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Gewerkschaftsbewegung

Zur Lage im Zeitungsgewerbe.

Eine vernünftige Auffaffung.

Die TU. berichtet aus München : Die Vertreter der Berleger Ghaft, der Schriftleitungen und der Buchbruder waren gestern in München versammelt um sich mit der Lage im Zeitungsgewerbe zu beschäftigen. Es bestand Uebereinstimmung darüber, daß die Buchdruckerlöhne in Anbetracht der Teuerungsverhältnisse burchaus wünschenswert wären, daß aber die Not­lage des Gewerbes zurzeit die Beschaffung und Aus= zahlung ungeheuer schwierig gestaltet und in manchen Betriet en foga: unmöglich mache. Arbeitgeber. und Ar­beitnehmerschaft stimmten darüber ein, daß nur gegenseitige rerständige und engste 3usammenarbeit einen 2 us weg aus der bedrohlichen Lage des Gesamtgewerbes fchaffen fönnen, und daß alles darangesetzt werden muß, um Die Betriebe aufrechtzuerhaften."

Auf dem Wege der Verständigung mar noch stets eher etmas zu erreichen als durch Scharfmacherei durch Drohungen mit der Hungerpeitsche.

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So sehen die Methoden derjenigen aus, die, wenn es gilt, praf- ftande erklärt hatten, die neuen Lohnforderungen in Höhe von tische Arbeit zu leisten, in paffiver Resistenz" stehen. Fest steht 41 Millionen Mark pro Woche zu zahlen. Die Zeitungen erscheinen jedenfalls, daß die Auftraggeber dieses Bannstrahls den Generalstreit nicht. bei der Hochbahn nicht durchführten. Bir bilten unsere Kollegen und Kolleginnen, aus allen diesen Fr in der Anthrazitindustrie den Streit angefündigt haben, will Gegen die amerikanischen Kohlenarbeiter, die zum 1. Septem­Fällen endlich mal die nötige Lehre zu ziehen und den Parolen und oie Regierung unter dem Präsidenten Coolidge eine energische Anweisungen unverantwortlicher Personen nicht blindlings zu folgen. Aftion eröffnen für den Fall, daß bis dahin feine Einigung erzielt Das Trümmerfeld, das diese Akteure hinterlassen haben, ist ganz sei. Mit anderen Worten, wenn die Arbeiter von ihren Forde­fürchterlich. Diejenigen aber, die versuchen, die Opfer wieder unter rungen nicht abgehen. Die Arbeiter lassen sich durch diese Drohung zubringen, find" Berräter", die man tagtäglich in der Roten Fahne um so weniger einschüchtern, als sie sich auf die Solidarität ihrer bis zur Bogromheze herunterreißt.

" Darum, Kollegen, aufgewacht! Laßt endlich den Bruderkampf." englischen Kameraden stügen tönnen. Generalversammlung des Verkehrsbundes.

Gestern abend tagte im Gemertschaftshaufe die zahlreich durch Delegierte beschichte ordentliche Generalversammlung der Ber liner Berwaltungsstelle des Berkehrsbundes. Die Dr ganisation hat eine rege Tätigkeit entfaltet. Die Mitgliederbewe­gung war günstig. In letzter Zeit traten die Hausange­stellten zum Verkehrsbund über. Der erste Bevollmächtigte, Benoffe Ortmann, gab zunächst die eingelaufenen Anträge be­fannt, die getrennt beraten wurden, da sie den Delegierten nicht gebrudt vorgelegt werden konnten. Ein Antrag, die Streif unterstügung vom ersten Tage ab zu zahlen, wurde dem Hauptverstand überwiesen. Für die Hilfsarbeiter in der Metallindustrie beschloß die Generalversammlung die Ab fchaffung bes Fünftlassensystems. Die Gauverwal­tung wurde beauftragt, beim ADGB . und damit bei der Regierung sofort energische Schritte gegen die Lebensmittelteue

Der Bezirksverein Dresden des Deutschen Buchdrudervereins faßte folgende Entschließung: Wir protestieren gegen die Festsetzung eines Wochenlohnes von mehr als 35 Millionen Mart, der über­haupt nicht aufgebracht werden fann und alle unsere Druckereien und Betriebe zugrunde richten sowie die Arbeiterschaft legten Endes brot- rung zu unternehmen. Ios machen muß. Die Arbeitgeber lehnen jede Berantwortung ab, falls Komplikationen aus der nicht restlosen Zahlung der Löhne ent stehen sollten. Die Prinzipalvertreter des Tarifausschusses durften unter feinen Umständen einer Lohnhöhe die Zustimmung geben, deren Durchführung unmöglich ist."

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Kommunistischer Bannstrahl.

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Willst Du nicht mein Bruber fein, dann schlag' ich Dir den Schädel ein." Der Arbeiterratsvorsitzende der Hochbahn Muhti, melcher mit glied der Kommunistischen Partei ist, hat den Beschluß des sogenannten Generalftreits" nach Auffassung der Drahtzieher nicht sofort zur Ausführung gebracht, und zwar deshalb nicht, meil innerhalb des Verkehrsbetriebes auf Grund der technischen Struttur es nicht so geht, wie es fidh jene Helden dachten, die die Beschlüsse in der Hafenheide faßten. Nachdem Muzti von allen in und außerhalb des Betriebes die schwersten Vor­würfe erhalten hatte, wurde Muzti am Sonnabend, den 18. August, vor ein Femgericht im Lotal von Schulz, Elisabethstraße, geladen. In dieser Sizung, die von zirka 40 bis 60 Personen besucht war, waren nicht nur Mitglieder der Partei, sondern auch Sympathi­fierende" anwesend; auch der bekannte Kollege Schivelbein , der mit der Hochbahn doch gar nichts zu tun hat. Mutki erklärte, warum er nicht so handeln tonnte wie befohlen und erhielt dafür die üblichen Anwürfe. Beschlüsse irgendwelcher Art wurden Mugti nicht bekannt­gegeben. Beim Verlassen des Raumes erhielt er als besonderes Rompliment von einem Helden diefer Sigung den schönen Nachruf: Adieu Strol!"

Mußti, der in jeder Beziehung seinen Mann geftanden hatte, fonnte dieses Berfahren unter feinen Umständen als gerechtfertigt betrachten und zog daraus seine Konsequenzen. Am Montag machte er dem Fraktionsvorsitzenden der KPD . bei der Hochbahn die tele­phonische Mitteilung, daß er aus der Kommunistischen Partei austrete. Am Dienstag wurde ihm daraufhin von diesem KPD. - Borsitzenden und einigen anderen Kollegen die Mit­teilung gemacht, daß er von seinem Bosten als Arbeiterrats porfizenden abzutreten hätte. Muzfi lehnte dies ganz entschieden ab und erklärte, daß er dies nicht tun werde, er habe das Amt nicht von der Kommunistischen Partei, sondern von seinen Kollegen übertragen bekommen und werde nur den An­weisungen feiner Kollegen bzw. des Gesamtbetriebsrates folgen.

Der Verbandsvorfigende Reichstagsabgeordnete Genoffe Sch us mann gab einen furzen Ueberblick über die Tätigkeit der Ver­bandsleitung im Intereffe der Mitglieder der Organisation. Man dürfe sich auch in gemertschaftlichen Dingen nicht ausschließlich vom Gefühl leiten lassen. Die Arbeitsgemeinschaften feien für ihn nur Mittel zum 3 med. Der Antrag auf Austritt aus der Arbeitsgemeinschaft wurde abgelehnt.

leber die Stellungnahme der Organisation zu dem kommu­nistischen Generalstreit" berichtete Klofe. Seine Aus­führungen bezogen sich hauptsächlich auf die Versammlung der Ge­wertschaftsfommission im Reichstag. Selbft Kommunisten feien nur widerwillig der Aufforderung zum Generalstreit gefolgt. Einige, die zum Streit aufforderten, hätten dann selbst gearbeitet. Die Kommunisten hätten es auch abgelehnt, schon jetzt in der Stadt­verordnetenversammlung zusammenzutreten, um zu der Stiflegung der Straßenbahn Stellung zu nehmen.

Den eindringlichen Mahnungen des Versammlungsleiters Ortmann ist es zu danken, daß die Versammlung bei diesem fritischen Bunite feine Unterbrechung erfahren brauchte. Der von Den Kommunisten inszenierte Lärm und befonders bie oft ein fältigen 3wischenrufe von der Tribüne waren in teiner Weise dazu angetan, das Ansehen der Organisation zu wahren. Mit der Bekanntgabe Ortmanns, daß gegen die Stillegung der Straßenbahn Einspruch erhoben ist, und mit dem dringenden Ersuchen, die Beiträge stets beschleunigt abzuliefern, wurde die Versammlung in vorgerüdter Stunde auf kommenden Donnerstag vertagt.

Angestellte im Zeitungsgewerbe! Die Verhandlungen mit den Beit vom 19. bis 25. August find gefcheitert. Als vorläufige Arbeitgebern für das Groß- Berliner Zeitungsgewerbe für die kontozahlung erhalten die Angestellten am Sonnabend das drei­fache Juligehalt. Am Montag tritt das Tariffchiedsgericht zu­sammen.

Im Friseurgewerbe wurden die Mindestwochenlöhne laut Ber­einbarung zwischen den Innungen und der Gehilfenorganisation mit Wirkung vom 24. August um 100 Broz. erhöht. Die Mindeft Lohnfäge betragen mithin pro Woche 6 refp. 7 Millionen. anderen Bedingungen wie bisher.

Alle

Achtung, Hochbahner!

Morgen, Sonnabend, 6 Uhr, Fortsegung der Fraktionsfigung aller BSPD.- Genofen. Räheres beim Gen. Schell. Der Fraktionsvorstand.

Aus der Partei.

Gemeinsame Affion der Sozialisten Polens. demokraten und der Bundiften( jüdische Sozialisten) in Warschau Seit längerer Zeit ist auf Beranlassung der deutschen Sozial­zwischen den sozialistischen Barteien verhandelt worden, um eine einheitliche Plattform gegen die immer stärker werdende Reaktion zu finden. Ein gemeinsames Manifest, das von der polnischen fozialistischen Pariei( PPS.) der deutschen fozialdemokratischen Partei in Polen , dem allgemeinen jüdischen Arbeiterbund und der deutschen Arbeitspartei, die ihre Erflärung auch im Namen der deutschen Sozialdemokraten der ehemaligen Bofener Broving abgab(?) unterschrieben ist, fagt u. a., daß die nationalistische Bropaganda eine unerträgliche Atmosphäre geschaffen hat, daß die Aufregung unter nationalistischen Hetrufen, insbesondere unter dem antisemitischen Decmantel bis in die weitesten Schichten der Bevölkerung gedrungen sei und die arbeitende Klaffe spalte. Diese Propaganda stärke die nationalistischen Strömungen unter den Minderheitsvoltern, erschwere eine einheitliche Attion des Proletariats und begünstige den Fortschritt der Reaktion. Schließlich verpflichten sich die Barteien, diesen Abwehrkampf in ft än di ger Fühlungnahme zu führen.

Wir begrüßen dieses erste gemeinsame Vorgehen der soziali­ stischen Parteien in Bolen und hoffen, daß über den augenblicklichen Anlaß hinaus damit eine Internationale in diesem Nationalitäten­staat angebahnt wird, die auch auf eine gerechte Lösung der Minder­heitenfrage hinarbeitet. Berantwortlich für Belitik: Richard Bernstein, Berlin- Wilmersdorf: Wirtschaft: Artur Saternus, Friedrichshagen ; Gewerkschaftsbewegung: Friedrich Cztorn, Berlin : Feuilleton:.. Döscher, Wilmersdorf ; Lokales und Sonstiges: Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin . Drud: Borwärts- Buchbruceret Frik Rarstädt, Wilmersdorf ; Anzeigen: Th. Glode, Berlin . und Berlagsanstalt Paul Ginger u. Co., Berlin G. 68, Lindenstraße 3.

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