Man schreibt uns:
Es ist zweifellos, daß es bisher den Behörden nicht gelungen ist, bie pommerschen Junker, die zu einem neuen Putsch mit Hilfe bon Orgesch und ähnlichen Organisationen rüfien, zu entwaffnen. Die oberen Verwaltungsbehörden, insbesondere das Oberpräsidium, laffen z. B. jede Entschiedenheit in bezug auf die Entwaffnung der früheren Einwohnerwehren vermissen. Fast in jedem pommerschen Kreise lagern noch einige tausend Gewehre und verschie dene Maschinengewehre, die den Einzelmitgliedern der Wehren belassen worden sind. In welcher Weise die Junker rüsten, zeigt ein Geschüßfund im Kreise Neustettin . Auf dem Gute Gellin, dem Besizer Schulz, einem früheren Offizier, gehörig, wurden 3 Geschübe aufgefunden. Es waren 3 leichte Feldhaubizen, Kaliber 10,5 Zentimeter, mit sämtlichem Bubehör und Prozen, die in einem einsam belegenen Feldschuppen funstgerecht eingegraben waren. Man hatte sie etwa 2 Meter tief in die Erde versenkt mit Strauchwert und Steinen zugedeckt und nachher Getreide eingefahren. Die Geschütze gehörten zu einer Batterie, die der Hauptmann Hofrichter führte. Bon seinen 7 Geschützen gab er nur 4 an das Wehrtreistommando in Stettin ab. Es muß gefragt werden, welche Maßnahmen das Wehr. freistommando feinerzeit getroffen hat, um den Verbleib der drei Hinterzogenen Geschüße festzustellen.
Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß bei eifrigen Nachforschungen in der Provinz des Agrarfapitalismus noch mehr solche Waffenfunde zu verzeichnen wären.
Die Deutsch nationalen aber heben gegen den kommis. sarischen Landrat Genossen Passebl, weil er in der Entwaffnungsfrage einen entschiedenen Standpunkt einnimmt und er seine Ermittlung und Ausgrabung der Geschüße nicht amtlich totgeschwiegen hat.
Wir und die Internationale.
( Schluß des Parteitagsberichts aus der 1. Beilage.) Der Antrag aus dem Saargebiet, dem Saarland im Reich, Bayern und Breußen parlamentarische Bertretungen zu verschaffen, nachbrüdliche Wahrung der Interessen Ostpreußens und auf Sicher wurde der Reichstagsfraktion überwiesen, ebenso ein Antrag auf stellung der deutschen Arbeiterbewegung und der deutschen Kultur in der vom Mutterlande abgetrennten Provinz.
Rersailles und Sva
eigenen Kraft ift endgültig vorüber Der Krieg hat bez C\ n Tatsachen geschärft, aber gerade das ist eine Gewähr jur tatkräftige Wirken der Arbeiterflasje aller Länder. Von der von dem gleichen Gefühl der Brüderlichkeit und Berant zialisten der anderen Länder hoffen und erwarten wir, beseelt sind, das uns in Genf beherrscht hat In Der Antrag Braun- Bels auf schleunige Ueberleitung aller herrschie der Geist einer gewalttätigen, dem un Betriebe, die künstliche Düngemittel herstellen, wird einstimmig Herrenschicht. Nur an dem Geist der Internationale tann unter lebhaftem Beifall angenommen. Sin Antrag auf Erlaß gesunden, an einer neuen, wahrhaf friedlichen Geist kei eines Aufrufes an die Landwirtschaft, alles einzusetzen, um die ist ein sarrerer, aber guter Anfang. eine Quelle nouer Hoffn Boltsernährung zu sichern, geht an den Parteivorstand zur Berüd- für die Zukunft. Auch für die Zweite Internationale, die im sichtigung. Krieg zusammenbrach, gilt des Dichters Wort: Es folgt die Abstimmung über den Bald richt' ich mich rasselnder in die Höh', bald fehr' ich reisiger wieder! ( Lebhafter anhaltender Beifall.) Es folgt
Antrag Heilmann,
die Reichstagsfraktion solle dem Ernährungsminister Dr. Hermes wegen seiner leichtfertigen Ernährungspolitik unbeschadet der sonstigen Stellung der sozialdemokratischen Fraktion zum Kabinett das Mißtrauen aussprechen.
Vorsitzender Hermann Müller stellt dazu feft, daß der Parteitag mit der Tendenz des Antrages einverstanden sei und daß die Fraktion alles tun müsse, um die von Heilmann vorgetragenen Angaben nachzuprüfen und dafür zu sorgen, daß in der Ernährungswirtschaft andere Wege eingeschlagen werden. Der Reichstagsfraktion müsse aber hinsichtlich der Form des Vorgehens und des 3eitpunktes die Entscheidung vorbehalten bleiben. Der Parteitag ging über diese Auslegung des Antrages aber hinaus und beschloß mit 188 gegen 137 Stimmen vorbehaltlos und unbeschränkt die Annahme des Antrags Heilmann. Zur
Sozialisierung und Wirtschaftspolitik
die Aussprache.
Eisenbarth- Hamburg : In England werden unsere Seeleute am un würdigsten behandelt, troedem die englische Delegation in Genf die Internationale theoretisch am meisten berfochten hat. Bis vor einigen Wochen war es noch nicht möglich, daß deutsche Seeleute englischen Boden betraten( Sört, hört!) Man hat See. leuten verboten, auf den eigenen Schiffen ihre Nodurft zu verrich ten; fie mußten an Land gehen, und dort waren sie schweren Mishandlungen ausgesetzt.( Hört, hört!) Dapegen protestieren mir. längere Zeit in See zu bleiben, als er ursprünglich angenommen Ein deutscher Fischdampfer, der durch Sturm gezwungen war, hatte, fonnte, als er in einen englischen Hafen einlaufen mußte, feine Rohlen erhalten. Die Behandlung unserer Seeleute in franzöfifchen Säfen ist besser als in englischen. Es wäre aber töricht und unzwedmäßig, mit Repressalien gegen die englischen neue Zwangsmaßnahmen heraus. Wir müssen alle Kreise der arbeitenden Bevölkerung mit internationalem Geist erfüllen. Kummer- Offenbach: Jch teile den Optimismus des Referenten berarbeitet, die den festen Willen der Partei zum Ausdrud bringt, nicht. Die sozialdemokratische Brüsseler„ Peuple " spricht ständig die ganze Kraft auf die Bergesellschaftung der Produktionsmittel noch von„ Boches". Im ganzen internationalen Arbeitsamt ist zu konzentrieren und die Sozialisierung überall dort tatkräftig zu nur ein einziger Deutscher Dafür sind dort Dusende von fördern, wo innerhalb der Produktion die Boraussetzungen gegeben englischen und franzöfifchen Offizieren. Wir brauchen Au 3. sind, vor allem für den Kohlenbergbau und die Kohlenverteilung. I andsforrespondenten für unsere Presse. Das föftet Dieser entscheidende Schritt ist ohne Vorbehalt mit boller Klarheit zwar Geld, aber diese Summen find eine kleinigkeit im Verund ausdrücklich gegen das private Eigentum im Kohlenbergbau hältnis zu dem samveren Schaden. den eine feindselige Stimmung Der Antrag gelangt unter großem Beifall einstimmig zur Annahme. wegen der Kosten vorläufig nicht ausführbar sein, dann soll man im Sinne des Antrags I der Sozialisierungsfommission zu tun. gegenüber unserer Arbeiterschaft bedeutet. Sollte dieser Plan Anträge auf Sozialisierung der Apotheken und des Seefisch- wenigstens an die Mithilfe unserer Genossen im Ausfangs werden der Fraktion überwiesen, ebenso der Antrag Heil- lande appellieren. Unseren Gesandten müßten Sozial. mann auf fofortige Erledigung der Vorlage über die Sozialisierung attachés beigegeben werden. Die Kommunisten und die Unab der Charlottenburger Wasserwerke durch den Reichstag. hängigen schreiben viel mehr für ausländische Zeitungen über bie deutschen Verhältnisse als unsere Genossen. Die Wirkungen tann man sich vorstellen.( Bustimmung.)
Entschließung
Ganz auf den Spuren Eugen Richters, seiner platten und verständnislosen Sozialistenbekämpfung wandelt die offizielle Demo- liegen etwa 50 Anträge vor. Adolf Braun hat alle diese An- Seeleute vorzugehen, denn Vergeltungsmaßregeln fordern stets fratische Parteilorrespondenz Durch Friedrich Adlers auch hier Durch Friedrich Adlers auch hier besprochenen Artikel Die Tragit des Sozialismus" macht fie die träge zu einer gemeinsamen funkelnagelneue Entdeckung, die Sozialdemokratie erkenne sogar an, daß der Sozialismus zu seiner Durchführung die Entwicklung des Kapitalismus zur Voraussetzung habe. Wir fönnen der Demofratischen Parteitorrespondenz noch mehr verraten: Die Sozial demokratie erkennt an, daß Männer nur aus Kindern, Flüsse nur aus Bächen erwachsen und daß der Mensch sich aus dem Affen entwidelt hat. Wobei freilich zu bemerken ist, daß manche Menschen sich vom Affen aus nicht sehr weit entwickelt heben.
...
Die eigene Nase! Die„ Rote Fahne " berichtet über den Prozeß gegen den Weingroßhändler Kviledi unter reichlichen Ausfällen gegen die Ebertinische Schieberrepublit". Nach allem, was über die Schieberei in Rußland bekannt ist, wo selbst nach Zeugnis sowjetfreundlicher Beobachter jedermann schiebt, wo in den Fabriten statt gearbeitet geschoben wird, sollte die„ Rote Fahne" mit derartigen Titulaturen et toas vorsichtiger sein. Nach unferer Ueberzeugung ist das Echiebertum die Mehrseite des Mangels, und das System wird am meisten vom Schieberungeziefer geplagt, das den Mangel auf den höchsten Grab zurzeit also das bolichewistische.
treibt,
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Die Anträge auf Beseitigung der Doppelmandate werden tros Billigung ihrer Tendenz abgelehnt, weil sie nicht restlos durchgeführt werden können. Damit find die Abstimmungen zu diesem Punkt der Tagesordnung erledigt.
Es folgt Punkt 4 der Tagesordnung:
Bericht vom internationalen Sozialistenkongreß Ein Genf . Meerfeld- Köln:
Loeb Frankfurt: Die schwersten Anträge in der französischen Rammer gegen die Bera biebung der deutschen Roblenliefe. rungen tamen bon französischen Sozialisten. Ge ist traurig,
daß französische und deutsche Kapitalisten fich viel schneller
berständigen als deutsche und französische Arbeiter. Wir müssen trachten, die amerikanischen Sozialisten in die Internationale mit hineinzubekommen.
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Begier Hamburg : Die Resolution über die Schuldirage ist in Genf burch die Geschicklichkeit unserer Delegation fo günstig formuliert worden. Der Einfluß der deutschen Delegation war
jehr groß.
Tagung des Reichskohlenrates. Die Sozialisierung des Kohlenbergbaues. In der Aussprache über die Sozialisierungsfrage Die alte Internationale, die vor dem Krieg so mächtig schien, spricht sich Bergrat infaus entschieden gegen die Sozialisie so erfüllt vom Solidaritätsbewußtsein der Arbeiter, lag feit Auguft rung des Bergbaues aus und berivirit beide Vorschläge der 1914 ohnmächtig am Boden, tödlich getroffen von den Schlägen des Sozialisierungskommission, well der Kohlenbergbau noch nicht reif Weltfrieges. Sturzsichtige und Kleinmütige glaubten fie für immer zur Ueberführung in die Gemeinwirtschaft sei. Der Redner ber- bernichtet und alle standen erschüttert vor der schmerzlichen Lücke wirft auch das Prämiensystem, weil alle derartigen Versuche fehl zwischen Wollen und Vollbringen. Hinter der schwungvollen geschlagen seien. Die Selbständigkeit der Beamten dürfe Rhetorit und der äußerlich glänzenden Aufmachung früherer inter - bittet im Schlußwort, den Antrag auf Mißbilligung der Refolution nicht angetastet werden. Die Sozialisierung würde mehr oder nationaler Kongreffe hatte eine zu geringe wirtschaftliche und poli- über die Schulbfrag: abzulehnen. Den Wunsch Hamburgs , einen weniger zu einem Staatsbetrieb führen, bei dem es dem tische Macht gestanden; aber trok des tragischen Nieberbruchs internationalen Nachrichtendienst einzurichten, fann ich nur teilen, Betriebsleiter schwer fallen wird, von ihm für notwendig erachtete wurde die dee der Internationale, je länger ber Strieg dauerte, bas bürgerliche Nachrichtenmonopol muk gebrochen werden. Es wird Verbesserungen oder Erweiterungen der Werte so je entsetzlichere Orgien er feierte, desto stärker. Schon während daran gearbeitet, einen Nachrichtenaustausch zwischen englischen, schnell durchzusehen, wie es ihm jezt bei dem Aufsichtsrat bes Krieges haben wir für diese Idee mit großem Eifer borge- amerikanischen und deutschen Arbeiterzeitungen zu organisieren. möglich sei. Der Redner tam zu der Schlußfolgerung, daß weder arbeitet. Auf dem Genfer Kongreß waren an Vorschlag 1 noch 2 der Sozialisierungstommiffion eine Steige. fechzehn Nationen vertreten, rung der Kohlenförderung und eine Verbilligung des Kohlenpreises bringen würden. In beiden Fällen würde vielmehr zum Teil freilich nur durch fleine Gruppen. Deutschösterreich und das Gegenteil der Fall sein. Die einzige richtige Art der Soziali die Tschechoslowakei fehlten, weil sie ihre inneren Streitigkeiten fierung fei, wie Lloyd George neulich betonte, eine vernünf- nicht noch durch Teilnahme an der Zweiten Internationale bertige Besteuerung. schärfen wollten. Die Frage der
Dr. Brendle als Verbraucherbertreter wendet fid dagegen, daß die Frage der Sozialisierung bon politischen Gefichtspunkten aus betrachtet wird. Nur wirtschaftliche Gründe dürften ausschlaggebend sein. Vor der Ordnung unserer Kohlenversorgung müsse erst der Wiederaufbau des Wirtschaftslebens in Angriff genommen werden. Die Vollfozialisierung, wie sie bei der Post und bei der Eisenbahn bestehe, reize nicht nur zur Nachahmung, sondern mahne zur Vorsicht. Das Gebilde der in beiden Vorschlägen gemeinfamen Riesenorganisation sei schlimmer als die ganze Landrat b. Bredow( Verbraucher): Für die Verbraucher handelt es sich vor allen Dingen darum, möglichst viel Stohlen und möglichst billige Kohlen zu bekommen. Der Bergbaubetrieb wird nach seiner Sozialisierung nichts anderes werden als ein Staatsbetrieb. Vor Staatsbetrieben aber habe ich, als alter Staatsbeamter, die größte Angit.( Seiterkeit.)
Kriegswirtschaft.
dels..
Wiefinger spricht sich ebenfalls gegen die Sozialisierungsborschläge aus und vertritt die besonderen Interessen des an Böffler( Arbeitnehmervertreter): Die Forderung auf Ueberführung des Kohlenbergbaues in die Allgemeinwirtschaft fei nicht eine rein sozialistische Forderung; die gleiche Forderung haben fchon Graf Ranib, Dr. Heim und Adolf Wagner früher aufgestellt. Es ist doch ein starfes Stück, daß
einzelne wenige Berfonen
Kriegsschuld
Das ist ein berbeißungsvoller Anfang für ein sozialistisches Rach richtenbureau. Wir wollten diese Frage in Gent behandeln, doch fam es nicht dazu, weil infolge der Ueberschung aller Reben die Beit zu kurz wurde. Auf den nächsten Kongressen wird darüber wesprochen werden müssen. Die U.S.B. tann es nicht verantworten, was sie an Bergiftung der internationalen Arbeiterschaft durch ihre Berichte ans Ausland verbrochen hat. Der" Beuple" gebraucht das Wort„ Boches" nur im Feuilleton, das muß gejagt werden. und des Völkerbundes hätte der Vorsitzende Shaw, der die Ber -( Widerspruch und Huruf:" umanité".) Natürlich bestehen noch handlungen mit großem Geschickt leitete, am liebsten ausgeschaltet, Saß und Vorurteile bei einem großer Teil der Arbeiter drüben. aber Franzosen und Belgier bestanden darauf. In der Resolution Internationales Sozialistisches Bureau und Gewerkschaftliche Interhätten wir eine gerechtere Fassung und stärkere Berücksichtigung der nationale müssen dafür sorgen, daß die primitivste Solidarität auch zwingenden Gründe für unsere Kriegspolitik gewünscht, lezten den deutschen Seeleuten gegenüber geübt wird. Aber trotz all dem, Endes schien uns aber der Streit nicht so wichtig, daß wir des- was noch in der Zukunft zu leisten bleibt: wir haben wegen ein Auseinandergehen des Kongresses bätten ristieren sollen. in Genf die Bruderhand ausgestrect Damit die Internationale fich neu zusammenfindet auf dem Wege au praktischer Zukunftsarbeit, haben wir nachgegeben und alle und sie ist freudig angenommen worden. Mögen andere sich darSemmnisse herzlichen Verkehrs aus dem Wege geräumt. Die Ent- über streiten, ob sie zur dritten oder vierten Internationale geschließung über den Versailler Frieden ist nicht völlin hieb- und hören, wir stehen einmütig zur awetten Internationale, ur stichfest, immerhin stellt sie feft, daß des Diftat die Welt in Un- internationalen Demokratie. Wir bekennen uns eirmütig sicherheit gelassen hat und daß der Börkerbund in feiner jebigen Form ganz unzulässig ist. Immerhin erhebt sie scharfe Anflage gegen Imperialismus und Militarismus der Siegerstaaten. Auch für
die Arbeiter der Siegerländer
ist es nun Pflicht der internationalen Solidarität und des fozia listischen Gewissens, nicht zu ruben und zu raften. bis der Frieden bon Versailles einem wahren Völkerfrieden gewichen ist.( Beifall.) Bur Sozialisierung hat der Kongrek festgestellt, daß jedes Land nach dem Stande seiner ökonomischen Entwicklung bergehen muß. Die stufenweise Sozialisierung wird am ersten zum Biele führen. Soffentlich geht Deutschland in politischer Freiheit und Sozialisies rung der Welt boran! Der Genfer Kongreß hat sich flar für Demokratie und gegen Diktatur
fich für die Ablösung ihres Regalrechtes, für das sie wohl kaum rechtsgültige Bewei'e beibringen fönnten, von einem in höchst er ausgesprochen. Wie Shat berichtet hat, der in Rußland war, ot befindlichen Bol: bezahlen lassen. Dieser Zustand ist ein herrscht dort hinter einer manchmal glänzenden Fassade nur Glend, Fimmelschreientes Unredt. Es handelt sich hier um Terror, Sinrichtung, Sunger und Berrüttung des Wirtschaftslebens. die Frage: individualistische Wirtschaft oder Gemeinwirtschaft? Daß wir auf dem richtigen Wege find, das beweist auch Eine Gemeinwirtscheit, die etwa die alte Verwaltungsform das Schicksal der Unabhängigen Partei. bringen würde, lehren wir entschieden ab. Wir sind aber in der Einmal auf der schiefen Bahn, gibt's fein Halten und tein Zurüd Lage, dem verderblichen Einfluß einer bureautratifchen Wer mehr. Das mögen sich auch die Sozialisten der anderen Länder waltung ein Baroli zu bieten. Auch der Einwand, daß eine So- aur Warnung dienen lassen. Neben der Internationale der De= zialisierung des Bergbaues etwa ein großes Defiait bringen würde, mofratie und der Internationale des Terrors ist für eine fei nicht stichhaltig, der Vergleich mit Post und Eisenbahn verfehlt. neue Internationale fein Raum mehr.( Sehr wahr!) Ein Geist Redner erklärt, fich we der auf Vorschlag 1 noch auf Vorschlag 2 echtesten Menschentums ging durch die Genfer Verhandlungen, als der Sozialisierungskommission festlegen zu wollen. Die Frage, ob sie dem Glend in Mitteleuropa galten und der internatiodie Sozialisierung uns mehr Sohlen und billigere Koblen bringen nalen Hilfe, die dagegen organisiert werden muß. So war auch wird, sagt der Redner, fann ich natürlich nicht beantworten, aber der Kongreß von Genf das darf ich sagen, daß wir ohne die Ueberführung des Bergbaues ein verheißungsvoller Anfang. in die Gemeinwirtschaft in Zukunft
noch weniger Kohlen bekommen werden als bisher.
Die Zeit des Ueberschwangs, der Phrase und Ueberschäßung der
zu dem versöhnlichen Geist des wahren Völkerbundes. Darum follten wir uns nicht auf Vorwürfe versteifen, sondern vorwärts. gehen zur neuen Völkersolidarität. Für diese war Genf ein immerhin verheißungsvoller Anfang.( Lebhafter Beifall.).
Die Resolution auf Mihbilligung der Genfer Entschließung wird zurüd gezogen.( Beifall.) Die Anträge auf Ausbu des internationalen Nachrichtendienstes werden dem Parteivor. stand zur Berücksichtigung überwiesen; ebenso der Antrag über ten Austausch von Parteizenoffen und über Berausgabe einer mehrsprachigen Denkschrift über das Dittat von Versailles.
( 8wei Resolutionen, die der Parteitag einstimmig angenommen hat, bringen wir an der Spitze des B'attes.) Borsitzender Hermann Müller: Hoffentlich hören die Arbeizer der arderen Länder unseren Notschrei; denn diese Forderung ist feine Kontinentalpolitik, sondern
organisierter Mord
an den deutschen Kindern, Frauen und Baisen.( Bebhafte Zuftimmung.) Sinsichtlich der Richtlinien zur Agrarfrage wird eine Rom
mission eingefeßt, bestehend aus: Geora Schmidt. Adolph Braun, Otto Braun , Erhard Auer . Dr. Quard, Scholich, Mich, Gentner und Begniz. Auf Vorschlag aus der Mitte des Bartettages werden hinzu gewählt: Brandenburg- Stendal, Beder- Bartmannshagen, Ruggeberlm, Meier- Heidelberg und Hein- Limburg . Vorsitzender Hermann Müller stellt fest, daß die beschlossene Beitragserhöhung bis zum 1. April 1921 burchgeführt werden muß.
Die weiteren Beratungen werden auf Freitag bormittag bertant. Schluß: 6 Uhr.
Gs ift nottvendig, daß in aller Ruhe und Sachlid feit, frei bon parte politischen Rücksichten, die Frane eingehend erörtert wird, wie tragen werden. Die Beroarbeiterschaft ist zurzeit wieder in einer fich für uns darum, die Wege zu erweitern und zu suchen, toie die Ueberleitung der individualistischen Wirtschaft im Bergbau in Stimmung, daß fie fich eifrig mit der Frage der praktischen Durd die Umstellung am prafttichsten durchzuführen ist. Die die Gemeinwirtschaft am reibungslose ften durchzuführung der Sozialisierung beschäftigt. Erst wenn in diefer Frame Bergarbeiterbeamten müssen zur vollsten verantwortlichen führen ist. den Wünschen der Bergarbeiter Rechnung getragen werden wird, Mitarbeit herangezonen werden. Gache des Reichstohlenrats ift Berner( Betriebsbeamter) trat für die Vollsosialisierung bann werben wir auch Ruhe in diefer Bevölkerungsflaffe baben. es, jede weitere Verschleppung zu vermeiden und in einer sin. Die Befürchtung gegen die Wirkung der Sozialisierung sei Die Frage, ob der Bergbau fozialisiert werden folle ober nicht, steht Nommission von Fachleuten die praktische Durchführung der nur Theorie. Die Forderung nach Sozialisierung liege im 8uge gar nicht zur Debatte. Diese Frage ist durch die letzte Erklärung Sozialisierung zu prüfen. Der Antrag, die Debatte zu schließen, der Zeit, der Forderung der Bergarbeiter muß Rechnung ge des Reichs ministers v. Raumer gellärt worden. Es handelt wird zurückgezogen. Gs tritt eine Mittagsparife ein.