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Paneilttteresse gebietet, schon in T-rlitz an Stelle ses Erfurter  Programms ein neues zu setzen. Es wird nicht vollkommen sein. Auch das Erfurter Programm hatte von seiner Ge- burtsstunde ab zu leiden, weil es nicht vollkommen, dauerhast, zielklar und rückhaltlos offen ist. E i n e n Vorzug vor dem Erfurter Programm   wird das neue Programm haben, ob es 1921 oder 1922 geschaffen wer- den wird: es wird nicht so lange bestehen als über- lebtes Programm, wie das von Erfurt  . Wir leben in einem Zeitalter der heftigsten Erschütterungen und Kämpfe in Volk und Wirtschast, in Reich und Welt. Deshalb wird das kam- mende Programm ebensowenig langlebig sein wie irgendeine Erscheinung in unserer stürmisch dahinlebenden, vielleicht stür- misch dahinsterbenden Zeit. Wir sollten uns nicht den Jllusio- nen hingeben, daß wir heute ein Programm auf lange Frist hin schaffen können. Wir müssen uns, so schmerzhaft es ist. auch in den Ansprüchen an das Programm bescheiden: wir sollten deshalb den Entwurf etwas nüchterner und vorsichtiger beurteilen. Manchem Kritiker des Programms darf man wohl ein- wenden, daß er sich die Erfüllung der Aufgaben, die er stellt, viel zu leicht vorstellt. Wie schön ist es zu sagen,daß der Görlitzer Parteitag sofort ein durchschlagendes, tur- z e s Aktionsprogramm gibt, das unsere Gegenwarts- aufgaben knapp und klar umschreibt". Vielleicht frischt der Genoffe, der das in einem sächsischen Parteiblatt geschrieben hat, seine Erinnerung an den Würzburger   Parteitag von 1917 auf, wo dieser Wunsch sich zur Resolution und zum Auftrag verdichtete. Wie hart war die Kritik des Aktionsprogramms, das auf Grund des Würzburger Beschlusses entworfen wurde. Die Revolution hatte nicht notwendig, es totzuschlagen, denn der Entwurf war tot, ja selbst vergessen, als die Revolution kam. Andere Kritiker verlangen als wichtigste Aufgabe, daß wir das Agrarprogramm nun so schaffen, daß die ganze Partei damit zufrieden ist. Wollten wir das nicht schon 1869? Wollten wir das nicht 1895 auf dem Breslauer Parteitag? Sind wir uns heute klar, was die russische Agrar- r�e s o r m der Lenin   und Genossen für Rußland   und für den Sozialismus bedeutet? Eine Partei, so strotzend von Leben wie wir, so mannigfach in ihren Gesichtspunkten, mit so zahl- reichen Aufgaben, bewußt der Gesetze der Entwicklung, hinein- gestellt in die größten Schwierigkeiten, die Deutschland   seit 1648 erlebt hat, soll sich ein Programm schaffen, mit dem alle zufrieden sein können? Manchen Kritikern ist etwas Zurück- Haltung bei ihren Spitzfindigkeiten zu raten; so scheint es mir nicht die Aufgabe eines Programms für das deutsche Prole- tariat, den Begriff des Arbeiters erst klarzustellen, damit Halbgott Stinnes nicht auch vielleicht als Arbeiter auf Grund Programmentwurfs aufgefaßt werden könnte! Dos Bei- fviel beweist, wie wichtig es wäre, daß sich die eine Gruppe oer Kritiker, der das Programm zu lang und zu wenig präg- nant ist. einige mit der anderen Gruppe, der da und dort so vieles fehlt. Wir hatten das Programm der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands   auszuarbeiten unter Berücksichtigung ihrer praktischen Politik in der Zeit seit dem November 1918, ünter Berücksichtigung parlamentarischer Notwendigkeiten üstd der politischen und wirtschaftlichen Mog- kichkeiten, die sich für das nächste Jahrfünft oder besten- falls für das nächste Jahrzehnt im Hinblick auf die Einzel- forderungen voraussehen lassen. Es war die Aufgabe gestellt, der Sozialdemokratischen Partei ein Programm auszuarbeiten: es würde deshalb einiges Erstaunen erregen, wenn man verlangte, daß unser Programmentwurf die Platt- form werden sollte, zur Einigung unserer Partei mit der USP. Wir glauben nach der ganzen Haltung der Unabhängi- gen, auch nach ihrer widerspruchreichen und unlogischen Kritik unseres Programmentwurfs, daß die Einigung der beiden Parteien weit ferner in der Zukunft liegt, als ich es mit der Masse meiner Parteigenoffen wünsche. Wenn wir ein Pro-
gramm machen, machen wir es für uns. Wenn wir uns endlich wie 1875 Lasialleaner und Eisenacher mit der USP. einigen werden, dann werden wir vielleicht ebenso wie 1875 ein Einigungsprogramm schaffen. Mag sein, daß dann die Phraseologie der Unabhängigen zu manchem Zugeständnis in Worten führen wird. Ich glaube, daß sich sachlich auch die Unabhängigen unserem Programm anbequemen werden. Von vielen Kritikern wird bemängelt, daß vom Ver- sailler Friedensvertrag überhaupt und unter star- ker Betonung seiner Bedeutung die Rede sei. Ein Programm der Sozialdemokratie solle, so sagen Kritiker des Entwurfes, nicht zeitlich begrenzten Erscheinungen so große Bedeutung beimessen. Ein sozialdemokratisches Programm müsse hiervon absehen und nur die großen Gesichtspunkte berücksichtigen. Diese Kritik scheint mir durchaus fehlzugehen. Selbst der größte Bewunderer irgendeines heute zu schaffenden noch so idealen Programms wird nicht bebaupten können, daß es über die Zeit der Wirksamkeit des Versailler Friedensvertrages hinaus für Deutschland   maßgebend bleiben kann. So notwen- dig die sozialistische Zielsetzung jedes Programms für uns ist, bedeutungsvoll bleibt immer die Richtlinie, die ein Programm für unsere politische, wirtschaftliche und kulturelle Wirksamkeit zu geben hat. Alle unsere Wirksamkeit während der Lebens- dauer de� künftigen Parteiprogramms wird eingeengt sein durch die Bestimmungen des Versailler Friedensvertrages. Ihn im Programm zu ignorieren, würde beweisen, daß wir die wichtigste Tatsache für das künftige Leben Deutschlands  in unserem Programm unbeachtet lasten. In all unserer poli- tischen Wirksamkeit sind alle- möglichen Triebkräfte und Hem- mungen öffentlicher Wirksamkeit im Auge zu behalten: des- halb müssen wir, wenn wir zukünftige Aktions- Möglichkeiten des deutschen   Proletariats abdecken, dem Versailler Friedensvertrage die Bedeutung bei- messen, die er leider hat. Es hieße auf den Boden kommunisti- scheu Denkens und kommunistischer Taktik hinunterschlittern, wollte man ohne VerücksicWgung der tatsächlichen Einengun­gen jeder deutschen   Parteipolitik, also des Versailler Friedens- Vertrags, ein Programm festlegen. Es mag ein Sckiönheits- fehler des Programms fein, daß es vom Versailler Friedens- vertrag spricht, aber es erscheint mir als praktischem Politiker eine Zwingende Notwendigkeit. Der Klassenkampf soll in dem Programmentwurf nicht enthalten sein. Im ersten Absatz des Programmentwurfes steht sich Kapitalismus   und Sozialismus gegenüber, im zwei- ten Absatz wirddie Unfähigkeit der kavitalistischen Gesell- schaft, die wirtschafts- und kulturpolitischen Aufgaben zu lösen", festgestellt. Der Klostengegensatz wird in diesem Absatz weiter scharf betont: Einer kleinen Minderheit im Ueberfluß lebender Kavitakisten stehen große, mit Not und Elend kämpfende proletarisch« Schichten gegenüber." Und aleich im Anschluß beginnt der dritte Absatz: Der Weltkrieg und das versailler Diktat haben diese Entmick- lung verschärft. Schroffer denn je stehen sich Kapital und Arbeit gegenüber,?' Den Kritikern, die den Klastenkampf und Klastengegensatz in diesem Programm nicht finden, möchten wir doch empfehlen, statt voreilig zu kritisieren, doch weiter im dritten und auch im vierten Absatz zu lesen. Zwei Dritteile des allgemeinen Teils des Programmentwurfs zeigen in aller Schärfe den Zustand des Klassengegensatzes in unseren Tagen. Ebenso unverständlich erscheint mir der Vorwurf, daß die Sozialisierung in dem Programm nicht ihre Statt findet. Andern genügt nicht, was der Programmentwurf über die Finanzen sagt: ach, wie würde sich alles freuen, wenn man über die Finanzen mehr sagen könnte, ohne uns des Ver- antwortlichkeitsgefiihls zu begeben. Nun, wo der Kommentar des Entwurfs bald in den Hän- den aller Parteigenosten sein kann, wird das Urteil über den Entwurf ruhiger und, wie ich auch hoffe, sachlicher werden. Er müßte es aber auch werden ohne Kommentar, wenn die Kritiker nur das lesen würden, was die andern Kritiker über
Krieg im Suöan. Was? Wir kümmern uns nicht einmal um den Krieg in Kleinosten und da will der uns was von Afrika   erzählen? Gemach, Ihr Berliner, der Krieg spielt vor Euren Toren und er wird Euch bald oorgeflimmert werden, denn gestern hat man ihn gefilmt. Ja so aha na ja natürlich! Siehst« woll? Und es begab sich, daß in den G o s e n e r Bergen hinter Schmöckwitz   am blauen Nil, allwo sich der märkische Dünensand auf- türmt, also«inen Wüstenkesfel einschließend, ein äthiopisches Dorf erbaut ward und Gefahr ägyptischen Ueberfalls den Kindern der Wüste drohet«, dieweil sich das Schicksal desW e i b e s des B b a r a o" in den Rauhen Bergen von Steglitz bei Theben ent- rollte. Und sie baueten eine Schntzwehr und bereiteten sich zum Kampfe und rüsteten Streitwagen und gürteten ihre Lenden, griffen zu Schild und Schwert und stelleten Wachposten auf die Abhänge der Berge. Dort oben jedoch und hinter ihrem Rücken saiumelten sich unter dem SchlachtrufNie wieder Krieg!" Aegyptens   silbcrhelmige Heer­scharen. raubgierigen Gemütes-und furchtbar bewehret mit Speeren, Keulen, Kopssicbeln und Morgensternen, dazu gar noch der Reiter fürchterliche Schar. Und als E r n st L u b i t s ch, der Herr der Heerscharen, endlich die 5lX» versammelt und auf ihren Plätzen geordnet sah«, nachdem urr- endliches Geschrei und Getute und Gewinke seiner Unterfeldherren auf schnaubenden Rossen es so weit gebracht und er sähe, daß es gut war und als an vielen Plätzen die Drehinänner an schwarzen Kästen auf hohem Dreibein bereit waren und einer selbst in dem Korbe einer ungeheuren Luftkugel, so an Stricken von vielen schimpfenden, aber kröstigen Männern mühselig festgehalten ward, auf daß sie nicht ganz zu Phta   und Osiris in den Himmel flöge--- da stieß der Herr in die Drommete, die gleich dem Sturm brauset. Don den Bergen und aus der Schlucht aber stürzten 4500 her­nieder. Tapfer wehrten sich die 500 A-thiopier bis zum letzten Mann und fällten viele der Angreifer, allein Isis war mit den starken Ba- taillonen, und das Grauen der Niederlage und des Schlachtentodes senkt« sich hernieder und nichts blieb stehen von den Wohnstatten und der Schutzwehr. Noch lange lagen die Leichen, doch brauchte die Sonne sie nicht zu bleichen, denn Mittag war es geworden und zum Nilhafen stürnu ten die Reisigen, Wehr und Waffen hin- und sich in das heilige Master werfend, das bald rot war von der Hautfarbe der Sieger und Besiegten. Und wie sie gekommen waren, so zogen sie wieder von bannen, auf einem fauchenden Schiff und vielen angehängten Groß- kühnen, ausziehend die fremden Gewänder und sich verwandelnd in kräftige, zumeist bartlose Männer, Bürger des unendlich großen.
Memphis   an der Spree   heimeilend und wartend auf nächste Ge- legenheit zu ähnlichem Tun, einbringend blaufarbenen Papyrus, der gut zu tauschen ist gegen den Inhalt der Kornkammern und Fleisch- töpfe Aegyptens  . Mancher der Krieger jedoch trug auch am Körper blaue Flecke von bannen, denn nicht ganz gefahrlos war der wilde Sturm die Berge herab, zumal zu Pferde und da er zweimal geschehen muht«, um später der schauenden Menge zu behagen. ___ Richard Bernstein. Ein Denkmal ihrer Schande. In der Unterhaltungsbeilage der Staatsbürger-Zeitung" werden drei Entwürfe für ein Denkmal der Hoffnung" abgebildet, welches ein Berliner  Ausschuß zu errichten gedenkt, auf daßdie Erinnerung an die Deutschland   geraubten Länder" im deutschen   Volke wach bleibe. Und Herr Rudolf Lebius   fordert im Namen diese» Ausschustes d>« festen Bezieher" undgelegentlichen" Leser seines Blättchens auf, sichumgehend dahin zu äußern, welcher der drei Entwürfe ihnen am besten gefällt". -Obwohl wir zu den gelegentlichen Lesern derStaatsbürger- Zeitung" gehören, können wir der Einladung nicht Folge leisten, da uns ein Maßstab für die Beurteilung von Kitsch nicht zur Der- fügung steht. Um aber Herrn Lebius   und seinem Berliner Aus- schuh doch gefällig zu sein, möchten wir ihnen die Mitteilung machen, daß das Denkmal in Berlin   ganz bestimmt nicht zur Auf- stellung kommen wird. Die Berliner   und, wie wir meinen, das deutsche   Volk in seiner überwältigenden Mehrheit bedürfen eines solchen Erinnerungszeichens nicht, denn sie vergeffen ebenso wenig, welches unermeßlickie Unglück der Krieg Über sie gebracht hat, wie sie jemals vergessen werden, wer die Schuld an diesem Unglück trägt. Und wenn die Schuldigen sich jetzt selber cin Denkmal ihrer Schande setzen wollen, so mögen sie das Geschäft auf einem hinter- pommerschen Gutshof oder in München   verrichten. Drahtlose UebermUIlung von Handschristen. Der Franzose B e l l i n hat einen Apparat erfunden, mit dem man Sldriftstücke in der Handschrift des Absenders drahtlos übermitteln kann. Der erste Versuch wurde dieser Tage mit einem Glückwunsch- slbreiben gemacht, da? der Redakteur einer Newyorker Zeitung an den PoriserMatin" sandte. Die Uebermittlrmg über den Ozean ging in wenigen Minuten vonstatien und die Wiedergabe der Hand- schrifl soll sehr deutlich gewesen sein. Oberawmergau i922. Für da« Festspiel im Iabre 1922 werden bereits Vorbereitungen getrosten. Die Spieler sind gcwäblt. der Spielleiter ist ernannt und mit dem Jiislmidsetzen des mächtigen, aus Holz geballten Iiiichauerraums, der in den langen Jabren schwer geliiien hat, ist begoiiiien worden. Der Gemeinde emstehen dadurch, sowie durch die Reiianichastung der Garderoben usw. Lasten in Höbe von über 1 Million Mark, obne daß bislang irgend« eine Sicherhel dafür vorhanden ist, daß das Geld wieder eingebracht wird. Carusos Beisetzung hat am Donnerstag in Neapel   statt« gefunden. An den Feierlichkeiten»ahmen gegen 200000 Personen
den Programmentwurf sagen. Dann würde man auf di« zahlreichen Widersprüche der Kritiker aufmerksam: dann kam« man wohl zu der Einsicht, daß, wenn die Kritiker sich zu- sammensetzen würden, sie nicht einmal diese von ihnen so hart kritisierte Arbeit zusammengebracht haben würden. Sollte der Görlitzer Parteitag den noch von der Programmkommission Anfang September durchgesehenen Entwurf ablehnen, dann sollten die Rufer im Streite ihre Arbeit der neu einzusetzenden Programmkommission widmen. Ich hoffe, daß der Görlitzer Parteitag selbst die besiernde Hand an den Entwurf legen wird, und zuletzt von der Er- kenntnis ausgeht, daß das Bessere des Guten Feind ist und daß man klug tut, dasProgrämmfertigzu stellen und nicht der Gefahr sich auszusetzen, auch im kommenden Jahr ein Programm nicht zustandezubringen, das alle Kritiker von gestern und auch von morgen befriedigen kann.
Programmentwurf und parteivorftanö. In der neuesten Nummer derGlocke" unterzieht Genosie F e l l i f ch, der sächsische Wirtschaftsminister, den Programm­entwurs einer Kritik, die sich sachlich in ähnlichen Bahnen be- wegt wie jene des Genossen S t r ö b e l hier imVorwärts". die aber in viel schärferen Ausdrücken gehalten ist. Dabei schreibt Genosse Fellisch u. o. das folgende: Es wäre falsch, für dieses Monstrum eines Parteiprogramms die Proarammkommission verantwortlich zu machen, denn diese ist selbstverständlich nur ein Arbeits- und Hilfsorgan des Parteivor- stände? zur speziellen Lösung einer großen und wichtigen Ausgabe. Verantwortlich für den Entwurf als Ganzes istderParteivor- stand. Daß dieser es über sich brachte, ein solches Programm her- auszugeben, muh eigentlich die Parteigenossen veranlassen, einmal darüber nachzudenken, ob denn der heutige Partei» vorstand seine Aufgabe richtig erkannt hat, ob man ihm die Führung der Partei weiter ohne streng st e Kritik anvertrauen kann! Dazu ist zu bemerken, daß der Parteivorstand die Pro- grammkommission in keiner Weise als seinArbeits- und Hilfsorgan" betrachtet und behandelt hat. Die Programm- kommission war vom Parteitag gewählt und beauftragt, und der Parteioorstand hat sich nicht berufen gefüblt, ibre Hefte zu korrigieren. Dies zu tun ist die Aufgabe des Parteitags selbst. Hätte der Parteivorstand nicht, wie er es getan, der Kom- Mission freie Hand gelasien, so hätte man wabrscheinlich gesagt. er habe sich ein Zensoramt angemaßt.Allen Leuten recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann." Reichsregierung und Hrotpreife. Halbamtlich meldet WTB.: An die R e i ch» r c g l e r u n g ist in letzier Zeit wiederhokl der Wunsch herangetreten, sie möge Schritte tun wegen eine» A«»-< gleichs der durch die Brotpreiserhöhungen eintretenden Lebenshaikungsoerleuerung. Dies verlangen ist verfrüht, weil die Angelegenheit zur Zeit vnter den Arbeitgebern und Arbeit- n e h m e r n noch selbst erörtert wird. Die Zeutralarbeii»- gemelnschast hat sich mit der Frage befaßt und grundsätzlich auf den Standpunkt gestellt, daß eine tatsächlich eintretende Ver- teuerung der Leben-Haliungskosien durch Lohnerhöhungen auszugleichen sei. Sie hat die einzelnen Arbeitsgemeinschaften um weiterbehandlovg der Frage ersucht. Hiernach liegt zur Zeit kein Anlaß zum Eingreisen von Reichs wegen vor. Abegg bleibt! Wie die PNN. von zuständiger Stelle erfahren. ist die Nachricht einer Berliner   Korrespondenz von dem Wechsel in der Leitung des preußischen Polizeiwesens unrichtig. Abegq bleibt Leiter und der Jubel derDeutschen Zeitung" über das.Großreine- machen" war erfreulicherweise umsonst. Entschädigunasanträge der Frankfurter   Kommunisten. Bon den ireigesprochenen Kommunisten, die alle, mit Ausnahne des Ange­klagten H e r z st e i n, der ausgewiesen wird, in Freiheit gesetzt wur- den, sind Anträge auf Entschädigung wegen unschuldig er- littener Untersuchungshaft gestellt worden, die da» Gericht noch prüfen wird._
teil. Vor der Kirche war der Andrang so groß, daß viele Leute ohnmächtig wurden. An der Totenmesie beteiligten sich 200 Chor- iänger, 100 Miisitprofesioren und alle in Neapel   wohnenden Opern- sänger. Der Sarg wurde von den ersten Musikproiessoren und Tenorsängern bis zum Leichenwogen getragen. Alle SeschZits- Häuser Neapels   waren zum Zeichen der Trauer geschlossen. Während der Feier kreuzte ein Flugzeug über dem Friedhof.
RoßlanSs Hunger. Sechs Millionen Menschen! Sechs Millionen Menschen hungern! Sechs Millionen sind dem Wahnsinn nahe? Sechs Millionen haben Dorf und Stadt verlassen! Sechs Millionen wälzen sich auf Moskau   zu! Unaufhaltsam! Unüberwindlich! Wahnsinn und Hunger, gewaltige Kräfte! Zerstörung und Wut. Truppen! Kanonen und Granaten, Vergeblich: Sechs Millionen wälzen sich auf Moskau   zu! Sechs Millionen fressen Rinder, Schaf«, Pferde, Sechs Millionen stillen Hungers Tier. Sechs Millionen Menschen. Vierzigtausend Waisen! Vierzigtausend Kinder weinen! Bierzigtausend haben nichts zu esten! Vierzigtausend sind in Dorf und Stadt verlosten! Vierzigtausend haben keine EUern mehr! Unaussprechlich! Unerbittlich: Cholera und Hunger, gewaltige Kräfte! Zerstörung und Wut. Särge? Grabstätten? Kadaver Verwesung! Vierzigtausend haben keine Eltern mehr, Vierzigtausend jammern, verwaist, qualvoll, hilflos, Vierzigtausend müsten sterben Vierzigtausend Waisen. SB. Möbus.
DaS wissenschaftliche Tbeater der Nrania wird am Sonntag, den abend« 7 Nbr, mit dem BortragDer Harz  - wieder eröffnet. Der- selbe Vortrag wird am Mittwoch wiederbolt. Am Montag und Sonnabend gelangt der VortragIn den Bergen Tirols- und am Dienstag und FreitagDie Insel Rügen- zur Darstellung. Arn Donnerstag und Sonntag der kommenden Woche wird der Vor- tragVon der Zugspitze   zum Watzmann  - wieder im Spielplan aujgenommen. «äbrcnd am Sonntag, den 14.. muhm. I1/, Uhr, üa VortragTer Harz" wiederHoll wird.