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Papier auf der Straße.

und die Lösch züge der Berliner Feuerwehr wieber Belle in Berlin abgefeßt und er berufsmäßig die Betfungen abrüden konnten. Die gestern in Senftenberg weilende, unter feiner Mostauer Obrigkeit erfüllte. Das wird er Frauen und vor allem Kinder sammeln jetzt in den Straßen Führung des Stadtfekretärs Urbansti stehende Rommiffion des auch in Butunft tun müffen, will er fein berufliches Lebenslicht Berlins bei schönem Wetter achtlos weggeworfenes Papier. Große, Berliner Kohlenamts ist inzwischen ebenfalls nach Berlin zurückge- nicht ausgeblasen bekommen. Aber selbst wenn er, einmal gewählt, schmutzige Säcke schleppen sie mit sich, die sich langsam füllen. Nach kehrt. Nach ihren Feststellungen geht der auf der Grube Marie III sich der moskowitischen Obervormundschaft entledigte, welche Bürg­der Anhaltischen Kohlenwerke und auf der Grube Bertha der Nieder- schaft hätte damit die Berliner Metallarbeiterschaft für die Güte jedem Zeitungsblatt büden sie sich, zwischen Wagen und Pferden, lausitzer Kohlenwerte angerichtete Schaden weit über die ursprüng- ihres Borsigenden? Gar feine. Denn was bringt Walcher für das Autos und Straßenbahnen schlängeln sie sich hindurch, diese kleinen liche Annahme hinaus. Er dürfte sich auf etwa 50 bis 60 Mil von ihm erstrebte Amt mit? Sammler, wenn sie irgendwo Papier leuchten sehen. Wenn der lionen Mark belaufen, da außer dem wertvollen Inventar auch Bind sein neckisches Spiel treibt, dann gibt es zuweilen richtige gewaltige Mengen Rohbraunkohle verbrannt sind. und den Ruf, der bolschewistischen Sache dienst. Nichts als das fommunistische Mitgliedsbuch Papierjagden, bei denen es heiß hergehen kann. Oft wird das er- Dagegen sind fertige Briketts dem Feuer nicht zum Opfer gefallen. beflissen gewesen zu sein. Daß er in der Gewerkschafts. sehnte Wild" in kühnem Laufe erbeutet und in den Sack gesteckt, Burzeit wird auf den von dem Brand betroffenen Gruben Tag und bewegung praftische Erfahrung gesammelt oder Erfolge oft verfängt es sich in irgendeinem Winkel und wird so zur Strecke Nacht gearbeitet, um die Förderungsanlagen wieder inſtand zu erzielt hätte, die ihn für einen Posten wie den Vorsitzenden der gebracht. Aber es fommt auch vor, daß der Wind den kleinen fetzen. Bis zur Fertigstellung dieser Arbeiten werden die Beleg­Jägern einen Streich spielt und so ein Zeitungsblatt in hoher Fahrt schaften, um sie vor dem Brotloswerden zu bewahren, mit Hand größten Verwaltungsstelle des Metallarbeiterverbandes geeignet über irgendeine Mauer entführt und dann stehen sie da mit ver- feiten verbunden ist, da zunächst riesige Mengen verbrannter Kohlen telle sich nur einmal den an moskowitischer Dienstbeflissenheit ebenso förderung beschäftigt, was allerdings mit großen Schwierig- erachten ließen, das hat noch niemand zu behaupten gewagt. Man buzzten und enttäuschten Gefichtern und bedauern einen Augenblick und Schladen abgehauen werden müssen. Nach den Feststellungen Mann als Haupt einer Verhandlungskommission vor. Ift er denk­reichen wie an gewerkschaftlicher Erfahrung armen lang ihr Mißgeschick. Zuweilen bitten sie auch wohl Borüber- der Berliner Kohlenkommission ist infolge des Brandes eine Ge- bar? Man nehme an, er solle die hundert und mehr Positionen gehende, aus deren Recktaschen eine Zeitung hervorlugt, sie ihnen fährdung der Braunkohlenversorgung Berlins faum zu befürchten. zu überlassen und mancher nutzt die Gelegenheit, sich von dem Allerdings ist aus anderen Gründen mit dem Einsetzen der Ernte eines neuen Lohntarifs gegen die durch vielseitige Praris gewißigten und geschulten Unternehmeranwälte verteidigen. Kann man das Papierballast zu befreien, den er vielleicht schon tagelang gedanken- und mit dem erfahrungsgemäß zu dieser Zeit auftretenden Waggon- annehmen? Gewiß fann man das, sofern man nicht frägt, wie dabei los mit sich herumschleppte und vielleicht ist er den Kleinen sogar mangel ein Stocken in der Brikettzufuhr zu erwarten, Stepon gewerkschaftlicher Unerfahrenheit vertretenen Mitglieder dankbar, daß sie ihn von seiner Last befreiten. Das Geld scheint hier weil die Gruben des Senftenberger Reviers im Gegensatz zu dem wegkommen. geradezu auf der Straße zu liegen. Doch Reichtümer können dabei nachbarten Gruben der Ilse Bergbaugesellschaft die gesamte Berliner Metallarbeiterschaft, so möchte man münschen, Vorjahr augenblicklich keinerlei Borräte auf Stapel haben. Die be­

dennoch nicht erworben werden.

Diese Kinder des Volkes kennen schon trotz ihrer Jugend den Ernst des Daseins. Sie wissen zuzupaden, sie lernen es frühzeitig, sich durch's Leben zu schlagen. Und das ist vielleicht das Einzige, was ihnen ihre so freudenlose Jugend mitgeben kann. Eine

sonnige Jugendzeit kennen sie nicht und sicher wird in manchen von ihnen die Sehnsucht wachsen, daß es in der Zukunft besser, lichter, froher werden solle.

Die neuen Brotpreise.

Eine Berliner Korrespondenz läßt sich aus Bäckerkreisen fol­gendes mitteilen: Die täglich ungeheure Steigerung der Mehlpreise und Zutaten und die naturgemäß damit ver­bundenen Lohnerhöhungen betrifft besonders schwer das Bäcker handwerk. Um einigermaßen einen Ausgleich zu schaffen, sieht sich infolgedessen das Bäckergewerbe veranlaßt, für markenfreie Ware nachstehende Mindestpreise zu nehmen. Für markenfreies Brot 30 M., für marfenfreie Schrippen 1,50 M. das Stück, für Hörnchen, Kaiserbrötchen, Schnecken 1,75 m. das Stück, für Blechkuchen 3 M. das Stück, für. gerösteten Zwieback das Pfund 40 M., ein Pfund geriebene Semmel 20 M. Das Backgeld beträgt für einen Napf­oder Blechkuchen 6 M., für einen Obstkuchen 8 M."

Es fann nicht beftritten werden, daß es den fleinen Bäcker­meistern unter der von vielen von ihnen ersehnten freien Wirt­schaft sehr schlecht geht. Die tapitalschwachen sind häufig faum roch in der Lage, daß im gepriesenen freien Handel erhältliche Mehl bezahlen zu förnen. Heute sehnen sie sich zurück nach der so ver­haßt gewesenen Zwangswirtschaft, die ihnen doch immerhin einige Gewähr für ihre Existenz boi, wenn auch manche fleine Unannehm­lichkeit, die niemand leugnet, in den Kauf genommen werden mußte. Nach unserer Kenntnis hat übrigens der Obermeister Müller, der auch Präsident des Germania - Berbandes deutscher Bäcker­innungen ist, im Ausschuß für Ernährung im Reichswirtschaftsrat mit den Agrariern zusammen gegen die Getreideumlage gestimmt. Er hat also gegen die hohen Mehlpreise, unter denen

haben unter dem Brand nur wenig gelitten.

An unsere Leser und Freunde. Wir erhalten in zunehmender Fülle Mitteilungen über die Ar. beit deutschnationaler Geheimorganisationen, über Waffenverstede,

dabei Beteiligte und solche Leute, die jenes Treiben unterstützen. Ueber das schändliche Verbrechertum, das sich im oberschlesischen Selbstschutz breit macht, über deutschnationale Personalpolitik be­stimmter hoher Beamter, über freche und höhnische dienstliche Aeuße­rungen solcher Herren, die von der Republik in Gehalt und Eristen; erhalten werden, kurz über die Frechheiten der Reaktionäre, häuft fich bei uns das Material.

Die Einsender fönnen versichert sein, daß wir, wenn auch ein­mal eine besondere Antwort von uns ausbleibt, jeden einzelnen Fall gründlich behandeln, entsprechend verwerten oder weiterleiten. Wir müssen aber darum ersuchen, daß derlei Zusendungen nicht anonym gemacht werden. Mit anonymen Zuschriften fönnen wir wenig be­ginnen, weil der Mangel von Unterschrift und Adreffe ihren Wert tedenklich herabseht.

Wer sich auch an uns wende, jeden schüßt das Redaktions­geheimnis, teine Originalzufchrift fommt aus unseren Händen, Schreibenden aus ihrer ehrlichen Stellungnahme feinerlei Schaden unter allen Umständen wird dafür gesorgt, daß den an uns erwächst.

Wir biffen deswegen dringend, bei allen 3ufchriften an uns unter allen Umständen genauen Namen und ausführliche Adresse anzugeben.

viel

Wäre der Einsatz bei dieser Wahl nicht so ungeheuer groß für daß dem dienstbeflissenen Kommuristen die Gelegenheit nicht vors enthalten bliebe, zu zeigen, mit welchem Wasser er tocht. Biel Er nüchterung würde dort, wo sie recht not tut, die wohltätige Folge fein. Leider läßt sich der Wunsch nicht erfüllen, weil das mit allzu el Rohngroschen bezahlt werden müßte. Ein Amt, von dessen Ausfüllung das Wohl und Wehe von Zehntausenden­abhängt, ist für Experimente nicht geeignet. Für ein solches Amt ist. der Tüchtigste. der Erfahrenste, der Erprobteste gerade gut genug. Einen Gernegroß aber wählen wollen, hieße mit dem Wohle von anderthalb hunderttausend Arbeitern fren elhaftes Spiel treiben.

An den mehrheitssozialistischen Kollegen ist es, dieses Spiel zu verhindern. Gewerkschaftler find, bedürfen besonderen Rates nicht. Sie wissen, Unsere Berliner Rollenen, die in ihrer Mehrheit alte geschulte um was es sich bei der Wahl des Vorfikenden handelt. Es kommt jedoch nicht bloß auf sie an, sondern auf die starke Fraktion der nichtwähler, die 3war momöalich mehrheitssozialistischen Sinnes, aber zu gleichgültig find, ihre Pflicht zu erfüllen. Diese gilt es heranzubringen. Damit ein Schaden verhütet wird, den alle Metallarbeiter tragen müssen. Darum nehme jeder Genoffe diese Wahl so ernst wie nur immer möglich. Bersäume keiner, die erfolg 3istas tun die mehrheitssozialistischen Kollegen nicht zum unaufaeflärten aufzuklären, die Pflichtvergessenen zur Erfüllung ihrer Pflicht zu veranlassen Die Werbeerbeit für den Wahl. wenigsten um ihrer selbst willen.

Antwort an die Buchdruckereibesitzer. Bom Reichsarbeitsministerium wird uns geschrieben: Die Vereinigten Berliner Zeitungsverleger und Buchdruckerei

Stadtverordneter niedergelegt und das Amt als Bürgermeister in befizer lassen durch die Telegraphen- Union" unter dem 11. Juli Stadtverordneter Genoffe Dr. Ostrowski hat sein Mandat als Finsterwade angetreten. Sein Nachfolger in der Stadtverordneten­versammlung ist Genosse Draemert, Dahlem.

Todesurteil gegen eine Gattenmörderin.

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1922 einen u. a. in der Morgenausgabe des Borwärts" vom 12. Juli 1922 veröffentlichten Bericht über die Sitzung des Schlich tungsausschusses im Buchdruckerstreit am Sonnabend, den 8. Juli

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feine Kollegen zu leiden haben, nicht das geringste einzuwenden. Nach zweitägiger Verhandlung verurteilte das Schwur. 1922, verbreiten, nach dem der Vorsitzende des Schlichtungsaus. Bon wirtschaftlichem Weitblick zeugt dieses Verhalten des Ober- gericht in Leipzig die 47 Jahre alte Witwe Hoffmann schusses erklärt haben soll, daß in diesem Falle von der gesetzlichen meisters, der die Interessen seiner Kollegen, die in bezug auf die wegen Raubmordes zum Tode und zum dauernden Berlust der Borschrift abgewichen werden könne; es fäme lediglich darauf an, Berbilligung des Getreides mit denen der Allgemeinheit zusammen- bürgerlichen Ehrenrechte. Die Angeflagte hatte am 2 März d. J. heute noch einen Schiedsspruch zu fällen, der sofort anschließend fallen, gerade nicht. in ihrer Wohnung den 67 Jahre alten Rürschnermeister Konrad durch das Reichsarbeitsministerium für rechtsverbindlich erklärt aus Leipzig - Lindenthal durch Schläge auf den Kopf betäubt, dem merden solle", und daß die Anwendung der Gesetze in diesem Falle" noch Lebenden mit einem Rasiermesser den Kopf a bein veralteter Formalismus" fei. geschnitten und den Rumpf nach mehreren Tagen auf dem Leipziger Hauptbahnhof zu einem Zuge nach Halle aufgegeben.

Vor der Vollendung der Nord- Südbahn . Probebetrieb Anfang November.

Anfang dieser Woche trat die Generalversammlung und der Aufsichtsrat der Nord- Südbchn- A.- G. zu seiner ersten Sigung zu- Das größte Segelschiff der Welt gescheitert. Das französische sammen. Zum ersten Vorsitzenden des Aufsichtsrates wurde Stadt Schiff" France", das größte Segelschiff der Welt, ist auf einem fämmerer Dr. Rarding, zu seinem ersten Stellvertreter Geheim- Riff 100 Meilen von der Küste von Neukaledonien rat Steinthal und zum zweiten Stellvertreter Direktor Hart= scheitert. Die Besagung ist gerettet.

Groß- Berliner Parteinachrichten.

hierzu eingeladen.

Diese Angaben sind unrichtig. Der Borsigende hat sich vielmehr streng an die gesetzlichen Borschriften gehalten, auch ausdrücklich darauf hingewiesen, daß das Verfahren in jeder Be­ziehung den gesetzlichen Vorschriften entspreche und die einschlägigen Bestimmungen der Verordnung vom 23. Dezember 1918 in der Ber gehandlung selbst vorgelesen. Die Arbeitgeberbeifizer haben dem gegenüber in der Gigung nur geltend gemacht, daß sie in wesent­lichen Bunften einer anderen rechtlichen Auffassung seien. Soweit die Zuschrift. Es ist wohl überflüssig, dem etwas hin< 34zufügen. Die bürgerliche Presse aber, die allein die Buchdrucker zu belasten sich bemüht, täte gut, diese Feststellung der Tatsachen ihren Lesern zu übermitteln.

das Einüben sozialistischer Lieder statt. Alle Genosfinnen und Genossen sind Jungfozialisten. 8 Uhr: Gruppenausschußftzung im Sigungsfaal des Bezirks. verbandes, Lindenstraße 3, 2. Hof links 2 Treppen.

Arbeitersport.

Sportabteilung Fichte Oft". Freitag, den 14. Juli, abends 8 Uhr, bet Scholz, Straußberger Str.3, Bierteljahresversammlung. Erscheinen aller dringend nötig. Wetter für morgen.

mann gewählt. Dem Aufsichtsrat gehören außerdem von der Stadt Berlin Stadtbaurat Dr. Adler. Stadtrat Hahn und Stadtver­ordneter Beuter an, während die Hochbahngesellschaft Geh. Rat Dr. ing. Wittig und Geh. Rat Steinthal in den Aufsichtsrat 23. Abt. Sonnabend, den 15 Jult, abends 7%, Uhr, findet bei Schneiber, Geeftr. 105, der neuen Untergrundbahngesellschaft gesandt hat. Im allgemeinen wurde der Versammlung ein Bild über den augenblicklichen Stand der Bauarbeiten und über die Betriebsaufnahme gegeben. Die Bauarbeiten sind in der letzten Zeit wesentlich schneller vorwärts getommen, als ursprünglich angenommen wurde, so daß auf weiten Strecken, besonders der Nordhälfte der Bahn, bereits mit dem Innenausbau der Bahnhöfe begonnen werden fonnte. Gleichzeitig ist stellenweise bereits mit dem Verlegen der Gleise begonnen worden, während an anderen Stellen schon letzte Hand an die durch die neue Bahnstrecke geschaffenen Umsteigemög­lichkeiten gelegt wird. Infolge der schwierigen Lage ist am Bahnhof Berlin und Umgegend. Ein wenig wärmer, zeitweise aufflarend, Wedding von der Schaffung einer Uebergangsmöglichkeit zwischen aber noch überwiegend irübe mit etwas Regen und ziemlich frischen füdwest­dem Nordring und der Nord- Südbahn abgesehen worden. lichen bis westlichen Winden. Dagegen ist am Bahnhof Friedrichstraße ein Ueber­gang von der Stadtbahn auf die Untergrundbahn im Bau. Auf dem Untergrundbahnhof Leipziger Straße und dem vorläufigen Endpunkte der Bahn Hallesches Tor ist ein sperrelofer Uebergang nach dem Untergrundbahn­hof Friedrichstraße und dem Hochbahnhof Hallesches Tor im Bau. Die Aufnahme eines Probebetriebes wird wahrscheinlich im November und die Aufnahme des Verkehrs im Anfang nächsten Jahres erfolgen.

Ein nächtliches Verbrechen?

Gin geheimnisvoller Leichenfund beschäftigt seit drei Wochen die Berliner Kriminalpolizei. In der Nacht zum 22. Juni gegen 12% Uhr verließ der Obsthändler Valentin Sefter seine Wohnung in der Taubenstr. 53, um auf dem Lehrter Güterbahnhof einen Waggon Obst auszuladen. Sein Weg führte ihn vom Branden burger Tor ab durch die Sommerstraße und am Reichstagsufer entlong. Am Nachmittag desselben Tages wurde Selter vor dem Haufe Richstagsufer 2 als Leiche aus der Spree gelandet. Die Obduktion ergab teinerlei Anhalt für eine fremde Schuld. Andererseits aber lagen nach Aussagen der Angehörigen auch keine Motive für einen Selbstmord vor. Es kommt hinzu, daß bei der Leiche eine Brieftasche mit Papieren und 400 m. Geld jowie ein Geldbeutel mit Kleingeld, wie ihn die Martthändler tragen, fehlten. Außerdem mar das Rodfutter aus der Tasche, in der sich die Brieftasche befunden hat, aufgeriffen. Die Angehörigen Selters haben jetzt für die Aufklärung feines Todes eine hohe Be lohnung ausgesetzt. Sie ist für die Personen bestimmt, die zur Sache irgendwelche zweddienliche Angaben machen tönnen. diefe, besonders aber all, die in der fraglichen Nacht am Reichstags ufer etwas Berdächtiges bemerkt oder gehört haben oder die am fraglichen Tage mit Selter zusammen gewesen sind, wollen sich bei dem Raubdezernat der Kriminalpoligci im 3immer 80 des Polizeipräsidiums, hausanruf 433, melden. Mitteilungen werden vertraulich behandelt.

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Der Senftenberger Grabenbrand abgelöscht. Der anhaltende Regen hat am gestrigen Donnerstag die Löschaktion der in den Senftenberger Braunkohlengruben tätigen Feuerwehr so wirksam unterstüßt, daß gestern abend die Ablöschung der noch glimmenden Brauntohlenfelder vollständig beendet war

Gewerkschaftsbewegung

Walcher oder Ziska?

Die Firma Kärger berichtigt. Auf Grund des Preßgesetzes wünscht die Firma Kärger A.-G. die Aufnahme folgender Berichtigung:

" In der Abendausaabe vom 10. Juli 1922 wird unser Betrieb für die organisierten Metallarbeiter usw. gesperrt; angeblich, meil wir unsere Belegschaft ausgesperrt haben. Diese Behauptung der Streifleitung ist wissentlich unwahr. Tatsache ist, daß unsere Beleg­schaft am 6. Juli 1922, 12 Uhr 35 Minuten mittags, die Weiterarbeit verweigerte, weil wir nicht sofort Zugeständnisse machten, die weit über die Vereinbarungen des DMV. mit dem BBMI. hinausgehen und mit dieser nicht vereinbart find, trotzdem Verhandlungen mit dem Betriebsrat unter Zuziehung eines Verbandsvertreters bereits in den Vormittagsstunden des 6. Juli auf den 7. Juli, nachmittags 23 Uhr, vereinbart waren.

Wir haben am 6. Juli 1922, nach der Arbeitsniederlegung, unserer Belegschaft sofort bekanntgegeben, daß wir Neueinstellungen am 7. Juli 1922 vornehmen. Es liegt also teine Aussperrung, sondern Wir be­eine nackte Arbeitsniederlegung unserer Belegschaft vor. merken noch, daß wir etwa 20 Prozent über den Tarif des DMV. mit dem BBMI. zahlen."

Hierzu wird uns vem Deutschen Metallarbeiterverband ge­schrieben:

stehenden Parteigenossen wird uns geschrieben: Bon einem in der vordersten Reihe des Metallarbeiterverbandes Als vor einigen Wochen die Berliner Metallarbeiter ihre Ver­treter zum Gewerkschaftstongreß bestellten, hat die mehrheitssozia­listische Kollegerschaft Gewehr bei Fuß gestanden. Kein Genoffe, der die Vorspiele dieser Kandidatenaufstellung fennt, wird gegen die Wahlenthaltung etwas einwenden wollen. Die Paffivität wurde ,, Die Firma hat mit dem Betriebsrat am 22. März 1922 ein von wohlerwogenen Gründen bestimmt. Unsere Kollegen wollten Abkommen vereinbart, daß alle neuen Lohnvereinbarungen, welche und sollten gewissen Kreisen in der Berliner Verwaltungsstelle die der Deutsche Metallarbeiterverband mit dem Verband Berliner Me­Gelegenheit nicht vorenthalten, ihre Stärke" zahlenmäßig zu zeigen. tallindustrieller abschließt, automatisch auch auf die bestehenden Löhne Das Ergebnis dieses Stärkemessens war denn auch, wie es der und Verdienste, für die bei der Firma Kärger beschäftigten Arbeiter halbwegs Kundige vorausgefehen hatte: die 16 Kandidaten der in Kraft treten. Kommunisten wurden gewählt. die Unabhängigen fielen durch. Man Die Firma Kärger gehört dem Verbande Berliner Metallindu­darf nun füglich annehmen, daß die Kreise, für die diese Erziehungs- ftrieller nicht an. wahl berechnet, daraus die nötige Lehre gezogen haben, nämlich die, Es trifft zu, daß der Betriebsrat am 6. Juli die Mitteilung ge­daß man die Hilfe der mehrheitssozialistischen Kollegen dringend macht hat, daß ab 26. Juni die bestehenden Verdienste um 20 Prozent braucht und daß diese demzufolge als gleichberechtigte Partner erhöht werden müßten, da die Organisationen ein derartiges Abkom anerkannt werden müssen. men getätigt haben. Nachdem die Firma am 6. Juli es endgül­Wie dem nun auch sei, in den Tagen vom 15. bis 17. Juli wird tig ablehnte, die Vereinbarung vom März 1922 innezu­das Stimmengewicht der mehrheitssozialistischen Metallarbeiter halten und mithin feine Bugeständnisse machte, hielt die Beleg­Berlins wiederum von großer Bedeutung sein. In dieser Zeit hat schaft mit Bustimmung des Betriebsleiters eine Besprechung ab. Der die Mitgliedschaft an der Urne zu entscheiden, ob der fünftige Bor- Betriebsrat murde beauftragt, zur Beilegung der Differenz fofort sitzende der Berliner Verwaltungsstelle der Kommunist der Organisation, dem Deutschen Metallarbeiterverband , Mitteilung Walcher oder der Unabhängige Bista sein soll. Da diese zu machen. Wahl mehrfach wichtigere und vielfach bedeutsamere Folgen hat als Der Betriebsleiter forderte nun die Belegschaft auf, inner bie Delegiertenwahl des Gewerkschaftsfongresses, fann es diesmal halb 5 Minuten die Arbeit wieder aufzunehmen. für die mehrheitssozialistische Kollegenschaft

feine Wahlenthaltung

Da die Arbeiterschaft durch das Verhalten des Betriebsleiters erregt war, war es selbstverständlich, daß dieses nicht so glatt geschah und forderte nunmehr der Betriebsleiter, sofort den Betrieb zu verlassen. hiernach überlassen wir es dem mit der Gewerkschaftsbewegung Bertrauten, von einer Aussperrung oder Arbeitsniederlegung zu reden."

geben. Noch mehr. Sie werden bestrebt sein müssen, den letzten ihrer Leute an die Urne zu bringen, weil Säumigkeit in diesem Falle ihnen sehr teuer zu stehen kommen fann. Bon dem Unabhängigen Ziska wissen sie, wer er ist, welche ge werkschaftliche Erfahrung er hat und wie er sich in dieser oder jener grundsäglichen Frage stellt. Von dem Kommunisten Walcher wissen Berantw. für den redakt. Teil: Franz Klühs , Berlin- Lichterfelde; für An zeigen: Th. Glode, Berlin . Berlag Borwärts- Berlag G. m, b. S., Berlin . Drud: sie auch verschiedenes, zum Beispiel, daß ihn die bolfchemistische Borwärts- Buchbruderei u. Berlagsanftalt Baul Singer u. Co., Berlin , Zinbenfte.&