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Einmarsch in Chemnih.

Ermahuung zur Ruhe.

Groß- Berlin

,, Werden Sie Steinklopfer!"

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Für 36 000 m. Sacharin beschlagnahmt. Unangebrachter Geiz hat gestern einen Schmuggler, der seit längerer Zeit einen aus­gedehnten Sacharintransport nach Berlin betreibt, der Polizei in Die um Chemniz versammelten Truppen sind heute früh die Hände geliefert. In einer Pension in der Schöneberger Str. 33 tampflos in die Stadt eingerückt. Der Oberbefehlshaber teilt. wohnte feit einigen Tagen ein Vizefeldwebel Pfau, der angab, dem in einer durch Flieger abgeworfenen Bekanntmachung an die Uns geht aus Berliner Kreisen folgender Notschrei eines Jung- Grenzschutz Ost anzugehören und nach Berlin gekommen zu sein, Bewohner von Chemnitz und Umgebung mit: Nachdem meiner lehrers zu: um hier seinen Urlaub zu verleben. Pfau wohnte in der Pension, Aufforderung vom 11. August zur Waffenabliefe- Als in Berlin Staatliche Sonderlehrgänge für Kriegsfemina- geriet jedoch gestern mit dem Inhaber in einen Streit, so daß dieser rung und Wiedereinlieferung der widerrechtlich beristen eröffnet wurden, da versprach das Kultusministerium, daß ihm sofort sein Zimmer fündigte und als Bezahlung 50 M. ber­freiten Gefangenen bisher nur in gänzlich unzu- Entgegenkommen genügend Stellen frei sein würden. Nunmehr fich, zu zahlen. Darauf begab sich der Vermieter zu der Bahnhofs­für die aus diesen Kursen hervorgehenden Lehrer durch weitgehendes langte. Der Feldwebel fand diese Forderung zu hoch und weigerte länglichem Maße entsprochen worden ist, rücke ich zur Durch find bereits acht Wochen vergangen, seitdem der erste der mit so mache der Kommandantur am Anhalter Bahnhof und bat um Fest­führung der für die Wiederherstellung dauernd geordneter vielen Versprechungen begonnenen Kurse seine Prüfung bestanden nahme des Urlaubers", da zu vermuten sei, daß der Mieter, ohne Verhältnisse nötigen Maßnahmen heute mit den mir unter- hat, ohne daß von dem Entgegenkommen etwas zu merken ist. Wenn zu zahlen, das Weite suchen werde. As Soldaten darauf das stellten Truppen in die Stadt ein. Die Bevölkerung ersuche auch einige der Teilnehmer durch Schiebung" und gute Verbins Rimmer betraten, versuchte der Feldwebel zu flüchten und stieß den ich, mir Vertrauen zu schenken, die Ruhe zu bewahren, bungen" bereits in Amt und Würden sind, so ist doch bisher noch Wirt beiseite, um die Tür zu gewinnen. Die Wachtsoldaten nahmen die Arbeit ohne Störung fortzusehen und die Truppen in feins der gegebenen Versprechen erfüllt worden. Im Gegenteil! Man Bfau, der einen Dienstrevolver trug, fest und beschlagnahmten sein feiner Weise zu belästigen. hat in den acht Wochen noch nicht einmal Zeit gehabt, uns die Beug- Gepäck. Auf der Bahnhofswache wies fich der Festgenommene als nisse zuzustellen, damit wir als geeignete" Bewerber um ein Lehr- Vizefeldwebel Pfau aus und zeigte einen dementsprechenden Mili­amt gelten fönnen. Alle Bemühungen und Eingaben sind vergeb- tärurlaub- und Fahrschein vor. Dem Wachhabenden kam die Sache Um Deutsch- Westungarn. lich, ja noch mehr, man lächelt noch ob unserer mißlichen Lage. Der jedoch verdächtig vor und so untersuchte er die Brieftasche des Ver­Wien, 18. August. Der deutschösterreichische Hauptaus lieber Freund(?), firieren Sie die Sache schriftlich und senden Sie 370 Rubel in fogenanntem Oftgeld. Außerdem besaß Pfau eine Berliner Stadtschulinspektor Dr. Dickhoff sagte heute:" Gewiß, mein hafteten. Darin fanden sich 12 297 M. in deutschem Gelde und schuß ich uz beschloß zur weftungarischen Frage einstimmig, die Note des heute noch ein Gesuch ein, ich werde mein möglichstes tun!" und Reihe weiterer gestempelter, aber unausgefüllter Urlaub- und Fahr Staatskanzlers Renner vom 14. August 1919, in der er den Obersten nach acht Tagen da prangt seine eigenhändige Unterschrift unter scheine. In dem Handkoffer Pfaus fand man 30 Kilogramm hoch­Rat der Verbündeten ersuchte, der Besehung Westungarns durch einem nichtssagenden Dokument:" Der Bedarf ist durch vorliegende wertiges Sacharin. Der Festgenommene gestand nun, daß er seit deutschösterreichische Sicherheitsorgane zuzustimmen, genehmigeeignete" Bewerbungen gedect!" Dabei aber verlangen fast alle längerer Zeit einen Schmuggel zwischen Bolen und Berlin treibe gend zur Kenntnis zu nehmen. Er richtete sodann namens Deutsch - Berliner Rektoren nach Vertretern! Versucht man es bei der nächst und bereits mehrmals ähnliche Boften Süßftoff hier abgesetzt habe. österreichs an die Bevölkerung Deutsch- Westungarns einen Auf­Der Arbeiter- Schwimmflub Neptun", Weißenfee, bielt am ruf, in welchem erklärt wird, die deutschösterreichische Friedens­Sonntag im Seebad Weißenfee fein erstes Schwimmfeit nach dem Kriege delegation werde den Deutschen Westungarns das Recht erstreiten, a) Mädchen bis 14 Jahre: E. Brefide 1 Min. ½ Set., 2. Ch. Groſſe. ab. Es wurden folgende Resultate erzielt: Eröffnungsschwimmen 50 m. durch freie Bolts abstimmung über ihre Zukunft zu ent­b) Jugend 14-17 Jahre( 100 m): 1. M. Jrlmet 2 Min. 14, Set., 2. Rosenberg. scheiden. c) Damen( 100 m): 1. Ch. Stöpbe 2 Min. 28%, Set., 2. Mitscherlich. Stnaben( 50 m): 1. Voß 1 Min. 1 Set., 2. Beblisch. 14-17 Jahre( 100 m): 1 Min. 45%, Set., 2. Schochow. Rürspringen: 1. Menschel Neptun"-W. 20, Puntt. Rettungsschwimmen: Stilau 1 min. 11%, Set. Lot. Damen­brustschwimmen( 100 m): Mädchen: A. Weirich- Weißensee 1,59% Min., 2. Schmidt. Jugend 14-17 Jahre: 1. Reich- Beißensee 2,74%, min. 2. Kuſſike. Damen: Elfert- Weißensee 2,4%, min., 2. Langer. Lot. Lagenitaffette 4X50 m: 1. S.-K. Weißensee 3 Min., 24, Set., 2. Lichtenberg . Schulbrustschwimmen: 1. Schmidt 3 Punkte. Lol. Jgd.- Bruststaffette: 1. Neutöän 3 Min., 42, Set. Das Wasserballspiel gewann Weißensee gegen Lichtenberg mit 2: 1 Goal. Adlershof . Aus der Gemeindevertretung. Die Vertretung be­schloß zunächst die Errichtung eines Wohnungsamts. Die Leitung soll einem technischen, dem Bauamt zugeteilten Ange­stellten übertragen werden. Als Kontrollinstanz für das Wohnungs­amt wurde ein Ausschuß von vier Mitgliedern gewählt, dem von unserer Fraktion der Gen. Kramer angehört. Da die Gemeinde jeit einiger Zeit die ausländischen Lebensmittel selbst verteilt, so haben die Händler die Uebernahme sämtlicher rationierter Lebensmittel verweigert. Die Gemeinde sieht sich daher genötigt, sämtliche rationierten Lebensmittel felbst auszugeben. Hierzu reicht der bis­herige Verkaufsstand nicht aus. Es wurde beschloffen, eine ameite Berkaufsstelle einzurichten. Wegen der Errichtung einer dritten Verkaufsstelle schweben Verhandlungen.

höheren Behörde, beim Provinzialschulfollegium, so ergeht es einem nicht beffer, ja, der Herr Regierungsschulrat Lic. Fischer antwortet einem Kollegen, der sich, die unheilvolle Kriegszeit eingerechnet, einem fogar ganz faltblütig:" Werden Sie Steinklopfer!" Und das 10% Jahre lang auf den Lehrerberuf vorbereitet hat!

4.

Zur Verstaatlichung der Ilseder Hütte. bie so schön geprediate Rüdichtnahme auf die Kriegsteilnehmer!?! Bimmermann 2 Min. 2%, Set.. 2. Boben. Männer( 100 m): Boffeler

Nachdem wir in der Sonntagsausgabe eine fachmännische Zuschrift zu dieser Frage gebracht haben, die sich unter be­stimmten sozialistischen Voraussetzungen auf dem Boden der Regierungsvorlage stellt, geben wir nachstehend eine Zuschrift eines Hütten mannes wieder, der mit uns die Ueber zeugung teilt, daß eine Sozialisierung sämtlicher Erz felder, also aush desjenigen von Peine , zunächst das Wichtigste ist.

Wo bleibt da der vielversprochene Dank des Vaterlandes? Wo bleibt da das vielversprochene wohlwollende Entgegenkommen" und Sat man nicht 4% Jahre hindurch Zeit gehabt, Mittel und Wege zu finden, den Dank des Vaterlandes für uns zu erwägen! Statt deffen die vielfagende Antwort: Werden Sie Steinflopfer!". Leicht gesagt, aber erst vormachen!

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Dazu kommt noch, daß man keinerlei Schritte unternimmt, um die pekuniäre Lage der jungen Lehrer zu verbessern. Jeder stellungs­noch nicht im Amte befindlichen Lehrer feine Entschädigung gezahlt? lose Arbeiter bezieht Erwerbslosenfürsorge, warum wird dem jungen, Sollen denn junge Leute von 22-28 Jahren um folche handelt es sich bei den Kriegsteilnehmern doch die schon 2-6 Jahre im Die Regierungsvorlage bedarf einer völligen Umarbeitung Amte sein könnten, noch immer vom Geldbeutel ihrer Eltern Soll ein gemeinschaftlicher Einfluß auf die deutsche Eisenerz- schmaroben, Man zwingt uns zu schweren Entbehrungen, wo soll gewinnung erreicht werden, so ist nicht einzusehen, warum die da die Lust und Liebe zur Erziehung bleiben, die doch die Grund­Flieder Hütte berstaatlicht" werden muß. Es genügt vollkommen, bedingung ist für den Erfolg des Unterrichtes! Werden Sie wenn die Erzfelder in das Verfügungsrecht des Reiches über- Steinklopfer!" Das ist der ganze Troft und die einzigste Hilfe. die geben. Aber nicht nur die im Gebiere der Flieder Hütte liegenden man für uns übrig hat! Eisenerzfelder, sondern sämtliche im deutschen Reichs­gebiete vorkommenden Erzfelder bezw. ihre Aus­beutungen müssen nach sozialistisch gewerkschaft. Iichen Gesichtspuntten geregelt werden. Die privat Tapitalistische Monopolwirtschaft muß auch in der Eisenerzversorgung

aufhören.

Steuererhöhungen in den Vororten.

H. M.

Groß- Berliner Lebensmittel.

Reinickendorf . Auf Abschnitt 77 der Groß- Berliner Lebensmittel­farte 250 Gramm Maisfabrikate( 1,45 M.). Abschnitte sind bis Dienstag, den 26. abzugeben. Auf Abschnitt 74 und 75 je 250 Gramm ausländische Hülsenfrüchte( 1,25 M.). Die betreffenden zusammenhängenden Aſchnitte find bis Donnerstag, den 28., abzugeben. Auf Abſchnitt 72 und 73 eben­falls je 250 Gramm ausländische Hülsenfrüchte. Die Abschnitte find bis

Sonnabend, den 23., abzugeben.

Der Neuköllner Magistrat schlägt den Stadtverordneten vor, ben Ruschlag aur Ginkommensteuer, vom 1 April 1919 ab mit rüd­wirkender Kraft von 260 auf 300 Prog. zu erhöhen. Die Staffe­Wenn die Begründung der Regierungsvorlage fagt, weil die foll derart vorgenommen werden. daß Einkommen bis 1200 m. Tung der Zuschläge gemäß den neuesten geseßlichen Bestimmungen finanzielle Auseinanderiezung zwischen Flieder Hütte( und seinem überhaupt frei bleiben, die Zuschläge für Einkommen über 6500 Walzwerk) und den Erzlonzessionen sozusagen unmöglich sei, müßten Mark noch einem Tarif herangezogen werden, dessen Steuersäge Hütte und Walzwerk mit verstaatlicht werden, 10 darf die National- wie in Berlin um ein Drittel der im Gesek über die besonderen versammlung diesen Einwand nicht tragisch nehmen. Bei gutem Willen Ruschläge vorgeschlagenen Zuschlagsprozente höher find. Zu der und mit unparteiiicher Sachkunde lassen sich die Erzfelder Steuererhöhung auf 300 Pro3. hat sich Neukölln auch deshalb ent­separat auf das Reich übertragen. Eine solche betriebswirtschaftliche schlossen, weil es nicht auf den Zuschuß der Provinz Bran­Transaktion ist gar nichts neues in der Industrie. Die Protest benburg verzichten will, der der Stadt in der Höhe von 1.2 Mil­bewegung der Arbeiter" des Jlieder Werkes gegen die Verstaat- lionen Mark als Lastenausgleich bisher zugebilligt worden ist. Pankow . Bom Mittwoch ab auf Abschnitte 55 und 58 der allgemeinen Lebensmittelkarte 200 Gramm und 125, zusammen 325 Gramm inländische lichung der Erzfelder ist äußerst tritisch zu betrachten! Wir In Friedrichsfelde haben Gemeindevorstand und Etats- Hülsenfrüchte( 0,67 Wit,). Von heute ab auf Abschnitt 30 für Ingend. möchten wetten, day hinter dem" Protest der Arbeiter" ausschuß beschloffen, den ursprünglich auf nur 210 Proz. festgefeb- liche 125 Gramm Reis( 0,51 M.) nnd auf die Abschnitte 40 und 41 der die Direktion der Hütte steckt, die sich auf einmale ale ten Buschlag auf 250 Proz. zu erhöhen. Auch hier spielt der Ge- Jugendlichenkarte zusammen 250 Gramm Maisaries( 1,45.) ungeheuer arbeiterfreundlich gibt, Brit. während man vor noch fichtspunft eine Rolle, daß bei einer Steuererhöhung die Gemeinde Groß- Berliner Lebensmittelfarte nicht langer Zeit in der Metallarbeiterzeitung" oft Klagen über voraussichtlich einen Beitrag aus den von der Provinz zur Ver- 250 Gramm Maismehl in der Verkaufsstelle Hannemannstraße, außer der das patriarchalische" Scharfmacherregiment der Jlfeder Hüttenherrn fügung gestellten Mitteln zur Unterstützung leistungsschwacher Ge­Nummerreihenfolge. lefen fonnte. Es wäre wirklich intereffant, genau festzustellen, welche meinden erhalten dürfte. Die Einkommen unter 1500 m. follen Vergünstigungen die Hüttendirektion den Arbeitern in Aussicht stellte zuschlagfrei bleiben, bis 2700 M. Ermäßigungen erfahren, während für den Fall, daß sie sich bereit fänden, den Hüttenherren ihre Position die Einkommen über 6500 m. bis 12 500 M. mit besonderen Zu­retten zu helfen. schlägen von 5 bis 25 Broz., über 12 500 m. in voller Höhe( 40 bis 100 Proz.) der im Gesetz vorgesehenen Zuschlagsprozente herange­zogen werden sollen.

der Auf Abschnitt 77

Vorträge, Vereine und Versammlungen.

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Zentralftelle für Einigung, Ortsgruppe Karlshorst . Mittwoch, 8 Uhr, bei Wenser, Treskow Alce 107: Versammlung. fchaft Neukölln Brik. wenn Freie Turner: Am Sonnabend: Außerordentliche Vereins­bersammlung im Deutschen Wirtsbaus", Bergftr. 136-137, Beginn: pünktlich 7, Uhr. Mitgliedsbuch legitimiert!

Den Arbeitern scheint vorgeredet zu sein, die Erzfelder in Reichsbejizz übergingen, dann käme die lieder Hütte nebst Beiner Walzwert über furz oder lang mehr oder weniger zum Stilliegen. Selbstverständlich kann von so etwas feine Rede sein. Es kann sich nur darum handeln, mit den etwa 300 Millionen Tonnen Erze, die schäßungsweise in dem Beine- Salzgitter Gebiete lagern, auch die anderen deutschen Hüttenwerke teilweise zu berforgen, nachdem diesen die Lothringer Minettenzufuhr sehr er schwert worden ist. Diese Absicht ist sozialistisch, ihre Durchfreuzung egoistisch.

Die Begründung der Regierungsvorlage ist äußerst anfechtbar. Wer ist denn von den Hüttenleuten so polizeiwidrig töricht, zu giauben, eine vorerst in Aussicht stehende Erzförderung von 3-4 Millionen Tonnen aus dem Beine Salzgitter Gebiet würde teinen glatten Abfaz in Deutchland finden? Uns entgehen jährlich etwa 21 Millionen Tonnen Lothringer Erze, ihr Erfaß aus Standinavien ist voraussichtlich nur zum geringen Teil möglich, das übrige Ausland wird uns vorläufig auch nicht ausreichend ausbelfen.

Die Einigungsstelle der Sozialdemokratie hielt gestern ihre Generalversammlung ab. Der Sekretär Zimmer­mann erstattete den Vorstandsbericht, in dem er in furzen Zügen die Tätigkeit des Vorstandes seit der im Januar erfolgten Grün­dung schilderte. Einen Kassenbericht abzugeben sei er nicht in der Lage, da Abschluß und Prüfung der Bücher durch die Revisoren bis dahin noch nicht definitiv erfolgt war. Es wurde daraufhin beschlossen, im Zeitraum von spätestens drei Wochen eine weitere Generalversammlung abzuhalten, die den Kassenbericht entgegen­nehmen soll. Ueber den Vorstandsbericht entspann sich eine zum Teil sehr heftige Debatte, in der von fast sämtlichen Rednern aus­geführt wurde, daß der Vorstand sowohl in organisatorischer wie auch in politischer Beziehung versagt habe. Es wurde insbesondere festgestellt, daß in organiatorischer Beziehung eine volle Anarchie herrsche und daß man sich in der Geschäftsstelle überhaupt nicht zurechtfinden könne. Unter anderem wies Dr. Joeljohn darauf Es ist nicht anzunehmen, daß ein Spezialist geneigt ist, hin, daß bisher alle politischen Leitgedanken gefehlt hätten. Die der von der Regierungsvorlage angenommenen außerordent Bentralstelle habe es bisher verfäumt, bezüglich politischer Streit lich hohen Abfindungssumme an die Jlfelder, Hütten- fragen eine Brüde zwischen den Angehörigen der U. S. P. D. und Herren zuzustimmen. Die Begründung der Regierungsvorlage er der S. P. D. zu bauen. Es wurde schließlich auf Antrag Näglers zählt selbst, daß die Ilfelder Hüttenherren während bin die Bewilligung der Entlastung des Vorstandes beschlossen, je­des Krieges die Notlage des Reiches rücksichtslos doch wurde an diesen Beschluß die einschränkende Kritik geknüpft, ausgenuzt haben, immer darauf bedacht, sich aus öffentlichen daß der Vorstand in verschiedenen Punkten nicht das geleistet habe, Mitteln zu bereichern. Die Jlfeder Hütte hat im letzten Jahrzehnt was die Mitgliedschaft von ihm hätte erwarten müssen. In der an­über dreihundert Millionen Mark Dividende verteilt, daneben schließenden Vorstandsneuwahl wurden gewählt: als Vorsitzende gewaltige Ertrasummen an die Hauptationäre Eduard Bernstein ( S. P. D.) und Nerlich( Ü. S. P. D.), als Schrift­gezahlt. Soll das bei der Abfindungssumme unberücksichtigt führer Riedeling( S. P. D.) und Dr. Neftriple( U. S. P. D. ). Die bleiben? Wahl des Kassierers wurde bis zur nächsten Generalversammlung ausgesezt. Als Beisiger wurden gewählt: Miez und Frau Ritter von der 1. S. P. D. und Kalisti und Dr. Joelsohn von der S. P. D. Die weiteren Verhandlungen wurden wegen der vorgerückten Stunde bis zur nächsten Generalversammlung vertagt.

G. R.

Theodor Barth und der demokratische Gedanke heißt eine kleine Schrift, die Dr. Ernst Feder dieser Tage, mit einem Vorwort von Hugo Preuß beriehen, bei Berthes in Gotha erscheinen ließ. Sie fei angelegentlichst denen empfohlen, deren Blick für die enge Berflechtung des demokratischen Gedankens mit dem sozialistischen durch die Wirren dieser Zeit getrübt ist. Sie sei nur ergänzt durch ein Wort, das Barth furz vor seinem Tode zu dem Verfasser dieser Beilen fagte, er würde sich keinen Augenblick bedenken, in die sozial demokratische Partei einzutreten, wenn er sich nicht zu alt dazu fühlte.

Industrie und Handel.

Börse.

F. St.

Betriebsunfall. Auf eigenartige Weise ums Leben gekommen ist Montag nachmittag in der optischen Fabrik von Görz in Frie. denau der 40 Jahre alte Arbeiter Willy Weber aus der Harden­bergstraße 36 zu Steglib. Weber hatte den Auftrag erhalten, ein Nickelbad, in dem sich auch eine Zyantalilösung befand, zu entleeren. Entgegen der Vorschrift, nach der das Bad mit Schöpffellen, zu entleeren ist, nahm Weber einen Gummischlauch, um den Inhalt des Bades auslaufen zu lassen. Er steckte das Schlauchende in den Mund, um die Flüssigkeit anzuziehen. Die Wirkung war schrecklich. Er befam sofort heftige Schmerzen und starb schon nach einer halben Stunde an den Folgen der Vergiftung. Die Leiche wurde beschlagnahmt.

Der Verkehr an der Börse war äußerst lustlos. Die Tendenz mit dem Hinweis auf die weitere Entwertung der Reichsmart im Ein seltsames Schauspiel hatte geftern eine große Menschen­Auslande abgeschwächt. Einige Beachtung fanden nur aus menge auf das Tempelhofer Feld gelodt. Swei geffelballons stiegen ländische Werte, wie Kanada und Steaua Romana. Auch nebeneinander langsam empor. In der Gonbel des einen befanden Kolonialpapiere stellten sich höher, dagegen waren Mon- sich Kinooperateure mit dem Kurbelkasten, an dem anderen hing statt tanmerte überwiegend niedriger. Höhere Nurse erzielten des Storbes ein lebendes Pferd mit Harry Biel als Reiter. In Schiffahrtsattien mit dem Hinweis auf die Auslaffungen Huldermanns von der Hamburg- Amerika- Linie über den Wieder­aufbau der deutschen Handelsflotte. Glettropapiere waren abgeschwäht, ebenso Rüstungswerte. Heimische Anleihen waren Tebhaft, Kriegsanleihen stellten sich auf 79,80 Pros.

einer Höhe von 280 Metern löste sich und Reiter vom Pallon und unter ungeheuerer Erregung der Zuschauermenge fanten beide getragen von einem Fallschirm, zur Erde nieder. Es hatte wochen­langer Vorbereitungen bedurft, um diese halsbrecherische Aufgabe, die von bestem Gelingen gekrönt war, wagen zu können.

Groß- Berliner Parteinachrichten.

Frauenabend. Genosse Weide: Müssen die Frauen für den Sozialismus 28. Abt. Mittwoch, 8 Uhr, bei Guthmann, Marienburger Str. 1: eintreten?"

Wilmersdorf . Morgen 8 Uhr: Ertrazahlabend in den bekannten

Lokalen. Das Erscheinen aller Mitglieder ist dringend erforderlich.

Gewerkschaftsbewegung

Generalversammlung der Transportarbeiter.

In der gestern tagenden Generalversammlung der Transport­arbeiter berichtete Schuhmann über den Konflikt zwischen Ver­bandsleitung und Ortsverwaltung. Die Verbandsleitung habe es nicht verantworten fönnen, die neugewählte Ortsverwaltung zu bestätigen. Gleich zu Beginn wird der Redner durch fortwährende Bwischenrufe gestört.) Da der Bezirksleiter Werner als Staffierer vorgesehen war, fällt diese Differenz fort. Die Verbandsleitung fönne aber der Entlassung des Bezirkssefretärs Liebenom nicht eher zustimmen, solange nicht nachgewiesen werde, daß er seine Pflicht nicht getan habe. Ein weiterer Grund sei, daß der Bezirksleiter und Sekretär an den Ortsverwaltungssigungen nur mit beratender Stimme teilnehmen sollten. Wenn er das Wort in den Generalver­fammlungen erhalten hätte, so wären manche Differenzen erst gar nicht entstanden. Der Kassierer fönnte nicht bestätigt werden, weil die Verbandsleitung der Auffassung ist, daß er nicht die nötigen Fähigkeiten dazu habe. Ein sehr wichtiger Grund für die Nichtbestätigung sei, daß von verschiedenen Branchen pis Voraus­fehung zur Wahl

die Zugehörigkeit zu einer bestimmten politischen Richtung verlangt wurde. Der Verbandstag in Stuttgart habe die Saltung bes Vorstandes gebilligt. Die Verbandsleitung mache folgende Vorschläge: der tollege Orthmann wird als Bezirksleiter bestätigt, ebenso Klose als Stellvertreter. Bei dem Kollegen Biebenow ziehe der Vorstand in Erträgung, durch Verschiebung der Funktionäre den Wünschen ge­recht zu werden. Steinide soll als Staffierer im Amte bleiben und der von der Generalversammlung Borgeschlagene soll in die Stelle des 2. Staffierers rüden. Die Ortsverwaltung soll auf 29 Mit­glieder erhöht werden. In Zukunft müssen aber die Wahlen regel­recht stattfinden; es dürfe keine Befragung nach politischer Organi­sationszugehörigkeit erfolgen. In der Diskussion erklärte Marschte im Namen der Opposition, der Kompromißvorschlag des Hauptvorstandes sei vollkommen unannehmbar. Klose meinte, daß es fogar die Pflicht der Kollegenschaft sei, nach der politischen Organisationszugehörigkeit zu fragen. Er geht dabei auf den Ber­fehrsstreit, die Haltung des Borwärts" und die Schuhmanns zu diesem Streit ein. Nach einer lang ausgedehnten Aussprache wurde ein Schlußantrag angenommen. Der Einigungsvorschlag des Haupt­vorstandes wurde gegen eine Minderheit abgelehnt. Orthmann erklärte darauf, daß er für etwaige Vorkommnisse in Zukunft keine Verantwortung übernehme. Ueber einen weiteren Kompromiß­vorschlag Klases entspann sich nochmals eine Debatte, Tropdem