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Sitzung ües partei-�ussthuffes. Der Parteiausschuß der Sozialdemokratischen Partei tritt am Freitagnachmittag 2 Uhr im Fraktionszimmer im Reichstage zur Beratung der politischen Lage zusammen.

Veutschnationale Kataftrophenpolitik. Beamtenvertreter hinausgeworfen. , Eine Abordnung des Deutschen Beamtenbundes mit Delegierten aus dem besetzten Gebiet sprach gestern vormittag auch bei der deutschnationalen Reichstags- fraktion vor, um sie zur Annahme der Dawes-Ge- j e tz e zu bewegen. Es kam zu einer eingehenden Aussprache, die schließlich stürmischen Charakter annahm, als die Beamtenvertreter den Deutschnationalen Katastrophen» Politik vorwarfen. Hierauf erklärte der Abg. Schlange» Schöningen, daß er nun e r st recht auf jeden seiner Fraktionskollegen einwirken werde, fest bei der Ableh- nung unter allen Umständen zu bleiben. So konnten die Beamtenvertreter mit Entrüstung ab- gehen. Dr. Schlange pfeift auf die Angelegen- heiten des besetzten Gebiets und seiner Be- a m t e n. Er weist den Vertretern der Beamten die Tür! Sie werden bei der Wahl, die sehr schnell kommen kann, daran denken!

Hapern für üas Cisenbahngefetz. München , 28. August.(TU.) Der gesamte Ministerrat und die Koalitionsparteien haben sich entschlossen, die bayerischen Eisenbahnforderungen vorerst zurück» z u st e l l e n, um den Bestand des Reiches nicht zu gefährden. München , 26. August. (WTB.) Zu der ablehnenden Stellung- nahm« der Deutschnationalen in der gestrigen Reichstagssitzung schreiben die«Münchener Neuesten Nachrichten' u. a.: Wir bedauern die Entscheidung der Deutschnationalen. Wir sehen keinen anderen Weg als die Annahm? der Gesetz«. Der Ruf üer besetzten Gebiete. «Sestfälischer Städtetag und westfälischer Provinzial- ausschust für Annahme. Neben sehr zahlreichen anderen Kundgebungen aus allen Teilen des besetzten Gebietes, die sich energisch für Annahme des Londoner Protokolls einsetzen, sind folgecide zu verzeichnen: Der Vorstand des Westfälischen Städtetages sandte dem Reichstag folgende Entschließung: Der Vorstand des Westfälischen Städtetages verkennt nicht, daß. die Londoner Verhandlungen wesentlich« berechtigt« Wünsche des besetzten Gebietes unerfüllt lassen und daß die furchtbare V«> lastung Deutschlands durch den DaWes-Plan «r seine Leistungs- fähigbeit schwerste, kaum tragbare Anforderungen stellt. Trotz- dem muß der Vorstand für die von ihm vertretenen Städte West, folens fordern, daß der Reichstag zur Verhütung schlimmerer poli­tischer und wirtschaftlicher Folgen, die insbesondere das besetzte West- falen und die angrenzenden westfälischen Gebiete treffen' würden, die Dawes-Gesetze annimmt. Die Industrien und die Gemeinden des besetzten und des benachbarten, wirtschaftlich mit ihm verbundenen westfälischen Gebietes drohen zusammen- zubrechen, wenn der iei-'nc wi-siche�liche Druck nicht alsbald erleichtert wird.' Der Provinzialausschuß für die Provinz Westfalen sandte folgendes Telegramm an den Reichstag : Wenn auch nach den Londoner Abmachungen ein« Reih« bc- rechtigter Wünsche unerfüllt und«ine ungeheure Belastung Deutsch - lands bestehen bleibt, erwartet der Provinzialausschuß der Provinz Westfalen dennoch vom Reichstag einmütig, daß er zur Berhütung schlimmerer politischer und wirtschaftlicher Folgen d i« Dawes-Gesetze annimmt, und zwar vor ollem auch, um den Druck des besetzten westfälischen Gebietes zu mindern, das die Annahm« und die durch sie bedingt« Erleichterung seiner v« r- zweifelten Lag« dringend verlangt.'

Die öaumtorte. Von Emil Rath. Di« verheerenden Wirkungen des Schutzzolls machen sich bemerk- bar. Ich übertreibe wohl keinesfalls, wenn ich die Behauptung auf- stelle, daß das Brot von den Tischen der Armen, besonders aber der Reichen, sehr bald verschwinden und der Baumtorte Platz mache« wird. Ich habe gestern ihren Ein- oder bester Durchzug durch Berlin mit diesen meinen eignen Augen erleben dürfen. Es war«in er- hebender Anblick. Dos Wasser tropfte mir nicht nur aus den Augen, c« lief mir beinah« im Munde zusammen. Doch ich will nichts vor- wegnehmen... Just um die Zeit, da die Arbeiter von ihrem verlängerten Acht- stundentage noch Haus« trotten, mit der Hälfte ihrer Gedanken rück- wärts eilend zu dem Lohntag«, der ihnen IS bis 20 M. in die Hand drückt, abgesehen von den Abzügen, mit der anderen Hälfte der Gedanken dem kärglichen Abendmalst entgegeneilend, brauste durch die Straßen Berlins ein Ruf ehrlicher Bewunderung und Be- geisterung. Beides war berechtigt: In langfgmem, um nicht zu sagen majestätischem Tempo, b«. wegt« sich ein glitzerndes, wirklich elegantes Auto auf dem westlichen Aspholt dahin. Der Chauffeur bahnte mit starren Augen ein« WinMriedgaste durch den dichtesten Verkehr und bediente mit eiserner Pflichterfüllung dos Steuerrad. Im offenen Wagen aber thronte sie: schlank, zierlich, rokokohoft, mit buntem Flitter behängt, mit Weinlaub gekrönt, sie, die erhabene Baumtorte. Ein junger Mann mit ängstlichem Gesicht balanzicrte sie auf seinen spitzen Knien, und«in zweiter Mann(vielleicht war es der Konditor selber) beobachtete mit qualvoll gespanntem Gesicht die Vibrationen der Torte und jede bedrohliche Häufung der Stockung im Verkehr. Do sammelten die Arbeiter und Arbeiterinnen auf den Bürger- steigen ihr« beiden Gedankenhälften. Erschüttert sahen sie ihr Schicksal in Gestalt einer meterhohen, automobilfahl enden Baumtort« an sich vorüberziehen. Wenn schon die Reichen den Brotpreis nicht mehr erschwingen konnten und Baumtorts essen mußten l Und ärmlich glitzerten die Knollbonbons, mit denen die Aaumtort« schüchtern beklebt war, in der blutigroten Abendsonne. Und das Auto mit der Baumtorte, dem martialischen Ehausieur und den beiden ängstlichen Balanzeuren rollte der Sonne entgegen. Nach Berlin -Westen zu. v ihr meine Brüder! Ihr sehend Blinden! Begreift ihr denn noch nicht, daß ihr arbeitslos sein müßt? Wenn der Abschaum der- oberen Zehntausend sogar auf das Brot verzichtet und Baumtorte ess«" muß, die so gebrechlich ist, daß sie behutsam spazieren fahre« muß. wie könnt ihr euch gegen das Schicksal so erbittert wehren?

Luöenöorffs Lanüsknechte. Aus dem völkischen Walhall. Wir berichteten in der Morgenausgabe über die Lieb» kosungen, die sich völkische Größen und Ludendorff- Anbeter in der bayerischen völkischen Presse zu Teil werden lasten. Daß einer den anderen als«Bonzen' beschimpft, mag noch hingehen. Aber daß er seinen Parteifreund und Land- tagsgenojsen als einen wegen Bandendiebstahls elfmal Vorbestraften oder als Berführer von Frauen seiner Freunde hinstellt, ist doch reichlich starker Pfeffer. Man kann demgrrroßen' General wirklich zu solcher Gefolgschaft gratu- lieren. Er hat sie redlich verdient.... Daß die freundschaftliche Auseinandersetzung in der Presse nur ein Spiegelbild des Hasses ist, mit dem die völkischenEr- neuerer Deutschlands ' sich gegenseitig verfolgen, geht auch aus dem Bericht unseres Nürnberger Parteiblattes über eine nationalsozialistische Persammlung hervor, die dieser Tage in Nürnberg stattfand. Wir lesen in derFrank. Tagespost ': Die Deutsche Arbeiterpartei hatte nach demÄulturoerein'«in« öffentliche Volksversammlung einberufen, in der Hitlers Weg- genösse, der Landtagsabgeordnete D r e x l e r(München ), über M ein Nationalsozialismus' sprechen sollte. Trotzdem einer der bekanntesten Männer des Völkischen Blocks als Redner an- gekündigt war, war die Versammlung nur von SOO bis 600 Personen besucht. Die Einberuser scheinen ihren völkischen Volksgenossen nicht recht getraut zu haben, denn von Ansang an stand die Bersammlung unter polizeilichem Schutz. Als Drexler zu Versammlungsbeginn nicht erschien, wurde zunächst ein Bericht über die Weimarer Tagung gegeben. Man vertröstete die Bersammlung auf den Schnellzug 8 Uhr SO Min. Als auch der Schnellzug ohne Drexler in Nürnberg «inlief und der Versammlung hiervon Mitteilung gemacht wurde mit der Ankündigung, daß nunmehr Kellerbauer über«Unfern Nationalsozialismus' sprechen werde, brach ein ungeheurer Tumult los. Heilrufe auf Streicher, Pfuirufe auf Kellerbauer durchbrausten den Saal. Bald gerieten die feindlichen Brüder hart aneinander und die Polizei mußte eingreifen und die ranfeudeu Erneurer Deutschlands voneinander trennen. Die Opposition forderte auf, den Saal zu»er- lassen, was mit Hilfe d-r Pollzei geschah. Nunmehr konnte Kellerbauer vor ungefähr 200 Mann sprechen. Als Kellerbauer zu Ende war, ergriff in der Diskusston«in Streicherianer das Wort, welcher Kellerbauer das Recht absprach, sich als Nationalsozialist zu bezeichnen. Dieser Diskussionsredner wurde vom Podium herunter. geholt, verprügelt und durch die Polizei ans dem Saale geführt. Mit der Aufforderung, trotz alledem den Glauben an die völkische Bewegung nicht zu verlieren und mit Eifer wie bisher weiterzuarbeiten, wurde diese glänzend? völkische Musterversammlung geschlossen. Heil! Im übrigen leisten sich die Landsknechte Ludendorffs die erbärmlichsten Streiche gegen Kriegsinvaliden. Bei der Ver- fassungsfeier. zu Ulm fuhr im Festzug ein Wagen mit. der die AufschriftNie wieder Krieg!' trug. In diesem Wagen saßen acht Kriegsbeschädigte, die zusammen neun Beine hatten, einer hatte einen Arm zu wenig. Die in Günzburg erscheinendeN o t z e i t u n g Völkischer Herold" beschimpft diese Opfer des Ludendorff-Krieges, in- dem sie schreibt: Die«Nie-wieder-Kriegshelden' mußten im Wagen ge- fahren werden, wahrscheinlich waren sie nie im Kriege. - Also Spott und Hohn für die Leute, die ihre ge­sunden Glieder geopfert haben und die so frei sind, ihre Meinung über den Krieg öffentlich zu zeigen! Man ver- gleiche damit die Redensarten, die die Völkischen in Wahl- Versammlungen den armen Kriegsopfern gegenüber gemacht haben! Roheit der Gesinnung ist allerdings kein Wunder in einer Partei oderBewegung', in der man trotz elf Bor st rasen wegen Bandendiebstahls mit Eilzugsgeschwindigkeit zum Landtagsabgeordneten sich emporschwadronieren kann, trotzdem manzu dumm' ist. um ein paar Worte über den Achtstundentag zu sagen. Frei-

Schutzzoll und Baumtorte sind Naturnotwendigkeiten, denen Arm und Reich gleichmäßig unterworfen sind. Und-Schutzzoll und Baumtorte haben schon einmal da» deutsch « Volk in den Krieg gestürzt. Hütet euch vor der Baumtvrte.

Die Sicherung des neuen Zeppelins gegen das welter. Das neu« Zeppelin-Lufiichiff, das für die Pereinigten Staaten bestimmt ist, tritt demnächst sein« Fahrt nach Amerika an. Bei diesein Heber- queren des Atlantischen Ozeans muß man aber mit stürmischem Wetter rechnen, und deshalb hat die Route, die das Schiff«inschlägt, auf die Wetterlage Rücksicht zu nehmen. Für dieses richtige«Nävi » gieren' des Schiffes sind umfassende Vorbereitungen getroffen, über die in der.Umschau' berichtet wird. Zeppelin selbst hat schon die Wetterberichte sammeln lassen und zahlreiche Logbücher von Dampfern beschafft, die die transatlantische Route fahren. An der Hand dieses Materials aus den letzten 2S Iahren konnten die Führer am Kartentisch Flüge unternehmen, bei denen alle Daten der Wirk» lichkeit entnommen wurden. Mehr als tausend solcher«Zimmer» f l ü g e' wurden vorgenommen, und die Führer des neuen Luft- schiffes sind dadurch eingehend vorgebildet. Wenn das Luftschiff auf seiner Fahrt in ein Sturmgebiet gerät, dann weicht es nach Norden aus. Di« Wirbelwinde des Atlantik erstrecken sich auf«in Gebiet von 800 bis 1600 Kilomeier Länge, und das Tief zieht dabei mit einer Stundengeschwindigkeit von 60 bis 80 Kilometer nach Osten. Di« Luft strömt ihm von den Rändern herzu und zwar so, daß im ganzen Gebiet des Nordatlantit die Windrichtung der Rich- timg des Uhrzeigers entgegengesetzt ist. Würde das Luftschiff vor dem Sturm nach Süden ausbiogen, so hätte es an den Rändern des Tiefs noch mit starkem Gegenwind zu rechnen. Umfährt es aber daz Tief an der Nordseit«. so kommt«s mit Rückenwind rasch aus der Sturm- zone heraus. Ein eingehendes Studium der Wetterlag« vor der Abfahrt äyd die Möglichkeit, das Luftschiff auch während der Fahrt aus drahtlosem Weae mit Wettermeldungen zu oersehen, bieten dem Führer genügend Material, um das Schiff zu sichern. Babel in Moskau . In französischen illbLirierien Zeitschristen findet sich die Photographie eines Negers, der auf demehrwürdi- gen' Zarenthron der Romanows im Kreml zu Moskau Platz ge- nommen hat.Diese Photographie', so liest man in dem Begleit- text,ist symbolisch'. Sie stellt den Kameraden Lunion dar, den Delegierten der kommunistischen Reger von Guadeloupe , der zwischen zwei Sitzungen des Kongresses der dritten Internationale auf dem Thronsessel Platz genommen hat und damit offenbar die gewaltig« Umwälzung sinnfällig machen wollte, die der Bolschewismus hervor- gerufen hat. Auf diesem Kongreß waren Vertreter des Proletariats oller Rassen und Farben anwesend. Seit Lenin aus dem zweiten Kongreß erklärt hat, daß eineRsvolutiomerung der verfaulten Alten Welt unmöglich' sei, wenn nicht ein« Bewrguag gleichzeitig in den Kolonien ausbreche, haben die Sowjets die Sache derunter- drückten Bölker" zu der ihrigen gemacht, und feit jenen Tagen gleicht ein Kongreß der Dritten International« in Moskau dem Turmbau zu Babel. Die indischen Delegiert«! rufen zum Kampf

sich, wenn nur dieFührerschaft', die Gräfe, Ludendorff und Hitler im Lichte glänzt, dann kommts auf ein paar Wulles und Wiesenbacher nicht an! « Wie wir der«Mecklenburger Warte' entnehmen, sind zwischen Ehrhardt und Kautter Differenzen entstanden, die zu einer' Trennung Ehrhardts von Kautter geführt haben. Ehrhardt und Kautter galten bisher als unzertrennbare Freunde. Sie führten noch letzthin den Kampf gegen Ludendorff gemeinsam. Ob die Aussöhnung zwischen Ehrhardt und Ludendorff mit dem daraus- folgenden Schimpsduell zwischen Ludendorff und den.Ehrenrichtern' als Sprcngpuloer gewirkt hat, geht aus der Meldung nicht hervor. Sie zeigt jedenfalls wieder einmal, was von der vielgerühmten ..Sammlung und Konzentratton' im Lager der Völkischen zu halten ist._ Wer lügt! Die vaterländische« Verbändedementieren". Unter der Ueberschrist:Ein Regierun gs- m a n ö v e r?" verbreiten die Vaterländischen Verbände folgende Erklärung: «Die Linkspresse verbreitet die Meldung, daß der Reichs- tagsabgeordnete Adams von der Deutschen Volkspartei derMagde- burgischen Zeitung' erklärt hätte, daß die BB. vom Rheinland und Westfalen zu der Tagung der Bereinigten Vaterländischen Ver- bände Deutschlands nicht«ingeladen und für die Annahme des Lon- doner Abkommens wären. Hierzu erklären die DVBD., daß diese Meldung in allen Teilen frei erfunden ist, denn die Vaterländischen Verbände des unbesetzten Westfalens sind für die Ablehnung, während im ganzen besetzten Gebiet alle Ortsgruppen aller Vaterländischen Verbände aufgelöst wor- den sind. Es ist deshalb niemand bevollmächtigt, in ihrem Namen zu sprechen, andererseits Leg« aus dem besetzten Gebiet zahlreiche Sttmm n aus nationalen Kreisen vor, die sich ebenfalls für die Ablehnung der Londoner Vereinbarungen aus. sprechen, well das 1000 Jahre alte Ziel Frankreich », Deutschland vom Rhein au» zu beherrschen, durch die Regierung Herriot sehr geschickt verschmiert, ober unter keinen Umständen ausgegeben worden ist. Es ist deshalb die Meldung der Linkspresse als nichts wejter als em Manöver der Regierungsparteien auf- zufassen.' Der Wert diesesDementis' geht bereits aus semem Wortlaut hervor, der den Anschein zu erwecken versucht, als bandele es sich lediglich um eine von der Regierung in die Linkspresse lancierte Tendenzmelduna, während tatsächlich eine Erklärung des volksoartellichen Reichstagsabgeordneten Adams in der schwerindustriellen«Magdeburgischen Ztg." vorliegt. Im übrigen wird man es Abg. Adams überlassen können, sich mit den Baterländifchen Verbänden, deren Geistes- art sattsam bekannt ist, auseinanderzusetzen.

die Revision im Granöel-Prozeß. Die von der Staatsanwaltschaft in dem bekannten Prozeß gegen den Fabrikanten Dr. G r a n d'e l und den Kaufmann Thormann eingelegte Revision ist setzt fertiggestellt und wird den beiden in dem AttentatSbersuch damals verwickelten Personen jetzt zugestellt werden. Die Revision wendet sich in der Hauptsache gegen die Auslegung, daß der Mittäter an einem Stten- tat straflos sein soll, wenn der Anstifter der agent provo­cateur nicht den ernsten Willen gehabt hat, die Tat zu begehen. Der ganze Fall dürft« in diesem Herbst noch einmal die Gerichte beschäftigen, unter der Voraussetzung, daß sich Thormann noch in Deutschland befindet. Andern- falls dürste die Verhandlung gegen ihn von dem neuen Prozeß gegen Dr. Grandel abgetrennt werden. Die INÜncheaer Polizei hat eine öffentliche Sersammlung. die von dem kommunistischen Reichstag �abgeordneten Buch- mann und dem Landtagsabgeordneten Schlaffer einberufen war und in der gegen das«Londoner Diktat' protestiert werden sollte, ohne Angabe von Gründen verboten.

gegen England, die bolschewistischen Neger zur Revolte gegen die Herrschaft Frankreichs. Man muß die Brandsacket in die Kolonien des britischen Reiches' werfen und seinem Imperialismus den Lebensnero abschneiden', sagt« Roj, ständiger Delegierter der indi- schen Kommunisten.«Asien ', erwidert« der von den französischen Gerichten in Abwesenheit»int Tode oarurtettte Guilbeoiir, muß das Grab des französischen Imperialismus werden'. Sein Wunder. daß die alten Kolonialmächte beim Anblick eines Bildes, wie es der Neger aus dem Zarenthron bietet, so etwas wie leises Unbehagen in sich aufsteigen fühlen. Erstes deutsche» So-Turnier. Auf Anregung der schon recht ff)lr«ich«v im.Münchener Schachklub'(Stefanie) vereinigten So- reunde Münchens fand dieser Tage in M ü n che n das erste deutsche o-Turnier statt. Gospieler aus Württemberg , Nord- und Süd- bayern, aber auch aus Norddeutschland nahmen teil. Das nächst« Turnier soll in Berlin stattfinden: dort sind ein« Reihe starker Spieler vorhanden, darunter der deutsche Meister Du« ball und Emanuel Lasker , der beste Schachspieler der Welt, der auch ein recht guter Gospieler ist. Er und viele andere stellen das Go über das Schach, das es auch wirkttch an Kombinottonenreichtum und spannen- den Verlauf der Partten weit übertrifft. Was ist denn Go? Mancher Leser wirb es vielleicht noch nicht wissen. Go ist«in Brettspiel, vor viertausend Jahren in China er- funden, seicher in Ostasien ununterbrochen gopsiegt, in Japan sogar auf eigenen Unioersuäten. Die Japaner haben neue Meistergrad« aufgestellt, deren untersten aber noch kein Europäer erreicht hat. Jedoch breitet sich das herrliche Spiel jetzt in zunehmendem Maße auch in Europa , zumal Deutschland und Oesterreich au»: fast in jeder größeren Stadt und in vielen kleineren sind Gospieler zu finden. Die Regeln sind überaus einfach und frei von jeder Willtür. Adressen von Spielern erhall man durch B. Rüger in Dresden . Bramrsdvrfer Straße S. LShiienchronlk. Di« Opern-Spielzeit w der Oper am König»- platz beginnt am Montag, dm 1. Sept., mit Mozart »«Z a u b e r j l ö t e". Frau C a h'i e r(New Jork) wird an der Staat»oper ew drehnalige« Gastspiel geben, und zwar am 1. Sept. al»«czueena Im.Troubadour». am 8. al» O r t r u d im«Lohengrin » und am«. al» Brangäne in .Tristan und Isolde ». Aluflk. Walter Fischer beginnt am Donnerttag 8 Uhr seine regel- mäßigen DonnerZtag-Orgelkonzerte im D o m. Ein Pfund Raupen zwanzig psennla. Ueierall in Deutschland wurde Heuer über große GchädlmgSplagen geklagt. Besonder» stark und gefährlich trat in einigen Gegenden der Kohlweißling aus. Eine bemerken«werte Methode zur Vertilgung dieser Plage wandte die Stadt Götlingen an. Sie richtete eine Sammelftelle«In, die für je 100 Stück erbeuteter Kohl. Weißlinge eise Rentenmart und für ein Pfund R-upm 20 Ps. zabite. An ein em Tage wurden nicht weniger al» 36585 Kohlweißlinge abgeliefert. Die Hohlönigsburg sranzöstsche» Raiionoldenkmal. Die SohkönigSburg, da» alte Wahrzeichen de» WcSgau, soll al» Nation oldenkmal der.Befreiung Ellaß-LothringenS» gepflegt werden. Also wird diese von Bodo Ebhardt wiederhergestellte Burg auch die Pflege der neuen Landesregierung finden. Sachlich ist diese Verwendung in keiner Weife begründet. Die Burg war schon vor der ersten Eroberung Elsaß-Loihringen» durch Frankreich Ruine und hing niemai» mit Frcmtreich» Geschichte zusammen.