Jm handelspolitischen Ausschuß ging damals die Ueberzeugung ganz allgemein dahin, daß diese Lebensmittelzölle die dauernden Zölle bleiben würden, und daß es innerhalb des Jahres gelingen würde, in Tarifverhandlungen diese Sähe von 3 M. für Roggen, von 3,50 M. für Weizen usw. als die allgemein und dauernd gültigen Vertragsfähe zu ftabilisieren.
Daß das richtig war, wird ja am besten dadurch bewiesen, daß eine Reihe von Zöllen, die Vieh- und Fleischzölle, entgegen unserer bisherigen Handelspolitik als Minimalfäße festgestellt wurden. Da= mals bestand gar tein 3weifel, daß sie dauernde Verragssäge werden sollten. Wir hatten damals angesichts der pretären Lage unserer Vertragsverhandlungen eine Ausdehnung Der Frist auf zwei Jahre verlangt. Es wurde uns entgegengehalten, daß innerhalb des Jahres diese Handelsverträge icherlich geschlossen sein würden. Leider haben wir Recht behalten, ille diese Säge laufen am 1. August ab.
Nun sind in dem schwedischen Vertrag Lebensnmittelzölle hineingeschrieben worden, obwohl Schweden als landwirt chaftliches Importland an ihnen gar kein Interesse hat. Es war lediglich die innerpolitische Absicht der Regierung, an Stelle der Sätze, die bis zum 1. August galten, neue Säße in die Handelspolitik hineinzubringen. Und diese Säße bedeuten für Roggen eine Verdoppelung, für Weizen eine Erhöhung von 3 m. auf 6,50 m., für Vieh und Fleisch ein Hinausgehen über die in dem Gesetz festgelegten Minimalsätze.
Diese Minimalsäge für Vieh und Fleisch waren die Vertragsfäße, die In den Zollgesetzen des Fürsten Bülow geltendes Recht waren. Jegt geht die Regierung sowohl in den Getreidezöllen, wie in den Fleisch und Viehzöllen hinaus über die höchsten Säge, die jemals in Deutschland in Geltung gewefen find.( Hört, hört! bei den SozialDemokraten.) Es ist ein wesentliches Bedürfnis unserer bäuerlichen Wirtschaft, billige Futtermittel zu haben, und nach langen Kämpfen burde durchgesetzt, daß zwischen der Futtergerste und Braugerste differenziert werde. Wir haben den Ein- Mark- Zoll für Futterjerste und den Drei- Mart- 3oll für Gerste. Jezt ist der Gerstezoli inheitlich auf 5 M. feftgejezt worden.( Hört, hört! bei den Sozialemokraten.) Das ist eine Verfünffachung des Sakes ür Futtergerst e. Es ist ganz klar, daß gegen diese Verfünfachung gerade in bäuerlichen Kreifen eine Reellion eingetreten ist, die Sie allerdings überrascht.
Unsere Voraussage, daß der neue Tarif eine sehr schlechte Waffe ei den handelspolitischen Berhandlungen sein wird, hat sich durchaus bestätigt. Wir haben bisher Berträge mit den Staaten abgeschlossen, ei denen es außerordentlich leicht war, mit einer Ausnahme von Spanien , wo die Schwierigkeiten nur in der Agitation einer kleinen Intereffengruppe gelegen haben. Im vorigen Jahre ist uns immer rklärt worden, daß die Säße des autonomen Tarifs nur ein Instrument für die Verhandlungen sein sollten, es berde gelingen, dieses Niveau des Zollschutzes wesentlich zu ermäßijen. Bei den bisher abgeschlossenen Verträgen kann von einer Ers näßigung von Industrie- oder Landwirtschaftsartikeln für die breiten Raffen nicht die Rede sein. Weder ein erheblicher Industrie- noch in Landwirtschaftszoll ist ermäßigt worden. Gerade für die Bauern wäre netwendig gewesen, die Industriezölle bei den Berandlungen herunterzubringen, weil sie zu einem wesentlichen Teil Belastungen für sie darstellen. Das ist nicht geschehen.
Sie wollen jeht die durch die Industriezölle auf die Bauernschaft gelegte Belaffung durch Erhöhung des Agrarschutzes tompenfieren.
Nun wird jeßt gesagt, was hier geschieht, ist keine Angelegenheit ler inneren Politit, wir wollen eine neue Waffe für die fünftige Bestaltung der Handelspolitik haben, namentlich bei den Osttaaten würden diese Säge erniedrigt werden. Ich gebe zu, daß emiffe Handelsvertragsverhandlungen auch die mit Bolen außer rdentlich schwierig sind. Aber einen Gesichtspunkt müssen wir mit Der Schärfe hervorheben: in einem Zolltrieg gibt es feine Sieger, ondern nur Besiegte.( Sehr richtig! bei den Soz.) Und die biserige Entwicklung der Schäden, die sowohl Deutschland wie Polen rfahren hat, gibt mir recht. Ich hoffe, daß es jeẞt gelingen wird, achdem gewisse Aenderungen in der polnischen Belitik erfolgt sind, dese Vertragsverhandlnugen rascher zu fördern. Es ist das chlechteste Mittel, einen Druck auf einen Vertragsgegner uszuüben, indem man ganz allgemein Lebensmittelzölle festsetzt. Ich hätte mir denken können, daß man in Polen gesagt hätte: wenn hr uns die notwendigsten industriellen Zugeständnisse nicht machen pollt, dann können wir mit euch feinen Meistbegünstigungsvertrag chließen, dann werden wir die Agrarzölle differenzieren müssen.
An den 7. Volksbühnentag.
In Hamburg beginnt heute die Tagung
des Deutschen Boltsbühnenverbandes.
Eine solche Drohung hätte einen viel stärkeren Drud ausgeübt, als etwa die gleichmäßige Ansehung erhöhter Zölle.
Wie aber auch die Absichten der Regierung gewesen sein mögen, die allgemeine Erhöhung der Sätze bedeutet, daß den Agrariera gezeigt worden iff: es wird eine ganz neue Richtung der Handelspolitik eingeschlagen, das kompromiß vom Vorjahre ist erledigt.( Sehr richtig! bei den Soz.)
Die Wirkung dieses Vertrags auf die großagrarische Bevölkerung war denn auch die, daß auf den Zoll als das einzige Rettungsmittel immer wieder hingewiesen wird. Daß es sich bei diesem Vertrag nicht um ein augenblickliches handelspolitisches Mittel handelt, zeigt ia auch, daß ven Ihnen( nach rechts) der dänische Vertrag mit dem schwedischen Vertrag zu verfoppeln versucht wird. Dabei handelt es sich bei dem dänischen Vertrag um ein Feihandelsland, der uns im Grunde genommen gar keine Opfer auferlegt. Diese Berkoppelung, wonach Sie Ihre Zustimmung zum dänischen Bertrag als Druckmittel benutzen wollen, zeigt ja am besten, daß Sie ( Sehr wahr! bei den Soz.) Sie hoffen, die Bevölkerung würde, diese Sätze bereits als endgültige betrachten wollen. wenn die Sätze erst eine Zeitlang in Kraft treten, sich allmählich an die Teuerung gewöhnen.
Und nun appelliere ich an den Teil des Zentrums, der sich rühmt, breite Arbeitermassen im Westen zu vertreten: Ist es in diesem Augenblick überhaupt zu verantworten, daß die Neuregelung erfolgt? Die ganze deutsche Wirtschaft leidet unter dem ungeheuren Druck der Arbeitslosigkeit. Fürcherlich find die Zahlen in der Kurzarbeit. Der Tertilarbeiterper band weist nicht weniger als 51 Proz. Kurzarbeiter auf.( Hört! hört! bei den Soz.) Die Schuhmacher haben 37,4 Proz. und die Metallarbeiter 25,4 Proz. Kurzarbeiter.
Das bedeutet, daß der weitaus größte Teil unserer Arbeiterschaft heute überhaupt nicht den vollen Arbeitslohn bezieht, daß, wenn auch die Reallöhne nicht wesentlich heruntergedrückt werden konnten, doch das Arbeitseinkommen im ganzen in Deutschland ganz wesentlich zurückgegangen ist und die Arbeiterschaft ganz' unerhört leidet.( Lebhafte Zustimmung bei den Soz.) Die Erwartungen, daß wir im Sommer mit einer raschen Abnahme der Arbeitslosigkeit zu rechnen haben würden, sind in feiner Weise erfüllt worden. Gerade die Regenerationsvorgänge, die man auch als Rationalisierung bezeichnet, bringen eine längere Ar beitslosigkeit für große Schichten der Arbeiter fcha ft. Wenn es gelingt, in den jetzt im Betrieb befindlichen Zechen dasselbe oder sogar mehr zu fördern als früher in einer größeren 3ahl von Bechen , so bedeutet das, daß 40 000 bis 50 000 deutsche Bergarbeiter dauernd aus ihrer Beschäftigung herausgeworfen sind. In einer Reihe von Industrien gelingt es zwar bereits wieder zur Rentabilität der vorhandenen Betriebe zu fommen, aber die Aufsaugung der Arbeitslofen liegt noch in weiter Ferne.
Das bedeutet, daß die Last dieser Krise zu einem großen Teile von der deutschen Arbeiterschaft getragen werden muß. ( Lebhafte Zustimmung links.)
Was bedeutet unter diesen Umständen die, Erhöhung der Le bensmittelzölle für die Masse der Arbeitslosen? Eine fünfföpfige Familie bekommt im Höchstfalle eine wöchentliche Arbeitslosenunterstützung von 21 M. Ihre Ernährungskosten werden gegenwärtig auf etwa 24 m. wöchentlich geschäßt.( hört hört links.) Die Ernährungskosten bleiben also in der Woche um 3 M. hinter der Unterstützung zurück. Im vorigen Jahre wurde berechnet, daß die Zollbelastung 100 m. betragen würde, wenn diese Zölle in Kraft treten würden, bedeutete das eine weitere Steigerung von 50 M. Wir würden mindestens eine Erhöhung der Belastung für eine fünftöpfige Familie auf 150 m. jährlich durch diese Zölle haben. Das entspricht dem siebenten Teil der Arbeitslosenunterstützung den diese Familie bezieht.( Lebhaftes hört, hört links.) Können die Bertreter der Gewerkschaften ohne Unterschied der Parteien einer solchen Belastug zuzustimmen? Es fonnte doch kein ungünstiger Moment für eine solche Erhöhung gefunden werden als der jebige.( Lebhafte Zustimmung links.)
Ich gebe zu, daß im letzten Erntejahr eine schwierige Situation für jenen Grundbesig eingetreten war, der hauptsächlich Roggen und Kartoffeln baut. Aber auch hier sollte nicht übertrieben werden. Es ist richtig, daß die Preise niedrig sind. Uebersehen wird dabei aber, daß der Gesamternteertrag gerade in Bezug auf Roggen und Kartoffeln sehr bedeutend höher als im Jahre vorher war. Berechnet man den Gesamtertrag der Ernte, so wird man finden, daß der Gesamterlös aus den Getreidefrüchten in Deutschland nicht niedriger sondern um 8 Prozent höher als im Jahre
Holländer, die tschechoslowakischen, jugoslawischen und ungarischen Bühnenangehörigen und schließlich auch die Amerikaner und die Angelsachsen, fie alle haben mehr als den platonischen Wunsch aus gedrückt, die Arbeitsbedingungen ihrer Kollegen fennen zu lernen und aus dieser über die nationalen Grenzen hinausgehenden Sie unterzeichneten Schriftsteller, Künstler und Kritiker Kenntnis neue Grundfäße zu finden und zu entwidein, nach denen prechen mit einer Begrüßung des Volksbühnenfongresses ihren fünftig die gesamte Tätigkeit der Schauspieler auf wirtschaftlichem, Blauben an die durch die große Voltsbühnenbewegung mögliche Erfozialem und ästhetischem Gebiet geregelt werden soll. teuerung des Theatergedankens aus. Die Voltsbühnen haben nach inserer Ueberzeugung die kulturelle Verpflichtung, das Neue in der Bunft, das Zeitliche im Drama und die freiheifliche Gesinnung enthieden zu bejahen und das Konventionelle, Traditionsmäßige und Kleinbürgerliche zu verlassen. Nur wenn die Voltsbühnen diesen Beg gehen, kann das Ziel, das Theater dem Volke zurückzuge vinnen, und es wieder in den Mittelpunkt der Kultur zu stellen,
rreicht werden.
Beorg von Arco, Hans Baluschet, Mar Barthel, Johannes R. Becher, Julius Maria Beder,
Leonhard Frant, Oskar Maurus Fontana , Man red Georg, Heinrich George , Alexander Granach , Beorge Brofa. Arthur Holitscher , Friz Holl, berbert Jhering, Georg Raiser, Erwin Ralfer, Rudolf Kayser , Alfred Kerr, Käte Rollwig, Adam kuchoff, Rudolf Leonhard , Theodor Lessing , Erich Mühsam , Heinrich Mann , Gerda Müller , Erwin Piscator , Alfons Paquet , Hans J. Reh lisch, Bruno Schönlant, Anna Siemsen, Agnes 5traub, Bruno Laut, Ernst Toller , Armin T. Wegener , Alfred Wolfenstein , Paul 3ech, Heinrich Bille.
Internationaler Schauspielerkongreß.
Zum ersten Male, seitdem überhaupt die Theatergeschichte vor ich geht, fommen die Schauspieler aus der ganzen Welt zu einem Rongreffe zusammen. Es sind wirklich nur die Schauspieler, d. h. die Rünstler, die durch ihr Schicksal und ihr Talent, aber auch durch ihre wirtschaftliche Stellung abgerückt find von den eigentlichen Geschäftsintereffen der Theaterunternehmer, und die nur daran denken wollen, in Gemeinsamkeit und Freundschaft ihren Kameraden auf der ganzen Erde ein anständiges Leben zu gestalten. Bevor also dieser Internationale Schauspielerkongreß in Berlin überhaupt zusammenfam, meldeten sich einige Unglückspropheten und meinten, baß gerade unfere schwere Beit jeden einzelnen Rünstler in seine Nation zurückdrängt. Man müsse zunächst dafür sorgen, daß der Schauspieler im Lande das farge Brot habe. Solange dieses schwierige Problem nicht gelöst sei, habe man fein Recht, internationale Berbrüderungsfefte abzuhalten.
Nun, der erste Tag der Verhandlungen hat sogleich gezeigt, daß es fich wirklich nicht nur um eine inhaltlose Festerei handelte. Die Schauspieler Frankreichs , die Bühnenkünstler Standinaviens, die
Es war selbstverständlich, daß der erste Tag des Kon gresses mit feierlichen Ansprachen begann. Der deutsche Innenminister Külz nahm die erste Internationale Schauspielerfonferenz unter das Batronat der Reichsregierung. Und nach dem Bräsirenz unter das Patronat der Reichsregierung. Und nach dem Präsi denten der Deutschen Bühnengenossenschaft, Gustav Ridelt, dankten In- und Ausländer dafür, daß sie Gelegenheit hatten, an der Entwicklung jener Arbeit teilzunehmen, die der Theaterkunft eine moralische, wirtschaftliche und ästhetische Zukunft zu weiteren Perspektiven vorbereiten möchte.
und
Die Männer der Regierung und der Berliner Stadtbehörde, Kultusminister Beder Oberbürgermeister B3B waren sichtlich froh, sich in ästhetischen und fulturpolitischen Betrachtungen bei den an die ausländischen Gäste gerichteten Begrüßungsworten gefallen zu dürfen. Gie ahmten bei der feierlichen Begrüßung der Konferenz das Beispiel des Außenministers Dr. Strejemann nach, der bei einem freundschaftlichen Zusammentreffen mit den fremden Schauspielern im Deutschen Bühnenflub eine Rede über das Thema„ Der moderne Mensch, das moderne Theater" hielt. In diesem verschwenderisch mit Dichterzitaten ausgestatteten Vortrag bekannte sich der Außenminister als einen großen Freund der seelischen Verinnerlichung. Er meinte, daß wir moderne Menschen als Anbeter von allerhand gewaltsam gesteigerten Rekordleistungen im Gebiete des Technischen und des Sportlichen den Hang zur Seele verloren hätten und wieder beginnen müßten, unser Empfindungsleben an die schöneren und stilleren Genüsse zu gewöhnen, die Kunst und Wissenschaft verschaffen.
Auf diesem internationalen Kongreß spielen der Amerikaner Emerson, der die größte Schauspielervereinigung seines Landes leitet, der französische Schauspieler Harry Baur und der Russe Glowinsti, der Führer der russischen Bühnengewertschaftsleute, eine wichtige Rolle. Und es zeigte sich gleich am Anfang der Verhandlungen der große Gegensatz zwischen Europa und Rußland . Die russischen Schauspieler betonten ihre Zusammengehörigkeit mit der großen proletarischen Idee, während sich bisher Amerikaner und Engländer als sehr zahme Soldaten im Kampfe um das Schauspielerbrot offenbarten. Im Laufe der Konferenz sollen diese Gegensätze diskutiert und durch das gemeinsame Statut einer allge meinen Schauspieler Internationale werden. Doch wie das geschehen kann, ist noch keineswegs zu übersehen.
überbrückt
Ein Film vom Internationalen Jugendfest ist auf Veranlassung der Amsterdamer Arbeiterjugend- Zentrale zusammengestellt worden, der im Amsterdamer Rialto Theater am 20. Juni zum ersten Male aufgeführt wurde. Dieser Film ist ein sprechendes Zeugnis für die Kraft und die Frische der Jugendbewegung, wenn es auch zu bedauern ist, daß gerade die eigentlichen Höhepunkte des Festes, die
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vorher gewesen ist. Allerdings hat eine große Anzahl von Lands wirten im Osten, die auf leichteren Boden wirtschaften müssen, unter dem Druck der Kreditnot vorzeitig zu niedrigen Preisen verfaufen müssen, sie sind dadurch in eine gewisse Notlage geraten. Aber das beweist doch, daß das ganze Problem gar fein 3oll= problem, sondern wie im vorigen Jahre so auch jetzt vor allem ein Kreditproblem, ein Produktionsproblem ist.( Sehr richtig b. d. Soz.). Verglichen mit den sehr hohen Industriezöllen sind die Getreidezölle noch außerordentlich höher. Wir haben bei den Industrieprodukten Zölle von 5,6 in besonderen Fällen von 10 und 12 Prozent. Bei Getreide und Fleischzöllen find es über 20 Prozent. Das bedeutet eine Diskrepanz, die auf die Dauer nicht im Interesse Deutschlands ist, das ganz wesentlich Industriestaat ist, so wichtig auch die Landwirtschaft als Grundproduktion ist. Und diese Disfrepanz wollen Sie jetzt noch steigern!
Der Versuch der Differenzierung zwischen Futter- und BrauLandwirtschaft dazu zu erziehen, immer mehr Veredlungsgerste, die jetzt wieder beseitigt werden soll, hatte doch bedeutet, die wirtschaft zu treiben. Diese Tendenz soll durchkreuzt werden Elbe, der im wesentlichen Roggen und Kartoffeln baut. Man zugunsten des Großgrundbesizers, besonders östlich der fürchtet die Erniedrigung des Preises der Futtergerste, weil man glaubt, daß Roggen und Kartoffeln, die mit der Gerste als Futterwürden. Das Ernährungsministerium hat der Beseitigung der mittel zu fonfurrieren haben, dann auch im Preise gedrückt werden Differenzierung zugeffimm obwohl es ganz klar iff, daß damit die Intereffen von mindeffens 75 Prozent unserer gesamten landwirtfchaftlichen Betriebe verletzt werden, besonders der fleinen bäuerlichen Betriebe, die auf den Zufauf von Futtermitteln angewiesen find. Das ist aber auch voltswirtschaftlich schädlich, weil wir das stärkste Interesse haben, den Import animalischer Produkte aus dem Auslande zu verdrängen. Dieser Import ist nicht notwendig, wenn wir unsere gesamte Landwirtschaft, vor allem unsere bäuerlichen Wirtschaften dazu bekommen, sich auf die Ver Tendenz durchkreuzen fie mit dieser Art des Zolltarifs, wie er im edlungsproduktion umzustellen.( Sehr wahr! b. d. Soz.). Und diese schwedischen Handelsvertrag vorgezeichnet ist.
Deutschland , das von hochschutzöllerischen Staaten umgeben ist, les Auch wir wissen, wie schwierig es für ein Land wie ist, den reinen Freihandel ohne internationale Vereinbarungen zu proflamieren.
Gewiffe Kompromisse in der Zollfrage müssen geschlossen werden, aber das falsche ist, daß Sie( nach rechts) die Handelspolitik als lückenlojen Zolltarif machen wollen. Sie wollen die landwirtschaftlichen Produktionsmittel für unfere bäuerlichen Wirtschaften verfeuern, um den lüdenlosen Zollfarif für den Großgrundbesitz herzustellen.
Bom Standpunkt der landwirtschaftlichen Boduktion ist dieser lüdenlose Zolltarif das falscheste, was man machen fann. Wir brauchen, wenn wir überhaupt mit Zöllen arbeiten wollen, einen differenzierten 3olltarif, der ganz bewußt die Intensivierung, die Beredelung im Landwirtschaftsbetriebe fördert
und sie nicht erschwert zugunsten des roggen- und kartoffelbauenden Großgrundbesizes. Wir müssen die Veredlungsproduktion fördern und nicht umgekehrt die rückständige Art des deutschen Körnerbaues im Osten noch durch hohe Zölle prämiieren.
Es ist nicht notwendig, daß der Offen von deutschen Bauern fo leer bleibt. Es ist unser stärkstes bevölkerungspolitisches und nationalpolitisches Interesse, daß dort im Offen gefiedelt wird. Aber bäuerliche Wirtschaften ansetzen, heißt zugleich die Produktionsrichtung ändern und sie auf Veredelung umstellen, weil die bäuerlichen Wirtschaften namentlich im Osten vielmehr tierische Produktion erzeugen, als etwa der Großgrundbesiz.
Heute sind es ganz andere Fragen, die in der Produktionspolitik der Landwirtschaft eine Rolle spielen als vor dem Kriege. Es ist nicht mehr die Zollpolitit, es sind die Fragen der Produk tions- und Kreditpolitik und hier sind wir bereit entgegenzukommen, weil auch die deutsche Arbeiterschaft das stärkste Interesse daran hat, daß ein so wichtiges Produktionsmittel, wie es der Boden ist, aufs nachdrücklichste geschügt wird und die stärksten Erträge liefert. Auf diesem Gbeiete ist auch schon sehr viel geschehen. Seit der Stabilisierung sind 3,1 milliarden neue Kredite in die Landwirtschaft geflossen. Bei dieser Kreditgewährung haben wir mitgewirkt, um der Landwirtschaft zu helfen. Also von einer Bauern- oder Landwirtschaftsfeindschaft fann eine Rede sein. Diese alten Agitation shefte müssen Sie zerreißen.( Sehr wahr links.)
Feier in der Riesenhalle des Reichs- Automobilindustrie- Gebäudes und der Fackelzug, nicht aufgenommen werden konnten. Dagegen sind die Aufnahmen des fröhlichen Lebens und Treibens im Belt lager und des Auftretens des Hamburger Sprechchors im Stadion sehr wirkungsvoll.
Die Einstellung der Verfahren gegen Brecht und Klabund . Auf eine Kleine Anfrage deutschvölkischer Landtagsabgeordneter, ob das Staatsministerium die Auffassung des Generalstaatsanwalts beim Kammergericht teile, nach welcher der Inhalt der Gedichte Maria" von Berthold Brecht und" Die heiligen drei Könige" von Klabund keine Gotteslästerung enthalten, erteilt der Justiz miniſter, dem Amtlichen Breußischen Brefiedienst zufolge, die nachstehende Antwort:„ Die Staatsanwaltschaft hat die Verfahren eingestellt, weil sie der Auffassung war, daß das Gedicht„ Maria" von Berthold Brecht weder nach Form noch nach Inhalt die Stimmung der Verachtung gegen Gott oder eine Einrichtung der christlichen Kirche erkennen laffe, und daß das Gedicht„ Die heiligen drei Könige" von Klabund nicht auf Einrichtungen oder Gebräuche einer Kirche, sondern auf den mancherorts am Dreitönigstage im Bolke üblichen Brauch des Bettelfingens abziele. Gegen diese Auffassung haben sich Bedenken nicht ergeben. Nunmehr ist die Straf verfolgung auch verjährt.
Gorkis Rückkehr nach Rußland . Marim Gorti hat, wie aus Neapel gemeldet wird, der Sowjetregierung mitgeteilt, daß er die Absicht habe, nach Rußland zurückzukehren. Bekanntlich reiste Gorfi im Jahre 1924 nach Deutschland , Frankreich und Italien , wo inzwischen so gebessert, daß er sich entschlossen hat, die Rückreise nach er seine Gesundheit wieder herzustellen hoffte. Sein Zustand hat sich Rußland anzutreten.
Bolfsbühne. Am Freitag, den 25., abends 8 Uhr, findet im Theater
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amiffbauerdamm die 50. Aufführung von Eichendorffs Freiern statt. Gegenüber der Erstaufführung sind inzwischen folgende Rollen umbejezt: Hofrat : Georg Schnell, Leonhard: Ernst ride, Knoll: Artur Mainzer, Friedmann: Heinrich Römer, Marie: Elisabeth Neumann .
Eine Ausstellung für deutsche Buchfunst findet vom 31. Juli bis 15. August in Salzburg statt. Die hervorragendsten Kunstbuchbinder Deutschlands und Desterreichs werden fünstlerische Einbände zeigen, und auch die deutschen und östereichischen Buchbinderinnungen, der Werkbund und die Wiener Werkstätten werden sich beteiligen.
Der Infernationale Wohnungs- und Städtebaufongreß findet vom 14. bis 19. September in Bien statt, veranstaltet vom Internationalen Ber band für Städtebau, Landesplanung und Gartenstädte.
Im Ruffifchen Museum in Leningrad findet zum erstenmal in Sowjet rugland eine Aus it ellung des Lebens ber Arbeitertfalle statt, in der Hausrat, Kleidung usw. aus dem 18. und 19. Jahrhundert zu sehen sein werden.
denen es bisher noch feine Eisenbahn gab, gebörte die Republik Albanien . Albanien erhält die erste E'senbahn. Zu den europäischen Ländern, in Die albanische Regierung hat nun englisches Rapital gefunden, das die erste bereits im Bau befindliche Eisenbahnftrede finanzieren soll. Die neue Linie soll den Hafen von Durazzo mit Zirana verbinden und 45 stilometer lang fein.