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lang, je 8 bis 10 Hölzer geben eine Breite und an 30 Einzeltrifte find vorhanden. Polnisches Holz aber die Begleiter sind erst von Hohenseethen darauf, wo der Schiffahrtskanal in die Oder mündet. Der Abend bricht herein man sollte meinen, die Paare, die sich an und auf dem Wasser vergnügen, würden ihrer Luft durch Gesang Ausdruck verleihen. Aber wie der Friese, so ist auch der Märker schweigfam er ist kein Südländer, der für Jubel und Schmerz ein Echo in der Mitwelt fucht.

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Aufstieg oder Stillstand?

Im neuesten Führer steht zu lesen, daß der neue Schiffahrtsweg dem Städtchen sichtbare Vorteile gebracht habe. Die Tatsachen, wie man sie aus dem Munde der Einwohner erfährt, scheinen leider nicht dafür zu sprechen: Die Bevölkerung ist in 30 Jahren von 4000 auf etwa 3000 gefunken, das Holzflößen ist, zumal in diesem Jahr, nicht mehr von so großer Bedeutung wie in früherer Zeit, namentlich Bolen scheint ziemlich auszufallen die Dampfer, die den Kanal benutzen, fahren, ohne anzuhalten, durch: Zeit ist Geld die Fischerei ist nicht mehr so ergiebig mie früher... Bleibt die Land­wirtschaft, etwas Industrie und die Aufnahme von Sommergästen. Arbeitslosigkeit ist vorhanden; die Baulust scheint besonders sehr gering zu fein.

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Das Streben nach Fremdenverkehr ist bei der prächtigen Lage Oderbergs und den Schönheiten seiner Umgebung durchaus berechtigt, findet aber seine natürlichen Grenzen in den Kosten, die die zu durch eilenden Entfernungen verursachen. Gelänge es Reichsbahn und Boft, sowie der eigenen Initiative in verständigem 3ufammenwirten das herrliche Dreieck Eberswalde- Oderberg- Chorin mit Paarsteiner See und Brodowin , sowie dem Naturschutzgebiet des Plagefenn zu billigem Preise zu erschließen, so würde auch der weniger bemittelten Bevölkerung ein großer Dienst geleistet werden. Denn an Eigenart und Schönheit wird dieser Teil der Mark von feinem anderen

übertroffen.

Der Hund.

Es ist sieben Uhr abends. In einem Delitateffengeschäft der Friedrichstadt steht man angereiht, sauber angezogene Dienstmäd­chen, die etwas von der Vornehmheit ihrer Herrschaften angenommen haben, Herren mit den Allüren überlegener Weltkenntnis und Damen, haben, Herren mit den Allüren überlegener Weltkenntnis und Damen, deren Automobile vor dem Geschäft warten. Ein Herr tritt ein, bescheiden und unsicher. Er ist gut gefleidet und lebt bestimmt in angenehmen Verhältnissen. Ruhig bleibt er stehen und wartet, ganz unauffällig, sicherlich möchte er in feiner Beziehung die Aufmerksam keit der anderen auf sich lenken. Plötzlich wendet er sich erregt um, er sucht nach irgendetwas, dann läuft er zur Tür und pfeift. Wütendes Bellen antwortet ihm, und gleich darauf rast ein kleiner, feingliedriger Forterrier in den Laden. Nervös läuft er umher, hört nicht auf das Rufen seines Herrn, er beschnuppert die Beine der Anwesenden und protestiert mit hinterhältigem Knurren gegen jeden Berjuch der Freiheitsberaubung. Einige Damen finden den Hund entzückend, andere ärgern sich darüber, daß er frei in dem Delikatessengeschäft herumläuft, auch der Geschäftsführer macht ein fritisches Gesicht. Schließlich gelingt es dem Herrn, den Ausreißer an die Leine zu legen. Ganz rot ist der Herr geworden. Er weiß fich jetzt im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Seine Haltung hat sich grundlegend geändert. Er steht nicht mehr da ergeben in fein Schicksal. Wütend versetzt er seinem kleinen Hund einen Hieb mit der Beitsche. Dann tritt er erregt an den Tisch. Ja, warum bedient ihn denn niemand? Er wartet schon über eine halbe Seine Stimme klingt böse und grollend. Der Verkäufer, der ihn vorher überfah, fragt jetzt nach seinen Wünschen mit der bindlichem Lächeln. Zusehends gewinnt der Herr an Ansehen. Selbst der Forterrier wagt sich nicht mehr zu rühren. Selbstbewußt tritt der Herr an die Kaffe und bezahlt das Biertel gefochten Schinken, der Geschäftsführer verneigt sich vor ihm. Mit erhobenem Kopf verläßt er das Geschäft, der kleine Hund umwedelt ihn mit trieche­rischer Freundlichkeit.

Stunde.

Zwei Prozesse wegen Beschimpfung der Republik . Es gibt auch republikanische Richter.

Katastrophale Wolkenbrüche über Berlin .

Sturmverheerungen in Schöneberg .

Während der gestrigen Nachmittagsstunden gingen über einzelne Stadtteile Groß- Berlins wieder zahlreiche wolfenbruchartige Gewitterregen nieder. Besonders heimgesucht wurde Schöneberg , Friedenau , Südende, Karlshorst und Johannisthal und ein Teil des Südens und Südostens Berlins . In der Maßenstraße drangen Wasserfluten in ein zu ebener Erde belegenes Bureau, so daß die Feuerwehr herbeigerufen werden mußte. In Südende, vor dem Hause Dehlertstr. 22, wurde von dem heftigen Sturm ein starker Baum entwurzelt, der sich quer über die Straße legte. Die Feuerwehr beseitigte das Verkehrshinder nis. In einzelnen Straßen stauten sich die Wassermengen infolge ungenügenden Abflusses und bildeten bisweilen Seen von beträcht­licher Wafferhöhe. Die Feuerwehr wurde etwa fünfzehnmal zur Hilfeleistung angerufen. Gleichfalls am Nachmittag brach vor dem Hause Meininger Str. 5 in Schöneberg , wo Schachtarbeiten aus­geführt werden, ein Hauptwasserrohr, das einen Teil der Straße unter Wasser setzte. Durch die ungeheuren Waffermengen wurden die Telephonkabel unterspült. Nach dreiviertelstündiger Tätigkeit gelang es der Feuerwehr, die Waffermengen zu beseitigen. Soweit bisher bekannt geworden ist, find Blizeinschläge nirgends erfolgt. Kurz vor Schluß der Redaktion geht uns noch die Nachricht von großen Sturmverheerungen in Schöneberg zu. Mit besonderer Gewalt vernichtete ein Wirbelsturm, ähnlich wie vor einigen Tagen in Grünau , eine große Anzahl Lauben. Besonders heimgesucht wurde die Kolonie Höhenluft". Drei auben stürzten völlig ein, andere wurden beschädigt. Bretter, Möbel und Küchengeräte wurden durch die Luft viele hundert Meter weit bis auf Südender Gebiet mitgeführt. Auch die Mauer des Luftbades, das dem Berein für Gefundheitspflege gehört, wurde von der Gewalt der Wind­hose zum Einstürzen gebracht. Zahlreiche Bäume und Sträucher wurden entwurzelt oder schwer beschädigt. Da sich infolge des schlechten Wetters nicht viele Personen auf dem ausgedehnten Laubengelände aufhielten, ist glücklicherweise niemand zu Schaden gekommen.

schulden tommen. Diese wurden am Mittwoch entdeckt und 2. desa megen zur Rede gestellt. Es sollte seitens der Firma bei einer Berwarnung bleiben. Der junge Mann, der aber trotzdem feine Stellung zu verlieren fürchtete, nahm fich den Vorfall so zu Herzen, daß er noch am selben Abend seinem Leben ein Ende machte.

Die Fleischvergiftungsepidemie in Herzfelde . Untersuchung der Schuldfrage.

Die Fleischvergiftungsepidemie in Herzfelde hat im Laufe des gestrigen Tages keinen größeren Umfang mehr ge nommen und fann im allgemeinen als im Abflauen begriffen bes zeichnet werden. Freitag nachmittag fand zur Klärung der Schuld­frage vor dem Amtsvorsteher in Herzfelde im Beisein des Kreis­fierarztes eine Vernehmung des Tierarztes Dr. Gaul aus Rüdersdorf statt, der bei der Motschlachtung auf dem Lehngut Herzfelde zugezogen worden war. Dr. Gaul gab an, daß er am Sonnabend, den 17. Juli, nach dem Gut gerufen worden war, um ein erfranftes Rind zu behandeln. Er habe festgestellt, daß das Tier an Lungen­entzündung erfranft war, und darauf angeordnet, daß unver­züglich eine Notschlachtung vorzunehmen sei. Die Fiebertemperatur war gering. Fleisch bleibt trotz der Erkrankung für menschliche Nah­rung durchaus geeignet, während bei hohem Fieber des erfranften Rindes eine Verwendung des Fleisches zu Nahrungszweden aus­geschlossen sei. Am Sonntag, den 18. Juli, sei dann die Notschlachtung erfolgt. Weder vorher noch nachher hätten sich bei genauester linter. suchung Vergiftungsbazillen gezeigt. Das Fleisch sei dann noch am gleichen Tage in dem Kühlraum des Schlächtermeisters Reißner in Herzfelde gewandert, der es dann nach und nach verarbeitet habe. Dr. Gaul betont übrigens, daß er seit der Vergiftungsepidemie in Ralfberge- Rüdersdorf ganz besondere Sorgfalt bei der Fleischbeschauung walten laffe, um eine Wiederholung dieser Vor­fälle zu vermeiden. Darüber, wie trchdem in Herzfelde eine der­artige Epidemie niit noch größerem Umfange hat ausbrechen können, fonnte der Tierarzt auch feine Auskunft geben. Er verwies lediglich auf die Tatsache, daß die Erfrankungen erst acht Tage nach der Not­schlachtung eufgetreten feien, und daß sich auch Vergiftungserschei nungen bei Personen gezeigt hätten, die nachweislich kein Fleisch aus dem Geschäft von Reißner genoffen hätten.

Warum tat er's?

Borgeblich hat fie 12 000 Mart geerbf.

50 neue Siedlungswohnungen in Zehlendorf. lindern, endlich entschlossen, allerdings auf langes Drängen der Be­Der Magistrat Berlin hat sich, um die Wohnungsnot zu zirksversammlung und der Bau und Grundstücks. Beputation, die notwendigen Mittel aus dem Fonds der Haus­zinssteuer mit Busaghypotheken zu bewilligen, um auch im Bezirt Behlendorf, wo die Wohnungsverhältniffe teilweise sehr im argen liegen. Die Wohnungen find bestimmt für diejenigen, die nicht in der Lage find, eine Abstandzahlung bzw. einen Baufostenzuschuß zu leisten. Sie sind teilweise schon bezogen, der Reft wird zum 1. Auguft belegt. Es handelt sich hier um 3weizimmerwoh­nungen mit Küche und Bad, Kammer und Dfenheizung. Die Zimmer find licht und freundlich, so daß die Bewohner mit ihrem Heim zufrieden sein können. Jede Wohnung enthält zirka 70 Quadrat meter Wohnfläche. Die billigste Miete einer Wohnung beträgt mo­natlich 56 m. Die Wohnungen wurden von der Berlinschen Bau gesellschaft friedensmäßig ausgeführt, sie stehen auf städtischem Ge­lände, das von der Heimstättensiedlungsgesellschaft ilmersdorf auf 20 Jahre gepachtet wurde und nach dieser Zeit an die Stadt zurückgegeben werden muß. Man schafft hier bleibende Werte. Die Gesellschaft hat bekanntlich schon zahlreiche Zwei- und Vierzimmerwohnungen in Tempelhof , Wil­ mersdorf und Steglitz ausgeführt. Wie der Bezirksbürgermeister Dr. Schumacher mitteilt, hat der Magistrat für weitere 250 Woh­mungen 3 usa hypothefen bewilligt. Die neuen Wohnungen sollen in der Alsenstraße errichtet werden. Das Gelände wird dieser Tage von der Stadt Berlin an die Heimstättensiedlungsgesellschaft übergeben werden, und man hofft noch dieses Jahr den Bau unter Dach zu bringen um hier der schlimmsten Wohnungsnot abzuhelfen. offentlich läßt der Magistrat es damit nicht bewenden und wird auch in Zukunft weitere Mittel bewilligen. Vor allem finden auch zahlreiche Arbeit er bei den Neubauten Beschäftigung. Man hofft, daß der Reichstag in diesem Herbst endlich beschließen wird, in Zukunft das Bauprogramm für die nächsten Jahre im voraus festzulegen, so daß die Bauunternehmer und Fabrikanten sich bereits vorher für die Neubauten des nächsten Sommerhalb- Neukölln im Zimmer 50 entgegen. jahres einrichten und ihre Arbeit dementsprechend verteilen fönnen. Dann wird auch die beste Zeit, der Sommer, nicht durch zeitraubende Verhandlungen verloren gehen.

Spiel und Liebe.

Unerklärlich ist bisher der Zwed eines Schwindlers, der einer Berfäuferin in Neukölln eine bittere Enttäuschung bereitete. Er erschien in dem Laden, als sie allein anwesend war, ſtellte fich als Amtsgerichtsjefretär Schönberger" vor und gab an, daß er im Auftrage des Amtsgerichts in Teterom in Mecklen burg ihre Personalien nachzuprüfen habe. Ihr sei eine Erbschaft Don 12500 Mart zugefallen, und bevor die Auszahlung stattfinde, müsse das Gericht sich Sicherheit verschaffen. Das hocherfreute junge Mädchen gab bereitwillig Auskunft. Darauf entfernt fich der an­gebliche Beamte mit dem Bemerken, daß er telephonisch berichten wolle und noch einmal wiederkommen werde. Gegen 2 Uhr nach. mittags erschien er abermals, erflärte, daß er zwar 7,20 Mart Gebühren habe bezahlen müssen, die Angaben der Verkäuferin feien aber nun auch bestätigt. Das Angebot des Mädchens, ihm die Auslagen zu erfeßen, lehnte er ab, ebenso eine Tafel Schofo­lade, die sie ihm schenken wollte. Für den nächsten Tag bestellte er die Berkäuferin nach einem Zimmer im Amtsgericht in der Neuen Friedrichstraße, wo sie das Geld in Empfang nehmen fönnte. Man fann sich die Betrübnis der Erbin" vorstellen, als sie dort hören mußte, daß der Behörde von einem Sekretär Schönberger nichts be. fannt war, noch weniger von einer Erbschaft. Die so schwer Ents täuschte machte nun Anzeige bei der Neuf öllner Krimi. nalpolizei, doch ist es bisher nicht gelungen, den geheimnis vollen Schwindler zu erwischen. Seine Angabe, daß er in Spandau , Am Markt 3, wohne, hat sich als unwahr erwiesen. Der falsche Bes amte, der sehr sicher und gewandt auftrat, ist etwa 40-45 Jahre alt, 1,70-1,75 meter groß, hat graumeliertes Haar, ein bartloses Gesicht und stramme Haftung und trug einen blauen Jackettanzug, einen grauen weichen Hut und über dem Arm einen Lodenmantel. Mit­feilungen zu seiner Ermittlung oder über andere Fälle, in denen er mit dem gleichen Schwindel aufgetreten ist, nimmt das Polizeiant

Zwei große Wohnungseinbrüche. Lohnende Beutezüge machten Einbrecher fürzlich wieder ant zwei Stellen während der Nachmittagszeit. In einer Wohnung int Hause Wilhelms aue 15 war die Inhaberin um 4 Uhr zu Ver­Einbrecher, die die Ges pflogenheiten der Dame genau ausgefundschaftet haben müssen. urz nach ihrem Weggang fuhren, wie beobachtet wurde, drei

Wegen Bergehens gegen das Gesez zum Schuße der Republit stand gestern der Kaufmann Willi Günther vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte . Als die Kameradschaft Friedrichshain Liebe und Spielleidenschaft haben eine 22 Jahre alte Buch­am Gendarmenmarkt zurückkehrte, die bekanntlich gegen den Luther­schen Flaggenerlaß stattfand, traf in der Nähe des Kaufhauses mehreren Jahren als Raffiererin bei einer Berliner Großfirma an­Brenningmener in der Königstraße der 56jährige Kaufmann Billigeftellt und genoß weitgehendes Vertrauen. Zu ihren Obliegen­Günther die Kameraden Kittelmann und Knöfel. Er begrüßte sie heiten gehörte es, die einlaufenden Gelder zu verbuchen. Seit mit den Worten: Dieser Judenrepublik rennt ihr noch immer einiger Zeit fiel es ihren Bekannten auf, daß sie einen recht Iuru­nach." Als er auf das Ungehörige feiner Bemerkung aufmerksam riösen Lebenswandel führte, der mit ihrem Gehalt wenig gemacht wurde und als ein Zettelverteiler unserer Partei, der zum in Einklang zu bringen war. Eine Nachfrage bei der Firma ergab Boltsentscheid Agitationsmaterial zur Berteilung brachte, hinzufam, nun, daß das Mädchen das ihm geschenkte Vertrauen mißbraucht erging sich Günther in den gemeinsten Ausdrücken. Trogdem sich Wochen hatte sie einen Ausländer kennen gelernt und mit ihm ein und beträchtliche Unterschlagungen verübt hatte. Vor mehreren dies die Genossen nochmals verbaten, fonnte sich Günther nicht be= ruhigen. Schließlich ließ man seine Personalien durch einen Ober­Liebesverhältnis angeknüpft. Der Fremde war ständiger wachtmeister von der Schupo feststellen, und auch diesem gegenüber Besucher eines Spielklubs in der Tauenzienstraße und veranlakte machte Günther ähnliche beschimpfende Aeußerungen über die Repu feine Freundin, ihn dorthin zu begleiten. Manchmal spielte fie blit. Wie der Staatsanwalt in seiner Rede ausführte, hat sich der selbst, meist aber stellte sie dem Freunde das im Geschäft ver­Angeklagte schon einmal in einem Lokal in der Lothringer Straße untreute Geld für sein Spiel zur Verfügung. Zuerst be­zu beleidigenden Aeußerungen über Ebert hinreißen lassen. Das gnügte er sich mit 6500 m., spielte mit Glück und gab der 3. das Berfahren wurde damals eingestellt, weil Günther vorgab, diese in geliehene Geld mit 100 M. 3infen wieder. Dann entnahm fie der der Trunkenheit getan zu haben. Wenn er auch bei dieser Berhand- Kaffe das Doppelte. Das Glück wandte sich aber von dem Spieler lung dieselbe Ausrede gebrauchte, so nahm man darauf keine Rück­ab, und jetzt erklärte er, in der Schweiz weiterspielen, und den Ber­ficht. Der Antrag des Staatsanwalts lautete auf drei Monate luft hereinbringen zu wollen. Er versprach, am fommenden Sonn­Gefängnis. Das Gericht erfannte auf einen Monat Ge. abend nach Berlin zurückzukehren. Inzwischen wurde aber die fängnis. Es begründete das Urteil damit, daß die Beschimp. Unterschlagung entdeckt und die Kassiererin feftgenommen. fungen gegen die Republit sich derart häufen, daß man Ob die Erzählung von dem ausländischen Freunde auf Wahrheit infolgedessen einmal fest zugreifen müsse. beruht, oder ob das Mädchen selbst das Geld verspielt hat, bedarf noch der Aufklärung. Insgesamt ist die Firma um 14 000 Mart betrogen worden.

vom Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold von der Protestkundgebung halterin J. auf die schiefe Bahn gebracht. Das Mädchen war seit wandten nach Dahlem gefahren und hatte die Räume ohne Aufsicht

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Bor demfelben Schöffengericht hatten sich ebenfalls der 21jährige taufmännische Angestellte Wunderlich und der 19jährige Klemp ner Löwe wegen Beschimpfung der Republik zu verantworten. Die Angeklagten hatten am 19. März an einer Bersammlung der Nationalsozialen Arbeiterpartei in der Bockbrauerei teilgenommen und sich dann einem Zuge angeschlossen, der in lofen Gruppen in die Stadt zurückzog. Dabei wurden Lieder gesungen. Beim Ein­biegen aus der Beffelstraße in die Friedrichstraße trat die Polizei dem Zuge entgegen, weil die Bannmeile überschritten war. In diesem Augenblick wurde gerade ein Lied gesungen, das mit dem Schlußreim schloß: Bir pfeifen auf die Judenrepu­blik." Wunderlich gab zu, das Lied, das an der Spike begonnen worden war, mitgefungen zu haben. Er behauptete aber, daß er fich feiner schweren Sünde bewußt gewesen fei. Wie er in den Zei tungen gelesen habe, hätte das Reichsgericht mehrere Leute freigelprochen, weil es anerkannt habe, daß diefe Bezeich­nung nicht unberechtigt jei. Der Borsigende machte den Angeklagten darauf aufmerksam, daß das Reichsgericht eine derartige Entschei­dung nie getroffen hätte. Es möge ja sein, daß derartiges in einer Beitung gestanden habe, aber es empfehle sich mohl, die Entscheidungen selbst zu lesen. Angeklagter: Wir leben doch in einer Republik, in der jeder seine Meinung frei und offen čußern fann." Borsigender: Mit dem Totschläger?" Angeflagter: Das fasse ich nicht als Waffe auf." Der zweite Angeklagte be= freitet, mitgefungen zu haben. Er will nur das Lied, das er nicht fannte, mitgepfiffen haben. Das Schöffengericht ver­urteilte entsprechend dem Antrage der Staatsanwaltschaft die beiden Angeklagten wegen Beschimpfung der Republik zu je einem Mo. nat Gefängnis. Mit Rücksicht auf die Jugendlichkeit der An getlagten wurde eine dreijährige Bewährungsfrist gewährt.

Ein falsches Mordgerücht.

Das Gerücht von einem Frauenmorde war gestern im Westen Charlottenburgs verbreitet. Hausbemogner fanden auf dem Grundstück Württembergische Allee 26/27 im Kellerschacht die Leiche einer zunächst unbekannten Frau und benach richtigten sofort die Polizei, des Bolizeiamts Charlottenburg. Die Kriminalkommissare Schmidt und Nauck, die sich mit ihren Beamten alsbald nach dem Hause begaben, stellten jedoch, feft, daß die Frau nicht einem Berbrechen zum Opfer gefallen mar. Es ist eine Wirt­schafterin Charlotte 3, die in der Cäcilien- Allee in Friedenau be­fchäftigt war. Sie wollte am Donnerstag ihre im Hause Württem bergische Allee angeftellte Schwefter befuchen, die am nächsten Tage in ein Krankenhaus gebracht werden sollte. Gegen 11- Uhr abends in ein Krankenhaus gebracht werden sollte. Gegen 11- Uhr abends trennten sich die Schwestern. Allem Anschein nach ist sie dann noch einmal umgefehrt, fand aber den Haupteingang des Hauses ver fchloffen. Sie wollte einen Rebeneingang benugen und muß dabei, da sie die Dertlichkeit nicht genau fannte, in den Rellerschacht hinabgestürat fein, wo fie mit gebrochenem Genid liegen blieb. Die Leiche der Berunglückten wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht.

Männer in einem Auto vor, gingen in das Haus hinein und wurden von einem vierten, der inzwischen die Wohnungstür ge­öffnet hatte, eingelassen. Hinter sich sicherten die Verbrecher die Eingangstür so, daß sie von außen nicht ohne weiteres zu öffnen war. Dann durchwühlten sie alle Behältnisse, in denen die Schlüffel steckten. Sie erbeuteten zahlreiche wertvolle Schmud ja dhe n. Als der Sohn der Wohnungsinhaberin heim­fehrte, fonnte er nur nach vielen Versuchen die Wohnungstür öffnen. In der Zwischenzeit waren die Berbrecher mit ihrer Beute durch die Hintertür entkommen. Mitteilungen zur Aufklärung er­bittet Kriminalfommissar Geißel, Dienststelle B. I im Polizei­Fast ebenso groß war die Beute einer anderen präsidium. Nachmittagsfolonne", die in der Zeit zwifchen 3% bis 7% Uhr eine Wohnug in der Cuxhavener Straße heimsuchte. auch hier öffneten sie mit Nachschläffeln und stahlen ebenfalls Schmucksachen. Außerdem nahmen sie Wäsche mit dem Zeichen G. R., eine alte Tiroler Meistergeige von hohem Werte und 36 Kisten Bremer Zigarren mit. Aufklärende Mitteilungen für diesen Ein­bruch sind an die Dienststelle B. III im Polizeipräsidium zu richten.

Fallschirmabsprünge in Woltersdorf bei Erfner. Das idyllisch gelegene Woltersdorf , das fürzlich der Schauplatz der furchbaren Unwettertatastrophe mit 14 Todesopfern war, rechnet am Sonntag, den 1. August, auf einen Massenbesuch. Schon seit langem streben die Ausflugsorte am Rande Groß- Berlins danach, an den Somm kommenden Unfällen ohne Aufenthalt eingreifen zu können. Der und Feiertagen einen Rettungsdienst einzurichten, um bei vor. Sanitätsdienst liegt nun in den Vororten vorwiegend in den Händen des Mädchens für alles", der Freiwilligen Feuerwehr. Gemeinden und Kreis haben in den letzten Jahren nur den notwendigen Ersatz an Material, das während der Kriegs- und Nachkriegszeit herunter. gewirtschaftet war, anschaffen können. Das Woltersdorfer Unglück zeigt nun in schreckender Weise, wie nötig es ist, den Rettungs­dienst felbft in fleineren Orten modern auszugestalten. Der bekannte Fallschirmabspringer und Konstrukteur Otto Heinice, Gräß­walde bei Friedrichshagen , hat sich zur Verfügung gestellt, um am 1. August als sensationelles Sportereignis aus dem Flugzeug in den Flatensee in Woltersdorf abzuspringen. Der Absprung wird gegen 5 Uhr nachmittags erfolgen. Woltersdorf ist vom Bahnhof Rahns­ dorf ( Strede Erfner) mit der Straßenbahn, von Station Erfner mit Dampfer und Motorbooten bequem zu erreichen. Die Ber­fehrsmittel sind ausreichend vorbereitet.

Der Mauereinffurz in Lichterfelde . Der bei den Ausschachtungs­arbeiten auf dem Hof des Grundstücks Dürerstr. 4 zu Lichterfelde Zum Selbstmord auf dem Belle- Alliance- Plah. Eingehende poli. durch einen umstürzenden 10 3entner schweren Mauerblod zeiliche Ermittlungen haben jetzt die Personalien des Unbeschwerverletzte Rohrleger Bilufchet aus der Moliteftr. 27 ist im Laufe fannten, der sich am Mittwochabend auf dem Belle- Alliance- Platz des geffrigen Nachmittags an den Folgen furchtbarer innerer Ber­erschos, festgestellt. Es handelt sich um den crit 20jährigen legungen im Vinzenzfrankenhaus gestorben. Die Baupolizei hat Bureauboten Bruno Liebe aus der Jahnstraße in Neutoun. eine Untersuchung eingeleitet, deren Ergebnis noch nicht genau fest­L., der bei einer Infaffo- Firma angestellt und mit der Einfaffierung fteht. Bermutlich ist aber der Einsturz durch zu große Untergrabung von Geldern beauftragt war, ließ sich fleinere Berfehlungen zu der Hausmauer erfolgt.