Einzelbild herunterladen
 
  

Gewerkschaftsbewegung

Eine weittragende Entscheidung.

Städtische Lohnverhandlungen.

Der Magistrat teilt mit:

ständigen Reichswirtschaftsrat. Als nun trotzdem die Wahl voll­zogen war, wurde unter nichtigen Vorwänden der gewählte Bertreter entlassen. Einige Wochen später, unter gleichen Das Lohnkartell hat in den Verhandlungen am 31. August 1922 fadenscheinigen Gründen, auch der Bertreter der Arbeiterschaft. Ihm die vom Magistrat beschlossene Erhöhung der Löhne der städtischen folgte 14 Tage später der Erfahmann, so daß nunmehr, wo der Die Entscheidung, die heute die Berliner Metallarbeiter zu arbeiter für Auguſt angenommen und gleichzeitig die Gewährung Aufsichtsrat bald zusammentreten mußte, außer dem Ersahmann, der ceffen haben, ist von großer Tragweite. Es ist bekannt, baß die eines weiteren Borschusses auf die Erhöhung der Löhne für Sep. in Karlsruhe gewählt wurde, die Firma es fertig brachte, sämt Unternehmer der ganzen Welt eine Generaloffensive gegen den tember beantragt. Ueber eine Erhöhung der Löhne für September fiche gewählte Betriebsratsmitglieder im Auf­bzw. Vorschußgewährung soll am Mittwoch nächster Woche weiter fichtsrat zu beseitigen. Achtstundentag unternommen haben. Bevor der Achtstundentag verhandelt werden. selbst beseitigt werden kann, müssen die bestehenden fürzeren Ar­beitszeiten aufgehoben werden. Und deshalb die Stämpfe in der Textilindustrie, im Buchbindergewerbe, in der süddeutschen Metall­industrie usw. Wenn zu der 48- Stunden- Woche noch die Ueber stunden kommen, dann ist der formell noch bestehende Achtstunden­tag prattisch beseitigt.

Nun fann man sich fragen, warum die Unternehmer mit einer solchen Verbissenheit auf die Verlängerung der Arbeitszeit bestehen?

Die Antwort darauf ist nicht schwierig zu finden. Je länger die Arbeitszeit ist, desto höhere Ansprüche werden an die technische Vervollkommnung eines Betriebes gestellt. Will der Unternehmer bei einer furzen Arbeitszeit seine Profitrate erhöhen, dann kann er es nur durch eine technische Bervollkommnung des Betriebes, durch die Ausschaltung jeder Kraft, Zeit und Materialverschwendung tun. Das erfordert von der Betriebsleitung eine erhöhte Leistungs­fähigkeit, von den Arbeitern freiwillige und freudige Mitarbeit bei der Rationalisierung des Betriebes. Diese Mitarbeit ist nur zu be­tommen, wenn dem Arbeiter ein breites Mitbestimmungs­recht eingeräumt wird und wenn er durch ausreichende Löhne ein Interesse an der Hebung der Leistungsfähigkeit des Betriebes be­Man sieht also, wohin die kürzere Arbeitszeit führt. Wachsende Anforderunger an die Fähigkeit der Betriebsleitung, Inveftierung Don größeren Rapitalien für Betriebsverbesserungen, Aufgabe des Alleinbestimmungsrechts der Betriebsleitung und

Irmmt.

dauernde Beschneidung der Profitrate.

Gegen wilde Streiks.

Der Reichslandbund hat an den Breußischen Minister des Innern Forderungen eingereicht des Inhalts:

1. Die Lanbräte zu einer Bekanntmachung in den Zeitungen zu veranlassen, in welcher vor wilden Streifs gewarnt wird. 2. Alle Vorbereitungen zu treffen, um den sofortigen Einsatz der Technischen Nothilfe bei Ausbruch von wilden Streits zur Durchführung der Ernte und sonstigen Motstandsarbeiten zu fichern.

Zur Begründung wird unter anderm gesagt: Die allgemeine Preissteigerung hat naturgemäß auch in der Landwirtschaft zu zahlreichen Lohnbewegungen geführt. Diese werden von unverantwortlichen Elementen dazu benutzt, die Land­arbeiterschaft zur Nichtbeachtung der Beschlüsse der Tarifämter und sonstigen Schiedsstellen aufzureizen.

Nachschrift der Redaktion: Das hier geschilderte Berfahren ber Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken ist eine flagrante Ber­legung des Betriebsrätegesetzes. Mitglieder des Betriebsrates fönnen nur mit 3ustimmung des Betriebsrates(§ 96 BRG.) entlassen werden. Wir nehmen an, daß gegen dieses un­gefeßliche Vorgehen die gerichtliche Klage erhoben worden ist.

Hungerlöhne in der Metallindustrie".

In der Mittwoch- Morgenausgabe des Vorwärts"( Nr. 408) gaben wir eine Mitteilung der Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Metallarbeiterverbandes wieder, die besagt, daß die Arbeiter der Dürkopp- Werfe in Berlin- Reinickendorf , Berlängerte Koloniestr. 1/2, feit 23. Auguft im Streif stehen, da die Firma noch Löhne von 30 bis 33 M. pro Stunde zahle.

Unter Drohung mit strafrechtlichem Borgehen" sendet uns die Dürrtopp- Werte Attiengesellschaft Bielefeld, Zweig verein Berlin - Reinidendorf, eine Berichtigung, die in ihrem Lone Grundfäßlich erkennt damit der Reichslandbund den Segen der ebensowenig ben Anstandsbegriffen entspricht als in ihrer Art und Tarifämter, der Tarife und der Schlichtungsstellen an. Er ver- ihrem Umfange den gefeßlichen Beftimungen. Der Zuschrift ent fchweigt allerdings die Tatsache, daß er alle diese Einrichtungen nehmen wir folgende Stelle: planmäßig fabotiert und damit wilde" Streifs herausfordert. Der Der Affordlohn für Dreher, Maschinenarbeiter und Schlosser Reichslandbund vergißt auch noch anzugeben, was er unter wilden betrug vor Beginn des Streits bei uns bei Bollarbeitern in der Streifs verstanden wissen will. Die im Reichslandbund organisierten 1. Klaffe 42 M. pro Stunde. Wir zahlten an Dreher und Maschinen­Unternehmer lehnen regelmäßig die von den Gewerkschaften ein- arbeiter 44 M. und darüber pro Stunde und an Schlosser 42 bis gebrachten Forderungen ab, ebenso die Entscheidungen der Schlich 44 m. pro Stunde. Ferner haben wir diejenigen Hilfsarbeiter bei tungsausschüsse. Vielfach stellen fie Gegenforderungen, die eine un- uns, die in die 5. Entlohnungsklasse hineingehören, in die höhere 4. würdige Sumutung für die Gewerkschaft find. Wenn unter diesen gebracht und den ihnen tariflich zustehenden Lohn damit von 30 m. Umständen, nachdem alle Verhandlungsmöglichkeiten durch den von auf 30,65 m. pro Stunde erhöht." den Grundbefizern eingenommenen Herrenstandpunkt zerschlagen worden sind, die Arbeiter in den Streit treten, soll das auch dann als milder Streit gelten?

Je länger die Arbeitszeit ist, desto bequemer ist die Betriebs­Der Preußische Minister des Innern wird sich die Antwort auf führung. Die mangelnde Qualität der Betriebsleitung die Forderungen des Reichslandbundes sehr überlegen müssen, wenn wird eben ausgeglichen durch die Quantität der Arbeitser sie einer Antwort würdigt. Leistung. Je größer die Verschwendung an Kraft, Zeit und Material durch eine rückständige Betriebsleitung ist, desto mehr müssen die Arbeiter dafür durch Verlängerung der Arbeitszeit und natürlich durch Beschneidung der Löhne herhalten. Je länger die Arbeitszeit, desto niedriger die Löhne. Das Existenzminimum und heute rechnen wir ja nur noch mit einem Existenzminimum wird nicht auf Grund des Stundenlohnes, sondern auf Grund des Einkommens errechnet, ganz gleich, pb die effettive Arbeitszeit 45 oder 55 Stunden beträgt.

"

Im Borwärts" stand: die Firma zahlt noch Löhne von 30 bis 33 m. pro Stunde.

Die Firma be richtigt", daß sie noch Löhne von 30 bis 30,65 m. pro Stunde zahlt. Ob das Hungerlöhne find oder nicht, überlaffen wir der Beur­teilung unserer Leser.

Achtung, Bauarbeiter! Der Streit in der Berliner Parkett. Industrie ist beendet. Die Arbeit wird heute wieder auf­genommen. Denticher Holzarbeiter Verband. Verwaltungsstelle Berlin . Der Strelf in der AEG. Porzellanfabrik von Hennigsdorf ift beigelegt.

Neue Candarbeiterbewegungen werden aus den verschiedensten Stellen des Reiches gemeldet. Auf der Insel Fehmarn hat der wilde Streit der nichtständigen Landarbeiter eine solche Ausdehnung erfahren, daß die Zahl der eingesetzten Nothelfer von 150 auf 500 Röpfe verstärkt wurde.

Gegend von Bauhen und Löbau weiter um sich gegriffen. In Im Freistaat Sachsen haben die Landarbeiterstreits in der der Gegend von Birna haben die Landarbeiter die Arbeit wieder aufgenommen. Eine neue Bewegung macht sich vor allem jetzt in niederschlesien geltend, wo es auf einzelnen Gütern zu Teil­ausständen gekommen ist.

Wie das Betriebsrätegesetz gehandhabt wird. Bom Deutschen Metallarbeiterverband wird uns geschrieben: Dem größten Teil der Berliner Arbeiterschaft wird noch das rigorose Berhalten der Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken vor dem Kriege in Erinnerung sein. Jedem Arbeiter, der sich wäh­rend des Krieges nicht stillschweigend den Maßnahmen der Firma fügte, drohte der Schüßen graben. Das trat namentlich in Er­fcheinung, wenn sich ein Arbeiter gegen die Verteilung natio nalistischer Flugblätter und Aufrufe wandte. Ganz be­Es ist hier höchst überflüssig, den Nachweis zu erbringen, daß fonders hatte es auch die Firma auf die Gewerkschaftsfunt die Unternehmer eine falsche Rechnung aufstellen. Daß fie tionäre abgesehen. Aber auch sonst wurde der Name der Firma durch die Verlängerung der Arbeitszeit immer mehr fonkurrenz des öfteren erwähnt und zwar infolge der enormen Gewinne unfähig gegenüber ihren ausländischen Konkurrenten werden. In während des Krieges. diefem Punkte ist der Schiedsspruch besonders verfehlt. Aber wozu Wenn nun die Arbeiterschaft glaubte, daß sich nach der Re. freiwillig Tauben predigen? Die Unternehmer wollen einfach volution bei dieser Firma grundlegend etwas geändert hat, so irrt nicht, daß der Arbeiter ein Mitbestimmungsrecht hat. Sie sagen fie. Nur in den ersten Wochen nach dem 9. November, als bie sich hier mit Recht: der Appetit fomint beim Effen. Und deshalb in ihrem Auto zum Betrieb tamen, waren sie geneigt, mit der Ar Herren der Direktion unter Siffung einer roten Fahne werden sie bereit sein, momentan in eine scheinbar hohe in Wirk­licheit durchaus noch unzureichende beiterschaft und ihrer Vertretung loyal zu verfehren. Nachdem nun Lohnerhöhung einzuwilligen, aber der Novembersturm vorüber war, befannen sich die Herren um sich für die Dauer die kürzere Arbeitszeit und die damit ver auf ihre Vergangenheit. Die von der Arbeiterschaft gewählten bundenen höheren Löhne und größeren Rechte der Arbeiter vom Vertreter flogen auf das Pflaster. Dabei blieb es auch, als Zentralverband der Schuhmacher. Heute abend 6 Uhr bei Bilfe, Gebastian. Halfe zu schaffen. straße 39, Branchenversammlung der Friedrichstädtischen Maßschuhmacher. das Betriebsrätegefeß in Kraft getreten war. Denn trog Deutscher Werkmeister- Berband. Sämtliche Betriebs- und Bertrauensleute dem es zum Schuße der Arbeiter besondere Bestimmungen vorsieht, fowie Funktionäre der Fachgruppe Metallindustrie haben Sonnabend nach­richtete sich die Direktion nicht danach. Sie erlitt damit fogar vormittag 5 Uhr im Klubhaus Ohmstraße Bersammlung. Tagesordnung: ,, Lage dem Schlichtungsausschuß Schiffbruch, als sie zwei Angestelltenmit in der Metallindustrie". Verband der Fabrikarbeiter. glieder fristlos entließ. Achtung, Drtsverwaltung Groß- Berlin. Funktionäre der chemischen Industriel Montag abend 6 Uhr im Vereinslotal Königsbant", Große Frankfurter Str. 117, Funktionärkonferenz der chemischen Industrie. Tagesordnung: Bericht von der Lohnverhandlung". Ohne Mit­sliebsbuch und Funktionärkarte fein Zutritt.

Und deshalb ist die Entscheidung, die die Berliner Metall. arbeiter heute zu treffen haben, von grundlegender und weittragender Bedeutung.

ak

Am 30. August nahm eine stark besuchte Funktionärversamm lung derjenigen Betriebe, welche nicht dem Berband Berliner Metallindustrieller angeschlossen sind, zu dem am 28. Auguft ge­tätigten Schiedsspruch Stellung. Sämtliche Diskussionsredner [ prachen sich gegen eine Annahme dieses Schiedsspruches aus.

Zentralverband der Maschinisten und Seizer. Geschäftsstelle Groß- Berlin. Seute abend 6 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25, Gaal 1, algemeine Funktionärverfammlung. Tagesordnung wird in der Bersammlung bekannt gegeben. Es ist Pflicht eines jeden bienftfreien Kollegen, pünktlich in der Ber fammlung zu erscheinen.

Briefkasten der Redaktion.

Ein Strafantrag seitens des Betriebsrats auf Grund des§ 99 des Betriebsrätegefeßes hatte für die Firma teine nachteiligen Folgen, da die Berufungsinstanz aus dem Grunde die Firma freisprach, weil ihr das Bewußtsein" einer strafbaren Handlung gefehlt habe und sie von ihrem juristischen Beirat falsch unterrichtet worden war, Der Verbrauch juristischer Beiräte ist bei diefer Firma enorm. W. G. W. 1. Schneider- oder Tegtilarbeiterverband. 2. Erscheint noch. Es wurde ein mütig zum Ausdruck gebracht, daß die Bergliedern in den Aufsichtsrat in Kraft trat, war die Firma um so Nachdem nun das Gesetz über die Entfendung von Betriebsratsmit. 3. Bon 3-6 nachmittags. Sonnabends bis 5 Uhr. liner Arbeiterschaft den Angriff auf den Achtstundentag mit allen mehr bemüht, da sie anscheinend niemand in die internen An- Berantwortlich für den redakt. Teil: Viktor Schiff, Berlin ; für Anzeigen: ihr zu Gebote stehenden Mitteln abzuwehren habe. gelegenheiten der Fabriken hineinsehen lassen wollte, unter allen Th. Glode, Berlin . Berlag Bormärts- Berlag G. m. b. S., Berlin . Drud: Umständen unbequeme Betriebsratsmitglieder zu entfernen. Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin , Lindenstr. 3 Hierzu 1 Beilage.

Es wurde einstimmig folgende Resolution angenommen: ,, Die Funktionäre der Metallarbeiter, welche dem BBMJ. nicht angehören, machen den Metallarbeitern in den BBMI.- Be­trieben zur Pflicht, dem Schiedsspruch ein Unannehmbar" entgegenzustellen. Obige verpflichten sich, in jeder Weise die Kollegen zu unterstützen."

Schon als die Vorbereitungen für diese Wahlen getroffen wur. den, fezte der offene Kampf ein. Zunächst wurde durch den Be­triebsobmann der Hauptverwaltung, ber nur 16 obere Beamte ver­tritt, versucht, die Wahlleitung an sich zu reißen. Als die Betriebs­räte der Arbeiterschaft diefes ablehnten, erhob dieser obere Be amtenvertreter Beschwerde beim Arbeitsministerium und dem zu­

Stoffe

für Herren- u.Damen- Bekleidung beste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf meterweise

G.

Koch& Seeland 6. m.

Gertraudtenstraße 20-21,

KON LINON

Maffary. Delft

edel wie der Name

Urteilen Gie felbfi

Fritzi Maffary

eine Zigarette von Kang