Die sozialistische Kulturwoche.
Leipzig . 6. Auguft.( Eigener Bericht.) Am Dienstag, bem vierten Tage der Sozialistischen Kulturwoche, fand im Festsaal des neuen Rathauses die erste Sozialistische Kulturkonferenz unter dem Vorsiz des Genoffen Schred Bielefeld unter Teilnahme von etwa 600 Delegierten statt. Mehr als 25 proletarische Kulturorganisationen sind vertreten. Nach kurzen Begrüßungsworten Crispiens vom Parteivorstand hielt Heinrich Schulz einen Vortrag über Biel und Inhalt sozialistischer Kulturarbeit". Anknüpfend an die frühere Isoliertheit der Sozialdemokratie, wies er darauf hin, daß auch heute wieder der Versuch gemacht werde, die Sozialdemokratie in eine Art Getto hineinzwingen. Viel schwerer als auf der luftreinen Höhen der Opposition zu weilen, ist verantwortliche Tagespolitik in den staubigen Tälern des politischen Lebens. Sie ist aber notwendig, und die Sozialdemokratie als Kampforganifation hat ihre Taktik den jeweiligen politischen Verhältnissen an upaffen. Der Sozialismus, das unflare, jahrtausendalte Sehnen der Böller, hat durch Marg und Engels feine wissenschaftliche Fundamentierung erhalten und steht jenseits von Gut und Böse. Er ist cin Borgang im Fühlen und Denfen; nicht alle, die die sozialistische Weltanschauung teilen, gehören auch der Sozialdemokratischen Bartei an. Durch drei Pforten fann die Sozialdemokratie in die Träger dieses Dentens und Fühlens eindringen. Die erste führt zu jenen, die durch künstlerisches Schaffen bleibende Werte erzeugen, die zweite zur himmelstürmenden Jugend, die dritte zur Masse der Gleichgültigen, die nationalistisch- militaristische Demagogie mit den Schlag worten völtisch" und fozial" für sich zu fapern versucht. Die Bildungs- und Kulturarbeit muß als selbständiges Glied der Arbeiterbewegung, als gleichberechtigter Faftor neben der politischen Partei und der Gewerkschaft anerkannt werden. Eine
Zusammenfassung aller Kulturorganisationen, beginnend vom feinsten Orte, weiter bis zur Zentrale, muß über die Bezirke in die Wege geleitet werden. Das bedeutet Fühlung nahme, Zusammenschluß zu 3wedverbänden, gemeinsame Stellungnahme zu fulturellen Fragen, gegenseitige Hilfe als erste Etappe auf dem Wege zu engerem Zusammenschluß. Es handelt sich hier weniger um organisatorische Leistungen als um die Herstellung innerer Beziehungen. Die Sozialdemokratische Partei muß im Interesse des Proletariats von fich aus diesem neuen Kampffattor den Weg zur höchsten Entfaltung ebnen.
Hierauf sprach Dr. Lohmann über:„ Das fozialistische Bil dungswesen im Verhältnis zur Bildungsarbeit von Staat und Gemeinde". Die Aufgabe der Sozialdemokratie ist, dahin zu wirken, daß die Schule ihre Bildungspflichten gegenüber dem proletarischen Rinde erfüllt. Es bedeutet eine Sünde gegen das heranwachsende Geschlecht, wenn unter dem Deckmantel der neutralen Bildungsarbeit der Staat die proletarische Jugend zwingt, fremde und feindliche Kulturwerte in fich aufzunehmen. Die sozialistischen Kulturorganisationen haben dafür zu sorgen, daß diese Gefahr wirMittel des Staates in gleichem Maße zur Verfügung gestellt fungslos wird, und haben das Recht, zu verlangen, daß ihnen die werden wie bürgerlichen Organisationen.
Sodann hielt Engelbert Graf einen Vortrag über:„ Die wissenschaftliche Arbeit und der, Sozialismus". Bildung ist immer Klaffenbildung; Arbeiterkulturarbeit wird sozialistische Kulturarbeit sein oder sie wird überhaupt nicht sein, Kultur ist mehr oder meniger gelungene Anpassung an die Aufgabe der Klasse. Die Stultur der anderen Klasse fann nur so weit übernommen werden, als sie dem Aufstieg der Arbeiterklasse förderlich ist. Die proletarische Kultur wendet sich an das Gefühl, an den Verstand und an den Willen des Arbeiters.
Der Wille verlangt Gewöhnung und Erziehung zur sozialen Berantwortlichkeit.
Die Stellung des Arbeiters zur Umwelt und die Anforderungen der Umwelt an ihn müssen sich gegenseitig ergänzen. Es bedarf dazu einer Durchdringung mit margistischer Weltanschauung und der Be einflussung seiner praktischen Tätigkeit innerhalb von Familie, Betrieb, Gewerkschaft, Partei, Kommune Staat. Hier ist nur die b Bildung des einzelnen, nicht der Maffen möglich. Das Proletariat ift ein Auflösungsprodukt der bürgerlichen Gesellschaft; das Kind ist ein Produkt von Vererbung und Milieu. Die proletarische Frau ist noch mehr als der Mann kapitalistisch verseucht, wenn auch nicht durch ihr Verschulden.
Als letzter Redner sprach Profeffor Leo Kestenberg über: ,, Sozialismus und Kunst": Es gibt ein sozialistisches Gefühl und Empfinden, und der Künſtler bringt dieses Gefühl in Formen, die die Zeiten überleben. Dieses Gefühl lebt in den Massen und drängt nach Ausdruck, nach einem Rultus. Anfäge dieses Kultus findet man bereits überall, und die proletarischen este sind eine feiner Formen. Man wird sich in der weiteren Ausbildung an Gegebenes anlehnen und versuchen müssen, das ganze Leben mit Schönheit und Kunft zu durchtränken, den im Menschen schlummernden Raumund Formsinn zur Entfaltung zu bringen und sein rhythmisches und dramatisches Gefühl zu entwickeln. Hand in Hand damit wird aber
auch die
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Internationaler Bergarbeit kongreß.
Dritter Verhandlungstag.
Prag , 6. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Bor Eintritt in die Tagesordnung begrüßte der Bertreter des Internationalen Arbeitsamtes aus Genf , de Roode, den Kongreß. Er betonte das große Intereffe des Arbeitsamtes an den Berhandlungen des Kongresses und hob die Wichtigkeit inter nationaler Berständigung hervor. Soweit die Vernachlässigung der Arbeiterfürsorge durch die Gemeinschaft der Fürsorge für das Arbeiterleben Plaß macht, sind gewisse Institutionen notwendig, wie das Arbeitsamt in Genf und die internationalen Gewerkschaften, deren Arbeit ineinandergreifen müsse. Der Kongreß frat sodann in die Beratung des nächsten Bunftes ein, der die Affion gegen den krieg
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betrifft. Dem Referat Quentins- Frankreich ist zu entnehmen, daß die bedeutsame Frage„ Für den Frieden gegen den Krieg" für die Bergarbeiter fein neues Problem darstellt und auf internationalen Bergarbeiterfongreffen wiederholt behandelt wurde. Gerdner England hofft, daß die Resolution ein Schritt nach der Richtung sein wird, die das nächste Mal einen Krieg verhindert. Ohne Kohle gibt es feine Munition, ohne Munition feinen Krieg. Wir Bergarbeiter wollen Kohlen schürfen nur zum Wohle der Menschen. Der Krieg ist die Hölle auf Erden, das größte Verbrechen an der Menschheit. Limberg Deutschland: Leider vergißt das Volk rasch die bitteren Lehren des Krieges, unter dessen Folgen wir weiter leiden müssen. Gegen ein neues Erwachen des Nationalis= mus treffen wir in Deutschland Maßnahmen. Wir haben zum Kampf für die Republit das Reichsbanner Schwarz Rot Gold" geschaffen. Ha as Tschechoslowakei ( Union ): Der heiße Wunsch der Arbeiterschaft war es, daß die Verträge, welche den Krieg liquidierten, den dauernden Frieden bringen. Dies ist nicht der Fall. Im Gegenteil, die Rüstungen dauern fort. In pielen Ländern, darunter auch in der Tschechoslowatei, steht der Militarismus in üppigster Blüte Wir müssen unser Augenmert auf die Abrüstung des nationalistischen Hasses richten und in allen arbeitenden Menschen den Friedensgedanken vertiefen. Wenn der Kongreß die vorgelegte Resolution annimmt, dann beauftragen wir die Eretutive mit dem Studium und der Ausarbeitung von Plänen für die Aftion im Kriegsfall. Unsere ernsteste Pflicht liegt in der Richtung, daß in allen Staaten
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die Arbeiterklasse entscheidenden Einfluß
Wirtschaft
Die verschleierte Substanz.
Monatelang herrschte an den deutschen Effekter: börsen Geschäftsftille; der Kursstand war außerordentlich niedrig, die Kreditnot zwang zu umfangreichen Verkäufen, was weiter auf den Kursstand drückte. Vor einigen Wochen begann eine neue Aufwärtsbewegung, in den Börsensälen begann man wieder aufzuatmen. Drei Ursachen 2bschluß der Londoner Verhandlungen eine fräftige erklären diesen Umschwung. Erstens erwartet die Börse von dem Belebung des Welthandels und damit auch des deutschen Geschäfts. Zweitens tritt in zunehmendem Maße das ausländische Kapi. tal als Käufer für deutsche Aktien auf, und schließlich ergibt sich aus der bisher veröffentlichten Jahresabschlüssen der Aktiengesellschaften, daß die in den früheren Kursen zum Ausdruck gekommene Bewertung der Substanz zu niedrig gegriffen war.
lassen sich vorläufig allgemein gültige und die gesamte deutsche WirtWas insbesondere den zuletzt genannten Grund anbelangt, so schaft umfassende Berechnungen noch nicht aufstellen. Aber man tann schon jetzt sagen, daß die Behauptung, ber Substanzverlust der deutschen Wirtschaft sei so start, daß sie ihren Wiederaufbau aus eigenen Mitteln nicht durchführen könne und daß sie auch nicht imstande sei, wesentliche Lasten für den Staat zu übernehmen, zum mindesten übertrieben ist. Gewiß hat die deutsche Wirtschaft zurzeit unter außerordentlichen Schwierigkeiten zu leiden, was schon die zahlreichen Geschäftsaufsichten und die gegenüber der Borkriegszeit start angeschwollene 3iffer der Konkurse anzeigen. Aber diese Schwierigkeiten sind in der Regel nicht durch die Wertminderung des Anlagefapitals, sondern durch den Mangel an Betriebsmitteln, burch die Erschwernisse der Kreditbeschaffung und zum Teil durch Rück gang des Abfazes hervorgerufen worden. Die Unternehmungen leiden also an Illiquidität, die aber meistens nicht durch Substanzschwund verschuldet wurde.
Die Jahresberichte der deutschen Aktiengesellschaften waren schon durfte, um hinter die Geheimnisse der Bilanz zu kommen. Die diesvon jeher so gehalten, daß es einer beträchtlichen Gewandtheit bejährigen Berichte lassen aber alles hinter sich, was man fich früher an Undurchfichtigkeit geleistet hatte. Dividenden werden für das verflossene Geschäftsjahr nicht ausgeschüttet, häufig sind dafür die Zuauf die innere und äußere Politik gewinnt. So werden wir ebenwendungen an die Aufsichtsratsmitglieder um so höher. Wie hoch eben- oie Substanz des Unternehmens zu bewerten ist, darüber falls einen Schritt im Kampf gegen den Krieg tun. breitet man aus steuerlichen Gründen einen dichten Schleier. In die es dem Außenstehenden ermöglichen, ein wenig hinter diesen manchen Berichten findet, man aber doch Aeußerungen und Zahlen, Schleier zu sehen. Dafür seien aus den Veröffentlichungen der jüngst tifche 2. G. Bad Homburg verzeichnet bei geringen Bassiven verflossenen Wochen einige Beispiele angeführt. Die im Jahre 1920 gegründete Chemisch- Pharmazeu 107 643 M. Vorräte, alle übrigen Aktiotonten find abge= schrieben.
im
Dejardin Belgien : Alle Mittel gegen gen Krieg müssen angewandt werden. Auch ein wirklicher Völkerbund muß geschaffen werden. Er empfiehlt die Arbeitsniederlegung Kriegsfall Quentins Frankreich : Wir brauchen nur an Weltfrieges geblieben sind, um uns zum Kampf gegen den Krieg die Millionen von Opfern zu denken, die auf der Wahlstatt des anzufeuern. Der Redner empfiehlt einen 24ftündigen Weltstreik der Bergarbeiter als Warnung gegen den Krieg. Die französische Delegation stimmt der Resolution unter dem Vorbehalt zu, daß das Internationale Komitee baldigst zwecks Beratung der Maßnahmen gegen den Krieg zusammentritt.
.Scharfer Kampf dem Kriege!"
so schließt der Delegierte seine Ausführungen.
Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: " Der am 4. August 1924 und den folgenden Tagen in Prag tagende Internationale Bergarbeiterfongreß gibt der Meinung Ausdrud, daß die Kriegsgefahren nicht beseitigt sein werden, solange die Völker nicht befreit sind und die Regierung und Berwaltung in allen Ländern in den Händen der kapitalistischen Klassen verbleibt.
Der 27. Kongreß macht es allen Organisationen zur Pflicht, die von den zuständigen Ländern oder internationalen Gewerkschaftsorganisationen geführten Aktionen gegen den Krieg zu unterstützen. Der Internationale Bergarbeiterfongreß beauftragt die Erefutive mit dem Studium und der Vorbereitung eines Blanes oder von Blänen für die zufünftige Aftion im Kriegsfall. Besteht für irgend eine Nation die Gefahr friegerischer Berwicklungen, so wird das inernationale Sekretariat fofort eine Sigung des Internationalen Romitee einberufen, um über die vom Internationalen Bergarbeiter verband einzuschlagenden Schritte zu beschließen."
Nachmittags fand feine Sigung statt, da die Delegierten einer Einladung der fchechoslowakischen Bergarbeiterfoalition folgend, einen Ausflug unternahmen.
Aus der Partei.
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Die Basalt A.-G. Binz am Rhein , deren Betriebe zum Teil im besetzten Gebiet liegen und daher besonders zu leiden hatten, teilt mit: Trotz der Zerstörung der deutschen Währung habe 1923 die Substanz des Unternehmens weiterhin der= mehrt werden können.
Die Leberfabrik vorm. 5. Deninger u. Co. Lorsbach hat ihren Grundbesig und ihre Betriebseinrichtungen auf winzige Papier martbeträge abgeschrieben.
Die Bürstenfabrit Emil Kranzlein A.-G., Erlangen , hat bei der Aufstellung der Goldmarkbilanz das Aftientapital auf 2 Milfionen Mark festgesetzt, gegen 1,2 Millionen Ende 1913. Unter den Attiven befinden sich: Immobilien 826 300 m.( 1913: 539 497), Maschinen und Geräte 352 038 m.( 125 011), Warenbestände und Außenstände haben sich etwas verringert, dafür sind die Hypothekenfchulden von 196 476 auf 58 307, die sonstigen Schulden von 191 587 cuf 95 494 M. zurückgegangen. Im ganzen genommen also eine mesentliche Verbesserung der Substanz.
Die Sächsisch- Thüringische Portland- 3ementa fabrit hat im vorigen Jahre mit Berluft gearbeitet. Es wird aber mitgeteilt: Trotz des ungünstigen Abschlusses glaube man, daß die gefunden Grundlagen des Unternehmens durch die Inflationszeit fcine ungünstige Berschiebung erfahren haben. burg , die jest dem Barmatkonzern angehört, erscheinen Fuhrpart,
Anschlußgleise, Modelle, Werkzeuge und Inventar mit je 1 M.
Die Hildesheim - Peiner- Kreiseisenbahngesella Ichaft hat ihr Goldmartkapital wie vor dem Kriege auf 2,14 Millionen belassen. Ihre Reserven betragen jetzt 444 312 m. gegen 260 000 in 1914. Ihr Besitz an Wertpapieren ist insgesamt mit 1 Golbpfennig bewertet.
Bei der Hugo Schneider A.-G., Leipzig - Paunsdorf, find die Beteiligungen und Effekten mit geringen Bapiermartposten gebucht. Da diese Gesellschaft zum Hirsch- Kupfer- Konzern gehört, fann man sich vorstellen, welchen wirklichen Wert die Beteiligungen besigen.
Die foeben erschienene Nummer 3 der„ Kommunalen Blätter für Groß- Berlin", die als Beilage zu dem Funktionärmitteilungs. blatt des Berliner Bezirksverbandes erscheinen, enthält folgende Beiträge: Ernst Reuter , Die Wende zum Aufstieg", Siegbert Löwy, Das Grundstückswesen der Stadt Berlin ", Karl Herz , Umgestaltung der inneren Beziehungen der Menschen zueinander Batom- Clabom", Majerczyk, Die Entwicklung der Berliner gehen müssen. Es gilt, eine Synthese zwischen Kunst und Sozia- Gaswerte", ferner Die Berliner Milchpersorgung" und Notizen. lismus zu schaffen. Die Kommunalen Blätter" fönnen durch die Poft zum Preise von In ihren Schlußworten faßten Heinrich Schulz und Schred das monatlich 10 Pf. bezogen werden. Alle in der Berliner RomErgebnis der Konferenz zusammen und forderten besonders nach- munalpolitit amtlich und ehrenamtlich tätigen Genossen werdrücklich zur Rebellion gegen die Redaktionen der Parteipreffe auf, den auf diese Neuerscheinung ganz besonders aufmerksam mit 2,76 Millionen Golomart gegenüber 4,42 Millionen Ende 1913 um sie zu veranlaffen, mehr Raum für fulturelle Fragen freizustellen. gemacht. Für alle Anwesenden hatte die Konferenz Stunden großer geistiger Anregung gebracht. Die Referate werden im Drud erscheinen. Dienstag abend fand im gleichen Saale die
Frauenfundgebung der Jugend
statt. Boogd Holland verstand es, in seiner überzeugenden Art Die in Massen herbeigeströmten Frauen und Jugendlichen zu paden und zu einer großen andächtigen Gemeinde zusammenzuschweißen. Jung und Alt wollen gemeinsam das Leben umgestalten und gemeinsam an der Umformung ihres inneren Menschen arbeiten. Das proletarische Mädchen und die proletarische Frau haben es in diesem Rampfe um ein neues, reicheres, äußeres und inneres Leben schwerer als der Mann; denn alle Organisationen find Männerorganisationen. Es gilt, die Frau und das Mädchen als Kameraden anzuerkennen, gleichzeitig aber auch ihrer Besonderheiten zu achten. Es gilt, die kulturelle Frage in der Ehe, in der Wohnung, in der Gemeinschaft so zu lösen, daß die Frau in vollstem Maße zur Geltung tommt. Mathilde Wurm sprach von den Schrecken des Krieges und von den unsäglichen Leiden, die er den Frauen gebracht hat. Sie ruft die seelische und materielle Not der damaligen Beit in Erinnerung und ruft alt und jung zum Gelöbnis auf:„ Nie wieder Krieg!" Sie brandmarkt auch die immer erneute
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Kriegshehe der nationalistischen Frauen
und fordert die Frauen auf, weibliches Fühlen und Denken überall ins Leben hineinzutragen. Genoffe J. L. Stern( Deutschböhmen) schildert die Wiener Verhältnisse. In Wien ist jeder vierte Mensch Mitglied der Gewerkschaft, jeder siebente Mensch gehört der Sozialdemokratie an. Das war nur möglich, weil die Ar= beiterinnen allen vorangingen, und die KinderfreundeBewegung wird es mit sich bringen, daß die Wiener Arbeiterbewegung auf Jahrzehnte der Bewegung in anderen Orten voraneilen wird. Es gilt, dem Arbeiter das Recht auf Leben und auf Entfal tung der in ihm schlummernden geistigen und seelischen Kräfte zu gewähren. Die Frau muß aufhören, allein Sflavin ihres Haushaltes zu fein. Sie muß sich der Erziehung ihrer Kinder viel mehr widmen Pönnen. Um dies Biel so bald als möglich zu erreichen, müssen alle freiwillig mitarbeiten.
Die Vorträge wurden umrahmt durch fröhliche Kampfeslieder der Jugendchore.
Wetterbericht für Berlin und Umgegend. Gewitterneigung und schwül. Für Deutschland . Westlich der Dder Gewitterneigung. Im Often troden.
65,00-75,00
Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je Gerstengraupen, lose 16,00 20,00 Röstgetreide, lose..... 15.50-18,00 Gerstengrütze, lose... 15,00- 15,00 Kakao, fettarm Haferflocken, lose.... 15,50-17,00 Kakao, leicht entölt 86,00-100,00 18,00-19,00 Tee, Souchon, gepackt. 350,00-430,00 Hafergrütze, lose. Roggenmehl 0/1.... 13.00 14,00 Tee, indischer, gepackt. 425,00-500,00 Weizengrieẞ 18,25-19,75 Inlandszucker basis mel. 41,00- 43,00 22.50-24.25 Inlandszucker Raffinade 41,00-44,50 16,00-17,25 Zucker Würfel 46,00-49,50 18,25-23, 0| Kunsthonig 30,90-32,00 12,50-16,00 Zuckersirup hell in Eim. 490,00- 45,00
Hartgrieß 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine.
Bohnen, weiße, Ferl Langbohnen, handverles. Linsen, kleine
Linsen, mittel Linsen, große
Kartoffelmehl Makkaroni Makkaronimehl Schnittnudein, lose. Bruchreis
...
8,75-11,75 Speisesirup dunk. in Eim. 27,00-31,00
20,00-24,00 Marmelade Einfr. Erdb. 90,00-95,00 27,00- 30,50 Marmelade Vierfrucht 35,00 40,00 20,00 29,50 Pflaumenmus in Eimern 33,00- 38,00 31,00-37,50 Steinsalz, lose. 39,00-46,00 Siedesaiz, Tose
18,75 20,50 Bratenschmalz in Tierces 35,00 42,00 Bratenschmalz in Kübeln
33,00-35,00 Purelard in Tierces 15,00-17,75 Purelard in Kisten 14,50-15,5: Speisetalg in Packung 17,50-18,25 Speisetalg in Kübeln
3,10 3,70 4,00- 4,70
79,00-80,00
Aus der Goldmarkeröffnungsbilanz der Spinnerei und Weberei Fersee in Augsburg : Die Fabrikanlagen in Fersee und Ay sind bei 90 000 Spindeln, 1630 Webstühlen und 1300 Arbeitern gegenüber der Vorkriegszeit unverändert und bei ver. mehrtem Grundbesig von 46,18( Ende 1913: 38,42) Heftar
niedriger bewertet. Die Hypothekenschulden betragen bei 15prozentiger Ausivertung nunmehr 48 469 m. gegenüber 1,34 Millionen Ende 1913.
Die Benz u. Co. A.-G. in Mannheim , die jetzt mit der Daimler- Gesellschaft in Interessengemeinschaft steht, hat in ihrer diesjährigen Bilanz eine Reihe größerer Posten el ich verschwinden laffen. Grundstücke, Gebäude, Anlagen, Effekten und Beteiligungen erscheinen mit geringen Papiermartposten.
M
In der Goldbilanz der Schulz Grünlad A. G. in Rüdes heim werden 7500 Stück eigene Aktien, die einen Goldnominal. wert von 150000 m. haben, mit 1 M. eingestellt.
In der Generalversammlung der Bergbau A.-G. Hagen teilte die Verwaltung mit: Für die Bewertung der Aktien komme in Betracht, daß die verhältnismäßig junge Gesellschaft ihre Subft an 3 3 u erhalten vermochte und sich in dem Kupferbergmert eine wertvolle Anlage sichern konnte.
Aus der Fülle des Materials haben wir nur einige Beispiele herausgegriffen. Wie es möglich gewesen ist, auch in der Inflationsperiode die Substanz nicht nur zu erhalten, sondern sie noch zu vermehren, zeigt noch der Jahresbericht der Thüringischen Staatsbank in Weimar . Hier handelt es sich um ein öffentliches 81,00-81,50 Unternehmen, das sich aber privatwirtschaftlicher Methoden bedient. 82,00-83,00 Bei der Gründung der Bank im April vorigen Jahres repräsentierte 79,00-79,50 Das Kapital von 100 Millionen einen Goldbetrag von rund 23 000 m. 49,00-52,00 Es erzielte der beträchtlichen Rohgewinn von 1872 800 m., wovon 4,00 50,00 rund 1½ Millionen zur Berstärkung des eigenen Kapitals verwandt 57,00-69,00 werden. 105 000 m. tommen zur Rüdlage, die Thüringische Landeshauptkasse erhält 211 000 m. Mag sich dieses Unternehmen besonders günstiger Umstände erfreut haben, so find doch ähnlich günstige Umstände auch der Mehrzahl der privatkapitalistischen Unternehmungen zugute gefommen. Darüber geben allerdings ihre Jahresberichte feinen Aufschluß. Die Frankfurter Zeitung " stellt fest( Nr. 573 vom 2. August):
23,25-31,00 Margarine, Handelsm. I 63,00
49,00-53,00
30,00-36,00 desgl. II. 82,00 89,00 Margarine, Spezialm. I.. 79,00 Getr. Pilaumen 90/100.. 40,00-43,00 desgl. II. 66,00-68,00 Pflaumen, entsteint 50,00-55,00 Margarine III Cal. Pflaumen 40/50 60,00 Molkereibutter i. Fässern 188,00-200,00 Rosinen in Kisten, Candia 65,00 70,00 Molkereibutter in Pack. 196,00-201,00 Sultaninen Caraburnu.. 80,00-90,00 Landbutter Korinthen, choice
30,00-45,00 100,00-115,00 165,00-175,00
65,00 70,00 Auslandbutter in Fässern 200,00-206,0 Mandeln, süße Barl 160,00-170,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 34,50-37,00 Mandeln, bittere Bari ..145,00-152,00 Aus! Speck, geräuchert 72,00- 80,00 106,00-115,00 Quadratkäse. Zimt( Cassia) Kümmel, holländischer. 65,00-75,00 Tilsiter Käse, vollfett Schwarzer Pfeffer Singap. 103,00-110,00 Bayr. Emmenthaler weißer Pfeffer 145,00-150,00 Echter Emmenthaler Rohkaffee Brasil 180,00-215,00 Ausl. ungezuck.CondensRohkaffee Zentralamerika220,00-285,00 milch 48/16. Röstkaffee Brasil 230,00-280,00 Inländische desgl. 48/12 Röstkaffee Zentralam... 300,00-375,00 inl. gez. Condensm. 48/14
180,00-185,00
21,00 23,25 16,30-17,50 26,00- 26,50
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Man trifft auch Beschwerden des Auslandes, daß die Gesellschaften, auch wenn ihnen ein starkes Attienintereffe nachgewiejen wird, Auskünfte verweigern oder auf Anfragen überhaupt nicht antworten, man vermißt flare An gaben über die beabsichtigten Goldumstellungen, über die Finanzlage und über andere sehr wichtige Fragen, die für den Aktieninteressenten von ausschlaggebender Bedeutung sind... Dazu