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erinnern uns nur zu wohl, wie dann Mac Mahon   später verfucht hat, die Republik   im Interesse der Militaristen und Royalisten zu unterminieren, und wir sind feineswegs davon überzeugt, daß Hindenburg  , wenn er einmal gewählt ist, nicht denselben Weg gehen wird. Er hat niemals geleugnet, daß er ein Monarchist ist, und das ist die Drohung, die in feiner kandidatur liegt. Es wird Wähler geben, die aus Brotest gegen den Frieden von Versailles   und gegen tie Ruhrbesetzung für ihn stimmen, aber die Rüfwirtung ( menn es zu feiner Wahl fäme) wäre tatastrophal. Amerika  har bereits die Gewährung von Krediten bis nach der Wahl ein­gestellt und in Frankreich   würden die Nationalisten Poincaréscher Färbung in ihrer gefährlichen Haltung ermutigt. Wie können es verstehen, daß sich das deutsche   Volt gegen ausländische Ratschläge wendet, die sich wie ein Dittat ausnehmen, aber wir wünschen den Deutschen   im Namen der Demokratie und des Friedens zu fagen, daß die Wahl Hindenburgs ein bedenklicher Schriff wäre. Die Sprecher des deutschen   Bolles sagen, daß Deutschland   den Frieden wünscht; diejenigen, die es ehrlich meinen, sollen es bei der Wahl am Sonntag zeigen."

Gleichzeitig veröffentlicht der Evening Standard", eines Der Blätter Lord Beaverbrooks, einen Hindenburg  " betitelten Artikel, in dem sich dieses meistgelesensie Abendblatt Londons  gegen jeden Verfuch der Einmischung bei der Wahl durch Drud von außen mendet. Es ist möglich, daß die deutschen  Rechtsfreise diesen Artikel für ihre Zwede umdeuten. Wer die Haltung der Beaverbroot- Bresse gegenüber Deutschland   femt, weiß, was damit gemeint ist: Man möge Deutschland   doch nicht dabei stören, fich als Störenfried, als unverbesserlicher Friedensstörer durch die Wahl Hindenburgs felbst zu entlarven. Es sind hier, wie in Frankreich  , bie gleichen Kräfte, die im geheimen Hindenburg   wünschen: die eigentlichen Deutschfeinde und Deut

ichenhaffer.

Severing warnt!

Für Marg, gegen Hindenburg   und seinen Helfer Thälmann  . Breslau  , 23. April.  ( Eigener Drahtbericht.) In einer sozial demokratischen Riesenversammlung sprach gestern der preußische Innenminister Genoffe Severing zur Reichspräsidentenwahl. Er erklärte die schlechte Wahlbeteiligung im ersten Wahlgang als ein bedenkliches Symptom mangelnder politischer Reise des deutschen  Boltes. Sachlich sei die Reichspräsidentenwahl mindestens so wichtig wie eine Reichs- oder Landtagswahl, habe doch bei der Regierungs­bildung der Reichspräsident größere Rechte als selbst der Reichstag, der den Reichstanzler nur stürzen, aber nicht den neuen bestimmen tönne. Die Deutschnationalen und Böltischen hätten diese Bedeutung des Präsidentenpostens längst begriffen. Seit 1923 arbeiteten sie mit aller Kraft daran, an Eberts Stelle einen Mann aus ihren Reihen zu sehen. Hätte nicht in den Monaten der Ber­wirrung Ende 1923 Marr die damals besonders schwere Bürde des Kanzleramts übernommen und die Unterstützung der Verfassungs parteien gewonnen, so stände es vielleicht heute nicht so gut um die Republit. Severing gab dann einen Ueberblick über die übrigen Rechte des Reichspräsidenten   und betonte besonders seine noch durch fein Ausführungsgesez beschränkte Ausnahmegewalt auf Grund des Art. 48 der Reichsverfassung. Schon unter Ebert sei dieser Artikel sehr weitgehend angewandi worden, obgleich der fozialdemokratische Reichspräsident daran festgehalten hätte, daß die Staatsgewalt vom Boite ausgehe und daher manche Ausnahme­verordnung mit mindestens einem naffen Auge unterzeichnete.

Die aber würde ein monarchistischer Autokrat mit Hilfe diefer Ausnahmerechte über Deutschland   regieren? Wenn Hindenburg   heute wirklich noch im Befig seiner Kräfte ist, bann dürfen wir mit um so größerem Recht lagen: Er ist auch Doll verantwortlich für die Handlungen der Ober ften Heeresleitung und mitverantwortlich für den Mangel an politischem Augenmaß, der uns um einen Verständi­gungsfrieden gebracht hat und dadurch das ganze Elend heraufbe fchwor, das wir heute noch als Folge des verlorenen Krieges erdul­ben. Die Flugblätter der Gegner spredjen pon Korruption und be­haupten, daß erst die Republik folche Erscheinungen hervorgebracht habe. Die ersten Kriegsgewinnter aber brachte schon Das Jahr 1915. Die weitere Umschichtung der Vermögen be Ichmor dann die Inflation, den Ruhrkrieg und die Deflation herauf. Auch wir Sozialdemokraten haben an der Ruhr demonstrieren

Gespräch über den Diktator.

Bon Ferdinand Künzelmann.

Der Herr in der anderen Ede am Fenster hatte gesagt, daß er fröre. So fam ein Gespräch in Gang, und er erzählte, daß er aus Spanien   fäme, wo er seit achtzehn Jahren wohnte, und daß er nach diefer langen Beit jest aum erstenmal wieder in seine Heimat führe, in ein fleines Städtchen bei Bojen... Er sprach nicht ohne Mühe eutsch und mußte manchmal, wenn er sich ganz verständlich aus­Lüden wollte, französische Brocken zur Hilfe nehmen.

Wir sprachen über das Wetter, über Spanien   dies und das, ein mentg über seine Reise durch Frankreich  , wo er in Lyon   zu Ein­täufen Station gemacht hatte. Er sagte: Die Stadt Herriots, vous savez... Wir führten eine Stunde lang ein angenehmes Zeit­vertreibgespräch, bas weder die Welträtsel noch die politischen Brobleme lösen wollte. Den politischen Problemen gingen wir vor­fichtig aus dem Bege..

Das wurde anders, als auf einer Zwischenstation der große, starte Herr mit den drei Echmiffen einstieg.

Als er uns halb französisch sprechen hörte, verfinsterte sich seine Miene, und er fragte den Polen   und mich streng nach dem Woher und Bohin.

Der Bole, höflicher als ich gegen solche Zudringlichkeit, ant­moriete jehr verbindlich, daß er aus Spanien   täme.

Woher?", fragte der Untersuchungsrichter.

Aus Barcelona  ."

Die fiftere Miene hellte sich ein wenig auf. Nicht wahr, es find viele Deutsche   in Barcelona  ?" Sehr viele.

Es ist vielleicht für das Auslandsdeutschtum in Europa   die wichtigste Stadt", belehrte der Mann mit den Schmissen das ganze Abteil: Wir werden Gorge tragen müssen, daß wir dort bald einen Stüßpuntt in flottentechnischer Hinsicht haben... Ich meine: ehe es wieder losgeht. Bon Barcelona   aus muß es gegen die französische  Südfüfte gehen."

3met Damen mit wohlhabenden Belzen strahlten Beifall. Der Bole lächelte.

Der Beschmißte fuhr fort: Freilich ist Barcelona   auch ein rechtes Anarchistennest Nicht wahr? Werden noch immer Bomben

geworfen wie früher?"

" Nein, das hat schon lange aufgehört..." " Natürlich!" rief der sympathische Blonde: Natürlich, denn Epanien hat ja glücklicherweise eine Militärregierung, einen Dittator, der Ordnung gemacht hat." Er nickte den beiden Berlinerinnen, die ihn fichtlich heimlich anbeteten, zu und sagte: Na, so Gott   will, merben wir ja bald auch so weit jein!" Dann wandte er sich wieder an den frierenden Polen   in der Fensterede und sagte streng: Richt

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wollen, daß wir militärische Gewalt nicht freiwillig erdulden. Aber| von Anfang an warnten die sozialdemokratischen preußischen Mi­nister die Regierung Cuno vor der Ausdehnung dieses Kamp fes über eine solche Demonstration hinaus. Von Anfang an ver­langten wir, daß auch die Herren auf ihren gesicherten Klitschen im langten wir, daß auch die Herren auf ihren gesicherten Klitschen im Osten die Lasten dieses Kampfes mittragen sollten. Aber Staats: männer wie Herr Cuno hofften, daß die Engländer uns die franzöfi­schen Kastanien aus dem Feuer holen würden und ließen die Inflation ins Uferlose anschwellen.

Vor Wiederholung solchen Abenteuers uns zu schützen, dürfen wir einem Hindenburg die politische Führung nicht ausliefern. Neue Inflation und damit notwendig auch neue Korruption wäre die fichere Folge des Mißtrauens des Auslandes auf Grund einer solchen Wahl. Hier liegen die wirklichen Gefahren für die Reinheit des öffentlichen Lebens.

Sender spräche, haben die Behörden gar nicht gerechnet. Für den 29. März wurden die Sender übrigens für Kandidaten­reden gesperrt, und zwar auf Veranlassung des deutsch­nationalen Reichsinnenministers Schiele. Jetzt aber, da Schieles kandidat Hindenburg   ist, wird unter großen Kosten ein besonderer Aufnahmeapparat in Hindenburgs Wohnung geschafft! Wobei gleichzeitig vermerkt sei, daß man dem fommunistischen Kandidaten das Reden im Rund­funt verboten hat, trotz der Hilfe, die er für Hindenburg   leistet!

Stresemann rüffelt sein Leiborgan.

Aus der Zeit" gegen die Zeit".

Die 3eit", das offizielle Organ der Boltspartei, sieht sich genötigt, an leitender Stelle eine Zuschrift Strefe manns zu veröffentlichen, die sich zunächst gegen einen Auf­faß von Müller Jabusch   im Berliner Tageblatt" mendet, dann aber fortfährt:

"

Severing warnte dann noch einmal ausdrücklich vor dem System der unverantwortlichen Ratgeber, das unter Hindenburg   schlimmer auferstehen müßte als unter ilhelm II. In der Kandidatenrede des alten Feldmarschalls, die ihm der volksparteiliche Abgeordnete Dr. Spidernagel in die Hand drückte, heiße es: Hindenburg   wolle feinen neuen Krieg. So wenig, wie ich es zu billigen vermag, wenn in der Als Militär dürfte er tatsächlich wissen, daß Deutschland   auch einen gestrigen Nummer der Beit" in einer Gegenüberstellung Strieg gegen Bolen heute überhaupt nicht führen tönne, aber die der beiden Präsidentschaftskandidaten Herr Marg u. a. hingestellt automatisch an den Rand eines Krieges bringen, wenn sie Einflußlichen Fach minister hätte ausführen laffen, und so sehr ich es ganze Dentweise der Umgebung des Feldmarschalls würde uns wird als ein Mann, der lediglich die Arbeit durch die unverantwort gewinnen wird, allein schon durch die Begünstigung nationalistischen Bewegung. Darum nieder mit ber Kandidatur Hindenburg  !( Stürmischer Beifall!) Marr wählen wir als aufrichtigen Verständigungspolitiker und als ehrlichen Herzensrepublikaner. Wir wählen ihn, weil wir Hindenburg   nicht wählen wollen.( Erneuter stürmischer Beifall.) Die anderen sind im Besiz der großen öffentlichen Meinungs­fabriken, im Besiz der unehrlich erworbenen Ruhrgelder. Sie tämpfen gegen uns grundsäglich mit den gemeinsten Mitteln. Auf unserer Seite aber steht die Einmütigkeit und die Begeisterung für die große Sache, für die Republit, steht die fittliche Idee. Das wird uns helfen, auch die Lauen und Schwankenden aufzurütteln und die legte Stimme für Marg herauszuholen.

Die Berfammlung wurde zu einer gewaltigen Rundgebung für den Kandidaten der Republit, dessen Bild von Reichsbannerleuten im Saale angebracht war. Auch Severing felber wurde stürmisch gefeiert und von einer Fahnenabteilung des Reichsbaners eindrucksvoll be grüßt, die anschließend die republikanischen Farben ringsum im Saale   aufpflanzten. Die Stimmung für den zweiten Wahlgang am tommenden Sonntag ist in der schlesischen Arbeiterschaft einheitlich geidhloffen für Mary gegen Hindenburg   und seinen Helfer Thälmann  .

Kandidatenreden im Rundfunk. Besondere Anlage für Hindenburg  . Amtlich wird mitgeteilt:

Mit Genehmigung der Reichsregierung wird Hindenburg  am Freitag, 8 Uhr abends, über den Rundfunksender Hannover  und Dr. Mary am selben Tage 9 Uhr 30 min. abends über den Rundfunksender Nürnberg   eine furze Wahlrede halten. Es foll der Bersuch gemacht werden, durch Vermittlung von Fernsprech. leitungen die beiden Reden auch den übrigen deutschen   Rundfunk fendern zuzuführen und sie von dort aus weiter zu verbreiten. Wie die Deutsche Reichspost hierzu feststellt, ist die bereits früher geplante Drahtverbindung zwischen allen Rund­funksendern noch nicht durchgeführt; es handelt sich aiso um einen Verfuch auf vorhandenen Fernsprechleitungen, die nicht besonders für eine berartige Uebertragung eingerichtet find. Anzunehmen ist, daß die von Nürnberg   ausgehende Rede im allgemeinen in den Sendebezirken Nürnberg, München  , Stuttgart  , Frankfurt  ( Main  ), Kaffel, Leipzig   und Dresden   gehört wird, während die von Hannover   ausgehende Rede in den Sendebczirlen Hannover  , Hamburg  , Bremen  , Münster  , Berlin  , Leipzig  , Dresden  und Breslau   vernehmbar sein wird. Ob die Rede Hindenburgs überall in Süddeutschland   und die Rede von Marg in Rord, deutschland   gehört wird, ist nicht sicher.

Wie wir dazu noch erfahren, ist für Hindenburg   in seiner Privatwohnung lediglich für diefe Radiorede ein be­sonderer Apparat aufgestellt worden, der natürlich er hebliche Unkosten verursacht. Mit der Möglichkeit, daß Hindenburg   nach Berlin   fäme und hier in den öffentlichen

wahr, er hat doch Ordnung gemacht, der General   Pri.... Wie heißt er doch gleich?"

Brimo di Rivera."

bedauere, daß anscheinend irgendeine der vielen Couloirgeschich ten des Reichstages, wonach Herr Marg fich als zu alt für die Uebernahme des Reichskanzlerpostens hingestellt hätte, Auf. nahme in die 3eit" gefunden hat, so sehr ist anderseits die Darstellung des Herrn Müller- Jabusch persönliche Berunglimpfung und Geschichtsklitterung einseitigster Art.

Arme Zeit"! Erst war sie tagelang ganz verbattert und brachte nichts für Hindenburg   als die offiziellen Wahlaufrufe. Endlich setzt sie sich in Schwung, aber faum hat sie angefangen schwapps, da hat sie schon eine Nase vom Parteiführer! O, welche Luft, in diesen Tagen, voltsparteilicher Redat teur zu sein!

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Rotblaues Reichsblockwunder.

Ein Erlebnis.

Gestern abend fuhr ich nach Wittenberg  , für Marg zu reden. Auf dem Weg zum Anhalter Bahnhof  , Königgräger Ede Hedemann­straße, stand ein Mann und verteilte fn allrote Flugblätter, Es waren die schon heute morgen hier erwähnten Blätter, auf denen die Genossen" beschworen werden, dem Kulturreaktionär Marg" ihre Stimmen zu verweigern.

Der

Ich bleibe stehen und betrachte das rote Blatt fritisch. Berteiler, der mit gesundem Instinkt in mir eine vertrauenswürdige Bersönlichkeit erfennt, flüstert mir zu: Das ist für Hinden burg  !" Und wie er mein Erstaunen bemerkt, fährt er fort: Ja, das ist bloß auf rotes Papier gedruckt für die Leute, die nur

etwas Rotes haben wollen."

Ter Flugblattverteiler schien jedoch aus meinen Mienen ein Mis Ich muß ziemlich aus den Wolfen gefallen ausgesehen haben. trauen in die Richtigkeit seiner Bekundung zu lesen, das ihn träntte. Deshalb fuhr er fort: Ja, Sie glauben das nicht, ich will es Ihnen aber beweisen. Da

da sollen Sie

auch etwas Blaues haben!"

Bei diesen Borten griff er mit der linten Hand, während feine Rechte das rote Flugblattpaket umspannte, in die innere Rodtasche und überreichte mir die blau eingeschlagene Broschüre: Barum Hindenburg? von A."( Stein- Rumpelstilzchen.).

Unwillkürlich erinnerte ich mich der berühmten Reichstagsfizung Dom 29. August v. 3. Damals hielten die Deutschnationalen in per linten Hand die roten Rein- Bettel und gaben mit der rechten Hand die weißen Ja- Bettel ab. Jezt stehen sie auf der Straße und verteilen mit der rechten Hand rote Genossen Flugblätter für die Arbeiter, mit der linten aber blaue Hindenburg. Traftätchen für die besseren Kreise".

Mir bleibt nur noch übrig, dem waderen Mann Ede König­gräßer- Hedemannstraße öffentlich meinen Dant auszusprechen für das Vertrauen, das er mir entgegenbrachte. Es ehrt mich!

Friedrich Stampfer  .

Darauf entdeckte der Herr Untersuchungsrichter, daß er in ein Nichtraucherabteil geraten war, und obwohl die beiden Damen sich beeilten zu versichern, daß sie ihm das Rauchen natürlich gern erlaubt haben würden, zog er sich zurüd.

Natürlich nicht, ohne die arme Tür feft ins Schloß geworfen

Ja, ja! Natüilich! Name lag mir auf der Zunge... 3ft er tüchtig?" Der Pole zuckte die Achseln: Als er die Regierung übernahm, zu haben. hat niemand ihn gefannt..."

Und heute?"

Die Damen hüllten sich in düsteres Echweigen, ber Bole lächelte und wandte das Gespräch wieder auf Granada  , auf billiges und Seine großen Versprechungen wegen Marotto haben sich nicht teures Leben in Hotels und Gasthöfen und von dem Ditiqier und crfüllt.. seinem deutschen   Anwalt war feine Rede mehr.

Maroffo ist ein schwieriges Broblem", fagte der Schmiffige, der ein wenig unsicher wurde: Aber im Innern muß es doch besser geworden sein... Ich meine, er muß doch die alte Korruption aus der Welt geschafft haben."

Der Pole jagte langsam und sehr bebächtig: Uns im Lande Scheint es fo, als ob alles beim alten geblieben wäre, als ob sich nur andere an den gedeckten Tisch gefeßt hätten..."

?????"

Der Bole machte eine Bewegung des Geldzählens und sagte: Wer etwas erreichen will, wer die Hilfe der Behörden braucht, muß dieser Beziehung teurer geworden ist... immer noch zahlen. Gerade wie früher. Nur daß alles auch in Die Herren Militärs

schätzen sich eben höher ein als das Zivil.. Sie wissen boch: wenn ein Raufmann seine Tochter an einen Leutnant verheiraten wollte, mußte er tief in den Geldbeutel greifen, um so tiefer, je prächtiger bie Uniform war, die der Erwählte trug Und die spanischen  Uniformen sind sehr prächtig."

80

Die beiden Damen aus Berlin   maren empöri, warfen Blicke der Berachtung und zuckten die Achseln.

Der Herr Untersuchungsrichter, der eine ganz andere Antwort erwartet hatte, entfaltete verbuzzt, un Zeit zu gewinnen, sehr ge­räuschvoll eine große Zeitung.

Rüme bei uns nicht vori", sagte er endlich.

Der Boie zeigte auf den Namen des Feldmarschalls, der groß auf der ersten Seite der Zeitung prangte und fagte su mir herüber: ,, Auf der Reise durch Frankreich   habe ich leine Zeitung gefehen, die nicht das Bild Hindenburgs gebracht hätte".

Die Tamen schöpften neue Hoffnung, und der Anbeter der Diftatur fragte: Jun, und was fagt man in Frankreich  ?"

Der Bole lachclte sein verbindlichstes Lächeln: Man ist ein menig erstaunt, daß Deutschland   schon wieder zu emem militärischen Abenteuer Geld hat".

Der schone Mann mit den Schmissen fagte großartig: Wir sehen die Dinge nicht nur vom Geldstandpunkte an".

Id weiß!", sagte der Bole:" Das dritte Wort des Herrn Brimo di Rivera ist auch immer die Ehre, immer wieder die Ehre Es ist nur schade, daß die Ehre der Militärs stets das Gelb ber andern foliel."

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Jeht gibt's Kloppe!

Studienrat Fritz loppe. Bundesführer bes Berwolf, erfäßt einen Aufruf für Hindenburg  .

Seine Klappe öffnet Aloppe,

Und das deutsche Bolt vernimmt: Unter Kloppes Werwolf- Joppe Wölfisch ist sein Herz ergrimmt. Ja, er spricht, auszupofaunen, Daß der Rechten Sieg ganz nah. Stumm die Gymnasiasten staunen, Denn der Mann lehrt Algebra.

Mit den Wölfen muß man heulen Sagt ein Sprichwort, alt und fein. Wölfe   heulen selbst zumeilen, Und das wird am Sonntag sein. Teurer Berwolf- Rloppe, hoppe In den Wald zurüc und schnell!

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Denn am Sonntag gibt es Kloppe Auf das schwarzweißrote Fell!

Mich. von Lindenheden.

Der Blutpreis. Mittellofe Studenten der amerikanischen   Uni­ihr Leben fristen zu fönnen, auf die verzweifelte Idee verfallen, ihr rerjität Michigan   find in ihrer Notlage, um mährend ihres Studiums Blut zu Transfusionszwecken zu verkaufen. Eine amtliche Statistit bezeugt, daß nicht weniger als 150 Studenten fich regelmäßig in den Krankenhäusern einfinden, um sich ihr Blut abzapfen zu laffen. Für diefes Blutopfer besteht ein fester Entlohnungstarif. Für 300 Rubitzentimeter Blut, der geringsten Lieferungsmenge, wird ein Preis von 15 Dollar gezahlt. Für je weitere 100 Rubitzenti­meter erhält der Betreffende, der sie sich abzapfen läßt, einen Zu fogpreis von je 5 Dollar.

Boltsbühne. Die Erstaufführung von Riebergall's Boffe mit Gelang Datteri im heater am Bülomplag am Freitag, beginnt bereits um 7 115r.

Das Weimarer Bauhaus   in Weimar  . Das thüringische Staats­ministerium hat die Abficht, das Bauhaus   nach dem Fortzuge von Walter Gropius   und seinen Mitarbeitern nicht eingehen zu lassen. Es ist ein Neuaufbau geplant und zur Leitung der Anstalt ist Otto Bartning.  der Berliner   Architelt, in Aussicht genommen.