Abendausgabe
Nr. 122 41. Jahrgang
Ausgabe B Nr. 61
7. Goldpfennig
70 Milliarden
= Vorwärts=
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Redallion: Sw. 68, Cindenstraße 3
Fernsprecher: Donhoff 292-293
Berliner Volksblatt
12. März 1924
Berlag und Anzetgenabteilung
Geichäftszeit 9-5 Uhr
Berleger: Borwärts- Berlag Cmb Berlin SW 88, Cindenficate& Ferniprecher: Denhoff 2506-2507
Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands
2007
BS. München, 12. März. Feute herrscht im Gerichtsfaal wieder eine Spannung, die darauf schließen läßt, daß es zwischen der Verteidigung und dem Bericht noch zu Auseinandersetzungen fommen wird. Die Berteidigung ist nämlich mit der gefirigen Bernehmung des Herrn v. Rahr unzufrieden und will sich wegen der Ablehnung fast aller Fragen durch das Gericht in ihrer Beweisführung beschränken. Infolgedessen herrscht eine Art Berteidigerstreit, denn man hat beschlossen, an den heute zu vernehmenden Kommandeur des Landespolizeiamts Oberst v. Seißer feine Fragen zu richten, bis nicht am Nachmittag v. Kahr abermals von der Berteidigung ins Kreuzverhär genommen werden fann.
Kurz nach 9 Uhr eröffnete der Borsigende Lardgerichts Mrettor Neidhart die Verhandlung und vernahm sofort den Kommandeur der Landespolizei, Ritter Oberst v. Geißer. Seißer , ein hochgewachsener, falanter Offizier, Ende der vierziger Jahre, erscheint mit einer diden Uttenmappe, der er zahlreiche Aufzeich nungen entnimmt. Der Borsigende macht darauf aufmerffam, daß der Zeuge, der zunächst unbeeidigt bleibt, seine Aussagen nicht ablefen dürfe.
Oberst v. Seißer: Ich schide voraus, daß ich meine Ausfagen so made, als ob sie unter Eid erfolgten. Mit der Errichtung des Generalf aatstommiffariats wurde ich als Referent von Herrn v. Rahr berufen und hatte die Aufgabe. Verbindung zu halten mit den nationalen Berbänden, da Herr v. Kahr es als seine pornehmste Aufgabe bezeichnete,
die nationalen Kräfte zu sammeln
und sie in den Dienst des Stcates zu stellen, allerdings mit der
Forderung, daß alle Verbände sich dem Staat unterzuordnen hätten. Es ist falsch, daß hier gesagt worden ist, daß Herr v. Kahr von Anfang an dem Rampfbund feindlich gegenüber ge standen habe. Herr v. Kahr wünschte auch die Mitarbeit des Rampfbundes, ftellte aber auch ihm gegenüber das Berlangen der Unterordnung. Der Kampfbund feinerseits erflärte.
daß er sich einer nationalen Regierung nur unterordne, wenn diefe sich den Wünschen des Rampfbundes füge. Der 1. Mai hatte dem Kampfbund eine empfindliche Niederlage gebracht, und in dem Kopf diefer Leute war es ruhiger und nüchterner geworden. Dann aber fam der Deutsche Tag in Nürnberg , und es wuchs
der Größenwahn der Leute um Hitler
ins Ungemessene. Hitler. der Mann mit der glänzenden Rednergabe, ist nach meiner Ansicht dem Beifall der Menge erlegen. Aus bem einfachen Trommler wurde der Mann, der sich anmaßte, die Ceschide des Boltes leiten zu wollen. Wer dem Rampfbund nicht angehörte,
wer mit feinem Ziel nicht übereinstimmte, der fam in Berruf, feparatistisch päpstlich, bonau- föderalistisch oder gar französisch eingestellt zu sein. Für die Leute vom Kampfbund war Bayern nur noch die Plattform für ihre wahren Ziele. Wohin diese Ziele gingen, hat Herr v. Böhner einmal bei einer Besprechung vers raten, bei der er erklärte: Bayern iff mir vollkommen wurscht. Ich fümmere mich nur noch um das Reich Darin liegt der grund: fägliche Unterschied zwischen dem Rampfbund und Herrn D. Kahr. und dieser Unterschied führte auch zur Uneinigkeit über das Ziel. Herr v. Rahr erstrebte
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das Reichsdireftorium auf legalem Wege. Hitler- Ludendorff wollten die Reichsdiktatur mit allen Kampfmiltein erzielen. Es gab für uns nur zwei Wege: Entweder versuchte man, die Bewegung Hitlers in ruhige Bahnen zu lenken, oder man mußle sie bekämpfen. Hitler war für den ersten Weg, da der Kampfbund, besonders die Reichsfriegsflagge Leute umfaßte, die vom besten Beist beseelt waren. Am 27. September, einen Tag nach feinem misantritt, berief Herr v. Kahr die Führer der Verbände ins Generalstaatskommiffariat. Es erschienen alle Herren bis auf Hitler und Dr. Weber. An ihrer Stelle erschien der nicht eingeladene Herr 1. Scheubner- Richter. Herr v. Kahr war unangenehm berührt und erstaunt, daß man einen Meinungsaustausch im Kampfbund mit ihm colehnte und in differ bekannten Sigung forderte er auch vom Sampfburd die Unterordnung unter den Staat. Alle Organisations rerireter erflärten sich dazu einverstanden, bis auf den Kampf. bund, der einige Stunden später die Erflärung abgab, er lehne D. Schr ab, weil dieser ernannt worden sei, ohne dak mon vo ber mit dem Kampfbund Rüd prache genommen habe. Diese Erklärung zeigte deutlich den Größenwahn der Leute im Kampfbund. In Ausführung diefer Aufgabe, Verbindung mit den nationalen Ver. bänden zu halten, hatte ich zahlreiche Besprechungen mit den Organisationsvertretern. Auf mein Bitten hatte mir Herr v. Rahr Richt linien gogeten über die Frage:
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Herr v. Rahr stand auf dem Standpuntt, daß Banern Jo, wie 1919 bas Reich außer den bayerischen Truppen hier geholfen habe die Ord. nung wiederherzustellen, auch Bayern feinerseits alle Kräfte zur Berfügung stellen würde, wenn der Ruf an das Land erginge, im Reich mitzuarbeiten. Herr v. Kahr stand weiter auf dem Stant punkt, daß wir zur Sanierung der Reichspolitik ein Direttorium ohne parlamentarischen Hemmungen brauchen. Hierzu sah er einen ftarten Drud aller Fotioren als gegeben an, und zwar nicht nur der militä ischen Fattoren, sondern des Handels. ber In dustrie und der Landwirtschaft. Es erschien ihm wichtig, bok ein startes Reichsbirett orium, bas bei der Erfa feiner Aufgaben sicherlich auf Widerstand stoßen würde, bestand. Ich bette zu verhüten, daß die Landesprei gezwungen würde, mit der Waffe in der Hand gegen nationale Männer vorzugehen, was legien Endes nur die freude unserer Feinde erregt hätte. Ich habe ftris versucht, den Führern der nationalen Verbände deutlich zu sagen, daß die Landespolizei ihre Pflicht unter allen Umständen erfüllen werde, denn eine Truppe, die Ehre im Leibe hat, muß ihre
Pflichten ohne Rüdficht auf irgendwelche politischen Srtömungen tun. Tut jie das nicht, so ist sie ein wertlofer politischer Haufen. Ich habe den Organisationsvertretern gesagt: Tun Sie nichts, meine Herren, was das Eingreifen der Polizei erfordert, denn wir werden unsere Pflicht unbedingt tun, auch wenn es uns noch so schwer fallen sollte.
Mit Hitler hatte ich in den ersten Tagen meines Dienstes eine Besprechung. Ich hielt ihm vor, daß er dem Baterland feinen Dienst erweise, wenn er in seinem Verbande beiseite stehe und Herrn v. Kahr befämpft, wie das im Böllischen Beobachter" be reits geschehen war. Hitler stellte sich auf berr tomischen Standpunkt, daß Herr v. Kahr an das Parlament, an die Kurie, an die Bayerische Boltspartei gebunden fei. Hitler äußerte fast wörtlich: Kahr size in dem Zug nach Paris , ich dagegen in dem Juge nach Berlin . Wenn Herr v. Kahr in den Berliner Zug miteinsteigt, dann ist alles gut." Daß die Monarchie ausgerufen werden sollte, erfüllte Hitler mit Sorge und als ich meinte, ich hätte davon nichts gehört, erklärte er mir:„ Sie sind der einzige Mann in Bayern , der noch nicht weiß, daß am Sonntag die Monarchie in Bayern ausgerufen wird." Oberst v. Geißer fam dann auf die bereits mehrfach geschilderte Besprechung zwischen Kahr und Poehner über die eventuelle Einsetzung eines Zivilfommiffars für Sachfen und Thüringen zu sprechen. und betonte hierzu, daß Kahr über die Ablehnung Pochners fichtlich erleichtert gewefen fei, meil er geglaubt habe, daß Boehner diese Stellung nur dazu benutzen würde, um, auf die Macht des Kampfbundes gestüßt, Ziele zu verfolgen, die sich gegen den Willen Kahrs richteten. Am 9. Oftober, so erflärte Seißer, war dann eine Besprechung mit schärfer Weise betont, daß alle Anwendung von Gewalt die den Führern der Vaterländischen Verbände. Ich habe wieber in Reichswehr und Lardespolizei zum Widerstand mit der Baffe zwinge. Auf meine Frage an Brber, wie er sich in einem Ronflift zwischen Hitler und dem Generalficatstommiffariat stellen würde, erwiderte Weber, er werde in einem solchen Konflikt seine feiner Verpflichtung gegenüber dem Kampfbund und Hitler . Bflicht gegenüber der bayerischen Reichsregierung voranstellen
Einzelheiten werde ich in geschloffener Berhandlung ausführen. Ich möchte aber betonen daß damals also auch von Beber ein gegebenes Wort vorlag. Am 25. Oftrber war ich mit
Loffow und Minoux bei Ludendorff,
mo wir über die Persönlichkeiten für die Bildung des Direktoriums in Berlin sprachen.
Seißer in Berlin . Dann hat hier in der Verhandlung meine Reise nach Berlin und meine dorfige Unterredung mi. Egz. Seedt
eine große Rolle gespielt und man hat darüber ein großes Santafiegebäude errichtet. Die Unterredung mit Erz. v. Seedt erfolgte auf Anweisung des Generalstaatstommissariats und mit Wissen des Ministerpräsidenten o Knilling. Sie hatte einen rein informatorischen 3wed, nämlich die damals in Berlin umgehenden Gerüchte nachdrücklichst zu dementieren, wonach mit der Aufstellung des polizeilichen Grenzschutzes an der bayerisch, thüringischen Grenze ein Vormarsch auf Berlin ein. geleitet werden sollte. Ferner sollte die Unterrebung verhüten, daß einmarschierenden Reichswehr und dem Grenzschuh zu irgendwelchen es zwischen der in Sachsen eingefeßten und in Thüringen gerade Zu'emmenstößen fam. Ich habe in der Unterredung gesagt, daß medber die bayerische Regierung noch der Generalstaatstomm fjar an einem Marsch nach Berlin dächten, und daß alle Gerüchte darüber unrichtig seien. Der Grenzschutz sei zudem ganz schwad). Wenn an einzelnen Stellen von einzelnen Berbänden einiges erfolgt fei, was über den Rahmen der polizeilichen Maßnahmen hin laffung des Generalftaatsfommissariats abgebaut. Ich habe dann Erz. ausgehe, so sei das bereits in entschiedener Weise auf Veran
v. Seedt über die Stimmung in Bayern unterrichtet, habe gesagt, daß wir in Bayern , wie überall, eine starte Erregung hätten; daß die Gefahr bestände, daß durch den Ueber. attivismus einzelner Gemüter Explosionen herbeigeführt wür. den, daß aber Kahr die Hoffnung habe, die Bewegung in vernünftigen Bahnen zu halten. Ich habe dann mit Egz. v. Seedt darüber gesprochen, daß die Gerüchte in der Presse über separatistische oder partitularistische Absichten des Herrn v. Kahr haltjeder vernünftige Bayer. Außerdem habe ich in Berlin noch einige los und unsinnig feien. Kahr jei genau so Deutscher wie
persönliche Belannte aus Kreifen der Industrie und der Landwirtschaft besucht.
Bon dieser Unterredung hat Dr. Weber leider durch einen Bufall erfahren, weil ich ihm auf die telephonische Anmeldung feires Besuches sagen mußte, daß ich weprn meiner Reise rad Berlin nicht anwesend fein tönne. Bei der Besprechung am 1. Nodaß im Norden teine geeigneten Männer vorhanden Dember wurde dann von ihm diese Reise erwähnt. Hitler betonte, feien.
Ludendorff wandte sich scharf gegen einige Namen, sowohl Minour wie Lossow haben versucht, ihn mäßigend zu beeinflussen und durch ihn auch auf Hitler mäßigend einzuwirken. Ohne daß ich es verlangt habe, gab mir Ludendorff dabei zu meiner Ueberraschung das Bersprechen:„ Ich werde mich Ihnen gegenüber loyal verhalten Haltung vorher zu verständigen." Am 25. Oktober fand eine neue und nichts unternehmen, ohne Sie von der Veränderung meiner Besprechung mit Weber und Hitler statt, in der sich Weber ehrlich bemühte, zwischen Rahr und Hitier eine Einigung herbeizuführen. Die Besprechung verlief aber ergebnislos. Hitler erklärte, er achte Rahr als Menschen und als Berwaltungsbeamten, er fei aber fein Ditiator, er sei abhängig von der Regierung, von der Bayerischen Boltspartei und von der Kurie. Hitler wies dabei an geschichtlichen Beispielen nach, daß Deutschland nur durch eine Dittatur zu retten sei; diese Dittatur müsse von Bayern aus geschaffen werden, da nur hier fich neeignete Männer dazu die Reichswehr und ich( Seißer ) für die Polizei. Ich wandte ein, fänden, und zwar er( Hitler ), Ludendorff, Lossom für daß Ludendorff außenpolitifah völlig unmöglich fei, daß Loffom in Ronflift mit Seedt stände und daß ich im Norden gänzlich unbekannt fei. Darauf meinte Hitler :" Ludendorff auf Ludendorff ." Auf meine Antwort, daß das doch nicht richtig brauche ich um die. Reichswehr zu gewinnen. Rein Soldat schießt fei und daß die Trupven ihrem Borgefekten gehorchten, erwiderte Hitler :„ Das fagen alle Generäle und alle alten Offiziere Aber vom Stabsoffizier abwärts fchießen die Truppen nicht auf Luden dorff und gehorchen ihren Führern nicht mehr." Am 1. September fand eine abermalige Besprechung mit Hitler und Dr. Beber statt. bei der Hitler die gleichen Gedankengänge äußerte, so daß ich allmählich den Eindruck gewann, er wolle suggestiv auf mich einwirken. Deshalb brach ich das Gespräch ab, warnte vor neuem por gemeltamen handlungen und erinnerte an dos gegebene Bersprechen. Dabei möchte ich betonen. daß Hitler schon früher Lossom und mir das Bersprechen gegeben hatte er unternehme nichts gegen Reichswehr und Landespolizei, wir sollten ihn nicht für so dumm halten, er mache feinen Putsch. Dieses Versprechen hat er mir gegenüber einmal zurückgenommen, weil feine vier Berfamm- night in öffentlicher Sigung zu sprechen. lungen verboten waren. Bei Lossom hat er dann diese zurücknahme aber wiederum zurückgenommen und am 1. November mir gegenüber das Bersprechen erneuert mit der Einschränkung allerdings, es sei denn, daß er in eine Zwangslage versetzt würde. Loffom gegenüber hat er feine Einschränkung gebraucht, wenn Dr. Weber fagt, in jener Besprechung sei
und Berlin sei vollkommen verseucht. Worauf ich er Der Norden fei ein einziger Sumpf hätte, mich über die Zustände dort zu unterrichten. Darauf erwiderte flärte, daß ich vielleicht bei meiner Reise nach Berlin Gelegenheit mir hitter in charakteristischer Weise: Herr Oberst, wenn man Ihnen fagt, es fommt ein Flugzeug vom Mond, in dem sich die geeigneten Männer befinden, die in Berlin die nationale Regie hier ausgelagt, er habe damals betont, wenn nicht bald eine Entrung biben sollen, dann wären Sie auch zufrieden." Hitler hat, fcheidung erfolge, dann werde er feine Bindung an den Generalfeatskommiffar und an Coffor lösen, und Beber hat befundet, Hitler hätte noch hinzugefügt: Wenn ich, von Berlin zurüdge tehrt, nicht zum Handeln entschlossen sei,
Die Rollenverteilung festgelegt
und darüber Uebereinstimmung erzielt worden, so ftelle ich fest, daß ich von dieser Rollenverteilung schon lange cewußt habe. Ich habe mich aber niemals einverstanden erklärt. Hitler hat mich auch nie nach meinem Einverständnis gefragt. Ich stehe, wie Erzellenz don Kahr, auf dem Boden der Auffassung, daß eine Reichsbittatur in München und ihr gemal fames Bortragen nach Norden ein wahrer Unsinn war. Bas hierüber von Hitler und Dr. Weber ausgesagt worden ist, ist erfunden und unwahr. Ich habe über diefe Besprechung an Rahr und Lossow berichtet. habe auch in der Referentenbesprechung im Generalstaatskommissariat, an der Vertreter des Ministerium des Innern und des Ministerpräsidenten teilnahmen, diefe Rollenverteilung zur Sprache gebracht.
, dann werde er, Hitler, selbst für den Absprung sorgen. Beide Aeußerungen sind frei erfunden und völlig unwahr. Es ist Hitler und Weber zu unterrichten, ist mir nie in den Sinn gctcm. ausgeschlossen, daß Hitler das gesagt hat. lleber meine Reise später men. Ich war sehr erstaunt, in den Münchener Zeitungen am 10. Dezember eine Erklärung des R.-A. Roder zu lesen, wonach Hitler erfahren habe, daß Seißer in Berlin Ab ma chungen mit über den Marsch nach Berlin widersprachen. Infolgedeffen habe Seedt getroffen habe, die den Erflärungen Seizers und Lossows Hitler die Ueberzeugung gehabt, daß die Herren nicht mehr aur Tat entfchloffen feien und er habe sich daher für be. rechtigt gehalten, felbständig zu handeln. Bom General. staa stemmiffariat ift bereits darauf geantwortet worden, daß von einer veränderten Stellungnahme der Herren Loffow und Scifer nichts bekannt sei. Gleichzeitig gibt aber Hitler durch seine Erflärung zu, da er schon am 6. November gwußt hate, daß kahr, Coffow und Seißer für den Marsch nach Berlin nicht zu haben waren.
Was geheim bleiben muß!
Ich komme dann zu der Besprechung am 6. November. Erster Staatsanwalt unterbrechend: Ich bitte darüber darüber äußern. Oberst v. Seißer schildert dann die bereits bekann Eeißer: Ich will mich hier nur zunächst ganz allgemein ten Ansprachen Kahrs, Lossows und seiner Berson in dieser Sigung Dormittags, fo betent er, habe er dann die Chefs der Landes an die Bertreter der vaterlänoifchen Berbände. Am 8. November polizei zusammengerufen, um fie im Auftrage Kahrs über die Lage zu unterrichten. Er habe zum Schluß gesagt, daß, im Falle es doch zu Explefionen kommen sollte, die Landespolizei unbedingt ihre Bflichttun werde, auch wenn sie dabei die Schußwaffe gegen ihre eigenen Freunde richten müsse. Dieser Standpunkt, jo erklärt Seizer, war nicht nur der meinige, sondern auch der, den ich im Auftrage Don Exzellenz Rahr der Landespolizei mitzuteilen hate. In der geheimen Sigung werde ich diefen Standpuntt bis ins legte nah meisen. Darauf möchte ich schon jest aufmerksam machen, meil die Berteidigung wiederholt versucht hat, durch Anführung von Ergeb niffen der nicht öffentlichen Sigungen diese Ergebnisse in öffentlicher Sigung zu verwerten.( Unruhe unter den Berteidigern, von denen sich eine ganze Reihe sofort zum Wort meldet.)
R.-A. Rober: Ich bin der Meinung, daß der Herr Oberft als Seuge, night aber als Staatsanwalt geladen ist.