iffofr ßttkra I Lchülern zu L«reinen, m denen Erwachsene Mitglieder seien und in den Waffenilbungen vorgenommen werden, sei grundsätzlich und ohne Bayer» vor Neuwahlen?! Ausnahm« oerboten. Die dreitägige Aussprache im Ständigen Ausschuß beöj Damit gestehen die bayenschen Minister ein. daß die boqe- bayerischen Landtags endete nicht nur mit einer Niederlage rischen Regierungsmsthoden vollkommen versagt der Persönlichkeit Kahrs, sandern auch seines Systems, das � haben und daß man nunmehr Schritt« unternehmen müsse, die die nicht nur an seine Person gebunden ist. Annahme fand ein preußische Regierung seit Jahren mit Erfolg anwendet und die demokratischer Antrag, durch den sämtliche allge- vom Reich seinerzeit gesetzlich verordnet worden sind. Was würden meinen Verfügungen und Verordnungen des Generalstaats- 1 die Deutschnaticnalen sagen, wenn Preußen«inen äbnlichen Bankrott kommissars dem Landtage zugänglich gemacht werden, ange- anmelden müßte? Sie würdel, wahrscheinlich verlangen, wie in
Sachsen vorzugehen. kriegsverläagerer Luöenöorff. INüncheo, 8. Dezember. sWTB.s General Ladsndorsf hatte die„M ün chen er Po st" vertagt, weil sie am IS. Mai einen Artikel gebracht hatte, in dem er als.L rl eg s vtrlän g e r'e?" bezeichnet wurde. Vom Münchener Schöffengericht wurde der Ve- klagte, Schriftleiter Zs'faß, freigeiprochen, woraus Luden- dorff durch seinen Rechtsbeistand Berufung beim Landgericht Mün chen einlegte. Das Gericht verwarf die Berufung, in dem es
nommen wurde ein Antrag der Sozialdemokraten auf vorläufige Dienstentlassung aller an der Vorbereitung und Durchführung des Hiller-Ludendorff-Putfches beteiligten Be� amten. Das kennzeichnet die Situation. Demokraten und Sozialdemokraten befinden sich in erfolgreicher Offensive. Die Regierungsparteien sehen sich gezwungen, einem Antrag zuzustimmen, der einem Mißtrauensvotum für Kohr gleichkommt. Wird der vom Ministerium Knill». ng bestellte General- staatskommisfar Kohr die Konsequenzen daraus Ziehen? Die! Schöffengericht auf den Standpunkt stellt«, daß Krise, in der die bayerische Regierung seit der Verkündung Absicht einer Beleidigung nicht gegeben sei. des Antimarxistenmanifestes durch Kohr im Bürgerbräu' stand, ist vorläufig beizelegt. Selbst der verdrängte Finanz- minister verbleibt im Amt. Aber beileibe nicht, weil nun etwa alle Mißstimmungen beseitigt sind. Man einigte sich auf diesen, Ausweg, weil eine einheitlich« Ausfassung unter � den verschiedenen Richtungen innerhalb der bayerischen Volkspartei für eine grundsätzliche Neuorientierung der.e>>«m geeigneten Diktator. Ludendorsf ist von der ge- bayerischen Politik mit neuen Männern jetzt nicht zu er�sumten völkischen Bewegung fallen gelassen zielen war. Kahr brilliert also nicht nur in der Rolle des worden. Sein Name hat abgewirtschaftet. Der Mohr hat seine Marxistentötcrs, er bringt es sogar fertig. Spreng-. Schuldigkeit getan, der Mehr kann gehen. Aber wer soll an Luden- pulver in das bisher feste Eejüge der bayerischen Volkspartei dorssz Stelle treten? Die„Deutsche Zeitung" tippt auf den Nomen Hinöenburg
soll Führer sein. Aber er ist zu alt! Die Völkischen sind bekantlich wieder einmal auf der Suche nach
zu streuen. Unter diesen Umständen ist es bezeichnend, wenn das Organ der bayerischen Volkspartei, der„Regens- burger Anzeiger" meldet: „Die partielle Krise innerhalb des Kabinetts dürfte gelost sein. Die innerbayerische Lage erfordert es dringend, daß die innere Homogenität des Kabtneits wiederhergestellt wird, ohne daß vor den Wahlen, die In immer größere Nähe rücken, ein Wechsel der Personen notwendig wird." Die Notiz läßt darauf schließen, daß in der bayerischen Voltspartei schwerwiegende Zweifel darüber bestehen, ob die gegenwärtige Zusammensetzung des Landtages noch der Stimmung des Volkes entspricht und daß man ein« gehörige Portion Angst vor Neuwahlen hat, die man möglichst unter den Polizciknüppel Kohrs zu stellen wünscht. Das würde zwar dem Skandal des Verbots der sozialdemo- kratischcn Presse einen neuen Skandal hinzufügen, zeigt aber zu gleicher Zeit sehr deutlich, was es mit dem Geschrei der Deutschnationalen und Völkischen über einen Rechts- a b m a r f ch der Volksseele auf sich hat. Im Laus« der gestrigen Aussprache im Ausschuß traten nicht
des Generals v. Seeckt. Der Friedericus-Mann F. E. H o l tz ver- suchis mit einem anderen,.chindenburg soll Führer sein!" ruft er in einer Unierhaltung mit Ehrhordt aus, die er in semer Zeitschrift„Fridericus" mehr länglich als interessant wiedergibt. Und Ehrhardt, der schlau« Fuchs, der in der Unter- redung von Ludendorff behauptet, er intriaierte gegen ihn? �Hindenburg ", so sagt er,„so. das wäre ein Aueweg. Daran Hab' ich bisher nicht gedacht. Gegen dielen Mann Hab' ich kein« Bedenken. A b e r e r i st a l t. Es müßten zunächst die einzelnen Führer zusammenkommen und die R i ch t- linien festlegen, nach denen der Feld morschall die vaterländische Bewegung führt." Aber davon will der F E . Holtz nichts wissen. „Nein, nein!" ruft er aus.„Die vaterländisch« Ve- wegung ist am Zusammenbrechen. Da ist kein« Zcit mehr zu verlieren. Zeigt dem deutschen Volk den Namen Hinden- bürg und es wird befreit aufatmen, es wird wieder hoffen und glauben, chindenburg ist nicht zu alt." Darauf Ehrhardt, er werde sich die Sache überleben. Di« Lage im völkischen Lager ist also setzt so, daß Luden« dorff. fallen gelassen worden ist. Ludendorsf will aber nicht ab- danken. Ehrhardt versucht sich an die Stelle Ludendorffs zu drängen. Die Berliner Völkischen, Richtung„Deutsche Zeitung", be
weniger als drei Minister in Erscheinung. Nichts mehr von �ühen sich. Seeckt als Reklameschild zu erhalten.
Anklagen gegen den Marxismus konnte man aus ihrem Munde hören, ihr« Reden waren bescheidene Verteidigungsvsrsuche.„Der Feind steht rechts" mußten sie bekennen. Ministerpräsident Knilling sprach von der verzweifelten Lag« Bayerns : etwaigen Plänen Frankreichs in der Pfalz gegenüber hatte«r«inen jener paplernen Proteste in der Tasche, gegen die von bayerischen hohen und höchsten Stellen imnie? im Ton tiefftcr Entrüstung gewettert worden war, wenn sie vom Reiche kamen. In der Münchener Polizeidirektion habe man eine gründliche Reinigung von putschistischen Beamten vornehmen müsien, gestand er ein. Di« Auflösung der bisher von der Regierung unterstützten Kampforgani- sationen werde mit allem Ernst beirieben. Innenminister Dchweyer entschuldigt« sich, Hitler habe ihm das Ehrenwort ge- geben, nicht zu putschen. Kultusminister Matt gab zu, daß die poli- tische Agitation auf den bayerischen Schulen einen unerträglichen Grad erreicht habe, dem mit aller Energie zu Leibe gegangen werden 'misse. Er habe sich sowohl in den Schülern wie auch in vielen Lehrern getäuscht und werde dafür sorgen, daß in Zukunft jede Politik von der Schul« ferngehalten werde. Die Zugehörigkeit von
Der trefflich« Soviel Köpf«, Aber kein
F. E. Höltz erhebt H Indenburg auf den Thron. soviel Sinne, soviel Richtungen, soviel„Diktatoren Diktatork „Gute Fahrt und Gott besohlen, denn ich Hab« Eile" schloß E. F. Holtz seine llyterrekumg,„Gott besohlen!" kann man der ganzen völfifthen Bewegung zurufen.'.
Die Reingefallene«. In unserer Notiz über den.„Börsenkurier" wird uns aus Bank- kreisen geschrieben:„Der„Vorwärts" bezieht sich mit Recht auf die Aenderung in der politischen Haltung de«„Dörsenturiere". Seit dem Ausscheiden des. Herrn Steinborn hat dort die politische Re- daktion ein Dr. Oesterreich in Händen, der mit einer sehr weit nach rechts orientierten Gesinnung sin eben so heftiges Temperament verbindet. Nur so ist«s erklärlich, wenn sich ein sonst ernst zu nehmendes Blatt wie der„Börsenkurier" zumGerüchte- träger mißbrauchen läßt."
Dxutj<bvolklsche Norüagitatoren. WulleS Vertrauensleute. In die Geheimnisse der sogenannten„deutschvölkffchen Frei» heitsbewegung" leuchten die Mitteilungen hinein, die das„Berliner Tageblatt" über einen sehr jugendlichen Vertrauensmann WulleS, namens Erütte-Lehder. zu machen in der Lage«st. Das Polizeirevier in Berlin -Hcrmsdorf wurde vor einigen Tagen telephomsch davon unterrichtet, daß im Tegeler Forst«in poli» tischer Mord vorgekommen sei und daß«in gewisser Robert (Srütte-Lehder dort einen angeblichen Spitzel e.r.s ch o s s e.n habe. Ein« Stund« später war Grütte verhaftet. Er stellte sich als «in junger Mann von 17 Iahren dar, bei dem.folgender Ausweis gesunden wurde:'-. Reichstag . Fernsprecher 9öS2/vk0l). Berlin NW. 7., 20. 11. 23. Herrn Robert Grütte-Lehder, Berlin-Waidmannslust, Tribergerstraß«. Herr Robert Grüüe-Lehder ist in unserem Auftrag f ü r d i t völkische Freiheitsbewegungtätig und tjai 6« Aufgab«, Vorpommern z u organisieren. Wir biüen, ihn nach Kräften unterstützen zu wollen. . Mit deutschem Gruß R. W ulle. M. d. R. Grütte gestand ohne weiteres, einen Oberleutnant Müll l e r. der auch unter anderem Namen tätig war. e r s ch o s s« n zu haben, weil er Spitzeldienste für die„Rote Fahne" geleistet hätte. Er gab auch alle Einzelheiten der Tat an und bezeichnete die Stelle. wo die Leiche verscharrt wäre. Nachforschungen der Mordkommission hatten jedoch keinen Erfolg. Wohl aber wurden die S o ch« n des angeblich Ermordeten bei Grütte-Lehder gefunden. Der jung« Mensch gehört«.», a. folgenden Organisationen an: Deutschnationaler Iugendbund, Neue Jugend, Reinhardr-Orzani» sation, Deutscher Herold imd dem Bismarck-Orden, der vom Lismarck-Bund abgesplittert ist. Mitglieder des Bismarckordcn» hatten die telep.honische Anzeige erstattet. Ihnen hatte der Bursche erzählt, daß er den Müller erschossen habe, und er rühmte sich der Tat. Er bedrohte auch die Buntesgencssen mit dem Revolver: „W er mich verrät, wirdum die Ecke gebracht." Auch vom Geschäftsführer des„Deutschen Herold", dem Stadt» verordneten' Kube. hatte der Jüngling einen Ausweis, der diele» Wortlaut hatte: Unter. den Briefen findet sich auch einer der Frau Techow, der Muttsr des Rathenau -Mörders, die an den damals verhafteten Heinz Dammers schreibt: „Sie dürfen sich über die Bezeichnung Mörder nicht anfeegen. Die Zeitungen, die diesen Ausdruck bringen, sind jüdisch. und das sagt alles." Das sagt dieselbe Frau, deren Söhn« wegen Mordbeihilfe im Zuchthaus und Gefängnis sitzen und die von der M u t t e r Rathenau« jenes denkwürdige Schreiben erhielt, in dem es hieß: „In namenlosem Schmerze reiche ich Ihnen, Sie ärmst« aller Frauen, die Hand. Sagen Sie Ihrem Sohn«, daß ich im Namen und Geiste des Ermordeten ihm ver» zeihe..." Es sind wirklich seine Familien, die den Kranz der völkischen Freiheitsbewegung stechten. Der Vollständigkeit halber sei nur noch erwähnt, daß Grütte, als er in die Enge getrieben wurde, fein G e» ständnis widerrief und erklärte, er habe vor seinen Herms, dorfer Freunben renommiert, um als Mann der Tat zu gelten. der einen Spitzel zu bestrafen tviff«. Er wollte eine' Rolle spielen und habe zu diesem Zwecke die an sich falsche Behauptung aufgestellt. Die Wusse, Henning und Graes « können wirklich stolz sein auf ihre Verträueneleute: die die'„völkische Freiheitsbewegung" würdig repräsentieren., Berlin ©W. 11, Lessauer Str. ft. Ausweis. Herr Robert Grütte-Lehder, Berlm-Woidmannsluft, ist von Herrn Rcichstagsabgeordneten Wulle bevollmächtigt, die für den „Deutschen Herold erforderlichen Unterlagen im Fall« Müller zu beschoffen. I. A.: Wilhelm K u b«, Reichsgeschäftsführer. Stempel: Deutscher Herold. Der Gesifiäftsführer.
Die Jugend hilft! Bon G e w c. Seit wenigen Wochen hört die Oeffentlichkeit, daß die Jugend sich zusammengeschlossen hat. um selbst tätig der Not zu steuern. Ein«„Alterhilfe der Jugend" ist entstanden. Soweit sie kann, unterstützt sie durch Essenoerteilung, Kleider und sonstig« Gaben arme Alte, läßt Junge Patenschaft üben, d. h. der alten Leutchen Wohnung reinhalten, Gänge besorgen, auch freundlich mit ihnen schwätzen, kurz ihnen zeigen, daß junge, froh« Menschen sich gern um sie kümmern. Jetzt ist die erste Schrift einer Gruppe solcher.Lugendhelser" herausgekommen, das Heft„fjilfe" der„Proletarischen Weggefährten", die schon auf längere Arbeit zurücksehen können. Wichtig scheinen die Blätter. Mit knappen Worten wird fest« gestellt, daß— jetzt, wo Erwägen zurückgehalten werden muß vom Drang zum Handeln—"der Weg gezeigt werden soll zum Sieg de» ehernen Symbols:„Sei Mensch." Als mahnende Anklage, v«r- heißenden Wunsch stellen dies« Jungen die Wort« Ernst Tollers über ihr Tun: „Nicht Schmarotzer sollen raffen, Schieber, Parasiten, Lossen, Frei« Menschen sollen schaffen, F r ei a u f freiem Land l" Di« Beziehung der Jugendbewegung und Wohlfahrt wird be» handelt. Gezeigt wird, daß die Jugendbewegung, die soviel von Bolksgemeinschosi spricht, wünscht, hofft, in der Wohlfahrtspflege den praktischen Weg zum Volk«, zur Gemeinschaft findet. Wenn die Jugend sich Rechte nimmt, besonders das der eigenen osrantwort- lichen Lebcnsgestaltung, so hat. sie Pflichten zu erfüllen. Gegen die Alten, denen etwas Frohsinn durch Jungsein in ihr« trostlos« Ein- komkeit gebracht werden kann: gegen die Kinder, bei denen junges Wollen sich auswirken kann, denen Freundschafi not tut. Dann folgen schlichte Berichte über schon Geleistetes, deren einer schließt:„So hat es bis heu!« geklappt. Doch noch wollen wir nicht befriedigt sein, nicht rosa färben. Warten wir aus Ergebnisse einer längeren Zeit. Rückschläge gibt es viele."— Ergreifend sind T a g e- buchblätter aus der Kindergrupp« Mulackstraße, die wohl von schlimmstem Elend weiß fSiein-, Mulack-, Rückert-, Dragonerstraße usw.). Ein paar folgen:„Mit den Kindern nach Wannse«. Ein Mädelchen, neun Jahr alt, sucht« Stichlinge, machte sie mit den Fingern tot und aß sie auf.— Heule früh nahm mich «in Junge oer der Fahrt beiseite: Ich habe von der Lieschen, die verfch'.ckt ist, die Schuh« miigen.ommen, die soll Willi anziehen, der hat W keine und friert sonst.— Rucksack, Stiefel, Geld, Bücher, alles wird oerfehen und oft muß urser Gericht, aus Kindern schnell ge- bildet, zusammentveten und Sühne für beschmutzte Bücher und
dergleichen fordern. Aber wer unser« armen Proleiarierkinder kennt, weiß, was gegenseitig« Hilfe bedeutet.— Wir haben eine Rummel- polizei gemacht. Drei Kinder wollten erst auf unsere und dann auf ander« achten, ob sie den Mut und die Ausdauer haben, ander« abzuhalten, statt selbst mitzumachen." i Angaben aus der Altershilf« sind stets von neuem erschütternd. Hier scheint die Rot am größten, bei den Alten, die mit mühsam ersparten einigen Tausend Mark«inen ruhigen Lebensabend vor sich sahen, und die heut« davon kaum«ine Woche leben können. „Wir jungen Menschen glauben durch unser Jungsein die Ber- pflichtung übernehmen zu müssen, gerade den alten Menschen zu helfen. Dielen vereinsamten, verbitterten Leuten können wir schon durch unser Gehen zu ihnen«inen etwas froheren Lebensabend geben. Tut es wie wir. Seid ihnen Pate, indem ihr helft, wo es gerade not tut. Beim Säubern, wirtschaftlich, auch seelisch." Die kleine Schrift, mit seltsam harte», wuchtigen Linolschnitten geschmückt, ist literarisch sicher nicht vollendet. Doch als Flugschrift, von namenlofen Iunghelfern versaßt, wird sie von neuem Menschen zum Liebesdienst rufen. Wenn sie mir schlichten Worten Einzelfälle grell beleuchtet, um Allgemeines zu illustrieren, und ausklingt in den Ruf Maxim Gorkis : �oche lebe der Mensch, der bereit ist, sich selbst zu opfern! Es leb« der Mensch?" (Das Heft„Hilfe", gedruckt bei, den Landf�hrern Ber» lin, ist im Landgemeindehaus erhältlich.)
Gifte als uralte yeilmlitel. Wie schon die Aeskulap-Schlong«, das Wahrzeichen des ärztlichen Berufs, andeutet, bestehen zwischen der Heilkunde und den giftigen Tieren uralt« Beziehung«:. Auch heute noch und gerade setzt wieder in erhöhtem Maße wendet sich das Interesse des Mediziners der Wirkung tierischer Gifte zu und er erkennt auf Grund r.euester Forschungen, daß uralte Heilmittel, die man aus diesen Giften bereitete, ihr« volle Berechtiguno besaßen.. In einem Aussatz der„Klinischen Wochenschrift" weist Prof. Flury auf diese Ehren- rettuna alter Arzneimittel hin. dl« moderne Aerz:« ixohl bereits als Aberglauben abtun wollten Auch in unseren Tagen hör! mc-n immer wieder die Empfehlung ron Schlangengist gegen allerlei Krankheiten. Auch lzat man die spanische Flieg«, ein« der ältesten Arzneimittel tierijcher Herkunft, in neuerer Zeit wieder herocrgeholt. Di« Verwendung von Blutegeln, die einst ein« ganze große Industrie hervorrief, hat heute nachgelosscn. dagegen kehrt man zu den Bienenstichkurev gegen Rheumatismus zurück, da die Heilerfolge unbestritten sind. Es müssen im Bienengift Bestandteile enthalten sein, die sehr wirksam sind, wobei wohl der den Schlangengiften verwandte Bestandteil des Sekrets die Hauptroll« spielt. Das Adrenalin, ein? unserer modernsten Arzneimittel, hat in Wirklichkeit eine lange Gesch chte. Im Fleischevgewerb« war die blutstillende Wirkung der Nebenniere seit langem wohlbekannt, und die Wissenschast hat nur diese i» der Volksmedizin erprobten Ersehet.
nungen übersehen. Der Entdecker der Adrenalinwirkung ist jeden. falls heute nicht mehr zu ermitteln. Bon indischen Gauklern, chinesi. schen und japanischen Quacksalbern wird aus Jahrmärkten ein Hell. mittel vertrieben, das wegen seiner ausgezeichneten blutstillenden und schmerzlindernden Wirkung in Asien sehr beliebt ist. Es wird aus Amphibienhäuten gewonnen, und die überraschende Erklärung besteht darin, daß in den Hautdrüsen gewisser Kröten Adrenalin in ungewöhnlich großen Mengen enthalten ist. Ueberhaupt ist da» K r ö t« n g i s t,«in uraltes Heilmittel, von der chinesischen_Forschung in den letzten Iahren viel beachtet worden. In dem„Senso" der Ehinesen, das aus Krölenhaut gtwonnen wird, findet sich dos Buma. lin, ein Stoff der Digitalisreihe, ferner ein lokal schmerzstillend wirkendes und zentral erregendes Mittel und wohl auch Adrenalin. Dieses ostafiatisch« Heilmittel ist also zireifell» sehr wirksam gegen Krankheiten des Herzens uns sonstige Kreislaufstörung«:. und di« modern« Forschung hat wieder einmal gelehrt, wie und«. rechtigt da» überlegen« Lächeln des Europäers über gewisse chinesisch« Heilmittel von der Zlrt der Kräienhäut« und der Bärengalle ist. Die ersten Sawjek-Fllme. In Moskau wird, dem Ost-Expreß zu. kolge, feit einigen Tagen ein Film mit dem Titel„Das d i p l o» matischa Geheimnis" vorgeführt, dem die Press« als dem ersten un Auftrag« der staatlichen Filmdirektion l)«rgestellien großen Kinodrama eingehend« Besprechungen widmet. Die Handlung ist in «in orientalisches Land verlegt und zeigt den Sieg der Sowjetideen im Kampf mit Intrigen von Entented'lplamaten. Die Kritik ist nur teilweise zufrieden und rügt die Bersucho, mit dem amerikanischen Film im Abenteuerlichen zu metteffern: da? Sowjetkino müsse, einem Aufsatz. Trotz kis zufolge,„der Ablenkung der Massen von Kirche und Kneipe dienen" und dazu seien Bilder aus dem Volksleben, Land- schaffen usw. geeigneter ol» Sensationen. Weit mehr Lob spenden die Blätter dem vom staatlichen Filmamt der Sowjetrepublik Georgien bergestellten Film„25 te roten Teufelskinder", in welchen: Kämpf« der Roten Armee gezeigt werden und die Entwicklung einiger Bauern kinder zu begeisterten Anhängern des Sowjetregimes den Kern der Handlung bildet. Bei der Herstellung dieses Films hoben Truppenteile der Roten Armee mitgewirkt. Eeftanffllhnmqen der wache. Dienstag. Tribüne:„Die Kassette". -Witt». Komödienba"»:„Wextty< Gold".—«Sony ab. Deutsche » Känstker-Tbeate'r:„Sensra".«. Gr. BolkSoPer:„Ein ÄaSkenSall". lieber da» kranzöfisch« l-ealer spricht am Sonntag, S. Dez.. abend» 7"z llbr, an' Einladung der V o 1 1§ b ll b n e E B. Dr. Otto Krau- totf in der Aula de» G v'm n a i i u m» zum Krauen Kloster, tllpsterstr. 74. Eintrittskarten 2ö Pf. vir Ga erle Dr.«oldschmidt-vr. wallersleio, Schöneberger User 36» »e!gt in. dielem Alonat neue Gemälde, Aquarelle, Graphit von Belg Ez o b e I, Plalliken und Schmuck von Herberk Garbe, lowle Einzel- werte von Heckel, Femingcr. Müller, Pechstein, Schmidt-Roltlus u„ a. Der Schriftsteller Senoss«.Felix Slöhlager, der bisher schon alS seid» ständiger Verleger tätig iriar. bat ein Antiquariat errichtet, da! sich in Be-,!!«. Schönebel z, D-u-tburgstr. IT, befindet. ES wird neben deutscher uvb ftönzSsifchrr Literatur in Erstausgaben, belondet« Kunstl-teratur über Alien, Astila, Exoten, Primüwe und Kunstwerke aui dicjen Suiturlreijen führen.