Gemeindefirchenrat der Heiligkreuzfirche, trotzdem ihm dieser Tatsachenbestand bekannt war, mit allen Stimmen gegen die einzige des pazifistisch gesinnten Pfarrers die Hergabe der Kirchen für die Frauenfundgebung abgelehnt.
Es hat
Gin Mord. Zu dem Artifel bom 26. April unter obiger leberschrift bitte: das Garde- Schlacht Amt um Aufnahme folgender Notiz:
„ Wir legen Wert darauf, ausdrücklich auf die Tatsache hinzu weisen, daß das Garde- Schlacht- Amt mit der fraglichen Angelegenheit in feinerlei Beziehung steht. Das Amt ist während der Unruhen von Regierungstruppen befeht gewesen, und diese haben ihren Dienst ohne jebe Mitwirkung des Amits ausgeübt." Danach dürfte also die gemeldete Tat den Regierungstruppen zuzuschreiben sein. Es wird notwendig sein, daß sofort alle Schritte eingeleitet werden, um den wahren Sachverhalt aufzuklären. Der Deffentlichkeit sollte so schnell als möglich Bericht über die Unterfuchung gegeben werden.
gut verpflegen laffen, aber so etwas blüht micht dem Kranken, den Die Arbeiter oder Angestelltenversicherung überweist. Aus dem Sanatorium Bergstüden" bei Neubabelsberg , das von Dr. Fechmuth betrieben und von der Angestelltenberficherung für ihre Heilbedürftigen benust wird, geben uns Slagen zu. Wir müssen uns darauf beschränken, nur das Wichtigste und das in fnopper Form wiederzugeben. Wochen hindurch war dort die Badeeinrichtung infolge Beschädigung unbenutzbar. Neuaufgenommene Pfleglinge wunderten sich, daß sie überhaupt nicht zum Baden aufgefordert wurden. Bileglinge, die durchaus ihr Reinigungsbedürfnis in einem Bad befriedigen wollten, erhielten zu diesem 3wed Urlaub nach Berlin Auch bei Benutzbarkeit ist der Babe raum meist so falt, daß Krante darunter leiden. Warum fehlt es in der Anstalt, wie an Badetüchern, so auch an Tüchern zu nassen Umschlägen? Pfleglinge waren genötigt ,. hierzu ihre Hand- und Frottiertücher zu bemiben. Warum ist oft mit der Heizung auch in den Zimmern so gespart worden, daß die Temperatur 12 Grad Celsius nicht überſtieg? Nur im Vorderhause, wo ein Arzt und die Oberschwester wohnen, soll stets angenehme Wärme sein. Gin böses Kapitel sind in den Anstalten die Verpflegungsverhältnisse. Bei der allgemeinen Lebensmitteltnappheit wird fein verständiger Mensch jest viel verlangen, aber täglich nur 4 Liter Weilch zum Frühstück für Lungenleidende ist doch wohl ein bißchen zu arg. Ueber die als Weittag- und als Abendessen gebotenen Genüsse wird uns gefagt, daß die Speisen oft schlecht zubereitet und manchmal nicht genießbar gewesen seien. Die Anstaltsleitung weiß, daß es da schon unangenehme Auseinandersehungen gegeben hat. Bon einem Bohnengericht, das verdächtig duftete, aß einer und Elagte nachher über Magenbeschwerden. Soll man den Pfleglingen raten, Nach Prüfung" durch Vertrauensärzte. ihre Bemängelungen dem Anstalteleiter und nötigenfalls auch der Das Verfahren bei der Bewilligung oder Nichtbewilligung von Angestelltenversicherung borzutragen? Das ist schon einige Male 3ufabnahrung für rante ist eine unerschöpfliche Quelle geschehen, aber der Erfolg war nicht sehr zur Wiederholung erder Mißstimmung. Wie die Nichtbewilligung wirft, lehren die er- mutigend. Die Angestelltenversicherung gibt Beschwerdebriefe an regten Besdywerden, die uns fortgeseßt in großer Zahl zugeben. Dabei die Namen der Beschwerdeführer nicht geheim hält. Für all Sen Anstaltebeiter zum Bericht, und zwar wird behauptet, daß sie Daß die Zentralftelle für Krantenernährung ihve Beschaffung von Siedlungsland. Uns gehen fortgefegt Anfragen Bertrauensärzte über die Stranden aus der Ferne urteilen folde i stände ist unseres Erachtens die Versicherungs- wegen unsiedelung zu. Anfragen dieierhalb wolle man richten an behörde noch mehr verantwortlich zu machen als läßt, wobei dann oft trop ärztlichen Attestes nach sogenannter bie Unternehmer, die derartige Anstalten betreiben und daran den gwedverband Groß Berlin. Klopftodstraße 24, oder die AusBrüfung die Bewilligung versagt wird, will einem schlichten natürlich verdienen wollen. Bei der dringend notwendigen So. Die Auskunftstelle für Ansiedelungen Kriegsbeschädigter ist Berlin , Verstand nicht begreiflich scheinen. Der ärgste under den bekannt gewordenen Fällen betrifft einen jebi aialisierung des beilgewerbes müßte der Anfang ge- Prinzenstraße 70. etwa 1½jährigen Senaben, der blutarm und so schwächlich ist, macht werden mit den privaten Heil- und Pflegeanstalten, für die daß er auf uns bei einer Besichtigung den Eindruck eines eri ja aus den angesammelten Riesenkapitalien der Arbeiter und An8-9 Monate alten Kindes machte. Zur Kräftigung hielt der Arst, gestelltenversicherung leicht Ersatz durch eigene Anstalten zu be fchaffen ist. Krankheitsbehandlung und Gesundheitspflege dürfen nicht Gegenstand der Erwerbstätigkeit sein, die begreiflicherweise auf Gervin abzielt. We Profitmacherei leitender Grundsatz ist, muß das Bolkswohl zu kurz kommen.
Die meisten Vororte find bereits seit längerer Zeit als Not standsbezirle erklärt worden, die paar fehlenden werden nun hof fentlich auch folgen.
vielen imms
-O
Arbeiterräte, fommunale Arbeiterräte, Soldatenräte Groß- Berlins( S. P. D.) Bente 4 Nor, im Plenarfaal des Herrenhauses gemeinsame eitung.
Zum Gelddiebstahl in Spandan.
der wegen eines Keuchhustens zu Rate gezogen worden war, sehr viel mehr Milch als die dem Stinde ohnedies zustehende Menge für nötig. Die Eltern hatten große Mühe nach zweimaliger im Einvernehmen mit den ärztlichen Beratern" erfolgter ablehnung auf einen dritten Antrag erblich eine bis Ende April geltende Teilbewilligung für den schwächlichen Meinen zu erlangen, eine Zulage von mur ½ Liter pro Tag. Cowohl das Leiden im Attest als afut bezeichnet war, hatte man wie der Vater mit berechtigter Entrüftung berborbebt fechs Wochen darüber hingehen lassen, bis auch nur ein Teil deffen bewilligt wurde, was Ser Arzt für dringend nötig hielt. Aber au Tagesordnung wird dort bekanntgeneben. Legitimation und Orga das Wenige galt den prüfenden Vertrauens- nijationsausweis legitimieren. Der Fraktionsvorstand. Haase. ärzten der rankenernährungsst stelle noch als zuviel, und als die Weiterbewilligung von Wildh beantragt wurde, schränkten sie die Zulage vom 1. Mai ab auf 4 Liter pro Tag ein. Die Zusatznahrungsmittel, die der behandelnde Artz für das Kind verordnete, wurden schon vom 1. April ab nicht weiterbewilligt. Jm Schleichhandel soll man auch Milch und Nährmittel für frante Kinder, denen die Strantenernährungsstelle dieses Unentbehrliche berjagt, ohne Mühe erhalten förnen. Doch dem Bater, der vier Satyre im Felde war, fehlt das Gelb, die geforderten Wucherpreise zu zahlen. Er hat durch eingeschriebenen Brief die Krantenernährungsstelle gebeten, man möchte Gelegenheit geben, den ärzt lichen Beratern das Kind selber vorzustellen, damit sie es untersuchen fönnten. Nachdem die Keran benernährungs. fielle auf diesen Borschlag nicht eingegangen ift, raten wir den Eltern, nicht erst auf Erlaubnis zu warten, sondern ohne weiteres ihr elendes Semb dorthin zu bringen, und Untersuchung durch die Bertrauensärzte zu fordern. Wir wollen doch sehen, ob man bei der Krankenernährungsstelle dann noch den Mut haben wird, die Untersuchung abzulehnen, an dem Verfahren der Beurteilung aus der Ferne festzuhalten und sich der Verantwortung für die Folgen der Nichtbewilligung zu entziehen.
Bom Heilgewerbe.
Die Zustände, die in privaten Heil- und Pflege. anstalten herrschen, find bekannt. Dre Vorwärts" hat sie oft gefdyilbert, und wer schon Bilegling einer solchen Anstalt war, wei felber Bescheid. In manchen kann man fich für schweres Geld sehr
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Ein Doppelgänger.
Erzählung von Theodor Storm . Aber die Totengebühren waren meist noch unbezahlt, und manches andre drückte auch noch; es bot sich wieder einmal taum je am anderen Tag eine Arbeit.
Ein Sonntagmorgen war es; Hanna batte eben das fett schon dreijährige Kind in seinen dürftigen Sonntagsstaat gefleidet; John saß mit aufgestigtem Ellenbogen am Tisch vor seinem Morgenfaffee, wühlte mit der Hand in seinen dunklen Locken und schrieb mit einem Stückchen Kreide Bahlen auf die Blatte.
Bald aber zerbrach und zermalmte er die Kreide zwischen seinen Fingern und starrte wie gedankenlos auf Weib und Kind. Was hast du jetzt zu tun, Sanna?" frug er endlich. Sie warf den Kopf berum; die Worte flangen ihr. io troden. Richts!" sagte sie ebenso, das Kind ist angezogen." Was tatest du denn, als du mit deiner Mutter noch allein warst und nicht einmal ein Kind zum Anziehen
da war?"
Ich ging betteln in der Stadt!" antwortete sie, und ein höhnischer Trot lang aus den Worten: das ging noch beffer, als es jetzt geht! Du mußtest ja, daß du eine Betteldirne freitest!"
,, Und schämtest du dich nicht?" fuhr es aus ihm heraus, Nein," sagte sie hart und sah ihm mit starren Augen ins Geficht.
Barum lerntest du nicht mit feiner Wäsche umgehen? Deine Mutter fonnte es doch; fie hatte bei Herrschaften ge dient. Das hätte uns jetzt Geld gebracht und wär besser gemejen als das faule Umberlungern.
Sie schwieg: es war nie daran gedacht worden. Aber in ihrem hübschen Stopfe fing es an au tochen, als sie nichts erwidern fonnte. Dazu, die Augen ihres Mannes lagen auf ihr, als wolle er sie ganz in Nichts binunterdrücken. Da fam ihr ein Gedanke; er derfette ihr den Atem, aber sie konnte es nicht verhalten. Es gibt ja noch andern Verdienst!" sagte fie, und als er schwieg: Wir fönnen Bolle spinnen; das haft du ja sechs Jahre lang getrieben und fannst es mich selber lehren!"
Wir werden um Veröffentlichung nachfolgender Notiz gebeten: Vor der Räumung des besetzten Gebietes in Rumänien traf ein Geldtransport mit ettva 500 Millionen Lei am 7. November in Berlin ein. Infolge der ausbrechenden Revolution war, es den maßgebenden Etellen nicht möglich, diese Leinoten in der erwünsch fen Weise sicher aufzubewahren; fie mußten vielmehr, als im Juliusturm fein Plab war, zunächst in der Zitadelle in Spandau unter Bewachung gelagert werden. Während der sich entwidelnden Revolution hörte die Peradyung auf und es erf gten mehrfache Ginbrüche in die Zitadelle.
Dem im Anfang Januar neu ernannten Kommandanten, Obers feuerwerfer Säusler, ist es zu verdanten, daß das Geld dem Staat fast gang erhalten blieb. S. fand bei Uebernahme feines Amtes gelegentlich einer Revision der Zitadellenräume die Kisten mit dem Papiergeld in dem Offizierwachtzimmer bor. Die Tür zu diesem Zimmer sowie eine Siste waren erbrochen, die jedoch sogleich ord nungsmäßig verschlossen wurden. Eine Woche wurde sofort ein gefeßt. Die maßgebenden Berliner Stellen fanden infolge der damaligen Spandauer Berhältnisse nicht die Möglichkeit der Ueber. führung der Noten. nach Berlin . Diese ist dann erfolgt am 19. Ja nuar. Die fehlende Gummie steht noch nicht genau feft, fie wird auf 20-40 Millionen Lei Otfupationsnoten veranschlagt.
Die Maifestzeitung
wurde nachgebruckt und gelangt beute Dienstag, nachmittag 4 Uhr, wieder zur Ausgabe. Buchhandlung Vorwärts, Lindenstr. 3.
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Genehmigungspflicht für Bersammlungen. Der Bolizeipräft dent macht darauf aufmerksam, daß die Genehmigung zur Abbaltung öffentlicher Versammlungen mindestens 48 Stunden vorher nachzufuchen ist. Dasselbe gilt für Umzüge und für Versamm lungen unter freiem Himmel, sofern für solche unter dem Belage rungszustand überhaupt ausnahmsweise eine Zulassung erfolgen kann.
Verzweiflungstat einer Mutter. Berhaftet wurde gestern die Tischlerfran B. aus der Donane straße zu Neukölln. Die Verhaftete wollte mit ihren Kindern in den Tod gehen. In der Ehe gab es fortwährend Streit über die Behandlung der Kinder. So auch gestern wieder. Bon Ber zweiflung gepadt beschloß die Frau endlich, mit ihren beiden Knaben aus dem Lehen an fcheiden. Gegen 2, 11hr ging fie nad dem Neuköllner Schiffabetetanal und warf die kleinen rasch nach einander ins Wasser. Bevor fie felbft nachspringen fonnte, wurde fie von Leuten, die ihr Beginnen fahen, ergriffen und festgehalten. @chiffer bemühten sich um die Rettung der Kinder. Ee gelang auch. fie aufzufinden und zu bergen, beide waren aber schon 101. Wiederbelebungsversuche. die man auf der nächsten Feuerwehrwache an ſtellte, blieben erfolglos.
Keine Mentenzahlungen am 1. Wat. Die Dberpofldtreffion teilt mit: Auto 2iniai des Nationalfeiertages am 1. Mai findet an diesem Tage bei den Bostanstalten eine Auszahlung der Unfallentschädigungen, Inva liben- und Hinterbliebenenbezüge sowie der Militär- Versorgungsgebührnisse nicht statt.
Wir nehmen als selbstverständlich an, daß dann die Renten schon am Tage vorher zur Verfügung stehen werden.
B
Das Reichs Stursbuch erscheint Anfang Zumi in neuer Ausgabe ( 8 M.). Bestellungen bei sämtlichen Boltanstalten und Buchhandlungen. Mene Zweigstelle der Ortsfranfenfasse Miederbarnim. Für eine Anzahl nördlicher Bororte errichtet die Niederbarnimer Drtstrantenfalje in' Birtenwerder, Rathaus, Hauptinaße, eine neue Zweigstelle. Wir bitten, das Inferat in der heutigen Rummer zu beachten
Serr Erich Nofenfeld teilt uns mit, daß die in einer Berlammlung der Hanbeligervereine aufgesteäte Behauptung, wonach er eine Bohnung für 2600 W. gemietet und fofort für 10-800 Rt. weitervermietet bätte, unwahr ist. Wahr jei vielmehr, daß er im Jahre 1915 eine leere Bobnung gemietet und sie im Sabre 1919 mit Möbeln und allem Zubehör für 7800
Mart me tervermietet babe.
Das scheint uns allerdings auch ein ganz rentables Geschäft an fein. Die wichte- Turner, die auf dem Boden der parteipolitischen Neut tralität stehen, haben beschlossen, einstweilen alle Fichte Beranitaltungen zu meiden. Anstelle des Anturnens findet daber am 4. Mai eine Familienpartie nach Konigstal, früber Riefemal, ftatt. Treffpunkt 1 1hr Schleftscher Bahnhof. Fahrt bis Sadoma, dann zu Fuß über Uhlenhorst nach Königsthal. Dort finden dann Spiele ftatt.
Ein Preis von 3000 W. wird von den Belteften der Raufmannschaft von Berlin ausgefeßt für die beste Arbeit über: Das Problem ermordet," wollte er sagen, aber
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Ihm war, als hätte er einen Schlag in sein Gehirn be-| heiser; ich habe sie tommen, und sein Gesicht verwandelte sich furchtbar, daß sich es wurde an die Tür geflopft. das Kind mit beiden Aermchen an die Mutter flammerte. Er wandte den Kopf und sah den Nachbar Tischler einBeib! Sanna!" schrie er. Das sagst du mir?- Das sagst du mir? du?" treten. Der alte Mann hatte durch die dünnen Bände den. Und als sie jetzt wie ohne Leben ihm ihr Gesicht entgegen Lärm gehört, das Mitleid mit der Frau, die dessen nicht hielt, faßte er sie an beiden Schultern, 30g fie an fidh, ala mehr bedurfte, hatte ihn bergetrieben; nun sah er erschrocen müsse er sich überzeugen, ob fies auch selber wäre, und stieß auf die Tote. fie dann gewaltsam von sich. Der Stuhl, an welchem sie gestanden hatte, fiel zurüd, und das sind stieß einen gellenden Schrei aus; das Weib aber stürzte gegen den Ofen; dann glitt sie mit einem schwachen Wehlaut auf den Boden.
Was ist das! Was habt Ihr hier?" frug er berwirrt. John richtete fich auf und setzte die Kleine auf den Fußboden. Es ist nur wieder ein Sarg zu machen," sagte er tonlos, und ich habe keine Eschenstämme mehr. Ich bin ein armer Zump, Nachbar!"
Der Alte jah ihn eine Weile schweigend durch seine runden Brillengläser an. Ich weiß wohl," sagte er dann, daß du dies Weib nicht verdientest; du brauchst juft nicht davon zu reden wie ist denn das Unglüd hier zu Blaz gekommen?"
Als wären die Gedanken ihm abhanden gekommen, fab John darauf hin; als er ein wenig seine Augen hob, da sah er an einem hervorstehenden Schraubenstift des Ofens, von dem das Kind den Meffingfnopf zum Spielen abgenommen hatte, einen Tropfen roten Blutes hängen. Er fniete nieder und führ suchend mit den Händen durch das volle Haar seines Weibes; plöblich wurden ihm die Finger feucht: er 30g fie hervor. Blut!" schrie er und betrachtete mit Entfegen seine Und John berichtete, was geschehen war; ohne Auslaß, Sand; dann fuhr er fort zu suchen, baftig, mit fliegendem trocken, als sei es eines Dritten Sache; dann aber warf er Atem, und nun hatte er es gefühlt, ein Stöhnen brach sich wieder au der Toten und betrachtete mit Schen ihr Antaus seinem Munde: da, da quoll es hervor, da war der Stift lit, das wie schlafend vor ihm lag; leise, als gelte es ein hineingedrungen; tiefer wußte nicht, wie tief. Sannal" Berbot zu übertreten, streďte seine große Band sich aus und flüsterte er, indem er sich zu ihrem Ohre beugte, und noch strich zitternd über die leblojen Züge. Wie schön, o wie einmal stärker:„ Sannal" schön!" murmelte er; und sie werden ein glattes Brett darübernageln, wie sie es den armen Menschen tun!"
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Da kom es endlich. John!" fam es von ihren Lippen; doch wie aus weiter Ferne.
Sannal" flüsterte er wieder; bleib, ob stirb nicht, Hanna! ch bol einen Doftor; gleich, gleich bin ich wieder da!" Es kommt doch keiner."
a, Sanna, er soll tommen!"
Gine Sand griff tastend nach der seinen, wie um ihn zurüdzuhalten. Nein, John- fein Doftor- du bist nicht schuld- aberfie segen dich ins Gefängnis!"
Sie warf fich plöslich geraltfam berum. Süß mich, obn!" rief fie laut wie in Todesangst; doch als er seine Rippen auf die ihren drüdte, filßte er nur noch eine Tote.
Schen schlich das Kind zu ihm beran. Ist Mutter tot?" frug es nach einer Weile, und als der Vater nichte: ,, Warum weineft du denn nicht?"
Da ergriff er das erschrockene Kind mit beiden Händen und drückte es an fich. Ich fann nicht!" flammelte er
Der Alte Fannte seinen Mann; er glaubte seinem Berichyte: er wußte, er brauchte nicht weiter darüber zu reden; dennoch trug er ihm mehr Groll als Mitleid. Sei rubig, John," sagte er faft mürrisc); ich mache deinem Weibe ihren Sarg wie damals ihrer Mutter; wenn wieder Arbeit fommt, so magst du zahlen, wenn du es fannst!"
Da richtete der elende Mann sich auf. Dank, Nachbar; aber gewiß, ich bezabls Euch, jeden Sechsling, jeden Pfennig, denn ich muß sie selbst begraben. Sonst soll mich Gott verdammen!"
Das Kind erschraf und ließ den Zipfel seines Rodes. los; den es bisher gefaßt bielt.
,, Soll meine Frau Euch," frug der Tischler, die Kleine für die nächsten Tage abnehmen? Ihr habt hier niemand mehr." Corts. folgt.)