Gewerkschaftsbewegung
Gescheiterte Verhandlungen in der Metallindustrie.
tlassen.
Auf Grund einer unverbindlichen Borbesprechung, in der die Bertreter des VBMI. eine sprunghafte Verteuerung der Lebenshaltung zugaben und dementsprechend eine wesentliche Erhöhung der tarifmäßigen Löhne auf dem Wege einer Berhandlung in Aussicht stellten, fand gestern diese Verhandlung statt. Die Arbeitervertreter forderten in Anbetracht der wirtschaftlichen Verhältnisse eine 50proforderten in Anbetracht der wirtschaftlichen Verhältnisse eine 50pro zentige gleichmäßige Erhöhung für alle im Tarif vorgesehenen LohnDie Beauftragten des BBMI. Tehnten eine gleich mäßige Erhöhung in allen Lohnklassen prinzi piell ab und machten nach mehrmaligen getrennten Aussprachen für die Klasse V ein Angebot auf Erhöhung des tarifmäßigen Lohnes um 1,50 m., gleichzeitig boten sie eine 50prozentige Erhöhung der Familienzulage an. Da nach der ausdrücklichen Bersicherung dieses Angebot als das weitgehendste zu betrachten sei, die Arbeiter vertreter aber einer erneuten Auseinanderziehung der Staffelung nicht zustimmen fönnen, war damit jede weitere Berständigungsmög lichkeit ausgeschlossen, und die Berhandlung gescheitert. Welche Lohnzulagen in den anderen Klaffen von den Unternehmern beabsichtigt waren, wurde in der Verhandlung nicht zum Ausbrud gebracht. Morgen,
Montag, vormittags um 11 Uhr, findet im Metallarbeiter- Gebäude, Linienſtr. 83/85, eine Sihung ber dem Kartell angeschlossenen Organisationen statt, um endgültig zu der geschaffenen Situation Stellung zu nehmen.
Es ist dringend erforderlich, daß jede Organisation durch einen mit Bollmachten ausgerüsteten Delegierten vertreten ist.
Hungerlöhne in der Zigarrenindustrie.
Ene start besuchte Versammlung der in ter Zigarrenindustrie Beschäftigten, am Mittwoch im„ Rosenthaler Hof", nahm den Bericht über die neuen Lohnvereinbarungen entgegen, den Gauleiter Fischer erstattete. Für die Zigarrenindustrie besteht ein Reichs tarif; zu den Reichsgrundlöhnen werden Bezirks- bzw. Ortszufchläge gezahlt. Bereits vor den zentralen Berhandlungen hatten die Unternehmer eine Notiz in die bürgerliche Bresse lanciert, daß fie durch die hohen Löhne und ständige erhebliche Lohnfteigerungen gezwungen feien, die 3igarrenpreise stän big zu erhöhen. Daß die Unternehmer der Zigarrenindustrie mit zu den größten Ausbeutern gehören, ist aus den Löhnen zu ersehen, die von ihnen gezahlt werden. Seit dem 28. November 1921 beträgt der Durchschnittsverdienst für Berlin mit dem höchsten Ortszuschlag für Arbeiter 250 bis 260 21., für Arbeiterinnen 180 bis 200 m. pro Woche. In Betracht zu ziehen ist hierbei, daß tie Arbeiter eine Lehrzeit von vier Jahren durchmachen müssen. Es ist also eine Unverfrorenheit, wenn die Unternehmer hier von hohen Löhnen sprechen. Wie sehen aber, um mit den Unternehmern zu sprechen, die erheblichen Lohnsteigerungen aus, mit welchen man die Berteuerung ter Zigarren begründet? Der Hauptvorstand des Tabatarbeiterverbandes hatte am 2. Februar 1922 dem Unternehmerverband eine Lohnforderung von 40 Bro3. auf die Reichsgrundlöhne unterbreitet. Am Tage der Verhandlung ( 3. März 1922) wurde diese Forderung auf 60 Broz. erhöht. Das Bugeständnis der Unternehmer, mit welchem der Hauptvorstand, ohne die Kollegenschaft zu befragen, einverstanden war, betrug 25 Pro 3. auf den Reichsgrundlohn, zahlbar ab 6. März 1922. Die 3ulage beträgt also wöchentlich zirka 25 Mart. Wenn man die Breissteigerung der notwendigsten Bedarfsartikel feit der letzten Lohnerhöhung( November 1921) in Betracht zieht, kann man die Erregung begreifen, welche sich ber Bersammlung bemächtigte, als fie von dem Ergebnis der Verhandlungen Kenntnis erhielt. Aile Diskussionsredner geißelten in scharfen Worten die Lohnpolitit des Hauptvorstandes. In einer Resolution, welche einstimmig angenommen wurde, wurte der Verhandlungskommission das schärfste Mißtrauen ausgesprochen. Die Arbeiterschaft verlangt, daß bie letzte Lohnvereinbarung auf dem schnellsten Wege und mit allen Mitteln einer Revision unterzogen wird, benn die gewährte Zulage sei eine Berhöhnung ihrer Notlage. Sollte der Hauptvorstand die Politik der Arbeitsgemeinschaft nicht aufgeben, werden die Berliner Zigarrenarbeiter, um zu ihrem Recht zu fom men, allein vorgehen; fie hoffen dabei die Unterstützung der gefamten Arbeiterschaft zu fint en.
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A.
Lohnbewegung der Musikinstrumentenmacher. Die Kündigung der Lohnabkommen in der gesamten Mufitinstrumenten- Industrie zum 1. April 1922 beschloß einstimmig eine Funktionärversammlung aller zugehörenden Branchen.
Schlichtungsausschuß als Schiedsstelle von den Arbeitgebern nichi anerkannt sei, fehle ihm die Möglichkeit, in die Berhandlungen einzugreifen.
Auf erfolgte Beschwerde hat der Demobilmachungstommissar die Angelegenheit an den Schlichtungsausschuß zurüdKollege Dorn zeichnete in furzen Zügen die augenblickliche verwiesen, da dessen Entscheidung falsch ist Sie entspricht weder dem Geschäftslage, die geradezu glänzend sei. Wenn die Aufträge nicht Sinne noch den Bestimmungen vom 23. Dezember 1918. Der Lohnin noch größerem Umfange ausgeführt werden fönnen, so sei dies streit kommt also demnächst vor dem Schlichtungsausschus auf den Mangel an geübten Arbeitskräften zurückzuführen. Wohl zur Berhandlung. feine Industrie befände sich in der gleichen günstigen Lage, für ihre Protufte folch reißenden Abfaß und derartige Preise und Gewinne zu erzielen. Durch die Fakturierung in Auslandswährung ist dafür Die Verhandlungen im Einzelhandel gescheitert! gesorgt, daß der Profit der Unternehmer mit dem Sinten der Mark Die gestrige direkte Verhandlung zwischen Arbeitgebern und fich nicht verringert. Im Gegensah dazu liegt der Lohn der Ar- Arbeitnehmern des Berliner Einzelhandels über die Gehälter der beiter feit zwei Monaten fest und Tag für Tag wächst die Last, die faufmännischen Angestellten führte zu feiner Verständigung. Der auf ihre Schultern gewälzt wird. Am niedrigsten hätten sich die Bentralverband der Angestellten hatte für März 25 Proz. gefordert Klavierarbeiter mit ihrem Lohn festgelegt. Daher müßten tie und diese Forderung bei Beginn der Verhandlung auf 35 Broz. Klavierarbeiter mit ihren Löhnen einen großen Sprung aufwärts erhöht. Für April wurde die Forderung von weiteren 20 Proz machen. auf die für März zu errechnenden Gehälter unterbreitet.
Die
In der Aussprache fam ungestüm der Mille zum Ausdrud, Arbeitgeber gingen nicht über folgendes Angebot hinaus: Inapp ernstlich daran zu gehen, ein gerechtes Verhältnis zwischen Arbeits 20 Broz. Aufichlag für März und 25 Broz. für April auf die rerdienst und Leuerung zu schaffen. Ein aus Leipzig eingelaufenes Februargehälter. Eine hinzugefügte Klausel jaat, daß unter bes Schreiben der dortigen Klavierarbeiter enthielt die Mitteilung, daß stimmten Borauslegungen ab 15. April neue Vereinbarungen ge dieselben zum 15 März in eine Lohnbewegung treten und ihre Ber. troffen werden könnten. wunderung darüber aussprechen, daß in Berlin die Klavierarbeiter mit ihren Löhnen soweit hinter denen der Bianomechanit, Klaviatur und pneumatischen Branche zurückbleiben.„ Das wird nachgeholt", versicherten die Funktionäre durch Zwischenrufe,
Redner empfahl namens der Kommission, sich noch nicht auf die Höhe der Forderungen festzulegen. Dies soll Sache der Mitglieder versammlungen sein, die an anderer Stelle angezeigt sind.
Zum Streit der Tapezierer.
Der nun schon drei Wochen dauernde Streit der Tapezierer wird mit voller Geschlossenheit weitergeführt. Eine bis auf den letzten Blag besetzte Streifversammlung im Gewerkschaftshaus am Freitag nahm den Bericht der Lohnfommission über die Verhandlungen mit den Unternehmern am Donnerstag entgegen. Sechsmal wurde fchon verhandelt, doch war es nicht möglich, die Unternehmer zu Zugeständnissen zu bewegen, die einen auch nur einigermaßen annehmbaren Abschluß eines Tarifes ermöglichen. Außer einigen geringfügigen Bugeständnissen bei den Ueberstunden und allgemeinen Bedingungen perfuchen die Unternehmer, durch Umformulierungen selbst das bisher Bestandene zu verschlechtern. Sie bleiben weiter auf ihrem alten Standpunkt stehen, die Lehrlingsfrage aus dem Tarif u befeitigen. Sie wollen feine tarifliche Kontrolle in dieser rage zulaffen. Keine Zugeständnisse in der Urlaubsfrage. Eine Werkzeugentschädigung sei, da es seit Jahrhunderten fiblich war, daß der Gehilfe das Werkzeug stellt, undiskutabel; über Bezahlung der gesetzlichen Feiertage darf nicht gesprochen werden. Obwohl die zulässigkeit der Affordarbeit schon im letzten Tarif pon uns zugestanden ist, fordert man jetzt: Atford ist in allen Be trieben zulässig. Die Berufslage liegt so, daß dies unmöglich ist. Reine Affordgarantie, es sei nicht möglich, die einzelnen Buschläge in Prozenten zu verrechnen.
Am Dienstag wird sich eine Sonderkammer des Schlichtungsausschusses mit dem Streitfall beschäftigen, inzwischen wird der Rahmentarisvertrag beraten.
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Sof, in allen brei Gälen, Pianomechanik, Klaviatur, pneumatische Branche und Mufit- Instrumentenmader. Montag nachmittag 5 Uhr im Reichenbergee Blasinstrumentenmacher. Die Branchenkommission trifft sich um 4% Uhr ius Restaurant, Mittwoch nachmittag 5 Uhr in den Andreas- Festfälen, Andreas. Straße 21, Klavierarbeiter. In allen Versammlungen Aufstellung der Forderun gen für den Monat April. Zentralverband der Schuhmacher. Montag nachmittag 5½ Uhr Branchen. versammlung der Ballschuhmacher Weberstr. 17; der Stepperinnen, Borridhte rinnen aus den Fabriken und Seimarbeiter abends 6 Uhr Köpenicker Str. 127a. Dienstag abend 6 Uhr Branchenversammlung der Schäftemacher Röpenider hauses, Engelufer 24-25( großer Gcal). Der Verbandstag in München ; Bor Straße 127a. Allg. Bersamml. abends 6 Uhr im Gaal 4 des Gewerkschafts. fchläge zur Delegiertenwahl; Anträge zum Verbandstag. Mitgliedskarte oder buch legitimiert.
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nahme zu unseren Lohnforderungen.
Straße 29, Gruppenversammlung.
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Handelshilfsarbeiter und-arbeiterinnen
Deutscher Transportarbeiterverband. Beerdigungstutscher. Montag abend 8 Uhr im Lokal von Fenfara, Melchiorstr. 15, porn part., Bersammlung: Bie follen die neuen Bohnfäße lauten?" Branche 3b, Glas- und Reramik- Groß handel. Montag abend 6 Uhr bei fenfara, Melchiorftr. 15, Gruppenversamm Branche 3b, Alt- Metall- Großhandel. Diens. lung. Unfere Lohnforderungen. tag abend 6 Uhr bei Fenfara, Melchiorftr. 15, Gruppenversammlung. Stellungaus allen Betrieben der Damenwäsche, Schürzen, Unterrod-, Weißwaren- und Tapifferiebranche. Dienstag abend 26 Uhr im Zoral von Karl Witte , PostZentralverband der Angestellten. Baugeschäfte. Mitgliederversammlung Dienstag abend 7% Uhr Zweigbureau Zentralverband der Angestellten, Rem mandantenstraße 63-64. Dienstag abend 7% Uhr in den Gophien- Feftfälen, Sophienſtr. 17-18, Turnersaal, Bersammlung der Funktionäre.„ Die Berhand. im Berliner Klubhaus, Ohmfiraße 2( nahe Jannowigbrüde), Bersammlung der Kunstgewerbezeichner aller Branchen( Sols, Tertil, Metall, Innenarchitettur usw.). Vortrag über: Wirtschaftspolitit und Kunstgewerbe". Gäste milltommen. ( Siehe auch den Anzeigenteil.)
Bund der Technischen Angestellten und Beamten. Dienstag abend 7% Uhr
Mit einer fleinen Aenderung soll auch die Verschlechterung zeigen: Th. Glede, Berlin . Berlag Bormärts- Verlag G. m. b. 5., Berlin . Druck: Berantw. für den redatt. Teil: Franz Klühs . Berlin- Lichterfelde : für An. der Arbeitsvermittlung aufrechterhalten werden. Vorwärts- Buchdruckerei u. Berlaasanfialt Vaul Singer u. Co., Berlin , Lindenstr. 8. Nachdem der Tarif bereits seit einem Monat abgelaufen ist, Hierzu 3 Beilagen. machten die Unternehmer das Angebot einer Lohnzulage für Junggehilfen mit 1 m., für weitere Gehilfen von 2,50 m. Näherinnen follen 11,50 m., Ungeübte 9,50 M. erhalten. In dem der Arbeitsaufnahme folgenden Monat foll für die einzelnen Gruppen eine weitere Zulage von 1, 2, 1,50 und 1 m. erfolgen. Ift schon die am 9. Februar gestellte Lohnforderung längst überholt, so ist die von den Unternehmern gewünschte Ablaufszeit( bis hoch im Mai) bei den fich weiter entwickelnden Teuerungsverhältnissen vollständig undiskutabel. Die von uns verlangte monatliche Lohnrevision soll nur alle zwei Monate erfolgen. Gekrönt werden die scharfmacherischen Allüren aber durch das Dittat, daß nach Abbruch des Streifs Ein= stellungen nach Möglichkeit erfolgen sollen.
In der ausgedehnten Diskussion verlangten alle Redner, daß es nach diesen Angeboten feinen anderen Ausweg gebe, als den Streit in verschärfter Form weiter zu führen. Gine einstimmig angenommene Resolution bringt zum Ausdruck, daß die Berliner Tapezierer nicht gewillt sind, sich von den Unternehmern die für die nächste Zeit geltenden Tarifbestimmungen diftieren zu laffen, sondern mit ungebrochenem Mut und einheitlichem Willen beseelt, den ihnen aufgezwungenen Streit bis zum Abschluß eines brauchbaren Tarifvertrages durchzuführen.
Der Schlichtungsausschuß hatte am 16. Februar den Spruch gefällt( Borwärts" Nr. 87), weil der Tarifvertrag am Tage zuvor abgelaufen sei, mithin eine tarifliche Zeit bestehe und der
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