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einen erprefferischen Einbrud gemacht, Haarmann hielt er für einen guten Geschäftsmann. Die Frage eines Ver.eidigers, ob er nicht vielleicht auch andere Sachen als nur diese Stutzen von Haar­monn gekauft habe, verneint der Zeuge sehr entschieden, worauf Grans aufspringt und auf Schelihauer hinweisend laut ruft: Er hat ja einen blauen Manchesteranzug von Haar mann getauft." Borf. zum Zeugen: Ist das wahr? Zeuge ( zögernd): Jawchl. Vors.: Na also, warum fagen Sie das nicht gleich, Sie haben doch vorher den Zeugeneid g.leistet. Schellhauer wurde dann gleich von Kriminalbeamten in Empfang genommen, die mit ihm unverzüglich in seine Wohnung gingen und dort eine Haus­fuchung vornahmen, bei der der Anzug jedoch nicht gefunden wurde. Dann gingen die Beamten mit dem Arbeiter zu einem seiner Freunde namens Erdmann, und dort wurde

der blaue Manchesteranzug tatsächlich vorgefunden.

Mit Schellhauer und dem Anzug lehrten die Beamten fofort zum Gericht zurück und machten der Saatsanwaltschaft von dem Fund Mitteilung. Es besteht der Berdacht, daß es sich um einen An­zug des ermordeten Struß handelt der nicht unter den an Ger chtsstelle befindlichen Kleidungsstücken ist. Schellhauer wurde vorläufig in Polizeigewahr'am beha'ten, da nu imehr weitere Er mit lungen gegen ihn einge'eitet werden. Nach 4 Uhr nachmittags wurde die Verhandlung auf heute Freitag früh 9 Uhr vertagt.

Die Mutter eines Opfers in Amerika festgestellt. Die amerikanische Presse bringt dem Haarmann- Prozeß außer ordentliches Intereffe entgegen. Mit Hilfe der drüben erscheinenden langen Prozeßberichte ist es nun anscheinend gelungen, Die Mutter eines Haarmann- Opfers zu ermittelt Der im Haar­mann- Prozeß weilende Korrefpondent einer amerikanischen Tele­graphenagentur erhielt ein Te'erromm, daß eine Frau Dran. dorff aus States Island in Amerika auf Grund der Prozeß­berichte zu der Ueberzeugung gekommen ist, daß ihr Sohn Richard Gräf aus erster Che, der in Hannover wohnte, fich unter den Haarmann- Opfern befindet Tatsächlich ist ein Richard Gräf auf der Liste der Opfer Haarmanns, und zwar unter Nr. 9. Er ist seit Oktober 1923 verschwunden und seine Mutter hat sei dem keine Briefe mehr non ihm bekommen. Der Bruder des Gräf hat in Hannover einmal einen Friseur getroffen, der einen von Grans gekauften Anzug trug, der der Kleidung des verschwundenen Gräf außerordentlich ähnlich sah.

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Auf dem dunklen Lande.

Arbeiterlos.

Ich bin auf der Wahlreise. In Mittelpommern steigt abends in das Abteil ein Haufen Arbeiter ein, die aus einem Fabrit ort heimfehren. Es ist halb fieben. 12 Stunden Arbeit haben sie hinter sich. Nun gehts eine halbe Bahnstunde heimwärts, dann haben die meisten noch eine Wegstunde zu Fuß nach Hause. Um acht sind sie dort. Die Kinder sind schon zu Bett. Die Frau hat ihnen ihr dürftiges Abendbrot zurechtgestellt. Dann finden sie zerschlagen aufs Bett. Am anderen Morgen, als ich wieder nach gehaltener Wahlrede zurückfahre, sind dieselben Männer und Knaben wieder da. Es ist Uhr, eine Wegstunde Marsch haben sie bereits hinter fich. Nun noch die halbe Stunde Bahnfahrt. Auf dem Rücken hängt der Rucksack mit dem fümmerlichen Essen, die Kaffeeflasche ist ihr Begleiter für den ganzen Tag. Die schmutzigen Stiefel und Kleider vom vorigen Tage haben nicht gereinigt werden können, denn der Rörper hat ja allein fein Recht gefordert nach dem langen Tage. So figen sie stumpf da, nur hier und da ein kurzes Wort, eine Bemer­fung, die ich auffangen fann, es flingt wie aufgehäufte Bitterkeit. Sie reden davon, daß das nun alle Tage so geht, daß man schlimmer bran sei als das Vieh, das wenigstens fein Bewußtsein habe von feiner Laft. Frau und Kinder lerne man faum überhaupt noch fennen. Früh um% 26 Uhr müsse man weg, wenn sie noch schlafen. Und abends feien sie schon im Bett, wenn man fomme. Der Acht stundentag ist ihr Evangelium, als ich mit ihnen ins Gespräch tomme. Berdienst? Zum Verhungern zu viel, zum Sattwerden zu wenig, ist die Klage aller. Heizung? Ja, die holt man eben im Forst, denn man habe doch nicht Geld sie zu laufen und vor allem anfahren zu lassen. Wenn man erwischt werde, na, dann gehe man eben zu Bater Philipp. Die großen Herren wollten es ja nicht anders. Und das alles solle man nun jahraus, jahrein tragen. Es sei nicht auszu­denken, sagt einer, der gesprächiger ist als die anderen, und verhaltene Leidenschaft in den dunklen Augen trägt. Und in Berlin im Vorort­zug flagen mir gegenüber drei Bantbeamte deutschnational nach ihren Gesprächen daß sie 9 Stunden arbeiten müssen. Ein Gläubiger.

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Ich rede in einem kleinen Dorf im Süden der Provinz Brandenburg . Ein alter etwa 65jähriger Mann fällt mir auf, der so verbitterte Züge trägt. Er schaut immer nur in sich hinein, daß man seine Auren nicht sehen fann. Reiner meldet sich zur Aus­Sprache. Da fällt in die allgemeine Stille des Wartens die knarrige Stimme des' ten: Ich will Wilhelm II. wieder haben, dann werde ich meine 40 000 m. wieder bekommen, die ich jetzt verloren habe." Ich verstehe ihn nicht. All emeines Gelächter läßt mich schließen, daß da irgendein hartes Erlebnis hinter diesen törichten Worten fteht. Der Alte befaß vor dem Kriege 40 000 m. aus eigener Arbeit, mühsam erspart. Die Gegenwart hat sie ihm entwertet, nun schuftet er als Gelegenheitsarbeiter bei den Landwirten und dem Dorffrüger. Die Verbitterung fit in feinen vielen Gesichtsfurchen. Ich will Wilhelm II. wieder haben," sagt er noch einmal eigensinnig, wie ein Kind. ,, dann werde ich meine 40 000 m. wiederbekommen." Die anderen fallen über ihn her, ob er denn noch nicht gesehen habe, daß der Doorner nur für sich selbst forgte, als er nach Holland ging und den Staat verklagte, meil er noch nicht genug bekommen habe. Und als man ihm dann sagte, er folle doch sich lieber auf die Partei ver. laffen, die allein ihm helfen könne, da ruft er aus:" Da tommt fo einer aus Berlin her und redet uns allerlei vor. Ich stehe in Brot bei Deutschnationalen, ich stimme für die, die mir Brot geben." Tiefes Mitleid aber faßt mich mit dem Manne, der mit so vielen anderen diese Enttäuschung in seinem After erleben mußte, aber auch ein heftiger Zorn über die Verbrecher, die diesen Alten in der Hörigkeit hielten.

Jm Tiergarten überfallen und beraubt.

In der vergangenen Nacht wurde der Kaufmann Walter Sauermann aus der Anflamer Straße im Tiergarten von zwei Männern überfallen. Sie raubten ihm die Brief= tasche mit 25 m. und Ausweispapieren auf seinen Namen, entflohen mit der Beute und enttamen. Der Beraubte machte fofort auf der nächsten Revierwache Anzeige. Die Nachforschungen blieben natürlich erfolglos.

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Ein Finanzbeamter zu Zuchthaus verurteilt. Er nahm nur bares Geld für fich. Umfangreiche Unterschlagungen bei der Oberfinonzkaffe Berlin und dem Finanzamt Potsdam waren Gegenstand einer Verhandlung vor dem Erweiterten Potsdamer Schöffengericht Wegen schwerer Amtsunterschlagung und Betrug in Tateinheit mit schwerer Urkunden fälschung mußte der 39jährige Steuerregistrator Reinhold Delsner sich verantworten.

Der Angeklagte war im Jahre 1922 auf der Oberfinanztasse Berlin beschäftigt, und zwar lag ihm die Verrechnung der Grund­vermögenssteuern mit den Gemeinden ob. Der Angeklagte hatte es

Konferenz aller erwachsenen Mitarbeiter ( Parteivertreter) der Sozialistischen Arbeiterjugend"

Sonnabend, den 13. Dezember 1924, abends 7, Uhr, Friedrich- Wilhelms- Gymnofium( Gesangsfaal), Kochstr. 13. Bortrag: Die Stellung der erwachsenen Mitarbeiter in der Jugendbewegung. Referent: Mag Westphal.

so einzurichten verstanden, daß die Gemeindebeamten, wenn sie das Geld brachten, diese nicht beim Rassierer, sondern ihm ab­liefern mußten. Die Quittungen von dem Hauptkassierer verschaffte er fich auf Umwegen. Wenn die Gemeinden Verrechnungsschecks fandten, meinte Delsner: Hier wird nur bares Geld ge nommen. Hohe Summen waren so in seine Tasche geflossen. Diesen Vertrauensbeamten versetzte man auf seinen persönlichen Wunsch zur Finanzkasse nach Potsdam und hier fekte er seine Unter schlagungen in großem Stile fort. Die Umfassteuerbeträge der Straßenhändler nahm er an. Die Steuerbücher wurden von ihm aus. gefüllt, wie er es gerade für richt's hielt, und den Steuerzahlern zurückgeben. Es war in der Zeit der Inflation und der Steuerflut. zugute fam dem Betrüner der Umstand daß die Inflations. periode eine häufiger wiederholte Prüfung der Bücher unmöglich machte. Oft ließ Delsner die Steuern in feine Wohnung bringen oder die Steuerzahler wurden auffordert, das Geld an feinem Schalter liegen zu lassen, die Quittungen versprach er abzusenden. Die größte Gemeinheit le stete fich Delsner aber bei der Rückzahlung der Reichsnotopfer. Seine Opfer waren hier alte gebrechliche Leute, die heute so hinfällig find, daß sie nicht mehr vor Gericht als Zeugen erscheinen fonnten. Die Steuerpflichtigen waren feinerzeit benachrichtigt worden, dok sie das Reichsnotopfer sich wieder an der Kasse abholen fönnten Aten und Schwerhörigen zahlte er weniger aus, als sie eingezahlt hatten, und in anderen Fällen erhöhte er die Beträge auf das Zehn und undertfache und ließ sich den Betrag quafi für die Steuer­pflichtigen wieder zurückgeben.

Der Angeklagte war in vollem Umfange geständig, und das Gericht erkannte auf ein Jahr sechs Monate Zucht haus, fünf Jahre Ehrverlust und fofortige Ver haftung. In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende Lond­gerichtsdirektor Dr. Westerkampf, aus. daß für einen solchen Angeklagen der sich in ecficherter Stellung befunden und für dessen After gesorgt war. feine mildernden Umstände. Blaze wiren. Die Mehrheit des Volkes hätte während der Inflation nicht so sicher dag standen wie er als Beamter.

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Das Gewissen ließ ihr keine Ruh'. Einer der nichtigsten Anlässe, die man sich denken kann hat vier bisher unbescholtene ältere Frauen unter die Anflage des Mein eides gebracht. Vor dem Schwurgericht des Landgerichts I hatten fich gestern Minna H., Emma R.. Berta 3. und Emilie L. zu ver= antworten, die letzteren wegen Meineides und die beiden ersteren megen Anstiftung zum Meineid. Frau H. hatte eines Tages ihrer Flurnachbarin, mit der sie in Feindschaft lebte, um sie zu ärgern, einen Rudsad und zwei Baar Stiefel vom korridor entwendet. Der Berdacht lenkte sich sofort auf fie. Eine Hausfuchung blieb eraebnislos. Um die Sachen nun beiseite zu schaffen, übergab sie sie der grauhaarinen Frau L., die bei ihr Unterkunft hatte und ließ fie zu Frau 3. bringen. Hier wurden die Sachen in einem Raften auf dem Boden versteckt. Es entspann sich aus dem Vorfall ein Zivilprozek, in welchem die Angeklagten 3. und 2. beschworen, von dem Verbleib der Sachen nichts zu wissen. Vor dem Termin ist Frau 2. bei der Gastmirtsfrau R. gewesen, die ihr zuredete den Gid zu leisten. Auf

Lahne, die offenbar von der Gegenpartel zu einem faffchen Ge ständnis überredet worden sei. Das Schwurgericht hielt die An geklagten 2. und 3. des Meineides für schuldig und verurteilte sie. unter Zubilligung des Milderungsgrundes des§ 57 zu je 6- naten Gefängnis. Frau H. wurde zu Jahren, Frau R zu 1 Jahr Buchthaus wegen Änstiftung zum Meineid sowie dreijährigem Ehrverlust und zur dauernden Unfähig. feit der Eidesleistung verurteilt.

Maßnahmen gegen die Teuerung.

Die feit dem Sommer langsam aber fast ununterbrochen an steigende Teuerungswelle bat jetzt auch den Vorstand des Deutschen Städtetages auf seiner legten Sizung in Dortmund Anlaß gegeben, von der Reidsregierung ein nach­In der Eingabe an brüdliches Einschreiten zu erbitten. die Regierung ist ausgeführt, daß die bisher durchgeführten Preiss fenfungsmaßnahmen bei den Kohlenpreisen, bei den Eiler babn­tarifen, bei der Umfazsteuer noch feine mertliche Ent spannung der Lage herbeigeführt hätten und daß auf der anderen Seite gegen eine Erhöhung der Lebensmittelzölle in den Kreisen der städtischen Verbraucher die lebhaftesten Bedenken bes stehen.

London in Nebel.

Bereits 36 Stunden ununterbrochen Nacht. Infolge des nun schon seit 36 Stunden andauernden schwarzen Rebels ist der Flugverkehr nach dem Kon tinent eingestellt worden. Auch der sonstige Verkehr wichkeit fich nur unter den allergrößten Schwierigte ten ab. Der Unterschied zwischen Tag und Nacht ist vollkommen verschwunden. Die el ftri­schen Lampen brennen ohne Unterbrechung. Scheinwerfer unter­ftüzen die Straßenbeleuchtung. An den Straßenkreuzungen find riesige Azeinlenlampen aufrestellt. Auch bei den Straßenbahnen mußte die Beleuchtung verstärkt werden. Man berechnet. daß cin einziger Tag der Stadt London etwa 100 000 Pfund Sterling für die erhöhte B leuchtung foftet. Der Schiffsverkehr auf der Themse ruht vollkommen. Zahlre che Unfälle, von denen zwei tödlich ver­liefen, werden gemeldet. Durch den Zusammenstoß von zwei Autobussen sind 14 Berfonen verlegt worden. Die Züge, die London erreichen, fahren nur mit einer Geschwindigkeit von drei Meilen pro Stunde. Der Verkehr in der City wird nur mit größten Schwierigte ten aufrechterhalten. Die Börse hatte gestern vorüber­gehend geschlossen. Die Arbeiter und Angestellten tommen mit stun­derlanzen Verspätung n in die B triebe. Die Veranstaltungen unter freiem Himmel, wie Pferderennen und der Fußb llmatch Orford­Cambridge sind verschoben worden. Unter dem Schutze des Nebels wurden zahlreiche Einbrüche und Taschendiebstähle verübt.

Verhaftung des dänischen Methodistenoberhauptes.

Aus Kopenhagen wird uns geschrieben: Ganz Dänemark ist von einer sensationellen Berhaftung erfüllt, die von der Kopenhagener Kriminalpolizei vor wenigen Tagen vorgenommen wurde. Bischof Bast, das Methodisten oberhaupt für Dänemark , Norwegen , Schweden und Finnland , wurde wegen drin­genden Verdachts umfangreicher Betrügereien in Unter­fuchungshaft gesetzt. Mit ihm ist eine der stärksten und bekanntesten Persönlichkeiten der chriftlichen Wohltätigkeit in Skandinavien an­gegriffen worten. Unzählige Sammlungen für Kirchenbauten, Alters­hiffe. Alkoholbefämpfung, Armelend- Weihnachten und Kinderspeisun­gen hatte Bast seit seiner Bischofswahl 1903 veranstaltet. Er war nach seiner Ausbildung als Methodisten prediger von der Methodisten. zentrale in Amerika als Oberhaupt über die standinavischen Me­todistengemeinden eingesetzt werden und genoß, so sehr sich auch schon jahrelang der Klatsch mit seinem un firchlichen Lurus. leben befaßte, in weitesten Kreisen einen guten Ruf als sozial= denkender, tief religiöser Mensch. Eine Untersuchung lichen Justizministers gegen ihn, die er im vorigen Jahre ſelbſt for= aus den Kreisen der Methodisten unter Kontrolle des früheren bür er­derte, war erfolglos geblieben, da er über hohe Beträge sowohl der Einsammlungen in Dänemark wie der Zuschüsse von Amerita, für die keine anderen Belege da waren, als daß sie an ihn gegangen, die Auskunft verweigert hatte mit der Begründung, daß er über" e nur dem Methodistenvorstand in Amerika Rechenschaft ablegen dürfe. Ein Kreis von Leuten, die an seinen Wohltätigkeitskommissionen beteiligt waren, verfolgte aber die Angelegenheit weiter und ließ dem dänischen Reichsanwalt Anklage zugehen. Dieser hielt das Material für fo gravierend, daß er Bischof Bast nun wegen Verdunkelungs­gefahr festsette.

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Eisenbahnunglüd bei Jnnsbrud. Gestern früh um 1/4 lbr fubr der Innsbrud Münchener Schnellzug D 102 in der Betriebsausweicheſtelle Schaftenau bei Kufstein auf einen Güterzug auf. Beide Lokomotiven wurden beschädigt, a cht sowie ein Passagier wurden verletzt.

ihre Bedenken erwiderte Frau H., daß sie für jeden Meineid, der geleistet werde, einen Taler hoben möchte. Die alte Frau bekom ober hinterher Gewissens bisse und fonnte die Nacht nicht fchlafen. Frau 5. entgegnete ihr aber sehr foltblütia. dok sie selbst fehr ruhig schlafen könne. Frau 2. ließ ihr Gemiffen aber nicht in Ruhe und sie offenbarte fich anderen Leuten, fonwagen zertrümmert. Der Lokomotivführer des Schnellzugs die Sache schließlich auch der Bostohlenen zu Ohren fam. die An­3eine erstattete. Auch vor Gericht räumte Frau L. ihre Schuld ein. Sie fante, da. fie nur aus Not geschworen habe. Wenn sie fich gemeinert hätte, münde Frau S. sie aus der Wohnung hinouss gemorfen haben. da sie bei ihr Unterkunft gefunden hatte und sie nicht gemukt hätte. mo fie dann bleiben solle. Der Staatsanmolt hielt bei den Anneffanten L. und 3. den Strafermäßioumas rund für anwendbar. da fie fich der Beaünfticuma und der Fehlerei bei Aranha her Wahrheit besichtigt hätten. Er beantragte deren Frau . 4% Monate, gegen Frau 3. 9 Monate Gefängnis, nenen die naeffanten S. uns R. weren Anitiftung zum Meinein je 1 Jahr Ruchthaus und 3 Jahre hrrerlust. Die Rerteidiner hezweifelten die Richtigkeit der Selbstbezichtigung der 75jährigen Angeklagten

Das Rundfunkprogramm.

Freitag, den 12. Dezember.

Außer dem üblichen Tagesprogramm:

430-6 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 6.40-8.20 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Abteilung Bildungs­kurse). 6.40 Uhr abends: Handelskurse: Stadtrat Dr jur. Gordan: .Rechtsfragen des Alltags". 7.30 Uhr abends: Medizinische Vor­träge: Dr. Paul Meißner: Hygiene des Hauses". 2. Vortrag: Hygiene der Küche. 8 Uhr abends: Landwirtschaft und Garten­bau. Abteilung Gartenbau. 1. Vortrag. Direktor Lesser: Zur Einführung 7 Uhr abends: Wege zum Wissen: Schöpfungs­mythen und Abstammungslehre". 8.30 Uhr abends: Konzert des Erkschen Männergesangvereins. Dirigent: Prof. Max Stange. Am Flügel: Richard Gütte. Wahlspruch des Vereins, Max Stange 1. Gott ist mein Hirt( 23. Psalm) Fr Schubert. 2. Es ist ein Ros' entsprungen. M. Prätorius - Jüngst. 3. des Wanderers Nachtlied, C. M. v. Weber. 4. Adelaide . L. v. Beethoven ( Georg Funk). 5. Der Waldsee . M. Stange. 6. Deutsches Land. Gott segne dich! M. Blumner. 7. Loreley, Fr. Silcher . 8. Lieb Heimatland, ade, Volksweise, bearbeitet von Fr. Silcher. 9. Abschied, Schwäbische Volksweise, bearbeitet von Ad. Kirchl. 10. a) Mit Myrthen und Rosen, Rob. Schumann, b) Wanderlied Rob. Schumann( Georg Funk). 11. Rothaarig ist mein Schätzelein, Ad. Kirchl. 12. Die Auserwählte. Ludwig Eik. 13. Scherz, Ludwig Erk. 14. Wander­schaft, Zöllner. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten. Theaterdienst. 10.30 Uhr abends: Vortrag Stanislaus M. Zentzytzki: " Wintervorbereitungen des Skiläufers".

Raubüberfall in einem polnischen Eisenbahnzug. Abendzuge zwischen Trzebinia und tratau wurde auf zwei Re sende, von denen der eine amerikanischer Bürger ist, ein Staubüberfall verübt Die beiden Reisenden wurden völlig ausgeplündert und dann aus dem fabrenden Buge geworfen. Der Kriminalpolizei ist es gelungen, einige Räuber festzunehmen.

Die Weltreise im Aufo. In der füdlichen Friedrichstraße er­regte gestern boimittag ein Auto die Aufmerkiamkeit des Bublifums, mit dem einige Amerikaner eine Weltreise unternahmen. Es war ein vierfiziner normaler ord. Wagen, der, von Kanada fommend, bereits 825000 ilometer gefahren

war. Er hatte bei seiner Fahrt die verschiedenen Erdteile durch quert, ohne daß eine nennenswerte Reparatur oder ein wesentlicher Ersatz von Einzelteilen nötig war.

Vorträge. Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz Rot- Gold". Gefchäftstelle Berlin G 14 Gebaftianftr. 37/38 Sof 2 Tr. Kamerabid aft Ober, Niederschöneweibe und Johannisthal : Gonn abend, den 13. d. M. abends 8 Uhr, findet. im Lotal von Räthel, Niederschöneweide . Brücken, Ede Spreestraße, unsere Monatsfißung statt. Bor stand und Gruppenführer finden sich schon um 7% Uhr ein. Rame abschat Tiergarten: Der Uebungsabend am Sonnabend, den 13. d. M.. fällt aus.- Kameradschaft Wetding: Die Turnabende finden wegen der Renovierung der Turnhalle vor Neujahr nicht mehr statt. Rameradschaft Reinidendorf: Frei­tag, den 12. b. M., abends 7 Uhr, in der Wohnung des Kameraden Kreutlein, Sigung des Kameradschaftsvorstandes. Rame: abschaft Reinickendorf , Unter­gruppe Rosenthal: Sonnabend, den 13. d. M.. abends 7 Uhr im Lobal Frische, Rosenthal, Niederstr. 5, Rufammenkunft. Ramerabi aft Cha Tottenba: Sonntag, den 14. b. M., abends 6 Uhr findet ein gemütlides Beifammensein mit Damen im Bereinslokal Wilhelmshof. Berliner , Ede Spreestraße, statt. Beteiligung fämlicher Kameraden erwünscht. Fahnen, die fich noch in Sänden der Kameraden befinden, find fofort im Vereinslokal abzuliefern.

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Bereinigung für Schul- und Erziehungsfragen, Berlin- Treptow.

Freitag,

den 12. Dezember, im Reichenstal der 6. Treptower Gemeindeschule. Wilden­brud ftr. 53, 3 r., Deutschurterricht in Beziehung zu Staat und Leben. ( Engeallchrer G. Wolff.) Eintritt frei. Beginn 8 Uhr.

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OSE" Gesells aft für den Gesundheitsschuß der Juben. Mittwoch den 17. Dezember 8 Uhr abends. in der Landsberger Str. 89( am Aleranderplan), 4. Boltsversammlung. 1. Frau Dr. Goz: Säuglingssterblichkeit und Särg. 3. Film: ..Unsere Rinder

lingsschuk". 2. Dr. Difdwanger: OSE" für Kind und Bolt".

tritt frei.

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unsere Zukunft". Begleitsvortrag von Frau Dr. Goz. Ein­

WETHER AND JACOBI.880 3

WEINBRAND