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Analyse der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation ist russisch, die Hineinziehung des Dawes-Planes ist russisch. russisch ist die Formulierung über den Sicherheitspakt im Westen als militärische Allianz gegen Rußland und russisch ist schließlich die mit der Realität in keinerlei Beziehung stehende Schilderung des Echos, das die russisch -englischen Besprechungen angeblich unter der Arbeiterschaft der ganzen Welt gefunden haben. Es ist schon ein starkes Stück, lediglich begeisterte Zu- stimmungen festzustellen, diese als einen unumstößlichenB e- weis" für die Nichtigkeit des eingeschlagenen Weges zu ziiieren und kein Sterbenswort davon verlauten zu lassen, daß Millionen organisierter europäischer Gewerkschaftler diesen Einigungsverhzndlungen mit einer Mischung aus Ungläubig- keit und Entsetzen zugesehen und dazu nur geschwiegen haben, weil sie vermeiden wollten, daß ihr Protest von der britischen Bourgeoisie gegen die englische Arbeiterschaft ausgespielt wer­den könnte. Mit dem neuesten Dokument aber haben sich die britischen Gewerkschaftsvertreter von den Russen in eine Stellung hinein­manövrieren lassen, die es der internationKlen Gewerlschasts- bewexping unmöglich machen sollte, länger zu schweigen. Es ist nunmehr Zeit, daß von den übrigen in der Amsterdamer Internationale organisierten Gewerkschaften die abweichende Stellungnahme mit allein Nachdruck ausgesprochen wird: denn man wird mit guten Gründen annehmen können, daß sich die Mitglieder der britischen Gewerkschaftsexekutive überhaupt nicht mehr bemußt find, wie weit sie sich bereits von ihren Kollegen auf dem Festland um ihrer Freundschaft mit den Russen willen entfernt haben.

Srockenfammluny. Tie atomisierte KPT. Der Wirrwarr in der Kommunistischen Partei ist nicht zu überbieten. Sie zerfällt in Richtungen, die Richtungen zer- fallen wieder in Gruppen, daneben gibt es Strömungen und Abweichungen. Der sachverständige S i n o w j e w hat in einer Rede über die Parteioerhällnisse der KPD. diese Gruppen folgendermaßen systematisiert: »Wieviel Strömungen sind vorhanden? Eine linke, eine Mittel- gruppe und eine rechte Gruppe, also drei Sttömungen: jetzt noch die Uttralinke, also vier Strömungen. Man kann aber auch anders zählen. Nehmen Sie z. B. den rechten Flügel, die frühere Biandler-Mehrheit. Wie sieht er jetzt aus? Wenigstens sechs Gruppen kann man feststellen: 1. Brandler. Thalhcimer: 2. Mcypr, Schumann: 3. Frölich: 4. Stöcker usw.: 5., Ewert ich kann mich vielleicht irren, aber ich glaube, es ist so dann 6. Remmele usw. Nehn«n Sie die eigene Linke. Erstens Schumacher ist weg oder inan hat ihn raus. Zweitens Katz, Schalem und Rosenberg. Drittens Ruth. Maslow. ein großes 2 in diesem Moment, man weiß nicht, was geschehen wird. Vi e r t e n s diese neue Arbeitergruppe usw." ?.sdom Führer seine Gruppe! Eine solche Brockensamm- lung hat kaum mehr das Recht, sich Partei zu nennen. Für S i n o w j e w ist dieser Segen an Gruppen ein bißchen zu viel, er will ihn auf drei Hauptgruppen reduzieren: »Wir müssen ernsthaft dahin wirken, daß in der Partei höchstens drei Richtungen bestehen, am besten nur zwei, aber das wird nicht gehen."-- Eine Führung, für die es schon ein idealer Zustand ist, wenn ihre Partei nur aus dreiRichtungen besteht, hat sicherlich den Befähigungsnachweis zur Bildung kleiner und großer, parteimäßiger, nationaler, weltweiter E i n h e i t s- f r o n t e n in der Tasche. Bremen für Etki. Bremen , 23. September. (Eigener Drohtbericht.) Die Bremer K o m m u n ist e n, die bekanntlich zu den konfusionsreichsten der Gcsamtpartei zählen, haben nach löstündiger Debatte über ihren eigenen Selbstmord beschlosien, zu verbrennen, was sie vorige Woche ncch angebetet haben Sie erklärten sich mit 173 gegen 137 Stimmen

Der Ausbrecher. Von Erich Gottgetreu . Auf den, Lahnhof Blankenese bei Hamburg gab tt neulich eine klein« Sensation. Eisenbahnbeamte, Polizei, Publikum um- drängten einen Elfjährigen und bestürmten ihn mit Fragen, vieles wollte man von ihm wissen. Der Klein« schaute ganz erstaunt in die Weit, und ein großer Schreck fuhr ihm in die Glieder, als er nieekte, daß man ihn nach allen Regeln des Gesetzes festgenommen hatte. Es dauert« ein« Weile, bis die Neugier der Umstehenden Be- friedigung fand, bis die Bahnschaffner wieder ungestörten Betrieb spielen tonnten und bis die Polizei sich ganz darüber im Klaren war, was zu tun wäre in diesem kritischen Fall. War es etwa eine einfache Sache mit diesem Knaben? Unter Tränen erzählt« er, wie bis jetzt doch alles so gut gegangen sei, die Abfahrt vom Leipziger Hauptbahnhof wtt einer Borortkarte, der Sau sei, ran» im Schnellzug bis Hamburg , ohne von der Kon- troll« ertappt zu werden, das Umsteigen mit neuem Glück betin Mogeln, aber gerade jetzt in Blankenese , nahe dem ersten Ziel, den großen Riesendampfern, mutz man ihn verhaften. Ist ihm nicht ein Ausflug wie dieser nach Frankfurt am Main und vorher nach Bremen schon gelungen? Jetzt schnauft der Knirps mit der Nase, wie es Kinder tun. wenn sie weinen, dann aber fatzt er sich, da er sieht, es gibt kein Entrinnen, er mutz mit auf die Polizei, er mutz tags drauf zurück noch Leipzig , nach Hause Was aber wird nun mit ihm geschehen, bei den Ellern , bei den Lehrern? Fast könnte man wetten: nicht das Richtige. Wer von uns darf sich denn einbilden, ein Kind ganz zu verstehen, und wieviele mögen nicht die wilde Lebenssucht des Knaben gänzlich verkennen? Denn unser Vaterland braucht bekanntlich keine Schwärmer, Phantasten und Abenteurer, nur Männer, lauter Männer der Tat.... Da war also ein energisches und gescheites kleines Menschen- kind, das aus Kino, Auch und Zeitung erlesen und ersehen hat, wte reich und bunt und kennenswert das Weltall ist. Aber es ist nicht einfach, das Schöne zu sehen und zu genießen, man mutz dazu «groß" sein und man mutz reich sein, das erste kommt mit den Jahren, dos zweite überhaupt nur sellen. Also ist es schon ein Risiko zu warten, sagt sich' der Elfjährige und beginnt seine Er- tundungsfahrten auf eigene Faust und auf eigene Moral. Aber dos können die Hüter von Ruhe und Ordnung nun einmal nicht leiden, und sie finden taufend Gründe zu bremsen. Und wir, die wir uns so gerne unserer freiheitlichen Anschauungen rühmen, wir stehen hilflos dabei und wissen auch nicht so rocht, was jagen und wa» hm.

für den Ekki-Drief, der sie zwingt, gerode das Gegen- teil der Politik zu machen, die sie bis heute getrieben haben. Ihr Organ erzählt selbst, datz in den drei Mitgliederversammlungen hauptsächlich persönlicher Stank vorgebracht wurde. Kein Wunder! Eine politische Linie gibt es nicht mehr für die atomi- sierte KPD . Was übrig bleibt, löst sich in Krach und Stank auf. Der Kampf ging hauptsächlich um die Person E p p st e i n s und die Neubesetzung der Bezirksleitung. Trotz der Hinaussäube- rung der führenden Oppositionsleute crzielle die Rechtsopposition jedoch die verhältnismäßig starke Stimmenzahl von 137 gegen 179. Uebrigens, wi> kläglich die Bremer KPD. zusammengehauen ist, erhellt aus diesen Zahlen: Das Koinmunistenblatt hatte vorher ge- schrieben, daß fast die gesamte Mitgliedschaft in dcn'Versammlungen erschienen war, um bei dieser Lebensfrage der Partei mitzuent- scheiden: Die g�samle TNikgliedschaft der Bremer KPD. beträgt also noch etwa 300 bis 400 BNlglicder. So haben die Kommunisten endlich selbst bestätigt, was wir schon längst aus authentischer Quelle wußten, daß die Bremer KPD. nämlich lein halbes Tausend Mit- glicder mehr hat und ihre»Arbeitsr-Zeitung" noch weniger Abon. nenten zählt.

Eine Leipziger Resolution. Am 22. September nahm eine Leipziger Parteioersannnlung folgende Entschließung an: »Die Mitgliederversammlung Groß- Leipzigs erhebt den schärfsten Protest gegen die vom Heidelberger Parteitag getroffene Eittseheidung im Sachsenkonslikt. Sie billigt die Haltung der Leipziger Dele- gierten auf dem Parteitag. In der Ueberzeugung, daß die Politik der D r e i u n d- zwanzig durch die geschichtfche Entwicklung verurteilt worden ist, fordert die Mitgliederversammlung die Parteigenosienschaft auf, im Sinne der bisherigen Taktik der sächsischen Partei ihre Partcipslichtcn vollauf zu erfüllen." Diese Entschließung wurde vom»Soz. Pressedienst" in etwas ungenauer Fassung wiedergegeben. Erstens sehll in der Wieder­gabe der Satz von der Billigung der Haltung der Leipziger Dele- gierten. Zweitens ist das WortDreiundzwanzig" durch das Wort Rechtssozialisten" ersetzt. DieLeipziger Volkszeitung " legt auf eine Richtigstellung großes Gewicht, da die Billigung des Ver- Haltens der Leipziger Delegierten ein Bekenntnis zur Difzi- p l i n in sich schließt. Sie unterstreicht weiter, daß sich der Be- schluh nur gegen die Dreiundzwanzig richte und nicht gegendie Rechtssozialisten" im allgemeinen. Von dieser Berichtigung nehmen wir gern Kenntnis. Wenn aber dieLeipziger Volkszeitung " hinter einem Usbermittlungsfehler, wie er zweifellos vorliegt, ein« bewußte Fälschung vermutet, so vermögen wir ihr nicht zu folgen. Man soll doch wirkliä', auch in Sachsen , hinter Dingen, die sich sehr hormlos erklären. lassen, nicht immer gleich fürchterliche Intrigen und gemeine Absichten vermuten! Sachlich wird durch die.Richtigstellung in einem Punkt wenig geändert. Denn eine entrüstete Protestkundgebung gegen die Eni- scheidung des Parteitags ist keine gute Einleitung für feine ge­wissenhafte Durchführung.

finstblußkunKgebuna in Wien . Eine Kundgebun-z der Universität. Ivien. 23. September. (MTB.) In Ausführung der Deschlüsie des im Juni in Wien abgehaltenen Hochschtiltages erläßt die Uni­ versität Wien nunmehr einie Kundgebung, in der es u. a. heißt: Auf dem 3. ordentlichen Hgchjchuttag vom 23. bis 24. Juni 1323 zu Wien haben die österreichische. Proiessorsnichaft und die deutsche Studentenschaft Oesterreichs und Deutschlands durch ihre anwesenden Vertreter einstimmig beschlosien, an die Oeftentlichkeil aller Länder folgende Kundgebung zu richten: Wir erklären es als ein Gebot der Völkergerechligkeit, daß dem einmütigen Willen des BoUes in Oester­ reich , das sich eines Sinnes weiß mit der Bevölkerung des Deutschen Reiche?, entsprochen und ihm die durch das Völkerrecht und die ge- schlosienen Verträge ermöglichte staatliche Bereinigung mit Deutschland nicht behindert werde. Oesterreich erblickt in dieser Bereinigung die einzig« Möglichkeit, seinen wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Bestand zu erhallen. Di« deutsche Ration hat gleich allen anderen großen Kulturnationen das Recht auf national? Eini- gung. Durch sie würde nur ein Zustand wieder hergestellt, der über 1333 Jahre zu Recht bestanden hat. Wenn Oesterreich sich kraft des

Ob wir jetzt einen großen Vortrag hatten sollen, olles Er- fahren« und Erlernte bedenkend, ob wir große Worte suchen über die Pflichten der Kinder gegen die Eltern, über die Beziehungen des werdenden Staatsbürgers zur Volksgemeinschaft, über die Ge- fahren des freien Herumschweifens auf dieser sündigen Erde, be- sonders bei Kindern, über den Wert der Arbeit, über Familienglück, über Heimattreue? Ob wir predigen: Durchbrennen, Herumstromern. Fahrgeldmogeln, das, mein Junge, gibt es nicht? Ach, uns sittsamen Deutschen läge dieser Ton, diese Red« nicht übel, wir wären wirklich nicht Heuchler, wenn wir so sprächen, aber seien wirGroßen", wir»Vernünftigen" doch einmal ehrlich: Möchten wir nicht manchmal genau so durchbrennen, mit oder ohne Erlaubnis, mit oder ohne Abschied, mit oder ohne Fahrgeld, nur weg, nur weit weg, weit weg vom Tagestrott? Und dann bleibt es doch nur bei der Sehnsucht. Es kommen die tausend Gründe. Frau Bernunft und Fräulein Moral mar- schieren an der Spitze, du gehorchst, hungerst zu Hause und bist womöglich gemein genug. Elfjährige, wie den aus Leipzig , als »gefährliche Naturen" zu bezeichnen. Denn auch du, Freibürger, bist meistens ein großer Spießer.

Städtische Oper:Die Walküre ". Gestern abend erlebten wir unter Wilhelm R eu ß den ersten Tag der Nibelungentrilogie. Das Orchester zeigte sich schon erfreulich eingespielt, nur den Blech- bläsern möchte man noch hier und da einige Zurückhaltung wünschen. Im ganzen aber war die Ausführung> der Walküre eine beachtens- werte und erfreuliche Leistung trotz des Mangels ganz großer Namen eine Darbietung, die von fleißiger Arbeit und schönem Können zeugte. Bella F u r t n« r> H a l b e r t h als Brünhilde . Lauritz Melchior als Siegmund und Gotthold D i t t e r als Wotan verdienen in erster Linie genannt zu werden. Minnie Ruske-Leopolds etwas hartes Organ ist nicht stets gleich- wertig, aber immerhin hat ihre Sieglinde recht starke Momente. Alexander K i p n i s sang den Hunding . Trotz seiner für diese Rolle nicht genug in die Tiefe gehenden Stimme ein eindrucksvoller Vertreter des finsteren Helden. Unter den Walküren fiel besonders Elfe Jülich-de Bogt als Gerhilde auf. Daß Karin B ranzet an letzter Stelle genannt wird, soll keine Zurücksetzung der gesang- lich schönen Leistung der Künstlerin als Fricka fein. Aber an ihr machte sich ein Fehler der Spielleitung besonders bemerkbar. Das ganze Werk krankte an viel zu viel Bewegung, die einzig Be- rechtigung hatte in der Walküren !-ene. Karin Branucks zierliche Gestall hätte nur durch Ruhe zur Wirkung kommen können. Statt dessen waren ihre Bewegungen unstet und hastig.?lus der grol- lenden Gattin wurde eine kleine trotzige, zänkische Erdenfrau, die allerdings sofort verschwand, wenn man die Augen schloß und sich allein dem Vollklang der Stimm« hingab. Lob verdienen die besonders schönen Bühnenbilder des 2. und 3. Aktes. Tes. Wie-viele Skolfplsle gibt es? Auf dem Skotkongreß zu New .Eork. der vor einigen Togen abgehalten und von mehr als 3333 begeisterten Skatspielern besucht wurde, wurde der Vorschlag ge- »acht, daß all« Kongreßteilnehmer sich zusammentun sollte«, um

vom Präsidenten Wilson unter Zustimmung der ganzen Well feier­lich. verkündeten Selbsibesttmmungsrechtes der Volker mit Deutsch - lond vereinigt, so ist dadurch das wirksamste Bollwerk eines dauernden Friedens in Europa errichtet.

Annahme ües Wahlgesetzes. Der Landtag ging heute zu Beginn der Sitzung an die dritte Beratung des Entwurfs eines Wahlgesetzes für die Provinziallandtage und Kreistage. Nach der Mitteilung eines Ver­treters des Staatsministeriums hat die Regierung bereits einen Erlaß vorbereitet, der bestimmt, daß die Wahlen nicht nach dem alten Gesetz stattfinden. In der Abstimmung wird der Gesegentwurs cn Kloo gegen die Stimmen der Deutschen Volksportei und der Kommu- nisten angenommen. Desgleichen wird ein Antrag der Sozialdemokraten angenommen, wonach die Neuregelung der Kreisgrenzen in Oberschlesien beschleunigt werden soll? damit die Wahlen dort sobald als möglich, spätestens bis zum April 1323, vorgenommen werden können. Etzdorf im Kreuzverhör.~ War Lüders bestechlich?.. Im Landespfandbriefanstaltspro�eß wurde heute zunächst die Frage der Bestechlichkeit der Direkt: on be- handelt. Angekl. v. Etzdorf führte aus: Im Anfang hatte ich kein Miß- trauen, aber schließlich merkten wir doch alle, daß die Gelchäite mit uns nicht aus dem bankmäßigen Wege erledigt wurden, sondern daß die Kredite, die Zahlungen, die Rückzahlungen usw. immer in den Schreib- tisch des Geheimrots Nehring wanderten. Es war sozuiagen ein absolut internes Geschäft. Dors.: Und warum hat Luders Ihnen die Kredite bewilligt? Angekl. v. Etzdorf: Im stillen hatte Lüders sich wohl gedacht: Du wirst schließlich doch noch etwas abbekommen. Vors.: hat Lüders bei dem ganz großen Kredit, den Sie im Mai bekommen haben. Zhnea gegenüber Forde. rungen erhoben? �7 Angekl. v. Ehdc-rs: Jawohl, und er hak damals noch ausd ücklich erNär». daß er ja nun nicht mehr Beamter sel und ruhig Geld annehmen dürse. Lüders hat sich mir und meinen Freunden gegenüber unmißverständlich ausgedrückt� und u. a. auch einmal gesagt: Fällt denn nicht ein Häuschen für mich ab? Vors.: Was haben Sie Herrn Lüder, etgentlich auf sein» wiederholten Forderungen geantwortet? Angekl. v. Etzdorfs Ich bin ihm stets ausgewichen und habe gesagt, wir wollten erst mal die Abwicklung des Geschäftes abmatten. Iustizrot Ladewig. Der Angeklagte v. Etzdorf hat hier auch erklärt, er habe G e- h e i m r a t Nehring von den Verfehlungen des Angeklagten Lüders Kenntnis gegeben, und was hat Herr Nehring daraus geantwortet? Angekl. v. Etzdorf: Herr Geheimrat Nehring hat mich gefragt, ob Lüder» etwas haben wollte, und ich habe in diesem Sinne bejahend geantwortet. Vors.: Herr Nehring, ist die Darstellung des Angeklagten v. Etzdorf richtig? Behring: Im wesentlichen ja. Diese Unterhaltung muß aber erst im Juli oder August staltgesunden haben, also zu einer Zeit, als Lüders nicht mehr der Landespfanddriefanstalt angehörte und ich nicht mehr gegen ihn einschreiten tonnte. Vors.: Damals gehörte Herr Lüders also schon der Stadtschaftskasse an. haben Sie nun diese Kasse vertraulich von dem unlerrichtet, wa, Herr v. Etzdorf Ihnen gejagt hatte? Behring(sehr leise): Bc'n. RA. Dr. Sack: Ich bitte jetzt den Angeklagten Nehring zu l-e- fragen, wie denn dieses Gespräch zwischen ihm und Herrn v. Etzdorf zustande kam. Angekl. Behring: Es handelle sich darum, daß Lüders länger bei der LPA. bleiben mußte, als ursprünglich beabsichtigt war. Sein Uebertritl zur Stadtschaftskasse konnte noch nicht erfolgen, bevor nicht das Geschäft mtt dem Zipewitz-Konsortium abgewickelt war. Im Zu- sommeichang mit dieser Tatsache fragte mich Herr v. Etzdorf, ob ei Lüders fück die ihm entstehende Mehrarbeit nicht entschädigen müsfv? Vors.: Ist es richtig, Herr v. Etzdorf? Etzdorf: Dem Sinne nach, jawohl. Der Borsigende geht sodann mit dem Angeklagten v. Etzdorf auf Grund der Akten die erste Zahlung von 73 333 Rentenmark durch. Der Angeklagte behauptet, daß es sich um 97 333 M. ha' delle. Vors.: Wodurch ergibt sich denn dieser Unterschied? Angekl. v. Etzdorf: Wir mußten die Dollar zu der Zeit so teuer bezahlen. Vors.: Nach dem notariellen Vertrag ist doc aber die Summe in Rentenmark gezahlt. Angell. v. Etzdorf Wir hatten einen Scheck über 78 333 Rentenmark ausgestellt. Dieser wurde ober vernichtet und in Wirklichkeit 97 233 M. auf Grund der Dollarwährung bezahtt. Vors.: Wenn ich Sie recht verstehe war also der notarielle Vertrag nur«in Scheinver

sämtlich« Skatspiele durchzuspielen, die überhaupt möglich sind. Si' gingen dabei offenbar von der begreiflichen Anschauung aus. daß dies nicht gar so schwer sein dürfte, denn jeder Skatspieler we-' daß die Spiele nicht sehr mannigsallig sind denn es kommen der Hauptsache die gewöhnlichen Solos, Null, Nullouvert» Grai Ramsch und noch einige kleine Abarten in Betracht. Di« Verschieb heilen bestehen aber nicht nur darin, daß die Spiel« mit oder c Buben oder in den vier einzelnen Farben gespielt werden, sondc. wie jeder Skatspieler weiß, ist die Derteilung der Karten von größter Bedeutung, denn der Berlauf und der Ausgang des Spiels hängt dadurch davon ab. ob die Karten der Gegenspieler für den Spieler günstig oder ungünstig verteilt sind, welche Karten im Skat siegen usw. So wird oft«in Spiel durch günstige Verteilung der Karten gewonnen, das in anderen Fällen verloren wird. Wenn der amerikanische Kongreß alle diese Spiele durchspielen wollte, wie sie durch die ständige Veränderung der Kartenvertetlung bedingt werden, dann würden die Jahre des Lebens aller Kongreßteilnehmer nicht ausreichen, um alle diese Spiele tatsächlich durchzuspielen, selbst wenn sie ununterbrochen Tag und Nacht spielen wollten. Es gibt nämlich insgesamt nicht weniger als rund 2333 Billionen ver» schieden« Skatspiele. Nehmen wir also an, daß 3303 Mitglieder auf dem Kongreß vorhanden gewesen sind, so würden 1333 Skcn- Partien vorhanden sein. Wenn nun alle Spiele durchschnittlich 13 Minuten dauern und olle 1333 Partien unausgesetzt. spielen, dann müßten sie nicht weniger als 33 333 Jahr« hintereinander spielen, um alle diele durch die verschiedenen Verwandlungen und Umstellungen der Karten möglichen Spiel« durchzuspielen. De: Fehler, die ungeheuren Zahlen zit verkennen, welche durch di Umwandlungen der einzelnen Zahlen entstehen, machen sehr viel:' denn es erscheint ibnen unglaublich, was für gewaltige Summer da entstehen. Ein Skatspiel hat bekanntlich 32 Karten, aus denei sich die große Anzahl der möglichen Verschiebungen leick errechnen läßt._; Hebet die ve�eiirnnq de» Vkovat Sverekl wird Mittwoch und ffrestut oben de 8 Uhr, im Llütbncrsaal ein Lichtbildervortrag de« Kapitän lr i n ch stattfinden. Kapitän ffinch war Leiter der beiden letzten und wird Führ«'' der nächsten Erpedition leim Ehina-Aoestelling. Ter neue vuchladen AugZburqer Str. 38 peran- staltet vom 1. bis IS. Oktober eine Auestellung chinesischer Plakate. Fluz- blätter, Photographien und Bücher. Jeden Dienstag und Freiiag, abend« 8 Nbr. finden Porträge über.China ' und.Chinesische Probleme' mit TiSkuision statt. Der Eintritt ist frei. Im Lefling-onfeum findet Donnerstag 8 Uhr em Ludwig Bäte » Abend statt. Der Dichter leibst iprickt.Ein Dort voraus', tzlnaeborg Tticr liest drei Novellen r,ui der Rokoko, eit Lotte Kntie.llrlt(Klavierl und Ernst Arll(Viotiue) spielen Mo,ar!Z Sonate?-dur Nr. 13 und Frau, Nie«' Suite. tfln Schädelfund Ott« der Zwischen«' iezeit. In einem Steinbruch in E b r> n q S d�o r s bei Weimar wurde dieier Tage da« Schädeldach eine« mevichlichen Schädel« aul der Vorzeit gesunden. Der Schädel soll sogar au« der ZwiicheneiSzeit stammen. Die Fachleute schätzen sein Alter aui un> gefälir 120 000 Jahre. Da in dielen Ta.en in Weimar der paläontoioaische Konareh stattfindet, find genügend Fachleute zur Stelle, um den Wert diese« Funde« zu beurteilen. tie INetropolikon- Oper in 7t en, Park, die die ersten Sänger I Sängetinnen brr Welt»u ihren Mitgliedern zäbit. beabstchtizl, im' r »der Juni nächsten I-hre» eine Tournee durch Europ «»a machen. »t» dabei auch»a«pt«le taBedte, Bade»«.»» und tat Salzburg *