Abendausgabe
Nr. 529 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 265
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5 Goldpfennig
Sonnabend
8. November 1924
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Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands
Eisenbahnerstreik in Oesterreich .
Die Bundesbahnen liegen still.- Seipel führt die Regierungsgeschäfte.
Das christlichsozial - deutschnationale Kabinett Seipel in Desterreich hat noch am Freitagabend, wie wir bereits meldeten, feinen Rücktritt erflärt, ebenso der Präfident der Bundesbahnen. Die Eisenbahner sind in den Streif getreten und haben von Mitternacht an ben Betrieb stillgelegt.
Die Regierung wollte augenscheinlich eine Kraft probe herbeiführen, nachdem die Unterhändler der Eisenbahner sich nicht von ihr ,, unter politischen Druck sezen" lassen wollten. Trogdem der Bundesbahnpräsident schon vor Abschluß der Verhandlungen seinen Rücktritt angedroht und Seipel sich mit ihm solidarisch erklärt hatte, hat die Zuspizung der Dinge doch allgemein überrascht. Denn die Differenz bei der Endregelung war eine lächerlich geringe. Der zurück. getretene Bundesbahnpräsident Günther hat in einer Un terredung selbst erklärt, daß die Differenz zwischen Forderung und Bewilligung zum Schluß der Verhandlungen noch nicht einmal zehn Milliarden Kronen betrug, eine Summe, die in deutsche Währung umgerechnef den lächerlichen Betrag von bestenfalls nicht ganz 600 000 Mart darstellt! Aber der Bundesbahnpräsident und sein Hinter mann Seipel wollten die starken Männer spielen. Deshalb versichert Günther:
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Ich habe mir bei den Verhandlungen eine Grenze gesetzt, über die nicht hinausgegangen werden konnte. Die Differenz, die im letzten Stadium der Verhandlungen noth vorhanden war, betrug nicht einmal zehn Milliarden, also eine teine se. wegs fehr bedeutende Summe. Allein ein Nachgeben in solchen Fragen ist präjudizierlich."
Um dieses Herrenstandpunktes willen hat die Bahnleitung und die Regierung also die Eisenbahner in den Streit getrieben! Es besteht die berechtigte Vermutung, daß das christlichsozial - großdeutsche Kabinett den Kampf der Eisenbahner bewußt provozierte, um die Eisenbahner verbände zu zerschlagen. Deshalb ist es wichtig, festzustellen, daß als Vertreter der Eisenbahner sowohl der christlichsoziale wie der großdeutsch- nationalsozialistische Eisenbahnerverband neben den freien Gewerkschaften an den Verhandlungen.be teiligt waren. Bei diesen wollte die Direktion 42 Milliarden Kronen( 2½ Millionen Mark) bewilligen, die gewerkschaftlichen Verbände forderten rund 50 Milliarden Kronen( 2,9 Millionen Mark), die deutschnational völkischen aber gar 83 Milliarden Kronen( 4,9 Millionen Mark)!
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Die Differenz zwischen den gewerkschaftlichen Forderungen und dem, was die Regierung bewilligen wollte, war demnach so geringfügig, daß bei einigem guten Willen der Ausgleich hätte geschaffen werden können. Wenn die Regierung es zum Bruche trieb, so ist nur anzunehmen, daß sie aus scharf macherischen Gründen gegen die Eisenbahnerorganifationen mobil machen will. Dabei wird sie allerdings gerade in Desterreich auf Granit beißen. Denn der Organisations gedanke ist dort so lebendig, daß es nicht möglich sein wird, ihn zu zerschlagen.
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gierung Seipel gerade in diesem kritischen Augenblick unter teinen Umständen hätte zurücktreten dürfen. Die Reichspost" betont dagegen, daß der Rücktritt der Regierung Seipel einen in betont dagegen, daß der Rücktritt der Regierung Seipel einen in aller Ruhe und Festigkeit gefaßten Beschluß darstelle, der die vor dem ganzen Volfe von Seipel abgegebene Erklärung erhärte, daß die Männer, die den Wiederaufbau Desterreichs mit so großem Erfolg durchgeführt haben, Diftate zurückweisen, die in ihrer letzten Konje quenz das ganze Sanierungswert in Gefahr bringen. Es müsse einmal deutlia; gesagt werden, daß es unmöglich sei, daß jeder, der etwas zu fordern habe, sofort gegen den Staat Krieg etwas zu fordern habe, sofort gegen den Staat Krieg zu führen beginne, wenn er seinen Willen nicht durchsetzen zu führen beginne, wenn er feinen Willen nicht durchseizen könne. Die Blätter betonen sodann, daß die Störung der Berhandlungen zunächst von eritem- nationaler Seite ausgegangen sei, und daß zum Schluß Dr. Seipel mit seinem Rüdtritt richtig gehandelt habe, um einmal Klarheit zu schaffen.
Die Arbeiterzeitung" berichtet, daß die finanziellen Differenzen, um welche der Streit schließlich ging, nicht mehr als ½ Millionen Friedenskronen ausgemacht hätte. Die Demission Geipels habe daher mit der Gefährdung des Sanierungswertes nichts zu tun, sondern sei ein Manöver, um mit der Unterstützung der auf diese Weise gegen die Eisenbahner aufgehehten Deffentlichkeit den Entscheidungskampf gegen die Eisenbahnergewerkschaften zu beginnen. Eine Niederlage des Organisationsprinzips bedeute aber für die gesamte Arbeiterschaft die schwerste Machteinbuße. Es handele. sich also um eine Machtprobe der Regierung, gegen die es den entschloffenften und zäheffen Kampf um die sichere Zukunft der Eisenbahnerorganisation gelte.
In der Deutsch - Desterreichischen Tageszeitung, die in den letzten Tagen den radikalen Standpunft der deutschen Eisenbahne gewerkschaft besonders vertrat, wird hervorgehoben, daß ein Eisenbahnerstreit in Desterreich zum ersten Male unter nöl fischer Führung stattfinde. Durch diese entscheidende Wendung babe fich die Regierung veranlaßt gefchen, zurückzuire en. Seipel habe vielleicht schon lanae einen Grund gesucht, feinen Rüd trit zu nehmen. Einige Blätter sprechen in ihren Erwägungen über die weitere Entwicklung der Dinge von der Möglichkeit der Bildung eines Beamtenfabinets, deffen Leitung der gegenwärtige Bolizeipräsident und frühere Bundeskanzler Schober evtl. über. nehmen werde.
Seipel führt die Geschäfte weiter.
tung" meldet aus Wien , daß Bundespräsident Hainisch seinen ErFrankfurt a. M., 8. November. ( TU.) Die Frankfurter Zei holungsurlaub auf dem Semmering unterbrochen hat und im Auto nach Wien zurückgekehrt ist. Die Regierung Seipe! führt die Geschäfte bis zur Neuwahl des Kabinetts weiter.
Die Parteiführer beraten.
Wien , 8. November. ( TU.) Bereits in den ersten Vormittags. stunden traten heute im Parlament die Parteiführer zu Beratungen über die neue Lage zusammen. Während die Chriftlich sozialen uneingeschränkt dem Vorgehen der Regierun zustimmten, wurden auf großdeutscher Seite vielfach Einwendungen laut. Men wies darauf hin, daß der Streif dem Staat täglich einen Schaden von 10 bis 15 Milliarden zufüge. In den Kreisen der Sozialdemokratie rechnet man damit, daß der Streit zu einem Erfolge der Eisenbahner führen wird.
Die Streifordnung.
Die deutschnationale Presse Berlins ist so dumm, den österreichischen Eisenbahnerstreit als Waffe im Wahlkampf anwenden zu wollen. Da sie das Wort ,, Streit" hört, fchlägt die ,, Nationalpost" Laverrenz' sofort auf die Sozialdemokratie los. Sie fönnie fich allerdings bei einigem Nachdenken überzeugen, Nach einer Wiener Meldung der B3." befehten nachts pünkt. daß ihre völkischen Gesinnungsgenossen in Desterreich wahrlich um 12 Uhr nachts mit Armbinden gekennzeichnete Ordner die Einscheinlich in felbstgefälliger Uebertreibung rühmen, daß gangstore zu den Bahnhöfen und ließen Reisende nicht mehr in die fie die Führung im Kampfe hätten! Danach müßte Hallen. Die Bahnhofsschalter wurden geschlossen und fich also der Zorn der Deutschnationalen gegen ihre öster- Jahrtarten nicht mehr ausgegeben. reichischen Gesinnungsgenossen richten, wenn er überhaupt berechtigt wäre. Aber da der Kampf in Desterreich geführt werden muß, weil die Regierung es um einer von ihr selbst als lächerlich geringfügig bezeichneten Differenz willen zum Bruche trieb, so ist die Voraussetzung einer Wahlkampfhetze schon aus diesem Grunde hinfällig!
Wien , 8. November. ( TU.) Der Streit der Eisenbahner ist um Mitternacht ausgebrochen. Die um diese Zeit noch auf den Strecken befindlichen Züge wurden an ihren Bestimmungsort weitergeführt. Von zwölf Uhr nachts ab wurden teinerlei paffagiere mehr zu den Zügen gelassen. Lebensmittelzüge werden vorläufig ohne Einschränfung verlehren, auch gilt zunächst die Kohlenversorgung als gesichert. Man glaubt, daß nunmehr der Versuch gemacht werden soll, ein Beamtenkabinett durch den Nationalrat wählen zu laffen. Jedoch hätte ein Beamtenkabinett wahrscheinlich keinerlei Auscht, die Schwierigkeiten beseitigen zu können. Bielfach wird der frühere Bundeskanzler und jetzige Polizeipräsident von Wien , Schover, als tommender Mann genannt.
Die Streitanweisung der Gewerkschaften verlangt von den Streifenden strengste Disziplin und Einheitfchkeit im Handeln. In jedem Orte ift ein Streiffomitee zu bilden. Nach Mitternacht des 7. november sind ausgehende Züge aller Caffungen von 3rgansanastat onen nicht mehr abinlaen. Für die Beförde. rung und Behandlung von Lebensmitteln, lebenden und leicht verderblichen Sendungen, ist auf jeder Strede oder Dienststelle Borforge zu treffen.
Personen führende Züge aller Gattungen, welche sich um Mitternach des Siebenten bereits unterwegs befinden, find bis an ihre Bestimmungsftationen zu befördern. Bei Fernzügen dieser Art ist um Mitternacht des Siebenten die Aufnahme von Reifenden einzustellen. Güterzüge, welche schon unterwegs find, haten bis zur nächsten Dispositionsstation oder allenfalls davor gelegenen Auflösestationen geführt zu werden.
Die Streifanweisung fährt fort:„ Alle Bediensteten des ausübenden Betriebsbienstes haben während des Streiks, dienstteilungsgemäß am Dienstort anwesend zu sein und fich für den Fall der Beendigung des Streifs jederzeit dienst bereit zu halten. Sämtliche Telephon-, Telegraphen- und Blodapparate find während des ganzen Streits zu besehen. Das KanzleiperWien, 8. November. ( WTB.) Der Rücktritt des Mini- sonal hat sich während der Dauer des Streits am Dienstort einzufteriums Seipel infolge des Scheiterns der Lohnverhandlungen finden. der Eisenbahner und der Erklärung des nachts um 12 Uhr in ganz Die Arbeit hat zu ruhen. Sämtliche Signale find, der TagesDesterreich begonnenen Eisenbahnerstreifs ist der Deffentlichkeit Döllig überraschend gekommen. Dies zeigt sich auch in der Stellungnahme der Mehrzahl der Blätter, die fast alle die Frage aufwerfen, was nun geschehen werde, nachdem der Rücktritt der Kegierung nicht durch parlamentarischen Beschluß herbeigeführt, auch nicht aus parlamentarischen Gründen erfolgt sei. Einige Blätter so die Neue Freie Presse und der Tag, geben ganz entschieden und in recht sarfen Worten der Meinung Ausdrud, daß die Ke.
seit und den örtlichen Verhältnissen entsprechend, während des
Streifs zu beleuchten."
München , 8. November. ( WIB.) Wie der Korrespondenz Hoffmann von der Reichsbahndirektion München mitgeteilt wird, verkehren infolge des Eisenbahnerstreits in Desterreich die deutschen Personen- und Schnellzüge nur bis und ab den Grenzstationen Kufstein , Salzburg , Simbach , Mittenwald und Griesen.
Wahlen und Außenpolitik.
Französische Stimmen zum deutschen Wahlkampf.
Die Wahlentscheidung am 7. Dezember ist von großer Bedeutung für die fünftige außenpolitische Stellung Deutsch lands . Würder die reaktionären Parteien ungebrochen in alter Stärke zurückkehren, würde die parlamentarische Konftellation die Führung der deutschen Außenpolitif einem Manne des Bürgerblods in die Hand geben und man darf von Herrn Stresemann nicht erwarten, daß er die Kraft hätte, um vom Willen nicht zu reden, sich dem Zuge von rechts zu widersezen, so mirde für die Zeit der Herr schaft des Bürgerblocks Deutschland in politischer und moralischer Isolierung verbleiben. Selbst wenn eine Bürgerblockregierung unter dem Zwang der Lage in die Linie der bisherigen Außenpolitif einbiegen wollte, so würde sie doch auf das Mißtrauen und die Reserve des Auslandes stoßen. Die Haltung der Deutschnationalen in den außenpolitischen Fragen, nicht nur ihre nationalistischen Kraftphrasen, sondern auch ihre Unaufrichtigkeit und Unehrlichkeit hat dies Mißtrauen des Auslandes gegen eine Bürgerblockregierung in Deutschland be= trächtlich verstärkt.
Eine Regierung jedoch, die die bisherige Linie der deut schen Außenpolitik zielbewußt und aufrichtig fortsett, hat die Möglichkeit, über den Londoner Vertrag hinaus an der weiteren Befreiung Deutschlands zu arbeiten. Bon hervorragender französischer Seite ist in den letzten Tagen die Möglichkeit einer Berständigung zwischen Deutschland und Frankreich über wesentliche Fragen betont worden. Herr Herbette, der als französischer Botschafter für Moskau bestimmt ist, hat dem Pariser Korrespondenten der Neuen Züricher Zeitung" folgende Ausführungen über das Verhältnis Frankreichs zu Deutschland gemacht:
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,, Der demokratische Abg. Erfelenz hat als Forderungen seiner Partei in der auswärtigen Politik die beschleunigte Räumung der Ruhr, die Rückgabe des Saargebiets, die Berbefferung der Ostgrenze und evil. Kolonial. befig aufgestellt. Ich bin der Meinung, daß eine Verständi gung über diese Punkte mit Frankreich nicht zu den Unmöglichkeiten gehört, freilich unter der ausdrücklichen Be dingung, daß Frankreich ein demokratisches Deutschland vor sich hat. Niemand kann uns zumuten, einem Deutschland , das auf Revanche finnt, Erleichterungen am Bersailler Bertrage und territoriale Konzessionen zu gewähren, die es nachher gegen uns ausnutt. Sind wir dagegen sicher, daß die deutsche Regierung den Dawes- Plan und die Entwaffnungsklausel ehrlich ausführt, so können wir uns leicht dazu verstehen, die Ruhr zu räumen. Was das Saargebiet betrifft, so ließen sich ebenfalls Kon= Beffionen denken. Für diejenigen, die nicht annehmen, daß die deutsche Bevölkerung des Eaargebiets sich für die französische Nationalität ausspricht, erscheint es unmöglich, das Biebiszit pen 1935 abzuwarten, um ein Arrangement mit Deutschland abzuschließen. Die Saar wurde besetzt, um Frankreich sofortigen Erfaz für seine zerstörten Kohlenbergwerke zu geben. Kohlen fönnen wir von wozu da länger als Deutschland auf vertraglichem Wege erlangen nötig eine Bevölkerung unter fremder Besetzung halten, die doch später wieder zu Deutschland zurückwill! Natürlich gilt dieses Argument ment nur einem republikanischen. Deutschland gegenüber, einem anderen dient die Saar noch immer früh genug zum Arsenal! Heifler ist die Frage der Reflifizierung der Ost grenze. Wir wissen, daß hier alle Deutschen einer Meinung sind, wir haben aber auf der anderen Seite auf das mit uns befreundete Polen besondere Rüdficht zu nehmen. Der einzige Weg, auf dem man dieser Frage nähertreten kann, scheint mir über Rußland zu führen' s wir in Genf versuchten, Deutschland für den Bölkerbund zu ge winnen, gab sich unsere Delegation Rechenschaft darüber, daß eine gleichzeitige Fühlungnahme mit Rußland unvermeidlich ist. Der Artikel 16 des Böllerbundpattes, der eine bewaffnete Hilfeleistung der Völkerbundsmitglieder vorschreibt, macht für Deutschland die Frage afut: Kann ich in entwaffnetem Zustande die Verpflichtungen eingehen, eine Völkerbundsarmee über mein Territorium gegen Rußland marschieren zu lassen? Die Lösung liegt auch hier in einer vorherigen Verständigung mit Rußland über seine Außenpolitit; namentlich was Bolen betrifft. Ist die Gefahr eines russischen Kries ges gegen den neuen polnischen Staat beseitigt, dann läßt sich auch das Verhältnis Deutschlands zu falen leichter regeln. Mit anderen Worten: Frankreich muß seinen Pazifizierungsplan auf Osteuropa ausdehnen und in etappenweisem Prozeß die Fragen zu lösen suchen, die sich zwischen ihm und Deutschland , England, Belgien erheben, und das Wert durch Einbeziehung Rußlands frönen, das zurzeit noch der große unbekannte Fatter ist, von dem unabsehbare Konflikte abhängen können. Auch aus diesem Gesichtswinkel ersieht man die Wichtigkeit des Sieges der Demokratie in Deutschland ."
Diese Ausführungen sind wichtig. Innerpolitisch bedeuten sie, daß Herr Stresemann und seine Breffe ein für einen deutschen Außenminister ungewöhnliches Maß von Mißgeschick beweisen, wenn sie mit Verdächtigungen und Beleidigungen gegen den Abgeordneten Erkelenz und andere demokratische Politiker ankämpfen, die einer Verständigung über so bedeutungsvolle Fragen vorarbeiten. Man braucht dabei die außenpolitische Bedeutung der Erklärungen des französischen Botschafters nicht zu überschätzen. Auf jeden Fall geben sie wichtige Anknüpfungspunkte, die jedem deut schen Außenminister, der ernsthaft und aufrichtig die Linie der bisherigen Außenpolitik fortsetzen will, nur willkommen fein müßten.
Solche französische Stimmen sind sowohl den Poincaristen in Frankreich wie den Nationalisten und Bürgerblöcklern in Deutschland unangenehm. Die französischen Nationalisten