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so wichtig ist, daß jeder steht, was wirtschaftlich unb foglal geflinbigt wurde und wird Berliner   Beispiel: Strede Kurfürstendamm Wedding! und was hier wieder gutzumachen ist, weil aus der Vogelschau nicht nur das Schöne, sondern auch das Elende über. deutlich erkennbar ist deshalb ist es Pflicht, alles zu tun, daß der Gedante des Lehrfluges populär wird, der Gedanke und die Pragis! Aus Holland   tommt eben eine hübsche Nachricht: Eine Schule in der Nähe von Rotterdam   hat einen Ausflug" in der wahrsten Bedeutung des Wortes unternommen. Der Vorschlag, der von einem zahlträftigen Gönner ausging, stimmte Eltern und Lehrer zunächst bedenklich, schließlich aber willigten beide Teile ein und mit jubelnder Kinderschar befrachtet hoben sich mehrere Baffagierflug zeuge an einem dieser herrlichen Herbsttage in lichte Himmelshöhen. Ueber Städte, Dörfer, Gärten, Deiche, Kanäle, Felder ging die Fahrt, allen war sie eine große Freude, allen ein großes Erlebnis, aber sicher auch eine Bereicherung des Wissens, des Geistes überhaupt.

Es braucht nicht näher bewiesen zu werden: der Behrflug fft Propaganda und Unterricht zugleich, er lehrt uns unfere Heimat lieben und doch dabei fritisch beurteilen, er ist ein Kulturvermittler edelfter Art deshalb sei die Parole: Fliegen und fliegen laffen!

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Eine Hugo Preuß  - Gedächtnisfeier.

Der Erinnerung an den Schöpfer der Reichsverfaffung, dem Gedenken an den Menschen, Wissenschaftler und Politiker Hugo Preuß   galt eine Beranstaltung, die gestern abend der Jungdemo­fratische Verband Groß- Berlins in das ehemalige Herrenhaus ein­berufen hatte. Dr. Ernst Feder  , der Redakteur des Berliner Tageblatts" und ein Freund des Verstorbenen, hielt die Ge dächtnisrede.

wittichen Gasverbrauch zu tuschen. Bet felnen Manipulationen an dem Gasometer ging er so ungeschickt zu Berte, daß er die Leitung an mehreren Stellen beschädigte. Seine Frau, die ihn wiederholt gewarnt hatte, daß aus seinem Treiben noch einmal Unheil entstehen werde, fand für ihre Borstellungen fein Gehör. Tatsächlich sind ihre Befürchtungen zur Wahrheit geworden. Die Menge des ausströmen­den Gases genügte, um den Tod des Mannes herbeizuführen.

Ein Wiedersehen.

Der verhängnisvolle Unglüdsfall.

Ein tribes Wiedersehen von Bater und Tochter nach 5 Jahren gab es gestern vor dem Schöffengericht Charlottenburg  . Die Toch ter saß weinend auf der Antlagebant, um sich wegen Betrugs zu verantworten, während der Bater, ein 65jähriger ehrfamer Arbeiter, bekümmeten Blides zu feiner auf die schiefe Bahn geratenen Tochter hinüberblickte.

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Charlotte M. war jahrelang als Baronin Flonto von Tschaikoff aufgetreten und hatte über ihre Herkunft ein mystisches Dunkel ver­breitet. Sie, die als Tochter eines ehrsamen Arbeiters in Berlin  geboren war, behauptete, aus Palermo   zu stammen und die Witwe eines in Hamburg   durch Selbstmord geendeten russischen Barons von Tschaikoff zu sein. In Rußland   sollten ihre Befizungen liegen und in Berlin   hatte sie angeblich eine prächtig eingerichtete Wohnung. Mit diesen Erzählungen reiste sie in der Welt umber, fnüpfte Be­fanntschaften mit Frauen an und ließ sich aus augenblidlicher beren Orten wiederholt Gefängnisstrafen erhalten hatte, fegte sie Geldverlegenheit helfen. Nachdem sie in Breslau   und an­ihre Hochstapeleien nach derselben Methode fort. Beitweise trat fie auch als Filmdiva und als eine Gräfin Orlow auf. Es gelang ihr immer wieder, Männer in ihre Nege zu ziehen. Kürzlich hatte das Schöffengericht Charlottenburg   bereits über die Schwindlerin eine neue Gefängnisstrafe von 1 Jahr 9 Monaten Schlicht und einfach malte er das Bild feines Freundes, eines verhängt. Jest tam noch ein Nachtragsfall zur Aburteilung. der wenigen Deutschen  , die Politit, Wissenschaft und Menschsein zu Sie hatte in Breslau   nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis vereinigen wußten. Treue gegen fich selbst war der Generalnenner, einen Reflamechef B. tennengelernt und mit diesem ein Ber­in dem das Wesen Hugo Preuß   aufging. Für ihn war es eine hältnis angefnüpft. Im Vertrauen auf die Besitzungen in Rußland  Selbstverständlichkeit, daß er die damals gestedten Stele und auf den in Berlin   angeblich im Banffafe liegenden Berlenschmuck verfolgte, ohne nach links oder rechts zu schauen. Seine Entwicklung hatte sich der Liebhaber verleiten lassen, seiner Freundin feine ge­war eng mit Berlin   verbunden. Hier war er geboren, hier hatte er samten Ersparnisse in Höhe von 200 000 m. zur Verfügung zu studiert, mit einer furzen Unterbrechung in Heidelberg  , und hier stellen. Der Traum des Propagandachefs zerrann bald, denn nach entfaltete sich später das Mirfen des Mannes. Leider hat er nie­Empfang des Geldes war die Gräfin" verschwunden und er mußte mals die wissenschaftlichen Grade erreicht, die feine hervorragende erfahren, daß er einer Betrügerin in die Nebe gegangen war. Begabung verdiente. Er blieb immer nur der Privatdozent. Preuß Der Vater der Angeklagten, der fo wenig Freude an seiner war auch als Gelehrter ein Mann, der nur tat, wozu ihn seine Tochter gehabt hatte, befundete, daß fie als Kind immer brav innere Stimme trieb. Immer wieder suchte er die Berknüp gewesen sei. Im Jahre 1917 war fie Stenotypistin bei einer Auto fung mit dem gegenwärtigen Leben, nie versant er in trockene Fach- mobilgesellschaft in Oberschöneweide   und erlitt einen Unfall Sie tam darauf nach Bad durch den Einsturz eines Glashauses. wissenschaft. Neben einem ungeheuren Wissen und können auf politischem und juristischem Gebiet verband er einen flaren Stil, Kubowa, und seit diesem Unfall war sie wie umgewandelt. Sie der die Dinge nannte, wie sie genant werden mußten. Neben wissen erzählte die phantastischsten Dinge über ihre vornehmen Bekannt schaftlichen Werken schrieb er Auffäge in Tageszeitungen und wiffen. schaften und blieb wochen- und monatelang von Hause fort, so daß schaftlichen Journalen. Sein bestes Buch ist sicherlich Die Ent. die besorgten Eltern sich im Jahre 1918 an die Bermißtenzentrale wendeten. Seit fünf Jahren hat der Vater seine Tochter nicht widlung des deutschen Städtetums", in dem er nicht gesehen. Auf Antrag des Bertelbigers war die Angeklagte inzwischen nur eine Darstellung der städtischen Verfassung gibt, sondern eine auf ihren Geifteszustand untersucht worden und Sanitätsrat Dr. umfassende Geschichte des deutschen   Bürgertums felbft. Und hier eppmann erstattete ein Gutachten. In diesem bestritt er, daß zeigt sich die Charakteristit des ganzen Menschen. Selbst hier, in die Verlegungen bei dem Einsturz des Glashauses bei der Ange dieser geschichtlichen Darstellung, fucht er leidenschaftlich die Be­flagten eine Gehirnverlegung hervorgerrufen hätten. Wohl aber sei ziehungen zur Gegenwart. Das Buch ist eine Antiage gegen dadurch eine hysterische Reaktion eingetreten. Ein gewisser Hang zur das Bürgertum, das es nie verstanden hatte, sich durchzusetzen. Phantasterei habe wohl schon immer in ihr geschlummert und fie Bor ungefähr 40 Jahren begann Preuß in Theodor Barths fei zweifellos piciatisch minderwertig. Das Schöffen ,, Nation  " zu publizieren. Und von diesem Augenblid an gehörte er zu den Streifen liberal gesinnter Männer, die sich um Barth gericht faßte den vorliegenden Fall nicht so schwer auf wie die an­beren Betrügereien. Der Geschädigte habe einen großen Teil felber fammelten. Preuß war immer ein Gegner jeber leeren Schuld, benn er fonnte boch unmöglich die phantastischen Erzählun Diskussion. Er hatte immer Ziele, die er zu verwirklichen gen seiner Freundin für wahr halten. Deshalb erkannte das Ge. trachtete. Für ihn war die Hauptsache der Kampf gegen das richt nur auf eine 3usabftrafe von 3 Monaten Ge­ostelbische Juntertum. Notwendig erschien ihm ein Zufängnis, so daß gegen die Angeklagte eine Gesamtstraße von fammengehen des Liberalismus mit der Sozialdemokratie. Schon 2 Jahren Gefängnis festgesetzt wurde, wovon 5 Monate in Ab. damals erfannte Preuß die Schwächen des liberalen Bürgertums, rechnung famen. das sich an einzelnen Fragen zersplitterte und dem der große Sug fehlte. Preuß ist nie ein Bielschreiber gewesen, jede seiner Arbeiten bleibt formvollendet. Lange feilte er an den Sägen, und felbft Auf­fäße für Tageszeitungen wurden nur in fagelanger Arbeit her­gestellt. Sein Wunsch ging immr dahin, ins Barlament zu gelangen. Frühzeitig bewarb er sich darum, denn er fühlte von Anfang an das Bedürfnis des Staatsmannes in fich, den Staat nach seinen Ideen zu leiten. Seit 1895 war er Stadtverordneter in Berlin  . Vor allem interessierten ihn hier die Schulfragen, unter anderem die Stellung der Religion im modernen Schulunterricht. Aber eine meitgehende politische Betätigung blieb ihm verschlossen. Selbst als des Reiches auszuarbeiten, warfen ihm die Gegner sein Juden er nach der Revolution dazu berufen wurde, die Verfassung tum vor. Bon Jugend an beschäftigte ihn das Problem der Reichs­verfassung. Schon während des Krieges machte er Borschläge zur Menderung der Verfassung. Hinter der Fassade des Kaisertums follte ein reiner Barlamentarismus stehen. Dieser Entwurf wurde 1917 als Manuftript gedruckt, blieb aber einflußlos. Erst als es zu spät war im Serbst 1918 tam man darauf zurüd. Gleich nach dem Zusammenbruch gründete Breuß die neue Deutsch­demokratische Partei. Damals erhob er Einspruch gegen die Allein­herrschaft der Sozialdemokraten. Aber trotzdem bot Ebert ihm die Stellung als Staatssetretär des Innern an. Sofort be­gann er mit der Ausarbeitung des Verfassungsentwurfes, und schon im Februar 1919 fonnte Preuß den fertigen Entwurf vorlegen, der ein halbes Jahr später in der dritten Lesung angenommen wurde. Dieses bedeutete den Höhepunkt feines Schaffens, und er selbst er­flärte, daß dies seine arbeitsfroheste Zeit gewesen sei. Der Unter­zeichnung des Versailler Bertrages widersetzte er fich mit allen Kräften und schied aus der Regierung aus, als die Mehrheit die Unterzeichnung forderte. In seinem ersten Entwurf war die Reichs­verfaffung tatsächlich die eines einheitlichen Nationalstaates. Aber wie vor ihm der Freiherr v. Stein, so scheiterte auch er an dem Partitularismus der einzelnen Staaten. Der unermüdliche Arbeiter hat sein größtes schriftstellerisches Wert, den Kommentar zur Deutschen   Verfassung, nicht vollenden können. Der Verfasser starb nach Vollendung des ersten Bandes. Musikalische und rezi­tatorische Darbietungen eröffneten und schloffen die erhebende Feier.

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Das Hindernis auf dem Gleife.

Durch die Aufmerksamkeit eines Lokomotivführers wurde ein Attentat vereitelt, das auf die Böhower Kleinbahn geplant war. Als am Dienstag abend um 7% Uhr ein Güterzug, der von

Johannisstift nach Spandau  - West fuhr, die zweite Kurve dieser Strecke passierte, bemerkte der Lokomotivführer einen großen dunklen Gegenstand quer auf dem Schienenftrang. Es er­folgter ein heftiger 3usammenprall und nur durch scharfes Bremsen gelang es, den Güterzug zum Halten zu bringen. Es ergab sich, daß man auf einen Platten- oder Bahn­meisterwagen gestoßen war. 3weifellos ist dieser Arbeitswagen Don verbrecherischen Händen quer auf das Gleis gebracht worden. An der Fortbewegung des schweren Fahrzeuges find unbedingt mehrere Personen beteiligt gewefen. Die Nachforschungen der Kriminalpolizei haben bisher noch zu feinem Ergebnis geführt. Weil er Gas stehlen wollte.

Der rätselhafte Tod des Arbeiters Adolf Wenkopf aus der Balisadenstraße 17, über den wir bereits berichteten, hat jeht seine völlige Aufklärung gefunden. Gestern nachmittag fand im Schau. hause die Obduktion der Leiche statt, die einwandfrei ergab, daß Bentopf an Gaspergiftung gestorben ist. Die von seiner Frau entnommenen Blutproben haben dasselbe Resultat gezeitigt. Da von vornherein mit der Möglichkeit gerechnet wurde, daß die Gasleitung der Wohnung eine undichte Stelle aufmies, fo veranlaßte Kriminalkommissar Dr. Berndorff ihre genaue Prüfung durch Beamte des Gasmertes. Hierbei murde festgestellt, daß Wenkopf ver­fucht hatte, die Gasuhr festzustellen und so das Wert über seinen

Spreepiraten.

3wet Spreeptraten wurden in einer ber legten Nächte vom Reichswasserschutz festgenommen. Gegen 2 Uhr machten zwei Männer den Rubertahn einer Baufirma, der an deren Wasserfront in der Nähe der Schillingsbrüde lag, los und fuhren stromaufwärts. Am Café Alsen" in Treptow   machten fle fest und versuchten, in die Räume einzudringen. Der Befizer des Cafés aber nahm fie wahr schutzes, das sich auf einer Streife befand, nahm sofort die Verfol­und verscheuchte sie. Ein Patrouillenboot des Reichswasser­gung auf, veranlaßte die Flüchtenden durch einige Schreckschüsse zum Wasser geworfen hatten, fischten die Beamten wieder heraus, einige halten und nahm sie fest. Mehrere Sachen, die sie auf der Flucht ins Sweater und andere Dinge, die die beiden auf früheren Beutefahrten wahrscheinlich in Bootshäusern an der Oberspree gestohlen hatten. Die Ertappten, die vor 14 Tagen schon einmal vom Reichswasser schutz verfolgt worden, aber ans Land entfommen waren, wurden als ein einundvierzigjähriger Paul Perschte und ein gewisser Rudi Diebert festgestellt. Mitteilungen zur weiteren Aufklärung ihres Treibens nimmt Kriminalfommiffar Albrecht, Dienststelle B. J. 14 entgegen.

Das Schmerzenskind der Hochbahnstrecken. Man schreibt uns:

Die Dst strede der Berliner   Hoch- und Untergrundbahn scheint ein besonderes Schmerzenskind der Gesellschaft zu sein; denn was den Verkehr zwischen den Stationen Rottbuser Tor und Hallesches Tor anlangt, ist das Herumturieren an dem Bahn­förper faum zu überbieten. Seit etwa 5-6 Jahren ist diese Strecke noch nie mit der vollen Geschwindigkeit befahren worden. Mal muß der Bug hier, mal da langsamer, in letzter Zeit fogar ganz lang: fam fahren. Den Fahrgästen wird so seit Jahren Zeit weg­genommen. Offenbar läßt sich die Gesellschaft auf dieser Strede be­fonders viel Zeit; denn sonst wäre nicht zu verstehen, daß die Arbeiten überhaupt kein Ende nehmen. Was sagt die Aufsichts­behörde zu diesen allmählich unerträglich werdenden Zuständen?

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Die neue Verkehrstarte der Berliner   Straßenbahn Winter 1925 ist soeben erschienen und bei den Schaffnern und Betriebs­aufsehern erhältlich. Die Karte ist in Dreifarbendruck hergestellt mit unterlegtem Stadtplan. Die Straßenbahnlinien mit ihren Nummern find rot gedruckt. Zu der Verkehrskarte wird lose ein Straßen­verzeichnis abgegeben. Der Preis der Verkehrskarte mit Fahrplan und Straßenverzeichnis beträgt 10 Pf.

Das Rundfunkprogramm.

Donnerstag, den 29. Oktober.

Außer dem üblichen Tagesprogramm:

5.30-6 Uhr nachm.: Konzert. 7 Uhr abends: Hans- Bredow­Schule( Bildungskurse). Abteilung Technik. Oberingenieur Sieg­und Ausblick". 7.30 Uhr abends: Ingenieur Otto Schweizer: Die fried Hartmann: Quellen der Kraft". 3. Vortrag. Rückblick Bedeutung der Gewerkschaften für Volk und Staat. 8.10 Uhr abends: Direktor Friedrich Georg Knöpfke  : Zwei Jahre deutscher Rundfunk 8.30 Uhr abends: Sendespiele. Abteilung Schauspiel. Leitung: Alfred Braun  . Spielzeit 1925/26. 3. Veranstaltung. Zur Feier des Geburtstages der Funkstunde Das Drama der letzten 80 Jahre". 2. Abend( Strindberg- Wedekind). Der Holländer", von August Strindberg  ( Erstaufführung) in zwei Akten. Der Holländer: Theodor Loos  ; die Mutter: Ilka Grüning  ; Ukko: Hugo Döblin  ; Lilith  : Liselotte Denera. Der Kammersänger". von Frank Wedekind  , in einen Akt. Gerardo, k. k. Kammersänger: Alfred Braun  ; Frau Helene Marowa: Johanna Hofer  ; Professor Dühring: Meinhart Maur  ; MIG Isabel Coeurne: Eva Holberg: eine Klavierlehrerin. Müller. Hotelwirt: Alfred Fischer. Ein Hoteldiener, ein Liftjunge, Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sport­nachrichten, Theater und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanz­musik.

Schüffe und Steinwürfe auf fahrende Züge. Ein Aufruf an das Publikum.

In lezter Zeit ist wieder häufiger beobachtet worden, daß auf fahrende Züge geschossen oder mit Steinen geworfen wurde. Die Reichsbahndirektion Berlin   bekämpft diesen Unfug mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln. Sie hat besondere Streifen von Eisenbahn- und Polizeibeamten zur Ermittlung der Täter gebildet. Alle Fälle werden auch einer be­sonderen Kriminalstelle beim Polizeipräsidium zur weiteren Nach­forschung gemeldet. Die Schulleitungen sind angewiesen, die Kinder auf das Verwerfliche derartiger Handlungen aufmerksam zu machen, ihnen das Werfen mit Steinen und Bällen sowie den Gebrauch von Schleudern und Luftbüchsen in der Nähe von Eisenbahnfahrdämmen zu verbieten und etwa ermittelte Täter in strenge Schulstrafe zu nehmen. Alle Maßnahmen haben aber wenig Erfolg, menn nicht auch das Publikum sich an der Ermittlung der Täter beteiligt. Die Reichsbahndirektion Berlin   gewährt für die Namhaftmachung derartiger Täter Belohnungen bis zu 1000 RM. Das Bublifum wird daher dringend gebeten, die Eisenbahn in dem Be­streben, dem Unfug zu steuern, weitestgehend zu unterstützen.

Achtung! Stadtverordnetenfraktion!

Heute, Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, Sigung der Fraktion im Zimmer 109.

Selbstmord eines Potsdamer   Regierungsrates. Eine Tragödie Die Gattin des dort wohnenden 42jährigen Regierungsrates hat sich gestern im Hause Stadtheide 25 in Potsdam   zugetragen. v. Dallwit tam gestern nacht aus Oberschöneweide   zurück und fand, als sie ihr Wohnzimmer betrat, an einen Spiegel gesteckt einen Bettel mit der Aufschrift: Vorsicht, Gashahn offen!" Frau v. D. eilte in die Küche und fand dort zu ihrem Erstaunen ein Ruhebett vor den Herd geschoben. Auf diesem lag der Regierungs­rat mit einem Gasschlauch im Mund tot da. Die Leiche ist beschlagnahmt worden. Der Verstorbene war beim Versorgungs­gericht in Potsdam   tätig und sollte versetzt werden.

Laubeneinbrecher. Unter falscher Flagge fegelten zwei 2aubeneinbrecher, die die Stolonien im Südosten Berlins  unsicher machten und fürzlich mit großer Beute abgefaßt wurden. Der eine nannte sich Robert Horning, der andere Schüß. Der Er­fennungsdienst der Kriminalpolizei entlarbte jezt Horning als einen Franz Geisen und Schüß als einen StarI rause, der auch schon länger gesucht wurde. Der wirkliche Robert Horning lebt als unbescholtener Mann in Dortmund  , wo ihm seine Papiere gestohlen worden sind.

Ein schwerer Straßenunfall ereignete fich am Mittwoch nachmittag gegen 5 Uhr vor dem Hause Bringen str. 19. Dort wurde der 16 Jahre alte Hausdiener Kurt Reichling, Urban­ftraße 33, von einem Straßenbahnwagen der Linie 41 erfaßt und überfahren. Durch einen unglüdlichen Zufall kam der junge Mann, der sich auf dem Heimweg mit seinem Fahrrad befand, in die Schiene, verlor bas Gleichgewicht und stürzte um. Straßenbahnführer fonnte seinen Wagen nicht rechtzeitig zum Halten bringen und überfuhr den Verunglückten. Mit schweren Verlegungen wurde er in das Krankenhaus am Urban ge­bracht, wo sofort der linte Fuß amputiert werden mußte. Der junge Mann liegt in sehr bedenklichem Zustande danieder.

Der

Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Sonntag, ben 15. November; Rheinische Rebellen" im Staatlichen   Schiller- Theater. Preis pro Karté  1.20 R., Seleiderablage und Theaterzettel frei. Broletarische eierkunde am Sonntag, den 8. November, im Großen Schauspiel­haus, Starlfirage: Die Revolution". Preis der Einzelfarte 1,20 m., im Abonnement alle fünf Veranstaltungen 4 M. Die noch ausstehenden Zeichnungslisten müssen schnellstens zurüdgereicht werden. Am Sonntag, ben 1. November, abends 8 Uhr, lieft der Arbeiterdichter Heinrich Lerich aus eigenen Werfen in der Aula des Andreas- Realgymnafiums, Koppenstr. 76. Preis pro Karte 50 Pf., zu haben im Bureau des Bezirksbildungs­ausschusses, Lindenftr. 3, of II, 2 r. Karten für die Städtische Oper zu ermäßigten Preisen für Freitag, den 30. Dttober, Montag, den 2. und Dienstag, den 3. November.

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Museumsführungen. Sonntag, 1. November, 10 Uhr vormittags, finden amtliche Führungen im Alten Museum  ( Hildesheimer Silberfund  , Dr. Köfter) und im Staiser Friedrich Museum( Deutsches Barod, Direktor Demmler) ftatt. Bulaßkarten zu je 50 Pf. find vor Beginn der Führungen am Eingang ber betreffenden Museen in beschränkter Anzahl erhältlich.

Das Bolfsbildungsamt Reinidendorf veranstaltet am Freitag, ben 30. DI­Mozart, Weber, Mendelssohn- Bartholdy u. a., sowie die Ballade für Sprechs tober, abends 7%, Uhr, in Hermsdorf  , Restaurant Bellevue, ein Konzert des Mozart- Jugendchors. Bum Vortrag gelangen vierstimmige Chöre von or Der Glodenguß von Breslau   und heitere Deklamationen.

Englisch  , Französisch, Spanisch. Anfang November beginnen in der Sprachenschule für Broletarier die lezten der diesjährigen fremdsprachlichen Kurse in Englisch  , Französisch und Spanisch sowohl für Anfänger als auch für Teilnehmer mit Vorkenntnissen. Der Unterricht findet möchentlich einmal abends in Schulen des Zentrums und auch in Neukölln statt. Un­meldungen für das Zentrum Berlins   heute abend von 6-8 Uhr in der Schule Gipsstraße 23 a( nahe Bahnhof Börse und Alexanderplat  ), für Neuton abends von 6-8 Uhr im Lhzeum Richardplay( Seiteneingang). Orgelfonzerte im Dom. Das nächste Drgellonzert von Prof. Walter Fischer findet am Donnerstag, den 29. Dltober, 8 Uhr abends im Dom statt. Es wirken mit Hilde Beyer, Sopran, und Prof. Adalbert Gutom bon der Staatsoper, Bioline. Programm 50 Pg., berechtigt zum Eintritt.

Die europäische   Fahrplankonferenz.

In der vergangenen Woche fand im Ha a g die europäische Kon­ferenz zur Beratung des Fahrplans für das Jahr 1926 statt. Es waren dabei die Eisenbahnen Europas   fast ohne Ausnahme ver­treten. Bereinbart wurde, wie die Reichszentrale für Deutsche   Ver­fehrswerbung erfährt, u. a. die Einlegung eines neuen Bajel und Hamburg  - Berlin   über Göttingen   an Stelle täglich vertehrenden Schlafwagenzuges zwischen des Standinavien- Schweiz- Expreßzuges; die Einlegung eines neuen Luruszugpaares Paris   Berlin   Warschau  ; Wieder­aufnahme des früheren Nord- Expreßzuges dreimal in der Woche; die Schaffung einer neuen Nachtschnellzugverbindung Brag­München mit Anschluß nach und von der Schweiz  , sowie eines neuen Tagesschnellzugpaares Paris   München   mit Durch­gangswagen nach und von Salzburg  . Die nächste europäische   Fahr­plantonferenz soll in Deutschland  , und zwar im Oktober 1926 in Baden- Baden   stattfinden.

hier eingetroffenen Meldung ist der deutsche   Dampfer, abel. Ein deutscher   Dampfer gestrandet. Nach einer aus Yokohama  

land

an dem Wellenbrecher von 9otofuta gestrandet. Der Bug des Schiffes ist eingedrückt, und Raum I steht voll Wasser. Schlepper und Leichter befinden sich an der Unfallstelle.

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