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Zum Wleöeraufbau Belgien« vnö Frank­ reichs . B. S. Der Unabhängige.VollzugSrat' teilt mit: Mit dem Wiederaufbau des zerstörten Gebietes beschäftigte sich der Vollzugsrat gemeinsam mit der Gewerkschafts- k o m m i s s i o n und der Interessen- und Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Srchitektenschaft in einer am 22. August statt- gefundenen Sitzung. Aus allen Teilen Deutschlands , aus Köln . Schlesien , Ostpreußen , Thüringen , Karlsruhe , Erfurt und anderen Städten waren Delegierte der Architekten erschienen. Nach ein» gehender Aussprache und Erörterung aller in Frage kommenden Verhältnisie kam die Konferenz zu folgenden grundlegenden B e- schlüssen: 1. Soweit das Deutsche Reich am Wiederaufbau beteiligt ist, muß der kapitalistische Einfluß in jeder Beziehung ausgeschaltet werden. 2. Die Reichs- und Staats- bureaukratie ist nicht in der Lage und nicht geeignet, den Wiederaufbau z» organisieren und zu leiten, deshalb muß jeder Einfluß auch von dieser Seite ausgeschaltet werden. 3. Wir fordern, daß die deutsche Arbeit im Wiederaufbaugebiet ge- leitet wird von einem ober st en Organ, das hervorgeht aus den Reihen der Arbeiter- und Betriebsräte sowie der freien schaffenden Architekten und den Arbeitslosen. Dieses oberste Organ setzt sich auS folgenden Kommissionen zu« fammen: e) Kommission für künstlerische und technische Fragen, b) Kommiision für Arbeiterangelegenheiten, c) für kaufmännische Angelegenheiten. Die Konferenz war einmütig der Auffaffung, daß an der Wiederherstellung der zerstörten Gebiete Arbeiter und freie Berufe, sowie Angestellte teilnehmen werden, wenn die Arbeit als freie Kulturtat, nicht als kapitalistische Sklavenarbeit geleistet wird. Um ein freies Schaffen zu ermöglichen, müsien sich die Arbeiter als freie Menschen fühlen. Nur wenn die Arbeiter- schast auch in der Heimat von Zwangsmaßnahmen irgend welcher Art(Belagerungszustand und Schutzhaft) ver- schont ist und wenn auch in der Heimat der freiheitliche Zustand gewährleistet ist, kann darauf vertraut werden, daß auch im Wiederaufbaugebiet für die sofortige Inangriffnahme der sich hieraus ergebenden notwendigen Arbeiten freie Arbeit geleistet wird. Für die sofortige Inangriffnahme der sich hieraus ergebenden notwendigen Arbeiten wurde eine Kommission gebildet, welche sich zusammenfetzt auS je drei Vertretern des un- abhängigen.BollzugSraleS", der Gewerkschaftskommission Groß- Berlin, der Jnlereffen« und Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Architektenschaft und der Arbeitslosen. ES ist nicht einzusehen,» warum diesenBeschlüssen" nicht zugestimmt werden soll. Ist doch der Vollzugsrat des Rumpf- Parlamentes der Berliner Arbeiterräte ebenso berechtigt, im Namen der deutschen Arbeiterschaft zu sprechen, wie die Ber- Huer Gewerkschaftskommission. Und dieReichs- und Staats- bureaukratie mutz dann selbstverständlich ausgeschaltet werden, denn was hat das Deutsche Reich mit dem Wiederaufbau in Nordfrankreich und Belgien zu tun? Wir gehen sogar noch weiter und würden es für vollkommen gerechtfertigt halten. wenn die ganze Frage des Wiederaufbaues der Ortsgruppe Lichterfeldc- Ost der K. P. D. als einzig zuständige Instanz zugewiesen würde. Wenn Belagerungszustand und Schutzhaft aufgehoben werden sollen und wir hoffen, datz das bald möglich sein wird so geschieht das ausschlietzlich wegen des Wiederauf- baues in Nordfrankreich. Es würde uns gar nicht wundern, wenn der unabhängige Vollzugsrat morgen die Ilmlaufdauer der Saturnmonde mit. dem Belagerungszustand in Verbm- dung bringen wird. Im Ernsi: die Beschließenden müßten sich selbst klar darüber sein, daß ihre Vorschläge nicht für voll ge- nommen werden können. Nicht die Berliner U. S. P.- Arbeiterräte sind der Entente gegenüber für die Ausführung des Wiederaufbaues verantwortlich, sondern das Deutsche Reich, vertreten durch die zuständigen Verwaltungsbehörden. Die am Aufbau beteiligten Arbeiter werden sich ihre In- tereffenvertretunqen wählen und diesen wird Raum genug zur Wahrung ihrer Rechte übrig bleiben. Ebenso wie es im In- teresse des Reiches liegt, das Unternehmen nicht kapita- listischer Ausbeutung zu unterwerfen. Der Belagerungs- zustand hat damit nichts zu tun und sollte die Unabhängigen auf dem Boden der ehemaligen Schlachtfelder die Neigung anwandeln, ähnliche Tänze aufzuführen, wie sie es in der Heimat" belieben, so dürfte ihnen von feiten der Entente noch etwas weniger Schönes blühen, als es hierzulande der Belagerungszustand ist.. * Die Tätigkeit ües Vollzugsrates. Herrn Richard Müller scheint die Feststellung der Tatsache, daß er durch sein Verhalten, welches sehr stark nach Schiebung riecht, die rechtzeitige Ausarbeitung des Wahlreglements durch den Zentralrat verhindert hat, stark auf die Nerven gefallen zu . sei». Er zieht nun in einer Erklärung in Nr. 401 derFreiheit" va» Leder, und dabei kommt es ihm auch auf eine neue Ver- l e u m.d u n g nicht an. Er erklärt dort, daß ich eS war, der die positive Arbeit im VollzugSrat zu hintertreiben suchte. Diese Be- hauptung macht er wider beffvreS Wissen. Er weiß ganz genau, daß wir S. P. D. -Mitglieder bei Ausübung unserer Tätigkeit im VollzugSrat von feiten einzelner U. S. P.-Mitglieder auf das schwerst« gehindert worden sind. ES ist chm auch bekannt, und zwar ist die» in einer Sitzung de? VollzugSrats unter Richard Müllers Vorsitz behandelt worden, daß ein Mitglied der S. P. D. bei seiner Tätigkeit als Mitglied der Kommission zur Vorbereitung der neuen Arbeiterratswahleu durch eine ganz besondere Perle des jetzigen sogenanntenrrroten" Vollzugrates tätlich an. gegriffen und gehindert worden ist. Es ist ihm weiter genau be- kannt, datz über die ganz besonders fruchtbare Tätigkeit von feiten eines seiner Parteifreunde innerhalb der Räumlichkeiten des VollzugSrateS durch den Beschlutz einer geheimen Vollzugs- ratssttzung nicht? berichtet werden darf. Und angesichts dieser ihm genau bekannten Taffachen wagt er eS immer wieder, die S. P. D. - Mitglieder des VollzugSrateS, wahrscheinlich um die Einigkeit deS Proletariats zu fördern, mit Schmutz zu bewerfen und mit' Ver- leumdungen anzugeifern. Ich bin ganz gerne bereit, die His- hission über die Tätigkeit der einzelnen Vollzugsratsmitglieder in der Oeffentlichkeit weiter fortzusetzen. Franz Büchel.

Chemnitz nach öem Einzug üer Regienmgs- trappen. Aus Chemnitz wird uns geschrieben: Der Einzug der Regierungstruppen in Chemnitz ist äutzerlich ganz ruhig verlaufen. Um so mehr aber wurde in den Fabriken das Feuer geschürt. Selbst unsere Genossen hatten an einigen Stellen für Augenblicke den Kopf.verloren. Aber der Beauftragte der Regierung, der bei dem Stab der RegierungStruppen in der Kaserne der 181er sein Quartier aufgeschlagen hat, hat sofort da- für gesorgt, datz die Arbeiter ehrlich über da» unterrichtet wur­den, worum eS sich handelte. Von den am 8. August gestohlenen Waffen fehlten noch über 250 Pistolen, über 100 Karabiner und beinahe 700 Handgranaten. Viele andere Waffen waren schon vorher verborgen bereitgehalten. Sie müssen zurückgeholt werden. Die Pistole ist die heimtückische Waffe der Spartakisten und der Plünderer, die Handgranate aber eine dauernde Gefahr für die Allgemeinheit, denn nicht jeder, der mit Handgranaten spielt und versteckt, weih damit umzugehen. In die wirffchaftlichen Fragen der Arbeiterschaft will sich das Kommando der RegierungStruppen in keiner Weise einmischen. Es hat sogar davon Abstand genom» men, das Chemnitzer Kommunistenblatt zu verbieten oder zu be- setzen. Kontrolliert wird niemand, nur ausfahrende AutoS müssen sich ausweisen. Die Stacheldrahtzäune sind rasch wieder beseitigt worden, die Beruhigung hat rasche Fortschritte gemacht. Grotze Sorge bereitet den Verantwortlichen nur da? Berschwin- den von siebzehn Soldaten. Seit dem Putsch vom 8. August sind sie spurlos verschwunden, und es mutz leider damit gerechnet wer- den, datz sie«in ebensolche» Ende gefunden haben, wie jener Sol- bat im benachbarten Frankenberg » dessen vollkommen verstümmelte Leiche man jüngst, nur mangelhaft begraben, gefunden hat. Noch heute ist nicht festzustellen, wer der Ermordete ist!

Ein U.S. P.D. - Häuptling als Schieber entlarvt. Joseph Ernst m Hagen i. W., welcher auf allen Arbeiter kongressen das Rennen für die U. S. P. macktej mächtig auf die Verräter, die Rechtssozialisten, schimpfte und im Auto als.Volks kommissar " im Koblengebiet berumreiste und die Bergleute verhetzte, ist von der Stadtverordnetcnfitznng in Hagen am 18. August als un- würdig erklärt worden, noch länger das Mandat ansüben zu können, weil er als Lieferant an einer äußerst schmutzigen Sache beteiligt ist, wodurch die Stadt Hagen um eine riesige Summe begaunert worden ist. Ernst, der mit allen Künsten es verstanden hatte, sich vom Heeresdienst zu drücken, hatte während der ganzen KriegSzeit in Schleichhandel und Kettenhandel gemimt und sich ein große» Ver mögen zusammengegaunert. Der Metallarbeiterverband hatte ihn 1915 wegen Unregelmäßigkeiten entlassen. Ernst, der furchtbar ehrgeizig, nach Mandaten und zuletzt nach einem Ministersessel Jagd machte, hat damit ei» jämmerliche» politische» Ende gefunden. Die Arbeiterbewegung ist mit ihm einen Schädling loS, der in demagogischer Weise die Masie verhetzte, sich jedoch, wenn die Sache brenzlich wurde, stets schlau zurückzuziehen verstand. Leider finden sich noch immer reichlich Leute, welche solchen Burschen nachlaufen. Würden die Arbeiter die Worte des alten Bebel:Seht Euch Euere Führer an" mehr beherzigen, so würde manches um die Arbeiterbewegung besier stehen.

Erhöhung üer Eisenbahnfahrkartenpreise. Amtlich wird mitgeteilt, datz die großen Defizite der Preutzi. sthen StaatSoisenbahn(3% Milliarden Mark) eine Erhöhung der Tarife nötig machen. Die Ausbesserung der Arbeiterlöhne fordert «benfall» erhöhte Einnahmen. SS wird zunächst ab t Oktober sin« Erhöhung der Fahrkartenpreise aller Klaffe» um 6Q Proz.«ntreteu.

Der§all Lange. Uns wird geschrieben: Major Lange vom ReichSwehr-Schützew Regiment 49 in Z erbst,«in aktiver Major, ein hervorragender Sol- dat, der als einer der Erste» im Jahr« 1914 das Eiserne Kreuz I. Klasse erwarb, der im Kriege ein Regiment führte. Ich sagte ein Offizier, jawohl! Aber auch ein M e n s ch, der mit seinen Untergebenen zusammenlebte, der Freud und Leid mit ihnen teilte; der, um die Worte eines seiner Untergebenen zu gebrauchen,eS ehrlich mit seinen Kameraden meinte". Dieser Mann las eines TageS etwa» von«inem Republikani schen Führerbund. Er schloß sich dem Bunde an. Major Lange wurde in die Leitung diese» Bundes gewählt. Kaum war diese Taffache bekanntgeworden, da kam«in Bri- gadebefehl, welcher die Versetzung und damit ein« M a tz r« g e- I u n g dieses bewährten Offiziers anordnete. Die Folge dieses Befehls war eine grotze Erregung bei seinen Untergebenen, die ihm treu zur Seite stehen! Sie baten den Ge» neral von der Lippe um Belassung ihre» Kommandeur», ober dieser Herr lietz dem Befehl Gültigkeit. Was ist die Folg« solcher Anordnungen? Die Folge ist die Zer- trümmerung der Disziplin! Es werden Wunden gerissen in da» Empfinden der Soldaten, die ein« Kluft öffnen zwischen Führer und Mann. Alle matzgebenden Persönlichkeiten arbeiten daraufhin, daß das Vertrauensverhältnis zwischen Führe» und Mann ei« herzliches sein soll und«in General zerstört durch«inen Befehl das mühsam Aufgebaute. Unruhe im Zentrum. Verschiebung des Parteitags. Tos Zentrum hatte für den 9 bis 12. Oktober einen Parteitag angekündigt, der jetzt mit der Begründung abgesagt worden ist, die Parteileitung sei zu sehr überlastet. Dagegen wendet sich nun dieZentrums-Parlaments-Korrespondenz" mit sehr lebhasten Ausführungen: Dem Zentrumsanhänger will eS nicht in den Kopf, datz seit November vorigen Jahre» sich noch nicht Zeit und Ge- legenheit gefunden haben, um die organisatorischen VorauSsetzun- gen ffir die Einberufung de» allgemeinen Parteitag» zu schaffen. und er kann eS nicht verstehen, datz der Zentrumspartei nicht möglich fein soll, was alle anderen Parteien zustande gebracht haben. Datz auch die jetzt noch leitenden Parteiinstanzen der Forderung des allgemeinen Zentrumsparteitags durchaus nicht ablehnend gegenüberstehen, ist bekannt, aber sie täten sicherlich gut daran, der Wählerschaft einmal die Gründe für ihre dilatorische Behandlung der Frage deS Reichsparteitags des Zentrums darzulegen. Dazu bemerkt dieTägl. Rundschau": ES ist doch nur zu deutlich zwischen den Zeilen zu lesen und ist auch sonst Tagesgespräch in politischen Kreisen, datz da» Zen- trum eine Tagung wegen der in der Partei gärenden Gegensätze einfach nicht verträgt und datz ein großer Teck der Intelligenz der Parter unter Führung des Episkopats mitderpolitischen Rolle ErzbergerS keinesfalls zufrieden ist. Die»LÄgl. Rundschau" als Organ deS Episkopats. Die Zeiten ändern sich!

Der Untersuchungsausschuß. Der ron der Nationalversammlung eingesetzte Untersuchungsausschuß trat noch vor der Berta- gung des Parlaments zu seiner ersten konstituierenden Sitzung zusammen. Zum Vorsitzenden wurde Dr. P s- ters en(Dem.) und zu dessen Stellvertreter Dr. Spahn (Zentr.) gewählt. Zu Schriftführern wurden bestellt Krüger- Potsdam, Frau Dransfeld , Heile(Dem.) und Dr. Philipp. Die Sitzungen des Ausschusses sind öffentlich. Beschlossen wurde, die Verhandlungen stenographisch auf- nehmen zu lassen und eineigenesBureau einzurichten, da sonst das umfangreiche Material nicht verarbeitet werden kann. Der Vorsitzende entwickelte den Arbeitsplan. Danach sollen Unterausschüsse eingesetzt werden, denen be- stimmte Ausgaben zur Lösung gestellt werden. Nach seiner Ansicht wird das gewaltige Material am besten in Zeitab- schnitte eingeteilt. An Akten sind die des Auswärtigen Amtes, des Großen Generalstabes, des Preußischen Kriegs- Ministeriums und des Reichs-Marineamtes als Quellen- Material zu verwenden. Außerdem sind Sachverstän- dige zu laden, die ihre Ansicht vor dem Gesamtaus�,ß darzule�n haben. Genosse Dr. Sinzheimer hält es für nötig, dgß der Stoff sachlich, ni bt zeitlich gegliedert wird und daß der Ausschuß schnellstens die fragen der verschiedenen Frie­densmöglichkeiten erledigt, weil das Volk daran daS größte Interesse habe. Von konservativer Seite wird vorgeschlagen, daß der Ausschuß chronologisch verfährt und daß bei der Unter- suchung der S ch u l d f r a g e am Kriege bis in die achtziger Jahre zurückgegangen wird. Genosse D a v i d s o h n ist auch für die zeitliche Eintei- lung des Stoffes und regt an, daß der Vorsitzende sich von der Regierung die Namen der ihr zur Verfügung stehenden Sachverständigen nennen läßt. Neben Diplomaten und Mili- tärs kämen Nationalökonomen, Wissenschaftler und Prakti- ker in Betracht. Der Ausschuß müsse auch dahin wirken, �daß das wichtige Material der Reichspressestelle benützt wüvde und daß es dem Reiche möglichst erhalten bliebe. Abg. Dr. Q u i d d e bringt in Vorschlag, den Beratungs- stofs wie folgt zu teilen: 1. Der Ausbruch des Krieges; 2. Die Politik während des Krieges und 3. Die militärische und poli- sche Kriegführung. Abg. Gröber schlägt vor, besonderes Augenmerk auch den militärischen Berichten zu schenken, die vom Juli bis Ok- tober von Ludendorff und anderen hohen Militärs den Par- tei fuhrern gegeben sind. Ein Beschluß über die Gliederung des Stoffes und den Arbeitsplan wird nicht gesaßt. Dem Vorsitzenden obliegt es, demÄussckuß bis zur nächsten Sitzung einen Arbeitsplan vor- zulegen. Den Mitgliedern ist anHeim gestellt, ihrerseits Vor- schläge zu machen und sie mit Begründung an den Vorsitzen- den weiter zu geben. Die nächste Sitzung findet voraussichtlich mehrere Tage vor dem Zusammentritt der Nationalversammlung in Berlin statt._ Die Eisenbahnerbewegung in Breslau . Aus Breslau wird den P. P. N. gedrahtet: Die Gefahr«ine» Eisenbahnerstreiks in Breslau scheint vorüber zu sein. Bekanntlich werden am 25. d. M, Besprechungen im Berliner Eisenbahnmini- sterium stattfinden, zu denen auch Vertreter der Breslauer Eisen- bahner hinzugezogen werden Von dem Ergebnis dieser Besprechun- gen wird die weitere Entwicklung dieser Verhältnisse in Breslau abhängen. Der Eisenbahndirektionspräsident in Breslau hat der BreSlauer Ortsgruppe des EisenbahnerverbandeS zugesagt, datz er sich dafür einsetzen werde, datz bei der Neureglung der Teuerung«- zulagen und Gehälter der Eisenbahner auch die Arbeiter nicht über- gangen werden würden. Ferner will er sich für eine bessere Ver- sorgung der BreSlauer Eisenbahner Mit Lebensmitteln einsetzen. Der Eisenbahnminister hat fich in dieser Angelegenheit schon mit den zuständigen Stellen in Verbindung gesetzt.

Ruch öle Rumänen gegen Joseph. Die Sensation des Tage» ist eine Veröffentlichung de» rumä- nischen Kommandos, in welchem diese? in scharfer Form Stellung gegen Erzherzog Joseph und die Regierung Friedrich nimmt. Die Verhängung des StanorechtS wird von dem rumänischen Kommando nicht anerkannt. Di« Entente und die Rumänen lehnen di« Re- gierung des Erzherzogs Joseph entschieden ab. Da dies« unbe- dingt auf das Wohlwollen der beiden Machtfaktoren angewiesen ist, dürften die Tage der jetzigen ungarischen Regierung gezählt sein. Man glaubt, datz bis zu den Wahlen für die Nationalversammlung «in fünfg'liedrigc» Direktorium die Geschäfte führen wird.

Wilson bekennt Zarbe. Laut Preflebureau Radio greiftNew Uork Sun" de« PräKden- ten Wilson an, weil er auf einer Konferenz mit Mc. Eumber im Weißen Hause erklärt bab«, seiner Aniicht nach wäre eS zum Krieg zwischen Amerika und Deutschland gekommen, auch wen« Deoffch- land leine Krieg», oder ungesetzlichen Handlunge» gegen Amerika begangen hätte._ Zum amerikanllch-mexikantfihen Konflikt. Aus New Dorf wird gemeldet: Der amerikanische Konsul stl Texas behauptet, daß Präsident Carranza die Festnahme der Ban- diten, die die amerikanischen Flieger festhielten, angeordnet habe. und daß mexikanische Truppen die Angelegenheit bereit» verfolge», so datz amerikanische Truppen zu diesem Zweck nicht notwendig seien. Daher verlangt Mexiko die Zurücknahme der amerikanischen Truppen. Der Vorsitzende des Senatsausschuffes für militärische An- gelegenheiten erklärte KriegSminister Baker, daß sein Ausschuß die Regierung in jeder Weise unterstützen werde und fügte hinzu, daß nun die Zeit zu einem energischen Borgehen gegen Mexiko gekom- men wäre. Er meinte, datz alles schnell erledigt wer- den könnte, wenn man gesehmäßig Mexiko gegenüber austrete, und daß eine Truppenmenae von 190 000 Mann zur Wiederherstel­lung ber Ordnung in Mexiko genügen würde. Während die beiden amerikanischen Flieger freigegeben wurden, ist ein anderer Ameri- kaner wiederum festgenommen worden. Ferner wird amtlich mit- geteilt, datz durch einen Anschlag aui einen Zug der Alvador-Minen- gesellschaft ein Amerikaner verwundet wurde. Wtederherstellmig der Ruhe und Ordnung" heißt sat&rlich, Durchführung der Wünsche de» amerikanische» Kapital«.