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Gewerffchaftsmitglieder in den Betrieben davon Informieren und den Versuch unternehmen, fie z veranlassen,

in den Mitgliederversammlungen der SPD. , der Gewerkschaften und des Reichsbanners über dieses Unternehmen der Einheits­fomitees bei den genannten Organisationen zu diskutieren, domit die Mitglieder von ihnen weiter verlangen, daß sich die Bartei, das Reichsbanner und die Gewerkschaften der Gefamtaftion anschließen.

III. Einberufung der fonftituierenden Konferenz. Sind diese Borarbeiten unter I. und II. getroffen, dann muß die Berwaltungsbezirfsleitung an die Borbereitung einer fonftitutionie renden Ronferenz herangehen. Zu dieser Konferenz müffen ein geladen merden:

a) die Unterausschüsse der Gewerkschaften, SPD., Reichsbanner­leute, die sich zur Beteiligung bereit erflärt haben, Roter Front­fämpferbund, Roter Jungsturm, Internationale Arbeiterhilfe, Rote Hilfe.

der Fürsten angehören..

b) alle Organisationen, die dem Reichsausschuß für Enteignung Unter c) und d) folgt eine Aufzählung von Organi. fationen, die gleichfalls eingeladen werden sollen, darunter fämtliche Arbeitersportvereine, christliche Gewertschaften, Hirsch Dundersche Gemertschaften, Kolonialmaren händler, Bäckermeister usw. Auch die Erwerbslosen sollen Einheits fomitees bilden. Weiter heißt es dann:

Es ist nicht immer erforderlich, daß unsere Genossen zahlenmäßig in diesen Ausschüssen die Mehrheit haben, sondern daß sie tatsächlich die Führung desselben haben, und daß aus biejen Gründen die besten Genoffen des Berwaltungsbezirtes, der Jugend, des RFB., des Jungfturms ber Roten Hilfe, der J2 Dom JB., oder wo wir sonst noch Einfluß haben, als Ausschuh­vertreter gewählt werden. Die fleinbürgerlichen Vereine und Mittelparteien fönnen bei einer guten Auswahl unserer Kräfte die Don uns bezogene Linie dadurch nicht verbauen, morauf besonderes Gewicht gelegt merden muß, so daß im Gegenteil diese Gruppe, selbst wenn sie in der Mehrheit ist, unter unsere Leitung und Führung fommen muß.

Die Frage der Fürstenenteignung ist für uns die Frage, um weiter geftedte ziele, bei denen der Stimmzettel nur als agitatorisches Hilfsmittel in Betracht kommt und als Gradmesser unserer Stärke dient. Das muß von unseren Genoffen, die sich vor der Konferenz eingehend besprechen müffen, genau beachtet werden.

3u sämtlichen Konferenzen dieser Organisationen ist jeweils pon der Bezirtsleitung ein Referent anzufor bern. Bereits zur ersten Konferenz müssen die Richtlinien, die noch vom Sekretariat für alle Verwaltungsbezirke herausgegeben werden, vervielfältigt, für alle Konferenzteilnehmer vorgelegt werden und darüber Beschluß gefaßt werden,

daß man die Teilnehmer verpflichtet, in ihren Mitglieder­versammlungen sowohl die ganze Fürstenenteignungskampagne wie auch die Richtlinien zu befprechen,

um so in allen Organisationen eine politische Auseinander. sezung um diese Kampagne herbeizuführen. Den auf der Ron­ferenz erschienenen Organisationsvertretern ist der Vorschlag zu unterbreiten, in ihren Mitgliederversammlungen Vertreter des Aus schuffes für den Bolfsentscheid referieren zu laffen. Dadurch ist es uns möglich, in den Reihen ihrer Organisationen erheblichen poli­tijchen Einfluß zu gewinnen,

IV. Bildung des engeren Ausschuffes. Hier wird festgelegt, daß aus der Konferenz ein engerer Ausschuß gewählt werden fell, in dem 10 Kommunisten 3 Ber. tretern anderer Organisationen gegenüberstehen sollen. Der Ausschuß foll geleitet werden von dem politischen Leiter und dem Organisationsleiter der kommunistischen Organisation.

V. Tätigkeit des Aktionsausschuffes.

Ueber die besondere Tätigkeit der Aktionsausschüsse werden noch Richtlinien herausgegeben, die ganz konkret die einzelnen Auf gaben sowohl für den engeren als auch für den Gesamtausschuß aufzeichnen... Die Berwaltungsbezirtsleitungen milffen neben diesen Anleitungen den Berhältniffen in ihren Bezirten Rechnung tragen und das Borstehende einschränken oder erweitern, je nachdem wie es den Verhältnissen in ihrem Verwaltungsbezirk entspricht. Mit fomm. Gruß

Bezirksleitung Berlin- Brandenburg. Bol Abtlg.

Exzesse."

Theater in der Königgräger Straße Keine Herausforderung, Verlangen nur des Theaterdirektors, der Masse, ach, der Masse, die nicht kommen will, einen lockenden Bissen hinzuwerfen. Als die begeisterten Jungdeutschen vor etlichen Monaten Bronnens Erzesse" fonntäglich und vor einem aus. gefuchten Barfett spielten, prügelte man fich. Die Polizei betain zu tun. Nun soll wieder Standal werden. Kopf foll man stehen und fich raufen. Literatur hin, Literatur her, Hausschlüsselmusik und Pfeifen von schriller Großartigkeit wirkten auch diesmal mit. Aber schon fann bemerkt werden, daß die Sache, die man austragen will,

an ihrem Attualitäts- und Radauwerte verlor. Leute, die am Abend so unvorsichtig sind, sich an der Kaffe ein Billett zu taufen, find fritischer. Sie halten auch Haus mit Beifall oder Tadel. Nun, man tobte auch in der Königgräger Straße, doch im allgemeinen befestigte fich der Eindruck, daß dieses Jugendstück Erzeffe" beinahe perrostet und verschüttet ist. Was noch tommen will und noch tommen fann nach diesem Stüd Bronnens, das überlegte man viel cifriger, als daß man sich mit attivem Interesse an den Dingen auf der Bühne beteiligte. Man fann eben auch toben, wenn man fich in Leichenstimmung befindet.

Die Erzeſſe" sind ein Lustspiel, das dieſen Namen nicht ganz verdient. Es ist dreckiges und findisches Gemisch. Ein bißchen Burleste, vom Tingeltangel gebort, Stettiner Sänger oder auch Folies Caprice in der Elsasser Straße, wo man einen starten Tobat gewöhnt ist. Dazu noch Herrenabendfomit, wenn etwa die Turner Don Rottbus fich schwarzweißrot erluftigen und ein Dußend Bier. jungen ausgefoffen haben. Man denkt daran, daß auch im Bariser Burstl- Theater, wo die Mädels von der Straße und die hohe Diplomatie der orientalischsten Erotit gleichmäßig verwandtschaftlich verfehren, mit den Liebesdingen, die immer Unterleibsdinge bleiben müssen, derartig umgegangen wird.

Zunächst ist in dem Dramatiker, um den Deutschland auch 1926 mit Fanfaren und Maulschellen fämpft, gar feine andere Regung, als der Konkurrenzneid auf diefe 3ötchenmacher. Der Konkurrenz­neid ift übrigens berechtigt. Denn solche Sachen ziehen immer. Und auch Bronnen ist viel fympathischer bei dieser Arbeit, als dann, wenn er ernsthaft das Leben befingert.

Soweit das fommunistische Rundschreiben. Die Arbeiter schaft weiß jetzt, was die Kommunisten wollen. Sie sollen unvermerkt und mit List in eine fommunistische Dr. ganisation hineingezogen werden. Es erhebt sich aber auch die Frage, in welder verbindung der Ausschuß für den Boltsentscheid zu diesen kommunistischen Plänen steht. Der Absatz des Rundschreibens unter III ruft den Berdacht hervor, daß dieser Ausschuß von der Kommunisti­fchen Partei ebenfalls als 3 er störungszelle gegen die Sozialdemokratische Partei gebildet worden ist, und unter fommunistischem Einfluß steht. Hierüber muß der Ausschuß vollständige Klarheit schaffen.

Der Beitritt zum Völkerbund.

Beratungen im Auswärtigen Ausschuß.

Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages beriet heute ver­miffag über den ihm vom Reichstag überwiesenen deutſchnationalen mittag über den ihm vom Reichstag überwiesenen deutschnationalen Antrag, der den Eintritt in den Böllerbund von der Erfüllung einer Reihe von Bedingungen abhängig machen will. Nach einer Rede des Reichsaußenministers Dr. Stresemann wurde in die Disfuffion eingetreten, in der als erster der deutschnationale 2b. geordnete Hoetzsch das Wort ergriff. Nach Abschluß der Be­ratungen im Auswärtigen Ausschuß, die sich voraussichtlich auch noch auf den morgigen Bormittag erftreden werden, wird das kabinett zur endgültigen Beschlußfaffung zusammentreten. Es ift nach Lage der Dinge nicht daran zu zweifeln, daß fein Be­fchluss auf fofortige Anmeldung zum Bölferbund lauten

wird.

Fememorduntersuchung im Reichstag.

Aufstellung eines Arbeitsplans.

Der Fememord- Untersuchungsausschuß des Reichstags hielt heute feine erste Sigung ab. Der Borsigende, Abg. Schetter( 3tr.), mies bann auf den wesentlich politischen Charakter des Ausschusses hin und richtete an die Mitglieder die Bitte, die politischen Gegen­fäße möglichst zurückzustellen und fachlich zu verhandeln. Der Bor igende betonte weiter die dreifache Aufgabe des Ausschusses: Unter­fuchung der Femeorganisationen, der Fememorde und der sonstigen nächst Materialbeschaffung zur Beurteilung, ob überhaupt ftrafbaren Handlungen. Er entwidelte dann einen Arbeitsplan: Zu Femeorganisationen bestanden haben, ob Fememorde vorgekommen sind und ob und wie die eventuell vorhandenen Femeorganisationen im Zusammenhang stehen, und welche strafbaren Handlungen fonft vorgekommen find. Zu diesem Zwede werbe man fich an die Re gierung zur Ueberlassung von Material menden müssen, das man selbstverständlich noch ergänzen müsse. Man müsse vor allem das gesamte Material der Staatsanwaltschaft haben, alle Aften, in denen Fememorde Gegenstand der Untersuchung waren, Dann müsse das Material durch einzelne Berichterstattet studiert werden, und schließlich müsse die Aufrollung einzelner Fälle von dem besonderen Interesse zweds restloser Aufklärung der politischen Motive erfolgen.

Abg. Schneller( Komm.) schlägt vor: 1. Behandlung des Tatsachenmaterials über Fememorde, Einstellung des Ber fahrens in tontreten Fällen; 2. Untersuchung besonders traffer Einzelfälle, wie z. B. des gestern in Moabit ver handelten Falles Panier und des Medlenburger Falles: ob etwa völlische Organisationen oder sonstige Organisationen in Frage tommen, z. B. der in der Deffentlichkeit erwähnte Stahl. die Unterstügung gewährt haben; 4. Die Stellung der Behörden heim; 8. Aufflärung der Frage über die Geldgeber, zu den Femeorganisationen; 5. Untersuchung über den Gang des Verfahrens und 6. Unterfuchung der er folgung der Fememorde durch die Gerichte,

Abg, Scheidemann ( Soz.) hält die Materialbeschaffung vor allem vom Ministerium des Innern, vom Auswärtigen Amt und vor allem von der Reichswehr für erforderlich. Besonders werde man sich mit dem geradezu hermetischen Ausschluß der Deffentlichteit im Moabiter Fememordprozeß zu beschäftigen haben.

Abg. Landsberg( Soz.) schlägt zunächst die Beschaffung des gesamten Materials vor, und zwar ohne Beschräntung auf preußisches Material, und dann erst Aufstellung eines Arbeitsplans. Abg. Baeder( Dnat.) tritt diesem Vorschlage bei; dann werde man die einzelnen Berichterstatter bestellen müſſen.

in die Herzen hineintritt. Die Idee des Bierulfs ist ja ganz pfiffig eingefädelt. Jede Biermimit und alle Boffen der Stettiner Sänger und der Montparnasse - Komödien von Baris franten daran, daß die Fortseßung nicht hält, was die pfiffige Idee versprach. So ent schließen sich die Komödianten, aus eigener Kraft den Ult zu be ftreiten. Dagny Servas macht die entzückendsten Anstrengungen, Komit, aber auch zuderfüß, einen Berliner Jungen. Allen, die an um die Geilheit zu verebeln, und Rurt Bois mimt mit padender der Boffe beteiligt find, den Bantbonzen, den Kommis, den ironischen eibtrampeln und schließlich den herrlichen Stenotypistinnen und Liebhaberinnen, hat der Regiffeur Heinz Hilpert einen zünden­den Furor eingeblasen. Ueber die Schauspieler amüsiert man fidh, weiß man auch mit dem Tegt, den sie sprechen, oft gar nichts anzu fangen. May Hochdorf.

Coueismus.

Der ffeine Apothefer Coué in Nancy ist ein fluger Mann. Er weiß, daß die Krankheiten unserer Zeit die ganze Stala von Hysterie und Neurasthenie beherrschen. So prägte er feine Formel: Es geht mir von Tag zu Tag in jeder Hinsicht immer besser und beffer, und verspricht denen Hilfe von allen Uebeln, die sie gläubig zwanzigmal morgens und abends, die Betonung auf in jeder Hinsicht", an den Knoten eines Bindfadens abzählen. Nicht der Wille, fendern die Bhantafie, die im Unbewußtsein wirkt, soll heilen. Man berichtet von Wunderfuren aus Nancy.

an­

Daß der Vortrag eines Schülers und Jüngers von Coué auch in Berlin sein Bublifum finden würde, war vorauszusehen. Der Klindworth Sharmenfa Saal war zum Bersten voll. Eine interessante Mischung. Frauen mit verzückten Augen schon vor Beginn des Vortrages, lyrische Jünglinge, deren Ertase in ihren langen Haaren liegt, ältere Dimen, die unzweifelhaft der schon als ausgestorben gemeldeten Gattung der alten Jungfern gehören. Dann aber auch gute Bürgerlichkeit, Intellektuelle. Der Bortragende Leon Hardt erläuterte die Lehre Coués, den Ginn feiner Formeln. Massensuggestionen, wie Coué in Nancy fie ausführte, find in Deutschland verboten. Also demonstrierte er nur Autosuggestion. Ein Knopf an einem Bindfaden, einem der Hörer in die Hand gegeben, pendelte nach Wunsch in der Geraden AB oder der dazu sentrechten CD. Kopfschmerzen einer Hörerin ver schwanden. Dann fragte Hardt nach Stotterern im Saal. Natürlich Troßdem ja trobem lebt etwas in Bronnen, das wieder meldete sich feiner. Auf gütliches Zureden ging schließlich eine neugierig auf feine Rufunft macht. Seht doch, in diesem Birrwarrjunge und hübsche Dame verlegen aufs Bodium. Wie heißen Sie?" von nichtsfagenden Kalauern und Suff- und Geilheitszenen findet Stopischütteln. Den Sag: In Amerita gibt es vier Städte namens fich die Szene, in der Fräulein Schnide die Welt antlagt, daß fie Heidelberg " fagte fie ebenfalls nicht; vielleicht, weil er ihr zu un­schlecht und ungerecht fei. Fräulein Schnicke ist die geborene Belf wahrscheinlich erschien. Also den Anfang der Glode". Nein." heit und Altiungferlichkeit. Der Dichter tafelt fie tragikomisch auf, Können Sie überhaupt nicht sprechen?" ,, Nein. ,, Sie können und das gefinat ihm prächtig. Mit einem Schlag fehen wir eine jest spreden; denten Sie sich: ich fann jest sprechen, und wieder. famole Groteste. wir merten Satire und einen großen Rua, fünf holen Sie den Sag: In Amerifa Sehr leise, aber ohne Minuten lana. Fünf Minuten in zwei Stunden. Langweiligkeit oder Schwierigkeit floß er von den Lippen. Es handelte sich also lediglich Gleichsauftiateit. Auch das ist schon etwas. Also, immer noch hoffen, um eine nervöse Sprachstörung. Der Saal war ob des Wunders" nicht bloß schelten! entzudt.

Alles andere in diefem Stud müffen bie Schauspieler beforgen, und fie beforgen es. Man weiß. fie follen jenes verliebte Bant perfonal spielen, das in Bozen und Stralsund wirft und dorten verschiedentlich in die Betten, unter die Betten, in den Lotus und

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Der Borsigende melt auf die den Ausschuß nem Blenuse zurgewiesene Aufgabe hin, die einzelnen Fememorde und die Drganisationen zu untersuchen. Man tonne feine Aufgabe daher nistischen Antrage liegenden Arbeitsplan über die Aufgabe des nicht erweitern. Abg. Graef( Dnat) hält den, in dem kommu Ausschusses meit hinausgehend. Da merde man fünf oder sechs Unterausschüsse einfegen müssen, die jahrelang zu untersuchen hätten. Eine folche Uferlosigkeit der Untersuchung müsse vermieden werden. Hierauf wird folgender Antrag zum Beschluß erhoben: Der Borsigende wird beauftragt, zweds Beschaffung des Materials mit den Ministerien des Reiches und der Länder in Ber bindung zu treten und dem Ausschuß baldmöglichst das herbei­geschaffte Material vorzulegen, insbesondere die Artem über die rechtsträftigen Berurteilungen und eingestellte Berfahren.

Städteordnung vor dem Landtag.

Der Bandtag überwies heute ohne Aussprache den Zentrums antrag Dr. Borich auf Borlegung einer Denfschrift über den Stand der Sedlandfultivierungen und Bereitstellung weiterer Mittel zur Förderung der privaten Siedlungen sowie den gemeinsamen An­trag der bürgerlichen Barteien auf Anerkennung der in Ober ichlesien durch Aufruhr und Poleneinfuhr verursachten Schäden als Reichsschuld und über die Beschleunigung der Entschädigungs­zahlungen der Ausschußberatung. Die Große Anfrage Bord( Dnail.) über die Behandlung des Polizeihauptmanns Bender und des Polizeie in öffentlichen Bersammlungen geht gleichfalls ohne Aussprache an oberleutnants Nagel wegen ihrer Stellungnahme bei Ausführungen den Hauptausschuß. Hierauf beginnt das Haus die zweite Beratung der neuen

Städteordnung.

Abg. v. Ennern( D. Bp.) gibt als Berichterstatter. einen Rüdblid auf die bisherigen Berhandlungen des Entwurfes, der den per floffenen Landtag fehr ausführlich beschäftigt habe und schließlich in der von diesem beschlossenen Ausschußfaffung als Initiativantrag vom Zentrum vor den neuen Landtag gebracht worden sei. Der Redner gebentt des Hinscheibens des früheren Berichterstatters Dr. Breuß, das eine empfindliche Lüde in die weiteren Beratungen geriffen habe.

Wendische Aktion.

Laufizer Abordnung beim Bölkerbund. in der Baufis sich zusammengefchloffen und einen Wendischen Dresden , 3. Februar. ( Mtb.) Zu der Nachricht, daß die Wenden Boltsrat gebildet haben, teilt die Dresdner Boltszeitung" mit, baß es bei dieser Gründung eines wendischen Barlaments, deisen Mitglieder nicht gewählt, sondern ernannt find, nicht geblieben ist, sondern daß der Boltsrat bereits eine eigene Bertretung nach Genf gefchickt hat, um dem Böllerbund Wünsche vorzubringen. Die Ab­orbmung fegte fich zusammen aus dem radikalen Führer, Landtags­abgeordneten Ernst Barth aus Briefing, dem Juftigrat Dr. Her mann aus Baußen und Raufmam Loren aus Beißwasser. Dr. Hermann soll sich in Genf nicht als aus Baußen tommend vor gestellt haben, sondern aus Budnschin". Bereits im Frühjahr 1919 reifte Ernst Barth nach Baris und meldete der Friedenskonferenz Ansprüche des mendischen Nationalausfchuffes an. Die wendischen Forderungen find jedoch, trop gewisser Unterstützung von Brag aus, abgelehnt morden.

Die faschistische Wissenschaft.

Universität von Floreng verlangten die Ablegung des Rettors

Rom, 3. Februar. ( BIB.) 400 Studenten in der Aula der

der Universität mit der Behauptung, daß er fein guter Faichi it feis Der Rettor erflärte, daß er auf Grund der letzten Borfälle in der Studentenschaft bereits feine Entlassung in Rom einge­

reicht habe, ebenso der Dekan der medizinischen Fakultät, Senator Luftig. Nach dem Corriere d'Italia" erwartet man die Ent­laffung weiterer Professoren, die nicht faschistisch ge= finnt find.

Wofür fie Gelb haben.

Rom , 3. februar.( BTB.) Der Ministerrat billigte zunächst den über das Londoner Bericht des Finanzministers Graf Volpi Schulbenabkommen. Sodann wurden für die Aufbesserung der Offiziersbezüge 65 millionen Lire bereitgestellt.

| macht haben. Das ist sehr glaubhaft, da jeder Arzt weiß, wie sehr die seelische Berfaffung der Lungentranten auf ihr Krankheitsbild Einfluß hat. Aber einer großen Zahl der Anwesenden schien Hardt jetzt als Bunderdoftor. In schriftlichen Fragen, die man ihm in der Bause aufs Bult legte, erfundigte man sich nach Formeln, sich zu verjüngen, Eifersucht zu heilen, Liebe oder Klugheit zu erwecken, furz, neben den Hilferufen Berzweifelter enthielt bas Zettelpädchen alle Auswüchse menschlicher Dummheit. Gegen die fämpft aber auch der Cuéismus vergeblich.

Tes.

Die Hilfsaffion für die deutsche Künstlerschaft. Nach den Mit­teilungen, die dieser Tage im Landtagsausschuß gemacht wurden, soll das für eine Hilfsaktion zur Verfügung stehende Kapital von

Million als eine Art Stiftung erhalten bleiben, und nur die Binfen sollen verteilt werden, das find für dieses Jahr 50 000 m. Die Unterstüßungsgefuche find bis zum 15. Februar bei den preußi fchen Gauverbänden bes Reichsverbandes bildender Künstler einzu­reichen. 3wed des Darlehens ist die Aufrechterhaltung der beruf­lichen Tätigteit. Neben der wirtschaftlichen Notlage soll vor allem die fünstlerische Tüchtigkeit, nicht die Zugehörigkeit zu einer Richtung ben Ausschüssen, die die wirtfachftlichen Künstlerverbände möglichst im oder Gruppe in Betracht gezogen werden. Die Entscheidung liegt bei Einverständnis mit den Rünstlervereinigungen bilden, und im Be­ichwerbefalle beim Miniſter. Es besteht Aussicht, daß diele bisher nur von Preußen und Bayern eingerichteten Darlehenstaffen auch von den anderen deutschen Ländern eingeführt werden; aus diesem Grunde wird nicht die Staatsangehörigkeit, sondern der Wohnsiz berücksichtigt.

Die Bibel als Zeitungsroman. Wenn es dem europäischen Leser schon seltsam erschien, daß die amerikanischen Zeitungen im ver gangenen Jahr in ihren Leitartikeln dem amerikanischen Bolle det Unterschied zwischen Fundamentalisten" und Modernisten" in der Bibelauslegung farmachten und anläßlich des Affenprozesses der gleichen Streitfrage noch größeren Raum widmeten, so lieft er jetzt mit heiterem Staunen die Nachricht, daß zahlreiche Zeitungen von nun an täglich eine biblische Geschichte in Fort Der Gedante geht von dem egungen bringen werden. Breß Radio Bible Service aus, dem früheren Burud- zur­Bibel Bureau"; dieser Pressedienst will an mehr als tausend Tages zeitungen die gesamte biblische Geschichte fostenlos zum Druck liefern. Nach den Schägungen des Bureaus werden, bei täglicher Fort­fegung zweiundeinhalb Jahre nötig sein, um die ganze biblische Ge­ichichte zu bringen. An einer Ausdehnung auf Wochenblätter und Handelsberichte fowie Radio- Programme wird eifrig gearbeitet.

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Cuffpietheus. Die Premiere des Luftfpiels Didy von Armont und Gerbidon wird am Sonnabend, den 6., stattfinden.

Megilanliche Ausstellung Bom 3. bis 14. Februar findet im Großen ustellung der Malerin Trube Neuhaus hatt, welche neben einer großen Lichtboi des Stunstgewerbemuseums, Pring Albrechtstraße 7, eine Anzahl von Delgemälden, Aquarellen, Boilstypen und Landschaften, von ber Künstlerin felbst ausgegrabene asterische Bögen und Gefäße, lomte Hande Uber Harbt zerstörte den Bunderglauben. Er zählte Rrant arbeiten, Malereien, Töpfereien und Bebearbeiten der Eingeborenen geigt. heiten auf, bei benen Couéismus müßte, andere, denen gegenüber Die neue Kunshandlung, Sauentienfrage 6, zeigt vom 3. Februar lis er nerjagte. Bei Lingentuberkulose foll man gute Erfahrungen da. 3. arg eine Ausstellung von Zeichnungen und Aquarellen von alice mit neben einer zweckmäßigen ärztlichen Behandlung getier

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