Wirtschaft
Rückschau.
einem Umlauf von 3 Goldmart pro Ropf austommen fonnte, während vor dem Kriege etwa 100 Goldmark pro Kopf im Berkehr waren. Wie beruhigend hier die Einführung wertbeständiger Zuh lungsmittel wirfte, geht daraus hervor, daß in den letzten Wochen des Jahres der Zahlungsmittelumlauf etwa auf 40 Goldmark pro Kopf zu beziffern ist, ohne daß damit eine wesentlich vermehrte Nachfrage nach Waren entstanden wäre. Gewiß war das Weihnachte geschäft lebhafter als die Geschäftstätigkeit der vorangegangenen Wochen. Aber es handelt sich dabei um eine ganz natürliche Entwußt und so fam es, baß jedesmal nach einem plöhlichen Rüdichlag faltung des ins Ungeheure angewachsenen und lange zurüd. des Markfurses die Preise deutscher Waren über den Welt gehaltenen Bedarfes gerade der arbeitenden Schichten an marktpreisen laren. Das war schon während der Mart- Belleidungsartikeln und sonstigen Bedarfswaren, beren Beschaffung stüßungsaktion im Februar und März d. 3. zu beobachten, fiarer in der Zeit der Geldentwertung den meisten unmöglich gewesen war, noch war das zu erkennen nach der Einführung meribeifändiger weil man ja nicht einmal eine Woche hindurch den Wert des Geldes Zahlungsmittel, und noch heute sind auf vielen Gebieten die Fabrifat- erhalten und aufsparen fonnie. Seit Ende November ist der Markfurs stabil. Die Wirkun= preise weit über den Stand, den Rohstoff, Betriebs- und Lohntoften gerechtfertigt erscheinen lassen fönnen. Insbesondere ist zu feiner gen der Inflationsperiode sind aber noch lange nicht Stunde während def ganzen Inflationszeit und besonders in dem überwunden. Sie wurden verschärft durch die Unterbrechung lehten Jahre an den deutschen Warenpreifen zu erkennen gewesen. der Produktion an der Ruhr, die jetzt erst mühsam wieder in Gang daß die Entlohnung der Arbeiterschaft zeitweilig unter dem Berdienst gebracht wird und dadurch, daß die Konkurrenz der billigeren auseines indischen Rulis gesunken war.
ffut wurden affe Verfuche, dem Niebergang der Mart burch tech nische Maßnahmen am Devisenmarkt entgegenzutreten, ihrer Wir fung beraubt. Es begann ein Kampf aller gegen alle. Die ersten Bochen nach Einführung der Rentenmart haben die unerhörten Miß Stände, die in der industriellen Staltulation eingeriffen sind, zwage Es fann feinem Zweifel unterliegen, daß die Wirtschaftstrife gefördert. Im Kampf um die Erhaltung der Substanz hatten In ber letzten Monate in entscheidendem Maße auf die Inflation duftrie, Handel und Landwirtschaft nicht nur dem Staat die Steuern zurüfzuführen ist. Jedenfalls trifft es nicht zu, wenn so vielfach verweigert, deren er zu seiner Erhaltung beburfte, fie haben auch behauptet wird, daß die Verkürzung der Arbeitszeit in ihre Preise die Entwertung der Mart vorweg einzubeziehen genach dem Kriege zu der allgemeinen Berarmung die Hauptursache war. Es braucht nur darauf verwiesen zu werden, daß die größten Probleme der Industrie und der Technik z. B. durch den amerifa nischen Autofönig Ford im Rahmen des Ady stundeniages bei hoher Entlohnung der Arbeitskraft gelöst worden sind. Wohl kann es darüber Zweifel geben, ob einzelne Industriezweige, die besonders unter dem Raubbau des Krieges oder unter den Nachwirtungen bes Reparationsfonfliftes sehr gelitten haben, ohne eine zeitweilige Berlängerung der Arbeitszeit ihre Prodution steigern fönnen. Die Bergarbeiter haben diese Frage verneint und sich zu Ueberstunden. leistungen bereitgefunden. Gleichzeitig aber hat das Kapital unter Ausnutzung der Notlage der breiten Massen und der Verschlechte rung des Arbeitsmartes zu einem Generalsturm auf den Acht stundentag angesetzt. Man irrt jedoch, wenn man glaubt, damit das Arbeitszeitproblem gelöft zu haben. Die ganze Einstellung des Unternehmertums, das in einer Berlängerung der Arbeitszeit das einzige Heilmittel fieht, dieses verzweifelte Festhalten an einer Barole ohne Inhalt denn Betriebe mit ununterbrochenen drei Schichten täglich können ohne eine Minderung der Ausnutzung ihrer Probuftionsanlagen nicht die Arbeitszeit verlängern, biele gange unfachliche Behandlung des Problems als eine soziale untechnische Frage konnte nur hervorgehen aus einer Wirtschaftsverfassung, in der die Arbeitstraft nichts galt und selbst die technische Organisation der Betriebe zurüftrat hinter Ipetulativen und händlerischen Interessen, deren Uebertreibung eben eine Folge der Inflation war.
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ländischen Waren infolge der Devisenfnappheit noch nicht eingeDas Breisbittat ber Rartelle und Intereffen treben ist. Die Beruhigung, die die Einführung der Rentenmart in verbände war aber in dem unerhörten Ausmaß nur möglich, weil die deutsche Wirtschaft brachte, tommt aber nur einem Teil der Ardie Inflationswirtschaft jeben ökonomisch Denkenden dazu zwang, sich mit größter Haft von der Mart zu trennen und irgendwelche beiterschaft zugute, nämlich demjenigen, der jetzt noch voll beschäftigt Dinge zu laufen, die sich nicht entwerteten. In den meisten Fällen ist. Die große Mehrzahl ist auf Kurzarbeit angewiefen oder ganz war es are. Die Befihenden dagegen fuchten, fofern sie diefes erwerbslos. Erst allmählich setzen sich die Kräfte durch, die zwangsGefchäft nicht von vornherein zur Spefulation anfeolen, die Saif läufig die Folgen der Inflation beseitigen. Im Dezember trat ein fraft des Geldes zu erhalten, indem sie Devisen und Effeften fouften. starter Rückgang der Attienkurse ein und mancher, der So erklärt sich, daß die Entwertung der Mark immer schneller tor auf ihre Wertbeständigkeit spekuliert hatte, hat an dieser Bewegung alle Bapiermartbeliker enteignet wurden, die Sachwertbefizer cber gebot zu verzeichnen, die Preissenfung entspricht aber nicht ber ges fich ping, daß dabei gleichzeitig die Bermögensumfchichtung, bei der bereits erheblich verloren. Am Warenmarkt ist ein stärkeres Anmindestens ihren Befihstand erhielten oder in Goldmark jogar Ge- gebot zu verzeichnen, die Preissenfung entspricht aber nicht ber ge= Geschwächten Kauftraft des Bolles. Obendrein hat gerade jezt in der roinne erzielten, immer grausamere Formen annahm. Zulegt waren schwächten Kauftraft des Boltes. Obendrein hat gerade jept in der Opfer der Inflation nicht mehr allein die Befizer der Kriegs- fritischen Zeit der Staat feine Ansprüche an die Steuerkraft bes anleihe und anderer Bapiermartmerte, die fich für viele Taufend einzelnen erhöht und dabel in feiner liebevollen Fürsorge für die einftmals eingezahlter Goldmart faum noch ein Streichholz faufen Schwächsten selbstverständlich die Verbraucher stärker mit fonnten, sondern jeber, ber auch nur einige Golbpfennige zur Be Steuer belastet als den Besitz und die Inflationsgewinner. Geld nicht in derselben Stunde ausceben fonnte, in der er es ein- heuer angeschwollen ist, sieht man noch keine Anzeichen, daß auch an zahlung der Gasrechnung aufheben wollte, der Kaufmann, der fein Obwohl der Apparat bes Handels in der Inflationsperiode ungenahm, der Landwirt.. ber mit dem Ertrag feiner Frnte das ganze dieser Stelle entsprechend dem Abbau der Staatsverwaltung eine ahr hindurch mirtidoften muß. So geriet fylleßlich der gesamte Einschränkung des Handelsapparates erfolgt. Die vielen unwirtMarenmarkt in Berwirrung, meil niemand mehr Geld beschaftlichen Unternehmungen der Industrie, die sich nur infolge der halten wollte, well die Nachframe immer stürmischer wurde. das Angebot aber ganz und gar zurüchielt. Das Bolt drohte bei Beldentwertung über Wasser halten fonnten, leben alle noch; die vollen Scheunen zu verhungern. Denn ble Getreideernte dieses Bahl der Konkurse ist lächerlich gering im Verhältnis zur Vorkriegs Sabres mar glänzend ausgefallen und alich die Fehlbeträge in der zeit. Es wäre daher falsch, schon jetzt von einer Liquidation der Hadfruchternte bei meltem aus. Das Geld als Mittler des Waren-| Inflationswirtschaft zu sprechen. Die eigentliche Gene. Diefe fatastrophale Entwertung der Mart, herbeigeführt in austoufches jedoch verfante. fungskrise der deutschen Wirtschaft. steht noch erfter Linie durch das Berfagen der Finanzpolitit feit dem Kriege Das fortarlegte Eteinen der Warenpreise aber und bie bmäl bevor. Die verantwortlichen Führer der Wirtschaftspolitik haben und begünstigt durch die Machtpolitik Frankreichs , die jeden Berfuch zung alles Risifos für die Martentwertung führten dazu, daß der die Pflicht, ihr Bestes zu tun, um sie abzutürzen. Aber schon jetzt einer Neuordnung der deutschen Finanzen mit neuen Drohungen, tre bit immer fnapper wurde. Bucherzinken der Banten wurden wird es deutlich, daß das Unternehmertum bie Kosten der Genesungszuleht mit der Ruhrbefeßung, beantwortete, und so die Spekulation zur Selbstverständlichkeit. Die vorhandenen Belomentaen strömten trife in berselben Meise auf die Arbeiterschaft abzuwälzen fucht, wie auf den Niedergang der Mort förderte, fam den Sachwertbe- ber Börse zu, wo die Effettenbauffe nicht aufhören wollte. fizern und den Nuznießern der Bapiermarktrebite Die 3irtulation des Geldes, das feiner behalen molite. es die Kosten der Verschwendung in der Inflationszeit auf die wirtder Reichsbank in erster Linie zugute. Durch die fortgefegte Mohen hatte sich derart befchleunigt, daß das beutsche Bolt zeitweilig mit fchaftlich Schwächsten abgeladen hat.
In einigen Zahlen brüdt sich die Inflation des letzten Jahres folgendermaßen aus: Anfang 1923 hatten wir einen Banknoten umlauf von 1336 Milliarden Papiermart, am 15. November, dem Tage, wo die Distontierung von Schahzwechseln für das Reich aufhörte, tiefen 92844720000 Milliarden( 928 Trillionen) Bapiermart an Zahlungsmitteln um: obwohl von diesem Tage ab die Rentenmort in den Verkehr geleitet wurde, schwoll noch in den nächsten Wochen bis zum 30. November die Papiermarknotenflut auf 400 Trillionen an, um später wieder zurückzugehen.
Allen Freunden und Bekannten
die traurige Nachricht. daß mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder. Schwager und Onkel, der Krankenkassen - Kassierer
Friedrich Fröhlich
am 25. Dezember 1923, morgens 1, Uhr, im Alter von 55 Jahren sanft entschlafen ist. 69.20a
Um siile feilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen: Marie Fröhlich und Kinder, Rostocker Str. 11
Die Einäscherung findet Mittwoch, de 2. Januar 1924, nachmittags 3, Uhr, im Krematorium in Baumschulenweg statt.
Am 26 Des verichted nach schwerem Leiden unier guter Vater und Großpater, der Anschläger
Max Meyer
Thaerftr 9, im Alter von 65 Jahren Um stille Teilnahme bitten
Osk. Meyer, Familie Waldem. Meyer Familie Otto Frenzel. Beerdigung am 81 Dez 1923 mittags 11 Uhr von der Leichenhalle des Reniral Friedhofs riebrichefelbe aus.
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