Der militärische Postkontrolleur. Neue Blüten thüringischer Ausnahmeweisheit. In der Berliner Boltszeitung" ist zu lesen:
Die gottverfluchte Satanspartei.
Aus dem Lande des Ordnungsbundes. Aus dem Lande des Herrn Hafse hört man in letzter Zeit allerlei feltfame Dinge. Die Deutschvölkischen Jungdo, Stahlhelm und wie ihre Organisationen alle heißenrüften nicht nur mit erneutem Eifer, sie sind auch von einer religiösen Schwarmgeisterei befallen, die die sonderbarsten Früchte zeitigt. Der ja auch sonst reichlich befannte. Arthur Dinter ist einer der Förderer dieser Bewegung. Er reift im Lande herum und hält große Predigten gegen die fatholische und protestantische Geistlichkeit. Das Zentrum ist für ihn eine gottperfluchte Satanspartei". Christus fordert er auf, der deutschnölli
Die Militärbittatur in Thüringen treibt immer tollere Blüten. Jetzt stellt sich heraus, daß die militärischen Stellen eine Postkontrolle eingeführt haben, die nicht etwa nur gegen befannte Führer verbotener fommunistischer oder völkischer Organi. fationen, sondern gegen alle legalen Gewerkschaften durchgeführt wird. Als der Vorsitzende der Ortsgruppe Blankenburg im Schwarzatal des Bewertschaftsbundes der Angestell. ten eine Postsendung verspätet erhielt, fand er als Ertlärung folgenden Vermert: „ Geöffnet und nach Entnahme eines Flugblattes zur Be- schen Bewegung mit der schwarzweißroten Fahne und fiellung zugelassen.
Militärtontrolle. gez. Brand."
Der Gemertschaftsbund der Angestellten gehört der Hirsch
Dunderschen Spitenorganisation an. Seine Funktionäre fönnen. also höchstens demokratischer Gesinnung„ ver
dächtig sein. Die Berliner Leitung des GdA. hat beim Behr ministerium Einspruch gegen diesen unerhörten militärischen Uebergriff erhoben. Mit einem Rüffel für den übereifrigen militä.
rischen Postkontrolleur ist jedoch die Wurzel des Uebels nicht befeitigt. Ein militärischer Ausnomezustand, der alle Macht in die Hände politisch ahnungsfer Militärs legt, ist über
dem Hakenkreuz voranzugehen. Den Pastoren, die sich der Bes megung nicht anschließen, droht er, daß sie wie Unfraut ausgerottet und ins Feuer geworfen werden.
In Bayern haben Kahr und Ludendorff den Reli. gionsfrieg heraufbeschworen, in Thüringen besorgen Ordnungs bund und militärischer Ausnahmezustand dasselbe. Der Germania " aber, die sich über die vornehme Kampfesweise der Deutschvölkischen aufregt, möchten wir ins Gedächtnis zurückrufen, daß ihre eigenen Parteigenoffen in Thüringen vor noch gar nicht langer Zeit bereit waren, mit eben diesen Deutschvölkischen ein Wahlbündnis einzu gehen.
haupt ein unerträglicher. Bann wird der Reichspräsident( wenn, Steuerabzug von Aufwandsentschädigungen
er schon auf die Wünsche der Linksparteien feinen Wert legt) endlich die Forderung auf Beseitigung des militärischen Aus Der Reichsfinanzminister hat in einem Runderlaß vom 24. Janahme zustandes erfüllen, die von den Ministerpräfinuar 1924 an die Landesfinanzämter eine Minderung der Bestim denten sämtlicher Länder schon vor Monaten erhoben worden ist? Die vom Reichspräsidenten so oft betonte Bereitwillig Beit zu einem harmonischen Zusammenwirten mit den Landesregierungen wäre durchaus wertlos, wenn sie auch in Zukunft nur bayerischen Wünschen gegenüber verwirklicht würde."
Das Verlangen nach Aufhebung des Belagerungszustan des mit seinen unheimlichen Begleiterscheinungen entspricht ganz unfern eigenen Forderungen. Das demokratische Blatt follte sich jedoch in erster Linie an den Reichswehr minister wenden, der sich ja bekanntlich sogar innerhalb der demokratischen Reichstagsfraktion gegen die Aufhebung erflärt hat. Der Reichspräsident ist befantlich bei allen Amtshandlungen an die Zustimmung des Reichskabinetts gebunden.
Ein Dauerverbot.
Der Reichswehrkommandant von Stettin hat Herstellung und Bertrieb der Zeitschrift„ Der Pionier" für den Bereich des Wehrkreises II perboten. Die Begründung lautet:
In seiner Nr. 8 vom Dezember 1923 bringt der, Pionier" auf Seite 2 in dem Bide" Das Kapital- Kreuz", auf Seite 7 in dem Bilde„ Die Reaktion" und auf Seile 8-11. in dem Artikel„ Die Weltrevolution beginnt eine Aufreizung zum Klaffenhaß, eine Verhebung bestimmter Bevölkerungsschichten gegen andere und gefährdet bamit nicht nur die öffentliche Ordnung, sondern auch die Sicherheit bes Reiches.
Das Berbot ist daher notwendig, und zwar nicht nur auf furze Zeit, sondern für die Dauer, weil der Gesamtinhalt der Zeitschrift den Beweis erbringt, daß es sich nicht um ruhige Erörte rungen im Kampfe der Geifter um Weltanschauungsfragen handelt, sondern daß die Sensation, die Aufpeitschung der Leidenfchaften ihr Zwed ift. de l
Das ist das erstemal, daß ein Militärbefehlshaber ein unbe fristetes Dauerverbot verhängt. Es wächst der Mensch mit seinen größern Zweden," fönnte man mit Schiller fagen aber damit ist die rechtliche Seite der Angelegenheit nicht abgetan. Der§ 1 ber Berordnung des Reichspräsidenten vom 26. September 1923 gibt zwar an und für sich das Recht zu solchen Dauerverboten, in der Bragis ist es aber bisher nur auf die Publikationsorgane verbotener Barteien und Organisationen angewandt worden. Das Berbot des Stettiner Wehrfreisfommandanten stellt also faffisch eine neue rung pon einschneidender Bebeutung dar, bei ter es nicht sein Bewenden haben tann.
Die Kultur der Ohrfeige.
Bon Thomas Münzer.
In Münster hat ein General- mein Gedächtnis verweigert die mein Gedächtnis verweigert die Aufnahme seines Namens; es verbittet sich jede unnötige Belastung also ein General hat in Münster den westfälischen Bauern er zählt, uns täte die väterliche Ohrfeige not. Er meine das zwar nur figürlich, aber es müsse wieder Schwung in die Rolonne tommen. Den im westfälischen Bauernverein zusammenfißenden Ritterguts besitzern, Grafen und Baronen hat das mächtig imponiert. Ei, fieh an, so ein General, der weiß, mo uns der Schuh drüdt, und er fagt es auch. Es geht eben doch nichts über das Militär. Lang an haltender, oft wiederholter Beifall. Ja, früher, in den Zeiten der Dhrfeige, da war das doch ganz anders. Da hatte man Dienfileute um einen Apfel und ein Ei, soviel man wollte. Da gab es beine Zarife, feine Landarbeiterorganisationen. Da tanzte der fleine Rötter nach des großen Bauern Pfeife. deßt, ach jetzt, da liest ber Landarbeiter statt des Bauernblattes den„ Bollswillen". Nichts ift's mehr mit der guten alten patriarchalischen Wirtschaft. Leutenot und, o Schred, Streit! Autorität muß her und zweijährige Dienstzeit, wie es früher war. Es ist Zeit, daß die Gesellschaft wieder einmal auf Vordermann gebracht wird!
SP
Jan Klutenpedder liest den generalischen Speech abends beim schwelenden Torffeuer auf seinem fleinen Heidehofe. Das mit dem figürlich versteht er natürlich nicht, das von den Ohrfeigen aber um so besser. Die hat er oft genug erhalten, damals, vor dreißig Jahren, als er in Münster feine zwei Jahre abbiente. Den alten Unteroffizier sieht er stehen, der ihn wie einen Bojab springen ließ und jede figürlich empfangene Ohrfeige in natura weitergab. Den Hauptmann sieht er vor sich, der immer davon quasselte, die Leute müßten erzogen werden. Er denkt an die Maulschellen, das Biefen mit dem Seitengewehr, an die Tritte ins Gefäß. Daß es teine Gerechtigkeit gab, daß der erste Versuch, sich zu beschweren, aufzube
mungen der Zweiten Steuernotverordnung über den Steuer abzug vom Arbeitslohn in zwei wesentlichen Bunkten zuabzug vom Arbeitslohn in zwei wesentlichen Bunkten zu gestanden.
Nach Artikel I§ 16 Abs. 2 Ziffer 1 der Zweiten Steuernotverordnung unterliegen dem Steuerabzug auch die Aufwands entschädigungen, die vordem ſtenerfrei woren. Diele Be träge follten durch den steuerfreien Lohnbetrag von der Steuer freigelaffen werden, und nur, wo diefer im einzelnen Fall bazu nicht ausreichte, follte es dem Arbeitnehmer freistehen, eine Er höhung des steuerfreien Lohnbetrages höhung des steuerfreien Lohnbetrages zu beantragen. Unter Aufrechterhaltung dieser grundsäglichen Bestimmung erfüär: fich nunmehr der Reichsfinanzminister damit einverstanden:
daß bare Auslagen von vornherein bei der Berechnung des einzubehaltenden Steuerbetrags bann außer Ansatz bleiben, wenn sie dem Arbeitgeberim einzelnen nach gewiefen oder tem Arbeitnehmer nur in einer folchen Höhe vergütet werden, daß die Vergütung unzweifelhaft nur zur Dedung barer Auslagen ausreichen fann. Aisty pische Fälle folcher baren Auslagen führe ich an: tatsächlich entstandene Reisekosten( Eisenbahnfahrtauslagen, Schlafwagen farten, Fahrtkosten zum Bahnhof und zurüd), Uebernachtungsgelder, Kosten für Zimmerbenußung in Gasthäusern, Austagen für Koffertransport, bare Auslagen für Telegramme und Telephongebühren, sowie die bei auswärtigen Arbeiten gewährten, in Tarifverträgen festgesetten Auslösungen, sofern sie nur in einer solchen Höhe gewährt werden, daß sie ausreichen, um die Mehraufwendungen durch den auswärtigen Aufenthalt gegenüber der Haushaltsverpflegung zu decken."
Bettabinitte entlohnt wirb, wie ber 3eitlohnarbeiter. In diesen Fällen ist auch auf Afford- und Heimarbeitslohn bie allgemeine Methode des Steuerabzugssteuer. freier Lohnbetrag und nach Familienstand abgestufter Prozentjak anzuwenden.
Durch diese Regelung, die ten bisher bestandenen Zustand wiederherstellt, ist den Forderungen Rechnung getragen, die von der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion erhoben worden sind.
Die Regierung verordnet... Zehnstundenarbeitstag in Krankenhäusern. BTB. meldet: Das Reichsfabinett genehmigte in feiner Mitt woch- Sizung den Entwurf einer Berordnung zur Aende. rung der Berordnungen über Erwerbslosenfürsorge und über die Aufbringung der Mittel für die Erwerbslosenfürsorge und des Arbeitsnachweisgesetzes, auch den Entwurf einer Berordnung über die Arbeitszeit in Krantenpflegeanstalten, die in der Regel 10 Stunden am Tage nicht überschreiten und durch angemessene Baufen un'erbrochen fein foll, sowie den Entwurf einer Berordnung über die Goldmarkrechnung im Konkurse. Des weiteren fanden Annahme: Der Entwurf einer Berordnung über das Intrafttreten des Reichsgesetzes für Jugendwohlfahrt, eine Berordnung über Entschädigung aus dem Branntweinmonopolgefeß und der Entwurf einer Reichsschuldenordnung.
Vor dem Ludendorff- Prozeß.
Ein flammender Proteft".
P
Die München Augsburger Abendzeitung des Rapp- Butschisten Traub und nach ihr auch einige andere völkische Blätter vom Schlage der Deutschen Zeitung" peröffentlichen arge fichts des bevorstehenden Hitler- Ludendorff- Prozesses den„ flam. menden. Protest" eines Münchener Rechtsanwalts Dr. Robert Bandorf, der sich in schärffter Entrüstung dagegen wendet, daß der große Nationalheld Luben dorff ist auf der Anlage bant Blaz nehmen soll. Hindenburg , der getreue Edart des deutschen Boltes" wird aufgerufen, diese Schmach von dem Manne, der tausendfadh sein Land gereitet und bewahrt" habe, abzuwenden. Alle ehemaligen Soldaten und Offiziere, die die gewaltigen, über. ragenden Schlachtenpläne eines Ludendorff zur Tat vollbrachten" ( unter denen das deutsche Volt verblutet ist), sollen den Hodper raber vor dem Gerichtsverfahren schüßen. Die deutsche Jugend wird aufgefordert, ihren Eltern zu sagen: Es ist schnödester Un bant, diesen Menschen anzuflagen". Und schließlich versteigt sich der Verfasser dieses Aufrufs zu folgender bombastischer Schlußwendung:„ Deutsches Bolt, fleh ab von diefem unfeligen Begirnen, tue es deinen Kindern und fernsen Enteln zulicbe! Und wenn Ihr Lebenden mich nicht hört, so rufe ich Euch Tote an. Tretet hin mit Euren zerschoffenen Leibern vor Gott den Herrn: Für Deutschlands Ehre haben wir unfer junges Leben hingegeben. Herr, wahre Du jetzt Deutschlands Ehre!"
Muß man nicht einen Etel empfinden vor der Anrufung „ Gottes des Herrn" zum Schuße des Putschisten, der es bekanntlich nie gewesen fein will? Daß man Hindenburg und die Jugend aufrufen darf zur Befreiung, ist fennzeichnend genug, um so mehr als es sich um ein deutschnationales Blatt handelt. Aber wenn die Boraussetzung für die Freilassung dieser Entschädigungewaltfame gen vom Steuerabzug ist aber, daß sie nicht bereits durch den gewaltsame Befreiung tatsstchlich erfolgt, wird's weder Hindenburg noch die Jugend, sondern Gott der Herr" gewesen sein. steuerfreien Lohnbetrag, abgegolten sind
Nach Artikel I§ 18 Abs. 1 der Zweiten Stcuernotverordnung
(§ 11 der Durchführungsbestimmungen) find, wenn der Arbeitslohn nicht für eine bestimmte Arbeitszeit bezahlt wird, vom vollen Ar beitslohn 4 Proz. als Steuer einzubehalten, wobei der fteuerfreie Lohnbetrag nicht in Abzug gebracht werden darf. Diese Beftim. mung, die bereits vorher bestand, wurde jegt abweichend von der früheren Auslegung auch auf Attordarbeiter angewandt Der Finanzminister hat nunmehr bestimmt, daß diese Berechnung nur Plaz zu greifen habe in den Fällen, in tenen sich der Zeit raum nicht feststellen läßt, für den der Arbeitslohn gezahlt ist, oder in denen ohne Rücksicht auf den Zeitraum eine Entlohnung nach der Leistung erfolgt. Hierher fönnen z. B. Fälle der Afford- und Heimarbeit gehören. Sie gehören aber nicht hierher, wenn der Attort oder Seimarbeiter genau so für bestimmte
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Die Augen beginnen ihm zu tranen der Torf raucht so in diesem Jahre und er fährt mit dem breiten Handrüden über das Gesicht. Aber die Hand ist zur Fauft geballt, und es fann auch sein, daß sie Jans Gedanken fommentiert. Da tritt sein Junge ein, zwanzigjährig, blond und schiant. Marjes! Der wäre ja jezt auch so weit. Bei dem fönnte ja jetzt die Dhrfeigentur auch beginnen! Und dann lacht er plötzlich, lacht ganz unbändig. Hatte der General nicht gesagt, die fleinen Bauern sollten ihm ihre Söhne fiden, Sollte er den da in die damit sie den rechten Schliff befämen? Dhrfeigentur schiden? Nee, lieber Mister aus Münster , damit ist's vorbei, Jomeit haben wir es nun schon gebracht. Und mir bringen es noch weiter, nur Geduld bis zur nächsten Wahl, da gibt's schon väterliche Ohrfeigen!
Der Ringnebel im Wassermann.
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Bie Mitteilungen von der Mount- Miljon- Sternwarte berichten, ist es bem amerikanischen Aftronomen Dr. A. van Maanen mit Hilfe des gewaltigen Hooferteleskops gelungen, die Entfernung des großen Ringnebels im Wassermann des größten Objekts feiner Art- zu messen, und es hat sich ergeben, daß seine Entfernung von uns nur 56 Lichtjahre beträgt. Diese Entfernung erscheint an sich riesengroß; sie bedeutet jedoch daß dieser Nebel einer unserer nächsten Nachbarn im Raum ist, daß er zu der lokalen" Sternwolfe im Milchstraßen system gehört, die auch unsere Gonne zu ihren, allerdings unbe deutendsten, Mitgliedern zäh't. Dieser Sternschwarm, der in einer lange entschwundenen fosmischen Zeit vielleicht ein eng zusammen hängendes Ganzes gebildet hat, umfaßt die Mehrzahl aller mit blokem Auge sichtbaren Sterne am Himmel innerhalb eines Gebiets, deffen Radius„ faum" einige hundert Lichtjahre übersteigt. Ungefähr g'eich groß ist auch die Entfernung zu den Plejaden und Hraden, zum Orion mit feinem mächtigen Nebel. Der diffus leuchtende Hinter grund der Milchstraße dagegen, den auch die stärksten Fernrohre nicht vollständig auflösen fönnen, liegt in weit größeren Entfernun gen; fo fchäßt man die Entfernung bis zu den äußersten Grenzen der Milchstraße im Schwan auf 23 000 Lichtjahre.
Severings Ostpreußenfahrt.
Königsberg , 7. Februar. ( WTB.) Der vreugische Minister des Innern Severing hatte im Laufe des heutigen Laces mit den Epigen der Provinzbehörden und anderen Persönlichkeiten e Iprechungen. Der Minifter erklärte auf Befragen den Vere tretern der Presse, daß er sich über Einzelbeiten des Ergebnisies. feiner Informationen naturgemäß zurzeit nicht äußern lörne. Er werde in bezug auf die strittigen Perionaliragen in den nächsten Tagen dem Staatsministerium Vorschäge zur Lösung unterbreiten. Das Etaateminifterium werde vorausfatlid on. in der nächsten Woche eine Entscheidung über alle strittigen Per fonalfragen treffen. Von Königsberg begibt sich der Minister Severing nach Marienburg.
höchftvafuierten Röhren, die wir herstellen fönnen. In der Mute bes Rebels liegt ein fleiner Stern, ein Zwerg unter feinesgleichen, aber unerhört heiß; feine Temperatur beträgt mindestens 30 000, tel. leicht fogar 50 000 Grad Celsius. Um diesen Kern ziehen sich wahrscheinlich zwei oder drei ellipsoidisch geformte dünne Schalen Don Nebelmaterie, die in fluoreszierendem Schein leuchtet mutlich durch eine lichtelettrische Wirkung der Röntgenstrahlung des heißen Kerns. Ob dieser Stern zufällig mitten im Nebel steht, oder ob aus ihm die Nebelmaterie entströmt ist, das ist eine Frage, Sie unter den Astronomen noch heftig umstritten ist.
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Amerikanischer Flaggenfultus. Anläflich des Todes Wilfons ift wieder einmal die Aufmerffamfeit auf die merkwürdige Rolle ge= lenkt worden, die in den Bereinigten Steaten die Flegre als Symbol der Nation fpielt. Bei jeder. Gelegenheit wird die Flagge gezeigt, und in jeder Stedt befinden sich in Parts und on fonftinen oe eigneten Stellen hohe Moften, wo oben ständig die Flagge im Winde meht. Gefchäfte, bie einen Gelegenheitsfauf rercnfalten, haben aus biefem Anlaß die Flaare gehißt und außen die inde mit Fagren brapiert. Bei feiner öffentichen Feier fehlt die Flagge und die ihr zu erweisende Ehrung. Hierfür find ganz bestimmte Anweisungen Don patriotischen Bereinigungen gegeben, die den Kindern schon in der Schule beigebracht werden. Da ist angenreben, wie man fich beim Hiffen der Flange, beim Singen des Sternenbanner"-Liebes zu verholten hat, wie men feine eigene Fane anbringen und fie aufbewahren muß, wie Männer und wie Froven der Fanne ihre Berehrung und hochachtung richtig zu erweifen haben. Diefer Leit faten findet sich auch vielfach in Ralentern rber Ratelnen und wird cuch in Beitschriften gern efs Tert bei Anzeinen von Fahnen- und Flegoenfabriken benukt. Aber euch wenn gerade trine peffende Gefenenheit vorhanden ist, wird die lange gern gezeigt und entfaltet. Eine Unmenge von. Mutes trägt ständig vorn auf dem Kühler eine fleine amerikanische Flagge.
Es ist nicht zu leurnen, hak die amerikanische Floare mit ihren roten Streifen auf weißem Feste und ihren 48 ao denen Sternen auf blauem Urter rundauadrat in hem linten oberen lannenriertel eine Farbenzufammenstellung Farbietet. die sich einfach einbürgern und popular werden mußte. Hierzu trant außerdem noch der I'm und deren gibt es ftand bei doh fast alle omerifonischen Broen eine grose Mence in ihrem Ritual einen Franes und Antwort
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gehren, mit einer Tracht Prügel endete. Daß die Offiziere sich wie eigenen Himme bezirt angehören, ist aus vielen Gesichtspunkten Dialog über die Krnftitution und die Flagge entholten.
Gentlemen und die Leute en canaille behandelten. Daran denkt er; und auch an den lebenslänglichen Einfluß dieser zwei Jahre. Daß ihm damals das Rückgrat gebrochen wurde, der starte freie Wille, und daß an seine Stelle das Kriechen trat, das Zurüdbeben vor jedem blanten Knopf und jeder bunten Lize. Nie mehr hatte er sich davon freimachen fönnen. So oft er fich später auch vor. nahm, eine mannhafte Haltung zu zeigen, beim Auftauchen des ersten Beamten, der ersten Autorität war es aus. Dann hatte er immer jawohl gefagt. Und er denkt, daß es wie ihm so den anderen cllen ergangen ist. Allen war das Rüdgrat angetnadst in den zwei Jahren. Alle hat die väterliche Ohrfeige zu Unteroffizieren gemacht. Ein Bolt von Unteroffizieren!
Die Entdeckung, daß die son. planetarischen Nebel unserem bemertensmert. Die Anzahl diefer Objekte beträgt höchstens 150 am ganzen Himmel. Am befanntesten von ihnen ist der Ringnebel in der Leier, den mon schon mit einem stärkeren Fernolas beobachten fann. Der Nebel im Waffermann ist viel lichtschwacher, aber feine Dimensionen find weit größer als die des Mehels in der Prier. Er ist mehr als zehnmal so arok, und es erscheint ja natürlich, daß dieses gewaltige Objekt, das größte feiner Art, auch des nächste ist. Die Messungen haben für den Ringnebel in der eier eine Entfernung von mindestens 200 Lichtjahren eraeben. Der Mebel im Mossermann hat einen Durchmesser von 3% Billionen Fi'emeter. ift aflo faft 375mal To arok mie der Durchmesser unferes Sorneninitems bis zur Neptunbahn. Dieser enormen Ausdehnung entspricht aber die Diche her Maffe. die diefen gewelfinen Raum erfüllt. nanz und war nicht. Sie ist faft gleich Null, weit geringer als die Dichte der Luft in den
Es unterlient feinem 3meifel, daß die cmerikanische Fanrenner. ehrung und der canze votrictie Drill die Ursache ist das meit fchen die Kinder der von Europe Findemanderten sich roli la Ameri faner fühlen und amerikanisches Nationalbewußtsein besitzen.
Erin Jantes Trouer'piel Antonius", das bereits vor dem riene feine erfolgreiche Uraufführung erlebte, erige nt in neuer Ausstattung am Freitag, ben 8. Februar, im Schloßbart yeater Steglitz wieder auf der Bühne. Marcell Saljer gift am Sonnabend 9. und Sonntag 10. Februar it Echillerfaal 8 1hr, die erften beiben Feiteren Abende".
Veters urgs Ende. Am 1 März 1924 wird der Nomeeningrad für Petersburg oder B tronreb der ellein ae'tende. Bon diesem Tone ab wird die Poft Briefe mit der Aufschrift Behoarab nicht mehr befördern. Nur für Briefe aus dem Auslande soll zunächst noch eine Ausnahme gemacht werden.